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Die Neutralität im Rahmen der Bildungseinrichtung Schule

Title: Die Neutralität im Rahmen der Bildungseinrichtung Schule

Academic Paper , 2020 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Auf den ersten Blick erscheinen die Grenzen zwischen der Darlegung der demokratischen Grundlagen und dem Ausüben von politischem Einfluss undurchsichtig, doch es gibt Regeln, wie die Lehrpersonen ihren Unterricht ausüben sollen. Diese Abhandlung wird sich mit den Kontroversen rundum das Thema Neutralität im Bildungswesen beschäftigen, beispielsweise auch mit dem AfD-Online-Portal "Informationsportal Neutrale Schulen".

Die Lehrpersonen in einer Schule haben den Bildungsauftrag die SuS zu demokratischen, selbstdenkenden Erwachsenen heranzuziehen. Beispielsweise der Geschichtsunterricht und der Politik- und Wirtschaftsunterricht sind Orte, an denen dieses Bildungsziel in Angriff genommen wird. Hierbei beschränkt sich der Unterricht nicht nur auf die Darlegung der Ereignisse. Es geht vielmehr um eine kritische Auseinandersetzung mit den Weltgeschehnissen in der Vergangenheit und der Gegenwart. Spricht die Lehrperson über derzeitige Entwicklungen, so ist sie dazu verpflichtet dies auf eine neutrale Weise zu tun. Doch was bedeutet neutral in diesem Kontext?

Es ist gesetzlich festgelegt, dass eine Lehrperson keinen politischen Einfluss auf die SuS ausüben und keine Partei diskreditieren darf. Somit sind die Lehrpersonen bezüglich ihres Äußerungsrechts eingebunden und sind zur politischen Neutralität verpflichtet. Da Lehrkörper vom Staat angestellt sind, haben sie eine besondere Funktion und auch gerade durch ihre Position als Autoritätsperson für die SuS haben sie Einfluss auf den Willensbildungsprozess. Es stellt sich nun die Frage, wie die Lehrperson parteipolitisch neutral bleiben und trotzdem das Grundgesetz schützen kann. Da es immer noch Parteien gibt, die ganz offenkundig ihr Programm so aufgestellt haben, dass es gegen die Inhalte des demokratischen Staates geht.

Lehrpersonen haben das Recht auf freie Meinungsäußerung, müssen jedoch Zurückhaltung bei der Betreibung von eigener Politik ausüben. Die Werteordnung muss jedoch trotzdem von der Lehrkraft vorgelebt werden. Des Weiteren müssen die Lehrkräfte sich dazu verpflichten, dass sie die demokratische Verfassung schützen und ihre Werte weitergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Worte

2. Gesetzlicher Rahmen für den Umgang mit politischen Themen

3. Von einer Nation geprägte kulturelle Wertvorstellungen

4. Problematik des Beutelsbacher Konsens

5. Kontroversen bezüglich des Neutralitätsgebots

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Herausforderung der politischen Neutralität von Lehrkräften im schulischen Kontext. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lehrpersonen einerseits den Anforderungen an parteipolitische Neutralität gerecht werden und andererseits ihren Bildungsauftrag zur Vermittlung demokratischer Werte und zur Förderung einer eigenständigen Meinungsbildung bei Schülern und Schülerinnen erfüllen können.

  • Historische und rechtliche Einordnung des Beutelsbacher Konsens
  • Die Rolle der Lehrperson als Moderator und Vorbild im Unterricht
  • Einfluss kultureller Wertvorstellungen und häuslicher Erziehung auf den Lernprozess
  • Umgang mit kontroversen Themen und die Grenzen des Neutralitätsgebots
  • Strategien zur Förderung von Reflexion und mündiger Teilhabe in der Demokratie

Auszug aus dem Buch

4. Problematik des Beutelsbacher Konsens

Die Problematik mit dem Kontroversitätsgebot ist, dass die Linie zwischen den kontroversen Themen und nicht kontroversen Themen nicht für alle Menschen gleich ist. So kann die Situation innerhalb der Schule entstehen, dass SuS „feste“ und nicht kontroverse Aussagen in Frage stellen. Ein Beispiel hierfür ist die Würde des Menschen, die laut dem Gesetzbuch unantastbar ist. Diskreditiert ein Schüler oder eine Schülerin die Menschenrechte einer bestimmten Bevölkerungsschicht oder Gruppe, stellt sich die Frage, wie der Lehrkörper damit umgeht. Das Neutralitätsgebot wird laut Ackermann mit der Autonomie gleichgesetzt. Beim Neutralitätsgebot kommt es vor allem auf die Ablehnung von Fremdbestimmung an. Das Ideal der Autonomie wurde schon vielfach diskutiert. Laut Humboldt ist die Bildung eine Verbesserung des Menschen, die dadurch stattfindet, dass der Mensch sich mit der Welt um sich herum reflektiert auseinandersetzt.

In Großbritannien wurde das Projekt Humanities Curriculum in Bezug auf die Fächer Kunst, Geschichte und Religion geprüft. Das Ziel hierbei war Verständnis für soziale Situationen und menschliche Handlungen aufzuwerfen. Das Fazit, das aus diesem Projekt gezogen werden konnte, war, dass kontroverse Fragen in der Schule behandelt werden müssen, um das Ziel zu erreichen. Hierbei wird die Lehrperson als „Chairman“ betrachtet. Dieser hat die Aufgabe das Geschehen innerhalb der Unterrichtsstunde zu moderieren und eine didaktische Atmosphäre zu erstellen. Des Weiteren soll die Person die Grundlagen für die Diskussionen legen, die benötigt werden, damit die SuS miteinander diskutieren können. Hierbei soll der Chairman seine eigene Meinung zurückhalten und nicht preisgeben. Der Grundgedanke ist, dass jede ausgesprochene Meinung das gleiche Maß an Gewichtung erhalten soll. Die SuS sollen nicht das Gefühl haben, dass es schon eine vorgefertigte richtige Meinung gibt. Die Aussage einer Lehrperson kann auch aus dem Grund problematisch sein, da die Lehrperson ihre SuS benotet und somit eine Tendenz für eine Meinungsrichtung gegeben werden würde. Durch eine Verheimlichung der Meinung werden die SuS jedoch ebenfalls beeinflusst. Durch die Neutralität der Lehrperson ist schlussendlich keine eigenständige Meinungsbildung der SuS gewährleistet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Worte: Einführung in die Thematik der politischen Bildung und die Entstehungsgeschichte sowie Intention des Beutelsbacher Konsens.

2. Gesetzlicher Rahmen für den Umgang mit politischen Themen: Erläuterung der zentralen Gebote des Beutelsbacher Konsens, insbesondere das Überwältigungsverbot und das Kontroversitätsgebot.

3. Von einer Nation geprägte kulturelle Wertvorstellungen: Analyse des Einflusses familiärer Sozialisation und kultureller Prägungen auf die Werthaltung von Schülern.

4. Problematik des Beutelsbacher Konsens: Diskussion der Schwierigkeiten bei der praktischen Anwendung des Neutralitätsgebots und der Rolle der Lehrkraft als Moderator.

5. Kontroversen bezüglich des Neutralitätsgebots: Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten um die Auslegung des Neutralitätsgebots und die Kritik an der Rolle der Lehrperson.

6. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Balance zwischen Neutralitätspflicht und dem Bildungsauftrag zur Stärkung demokratischer Werte.

Schlüsselwörter

Beutelsbacher Konsens, Politische Bildung, Neutralitätsgebot, Kontroversitätsgebot, Überwältigungsverbot, Demokratie, Lehrperson, Meinungsbildung, Autonomie, Schulkultur, Politische Erziehung, Wertevorstellungen, Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld, in dem sich Lehrkräfte in Deutschland befinden: Sie sind zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet, sollen aber gleichzeitig Schüler zu mündigen, demokratisch denkenden Bürgern erziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind der Beutelsbacher Konsens, die rechtlichen und didaktischen Rahmenbedingungen politischer Bildung, der Einfluss gesellschaftlicher Werte auf Schüler sowie die Rolle der Lehrkraft bei kontroversen Debatten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Lehrpersonen trotz ihrer Neutralitätspflicht einen effektiven Beitrag zur politischen Bildung leisten können, ohne dabei ihre Vorbildfunktion zu missbrauchen oder Schüler in eine bestimmte Richtung zu drängen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf fachdidaktischen und rechtlichen Quellen sowie auf historischen Diskursen zur politischen Bildung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der gesetzliche Rahmen, die Einflüsse der häuslichen Erziehung, die systemische Problematik des Kontroversitätsgebots und aktuelle Kontroversen im schulischen Umfeld detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Neutralitätsgebot, Beutelsbacher Konsens, Kontroversität, demokratische Mündigkeit und die Rolle der Lehrkraft als Moderator.

Wie sollte eine Lehrkraft mit rassistischen Aussagen im Unterricht umgehen?

Die Arbeit empfiehlt, solche Aussagen nicht unkommentiert zu lassen, sondern durch gezielte Fragen zur Selbstreflexion beim Schüler zu provozieren, ohne eine Atmosphäre der Ausgrenzung ("alle gegen einen") zu schaffen.

Ist absolute Neutralität im Unterricht überhaupt möglich?

Der Autor legt dar, dass reine "Meinungsabstinenz" nicht förderlich ist, da sie als Gleichgültigkeit wahrgenommen werden kann. Stattdessen wird eine "Neutralität" angestrebt, die sich aktiv für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzt.

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Details

Title
Die Neutralität im Rahmen der Bildungseinrichtung Schule
College
University of Heidelberg
Course
Bildung + Politik = Bildungspolitik ?
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
13
Catalog Number
V1060815
ISBN (eBook)
9783346473219
ISBN (Book)
9783346473226
Language
German
Tags
Beutelsbacher Beschlüsse Didaktik Neutralitätsgebot Demokratie politische Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Die Neutralität im Rahmen der Bildungseinrichtung Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060815
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