Nachdem im Corona-Jahr das Sommersemester an den meisten deutschen Hochschulen überwiegend online stattfand und nach anfänglichen Bedenken der Notbetrieb erstaunlich gut funktionierte, zeigten sich Akteur*innen des Hochschulbetriebs von den Möglichkeiten der Digitalisierung beeindruckt. Auch an der Universität Passau hatte die Universitätsleitung schnell reagiert und einrichtungsübergreifend das "Transferforum DiTech" gebildet, das sich interdisziplinär aus Didaktikern und Technikern zusammensetzte. Das Team verfolgte vordergründig das Ziel, Dozierende innerhalb kürzester Zeit auf die Online-Lehre vorzubereiten. Dabei widmete sich das Team den Themenfeldern Technik, Didaktik und Recht.
Akteur*innen in der deutschen Hochschullandschaft sehen in der Corona-Krise die Chance, dass die Bildungslandschaft einen Digitalisierungsschub erlebt. Nicht selten sind Krisen Auslöser für neue Betrachtungs- und Herangehens-weisen. Dabei ist die Digitalisierung kein neues Thema. Digitale Medien bestimmen in weiten Teilen den Alltag der Gesellschaft. Sie haben Einfluss auf das Privatleben, den Beruf und die Bildung. Durch die Digitalisierung der Me-dien lassen sich heutzutage Daten leicht speichern, reproduzieren und verteilen. Mit dem Internet als Übertragungsmedium entstand somit ein weltweites Informations- und Kommunikationsnetzwerk.
Diese Entwicklung beeinflusst auch Bildungseinrichtungen, da neben traditionellen Lehr- und Lernangeboten digitale Medien vermehrt zur Wissensvermittlung herangezogen werden. Da jede Krise auch einmal zu Ende geht, sollten sich Hochschulen nachhaltig mit diesem Thema beschäftigen und die Potenziale strategisch nutzen. Diese Arbeit soll dazu einen kleinen Beitrag leisten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Motivation und Zielsetzung
1.3 Zentrale Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Grundbegriffe
2.1 E-Learning
2.2 Kooperatives E-Learning
2.3 Blended Learning
2.4 Mediendidaktik
2.5 Digitalisierungsstrategie
3. Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung
3.1 Ausgangslage von E-Learning an der Universität Passau
3.2 Problemfelder von E-Learning an der Universität Passau
3.2.1 Entwicklung einer Ziel- und Implementierungsstrategie
3.2.2 Falsches Verständnis für digitale Bildung
3.2.3 Fehlende Organisationsstruktur
3.2.4 Datenschutz
3.3 Chancen von E-Learning an der Universität Passau
3.3.1 Individualisierte Lernprozesse
3.3.2 Selbstgesteuertes und kollaboratives Lernen
3.3.3 Inklusion
3.3.4 Offene Bildung
3.3.5 Weiterbildung
3.3.6 Internationalisierung
3.3.7 Digitales Prüfen
4. Handlungsempfehlungen für die Universität Passau
4.1 Entwicklung von Ziel- und Implementierungsstrategien
4.2 Aufbau einer Koordinationseinheit durch ein interdisziplinäres Team
4.3 Nutzung und Ausbau bereits vorhandener Strukturen
4.4 Modernisierung von Bildungsräumen und -technologien
4.5 Etablierung eines kompetenzorientierten E-Assessments
4.6 Gemeinschaftliche Bildungspolitik auf Bundes- und Länderebene
4.7 Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen der Hochschulbildung im digitalen Zeitalter. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Universität Passau abzuleiten, um eine zukunftsweisende Gestaltung der digitalen Lehre durch eine strategische Verankerung und organisatorische Anpassungen zu ermöglichen.
- Strategische Entwicklung von E-Learning an der Universität Passau
- Analyse aktueller Problemfelder und Identifikation von Digitalisierungschancen
- Konzeption einer interdisziplinären Koordinationseinheit für digitale Lehre
- Modernisierung von Bildungsräumen und technologischen Infrastrukturen
- Implementierung eines kompetenzorientierten E-Assessments
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Entwicklung einer Ziel- und Implementierungsstrategie
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass gut durchdachte digitale Lehr- und Lernformate punktuell durchaus Einzug erhalten. Die Vielzahl bestehender Projekte beruht jedoch auf das Engagement Einzelner. Einer der Gründe kann darin bestehen, dass Lehrende die Entwicklung neuer Lehrformate vor allem mit viel Zeitaufwand verbinden. Derzeit ist die Anrechenbarkeit dieses Aufwands auf das Lehrdeputat nicht in dem Maße zufriedenstellend, als dass die Nutzung digitaler Lehre vorangebracht wird (Hochschulforum Digitalisierung 2016, S. 8).
In der Praxis konzentrieren sich Interessierte auf gestaltende und technologische Aspekte und nehmen gelegentlich an mediendidaktischen Weiterbildungsangeboten teil. Die Vorhaben enden jedoch häufig mit dem Auslaufen von Fördergeldern oder sind aufgrund von personellen Engpässen nicht immer aktuell, weshalb die Nachhaltigkeit leidet oder die Lehrenden das Potenzial von E-Learning nicht ausschöpfen.
Die Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen könnten diese Schwierigkeiten reduzieren. Herausfordernd sind jedoch die charakteristischen losen Kopplungen von Expertenorganisationen, zu denen auch Universitäten zählen. Professionelle verfügen über einen großen Handlungsspielraum und fühlen sich in erster Linie ihrem Fachgebiet verpflichtet. Eine Zusammenarbeit mit anderen Subeinheiten könnte sich dadurch oftmals als kompliziert erweisen. Gesamtziele einer Bildungsorganisation lassen sich somit nur mit großem Aufwand umsetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt den Hintergrund der Digitalisierung an der Universität Passau im Kontext der Pandemie dar und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Gestaltung zukunftsweisender Lehre.
2. Grundbegriffe: Klärt wesentliche Terminologien wie E-Learning, Blended Learning und Digitalisierungsstrategie, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung: Analysiert die aktuelle Ausgangslage an der Universität Passau, identifiziert bestehende Problemfelder und beleuchtet die Potenziale digitaler Lehr-Lern-Konzepte.
4. Handlungsempfehlungen für die Universität Passau: Leitet auf Basis der vorangegangenen Analyse konkrete Maßnahmen für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung der digitalen Hochschullehre ab.
Schlüsselwörter
Hochschulbildung, Digitalisierung, Universität Passau, E-Learning, Blended Learning, Mediendidaktik, Digitalisierungsstrategie, Learning Analytics, Kooperatives Lernen, E-Assessment, Digitale Bildung, Hochschulentwicklung, Bildungsressourcen, Inklusion, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Diskussionspapier?
Das Papier analysiert die Rolle der Digitalisierung in der Hochschullehre und entwickelt Strategien, um die Universität Passau auf zukünftige Anforderungen in diesem Bereich vorzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition digitaler Lehrbegriffe, die Identifikation von Herausforderungen an der Universität Passau sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Digitalisierungsstrategie.
Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt?
Die zentrale Fragestellung lautet, welche Rahmenbedingungen an der Universität Passau geschaffen werden müssen, um eine zukunftsweisende Hochschulbildung im Zeitalter der Digitalisierung zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse des Ist-Zustands, der Auswertung bestehender Fachliteratur zur Hochschuldidaktik sowie dem Transfer von Erfahrungen, die im Zuge der pandemiebedingten Umstellung auf Online-Lehre gewonnen wurden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Klärung grundlegender Fachbegriffe, die differenzierte Betrachtung von Herausforderungen und Chancen im E-Learning sowie die Formulierung konkreter Empfehlungen für die Organisations- und Strategieentwicklung.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Hochschulbildung, Digitalisierungsstrategie, E-Learning, Mediendidaktik und Kompetenzorientierung.
Warum ist laut der Autoren die Einrichtung einer Koordinationseinheit wichtig?
Eine zentrale Anlaufstelle fungiert als "Gatekeeper" für gute Lehre, die technische und didaktische Expertise bündelt und die Hochschulleitung bei der strategischen Implementierung innovativer Lehrformate unterstützt.
Welche Rolle spielt der Datenschutz in der digitalen Lehre laut der Analyse?
Datenschutz wird als komplexes, aber notwendiges Handlungsfeld definiert, das insbesondere bei der Nutzung von Learning Analytics klare rechtliche Rahmenbedingungen erfordert, um einen rechtssicheren Arbeitsraum für Lehrende und Lernende zu garantieren.
Was unterscheidet das geforderte E-Assessment von klassischen Prüfungen?
Im Gegensatz zu reinen Papierklausuren ermöglicht E-Assessment eine höhere Transparenz, flexiblere Prüfungsabläufe, die Integration multimedialer Elemente und eine teilautomatisierte Auswertung, erfordert jedoch ein durchgängiges Management.
- Arbeit zitieren
- Fritz Pflugbeil (Autor:in), Tamara Rachbauer (Autor:in), 2021, Hochschulbildung an der Universität Passau im Zeitalter der Digitalisierung. Herausforderungen, Chancen und Handlungsempfehlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060809