Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Grundlagen und Allgemeines

Warum sind die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 zwischen Union, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gescheitert?

Titel: Warum sind die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 zwischen Union, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gescheitert?

Hausarbeit , 2021 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Felix Mentele (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit zeigt deutlich, dass sich die einzelnen theoriegeleiteten Kategorien zur Analyse der Koalitionsbildung in einem demokratischen System gegenseitig beeinflussen und der maßgebliche Faktor, der das Gelingen oder Scheitern von Koalitionsverhandlungen bedingt, nicht in den institutionellen Rahmenbedingungen liegt, sondern durch die ideologische Heterogenität zwischen den potenziellen Koalitionspartnern besteht. Hierbei wurde erkannt, dass Parteien auch bei möglichen Einigungen und Kompromisslösungen eine Regierungsverantwortung ablehnen, wenn der Koalition keine dauerhaft ausreichende Stabilität beigemessen wird und hierbei dazu neigen, auch bei mangelnden Alternativen eher Neuwahlen zu provozieren als das Risiko eines späteren Scheiterns einzugehen. Die einleitend aufgestellte Hypothese, welche sich auf dem bisherigen Forschungsstand basierte, konnte tatsächlich verifiziert und durch eine Gegenüberstellung der einzelnen Faktoren sowie dem Schließen einer theoretischen Lücke ergänzt werden. So wird deutlich, dass die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse als Methode sowie der typisierenden Strukturierung als spezifische Herangehensweise zielführend war, um die Forschungsfrage zu beantworten und gegenüber dem bisherigen Forschungsstand sowohl in Bezug auf das Scheitern der JMK-Verhandlungen als auch unter Berücksichtigung koalitionstheoretischer Annahmen einen Mehrwert zu liefern. Diese Grundposition sowie die erfassten thematischen Differenzen werden zweifelsohne auch in der diesjährigen BTW eine entscheidende Rolle spielen und die Kompromissbereitschaft potenzieller Regierungskoalitionen angesichts der derzeitigen das Wählerverhalten analysierenden Prognosen weiter auf die Probe gestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyserahmen

2.1 Theoretische Grundlagen

2.2 Methodik

3. Empirische Analyse

3.1 Qualitative Inhaltsanalyse „Jamaika-Koalitionsverhandlungen BTW 2017“

3.2 Diskussion der Ergebnisse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für das Scheitern der Koalitionsverhandlungen zwischen der Union, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP nach der Bundestagswahl 2017. Ziel ist es, unter Anwendung eines koalitionstheoretischen Analyserahmens und einer qualitativen Inhaltsanalyse, die maßgeblichen Faktoren für das Scheitern der „Jamaika-Koalition“ zu identifizieren und in den politikwissenschaftlichen Kontext einzuordnen.

  • Analyse der koalitionstheoretischen Grundlagen und Einflussfaktoren auf Regierungsbildungen.
  • Anwendung der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
  • Identifikation und Kategorisierung von Problemfeldern (numerisch, ideologisch, organisatorisch).
  • Auswertung von Interviews und Presseerklärungen beteiligter Akteure.
  • Diskussion der Rolle ideologischer Heterogenität und politischer Polarisierung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Qualitative Inhaltsanalyse „Jamaika-Koalitionsverhandlungen BTW 2017“

Die Strukturierungsdimensionen und Kategorien sind aufgrund der theoretischen Grundlage von Grotz und Weber sehr klar definiert und bedurften wenig Voranpassung, um als solche im Rahmen dieser QIA fungieren zu können. Da bei der Anführung der Ankerbeispiele bereits deutlich wurde, dass jede Kategorie im Material vertreten ist, konnte dieses in diesem Kontext weiterbearbeitet werden. Dabei fiel auf, dass sich ein Aspekt, welcher von Vertretern unterschiedlicher Fraktionen angeführt wurde, nicht in die vorformulierten Kategorien einordnen ließ:

„Ich habe gerade eben die Erklärung von der Kollegin Nahles der SPD-Bundestagsfraktion gesehen und bin einigermaßen überrascht, zu sagen, Frau Merkel trägt die Verantwortung, eine Regierung zu bilden, und sich selbst dann zu verweigern.“ (4) – Union

„[...] und vor allem die Sozialdemokratie ist gefordert, denn alle haben scheinbar akzeptiert, dass die staatspolitische Verantwortung der Sozialdemokraten darin bestand, bereits am Wahlabend zu sagen, sie stünden für keine Gespräche zur Verfügung. Wenn es zu Neuwahlen kommen sollte, das sage ich ganz deutlich, dann sind die Sozialdemokraten schuld.“ (6) – FDP

„Ich fand es schon auffällig, dass die SPD alle Türen verrammelt hat, den Schlüssel weggeworfen hat und weit hoch den Baum geklettert ist und sich an einen biegenden Ast festhält. [...] Martin Schulz hat ja schon während der Sondierung kritisiert, [Jamaika wäre schlecht für Europa] und ich meine, diese Kritik zeigt jetzt auf ihn selbst zurück [...]“ (12) – Bündnis 90/Die Grünen

In der bisherigen Forschung gelten nur extremistische Parteien grundsätzlich als nicht koalitionsfähig (vgl. Grotz 2011: 203). Doch wenn sich eine Partei, welche als Teil des demokratischen Spektrums angesehen werden will, der Regierungsverantwortung aufgrund der Wahlergebnisse per se entziehen möchte, dann hat dies ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Möglichkeiten zur Regierungsbildung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Bundestagswahl 2017 sowie die Regierungsbildung ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Scheiterns der Jamaika-Verhandlungen.

2. Analyserahmen: Hier werden koalitionstheoretische Grundlagen dargelegt und die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse als Instrument zur Untersuchung des Scheiterns erläutert.

3. Empirische Analyse: Dieser Teil enthält die praktische Auswertung der Interviews und Presseerklärungen sowie die anschließende Diskussion der gewonnenen Ergebnisse unter Einbeziehung des Forschungsstandes.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Überprüfung der eingangs aufgestellten Hypothesen und gibt Impulse für die zukünftige Forschung.

Schlüsselwörter

Jamaika-Koalition, Bundestagswahl 2017, Koalitionsverhandlungen, Sondierungsgespräche, qualitative Inhaltsanalyse, Koalitionstheorie, Regierungsbildung, ideologische Heterogenität, Parteienforschung, politische Polarisierung, Parteiensystem, Regierungsverantwortung, Koalitionsmanagement, Sondierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gründe für das Scheitern der Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Bündnis 90/Die Grünen nach der Bundestagswahl 2017.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Koalitionstheorie, die Dynamik von Sondierungsverhandlungen, die Rolle von Ideologie und Parteienwettbewerb sowie die Analyse der Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die spezifischen Faktoren für das Scheitern der Jamaika-Sondierungen wissenschaftlich zu identifizieren und durch eine qualitative Inhaltsanalyse zu systematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring angewandt, um auf Basis von Interviews und Presseerklärungen Ankerbeispiele und Kategorien zu bilden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Anwendung der Kodierregeln auf das Primärmaterial und die diskursive Aufarbeitung der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jamaika-Koalition, Koalitionsbildung, qualitative Inhaltsanalyse, Sondierungen und ideologische Heterogenität.

Wie bewertet der Autor die Rolle der SPD in diesem Kontext?

Die Analyse zeigt, dass Äußerungen der SPD-Fraktion zur Verweigerung einer erneuten Großen Koalition von anderen Parteien als negativer Einflussfaktor auf die Koalitionsfähigkeit wahrgenommen wurden.

Welche Bedeutung haben die Kategorien K1 bis K7?

Dies sind die im Kodierleitfaden definierten Dimensionen (numerisch, ideologisch, organisatorisch), die das Material strukturieren und eine empirische Analyse der verschiedenen Scheiternsgründe ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum sind die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 zwischen Union, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gescheitert?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Parteien und Parteiensysteme
Note
1,0
Autor
Felix Mentele (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
21
Katalognummer
V1060876
ISBN (eBook)
9783346470003
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Koalitionstheorie Jamaika Bundestagswahl 2017 QIA Qualitative Inhaltsanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Mentele (Autor:in), 2021, Warum sind die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 zwischen Union, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gescheitert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060876
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum