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Italienische Migranten in Deutschland. Akkulturation, soziale Stellung sowie Schulbildung

Titel: Italienische Migranten in Deutschland. Akkulturation, soziale Stellung sowie Schulbildung

Seminararbeit , 2021 , 23 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: Lucca Ventre (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Europa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit thematisiert die italienische Migration in Deutschland und fokussiert dabei die Akkulturation, soziale Stellung sowie Schulbildung italienischer Migranten.

Deutschland und Italien pflegen bereits seit dem Mittelalter eine enge Verflochtenheit in Bezug auf Migration und Einwanderung. Italiener stellen seit Jahrhunderten eine der zentralsten und essentiellsten Migrantengruppen Deutschlands dar und entwickelten sich von temporären Gastarbeitern zu permanenten Grundpfeilern des kulturellen Deutschlands.

Die Akkulturation und Vernetzung der italienischen Community erfolgte ab den 1960er-Jahren. Maßgeblich beeinflusst wurde die Akkulturation der Italiener in Deutschland von der italienischen Bundesregierung, die Vereine und Organisationen in Deutschland finanziell unterstützte, um dahingehend mehr Italiener zur Auswanderung zu bewegen. Trotz ihres zurückgezogenen und eher ruhigen Lebensstils entwickelten sich die Italiener zu dem beliebtesten Einwandern in Deutschland, die sowohl die Esskultur als auch die Gastronomie und Hotellerie prägten. Die Schulbildung und soziale Stellung italienischer Migranten in Deutschland erweist sich als desaströs, denn aufgrund von hohen Quoten an niedrigen oder gar keinen Bildungsabschlüssen fehlte es ihnen an sozialer Mobilität.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Diskurs und Verlaufsgeschichte der italienisch-deutschen Beziehung im historischen Kontext

Kapitel 1: Schulbildung italienischer Migranten in Deutschland

Kapitel 1.1: Erklärungsansätze für die evidenten Misserfolge der italienischen Schülergruppe

Kapitel 1.2: Etablierung der „Doposcuola“

Kapitel 2: Akkulturations- und Integrationsprozesse der italienischen Bevölkerung Deutschlands ab 1970 in Anbetracht der sozialen Stellung

Kapitel 2.1: Bildungs- und sprachtechnische Situation der Italiener in Deutschland im 21. Jahrhundert

Kapitel 3: Kriminalität und Mafiastrukturen der Italiener in Deutschland

Kapitel 3.1: Die Mafiamorde von Duisburg im Hinblick auf die Gesamtbetrachtung der Italiener in Deutschland

Conclusio

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Akkulturation, die soziale Stellung sowie die Bildungschancen italienischer Migranten in Deutschland unter Berücksichtigung des historischen Kontextes der transnationalen Beziehungen. Dabei wird analysiert, inwieweit das Bild der Italiener als "mustergültig integrierte" Bürger mit der tatsächlichen sozioökonomischen Realität, insbesondere im Bildungs- und Arbeitssektor, korrespondiert.

  • Historische Verlaufsgeschichte der italienisch-deutschen Migrationsbeziehungen
  • Analyse der Bildungssituation italienischer Schüler und Identifizierung von Problemfeldern
  • Bewertung der Akkulturations- und Integrationsprozesse seit 1970
  • Untersuchung der Rolle von Mafiastrukturen und deren mediale Rezeption
  • Soziologische Einordnung der sozialen Mobilität italienischer Migranten

Auszug aus dem Buch

Kapitel 1.1: Erklärungsansätze für die evidenten Misserfolge der italienischen Schülergruppe

Der deutsche Erziehungswissenschaftler und ehemalige Professor für interkulturelle Pädagogik Georg Auernheimer erläuterte, dass ein großer Teil der italienischen Bevölkerung Deutschlands aus dem sogenannten Mezzogiorno stamme, der erhebliche soziale als auch ökonomische Probleme aufweise und somit mit dem deutschen Bildungssystem stark negativ korreliere. In Bezug auf das deutsche Schulsystem ist anzumerken, dass dieses stark mit der sozialen Stellung des Individuums verflochten ist und speziell unter den italienischen Arbeitsmigranten ein hoher Prozentsatz an ungelernten Arbeitern vorzufinden ist (Auernheimer 2006, 56–59; Libbi, Bergmann und Califano 2006).

Die Soziologin Sonja Haug geht mit den Erläuterungen Auernheimers konform und hebt die Signifikanz des sozio-ökonomischen Status hervor, der einen markanten Einfluss auf den Bildungserfolg der italienischen Schülergruppe in Deutschland hat. Als erschwerend sieht sie auch die, von vielen italienischen Migrantenfamilien, praktizierte Pendelmigration, die negativ mit den Deutschkenntnissen der Schüler korreliert. Eben jene Form der Migration umschließt die zeitweilige Rückkehr der Migranten in ihr Herkunftsland, was bedeutet, dass die Migrantenkinder zwischen Schulsystemen wechseln und sich somit nie ganzheitlich akkulturieren können. (Janz und Sala 2011, 148–50)

Weiters konnte bereits in einer 1993 von Lanfranchi durchgeführten Studie „elterliches Versagen“ als beachtenswerter Faktor hinsichtlich des Misserfolges der italienischen Schülergruppe in Deutschland festgestellt werden. Lanfranchi hob damals speziell Familien aus dem Mezzogiorno hervor, die in Folge der Arbeitsmigration nicht dazu in der Lage gewesen sind, sich an die industrialisierte und moderne Gesellschaft in Deutschland anzupassen. Italienische Migrantenfamilien beharrten dabei stets auf das streng konservative Familienbild und die damit einhergehende Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Daraus resultierte eine fehlende soziale Mobilität, die sich durch Isolation und Abschottung vom deutschsprachigen Umfeld manifestierte. Dies wirkte sich negativ auf die Bildungschancen und Gesamtentwicklung der Kinder aus und zeigte sich meist bereits in den Deutschkenntnissen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diskurs und Verlaufsgeschichte der italienisch-deutschen Beziehung im historischen Kontext: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Migration von Italien nach Deutschland vom Mittelalter bis in die Neuzeit und analysiert die politischen Rahmenbedingungen der Anwerbeabkommen.

Kapitel 1: Schulbildung italienischer Migranten in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert das unterdurchschnittliche Abschneiden italienischer Schüler im deutschen Schulsystem und vergleicht statistische Daten zu Bildungsabschlüssen.

Kapitel 1.1: Erklärungsansätze für die evidenten Misserfolge der italienischen Schülergruppe: Hier werden sozioökonomische Faktoren, der Einfluss des Herkunftsortes (Mezzogiorno) sowie die Auswirkungen der Pendelmigration auf den Bildungserfolg analysiert.

Kapitel 1.2: Etablierung der „Doposcuola“: Es wird die Wirksamkeit schulbegleitender Unterstützungsmaßnahmen untersucht, die seit den 1970er-Jahren zur Förderung der sozialen und schulischen Kompetenzen italienischer Kinder eingeführt wurden.

Kapitel 2: Akkulturations- und Integrationsprozesse der italienischen Bevölkerung Deutschlands ab 1970 in Anbetracht der sozialen Stellung: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die zunehmende Integration durch Vereine und politische Teilhabe ab den 1970er-Jahren.

Kapitel 2.1: Bildungs- und sprachtechnische Situation der Italiener in Deutschland im 21. Jahrhundert: Hier wird der Status quo der Bildungssituation im 21. Jahrhundert beleuchtet und mit der positiven Entwicklung der deutschen Sprachkenntnisse gegenübergestellt.

Kapitel 3: Kriminalität und Mafiastrukturen der Italiener in Deutschland: Das Kapitel untersucht die tatsächliche Verbreitung und Struktur italienischer Mafiagruppen in Deutschland und distanziert diese von der allgemeinen italienischen Migrantenbevölkerung.

Kapitel 3.1: Die Mafiamorde von Duisburg im Hinblick auf die Gesamtbetrachtung der Italiener in Deutschland: Diese Analyse setzt sich kritisch mit der medialen "Mafia-Hysterie" nach den Ereignissen von Duisburg und deren Auswirkungen auf das öffentliche Bild italienischer Migranten auseinander.

Conclusio: Die Conclusio fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Italiener als "mustergültig integriert" und den realen sozioökonomischen Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Italienische Migration, Deutschland, Akkulturation, Bildungschancen, Integration, Arbeitsmarkt, Mezzogiorno, Doposcuola, Mafiastrukturen, soziale Mobilität, Gastarbeiter, Pendelmigration, Identität, Sozioökonomischer Status, Duisburg-Morde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Geschichte und den aktuellen Integrationsstatus der italienischen Bevölkerung in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Bildungschancen und soziale Stellung gelegt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Migrationsgeschichte, die Bildungssituation italienischer Schüler, die Entwicklung von Akkulturationsprozessen sowie die mediale und tatsächliche Rolle von Mafiastrukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Trugbild einer "mustergültig integrierten" italienischen Bevölkerung anhand des aktuellen Forschungsstandes zu hinterfragen und die zugrundeliegenden sozialen und bildungsbezogenen Diskrepanzen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet soziologische Studien sowie statistische Daten des Statistischen Bundesamtes und Bildungsberichte aus und analysiert den historischen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des deutschen Schulsystems aus Sicht italienischer Migranten, die Analyse der Integrationsprozesse seit 1970 und die Auseinandersetzung mit Kriminalitätsstrukturen und deren Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Italienische Migration, Akkulturation, Bildungschancen, Soziale Mobilität und Integration.

Warum schneiden italienische Schüler in Deutschland laut Arbeit so schlecht ab?

Die Arbeit führt dies auf sozioökonomische Faktoren des Herkunftsortes, mangelnde Förderung durch das Elternhaus, Pendelmigration sowie die starke Verflechtung von sozialem Status und Bildungserfolg im deutschen System zurück.

Welche Rolle spielen die "Doposcuolas"?

Doposcuolas sind Einrichtungen zur schulbegleitenden Unterstützung, die initiiert wurden, um Mängel im Bereich sozialer und feinmotorischer Kompetenzen auszugleichen und den Bildungsabschluss italienischer Kinder zu fördern.

Hat der Fall der Mafiamorde von Duisburg die Integration nachhaltig geschädigt?

Die Arbeit argumentiert, dass der Vorfall zwar eine exorbitante "Mafia-Hysterie" und kurzzeitige Verunsicherung auslöste, jedoch keine signifikante Gefahr für die Integration der breiten Masse der italienischen Bevölkerung darstellt.

Wie bewertet der Autor das "mustergültige" Image der Italiener?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass dieses Image meist ein Stereotyp ist, da die italienische Bevölkerung unterdurchschnittlich gebildet ist und oft prekäre Arbeitsbedingungen im Handel oder in der Gastronomie vorfindet.

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Details

Titel
Italienische Migranten in Deutschland. Akkulturation, soziale Stellung sowie Schulbildung
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Institut für Kulturanalyse)
Veranstaltung
Mehrsprachigkeit und Migration
Note
Sehr Gut
Autor
Lucca Ventre (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1060120
ISBN (eBook)
9783346472458
ISBN (Buch)
9783346472465
Sprache
Deutsch
Schlagworte
italienische migranten deutschland akkulturation stellung schulbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lucca Ventre (Autor:in), 2021, Italienische Migranten in Deutschland. Akkulturation, soziale Stellung sowie Schulbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060120
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Leseprobe aus  23  Seiten
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