Der linke Antizionismus in der Schweiz nach 1945

Auf der Suche nach Umdeutungsversuchen der Geschichte und dem Entwurf politischer Perspektiven in der Zeitschrift der "Revolutionären Marxistischen Liga" (RML)


Seminararbeit, 2021

20 Seiten, Note: 5.5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte des linken Antizionismus nach
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Der Sechstagekrieg als Zäsur für die Neue Linke
2.3 Antizionismus in der schweizerischen Linken

3 Quellenkritik & Quelleninterpretation
3.1 Die Revolutionäre Marxistische Liga (RML) und die «bresche»
3.2 Historische Umdeutungsversuche in der «bresche»

4 Verknüpfung mit den Theorien von Edgar Wolfrum

5 Schlussbemerkung

6 Bibliografie
6.1 Quelle
6.2 Sekundärliteratur

7 Abkürzungsverzeichnis

8 Abstract

1 Einleitung

Ende der 1960er Jahre liess sich in der Schweizer 68er-Bewegung eine gewisse Resignation feststellen. Sie musste sich eingestehen, dass die Mobilisierungskraft des Frühjahrs 1968 nicht aufrechterhalten werden konnte. Infolge dessen spaltete sich die Bewegung in zwei Teile auf. Die erste orientierte sich nach wie vor an direkten und spontanen Aktionen, während die zweite auf klar hierarchisch und autoritär aufgebaute Parteistrukturen setzte.1

In den 1970er Jahren entstanden aus der 68er-Bewegung diverse neue soziale Bewegungen – bspw. die neue Frauenbewegung, die Ökologiebewegung oder die Friedensbewegung – in denen sich auch Mitglieder der 68er engagierten. Zu den erfolgreichsten Parteien der Neuen Linken gehörten die Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH) und die Revolutionäre Marxistische Liga (RML). 2 National kam insbesondere die Zürcher Sektion der RML zu einiger Bedeutung.3 Sie gehörte zu einer der vielen Neuen Linken Gruppierungen, die sich mit dem Nahostkonflikt und dem Staat Israel auseinandersetzten. Was alle diese Bewegungen gemeinsam hatten war, dass sie versuchten, die bisherigen Geschichtsbilder aufzubrechen und umzuinterpretieren, um daraus Kapital für ihr politisches Programm zu schlagen.

Im Zusammenhang mit der Gründung des Staates Israel nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 und nach dem Sechstagekrieg kam es aufgrund der Positionierungen der politischen Linken gegenüber dem Staat Israel zu einer Neuauflage der Debatte um Antisemitismus. Gerade der von einigen Forschenden als eine Form des Antisemitismus verstandene Antizionismus wurde in Verbindung mit der politischen Linken häufig thematisiert. Es war gerade dieser Begriff, der nach den Erfahrungen der Shoah und der Staatsgründung Israels einer Aktualisierung unterzogen werden musste. Die in dieser Arbeit verwendeten Begriffe unterlagen im Laufe der Zeit zahlreichen Neu- und Uminterpretationen und sind deshalb nicht selbsterklärend. Da sie einen zentralen Stellenwert in dieser Arbeit einnehmen, kommen wir nicht umhin, ihren Definitionen einen eigenen Abschnitt zu widmen.

Inmitten dieser Debatten rund um Antisemitismus, Antizionismus und der Rolle der Neuen Linken fand sich auch die Revolutionäre Marxistische Liga (RML) wieder. Ihre Haltung gegenüber dem Nahostkonflikt und dem Staat Israel hielten sie unter anderem in der Zeitschrift «bresche» fest. Im Jahr 1973 wurde dieser Thematik ein ganzes Sonderheft mit dem Titel «Palästina Sondernummer» gewidmet.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Jahren 1967 bis 1973 und der in diesem Zeitraum geführten Debatte um den Nahostkonflikt. Weiter untersucht sie die mögliche Neuauflage eines Antisemitismus und der Rolle, die die RML dabei einnimmt. Konkret fragt sie danach, wie sich die RML in ihrem Organ «bresche» gegenüber dem Staat Israel positioniert und ob sich daraus eine Umdeutung der Geschichte feststellen lässt. Wenn ja muss danach gefragt werden, aus welcher Motivation heraus dies geschieht. Dabei wird die These aufgestellt, dass der Antizionismus, der in der «bresche» zum Ausdruck kommt, als Umdeutungsversuch der Geschichte durch die RML verstanden werden kann. Zudem lassen sich in diesem Antizionismus auch Andeutungen eines Antisemitismus erkennen.

Die Arbeit beginnt mit den Begriffsdefinitionen (2.1) und befasst sich danach mit dem Sechstagekrieg als Zäsur für die Neue Linke im Allgemeinen (2.2). Der Abschnitt 2.3 widmet sich der Geschichte des Antizionismus in der schweizerischen Linken, gefolgt von der Quellenkritik und einer kurzen Vorstellung der RML und ihrem Hauptorgan «bresche» (3.1). Mit einzelnen Auszügen aus der Quelle, die die antizionistische Haltung der RML veranschaulichen sollen, endet der Abschnitt (3.2) Im Abschnitt 4 wird versucht, die historischen Umdeutungsversuche und die Entwicklung der politischen Entwürfe der RML mithilfe der Theorien von Edgar Wolfrum zu verbinden. Am Ende werden die Ergebnisse zusammengefasst, interpretiert und ein Ausblick gegeben (5).

Der Quellenbestand zur RML ist sehr umfangreich. Insgesamt habe ich über 400 Seiten Quellenmaterial durchgesehen, wobei sich die Zeitschrift «bresche» für mein Thema als vielversprechend erwiesen hat. Dabei habe ich die Jahrgänge von 1973 bis 1979 durchgelesen, und beschränke mich aufgrund des Inhalts der Zeitschrift und des Umfangs der Seminararbeit, auf die bereits erwähnte «Palästina Sondernummer» aus dem Jahr 1973.

Zu linkem Antizionismus und Antisemitismus ist viel Fachliteratur publiziert worden. Wolfgang Benz, Gerald Lamprecht und Timo Stein sind hier nur beispielhaft zu nennen. Dabei steht insbesondere die bundesdeutsche bzw. österreichische Linke im Fokus. Wer sich in diesem Zusammenhang mit der schweizerischen Linken beschäftigen will, kommt an Christina Späti nicht vorbei. Sie ist in ihrem 2006 erschienen Buch «Die schweizerische Linke und Israel» detailliert auf dieses Themenfeld eingegangen und hat sich unter anderem auch mit der RML befasst. Ich erlaube mir deshalb, im Kapitel zum Antizionismus in der schweizerischen Linken weitestgehend auf ihren Erkenntnissen aufzubauen.

2 Geschichte des linken Antizionismus nach 1945

2.1 Begriffsdefinitionen

Antisemitismus

Im modernen Sprachgebrauch meint der Begriff Antisemitismus die Gesamtheit judenfeindlicher Äußerungen, Tendenzen, Ressentiments, Haltungen und Handlungen unabhängig von ihren religiösen, rassistischen, sozialen oder sonstigen Motiven. Nach der Erfahrung nationalsozialistischer Ideologie und Herrschaft wird Antisemitismus als ein gesellschaftliches Phänomen verstanden, das als Paradigma für die Bildung von Vorurteilen und die politische Instrumentalisierung daraus konstruierter Feindbilder dient.4

So definiert Wolfgang Benz, Historiker und ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung den Antisemitismus. Er betont, dass «der Jude» der in antisemitischen Beschreibungen genannt wird, nichts mit real existierenden Juden zu tun hat. Er geht darauf ein, dass der heutige Antisemitismus nationale Besonderheiten aufweist und sich der rassistisch begründete Antisemitismus auf das rechtsextreme Milieu beschränkt.5 Timo Stein geht in eine ähnlich Richtung in dem er sagt, dass der Antisemitismus stets ein Problem der Antisemiten und nicht der Juden sei. Der Antisemitismus beschreibt nach Stein eine «ideologisch aufgeladene, konstruierte Weltsicht […], die aus sich heraus ‘funktioniert’.»6 Er unterteilt den Antisemitismus in vier Grundtypen: 1. ein religiös motivierter Antijudaismus, 2. der rassistisch, pseudowissenschaftliche Antisemitismus Ende des 19. Jahrhunderts, 3. der sekundäre Antisemitismus, der im Zusammenhang mit dem Holocaust insbesondere in Deutschland verbreitet ist und 4. der Antisemitismus in Form des Antizionismus, der in der stalinistischen Sowjetunion ihren Ursprung fand und auch in westdeutschen Linken Anhänger hat.7 Wie bereits erwähnt, wird in der Auseinandersetzung mit der RML vor allem dieser letzte Grundtyp von Interesse sein.

Antisemitismus nach 1945 und sekundärer Antisemitismus

Offen rassistischer Antisemitismus war nach den Verbrechen des Nationalsozialismus diskreditiert und verschwand als Ideologie. Antisemitismus selbst verschwand jedoch nicht, sondern berücksichtigte in dessen Argumentation neu den Holocaust und die Staatsgründung von Israel. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von einem Antisemitismus «nicht trotz, sondern wegen Auschwitz»8 gesprochen und tritt hauptsächlich in Deutschland und Österreich auf. Die Unterstellung, «die Juden» würden Vorteile aus der Vergangenheit ziehen und verhindern, dass ein Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit gezogen werden könne, sind typische Merkmale dieser Antisemitismusform. Dadurch entsteht eine Schuldumkehr, in der die Juden für die Shoah verantwortlich gemacht werden, was einer Verschiebung auf der Täter-Opfer-Achse entspricht.9 Gerald Lamprecht spricht beim Antisemitismus nach 1945 auch von einem neuen Antisemitismus. Er zeichnet sich durch eine neue Tätergruppe und einen neuen Begründungszusammenhang aus. Die Tätergruppe wird mit männlichen arabisch-muslimischen Migranten und Anhängern der radikalen, antiimperialistischen Linken erweitert. Insofern beschränkt sich Antisemitismus nicht mehr allein auf das rechte politische Spektrum. Lamprecht zieht indes in Zweifel, dass es sich beim neuen Antisemitismus «tatsächlich um ein völlig neuartiges Phänomen handelt.»10

Eine klare Trennung zwischen dem Antisemitismus nach 1945 und dem sekundären Antisemitismus ist nicht zu ziehen, da sie sich in Inhalt und Beschreibung sehr ähnlich sind und auch mehr oder weniger zeitgleich auftreten.

Zionismus und Antizionismus

Um zu verstehen, wogegen sich der Antizionismus richtet, muss kurz erklärt werden, was Zionismus ist. Im 19. Jahrhundert lebten die Jüdinnen und Juden in Osteuropa unter katastrophalen Bedingungen. Als Reaktion darauf entstand eine Nationalbewegung namens Zionismus. Eines der Hauptziele war die Errichtung eines jüdischen Staates auf dem Gebiet Palästinas. Diese Idee blieb aber nicht frei von Kritik. Die liberalen Jüdinnen und Juden Mittel- und Westeuropas wehrten sich gegen eine solche Entwicklung. Dies deshalb, da sie sich als integrierte Bürger ihres jeweiligen Nationalstaates sahen.11

Eine solche innerjüdische Kritik lässt auch Timo Stein erkennen. Er geht in der Analyse des Antizionismus jedoch noch weiter und konstatiert, «dass es zwischen einem klassischen Antizionismus vor und einem antiisraelische[n] Antizionismus nach Auschwitz zu unterscheiden gilt.»12 Ersterer resultierte aus einer innerjüdischen Auseinandersetzung um die geeignetste Lösung für die «jüdische Frage». Dabei wurde der Zionismus als jüdischer Nationalismus kritisiert und als Lösung für das Problem abgelehnt. Letzterer wird auch antiisraelischer Antizionismus genannt und bestreitet das Existenzrecht Israels als Staat. Dabei ignoriert er die Notwendigkeit eines solchen Staates infolge der jüdischen Massenvernichtung während des Nationalsozialismus.13

Dieser Antizionismus nach Auschwitz wird insbesondere von den Neuen Linken vertreten. Er steht dabei in Beziehung zum Antiimperialismus, einer leninistisch ideologischen Variante des Marxismus, in der die Feindschaft zu Israel besonders stark zum Ausdruck kommt. Dabei wird die vereinfachende Dichotomie verfochten, die Israel als imperialen Aggressor und die Palästinenser*innen als unterdrücktes Volk darstellt.14 Nach Späti ist es der Antizionismus – den viele Beobachter*innen als neuen Antisemitismus bezeichnen – der «bei der Analyse der Beurteilung Israels durch schweizerische Linke eine zentrale Rolle» spielt.15 Wie sich der Antizionismus in der RML zeigt, wird sich noch herausstellen. Stein betont jedoch, dass diese Variante des Antizionismus, wenn auch für antisemitische Tendenzen besonders anfällig, nicht a priori antisemitisch ist.16

Wenn Antizionismus antisemitisch wird

In der Fachliteratur werden zu der Frage, wann (linker) Antizionismus antisemitisch wird, vor allem folgende vier Indizien genannt: Die Leugnung des Existenzrechts des Staates Israel durch linke Antizionisten wird besonders häufig als antisemitisch bezeichnet.17 In der Instrumentalisierung der Shoah – auch Relativierung der Shoah 18 genannt – sieht Späti ein eindeutiges Indiz für Antisemitismus im linken Antizionismus. Diese drückt sich unter anderem in der Gleichsetzung von Zionisten bzw. Israelis mit Nationalsozialisten aus, was zu einer Banalisierung des Nationalsozialismus und somit der Shoah führt.19 Das ist deshalb problematisch, weil die Shoah nicht nur Zionisten, sondern alle Jüdinnen und Juden betraf. Die eben angesprochene Gleichsetzung führt gemäss Karl Pfeifer dazu, dass «die Juden auf die falsche Seite»20 gestellt werden. In der Forschung wird in diesem Zusammenhang auch von einer Täter-Opfer-Umkehr gesprochen und gilt als viertes antisemitisches Indiz im Antizionismus.21 Welche dieser Indizien bei der RML auftauchen, wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit gezeigt.

2.2 Der Sechstagekrieg als Zäsur für die Neue Linke

Für die Mehrheit der Gesellschaften und Regierungen der westlichen Welt stand es moralisch und politisch ausser Frage, dass die Jüdinnen und Juden als die leidtragendste Gruppe der nationalsozialistischen Verbrechen einen eigenen Staat bekommen sollten. Entsprechend fand die Staatsgründung Israels 1948 im Westen breite Zustimmung.22 War das Bild, das der Westen von Israel hatte, bis 1967 «von einer Bewunderung für den Mut und die Tapferkeit der Bewohnerinnen und Bewohner Israels geprägt»23, änderte sich dieses erst, als die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung durch den Staat Israel nicht mehr abzustreiten war. Vorerst stilisierte die politische Linke die Palästinenser*innen zu «Opfern der Opfer».24 Die palästinensische Bevölkerung hatte aber aufgrund der Flucht infolge der Staatsgründung Israels selbst das Gefühl «verspätete Opfer des Holocaust»25 zu sein. So wurde die israelische Staatsgründung als «die ‘Wiedergutmachung’ Europas an den Juden auf dem Rücken der Araber […].»26 bezeichnet. Es zeigt sich also, dass nicht nur die politische Linke im Westen den Palästinenser*innen eine Opferrolle zusprach, sondern auch die palästinensische Bevölkerung sich selbst.

Der Sechstagekrieg von 1967 kann als Zäsur im Nahen Osten verstanden werden. Der militärischen Auseinandersetzung gingen Drohungen von Ägypten und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) voraus, Israel zu vernichten. Existenzängste und die Angst eines erneuten Holocaust in der israelischen Bevölkerung waren die Folge. Der Mobilisation ägyptischer Streitkräfte im Mai 1967 folgte ein Überraschungsangriff der israelischen Armee am 5. Juni 1967. Bei diesem konnten der Sinai, die Golanhöhen, die Westbank und der Gazastreifen erobert werden. Zudem wurde Ostjerusalem annektiert, wodurch 800'000 Palästinenser*innen unter israelische Herrschaft gerieten. Der PLO gelang es 1969, einen bewaffneten Widerstand zu organisieren. Es folgte 1973 an Jom Kippur – dem jüdischen Versöhnungsfest – ein erneuter ägyptischer und syrischer Angriff auf Israel, der zu erheblichen Gebietsverlusten Israels führte. Am 24. Oktober 1973 konnte ein Waffenstillstand ausgehandelt werden.27 Die mediale Aufbereitung und emotionale Inszenierung des Sechstagekrieges führte in der deutschen Öffentlichkeit zu grössten Sympathiebekundungen. Durch die militärischen Erfolge Israels mussten die Jüdinnen und Juden nicht mehr als Opfer angesehen werden und die Deutschen konnten Gefühle von Scham und Schuld ablegen.28 Diese Interpretation steht in krassem Gegensatz zum Umgang der ausserparlamentarischen Linken mit dem Sieg Israels. Diese waren der Überzeugung, Israel hätte sich nun dem «US-Imperialismus» verschrieben, was zur Aufkündigung der israelfreundlichen Haltung führte. Die Neue Linke sah sich nun verpflichtet, sich mit den Palästinenser*innen zu solidarisieren. Die PLO verstand es, sich als Teil einer sozialrevolutionären Befreiungsbewegung zu inszenieren und sicherte sich so die Unterstützung der Neuen Linken.29 Insofern bildet der Sechstagekrieg tatsächlich eine Zäsur bezüglich des Umgangs der Neuen Linken mit Israel.

2.3 Antizionismus in der schweizerischen Linken

Die 68er Bewegung kritisierte vor allem das kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Sie glaubte, faschistische Tendenzen sowohl in der eigenen Gesellschaft wie auch in der westlichen Vormachtstellung gegenüber der «Dritten Welt» erkennen zu können. Diese Vormachtstellung galt es zu bekämpfen. Die linke Kritik an dieser Dominanz äusserte sich in einer Haltung, die Späti als ein «streng binäre[s] Denksystem von Imperialismus versus Antiimperialismus»30 bezeichnet. Die im vorherigen Kapitel angesprochenen Themen des Antiimperialismus und der Solidarisierung mit Befreiungsbewegungen der «Dritten Welt», waren auch für die schweizerische Linke konstituierend. Diese Themen taten sich aufgrund der gescheiterten Zusammenarbeit mit der eigenen Arbeiterklasse auf. Die Unterstützung mit den für revolutionär befundenen Befreiungsbewegungen stand nicht nur unter dem Zeichen von Internationalismus und Solidarität, sondern wurde als antiimperialistischer Kampf verstanden. Dabei hat sich die Neue Linke nicht selten über die realen gesellschaftlichen Umstände in den jeweiligen Ländern hinweggesetzt.31

[...]


1 Späti, 1968 in der Schweiz, S. 62f.

2 Ebd., S. 64.

3 Späti, Linke und Israel, S. 68.

4 Benz, Antisemitismus, S. 21.

5 Ebd., S. 22.

6 Stein, Antisemitismus, S. 11f.

7 Ebd., S. 19.

8 Ebd., S. 25.

9 Stein, Antisemitismus, S. 25f.

10 Lamprecht, Einleitung, S. 9.

11 Benz, Antisemitismus, S. 186f.

12 Stein, Antisemitismus, S. 33.

13 Stein, Antisemitismus, S. 33.

14 Ebd., S. 29f.

15 Späti, Linke und Israel, S. 21.

16 Stein, Antisemitismus, S. 30.

17 Wird hingegen die Legitimität aller Nationalstaaten angezweifelt, kann nach Späti die Leugnung des Existenzrechts Israels nicht als antisemitisch bezeichnet werden. (Späti, Linke und Israel, S. 317f.)

18 Pfeifer, Antisemitismus, S. 71.

19 Späti, Linke und Israel, S. 317-319.

20 Pfeifer, Antisemitismus, S. 71.

21 Späti, Linke und Israel, S. 318f.

22 Späti, Linke und Israel, S. 9.

23 Späti, Linke und Israel, S. 9.

24 Ebd.

25 Schmidinger, Kampf mit den Juden, S. 39.

26 Ebd.

27 Späti, Linke und Israel, S. 81f.

28 Benz, Antisemitismus, S. 193.

29 Stein, Antisemitismus, S. 45f.

30 Späti, 1968 in der Schweiz, S. 57.

31 Ebd., S. 59.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der linke Antizionismus in der Schweiz nach 1945
Untertitel
Auf der Suche nach Umdeutungsversuchen der Geschichte und dem Entwurf politischer Perspektiven in der Zeitschrift der "Revolutionären Marxistischen Liga" (RML)
Note
5.5
Autor
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1061082
ISBN (eBook)
9783346483881
ISBN (Buch)
9783346483898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antizionismus, Antisemitismus, Umdeutung, Geschichte, politische Perspektive, Zeitschrift, Revolutionäre Marxistische Liga (RML)
Arbeit zitieren
Basil Matthias Kunz (Autor:in), 2021, Der linke Antizionismus in der Schweiz nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1061082

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