Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit sollen die Initiatoren für die Einführung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) untersucht werden. Im Verlauf der Arbeit wird diskutiert, ob die gewünschte Transparenz, Information und Kontrolle durch die GDPR für den Verbraucher ermöglicht werden. Daraufhin werden die Vorteile der GDPR näher betrachtet, und anschließend relevante Bereiche, welche von der GDPR nicht berücksichtigt werden, kritisch analysiert. Die Untersuchung richtet sich an die Bundesregierung, welche die Durchführung und die Wirkung der GDPR in der Praxis oberserviert. Hierzu kann die Analyse dieser Arbeit einen wichtigen Informationsgehalt bezüglich der Problematiken, die in der neuen Datenschutzverordnung nicht berücksichtigt werden, beitragen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1. Definition und Abgrenzung des Datenschutzes
2.2 Historische Entwicklung und Zweck des Datenschutzes
3 Datenkapitalismus – eine ökonomische Betrachtung
3.1 Daten als Rohstoffe
3.2 Digitale Plattformmärkte – als Ursache der alleinigen Marktmacht
3.2.1 Direkte Netzwerkeffekte
3.2.2 Indirekte Netzwerkeffekte
3.3 Informationsgüter – Ursache der asymmetrischen Information
3.3.1 Folgen des Datenmissbrauchs
4. Datenschutzprinzipien (GDPR)
4.1. Europäische Datenschutzregelung (GDPR = General Data Protection Regulation)
4.2 Ziele der GDPR
4.3 Wichtige Prinzipien der General Data Protection Regulation
4.3.1 Verschärfte Rechte für Betroffene
4.3.2 Sanktionen bei Verletzung des Datenschutzes
5 Beeinflussung unternehmerischer Tätigkeiten und Kritik an GDPR
6 Herausforderungen, die von der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) bisher nicht berücksichtigt werden
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR), insbesondere inwiefern sie Transparenz und Kontrolle für Verbraucher verbessert und wie sie unternehmerische Aktivitäten beeinflusst. Dabei wird kritisch analysiert, in welchen Bereichen die GDPR Herausforderungen für Unternehmen birgt und wo sie ihre Schutzziele möglicherweise verfehlt.
- Ökonomische Betrachtung des Datenkapitalismus und der Rolle von Netzwerkeffekten.
- Analyse der informationellen Asymmetrie zwischen Unternehmen und Endverbrauchern.
- Untersuchung der Ziele und Prinzipien der GDPR im Kontext der Digitalisierung.
- Kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung für Unternehmen.
- Diskussion über die Wirksamkeit der Datenportabilität und bestehender regulatorischer Lücken.
Auszug aus dem Buch
3.1 Daten als Rohstoffe
In der digitalen Ökonomie dienen Daten als Güter bzw. Rohstoffe für die wirtschaftliche Wertschöpfung.44 In der Regel werden diese Wirtschaftsgüter in zwei Kriterien unterteilt.45 Zum einen handelt es sich hierbei um die „Ausschließbarkeit der Güternutzung“, welche die Eigenschaft eines Gutes im Rahmen des Ausschließbarkeitsprinzips beherrscht. Dies bedeutet, dass diese Güter erst dann ausschließbar sind, wenn der Eigentümer oder Nutzer vom Konsum des Gutes (Konsument) ausgeschlossen ist.46
Umgekehrt liegt eine „Nicht-Ausschließbarkeit“ vor, wenn der Gebrauch oder Verbrauch des Gutes nicht beeinträchtigt werden kann.47 Das zweite Kriterium „Rivalität im Konsum“ wird hervorgerufen, wenn ein Gut durch die Nutzung eines Akteurs beeinträchtigt wird und demnach andere Konsumenten von der Nutzung dieses Gutes ausschließt. Sollte ein Wirtschaftsgut demgegenüber von mehreren Verbrauchern gleichzeitig konsumiert werden, ist es als Nicht-Rivalität gekennzeichnet. Angesichts dieser Erkenntnis lassen sich Güter in vier Kategorien einordnen.48 Ökonomen differenzieren hierbei zwischen privaten Gütern, Club-Gütern sowie Allmenden und öffentlichen Gütern.49
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Datenmissbrauchs und die zunehmende Digitalisierung ein, erläutert die Zielsetzung der Arbeit und skizziert den weiteren Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel legt das Fundament durch die Definition des Datenschutzes und die Betrachtung seiner historischen Entwicklung sowie aktueller Technologietrends wie Big Data.
3 Datenkapitalismus – eine ökonomische Betrachtung: Hier werden ökonomische Modelle analysiert, die die Entstehung von Marktmacht bei digitalen Plattformen durch Netzwerkeffekte und Informationsasymmetrien erklären.
4. Datenschutzprinzipien (GDPR): Dieses Kapitel beleuchtet die Grundsätze der neuen EU-Verordnung, ihre Ziele, die verschärften Betroffenenrechte sowie mögliche Sanktionen bei Datenschutzverstößen.
5 Beeinflussung unternehmerischer Tätigkeiten und Kritik an GDPR: Dieser Abschnitt thematisiert die Auswirkungen der GDPR auf Unternehmen und führt eine kritische Umfrage zur Umsetzung in deutschen Unternehmen an.
6 Herausforderungen, die von der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) bisher nicht berücksichtigt werden: Hier werden Unklarheiten in den Verordnungstexten sowie Probleme bei der Datenportabilität und der Harmonisierung in der EU analysiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Wirksamkeit der GDPR kritisch und regt weiteren Forschungsbedarf an.
Schlüsselwörter
Datenschutz-Grundverordnung, GDPR, Datenkapitalismus, Netzwerkeffekte, Informationsasymmetrie, digitale Plattformmärkte, Nutzerdaten, informationelle Selbstbestimmung, Marktversagen, Datenportabilität, Datenschutz, Big Data, digitale Ökonomie, unternehmerische Aktivitäten, Rechtsunsicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) im Kontext der modernen Datenökonomie und untersucht deren Auswirkungen auf Verbraucherschutz und unternehmerische Aktivitäten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der ökonomische Charakter von Daten, die Dynamik digitaler Plattformen (Netzwerkeffekte), die informationelle Asymmetrie zwischen Anbietern und Nutzern sowie die praktische und rechtliche Umsetzung der GDPR.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob die GDPR die gewünschte Transparenz und Kontrolle für Verbraucher tatsächlich ermöglicht und wo kritische Lücken in der Umsetzung durch Unternehmen bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die ökonomische Modelle (wie z. B. Netzwerkeffekte, Akerlofs Gebrauchtwagenmarkt-Modell) auf die Datenökonomie anwendet und durch aktuelle Umfrageergebnisse ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse des Datenkapitalismus, eine detaillierte Erläuterung der Datenschutzprinzipien der GDPR sowie eine kritische Betrachtung der unternehmerischen Umsetzung und regulatorischer Defizite.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind GDPR, Datenkapitalismus, Netzwerkeffekte, Informationsasymmetrie, Datenschutz, Plattformmärkte und informationelle Selbstbestimmung.
Inwiefern beeinflussen Netzwerkeffekte die Marktkonzentration laut der Arbeit?
Die Arbeit zeigt, dass Netzwerkeffekte (direkt und indirekt) zu einer Monopolstellung führender Plattformbetreiber ("winner takes it all") beitragen können, was die Markteintrittshürden für neue Wettbewerber erhöht.
Welche Kritik übt die Arbeit am Instrument der Datenportabilität?
Die Arbeit kritisiert, dass Datenportabilität in der Praxis den Schutz nicht unbedingt erhöht, da Daten bei einem Konkurrenten erneut verarbeitet werden können und so das Risiko für Verbraucher eher bestehen bleibt oder sogar steigt.
- Quote paper
- Dieter Neumann (Author), Cagla-Cisel Acikyol (Author), 2021, Inwiefern kann die Europäische Datenschutzregelung (GDPR) Endverbraucher schützen und wie beeinflusst sie in diesem Zusammenhang unternehmerische Aktivitäten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1061279