Sachsen im augusteischen Zeitalter


Facharbeit (Schule), 2002
14 Seiten, Note: 1

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Inhaltsverzeichnis

Deckblatt

Titelblatt

Inhaltsverzeichnis

1. August der Starke und sein Dresden

2. Absolute Macht unter August dem Starken

3. Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst

4. Die sächsisch- polnische Union

5. Sachsen im Siebenjährigen Krieg

Schlussbetrachtung

Bildanhang

Literaturverzeichnis

Bild- und Quellenverzeichnis

Selbstständigkeitserklärung

1. August der Starke und sein Dresden

August der Starke: Er wurde am 12. Mai 1670 in Dresden als Sohn des kurprinzlichen Paares Johann Georg und Anna Sophia geboren. Sein richtiger Name lautete Friedrich August I.. Der Einfachheit halber und auf Grund der vielen Sagen über seine Stärke nannte man ihn nach seinem Tod August den Starken. Er war der 2. Sohn der beiden nach Johann Georg IV., welcher aber bald verstarb. August erhielt eine angemessene Ausbildung in Theologie, Französisch, Italienisch, Mathematik, Fortifikationswesen, Architektur, ritterliche Künste und Geschichte.1 Bis zu seinem 10. Lebensjahr wuchs er gemeinsam mit seinem Bruder am Hof seines Großvater Johann Georg II. auf.

Durch die vielen Feiern und Feste wurden die Auffassungen August des Starken zum höfischen Leben geprägt. Er bereiste auf der für adlige üblichen Kavalierstour Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Österreich. Im Januar 1693 heiratete Friedrich August Christiane Eberhardine von Ansbach- Bayreuth. Am 28. April 1694 übernahm Prinz Friedrich August die sächsische Kurwürde, nachdem sein Bruder zuvor verstorben war.

August der Starke und sein Dresden

Besonders bekannt wurde August der Starke als Bauherr des sächsischen Barocks. Er selbst entwarf Skizzen für den Ausbau Dresdens. Besonders die bekannten Baumeister Daniel Pöppelmann. Johann Christoph Knöffel und der Bildhauer Balthasar Permoser hatten einen großen Anteil daran, dass Dresden zu einem Zentrum der europäischen Kultur wurde. Aus dieser Zeit sind heute, nach ihrer Zerstörung und dem Wiederaufbau, der Zwinger, das japanische Palais, das Schloss, das Blockhaus und das Taschenbergpalais zu besichtigen.

In der näheren Umgebung Dresdens errichtete man unter August Friedrich die Lustund Jagdschlösser Moritzburg, Pillnitz und Großsedlitz.

August der Starke und sein Sohn Friedrich August II. sammelten viele wertvolle Kunstgegenstände wie Gemälde, Porzellan, Goldschmiedearbeiten und Kuriositäten z.B. Seemuscheln, Straußeneier oder Walrosshauer.

Aus diesen Gegenständen entstanden im „Augusteischen Zeitalter“ die noch heute bekannten Kunstsammlungen.

Durch die Eindrücke seiner vielen Reisen (besonders die an den französischen Hof) hatte sich Friedrich August vorgenommen, Dresden zum elegantesten Hof der Welt zu machen. Um dies zu erreichen ließ August der Starke viele Aufzüge, Karneval, Spiele und Jagden ausrichten.

August der Starke wollte nach dem Vorbild Ludwig XIV. seine Macht besonders in großen und prunkvollen Bauwerken und durch die zur Schaustellung wertvoller Kunstwerke zum Ausdruck bringen.

Daher entstanden zu seiner Regierungszeit viel Barockbauwerke in Dresden. Diese verursachten dem Kurfürstentum starke Ausgaben und das, obwohl man die Handwerker und Bauleute meist schlecht bezahlte.

Außerdem wurden die Bauern gezwungen, Spanndienst zu leisten.

2. Absolute Macht unter August dem Starken

August der Starke hatte in seiner gesamten Politik Ludwig XIV. zum Vorbild. Das bedeutete, dass er versuchte auch in Sachsen den Absolutismus mit seinen Stützen aufzubauen. Zur Erlangung dieses Zieles musste er die Macht des Adels schwächen und einschränken.

Um der Korruption der Würdenträger einen Riegel vor zu schieben setzte August der Starke, gegen den Willen des Adels, eine „große Kommission“ aus unabhängigen ausländischen Beratern ein, welche die Finanz- und Steuerkontrolle durchführte. Außerdem wurde innerhalb der Staatsverwaltung das „Geheime Kabinett“ als Zentralbehörde eingesetzt. Dieser Behörde gehörten die Minister für die auswärtigen, die militärischen und inneren Angelegenheiten an.

Sie agierten unabhängig vom Landtag und waren vom selbigen auch nicht zu kontrollieren. Da August der Starke seine Politik gegen die Stände nicht durchsetzen konnte, musste er die Steuerkontrolle wieder einstellen. Außerdem musste er versprechen, nur noch sächsische Adlige mit mindestens 8 adligen Vorfahren zum Landtag zu zulassen.

Da er für sein aufwendiges Hofleben viel Geld benötigte und durch seine Liebe zur Kunst sowieso schon Schulden hatte, musste er nach neuen Geldquellen suchen. Für solch gewinnbringende Unternehmungen hielt er den Bau und die Förderung von Manufakturen, da er so durch Zinsen und Steuern hohe Einnahmen erzielen konnte. Eine dieser etwa 30 durch ihn ins Leben gerufenen war die 1710 gegründete Meißner Manufaktur. Sie war und ist bis heute eine der bedeutendsten (und auch einkommensstärksten) dieser Zeit. Es war die erste europäische Porzellanmanufaktur und sie ist noch bis heute eine der bekanntesten und wohl auch der Besten auf der Welt.

Entstanden ist sie (bzw. die Kunst der Porzellanherstellung) durch den Apotheker Johann Friedrich Böttger welcher August dem Starken versprach, künstlich Gold herstellen zu können. Auch nach lange andauernden Versuchen hatten er und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus ihr Ziel zwar nicht erreicht, dafür aber das erste Porzellan Europas hergestellt.

Eine weitere Geldquelle für Friedrich August I, waren die Silber- und Erzbergminen, welche zwar nicht mehr sehr ergiebig waren, aber trotzdem wurden immer noch mehrere Millionen Tonnen der Rohstoffe gefördert.

Von allen erhielt der Kurfürst 10 Prozent.

Letztendlich kam es in Sachsen wie in allen absolutistisch regierten Ländern, die diese Bewegung nicht frühzeitig erkannten, zu einer Konfrontation des Herrschers mit den Ständen.

So musste August der Starke einige Zugeständnisse an den Adel machen und diesem mehr „Eigenbestimmungsrechte“ zugestehen.

3. Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst

Wirtschaft:

Nach dem Vorbild Frankreichs baute man auch in Sachsen ein merkantilistisches Wirtschaftssystem auf.

Das bedeutete, dass zu dieser Zeit viele Manufakturen entstanden da es dafür staatliche Kredite gab. Außerdem erhielten die Manufakturen Rechte wie die des Innungshandwerkes. Besonders gut zu erkennen war diese Entwicklung bei der Manufaktur von Johann Daniel Crafft, welcher diese 1675 bei Dresden gründete. Der Kurfürst Johann Georg II, hatte dieses Unternehmen durch Erteilung der Gewerbefreiheit, die Ausstattung mit kurfürstlichen Privilegien und durch finanzielle Zuwendungen gestützt. Bis zu ihrer Schließung wegen mangelnder finanzieller Mittel wirkte die Manufaktur als Meisterbetrieb.

Friedrich August wollte die bereits begonnene Wirtschaftspolitik nach seinem Amtsantritt weiter fortführen und ordnete so eine statistische landesweite Erfassung aller Amtsregalien, Einkünfte und Nutzungen nach einheitlichen Schema an. Durch die Ergebnisse dieser Angaben wurde eine bessere Verteilung der wirtschaftsfördernden Maßnahmen möglich. Die Wirtschaft des Landes erhielt dadurch neue Impulse, wirtschaftliches Wachstum wurde angestrebt und das Bürgertum in den Städten als wesentlicher Träger der gewerblich- wirtschaftlichen Entwicklung zu neuen Unternehmen angeregt.2 Allein in der Zeit von 1694 bis 1733 wurden in Sachsen 26 neue Manufakturen errichtet. Die entstandenen Betriebe stellten meist Textilien, Gläser, Spiegel oder Gewehre her. Einige Werke verarbeiteten außerdem Metalle. Später entstanden auch Porzellanmanufakturen. Die Erzeugnisse, Absätze, Gewinne und Verluste wurden bis zu seinem Tod durch den Kurfürsten persönlich überwacht. Die Manufakturen entstanden hauptsächlich in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz und in den Gebieten in denen sich die Landschaft besonders dafür anbot wie zum Beispiel im Erzgebirge und der Oberlausitz (hier gab es hauptsächlich die Textilindustrie). Aus einem 1703 ins Leben gerufenen Kommerzienkollegium entwickelte sich bald die erste zentrale Landesbehörde zur Überwachung und Lenkung des Manufaktur- und Handelswesens.

Unter August dem Starken wurde u.a. auch ein Plan der sämtlichen sächsischen Manufakturen entwickelt. Aus ihm bekam man einen Überblick über die vorhandenen Manufakturen und konnte erkennen, welche man noch gründen müsste. Da viele Unternehmungen ohne Erfolg blieben, musste eine 1699 gegründete Bank zur Unterstützung der Wirtschaft nach wenigen Jahren wieder geschlossen werden. Der Besuch der in Leipzig stattfindenden Messen durch Friedrich August diente der Repräsentation und unterstrich die Bedeutung dieser turnusmäßig stattfindenden Verkaufsveranstaltung. Durch seine Messen entwickelte sich Leipzig bald zum „Marktplatz Europas“.

Durch eine Konfrontation mit den Interessen Brandenburg- Preußens kam es zwischen ihnen bald zu einem regelrechten Wirtschaftskrieg. Großer Schaden wurde Sachsen durch das Abwerben von Manufakturarbeitern durch die Preußen zugefügt. So kam es, dass im Kurfürstentum preußische Emissäre festgenommen wurden und ein Verbot gegen „das Abziehen von Wollarbeitern und Fabrikanten“ erlassen wurde.

1721 brach ein regelrechter Zollkrieg aus, der am 16. Oktober 1728 durch einen lange verhandelten Handelsvertrag zwischen Kursachsen und Brandenburg- Preußen beendet wurde.

Neben den Manufakturen versuchte August der Starke Handelskolonien in Übersee aufzubauen. Dieser Versuch scheiterte am Nordischen Krieg. Später wurde diese Idee nicht wieder aufgenommen.

Wissenschaft & Kunst

-unter Friedrich August I.

Im ausgehenden 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden in Kursachsen bemerkenswerte Leistungen auf wissenschaftlichem, geistig- kulturellem und städtebaulichem Gebiet erreicht.3

In Sachsen hatten die Frühaufklärung und der Pietismus eine Heimstatt gefunden und breiteten sich nun aus. Auch durch die Vertreibung ihrer „Führer“ konnte die Verbreitung ihres Gedankengutes ebenso wenig verhindert werden wie die Gründung der Brüdergemeine Herrnhut.

Die „Hochburg“ des kulturellen Lebens in Sachsen war der Dresdner Hof. Hier wirkten bedeutende Baumeister wie Dietze, Karcher, Pöppelmann, Knöffel de Bodt und Longelune und wichtige Künstler wie Permoser, Dinglinger, Thomae und Irminger. Durch die Besetzung der Hofkapelle mit begabten Musikern erlebten die italienische Oper und das Ballet eine Blütezeit.

Zwei dieser Männer waren: Zelenka und Johann Adolf Hasse.

Weiterhin waren auch Johann Sebastian Bach und der Orgelbauer Gottfried Silbermann an diesem Aufschwung beteiligt. Auch die Reform des deutschen Theaters ging zu dieser Zeit von Kursachsen durch die Schauspielerin und Theaterleiterin Friederike Caroline Neuber und dem Leipziger Professor Gottsched aus. Durch Neuber wurde der Hanswurst von der Bühne verbannt und es wurde wieder deutsches Drama aufgeführt, welches wesentlich anspruchsvoller war.

Die Wissenschaft wurde in dieser Zeit vor allem durch dem aus altem Oberlausitzer Adelsgeschlecht stammenden Ehrenfried Walther von Tschirnhaus repräsentiert. Seine Bemühungen um die Nutzung der einheimischen Rohstoffe im Auftrag des Kurfürsten und die durch ihn entwickelte Technologie zur Herstellung großer Brennspiegel ließen ihn zu einem der größten Wissenschaftler des 17. und 18. Jahrhunderts werden.

Ein weiterer Höhepunkt der Wissenschaft war der “Atlas Augusteus Saxonicus“ den Adam Friedrich Zürner als Landvermessung im Auftrag des Fürsten erstellte. Zu dieser Zeit lebten außerdem an den Universitäten Wittenberg und Leipzig viele bekannte Wissenschaftler.

Besonders die Erfindung des Hartporzellan 1708 durch Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus mit Hilfe der Freiberger Berg- und Hüttenleute war Ausdruck dieser wissenschaftlichen Fähigkeiten.

-unter Friedrich August II.

Die Regierung Friedrich August II. war eine Blütezeit für die moderne italienisch Musik. Diese wurde besonders den Dresdner Bürgern in zahlreichen Kirchenkonzerten und Choraufführungen in Vollkommenheit vorgeführt.

Besonders das Wirken Johann Adolf Hasses welcher unter August III. von Polen entgültig als Kapell- und Oberkapellmeister in Dresden eingesetzt worden war, erhob die Dresdner Hofoper zur damals führenden in Europa.

Neben dem Orchester und den Sängern hatte besonders das Ambiente des Opernhauses am Zwinger eine grandiose Wirkung auf seine Besucher.

1739 hatte Friedrich August II. trotz großen Widerstand im Volke eine katholische Kirche errichten lassen. Bei der Einweihungen des „Gotteshauses“ erlebten viel Dresdner erstmalig höfisch katholische Kirchenmusik.

Im Hoforchester wirkten unter anderen Hasse, Giovanni Alberto Ristori, Johann Georg Pisendel, Jan Dimas Zelenka, Nicola Porpora, Johann Georg Schürer und Joachim Quantz mit.

Außer auf die Musik legte der Kurfürst auch viel Wert auf seine Sammlungen, von denen die Gemäldesammlung im Johanneum ab 1746 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Die spätere Dresdner Gemäldegalerie gehörte zu den bedeutendsten Leistungen der Augusteischen Epoche in Sachsen.

Besonders der Erwerb der hundert schönsten Bilder der Sammlung des Herzogs von Modena und der Ankauf der „sixtinischen Madonna“ ragten aus der Vielzahl der durch das Kurfürstentum erworbenen Kunstgegenstände heraus.

4. Die sächsisch-polnische Union

Eines der Ziele August des Starken war die Ranggleichheit mit den Habsburgern. Doch dazu musste er die Königswürde eines Landes erlangen, das außerhalb der Grenzen des Deutschen Kaiserreiches lag. Dies war in seinem Fall die Polnische Krone, die er durch die Unterstützung von Kaiser Leopold I. und Zar Peter I. am 15. September 1697 erlang. Die Wahl zum König dauerte 10 Tage. Mit Hilfe von Bestechungsgeldern erreichte Friedrich August wenigstens gemeinsam mit Louis Francois Conti die Wahl zum König. Doch da der sächsische Kurfürst eher und mit einer größeren Armee in Krakau einrückte, konnte er Conti am 7. Oktober vertreiben. Die Wettiner hatten diese Wahl gewonnen, da das Erlangen der polnische Königswürde keine Gefahr für die anderen europäischen Mächte darstellte. Der „politische Zusammenschluss“ dieser Länder war für die Beteiligten sehr kompliziert, da Polen ja etwa 20 mal so groß wie Sachsen war, es in den Ländern unterschiedliche Sprachen und Wirtschaftsformen gab und zu alledem ja keine direkte Angrenzung vorhanden war. Im Moment ihrer Entstehung war die sächsisch- polnische Union zwar noch keine Konkurrenz für europäische Großmächte, doch dieser Zustand sollte sich bald ändern.4 Besonders durch die engen verwandtschaftlichen Beziehungen zu Dänemark, Brandenburg- Bayreuth und die Freundschaft zu den Habsburgern wurden die politischen Überlegungen der Wettiner beeinflusst. Die ärgsten Widersacher August des Starken waren zu dieser Zeit Ludwig XIV., Karl XII. von Schweden und König Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Zwangsläufig wurde Sachsen durch die Union in die Kriege in Europa Anfang des 18. Jahrhunderts verwickelt. Besonders diese Seite der polnischen Königswürde hatten Friedrich August und seine Berater nicht richtig eingeschätzt. Fast zur gleichen Zeit wurde Sachsen in den Krieg mit dem Osmanischen Reich, in den Reichskrieg gegen Frankreich, in den Spanischen Erbfolgekrieg und in den Nordischen Krieg verwickelt. Sachsen war den Anforderungen der Auseinandersetzungen weder militärisch noch wirtschaftlich gewachsen. Ein Vertrag über die Rückgewinnung Livlands für das Königreich Polen der am 14. August 1699 in Warschau geschlossen wurde, führte 1699 zu einen Bündnis Kursachsen/ Polen mit Dänemark und Russland. Durch die Vereinigung gestärkt folgte der 21 Jahre dauernde Nordische Krieg (ab 1700). Hier erlitt Sachsen anfangs starke Verluste gegen die schwedische Armee. So kam es das Karl XII. am 1. September 1706 in Kursachsen einrückte und August den Starken dadurch zur Zustimmung zum Frieden von Altranstädt (24. September) nötigte. Am 1. September 1707 verließ der schwedische König Sachsen wieder. Durch den etwa einjährigen Aufenthalt entstand dem Kurfürstentum ein Schaden in Höhe von ca. 35 Mio. Reichstalern. Durch diese „Besetzung“ war August der Starke bereits 1704 gezwungen gewesen, die polnische Königskrone nieder zu legen. Am Nordischen Krieg beteiligte sich Sachsen weiter im Bündnis mit Russland und Brandenburg- Preußen. Am Ende dieses Krieges stand für Sachsen der geheime Präliminarvertrag von Stockholm vom Dezember 1719. Durch ihn erlangte August der Starke zwar wieder die polnische Königskrone, aber im Gegensatz zu anderen Staaten gelang kein territorialer Zugewinn.

Durch geheimdiplomatische Bemühung festigte Sachsen seine Stellung unter den Mächten Europas.

5. Sachsen im 7-jährigen Krieg

Der Siebenjährige Krieg dauerte von 1756 bis 1763 an. Am 29. August 1756 überschritt die preußische Armee mit etwa 70000 Mann in drei Kolonnen, von denen Friedrich ΙΙ. die mittlere Kolonne persönlich nach Torgau und von dort über Strehla nach Wilsdruff führte, die kursächsische Grenze. Dort begann nach Spanischem Erbfolgekrieg, Nordischem Krieg, Polnischem Erbfolgekrieg, Erstem und Zweitem Schlesischen Krieg die sechste militärische Auseinandersetzung der Großmächte in Europa.5

Friedrich II. fiel ohne Kündigung des Friedensvertrages und ohne Kriegserklärung in Sachsen ein. Als Erklärung ließ er Friedrich August II. ein Schreiben überreichen in dem stand, dass die Sicherheit Preußens ihn gezwungen habe Sachsen an zu greifen um nicht wie 1744 in einen sächsischen Hinterhalt zu geraten. Außerdem hege er gegen den Kurfürsten keine feindlichen Absichten, denn er wünsche sich nichts sehnlicher, „als dass die Stunde bald herannahen möge, wo er demselben sein Land als Depot wieder übergebe“.6

Das preußische Heer befestigte die Torgau, besetzte Leipzig, bemächtigte sich aller Kassen der Stadt, plünderte das Zeughaus und Magazine. Die sächsische Generalität setzte nun auf ein Neutralitätsangebot, welches am 1. September herausgegeben und am 12. September wiederholt wurde. Doch schon zu diesem Zeitpunkt hatte Friedrich II. das sächsische Heer bei Struppen eingeschlossen und Dresden besetzt. Als ein Versuch der Österreicher Friedrich August II. zu helfen fehl schlug, gab Kursachsen am 16. Oktober auf. Etwa 17000 sächsische Soldaten (das gesamte sächsische Heer ohne Offiziere) wurde in die preußische Armee gepresst. Der Kurfürst- König durfte sich am 20. Oktober 1756 mit seinem Premierminister Brühl und dem Hof vom Königsstein, wo sie sich seit dem 13. September befanden nach Polen begeben. Dort blieben sie bis zum Friedensschluss am 20. Oktober 1763. Am 21. März 1763 verlies Friedrich II. als letzter preußischer Soldat Kursachsen. Am 30. April 1763 kehrten Brühl und der sächsische Kurfürst nach Dresden zurück. Von Oktober 1756 bis März 1763 hatte Sachsen unter preußischer Militärherrschaft gestanden und diente diesen als Rekrutierungsreserve, Winterquartierplatz, Finanzquelle für die Armee und als Lieferant für Proviant und Ausrüstung.

Der Siebenjährige Krieg hat dem Kurfürstentum großes Leid, Verwüstungen und den finanziellen Ruin beschert. Die Verluste wurden auf circa 250 bis 300 Millionen Taler geschätzt. Außerdem ging die Bevölkerung um ungefähr 8 % zurück. Allein bei den Angriffen der Preußen auf Dresden wurden ungefähr 400 Häuser zerstört (unter anderem auch Kreuzkirche und Gewandhaus). Am 29. Oktober 1762 triumphierten die Preußen bei der letzten Schlacht des Siebenjährigen Krieges bei Freiberg. In dieser Zeit kam es häufig zu Plünderungen und Vergeltungsmassnahmen der Preußen. Zu Beginn gab Friedrich II. nur die Brühl`schen Schlösser und Palais zur Plünderung frei und lies die kurfürstlichen Bauwerke in Frieden, doch im Frühjahr 1761 ereilte auch die Hubertusburg dieses Schicksal. Friedrich II. wurde durch die Belagerung von Dresden ab 10. Juli 1760 gezwungen Sachsen zu verlassen und so ging er am 31. Juli nach Schlesien.

Trotzdem er am 15. August 1760 einen Sieg über seine verbündeten Gegner errang, fiel Berlin in die Hände der Österreicher und der Russen. Zu dieser Zeit „hausten“ die im Österreichischen Verband Ulanen-Regimenter im Schloss Charlottenburg und zerstörten dort fast die gesamte Einrichtung. Kurprinz Friedrich Christian der sich seit September 1759 in München aufhielt missbilligte dieses Verhalten ausdrücklich. Doch auch er konnte damit nicht verhindern, dass Friedrich II. seinem Freibataillon wenig später den Befehl gab, Schloss Hubertusburg zu plündern. Nachdem dies sehr gründlich geschehen war, verkaufte der Preußische Herrscher das Schloss für 72000 Taler an die für ihn arbeitende Firma Ephraim, Itzig Comp. .

Dies bedeutete das Ende für die zweite Residenz des Kurfürsten, die August der Starke 1721 für seinen Sohn bauen lassen hatte.

Von 1761 an breitet sich die Erschöpfung der Kriegsparteien bis 1762 langsam aus. Dazu kam, dass Russland am 5. Mai 1762 aus dem Krieg ausgeschieden war. Weiterhin verlies Schweden am 22. Mai die antipreußische Allianz. Am 3. November 1762 schlossen England und Frankreich in Fontainbleau Frieden. Als Resultat daraus fielen am 7. November 1762 bei Landsberg die letzten Schüsse des Siebenjährigen Krieges. Am 24. November schlossen Preußen und Österreich einen Waffenstillstand. Nachdem dies geschehen war, bezog der preußische König Friedrich II. in Meißen sein Quartier. Kronprinz Friedrich Christian war seit Januar mit seiner Familie wieder in Dresden und so besuchte er Friedrich II., um mit ihm in Abstimmung mit dem Warschauer Hof und in Wahrnehmung einer Vermittlerrolle im Auftrag Österreichs die Friedensverhandlungen zu beginnen. Hierbei wurde die Hubertusburg als Verhandlungsort zwischen Österreich, Preußen und Sachsen festgelegt. Natürlich mussten die Verhandlungen in einem Nebengebäude geführt werden, da die Burg durch die Plünderungen dafür nicht mehr nutzbar war. Durch den Verhandlungsort wollte Friedrich II. die Sachsen und Österreicher demütigen, da er selbst im Februar und März 1763 bei Graf Heinrich von Bünau, einem erklärten Feind des Premierministers Brühl auf Schloss Dahlen wohnte. Als sächsischen Verhandlungsführer bestimmte Friedrich II. Thomas Freiherrn von Fritsch, dieser wurde 1700 als Sohn eines Buchhändlers in Leipzig geboren und befand sich seit 1726 im sächsischen Staatsdienst, aus dem er auf Drängen des Konferenzministers Johann Christian von Hennicke 1741 entlassen wurde. Von Fritsch gehörte wie Bünau zu den Kritikern der brühl`schen Innen- und Außenpolitik und stand in enger Verbindung zu Kurfürst Friedrich Christian. Er hatte bereits im November 1758 die Meinung geäußert, dass die weitere Teilnahme Sachsens am Krieg die allgemeine Notlage nur noch vergrößern würde.

Der Frieden von Hubertusburg

Am 29. November 1762 verhandelte Fritsch in Meißen erstmals im Auftrag des Kurfürsten und des Premierministers mit Friedrich II. über die Bedingungen des Friedensgesprächs. Am 30. November folgte ein zweites Gespräch. Kurz nachdem von Fritsch über Friedrich Christian mit dem Wiener Hof gesprochen und diesen die preußischen Vorstellung übermittelt hatte reiste er mit der Antwort im Gepäck nach Leipzig. Dort hielt sich inzwischen Friedrich II. auf. Man kam hier endgültig zu einer Einigung über die Umstände der Friedensverhandlungen deren Beginn auf den 31. Dezember festgesetzt wurde.

Verhandlungsführer der Preußen wurde Ewald Friedrich Graf von Hertzberg ein Staatsrechtler und Historiker. Friedrich II. erhob ihn nach den Verhandlungen auf der Hubertusburg zum Staatsminister. Außerdem führten der Hofrat der Wiener Staatskanzlei Heinrich Gabriel von Collenbach (als Bevollmächtigter Österreichs) und Fritsch die Verhandlungen. Am 15. Februar 1763 unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen Preußen und Österreich. Er enthielt 21 Artikel, 2 Geheimartikel und eine Zusatzerklärung der Preußen. Im ersten Kapitel bekunden beide Parteien ihre Friedensabsichten, im zweiten Kapitel versprechen sie sich ewiges Vergessen und Amnestie, im dritten Artikel verzichten alle auf gegenseitige Gebietsansprüche, der Besitz von Schlesien und Glatz wird durch Österreich bestätigt und im zwölften Artikel bestätigen sie die Friedenspräliminarien von Breslau 1742, den Berliner Friedensvertrag von 1742, die Grenzfestlegungen (1742) und den Dresdener Friedensvertrag von 1745. In den Geheimartikeln sicherte sich Preußen eine Stimme bei der Wahl des österreichischen Erzherzogs Joseph zum Kaiser. Am 24. Februar 1763 unterschrieb Kaiserin Maria Theresia den Vertrag, nachdem Friedrich II. dies bereits am 21. getan hatte. Ende Februar wurden die Urkunden auf Hubertusburg ausgetauscht.

Ebenfalls am 15. Februar wurde in einem Vertrag zwischen Preußen und Sachsen der Kriegszustand beendet. Hierfür wurden 11 Artikel und 3 Separatartikel verfasst (u.a. Räumung Kursachsens von preußischen Truppen innerhalb von 3 Wochen). So verließen am 21. März 1763 die letzten Truppen der Preußen Kursachsen. Es gab nach sieben Jahren erstmals wieder Frieden in Sachsen. Doch die Verwüstungen und Schrecken diese Krieges waren auch Jahrzehnte später noch zu sehen und zu spüren. Das Ende des Krieges führte zu einer neuen Gesamtkonzeption der sächsischen Politik. Fritsch entwarf zusammen mit Friedrich August eine neue politische Stellung Kursachsens: Frieden mit Preußen- Abkehr vom engen Bündnis mit Österreich- Verzicht auf die polnische Königskrone und damit Verzicht auf den Rang einer europäischen Großmacht- strengste Einschränkung der Staatsausgaben- Verzicht auf eine starke Armee- konsequente schrittweise Abtragung der Staatsschulden- Schaffung eines ordentlichen Staatshaushalts Führung eines geordneten Finanzwesens.7 Auf Drängen Friedrich Christians entstand im August 1762 eine Restaurationskommission in der außer Fritsch sechs weitere hochrangige sächsische Staatsdiener waren. Sie bemühten sich um den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Staatsentschuldung. Da dies nicht ohne der Hilfe bzw. der Billigung Preußens möglich war nutzte Fritsch seine Stellung bei den Friedensverhandlungen um ein Handelsabkommen mit Preußen zu schließen.

Fritsch forderte außerdem in einem Brief an Hertzberg den freien Warenverkehr zwischen Preußen und Sachsen und drohte gar mit dem Abbruch des Handels mit Polen und Ungarn.

Bereits im Juni 1762 forderte Fritsch, dass jährlich 1,1 Mio. Taler aus Zinsen und Steuereinnahmen zur Tilgung der Staatsschulden abgezweigt werden sollten. Dieses Steuerarrangement wurde auch als „le grand coup“ bezeichnet.

Durch den Hubertusburger Frieden erreichte Preußen die Eroberung von Sachsen zwar nicht, aber Sachsen wurde so in seiner Außenpolitik in Europa bedeutungslos. Doch Preußen und Brandenburg rückten endgültig zu europäischen Großmächten auf.

Schlussbetrachtung

Das Augusteische Zeitalter brachte für das Kurfürstentum Sachsen viele Veränderungen mit sich.

In der Wissenschaft und im kulturellen Leben wurden durch die Ideen und das Wirken August des Starken und seines Sohnes Friedrich August II. merkliche Verbesserungen und Bereicherungen erzielt.

So führte das Augusteische Zeitalter besonders in der Stadt Dresden mit den vielen neuen Prunkbauten zu einem kulturellen Aufschwung. Beispielsweise war bzw. ist die neu erbaute Semperoper mit ihrem Prunk und damals auch mit ihren musikalischen Darstellern eines der bekanntesten und besten Opernhäuser Europas. Doch das kulturelle Leben fand in seiner Kostenintensität einen starken Nachteil. Durch diesen „Luxus“ wurden dem Kurfürstentum hohe Schulden verursacht.

Hier muss man also feststellen, dass der Fortschritt auch große Schattenseiten aufzeigte.

Mit der Entdeckung der Porzellanherstellung ist der Wissenschaft in dieser Zeit ein ganz wesentlicher Schritt nach vorn gelungen. Es muss sicherlich nicht mehr besonders betont werden, dass in diesem Zusammenhang natürlich hauptsächlich die Stadt Meißen mit seiner Porzellanmanufaktur zu nennen ist.

Dieser Erfolg der Wissenschaft wirte sich direkt positiv auf die Wirtschaft aus .Durch die entstandenen Manufakturen gab es ganz neue Möglichkeiten des Handels im Ausland.

Man kann also sagen, dass die Wissenschaft und die Wirtschaft im Augusteichen Zeitalter gute Ergebnisse zeigte, auch wenn in der Wirtschaft noch nicht alle Aspekte durchsetzbar waren.

Seine politische Linie konnte August der Starke nur zum Teil vollziehen, da sein Versuch, den Absolutismus mit Hilfe der finanziellen Überwachung der Adligen durchzuführen, scheiterte.

Die sächsisch-polnische Union brachte Sachsen sicher erstmalig in die Position einer europäischen Großmacht, doch konnte diese Stellung wegen einer zu kleinen Armee und aufgrund der Falscheinschätzung der Situation ja nicht allzu lange gehalten werden.

Der Siebenjährige Krieg war sicher die schlimmste Zeit des Kurfürstentums im Augusteischen Zeitalte, da in Sachsen einige Städte und auch die Hubertusburg ausgeraubt wurden. Außerdem verlor man durch die Kriegskosten einige Millionen Taler. So ist also festzuhalten, dass Sachsen der eindeutige Verlierer des Siebenjährigen Krieges war und nach Beendigung des Selbigen außenpolitisch sehr geschwächt hervorging.

Deshalb war auch die Rückerlangung der polnischen Königskrone nur noch wenig Wert, da sie keine außenpolitische Stütze mehr darstellte.

Es ist also eindeutig, dass Sachsen sein Ziel, auf Dauer eine europäische Großmacht zu sein, nicht erreichte.

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild- und Quellenverzeichnis

Deckblatt:

-Bild oben : Zwinger in Dresden www.super-illu.de
-Bild unten: August der Starke www.augustderstarke.de

Textseiten:

Bildanhang:

8 www.wentzlau.de

9 Geschichte Sachsens Seite 153

10 Geschichte Sachsens Seite 158

Selbstständigkeitserklärung

Hiermit versichere ich, dass ich diese Arbeit selbstständig erstellt habe.

[...]


1 Geschichte Sachsens Seite 124 ab Zeile: 19

2 Geschichte Sachsens Seite 139 ab Zeile: 31

3 Geschichte Sachsens Seite 142 ab Zeile: 28

4 Geschichte Sachsens Seite 129 ab Zeile: 24

5 Geschichte Sachsens Seite 152 ab Zeile: 34

6 Geschichte Sachsens Seite 152 ab Zeile: 44

7 Geschichte Sachsens Seite 155 ab Zeile: 24

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Sachsen im augusteischen Zeitalter
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V106029
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sachsen, Zeitalter
Arbeit zitieren
Gordon Steudner (Autor), 2002, Sachsen im augusteischen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106029

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