Sklaverei ist ein Problem, das nur in Entwicklungsländern existiert, dachte ich immer. Doch beim Surfen im Internet merkte ich, dass Sklaverei in einem gewissen Maß sogar vor unserer Haustür geschieht. Diese Sklaven sind Frauen.
Ich spreche hier vom Frauenhandel, der weltweit floriert. Dazu wird Frauen in Entwicklungsländern das Leben in Deutschland und Europa schmackhaft gemacht und sie werden mit falschen Versprechungen hierher gebracht und ohne jedes Risiko gedemütigt, ausgebeutet und ausgenutzt.
In meinem Referat möchte ich mich mit diesem Thema genauer auseinandersetzen und zunächst auf die verschiedenen Formen des Frauenhandels eingehen. Darauf werde ich die rechtlichen Grundlagen zu diesem Thema näher erläutern und aufzeigen, was Organisationen wie Terre des Femmes bereits unternehmen, um dagegen anzukämpfen.
Gliederung
Einleitung
1. Formen des Frauenhandels
1a) Der Heiratshandel
1b) Handel in die Prostitution
1c) Handel in illegale und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse
2. Warum engagiert sich Terre des Femmes gegen Frauenhandel?
3. Politische Forderungen
4. Projekt gegen Frauenhandel: Beratungsstelle Malinowka
Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem global florierenden Phänomen des Frauenhandels auseinander. Ziel ist es, die verschiedenen Ausprägungsformen der Ausbeutung von Frauen – insbesondere aus Osteuropa – aufzuzeigen, die rechtlichen sowie sozialen Missstände zu beleuchten und den Beitrag von Organisationen wie Terre des Femmes im Kampf gegen diese Menschenrechtsverletzungen darzustellen.
- Analyse der Strukturen von Heiratshandel und Zwangsprostitution
- Untersuchung der ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in illegalen Beschäftigungsverhältnissen
- Diskussion von Menschenrechtsverletzungen und fehlenden Schutzmechanismen für Migrantinnen
- Vorstellung politischer Forderungen zur Verbesserung der Situation betroffener Frauen
- Evaluation praktischer Hilfsangebote am Beispiel der Beratungsstelle Malinowka
Auszug aus dem Buch
1a) Der Heiratshandel
Der Heirathandel gründet sich, wie alle Formen des Frauenhandels auf die Nachfrage der deutschen und europäischen Männer.
So haben sich bereits einzelne Partnerinstitute auf die Vermittlung ausländischer Frauen spezialisiert. Sie bieten den Männern Frauen an und garantieren sogar „Umtauschrecht“, „Geld zurück Garantie“ und „Ratenkauf“. Solche Schlagworte hört man normalerweise im Zusammenhang mit den Waren eines Versandhauses. Und genauso werden die Frauen auch behandelt.
Die Anzeigen der Agenturen werben mit sexistischen und rassistischen Klischees, die in der Bevölkerung bestehen. So werden Frauen aus Thailand oder von den Philippinen als rassig, bildschön, sanft, treu, fleißig und bescheiden angepriesen. Russische Frauen betiteln sie mit anspruchslos und nicht konsumverdorben, außerdem wird angepriesen, dass sie oft schon deutsch sprechen und nicht auf den ersten Blick als Ausländerinnen erkannt werden.
Das Individuum der jeweiligen Frau gerät dabei vollständig in den Hintergrund und ist völlig unwichtig.
Die Vermittlung bringt den Heiratsvermittlern einen Lohn von mehreren Tausend Mark ein. Auch ist es möglich, dass die Frauen zusätzlich Vermittlungskosten im Heimatland tragen müssen.
Es sind bereits Fälle bekannt geworden, in denen sich Männer kurz hintereinander mehrere Frauen vermitteln ließen und sie nach der Probezeit zurückgegeben haben. Für Frauen ist es dagegen nahezu unmöglich, einen Mann abzulehnen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Thematik durch den Kontrast zwischen der vermeintlichen Distanz des Problems „Sklaverei“ und der tatsächlichen Präsenz von Frauenhandel in Deutschland.
1. Formen des Frauenhandels: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem Heiratshandel, dem Handel in die Prostitution sowie illegalen Arbeitsverhältnissen und beleuchtet die gemeinsamen Ausbeutungsstrukturen.
2. Warum engagiert sich Terre des Femmes gegen Frauenhandel?: Hier wird Frauenhandel als gravierende Menschenrechtsverletzung eingeordnet, die fundamentale Grundrechte wie die Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit missachtet.
3. Politische Forderungen: Es werden konkrete Maßnahmen wie der Schutz vor Abschiebung, ein eigenständiges Aufenthaltsrecht und verstärkte Aufklärungsarbeit gefordert.
4. Projekt gegen Frauenhandel: Beratungsstelle Malinowka: Vorstellung eines konkreten Hilfsprojekts in Minsk, das präventive Aufklärungsarbeit und psychosoziale Unterstützung für gefährdete Frauen leistet.
Schluss: Die Autorin resümiert ihre persönliche Betroffenheit über das Ausmaß des Frauenhandels und unterstreicht die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Aufklärung.
Schlüsselwörter
Frauenhandel, Zwangsprostitution, Menschenrechte, Terre des Femmes, Migrantinnen, Menschenwürde, Heiratshandel, Arbeitsausbeutung, Beratungsstelle Malinowka, Aufenthaltsrecht, Diskriminierung, Menschenschmuggel, Geschlechtsspezifische Gewalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das komplexe und menschenverachtende Phänomen des Frauenhandels in Deutschland und Europa, wobei der Fokus auf den Mechanismen der Ausbeutung und der Rolle der betroffenen Frauen liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die unterschiedlichen Formen des Frauenhandels (Heirat, Prostitution, Arbeitsausbeutung), die Verletzung von Menschenrechten sowie die konkreten politischen und praktischen Hilfsansätze.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf die strukturelle Gewalt und die rechtlose Lage der betroffenen Frauen aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit politischer sowie zivilgesellschaftlicher Gegenmaßnahmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Informationsmaterialien von Menschenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Handelsformen, die Begründung des Engagements gegen diese Verbrechen sowie die Vorstellung politischer Forderungen und praktischer Projektarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Frauenhandel, Zwangsprostitution, Menschenrechte, Menschenwürde sowie Schutz und Aufklärung für betroffene Frauen.
Warum ist die Abschiebung der Frauen laut Autorin oft kontraproduktiv?
Die sofortige Abschiebung verhindert, dass die Frauen als Zeuginnen gegen die Menschenhändler aussagen können, wodurch die Täter oft ungestraft davonkommen.
Welche besondere Rolle spielt die Beratungsstelle Malinowka?
Sie fungiert als wichtige Anlaufstelle in Belarus, um durch Aufklärung und Beratung zu verhindern, dass Mädchen und junge Frauen in die Fänge von Menschenhändlern geraten.
- Quote paper
- Martina Meyer (Author), 2002, Formen des Frauenhandels und rechtliche Grundlagen zur Bekämpfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10612