Die dieser Hausarbeit zugrunde liegende Forschungsfrage lautet: Wie hat sich die Bedeutung des Konzepts 'Gerechtigkeit' während der frühen Neuzeit gewandelt? Hierbei wird sich konkret mit der Zeitepoche der frühen Neuzeit befasst, da in diesem zeitlichen Rahmen der entscheidende und alles andere als gradlinige Wandel von zuvor vorrangig göttlich legitimierten Konzepten bis zur durch Rawls fortgeführten kontingenten Auffassung dieses Begriffs zu verorten ist. Es wird sich dabei explizit auf zentrale gesellschaftliche Transformationen in Europa bezogen, da diese den größten Einfluss auf die Konzepte der späteren Politikwissenschaft aufweisen. Aufgrund der Diversität an Denkansätzen, die die Politische Theorie der frühen Neuzeit prägten und die in einem ausgeprägten Diskurs zueinander standen, wird zudem die grundsätzliche These aufgestellt, dass dort mehrere Auslegungen des Konzepts ‚Gerechtigkeit’ anzutreffen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literaturüberblick
3. Theoretische Grundlagen
4. Methodik
5. Deskriptive Analyse
6. Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht den historischen Wandel des Begriffs 'Gerechtigkeit' während der Epoche der frühen Neuzeit. Ziel ist es, die unterschiedlichen theoretischen Strömungen dieser Zeit zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich durch den Einfluss von Denkern wie Machiavelli, Locke, Rousseau und Kant eine differenzierte Konzeption von Gerechtigkeit entwickelte, die als Grundlage für moderne Theorien dient.
- Historische Begriffsgeschichte der Gerechtigkeit in der frühen Neuzeit
- Die Rolle der Säkularisierung und die Transformation von Herrschaftslegitimation
- Kontrastierung humanistischer und politisch-realistischer Ansätze
- Analyse der Gerechtigkeitskonzeptionen im Empirismus und der Vertragstheorie
- Synthese der Strömungen durch Immanuel Kant als Vorbereitung auf moderne Gerechtigkeitstheorien
Auszug aus dem Buch
3. Theoretische Grundlagen
Für die Politische Theorie spielen historische Rahmenbedingungen eine große Rolle. Insbesondere die Begriffsgeschichte ist darauf angewiesen, bei möglichen Analysen auf einen entsprechend aufbereiteten Kontext zurückgreifen zu können, da nur so der Standpunkt des jeweiligen Autors einerseits aber auch die Bedeutung des zu analysierenden Konzepts andererseits hinreichend präzise verortet werden können. Diese analytischen Grundlagen werden im Kapitel ‚Methodik‘ weiter erörtert.
Als frühe Neuzeit - international auch ‚Early Modern Age‘ - bezeichnet man die Zeitepoche vom 15. bis zum späteren Verlauf des 18. Jahrhunderts und beschreibt dementsprechend die Transformationsphase zwischen Mittelalter und Moderne - und damit eine Phase, die sich endgültig von den Resten des auch im Spätmittelalter noch vertretenen Denkens von Ordo und göttlicher Legitimation löste und in ihrer Entwicklung so progressiv war, dass sie mit der Aufklärung und der historisch häufig mit ihr im gleichen Atemzug genannten französischen Revolution schließlich den Übergang zur Moderne beschritt und auch für die Politische Theorie der Spätmoderne noch viele Weichen stellte (vgl. Rawls 1999: 3). Geprägt wurde dieser Umbruch einerseits durch eine Revolution des technischen Fortschritts und des Entdeckertums, eingeleitet durch die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg und in einem breiteren Kontext fortgeführt durch eine einsetzende Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Welten seit der Entdeckung Amerikas 1492.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffsgeschichtliche Problematik ein und formuliert die Forschungsfrage zum Wandel des Gerechtigkeitskonzepts in der frühen Neuzeit.
2. Literaturüberblick: Dieser Abschnitt bietet eine Einschätzung der Quellenlage und begründet die Auswahl wissenschaftlicher Literatur zur frühen Neuzeit.
3. Theoretische Grundlagen: Hier werden der zeitliche Rahmen der frühen Neuzeit sowie die prägenden ideengeschichtlichen Umbrüche, wie Säkularisierung und Humanismus, dargelegt.
4. Methodik: Das Kapitel erläutert den hermeneutischen Ansatz sowie die Verwendung von Onomasiologie und Semasiologie als Werkzeuge der Begriffsanalyse.
5. Deskriptive Analyse: Die Analyse untersucht die verschiedenen Gerechtigkeitskonzeptionen innerhalb des Humanismus, des politischen Realismus und des Empirismus.
6. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden evaluativ zusammengeführt, wobei die Bedeutung der unterschiedlichen Strömungen für die moderne Theoriebildung hervorgehoben wird.
7. Fazit: Das Fazit resümiert die Bestätigung der These, dass unterschiedliche Gerechtigkeitskonzeptionen existierten und Kant eine zentrale Brückenfunktion einnimmt.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Gerechtigkeit, frühe Neuzeit, Politische Theorie, Begriffsgeschichte, Humanismus, politischer Realismus, Empirismus, Vertragstheorie, Immanuel Kant, Säkularisierung, Staatsräson, Gerechtigkeitskonzeption, Aufklärung, Gesellschaftsvertrag, historische Kontextualisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie sich das Verständnis von 'Gerechtigkeit' als politischem Konzept im Zeitraum der frühen Neuzeit durch gesellschaftliche und intellektuelle Transformationen gewandelt hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung der Politischen Theorie, wobei Strömungen wie der Humanismus, der politische Realismus, der Rationalismus und der Empirismus im Vordergrund stehen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage nach dem Wandel des Gerechtigkeitsbegriffs, um eine Lücke in der politikwissenschaftlichen Begriffsgeschichte zu schließen.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es wird ein begriffsgeschichtlicher und historisch-kritischer Ansatz verfolgt, der Elemente der Hermeneutik sowie der Semasiologie und Onomasiologie kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Analyse der verschiedenen philosophischen Strömungen und eine anschließende Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf deren Einfluss auf die Moderne.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind neben der 'Gerechtigkeit' selbst die Konzepte der Vertragstheorie, der Säkularisierung, des Rechtsstaatsverständnisses sowie die Lehren von Denkern wie Machiavelli und Kant.
Welche Rolle spielt Machiavelli in der Gerechtigkeitsdiskussion der Arbeit?
Machiavelli wird als Vertreter des politischen Realismus dargestellt, dessen Fokus auf Staatsräson eine kritische Gegenposition zu den moralisch geprägten Gerechtigkeitskonzeptionen der Zeit einnimmt.
Warum wird Immanuel Kant als zentraler Bezugspunkt genannt?
Kant dient als Synthesepunkt, da er die bis dahin getrennten Strömungen des Rationalismus und Empirismus zusammenführt und damit das Fundament für das moderne Verständnis von Gerechtigkeit bei John Rawls legt.
- Quote paper
- Felix Mentele (Author), 2021, Wie hat sich die Bedeutung des Konzepts 'Gerechtigkeit' während der frühen Neuzeit gewandelt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060879