Anleitung zu einem sinnerfüllten Leben in Gleichnissen nach Viktor Frankl


Facharbeit (Schule), 2019

32 Seiten

Anonym


Leseprobe

Abstract

Vorwort

1. Einleitung

2. Die Biographie von Viktor Emil Frankl

3. Grundlagen der Logotheraoie und Existenzanalvse
3.1 Erklärung der Begriffe
3.2 Gliederung in drei Leitgedanken
3.2.1 Freiheit des Willens
3.2.2 Wille zum Sinn
3.2.3 Sinn im Leben

4. Gleichnisse Viktor Fankls über den Sinn des Lebens und Interpretation der Gleichnisse von Elisabeth Lukas
4.1 Die Biographie von Elisabeth Lukas
4.2 Symphonie und Alpenglühen - selbst die kleinsten Momente können dem Leben Sinn geben
4.3 Der beste Schachzug - Sinn ist immer konkret von der Person und der Situation abhängig
4.4 Abertausende Filmszenen - so wie ein Film besteht das Leben aus vielen Szenen - der allumfassende Sinn kann erst am Ende des Lebens erkannt werden
4.5 Unaufgelöster Akkord - über den Sinn des Leidens und die nicht endgültige Harmonie..
4.6 Der Boden als Sprungbrett - durch Gestalten des eigenen Schicksals
4.7 Gespräch im Schützengraben - Freiheit durch Selbst-Distanzierung
4.8 Wo ist der Planet Erde? - es ist nicht die Aufgabe des Geistes sich selbst zu beobachten
4.9 Maler oder Augenarzt - Horizont für Sinn und Werte erweitern

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abstract

Können Gleichnisse von Viktor Frankl dazu ein Beitrag sein? Sind sie hilfreich, unterstützend bei derSuche nach einem sinnerfüllten Leben?

Meine vorwissenschaftliche Arbeit: „Anleitung zu einem sinnerfüllten Leben in Gleichnissen nach Viktor Frankl", beruht auf genau dieser Frage und setzt sich mit dieser Thematik näher auseinander. Zuerst wird auf die Person Viktor Frankl und wichtige Ereignisse in seinem Leben eingegangen. Die von ihm begründete Logotherapie und Existenzanalyse wird erklärt und einige wichtige Leitgedanken dazu werden genannt. Vor allem aber beschäftigt sich diese Arbeit mit Gleichnissen von Viktor Frankl. Sowohl die Gleichnisse, als auch die Kommentare zu den Gleichnissen von Elisabeth Lukas machen den Großteil meiner Arbeit aus. Durch die bildhafte Sprache der Gleichnisse werden Grundlagen der Logotherapie leichter verständlich, anschaulicher und lebensnahe. Die Auseinandersetzung mit einem an sich „schwierigen" Thema wird dadurch interessant, unterhaltsam und spannend. Die Gleichnisse und ihre Interpretationen sollen zum Nachdenken anregen und eine Anleitung zu einem sinnerfüllten Leben geben. Mit Anleitung ist aber nicht eine fertige Anweisung gemeint, sondern viel eher eine Auseinandersetzung, eine Bewusstmachung, eine Bewusstwerdung von Möglichkeiten zu einem sinnerfüllten Leben.

Zu folgenden Fragen werden mit Hilfe von Gleichnissen Antworten gegeben:

Welche Erlebnisse und Situationen im Leben eines Menschen sind es, die Sinn geben?

Ist der Sinn im Leben für alle Menschen gleich?

Was bedeutet konkreter und allumfassender Sinn und worin unterscheiden sie sich?

Welche Freiheit haben wir unser Leben zu gestalten?

Wie kann mit negativen Gefühlen umgegangen werden? Sind wir unseren Gefühlen ausgeliefert?

Kann Sinn erfunden oder gefunden werden?

Vorwort

Die Frage: „Was ist eigentlich der Sinn des Lebens" wurde letztes Jahr von einem Schüler während des Religionsunterrichts meiner Mutter gestellt. Meine Mutter hatte sich entschlossen, dazu eine Stunde im Religionsunterricht zu gestalten. Dabei stieß sie unweigerlich auf den Namen Viktor Frankl. Sie erzählte mir von diesem Menschen. Den Mann, der trotz seiner Gefangenschaft in vier Konzentrationslagern und mehreren Verlusten innerhalb seiner Familie mit seinem Schicksal zurechtkam, der trotzdem seinem Leben Sinn geben konnte. Dessen Sinnsuche sein Leben und das Leben vieler anderer Menschen verändert hat. Mich packte das Interesse mich mit diesem Menschen und seinem Lebenswerk, der Logotherapie und Existenzanalyse, zu beschäftigen. Durch Zufall entdeckte ich dann das Buch von Elisabeth Lukas „Der Seele Heimat ist der Sinn. Logotherapie in Gleichnissen von Viktor Frankl".

Die lebensnahen Gleichnisse, die philosophische Themen sehr greifbar machen faszinierten mich und aus diesem Grund entschied ich mich, meiner Vorwissenschaftlichen Arbeit diesen Titel zu verleihen.

Ich fand es schön Zeit zu haben, sich mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Es war sehr interessant Literatur dazu kennenzulernen, zu lesen, nachzudenken, wirken zu lassen und mit meinen Eltern zu diskutieren. Dankbar bin ich für die Erkenntnisse, die ich zu diesem Thema gewinnen konnte und die vielen AHA-Erlebnisse.

Besonders möchte ich an dieser Stelle Herrn Dir. Mag. Josef Spreitz danken, der mir mit Rat und Tat zur Steite gestanden ist und mich sehr motivierend bei der Entstehung der Arbeit begleitet hat.

Saxen, 9. Februar 2019, Sonja Grillenberger

1. Einleitung

Die Suche nach einem „sinnerfüllten Leben" beschäftigt und beschäftigte die Menschen zu allen Zeiten. Denn wer möchte nicht glücklich, zufrieden und sinnerfüllt sein Leben verbringen?

Doch wie kommt man zu einem sinnerfüllten Leben?

Ist die Frage nach dem Sinn des Lebens überhaupt aktuell? Die meisten Menschen in den Industrieländern haben doch alles was sie zum Leben brauchen im Überfluss.

Doch Viktor Frankl erlebte das folgendermaßen: „Tatsächlich sind wir heute [...] mit einer existentiellen Frustration konfrontiert. Und der typische Patient von heute leidet [...] an einem abgründigen Sinnlosigkeitsgefühl, das mit einem Leeregefühl vergesellschaftet ist - weshalb ich von einem existentiellen Vakuum spreche." (Frankl, 2005, S.141)

Die Tatsache, dass die Anzahl der Personen die in Österreich jährlich durch Suizid versterben, die der Verkehrstoten um mehr als das Doppelte übersteigt, ist erschreckend.

„[...] was den Menschen von heute, und da im besonderen den jungen Menschen von heute, sosehr unter den Fingernägeln brennt, und das ist, das Leiden am sinnlosen Leben'" (Frankl, 2005, S. 45)

Die Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor Frankl sucht darauf Antworten zu geben.

Da Frankls Leben auch durch sehr viel Leid geprägt war und er trotzdem Wege aus diesem Leid gefunden hat, sich also seine Philosophie und Logotherapie bewahrheitet hat, machen diese für andere Menschen sehr glaubwürdig.

Viktor Frankl zeigt Möglichkeiten auf, um nicht am „sinnleeren" Leben leiden zu müssen, sondern zu einem sinnerfüllten Leben zu gelangen.

Suche nach Sinn hat somit vielleicht auch eine vorbeugende Funktion gegen krankmachende Einflüsse und kann vielleicht die seelische Gesundheit erhalten und stärken helfen.

2. Die Biographie von Viktor Emil Frankl

ln diesem Kapitel möchte ich einige wichtige Daten aus dem Leben von Viktor Emil Frank erwähnen, um sein Lebenswerk die Logotherapie und Existenzanalyse besser verstehen zu können.

Am 26. März 1905 wurde Viktor Emil Frankl, als zweites Kind von den Eltern Elisa und Gabriel Frankl in Wien-Leopoldstadt, geboren. Die Mutter war bei seiner Geburt 26 Jahre alt, der Vater war bereits 44 Jahre. Der Vater gab in der Familie die Richtlinien vor und war eine Autorität für alle Familienmitglieder, (vgl. Frankl, 2005, S. 25)

Der drei Jahre ältere Bruder Walter und seine Schwester Stella, die vier Jahre jünger als Viktor war, waren die beiden weiteren Kinder von Elisa und Gabriel Frankl. Der gläubige Vater hinterließ bei Viktor ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Sein Vater konnte ihm vermitteln, dass er ihm von ganzen Herzen Gutes wollte und Freude an ihm hatte. Auch die Mutter bemühte sich um ihre Familie und kümmerte sich immer sorgfältig um alle. Bald ließ der Wunsch einmal Arzt zu werden, Viktor Frankl nicht mehr los. Er selbst behauptete, sogar im Alter von drei Jahren, schon von seinem späteren Beruf überzeugt gewesen zu sein. (vgl. Längle, 2013, S.27 - 40)

Sehr früh interessierte er sich für Philosophie, deshalb begann er an der Volkshochschule Vorlesungen über Allgemeine und die Experimentelle Philosophie zu besuchen. Durch Briefe war Viktor auch mit Sigmund Freud selbst in Kontakt. Mit dem Artikel »Zur geistigen Problematik der Psychotherapie« begann sich Frankl mit logotherapeutischen und existenzanalytischen Grundlagen zu beschäftigen, (vgl. Frankl, 2005, S.25-29)

Intensiv und ebenfalls schon sehr früh beschäftigte ihn die Tatsache der Sterblichkeit des Menschen, (vgl. Längle, 2013, S. 40)

Frankl bemühte sich stets um ein gutes Gewissen, das prägend für sein Leben und sein Verhalten gegenüber anderen Menschen war. Es war ihm immer wichtig das für andere Menschen zu tun, was für ihn möglich war, um seinen Beitrag zu leisten, (vgl. Längle, 2013, S. 28 f.)

1926 wurde die »Logotherapie« erstmals in dem akademischen Vortrag von Viktor Frankl erwähnt. Die Existenzanalyse erst sieben Jahre später, (vgl. Frankl, 2005, S. 27)

Frankl arbeitete nach seinem Studienabschluss in verschiedenen psychiatrischen Kliniken. Er war im Rothschildspital und als Leiter des Selbstmörderinnenpavillion zur Beratung von suizidgefährdeten Schülern tätig. Ab 1937 arbeitete er in seiner Privatpraxis für Psychiatrie und Neurologie, (vgl. Frankl, 2005, S.28 ff.)

Doch durch den Einmarsch von Hitlers Truppen wurde für Viktor Frankl, der jüdischer Abstammung war, die Ausübung seines Arztberufes immer schwieriger. Zweieinhalb Jahre musste Frankl in verschiedensten Konzentrationslagern verbringen. Von Hunger, Quälereien, Entwürdigungen und härtester Arbeit in den Konzentrationslagern ließ er sich nicht unterkriegen. Als er 1945 aus dem Konzentrationslager befreit wurde musste er erfahren, dass seine Mutter, sein Bruder und auch seine Frau das KZ nicht lebend verlassen konnten. Selbst an diesem Tag schaffte er es den Tiefpunkt seines Lebens zum Wendepunkt zu machen und zu erkennen das ein Sinn hinter all dem stecken muss. Es muss einen Grund für all sein Leiden geben.

Sein erstes Werk „Ärztliche Seelsorge" konnte er sogar noch vor der Gefangenschaft im KZ vollenden. Nach seiner Befreiung verfasste er passend zu seiner damaligen Lebenslage das Buch „...Trotzdem Ja zum Leben sagen", (vgl. Läng, 2013, S. 92 f.)

In der Nachkriegszeit erregte Frankl als lebendes Vorbild, nicht nur in Österreich großes Aufsehen, sondern auch im Ausland. Längle erwähnt: „Wo immer er im Ausland und vor allem in den USA auftrat, die Vortragssäle waren übervoll." (Längle, 2013, S.92) „Sein philosophisch-anthropologisisches Werk und seine versöhnliche Haltung zur Vergangenheit und zu menschlichen Schwächen machten ihn zum Gewissen der Welt" (Längle, 2013, S. 94)

Immer versuchte Viktor Frankl das Gute zu sehen und sein unerschütterlicher Sinnglaube faszinierte die Menschen. Oftmals wurde Frankl mit „standing ovations" gedankt. Er wurde mit 29 Ehrendoktoraten und vielen weiteren Auszeichnungen gewertschätzt.

Im letzten Abschnitt seines Lebens hatte er mit einer Herzschwäche zu kämpfen. Als er von den Ärzten die Empfehlung bekam sich operieren zu lassen, stimmte er schließlich zu. Jedoch sollte er davon nicht mehr aufwachen. Er verstarb am 2. September 1997 im Alter von 92 Jahren, (vgl. Längle, 2013, S. 93 f.)

3. Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse

3.1 Erklärung der Begriffe

Viktor Frankl entwickelte, aufbauend auf die Psychoanalyse Sigmund Freuds und die Individualpsychologie Alfred Adlers, die Logotherapie und Existenzanalyse, (vgl. Frankl, 2008, S. 375)

In der Daseinsanalyse von Ludwig Binswanger geht es vor allem um eine Existenzerhellung, eine Seinserhellung. Im Vergleich dazu geht es in der Existenzanalyse über die Seinserhellung hinaus um eine Sinnerhellung - eine Erhellung von Sinnmöglichkeiten. Deshalb ist die Existenzanalyse nicht bloß eine Analyse, sondern auch in weiterer Folge eine Therapie, die Logo-Therapie. „Logos" bedeutet Sinn und die Logotherapie ist eine am Sinn orientierte Psychotherapie, (vgl. Frankl, 2008, S. 82)

Aber es geht nicht darum, dass wir dem Patienten einen Daseinssinn geben, sondern dem Patienten instand setzen den Daseinssinn zu finden, dass wir sozusagen sein Gesichtsfeld erweitern, so dass er des vollen Spektrums personaler und konkreter Sinn- und Wertmöglichkeiten gewahr wird. (Frankl, 2008, S. 96)

Die Logotherapie will psychische Konflikte und Belastungen klären und heilen und spricht vor allem die geistige Dimension des Menschen an. (vgl. Frankl, 2005, S. 27)

Zu den Techniken der Logotherapie und Existenzanalyse zählen z. B. die „Paradoxe Intention", die „Dereflexion", die „Einstellungsänderung/Einstellungsmodulation" und der „Sokratische Dialog".

Paradoxe Intention:

Die Paradoxe Intention wird bei Zwangs- und Angststörungen und vegetativen Syndromen angewendet. Das Ziel ist den Kreislauf des Symptoms und der Symptomverstärkung des Patienten zu unterbrechen. In der Ausführung soll der Patient durch Selbstdistanzierung und Ironisierung seine Angst- und Zwangsgedanken überwinden.

Dereflexion:

Bei Sexual-, Schlaf- aber auch Angststörungen ist die Dereflexion eine gute Methode. Ziel bei dieser Technik ist, den neurotischen Teufelskreis des Menschen zu unterbrechen. Aufmerksamkeit soll von Symptomen oder natürlichen Vorgängen dorthin gelenkt werden, wo diese sinnvoll eingesetzt werden kann.

Einstellungsänderung/Einstellungsmodulation:

Der Patient wird dazu geführt, dass er Einblick in unrealistische oder lebensfeindliche Ansichten bekommt und dadurch eine bessere Grundhaltung entwickelt, auf deren Basis ihm das Leben gelingen kann.

Sokratischer Dialog:

Der Sokratische Dialogs ist eine Gesprächsmethode der Logotherapie - die auch „geistige Hebammenarbeit" genannt wird. Durch Gegenfragen und den Versuch den Patienten zum Hinterfragen zu bringen, soll eine kritische Sichtweise geschaffen werden. Dadurch kann dem Patienten seine Freiheit und Gestaltungsmöglichkeit bewusst gemacht werden, (vgl. Frankl, 2008, S. 377)

Die Absicht des sokratischen Dialoges ist es, durch Hinterfragen den Sinn zu finden. Denn es ist von großer Bedeutung selbst nach dem Sinn zu suchen. Man kann diesen nicht vonjemand anderen übernehmen.

„Sinn muss gefunden werden; er kann nicht gegeben werden." (Frankl, 2008, S. 377)

3.2 Gliederung in drei Leitgedanken

Nach Frankl können die Logotherapie und Existenzanalyse in drei Leitgedanken gegliedert werden, (vgl. Frankl, 2008, S. 375)

3.2.1 Freiheit des Willens

Der Logotherapie nach ist der Mensch ein entscheidungsfreies und willensfreies Wesen. Diese Freiheit lässt also die Möglichkeiten zum selbst Gestalten übrig. Die Freiheit, die in der spirituellen Dimension begründet ist und neben Psyche und Körper seine eigene Personalität und Würde hat. So ist der Mensch geistig auch ein agierendes und gestaltendes Wesen. Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der angewandten Psychotherapie ist die Freiheit des Menschen wichtig. Die Techniken Frankls, welche eine Differenzierung von Person und Symptom beinhalten, geben dem Patienten viel Selbstbestimmungsfähigkeit zurück, (vgl. Frankl, 2008, S. 375)

3.2.2 Wille zum Sinn

„Der Mensch ist nicht nur frei, sondern in erster Linie frei auf etwas hin. Seine Gestaltungsfähigkeit sucht nach Ausdrucksmöglichkeiten in sich und der Welt." (Frankl, 2008, S. 376)

Die Suche nach dem Sinn ist der Logotherapie und der Existenzanalyse nach, eine grundlegende Motivation für den Menschen. Denn wenn in der Lebenspraxis der „Wille zum Sinn" nicht zur Geltung gebracht wird, folgen bedrückende Sinn- und Wertlosigkeitsgefühle. Darauf können Aggressionen, Sucht, Depressionen, Verzweiflung und Lebensmüdigkeit folgen. Auch psychosomatische Krankheiten und neurotische Störungen können ausgelöst oder wenn diese bereits vorhanden sind, verstärkt werden. Die Logotherapie soll Probleme, die bei der Sinnsuche im Weg stehen, erkennen und diese beheben. Die Therapie sensibilisiert den Menschen für seine Wahrnehmungen und Sinnmöglichkeiten. Doch anstatt dem Patienten Sinnangebote zu machen, unterstützt diese Therapie den Menschen bei der Erkenntnis und Verwirklichung der selbst entdeckten Sinnmöglichkeiten, (vgl. Frankl, 2008, S. 176)

Sofern Menschsein „In-der-Welt-sein" heißt, schließt „die Welt" eine Welt des Sinnes und der Werte ein. Sinn und Werte sind ja die "Gründe", die den Menschen zu seinem jeweiligen Verhalten und Handeln „bewegen". Es ist nun gerade diese Welt des Sinnes und der Werte als möglicher menschlicher „Beweggründe", die auch schon wieder ausgeschlossen wird, die wir aus dem Gesichtsfeld verbannen, sobald wir den Menschen im Sinne eines eingeschlossenen Systems interpretieren. (Frankl, 2005, S. 58)

Frankl gibt drei Werte vor wie man einen Sinn im Leben entdecken kann.

Schöpferischer Wert: Sinn lässt sich finden, wenn wir etwas tun oder etwas schaffen, (vgl. Frankl, 2008, S. 49)

“Arbeit ist die beste Krisenprävention und eines der besten therapeutischen Medien, das mit dem Medium des Gesprächs durchaus konkurrieren kann. Ja, im weiten Feld der Psychotherapie begegnen wir sogar wiederholt Patienten, denen nur noch eine kontinuierliche Arbeitstherapie helfen kann; allein, es scheitert fast immer an ihrer fehlenden Freiwilligkeit, sich einer solchen zu unterzeihen" (Lukas, 1989, S. 152)

Jedoch ist zu beachten, dass nicht hinter jeder Arbeit eine schöpferische Tätigkeit steckt, wenn an menschenfeindliche Arbeiten gedacht wird. Es liegt daran unterscheiden zu können. Ebenso soll die Grenze zwischen dem gesunden fordern und dem überfordern immer im Auge behalten bleiben. Lukas definiert "gesunde" Arbeit so:

"Arbeit ist eine Umwandlung substantiellen Menschseins in funktionales. Zeitlichkeit und Leiblichkeit verströmen sich in Wirksamkeit." (Lukas, 1989, S. 152)

Frankl nennt die Erlebniswerte an zweiter Stelle nach den Schöpferischen Werten.

Erlebniswert: Sinn entdecken wir „aber auch durch ein Erlebnis, also dadurch, dass wir etwas erleben - etwas oder jemanden, und jemanden in seiner ganzen Einmaligkeit und Einzigartigkeit erleben heißt ihn lieben." (Frankl, 2007, S. 20)

Dazu zählt das Genießen von Schönem und Wertvollem, (vgl. Längle, 2013, S. 60)

Einstellungswert: Zu den wichtigsten Komponenten eines sinnvollen Lebens zählt aber auch das Handeln und die Einstellung, wodurch unausweichliche Schicksalsschläge abgefangen werden können, (vgl. Frankl, 2008, S. 50)

Der Einstellungswert gewinnt vor allem dann an Bedeutung, wenn schöpferisch tätig zu sein nicht oder nicht mehr möglich ist:

"Das Leben erweist sich grundsätzlich dann noch als sinnvoll, wenn es weder schöpferisch fruchtbar noch reich an Erleben ist (...) Es geht um Haltungen wie Tapferkeit im Leiden, Würde auch noch im Untergang und im Scheitern." (Frankl, 2005, S.92-93)

Längle schreibt über das Buch Viktor Frankls "... trotzdem Ja zum Leben sagen", das über seine Gedanken während der Zeit im Konzentrationslager erzählt:

"Dieses Buch ist ein großes Dokument für das, was Frankl als "Einstellungswerte" bezeichnet. Einstellungswerte sind die schwierigste Straße zur Sinnfindung. Aber sie sind es, die es ausmachen, dass der Mensch unter allen Umständen, sogar im Leid, noch Sinn finden kann. (Längle, 2013, S.82)

Ebenfalls erwähnt Längle, dass die Verzweiflung oft schlimmer sein kann, als das Schicksal selbst, denn durch die Verzweiflung verliert der Mensch seinen inneren Halt. Die Resignation im Leid ist die größte Gefahr für den Menschen. Der Einstellungswert soll helfen, sich selbst treu zu bleiben und dem Auftrag des eigenen Lebens zu folgen, (vgl. Längle, 2013, S. 82)

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Anleitung zu einem sinnerfüllten Leben in Gleichnissen nach Viktor Frankl
Jahr
2019
Seiten
32
Katalognummer
V1061291
ISBN (eBook)
9783346472915
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anleitung, leben, gleichnissen, viktor, frankl, sinnerfüllt Leben, den Sinn des Lebens finden, Viktor Frankl, Beispiele wie man den Sinn im Leben findet, so findet man den Sinn im Leben, sinvoll Leben, sinnvoll, sinnerfüllt, glücklich sein, glückliches leben, how to be happy in life, how to live a happy life
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Anleitung zu einem sinnerfüllten Leben in Gleichnissen nach Viktor Frankl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1061291

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