Spartabild Helmut Berves


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
4 Seiten, Note: Keine

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Zur Person und zum Werk Helmut Berves:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Intentionen und Konstante Motive in Berves Werk:

- Hinter Berves Versuch einer Neuinterpretation der alten Geschichte, steht vor allem der Versuch, die Alte Geschichte im Sinne aktueller Probleme und Schlagworte der Zeit (Rasse, Nation, Führerschaft, Individuum) fruchtbar zu machen und im diesen Sinne neu zu bewerten
- Weiterhin ist die deutliche Absicht erkennbar, den Wert der althistorischen Forschung für das Programm der nationalsozialistischen Machthaber zu verdeutlichen und dadurch die Zukunft seiner Wissenschaft zu sichern
- der Rassegedanke taucht erstmals im „Alexanderreich“ und findet sich danach in zahlreichen Werken
- diesem Gedanken entsprechend, bewertet Berve die althistorische Forschung, die sich nicht mit „Verwandten“ Griechenland und Rom beschäftigt, als unfruchtbar und nebensächlich
- Die Unterordnung der Kräfte des Individuums unter die Gemeinschaft ist bei Berve Kennzeichen der Blüte der Völker, dem entgegen steht eine starke Individualisierung stets im Zusammenhang mit dem Zerfall und Untergang staatlicher Gemeinschaften
- Berve suchte seine eigenen Idealvorstellungen von der Unterordnung des Individuums unter die Gemeinschaft, von Zucht, Disziplin und der Reinheit und internen Gleichheit einer „Herrenschicht“ in antiken Vorbildern wiederzufinden und bewertete sie an die- sem Maßstab
- Nach Ende des Krieges verlegt sich Berves Forschungsschwerpunkt zunehmend auf die Tyrannis, auch hier versucht er den Bezug zu aktuellen Themen herzustellen

Literaturhinweise:

- Berve, Helmut: Sparta. Vortrag, gehalten auf der 3. Fachtagung der klassischen Alter- tumswissenschaft zu Weimar am 30. Mai 1928. In: Historische Vierteljahresschrift Nr. 25 (1931). S. 1-22.
- Berve, Helmut: Griechische Geschichte. Freiburg im Breisgau 1931.
- Berve, Helmut: Sparta. Leipzig 1937.
- Berve, Helmut: Gestaltende Kräfte der Antike. München 1966.
- Christ, Karl (Hg.): Sparta. Darmstadt 1986.
- Christ, Karl: Neue Profile der Alten Geschichte. Darmstadt 1990.
- Christ, Karl: Griechische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte. Stuttgart 1996.
- Schönwälder, Karen: Historiker und Politik. Geschichtswissenschaft und Nationalso- zialismus. Frankfurt am Main 1992.

Folie 1 - Zitate

„Dazu kam, daß Al. in der iranischen Bevölkerung eine Rasse fand, die anders als die Semiten Vorderasiens im letzten Grunde etwas Gemeinsames mit ihm und der durch ihn ursprünglich repräsentierten Kultur besaß, daß er namentlich in den Baktrern und Sogdianern einer Wehrkraft begegnete, wie er für seine kriegerischen Unternehmungen sie besser nicht wünschen konnte. Mit diesen fruchtbaren Kräften wollte er sich verbinden, und sie sollten zusammen mit Makedonen und Hellenen, denen sie gleich gestellt wurden, die Stützen seines asiatischen Reiches bilden.“ (Alexanderreich, 1926, I, 335)

„Wie stets in der Geschichte hat auch hier, die den traditionellen Mächten abgerungene An- teilnahme des gesamten, bewußt gewordenen Volkes am Staate aus dem Volk, wenn man so sagen darf, eine Nation gemacht und dadurch die eigentümlichen Kräfte des Stammes erst zu großer politischer Wirkung geführt. Was vorher Brauch und Not, wird nun Gesetz und Tu- gend, die angeborene staatliche wie kriegerische Energie erkennt sich als Sinn des Lebens und ordnet mit einer wirklich einzigartigen Konsequenz das gesamte Leben diesem Sinne unter.“ (Sparta, 1931, 1)

„Weil er (der Staat) aber im Praktischen ebenso versagte, wie er geistig einer immer größeren Zahl seiner Angehörigen als Lebensform nicht mehr genügte, verfiel er auf beiden Gebieten den Kräften des Individuums, das die alten Ideale der Autarkie und Autonomie jetzt für sich selbst in Anspruch nahm und die entleerten Ordnungen der Polis in seinem Sinne und zu sei- nem Nutzen rational zu gestalten suchte. Ob ein tyrannischer Feldherr zum eigenmächtigen Condottieren wird oder das Heil des Gemeinwesens am Vorhandensein eines außerordentli- chen Mannes hängt, ob privatwirtschaftliche Interessen, doktrinäre Romantik oder fiebrige Leidenschaft einer stimmungsbewegte Menge den Ausschlag geben, es sind stets die persön- lichen Triebe und Anliegen, die nach freier Betätigung verlangen und mit diesem Verlangen das Schicksal der Gegenwart wie der Zukunft bestimmen.“ (Griechische Geschichte, 1931, II, 124)

Folie 2 - Zitate

„Zu einer blutmäßigen Vermischung der Einwanderer mit der ansässigen Bevölkerung ist es dagegen weder in der ersten Zeit, als die Gegensätze der Herkunft und die Tatsache der ge- waltsamen Unterwerfung von beiden Teilen unmittelbar empfunden wurden, noch später, als aus dem Verhältnis von Siegern und Besiegten sich dasjenige von Herr und Knecht ergab, ge- kommen, dazu war der Geist der Dorier zu aristokratisch exklusiv, ihr Instinkt zu rein und stark. So sind die Unterworfenen, mochten sie auch den dorischen Dialekt ihrer Bezwingen annehmen und sich insofern nicht mehr von ihnen unterscheiden, doch niemals zu Doriern geworden. Zwei Schichten hat es in Lakonien bis zum Zusammenbruch des Staates der Lake- dämonier gegeben: die dorische Stammeseinheit und, von ihr unwiderruflich getrennt, die Un- terworfenen, die Heloten. Die absolute Härte, mit der diese Zweiheit aufrechterhalten wurde, hat den Lakedämoniern und besonders ihrem Adel eine schlechthin einzigartige Reinheit der Stammesart, Einheitlichkeit der Gesinnung und damit höchste Geschlossenheit nach außen bewahrt. Hier, wenn irgendwo, konnte daher der Geist der nordischen Einwanderer, der sich in so vielen Zügen sich dem germanischen Wesen verwandt zeigt, die ideale Form des Lebens verwirklichen, die in ihm von Natur angelegt war.“ (Sparta, 1937, 16f)

„Die Keime und Ansätze zu dem, was vor unseren Augen als neues Bild der Antike aufzu- steigen beginnt, liegen in vielen Fällen vor dem revolutionären Geschehen der letzten Jahre. Freilich, erst der Durchbruch der nationalsozialistischen Gesinnung im deutschen Volke hat aus den einzelnen Anläufen und Vorstößen eine breite Front werden lassen, die nunmehr bei aller Verschiedenheit der Forscher und ihrer Arbeitsgebiete die Front der deutschen Alter- tumswissenschaft ist.

Vor uns liegt im Morgenschimmer ein weites Feld. Als seien sie uns neu geschenkt, erfassen wir in einer Zeit, da alles von den Vätern Ererbte als Besitz erworben werden musste, mit In- brunst die Werte des klassischen Altertums, die sich sieghaft in Sturm und Wandel behaupten oder gar erst jetzt recht zu offenbaren scheinen. Ursprünglicher, als ein Stück der eigenen leiblichen und geistigen Existenz, empfinden wir die aus der Antike in die Gegenwart fort- wirkenden Kräfte. In aufregende Nähe rücken unter dem übermächtigen Erlebnis weltbewe- gender Politik der politische Instinkt der Römer, der Staatsgedanke der Hellenen, das histori- schen Schicksal beider Völker. Der ungemeine Auftrieb, den Sport, Leibeskultur und über- haupt leiblicher Sinn mit der Verwirklichung nationalsozialistischer Grundgedanken erfahren, schafft ein natürlich enges Verhältnis nicht nur zu Sport und bildender Kunst der Alten, son- dern allgemein zu dem sittlichen Denken und Fühlen, das ihr Leben trägt und ihre Werke er- füllt. Wie sich härtester Realismus und reinster Idealismus im griechischen Menschen treffen konnten, vermögen wir heute zu ahnen angesichts einer von beiden Kräften bewegten, in bei- den Beziehungen gleich großen Gegenwart. Die Diesseitigkeit antiken Menschentums aber kann im Zeichen der Diesseitigkeit der nationalsozialistischen Weltanschauung aufrichtiger nacherlebt werden, als es im Banne bewußter Jenseitsgläubigkeit möglich war.

Was jedoch alle diese neuen Aspekte umspannt und gleichsam den Horizont abgibt, vor dem sich nunmehr das klassischen Altertum darstellt: der wachgewordene Rasseninstinkt unseres Volkes läßt uns die beiden Völker der Antike, jedes in seiner Weise, als unseres Blutes und unserer Art empfinden; er schließt sie in den Kreis seiner Wesensverwandtschaft ein. Besseren Rechtes denn früher dürfen wir daher von ihnen als unsren geistigen Ahnen sprechen. Und wenn in vergangener Zeit die Altertumswissenschaft sich gelegentlich mit gleicher Neigung sich den Völkern jedweder Art zuwandte, so erhalten nun Hellas und Rom wieder den bevorzugten Platz, der ihnen gebührt. Die rassische Selbstbesinnung hat sie uns neu erschlossen und tiefer zu eigen gegeben.“ (Das neue Bild der Antike, 1942, 6f)

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Details

Titel
Spartabild Helmut Berves
Veranstaltung
Spartabild im Nationalsozialismus
Note
Keine
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V106024
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berve, Sparta, Geschichte im Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Robert Albrecht (Autor), 2001, Spartabild Helmut Berves, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106024

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