Hochschulbildung an der Universität Passau im Zeitalter der Digitalisierung. Herausforderungen, Chancen und Handlungsempfehlungen


Diskussionsbeitrag / Streitschrift, 2021

36 Seiten, Note: keine Bewertung


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Leseprobe


Inhalt

Geleitwort

1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Motivation und Zielsetzung
1.3 Zentrale Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit

2. Grundbegriffe
2.1 E-Learning
2.2 Kooperatives E-Learning
2.3 Blended Learning
2.4 Mediendidaktik
2.5 Digitalisierungsstrategie

3. Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung
3.1 Ausgangslage von E-Learning an der Universität Passau
3.2 Problemfelder von E-Learning an der Universität Passau
3.2.1 Entwicklung einer Ziel- und Implementierungsstrategie
3.2.2 Falsches Verständnis für digitale Bildung
3.2.3 Fehlende Organisationsstruktur
3.2.4 Datenschutz
3.3 Chancen von E-Learning an der Universität Passau
3.3.1 Individualisierte Lernprozesse
3.3.2 Selbstgesteuertes und kollaboratives Lernen
3.3.3 Inklusion
3.3.4 Offene Bildung
3.3.5 Weiterbildung
3.3.6 Internationalisierung
3.3.7 Digitales Prüfen

4. Handlungsempfehlungen für die Universität Passau
4.1 Entwicklung von Ziel- und Implementierungsstrategien
4.2 Aufbau einer Koordinationseinheit durch ein interdisziplinäres Team ..
4.3 Nutzung und Ausbau bereits vorhandener Strukturen
4.4 Modernisierung von Bildungsräumen und -technologien
4.5 Etablierung eines kompetenzorientierten E-Assessments
4.6 Gemeinschaftliche Bildungspolitik auf Bundes- und Länderebene
4.7 Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen

Literaturverzeichnis

Geleitwort

Mit diesem Diskussionspapier fassen Dr. Tamara Rachbauer und Fritz Pflugbeil ihre spezifischen Pandemie-Erfahrungen zusammen. Gemeint sind damit frei­lich die fachlichen Erfahrungen in einer Universität im Ausnahmezustand. Als Mitglieder von „DiTech“ (Mit der Wortkombination wird auf den engen Zusam­menschluss zwischen didaktischer und technischer Expertise hingewiesen) ha­ben beide - zusammen mit weiteren Expertinnen und Experten - einen fulmi­nanten „Kaltstart“ unserer Hochschule in den fast vollständigen, virtuellen Lehrbetrieb begleitet, unterstützt, ja eigentlich erst möglich gemacht.

Was „DiTech“ eigentlich ist und was die Gruppe als Arbeitsprogramm bewältigt hat, macht die Lektüre des Textes deutlicher. Ohnehin ist den Lehrenden der Universität DiTech schnell ein (wertvoller!) Begriff und eine partnerschaftliche Hilfe geworden. Immer wieder gab es in den letzten Monaten anerkennende Worte und viel Dank für die großartige Unterstützung durch DiTech.

Als Präsident schließe ich mich dem sehr gerne an. Ich erlaube mir auch, beson­ders den Vizepräsidentinnen Prof.in Hansen und Prof.in Noltenius zu danken, die dieses Projekt initiiert und gefördert haben. DiTech ist ein Teil unseres Er­folges in schwierigen Zeiten des „Not-Betriebs“ unserer Lehre in Corona-Zeiten. Lässt sich nun aus der Not die sprichwörtliche Tugend machen? Rachbauer und Pflugbeil tappen nicht in eine Erfolgsfalle der Online-Lehre. Die Universität und ganz besonders die Universität Passau ist und bleibt ein echter Ort gemeinsamen Lehrens und Forschens in allen Formaten, die bewährt und erprobt sind. Nichts müssen Dozierende und Studierende aufgeben: Vorlesung, Seminar, Projektar­beit, Übungen, Workshop, etc. Die neuen technischen und didaktischen Mög­lichkeiten bergen allerdings die Chance, dass der virtuelle Raum als Ergänzung und Experimentierfeld erschlossen werden kann. Also wir müssen nicht einfach zurück zum Start gehen. Wir können die universitäre Lehre gemäß unseren ei­genen Vorstellungen und Bedürfnissen weiterentwickeln.

Hierzu hält der Text Überlegungen und Vorschläge bereit, die es allemal wert sind, diskutiert zu werden. Dazu gehören auch Fragen der strukturellen Veran­kerung einer innovativen Lehrentwicklung und Lehrforschung. Die Universität Passau ist hier auf dem Weg. Unsere Anstrengungen für eine qualitätsgesicherte Studiengangentwicklung werden die Verknüpfungen zwischen Technik und Di­daktik sowie rechtlichen und organisatorischen Rahmungen berücksichtigen müssen.

Digitalisierung ist zu einer Grundbedingung unseres Alltags geworden. Univer­sität ist der Platz, an dem die Chancen gesichtet und die Risiken identifiziert werden können und sollen. Der Diskurs über „Digitale Lehr-/Lehrformen“ muss von uns - den Dozierenden und den Studierenden -geführt werden. Auf die An­forderungen der Pandemie haben wir alle nach Kräften reagiert. Nun kommt die Phase, in der wir selbst Ziele und Grenzen bestimmen müssen. Das Diskussions­papier als interner eigener Beitrag kommt zur rechten Zeit.

Ulrich Bartosch, 4. November 2021

1. Einleitung

1.1 Hintergrund

Nachdem im Corona-Jahr das Sommersemester an den meisten deutschen Hoch­schulen überwiegend online stattfand und nach anfänglichen Bedenken der Not­betrieb erstaunlich gut funktionierte, zeigten sich Akteur*innen des Hochschul­betriebs von den Möglichkeiten der Digitalisierung beeindruckt. Auch an der Universität Passau hatte die Universitätsleitung schnell reagiert und einrich­tungsübergreifend das „Transferforum DiTech“ gebildet, das sich interdiszipli­när aus Didaktikern und Technikern zusammensetzte. Das Team verfolgte vor­dergründig das Ziel, Dozierende innerhalb kürzester Zeit auf die Online-Lehre vorzubereiten. Dabei widmete sich das Team den Themenfeldern Technik, Di­daktik und Recht.

Akteur*innen in der deutschen Hochschullandschaft sehen in der Corona-Krise die Chance, dass die Bildungslandschaft einen Digitalisierungsschub erlebt. Nicht selten sind Krisen Auslöser für neue Betrachtungs- und Herangehenswei­sen. Dabei ist die Digitalisierung kein neues Thema. Digitale Medien bestimmen in weiten Teilen den Alltag der Gesellschaft. Sie haben Einfluss auf das Privatle­ben, den Beruf und die Bildung. Durch die Digitalisierung der Medien lassen sich heutzutage Daten leicht speichern, reproduzieren und verteilen. Mit dem Inter­net als Übertragungsmedium entstand somit ein weltweites Informations- und Kommunikationsnetzwerk.

Diese Entwicklung beeinflusst auch Bildungseinrichtungen, da neben traditio­nellen Lehr- und Lernangeboten digitale Medien vermehrt zur Wissensvermitt­lung herangezogen werden. Da jede Krise auch einmal zu Ende geht, sollten sich Hochschulen nachhaltig mit diesem Thema beschäftigen und die Potenziale strategisch nutzen. Diese Arbeit soll dazu einen kleinen Beitrag leisten.

1.2 Motivation und Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit wirft einen differenzierten Blick auf die Hochschulbil­dung im digitalen Zeitalter. Es zeigt die Herausforderungen und Chancen und versucht, Handlungsempfehlungen für die Universität Passau abzuleiten. Der In­halt dieses Textes soll einen Beitrag für weitere Diskussionen leisten, die sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Er ist bewusst kurzgehalten und ver­schafft auch denjenigen Zutritt zum Thema, die sich damit bisher noch nicht auseinandergesetzt haben.

1.3 Zentrale Fragestellung

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Bildung wird im Allgemeinen von E-Learning gesprochen. E-Learning greift auf Modelle, Konzepte, Methoden und Werkzeuge aus den Fachrichtungen Pädagogik, Informatik und Design zurück und fungiert dadurch als interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin (Hambach 2008, S. 3). Durch die Beteiligung dieser unterschiedlichen Fächer ist ein um­fangreicher Blick auf die Entwicklung von E-Learning -Angeboten notwendig. Dabei müssen technische Lehr- und Lerninnovationen in ein didaktisches Ge­samtkonzept eingebettet werden, damit das Bildungsprojekt das Ziel der best­möglichen Unterstützung des Lernprozesses erreicht. Bestehende Präsenzveran­staltungen können neu gedacht und durch E-Learning -Elemente erweitert wer­den. Daher ist es sinnvoll, eine Gesamtstrategie auf oberster Ebene zu verfolgen, um eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Hochschullehre zu garantieren. Der vorliegende Text geht deshalb der folgenden zentralen Fragestellung nach:

Welche Rahmenbedingungen müssen an der Universität Passau geschaffen werden, um eine zukunftsweisende Hochschulbildung im Zeitalter der Digitalisierung gestalten zu können?

1.4 Aufbau der Arbeit

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Bildung fallen Begrifflichkeiten wie E-Learning, Kooperatives E-Learning, Blended Learning, Mediendidaktik und Digitalisierungsstrategie. Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, klärt Kapitel 2 zunächst die wichtigsten Grundbegriffe.

Kapitel 3 zeigt die aktuellen Herausforderungen, mit denen die Universität Passau mit der Digitalisierung konfrontiert ist. Es benennt neben den Schwierig­keiten aber auch die Chancen, die sich mit einer Weiterentwicklung der Lehre im Zeitalter der Digitalisierung ergeben können.

Kapitel 4 leitet anhand der vorangegangenen Kapiteln Handlungsempfehlungen für die Universität Passau ab. Dabei soll die zentrale Frage geklärt werden, wel­che Rahmenbedingungen für eine Weiterentwicklung innovativer Hochschul­lehre förderlich sind.

2. Grundbegriffe

E-Learning, Kooperatives E-Learning, Blended Learning, Mediendidaktik und Di­gitalisierungsstrategie sind Begriffe, die häufig in Zusammenhang mit innovati­ven Lernarrangements genannt werden. Zur Begriffsbestimmung liegen in der Wissenschaft jedoch keine allgemeingültigen Definitionen vor. Daher erörtert dieses Kapitel die Begriffe und definiert sie für die Zwecke dieser Arbeit.

2.1 E-Learning

Digitales Lernen wird in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff E-Learning umschrieben, dessen Definition nicht eindeutig erfasst ist. Kerres (Kerres 2018, S. 6) definiert folgendermaßen: „E-Learning ist ein Oberbe­griff für alle Varianten der Nutzung digitaler Medien zu Lehr- und Lernzwecken, die über einen Datenträger oder über das Internet bereitgestellt werden, etwa um Wissen zu vermitteln, für den zwischenmenschlichen Austausch oder das ge­meinsame Arbeiten an Artefakten.“ Kerres verknüpft E-Learning mit Kommuni­kations- und Informationstechnologien, sodass E-Learning immer computer- und mediengestützt erfolgt.

Für die Auseinandersetzung interessant sind die Varianten der Nutzung, von de­nen Kerres spricht. Bei der Verwendung digitaler Medien für Bildungsangebote sollten die Lernenden im Zentrum des Interesses stehen und nicht die Medien. Die Technologie muss deshalb in ein Gesamtkonzept eingebettet sein, das die psychologischen und pädagogischen Aspekte des Lehrens und Lernens berück­sichtigt. Die Auseinandersetzung mit dem E-Learning -Angebot erfordert immer einen interdisziplinären Blick auf die Konzeption aus technologischer und päda­gogischer Perspektive.

2.2 Kooperatives E-Learning

E-Learning im klassischen Sinn geht in erster Linie von einer reinen Wissensver­mittlung aus. Wie bereits unter 2.1 angedeutet, beinhaltet E-Learning jedoch auch den zwischenmenschlichen Austausch. So müssen Studierende eine aktive Rolle einnehmen, um gemeinsam Wissen zu erarbeiten und den Lernprozess selbst zu gestalten. Dabei greifen Sie auf Informations- und Kommunikations­systeme zurück. Findet diese Art der Zusammenarbeit digital statt, sprechen E- Learning -Expert*innen im Allgemeinen vom computergestützten kooperativen Lernen.

Eine besondere Form kooperativen Lernens ist die Kollaboration, wonach Grup­penarbeiten in Teilaufgaben zerlegt werden, die die einzelnen Teammitglieder individuell lösen. Nur wenn jedes Mitglied seine Arbeit erledigt, kann das Ge­samtziel erreicht werden (Nikodemus 2017, S. 25).

Kooperatives E-Learning ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das sich unter anderem mit Aspekten der Psychologie, Soziologie sowie Informations- und Kommunikationswissenschaften beschäftigt. Für ein gutes Gelingen benötigen Studierende und Dozierende gleichermaßen Kompetenzen in den Bereichen Mo­deration, Organisation, Planung sowie informationstechnisches Know-how (Ni­kodemus 2017, S. 24 f.).

In technischer Hinsicht sind Informations- und Kommunikationstechnologien notwendig, die den Austausch synchron und asynchron unterstützen. Hierzu zählen unter anderem Campus-Management-Systeme wie Stud.IP und Lern-Ma­nagement-Systeme (LMS) wie ILIAS. Aber auch Kommunikations-, Kollaborati- ons- und Kooperationswerkzeuge wie Microsoft Teams, Slack oder Adobe Connect unterstützen kooperatives E-Learning. Diese Tools stellen alle wichti­gen Funktionen für die Kommunikation und Datenverarbeitung zur Verfügung.

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Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Hochschulbildung an der Universität Passau im Zeitalter der Digitalisierung. Herausforderungen, Chancen und Handlungsempfehlungen
Hochschule
Universität Passau
Note
keine Bewertung
Autoren
Jahr
2021
Seiten
36
Katalognummer
V1060809
ISBN (eBook)
9783346549471
ISBN (Buch)
9783346549488
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitalisierung, Didaktik, Mediendidaktik, Medientechnik, Hochschuldidaktik, E-Learning, elearning
Arbeit zitieren
Fritz Pflugbeil (Autor:in)Tamara Rachbauer (Autor:in), 2021, Hochschulbildung an der Universität Passau im Zeitalter der Digitalisierung. Herausforderungen, Chancen und Handlungsempfehlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060809

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