Utopie - gewaltlose Schule?!


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

26 Seiten, Note: 1-


Leseprobe

Inhaltsangabe

(1) Thema: „Utopie – gewaltlose Schule“
1.1. Kurzes Vorwort

(2) Hauptteil : Wie es in der Praxis sein kann
2.1. Vorgestellt wird die Internatsschule Summerhill
2.2. Summerhill
- Kurze Vorbemerkung
- Allgemeine Informationen – Summerhill, A.S. Neill
- Paper :
- Summerhill
- Selbstregierung
- Erziehung
- Lehrer
- Freiheit
- Glück
Glückliche Kinder = gewaltfreie Kinder
- Neill über Gewalt, Aggression, Diebstahl
- Kritikpunkte

(3.) Schlussteil
- Bündeln der Ergebnisse bezüglich des Referates
- Fazit?!

Literaturangaben

„Wenn aber der Augenblick unerträglich ist, wehrt sich

das Kind dagegen, indem es die Augen schließt,

seinen Atem anhält und seine Muskeln anspannt.

Wenn die Bedürfnisse des Kindes aber befriedigt werden,

strebt es auf die Welt zu, schaut ihr ins Auge,

atmet sie ein bis ins Zentrum seines Seins,

verlangt nach ihr und nach der Freude an den

Empfindungen des eigenen Körpers.“

(M. Appelton)

Kapitel 1 : Thema: Utopie – gewaltlose Schule?!“

1.1. Kurzes Vorwort

„Utopie – gewaltlose Schule!“ oder „Utopie – gewaltlose Schule?“

Als das Thema des Referates feststand, war meine Meinung eindeutig: Utopie!

Eine gewaltlose Schule, gibt es das heute noch? Gab es das jemals?

Gewalt – wie definiert sich Gewalt?

Sofort schießen mir diverse Schlagwörter durch den Kopf: Gewalt gegen Gegenstände, Gewalt gegen Menschen, körperliche Gewalt, subtile Gewalt, Mobbing, Erpressung, Unterdrückung,…die Liste scheint endlos.

Muss nicht spätestens dann von Gewalt gesprochen werden, wenn etwas geschieht, wenn jemand etwas tut, was jemand anderem schadet, ihn verletzt, ihn „ärgert“?

Eine Schule ohne jegliche Anzeichen von Gewalt – nein, das kann es nicht geben!

Besonders die Frage nach der körperlichen, gerichteten und gewollten Gewalt drängt sich in den Vordergrund.

Schlägereien, Vandalismus, Verletzungen,…alltägliche Probleme vieler Schulen!

An einer Gesamtschule wurde durchgesetzt, eine Toilettenfrau zu beschäftigen, die die Toiletten während der Pause „beaufsichtigt“. SchülerInnen während der Stunde auf die Toilette gehen zu lassen, wurde untersagt. Warum? Die Zerstörung der Toiletten, bzw. die Möglichkeit während der Stunde auf die Toilette gehen zu können um sich für eine kleine Raucherpause zu treffen, all dies führte zu dieser – doch eigentlich Menschen verachtenden, aber doch auch nachvollziehbaren – Maßnahme.

Eine gewaltlose Schule…

Woher kommt die Bereitschaft zur Gewalt? Wie könnte man ihr entgegenwirken?

Gibt es bereits Schulen, die durch ihre Art des Schullebens, erfolgreich ein “gewaltfreies Miteinander“ praktizieren? Dies soll im Hauptteil der Ausarbeitungen geklärt werden.

Neben den bisher, im Rahmen von diversen Referaten während des Seminars, gehörten Möglichkeiten (vom Streitschlichterprogramm über Kommunikationsspiele bis hin zur – im Extremfall! – medikamentösen Behandlung), will ich einen radikalen Ansatz vorstellen, der seine Wurzel in der “Schule als Lebensraum“ gefunden hat.

Denn besonders in der heutigen Zeit ist Schule nicht nur als Bildungseinrichtung zu sehen, sondern als Lebensort, aus dem glückliche Menschen mit Perspektive und einem gestärkten Persönlichkeitsgefühl heraustreten sollten.

Kapitel 2 : Wie es in der Praxis sein kann

2.1. Vorgestellt wird die Internatsschule Summerhill–School in England.

Im Folgenden wird das Prinzip Summerhill ausführlich dargestellt. Während des Referats habe ich mit Videoausschnitten gearbeitet. Den Inhalt dieser Sequenzen werde ich schriftlich mit in diese Aufzeichnungen einfließen lassen.

2.2. Summerhill

- Kurze Vorbemerkung

Bevor ich mit den Ausführungen zu Summerhill beginne, möchte ich in einem kurzen Vorwort wenige, aber sehr wichtige, grundsätzliche Dinge über Summerhill erwähnen.

Einleiten möchte ich diese Erläuterungen mit einem Zitat:

„Neills(Gründer Summerhills) Erziehungsziel war betont nicht der gesellschaftliche Erfolg im Sinne von Berufsaufstieg und Sozialstatus. Es war ihm grundsätzlich egal, ob seine Schüler Straßenkehrer, Maurer oder Professoren wurden. (…) Ihn interessierte, was für eine Art Mensch, was für Persönlichkeiten seine Schüler wurden: ihr Charakter, ihre Selbstsicherheit, Kreativität und Toleranz.“

Es ist unerlässlich, dieses im Hinterkopf zu behalten, denn Summerhill ist nicht mit den Maßstäben “herkömmlicher“ Schulen zu messen. Wer kleine Superhirne oder wandelnde Lexika sucht, die mit 16 Summerhill verlassen um die Welt zu retten, der sucht vergeblich. Wer aber glückliche, zufriedene, tolerante und ausgeglichene Schulabgänger sucht, wird fündig!

Und, finden wir die Superhirne an einer herkömmlichen, staatlichen Schule? In der Regel nicht. Finden wir glückliche Abgänger, die ohne Angst und Hassgefühl auf ihre Schulzeit zurückblicken? In der Regel…leider nicht!

Die Vorstellung Summerhills soll zum Nachdenken anregen. Es wird nicht gefordert, Summerhill in seiner Ganzheit zu akzeptieren und kommentarlos hinzunehmen. Es soll anregen, Erfahrungen und den damit verbundenen Erfolg auch in unseren Alltag einfließen zu lassen, damit auch “unsere“ Schüler ein wenig glücklicher werden, und es so, wie die Kinder in Summerhill, einfach nicht “nötig haben“, aggressiv oder gewalttätig zu werden. Denn soviel ist sicher – Gewalt basiert fast immer auf Unzufriedenheit, Nicht-verstanden-fühlen, Gefühle des Alleinseins. Dort liegt die Wurzel allen Übels, die wir ausmerzen müssen.

- Allgemeine Informationen – A.S. Neill, Summerhill

„A new six-year-old, writing home:

`There is a nice chap here called Neill.

I like him.`

(Lucy Francis)

- Biographie Alexander Sutherland Neill

Wie auch in der Literaturangabe verzeichnet, als auch während des Referats erwähnt, werde ich auf eine ausführliche Biographie Neills verzichten. Sie ist in diversen Büchern, als auch unter der von mir angegebenen Internetadresse, nachzulesen, und soll hier nicht in aller Ausführlichkeit wiedergegeben werden.

Alexander Sutherland Neill wurde am 17.Okt. 1883 in Schottland geboren, er starb am 22.Sep. 1973 in England, kurz vor seinem 90. Geburtstag.

Neill führte im Laufe seines Lebens zwei Ehen. Die erste Ehe war eine Zweckehe, im Gegensatz zu seiner zweiten Ehe mit Ena Wood, die er 1945 aus Liebe heiratete, und mit der er sein einziges Kind, seine Tochter Zoe, am 1.1.1945 in die Welt setzte.

- Summerhill

Summerhill ist keine “Schule“. Das Wort school ist hier vielmehr gleichzusetzen mit der Bedeutung eines Heimes, eines Internats, in dem die Schüler mindestens rund acht Monate des Jahres verbringen.

Das Summerhill zudem vorrangig nicht dieselben Ziele verfolgt, wie eine “normale“ staatliche Schule, wurde bereits erwähnt.

Trotzdem sollte man nie aus den Augen verlieren, dass die Kinder in Summerhill einen vollwertigen Abschluss erlangen können, wenn sie dies wünschen. Dieser Abschluss ist staatlich, und mit unserem Abschluss der mittleren Reife vergleichbar.

Summerhills Ursprünge liegen in Deutschland, in der Gartenstadt Dresden.

Hier verwirklichte Neill, zusammen mit der Tochter von Jaques–Dalcroze, seinen Traum einer “freien“ Schule, in der Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit zentrale Bedeutungen spielen.

Erst später sollte Neill merken müssen, dass seine eigene Zukunft hier noch in den Kinderschuhen steckte, und er seine Einstellung schon bald erneut radikalisieren würde.

Neills erste Kindergruppe, seine erste Schülergruppe, war eine “bunte Mischung“:

4 Engländer
1 Russe
2 Belgier
3 Jugoslawen
1 Norweger
3 Deutsch

Doch wie bereits erwähnt, währte Neills Glück nicht lange. Schon bald musste er sich eingestehen, dass er mit den sogenannten Schulfächern nichts anfangen konnte, und er sich sehr eingeengt fühlte.

Neill lehnte Schulfächer ab und bekannte, dass er unfähig ist, eine Lern – Schule zu betreiben, dass er satt dessen eine durch und durch kreative Schule wolle.

1923 zwang Neill der drohende Bürgerkrieg schließlich zu einem Umzug nach Österreich, wo man sich auf einem Berg namens Sonntagsberg nieder ließ.

Ständig an Neills Seite war Fr. Neustätter, die er später, um ihr die britische Staatsbürgerschaft zu sichern, in einer Nutzheirat ehelichen würde.

1924 ziehen Neill und Fr. Neustätter mit den verbliebenen Schülern nach England/Lyme Regis. Der Name “Summerhill“ besteht seit dieser Zeit in England.

Schon wenige Jahre später zwang der auslaufende Mietvertrag zu einem erneuten Umzug.

Seit dieser Zeit (1927) gedeiht Summerhill in der Südbritischen Grafschaft Suffolk.

- Paper

Da ich nicht die Möglichkeit habe, in diese Form der schriftlichen Ausführungen Videoausschnitte einzubauen, wird es schwierig, einen sinnvollen Aufbau zu erlangen. Das Referat lebte davon, dass einzelne “Schlagwörter“, wie z.B. Tribunal, Freiheit, usw., visuell per Dokumentation erklärt wurden. Die Videosequenzen sollten, zuzüglich zu den mündlichen Beiträgen, eine “informierende Diskussion“ untermauern.

Ich werde im Folgenden also so vorgehen, dass ich – ähnlich wie während des Referats – wichtige Dinge benenne und erläutere. Dabei beziehe ich mich auf das Paper „Sei glücklich, und du wirst gut sein!“

- Freiheit : Freiheit, für Neill eine Lebenseinstellung, die er in seiner Schule Summerhill lebt und weiterreichen möchte. Neill unterscheidet zwischen der äußeren und der inneren Freiheit. Weder die eine, noch die andere, Form der Freiheit ist gleichzusetzen mit Zügellosigkeit. Ein Vorwurf, mit dem Summerhill oft konfrontiert wird. Den Kindern ihre Freiheit zu lassen bedeutet aber in keinem Fall, dass sie generell tun und lassen können was sie wollen.

Die eigene Freiheit, so Neill, hört genau dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt.

„In unserer Schule bedeutet Freiheit, dass man tun kann, was man möchte, solange man die Freiheit des anderen nicht beeinträchtigt.“ (A.S.Neill)

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Utopie - gewaltlose Schule?!
Hochschule
Universität Siegen  (Lehramtsstudium)
Veranstaltung
Kompaktseminar Konflikte im Schulalltag
Note
1-
Autor
Jahr
2002
Seiten
26
Katalognummer
V10610
ISBN (eBook)
9783638169837
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Summerhill Neill Schulreformierung
Arbeit zitieren
Heike Magdzack (Autor), 2002, Utopie - gewaltlose Schule?!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10610

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