Politik in sozialen Systemen - ein netzwerktheoretischer Zugang


Diplomarbeit, 2002

90 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erstes Kapitel:
Ausgewählte sozialwissenschaftliche Grundlagen des Begriffs der Politik in Unternehmen
1. Zusammenhang zwischen Gesellschafts- und Organisationstheorie
1.1. Traditionelle Theorie der Unternehmung
1.2. Betriebswirtschaftliche Organisation als Sozialsystem
1.3. Betriebswirtschaftliche Organisationstheorie als multidisziplinäre Disziplin
1.4. Implikationen für das weitere Vorgehen
2. Politische Perspektive sozialer Systeme
2.1. Dimensionen des Politikbegriffs
2.2. Formulierung von Politikinhalten
2.3. Formierung von Politikinhalten
2.4. Politikgestaltung in ausdifferenzierten Sozialsystemen
3. Thematisierung von Akteurverbindungen und Netzwerken in der Sozialwissenschaft
3.1. Kontroverse von Mikro- und Makrosicht in der Sozialwissenschaft
3.2. Colemans Kritik an der vernachlässigten Mikro-Makro-Integration
3.3. Handlungstheorie der Eingebettetheit und soziales Kapital
3.4. Netzwerke als „dritter Weg“ gegenüber der klassischen Mirko-Makro-Kontroverse
4. Zusammenfassende Betrachtung der ausgewählten sozialwissenschaftlichen Grundlagen

Zweites Kapitel:
Grundzüge einer Netzwerktheorie
1. Wissenschaftstheoretischer Aufbau
1.1. Grundsätzliche Charakterisierung von Netzwerken
1.2. Soziologisch orientierter Zugang einer Netzwerktheorie
1.3. Netzwerke aus Sicht der Wirtschaftswissenschaft
1.4. Integrierende Sicht einer Netzwerktheorie
2. Wesentliche Merkmale der formalen Analyse von Netzwerken
2.1. Merkmale der sozialen Relation
2.2. Merkmale des Netzwerkakteurs
2.3. Strukturmerkmale des Netzwerks
2.4. Soziales Kapital in der Analyse von Netzwerken
3. Typische Erscheinungsformen von Netzwerken
3.1. Egozentriertes Netzwerk
3.2. Cliquen und Blöcke in Netzwerken
3.3. Einfluss- und Tauschnetzwerke
3.4. Gesamtnetzwerke
4. Fazit der Darstellung einer Netzwerktheorie

Drittes Kapitel:
Darstellung von Politik in Sozialsystemen anhand ausgesuchter netzwerktheoretischer Konzepte
1. Politikdarstellung anhand von Policy-Netzwerken
1.1. Konzept des Policy-Netzwerks
1.2. Politikgestaltung mittels Policy-Netzwerken
1.3. Erweiterte Betrachtung durch den „akteurzentrierten Institutionalismus“
1.4. Aspekte für betriebswirtschaftliche Organisationen
2. Betrachtung der Genese von Politikinhalten aus einer netzwerkanalytischen Perspektive
2.1. Kommunikationswissenschaftlicher Hintergrund
2.2. Netzwerktheoretische Betrachtung der Kommunikation
2.3. Meinungsführer und soziales Kapital
2.4. Netzwerktheoretische Betrachtung der Politikgestaltung
3. Wirkung von Vertrauen und Macht auf die Politikgenese in Netzwerken
3.1. Grundsätzliche Bedeutung von Vertrauen für Interaktionen
3.2. Relevanz eines Systemvertrauens für die Netzwerkkoordination
3.3. Macht in der Netzwerkkoordination
3.4. Politik in einem netzwerkkoordinierten Sozialsystem
4. Zusammenfassende Würdigung der vorgestellten Ansätze

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Es wurde versucht, diese Arbeit entsprechend den neuen Rechtschreibregeln zu verfassen. Dem widersprechend wurden Zitate jedoch nicht angepasst. Ferner wurde stets implizit vorausgesetzt, dass sich Angaben von Jahrzehnten auf das zwanzigste Jahrhundert beziehen. Grund für dieses Vorgehens war es, eine bessere Lesbarkeit der Arbeit zu gewährleisten.

Einleitung

In der Betriebswirtschaftslehre ist es noch immer keinesfalls üblich, sich Sachverhalten aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive zu nähern. Dabei sollte es inzwischen selbstverständlich sein, dass gerade Führungsfragen, die mit Machtprozessen, Interessenkonflikten, Abhängigkeiten etc. in Verbindung gebracht werden, stets durch politische Aspekte gekennzeichnet sind. Möchte man also beschreiben, wie einer Unternehmung demnach zu einer bestimmten Richtung verholfen wird, so ist es wohl unumgänglich, sich dem Sprachspiel der Politik und damit auch dem „Policy Making“ in einer Organisation zu widmen.

Mit der vorliegenden Arbeit soll dieses grundsätzliche Ansinnen auf Basis eines netzwerktheoretischen Zugangs verfolgt werden. Der geradezu inflationäre Umgang mit dem Begriff des Netzwerks bezieht sich dabei vielfach nur auf metaphorische oder gar nebulöse Interpretationen. So wird nicht selten der Blick auf ein Theorierepertoire verstellt, das sich über Jahrzehnte in der Sozialwissenschaft etablierte. Ein einheitliches und aufeinander abgestimmtes Denken lässt sich für dieses Forschungsfeld dabei jedoch nicht attestieren. Auch wenn eine Netzwerktheorie durch diese Heterogenität geradezu charakterisiert ist, wird im Verlauf der Arbeit noch gezeigt werden, dass sich gerade in jüngster Zeit Beiträge finden lassen, in denen Bemühungen um eine Zusammenführung verschiedener Orientierungen erkennbar werden.

Grundsätzliches Ziel dieser Arbeit ist es nun, diese heterogene netzwerktheoretische Perspektive für eine Betrachtung der oben erwähnten politischen Vorgänge in einer betriebswirtschaftlichen Organisation fruchtbar zu machen. Dabei ist bereits die Darstellung der Politik in Unternehmen oftmals mit Schwierigkeiten verbunden. Von Seiten einer Netzwerktheorie stellt es sich umso problematischer dar, da sich auf den ersten Blick kaum Anknüpfungspunkte zu diesen politischen Sachverhalten in Organisationen bieten. Dementsprechend gilt es im Rahmen der wesentlichen Problemstellung dieser Arbeit, grundsätzlich zu untersuchen, ob und inwieweit Politik und besonders ein Policy Making in sozialen Systemen mittels einer Netzwerktheorie darzustellen ist.

Um sich dieser zentralen Aufgabe zu nähern, sind demnach mit dem ersten Kapitel diese verschiedenen wissenschaftstheoretischen Ausgangspunkte zusammenzuführen. Dazu wird zunächst die für diese Arbeit grundlegend relevante sozialwissenschaftliche Basis bereitet. Da die politikwissenschaftlichen und teilweise auch die netzwerktheoretischen Ansätze ihrem Ursprung nach eher auf die Betrachtung von makrosozialen, gesellschaftlichen Systemen ausgerichtet sind, wird daher für den weiteren Verlauf von der betriebswirtschaftlichen Unternehmung abstrahiert und auf den grundlegenden Objektbereich des Sozialsystems abgestellt. Dies eröffnet zwar noch keine einheitliche Forschungsbasis, dennoch wird dadurch eine spätere Bildung grundsätzlich gültiger Ergebnisse erleichtert. Ebenfalls mit dem ersten Kapitel wird das politische Sprachspiel dieser Arbeit eingeführt und dabei auch eine Genese von Politikinhalten beschrieben. Schließlich wird sich mit Hinblick auf das zweite Kapitel dem inhaltlichen Anschluss der Politikwissenschaft an die Thematisierung von Bindungen gewidmet, wodurch sich eine sozialwissenschaftliche Verortung einer Netzwerktheorie vornehmen lässt. Mit dem zweiten Kapitel wird diese dann selbst zu skizzieren sein, wobei der erwähnten Heterogenität insofern Rechnung getragen wird, als dass versucht wird, die wesentlichen theoretischen Orientierungen zu einer Grundkonzeption zusammenzufassen. Dazu wird zunächst der wissenschaftstheoretische Aufbau dieses Forschungsfeldes – wie er sich derzeit darstellt – umschrieben, bevor dann auch eine analytische und schließlich eine phänomenologische Ebene dem Leser nahe gebracht wird. Dieser Zugang wird schließlich im dritten Kapitel genutzt, um die grundlegenden Gedanken des ersten Kapitels zur Politik in Sozialsystemen von Seiten dieser Konzeption einer Netzwerktheorie zu beleuchten.

Erstes Kapitel: Ausgewählte sozialwissenschaftliche Grundlagen des Begriffs der Politik in Unternehmen

Diese Arbeit ist vor einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund verfasst. Dies mag für den Leser möglicherweise nicht sofort nachvollziehbar sein, bietet die Themenstellung respektive der Titel auf den ersten Blick kaum einen Anknüpfungspunkt zur Wirtschaftswissenschaft. Dieses erste Kapitel der Arbeit soll daher zunächst den Grundstein einer sozialwissenschaftlichen Sicht auf betriebswirtschaftliche Phänomene legen. Dazu wird erst grundsätzlich die über die Zeit gewachsene Bedeutung von Gesellschaftstheorien für die Betriebswirtschaftslehre aufgezeigt werden, bevor dann spezifisch die Felder Politik und Netzwerke in der Sozialwissenschaft näher beleuchtet werden. Im zweiten Abschnitt wird also kurz das grundlegende Sprachspiel der Politikwissenschaft und dessen Anwendung auf einen organisationstheoretischen Bereich dargelegt. Im dritten Abschnitt ist dann die Bedeutung des Themas der Akteurverbindungen innerhalb der Sozialwissenschaft zu klären, um schließlich mit dem vierten Abschnitt die gemachten Aussagen nochmals zusammenzufassen. Zunächst ist jedoch die grundsätzliche Anbindung der betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie an Gesellschaftstheorien aufzuzeigen.

1. Zusammenhang zwischen Gesellschafts- und Organisationstheorie

Mit den Ausführungen in diesem Textteil soll das Ziel verfolgt werden, die Bedeutung der Gesellschaftstheorien für die betriebswirtschaftliche Organisationstheorie aufzuzeigen. Dabei kann man zunächst von der grundsätzlichen Annahme ausgehen, dass sich innerhalb der Sozialwissenschaft die Gesellschafts- von den Organisationstheorien folgendermaßen unterscheiden lassen: Von ihrem Ursprung her sind Gesellschaftstheorien, zu denen z.B. die Soziologie oder die Politikwissenschaft zählen, darauf ausgelegt, makrosoziologische Sachverhalte zu erklären, während man sich dagegen in der Betriebswirtschaftslehre ganz offensichtlich eher auf Mikrophänomene konzentriert. Es bieten sich nun verschiedene Argumentationswege an, um die Relevanz einer umfassenden sozialwissenschaftlichen Betrachtung für betriebswirtschaftliche Fragestellungen herauszustellen. Es soll hier auf einen knappen historischen Abriss der betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie abgestellt werden.[1] Dieses Vorgehen bietet den Vorteil, dass nicht nur der derzeitige Status, sondern auch die über die Zeit zugenommene Integration beider geisteswissenschaftlicher Theorieäste nachvollzogen werden kann.

Im Folgenden wird zunächst am Beispiel von Gutenbergs Theorie der Unternehmung, die als einer der Ursprünge der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre angesehen werden kann, aufgezeigt, dass es anfänglich kaum Berührungspunkte zu den klassischen Gesellschaftswissenschaften gab. Es wird mit dem zweiten Textteil dann die Betrachtungsweise legimitiert, nach der eine Organisation bzw. Unternehmung mit seiner Umwelt in Interaktion steht und selbst auch als soziales System gesehen werden kann. Schließlich wird mit dem dritten Abschnitt die grundsätzliche Relevanz anderer Gesellschaftstheorie vor dem Hintergrund einer multidisziplinären Perspektive aufgezeigt. Damit wird der Weg für eine Betrachtung von ökonomischen Zusammenhängen auch aus der Sicht der Politik bzw. einer Netzwerktheorie geebnet.

1.1. Traditionelle Theorie der Unternehmung

Beginnt man den Rückblick mit Gutenbergs Theorie der Unternehmung[2] von 1929, als einer der ersten Meilensteine der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre[3], so lassen sich zunächst kaum Anknüpfungspunkte an die Gesellschaftstheorien erkennen. Vielmehr kann eine Abgrenzung anhand drei zentraler Punkte attestiert werden: Zum einen neutralisierte Gutenberg das soziale Individuum in seinem Theorieansatz systematisch, indem er feststellte, „daß das Subjekt zwar da ist [...], aber als eigene Problemquelle ausgeschlossen bleibt".[4] Zum zweiten sah er Ursache und Wirkung der betriebswirtschaftlichen Prozesse, die sich in seiner Produktionsfunktion niederschlagen, als „systemindifferent“ und damit unabhängig von der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.[5] Drittens versuchte Gutenberg auch, möglicherweise nicht konsistent zueinander stehende Theorierichtungen in seinem Denkansatz zu vermeiden. So wendete er sich explizit gegen „Stückwerk“ in seiner Lehre. [6]

Damit lässt sich feststellen, dass Gutenberg dem Organisationsbegriff lediglich einen instrumentellen Charakter im Sinne einer Grundstruktur zubilligte, ohne den weiteren Kontext betriebswirtschaftlichen Handelns von Akteuren zu betrachten.[7] So formulierte er auch prägnant:

„Die Unternehmung hat eine Organisation“.[8] So gilt es nun, diese drei Charakteristika einer ursprünglichen betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie anhand des weiteren historischen Verlaufs der Reihe nach kritisch zu reflektieren.

1.2. Betriebswirtschaftliche Organisation als Sozialsystem

Im Zuge der von dem angloamerikanischen Raum ausgehenden „Human-Relations-Bewegung“ werden etwa mit den fünfziger Jahren verhaltenswissenschaftliche Theorien für die Betrachtung von Organisationen bedeutungsvoll. Bestimmt v.a. durch den Soziologen und Nobelpreisträger Herbert A. Simon wird auf Basis des Konzeptes zur „beschränkten Rationalität“[9] das menschliche Entscheidungsverhalten in den Vordergrund gerückt. In der Folge drängte dies damit den Anspruch Gutenbergs hinsichtlich dem Ausschluss des „psycho-physischem Subjekts“ in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung sukzessive zurück.[10] Die betriebswirtschaftliche Organisationstheorie blieb davon nicht unbeeinflusst: Kritik etwa von Heinen[11] oder Meffert/Kirsch[12] am „zu engen Organisationsbegriff“ hat damit Ende der sechziger Jahre die sogenannte „verhaltenswissenschaftliche Öffnung“ der Betriebswirtschaftslehre gegenüber dem Sprachspiel dieser Organisationssoziologie zur Folge. Dieser Paradigmenwechsel schlägt sich auch in Heinens entscheidungsorientierter Betriebswirtschaftslehre nieder und äußert sich symbolisch auch in der neuen, von Heinen geprägten Kurzformel „Die Unternehmung ist eine Organisation“.[13]

Während also zunächst v.a. das Individuum in der Organisation im Zuge einer entscheidungsorientierten Organisationstheorie an Bedeutung gewonnen hat, relativierte sich auch bald darauf der Blick auf die Organisation selbst und das sie umgebende Umfeld. So weist Witt darauf hin, dass im Zuge einer angewandten Betriebswirtschaftslehre von Kirsch[14] oder auch eines St. Gallener Systemansatzes[15], die Unternehmung vermehrt als abstraktes soziales System gesehen wird.[16] Auch in der Neuen Institutionenökonomie lässt sich dieses Denken der Unternehmung als soziales System erkennen.[17] Es werden nicht mehr hierarchisch Strukturen betrachtet, sondern Organisationen, die durch ein Beziehungs- und Regelgeflecht der einzelnen Akteure zusammengehalten und auch – im Sinne des Markt-Hierarchie-Paradigmas[18] – zugunsten einer marktlichen Koordinationsform aufgelöst werden können. Damit wird die ursprüngliche Dichotomie von Organisation und Gesellschaft zunehmend demontiert und die Wechselwirkung zwischen dem gesellschaftlichen Umfeld und dem Unternehmen unterstrichen. „Die grenzenlose Unternehmung“ von Picot/Reichwald/Wigand spiegelt als richtungsweisendes Werk diese Tendenz durch den bezeichnenden Titel wieder.[19]

1.3. Betriebswirtschaftliche Organisationstheorie als multidisziplinäre Disziplin

Gutenberg forderte in der oben genannten dritten Prämisse auch die Konsistenz seiner Lehre und sprach sich gegen „Stückwerk“ aus. Dagegen lässt sich inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher betriebswirtschaftlicher Ansätze finden, die auch in irgendeiner Art aufeinander verweisen, womit ein gänzlich multidisziplinäres Vorgehen erkennbar wird. Diese Paradigmenvielfalt wurde bereits in den siebziger und achtziger Jahren von Burell/Morgan[20] in einem theoretischen Pluralismus aufgearbeitet, mit dem Organisationen aus verschiedenen gleichberechtigten Theorien betrachtet werden.[21] Bleicher unterstreicht die Relativierung der bis dato dominierenden„Produktionstheorie“, indem er schreibt: „[V]on einem Grundkonsens über Ziele, Inhalte und Methoden [kann] kaum noch gesprochen werden. DIE Betriebswirtschaftslehre gibt es damit allenfalls noch als Institution, in der Bezeichnung von Lehrstühle, Verbänden und anderen professionellen Einrichtungen“.[22]

Kritisch wird jedoch angemerkt, dass die Vielzahl der Theorieansätze bisweilen lediglich kurzfristige Reaktionen auf „neue“ Themen und Phänomene, wie z.B. der Lean Production oder einer virtuellen Organisation, darstellen und übergreifende Theorien, die eine Zusammenfassung und Anschlussfähigkeit gewährleisten könnten, kaum behandelt werden.[23] Ortmann, Sydow und Türk betonen in ähnlicher Weise, dass sich Schlüsselfragestellungen der Organisationstheorie kaum aus einer Vielfalt verschiedener Ansätze ultima ratio lösen lassen. Problem dieser neueren Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Forschung sei, dass das multidisziplinäre Vorgehen offensichtlich keinen Auswahlvorschlag parat hält – vielmehr wird das Unternehmen zunehmend zu einer Black Box.[24] Folgerichtig wird in letzter Zeit verstärkt ein grundsätzlicher und übergreifender Theorierahmen gefordert. Als mögliche Basis wird dabei vielfach die Strukturationstheorie von Anthony Giddens genannt.[25]

In welche Richtung sich die betriebswirtschaftliche Organisationstheorie auch zukünftig hinbewegen wird, sicher lässt sich sagen, dass sich eine zunehmende Konvergenz mit anderen sozialwissenschaftlichen Theorierichtungen kaum leugnen lässt. Ob das Ziel dabei eine multidisziplinäre, die Gesellschaftstheorien enthaltende Organisationstheorie oder sogar ein ganzheitlicher metatheoretischer Sozialansatz ist, beispielsweise nach der Idee Giddens, sei für die weitere Betrachtung zweitrangig. Zentral ist jedoch, dass die spätestens seit der Neuen Institutionenökonomie deutlich gewordene Bindung der Organisation an gesellschaftliche Sachverhalte zukünftige Ausprägungen von Organisationstheorien bestimmen wird. So sieht Witt die Gesellschafts- bzw. Sozialtheorien auch als „kritischer Stachel“ einer zeitgemäßen betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie.[26]

Die Frage, wie ausgeprägt dabei die Konvergenz zwischen einer betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie und den Gesellschaftstheorien innerhalb der Sozialwissenschaft inzwischen ist, lässt sich letztlich kaum schlüssig beantworten. Betrachtet man jedoch exemplarisch die von Ortmann, Sydow und Türk verfasste Einführung ihres Buches von 1997 zu den Organisationstheorien, so lässt sich dort doch eine bereits deutlich fortgeschrittene Kongruenz attestieren, wenn sie schreiben:

„Eine Organisation aber ist auch selbst, in ihrem Inneren, Gesellschaft – wenn auch eine irgendwie geschlossene. Schließlich besteht sie aus sozialen Handlungen, aus Interaktion und Kommunikation in organisierter, formal geregelter und zugerichteter Form und ist nicht – wie oft ist das gesagt worden! – Maschine, nicht nur Vehikel, nicht nur und nicht einmal überwie [27]

Dass damit eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit formuliert wurde, sollte nach dieser kurzen Darstellung der organisationstheoretischen Historie deutlich geworden sein. Spätestens hier wird jedoch auch die unumgängliche Notwendigkeit deutlich, Theorien, die auf einem hohen Abstraktionsgrad gesellschaftliche Zusammenhänge darstellen, für die Explikation organisationstheoretischer Phänomene fruchtbar zu machen. Dieser Anspruch soll in der folgenden Arbeit dabei für die Politikwissenschaft genauso wie für eine Netzwerktheorie gelten.

1.4. Implikationen für das weitere Vorgehen

Rückblickend lässt sich nun feststellen, dass die betriebswirtschaftliche Theorie Gutenbergs offensichtlich wenig Berührungspunkte zu anderen Sozialwissenschaften hatte. Im Zuge der Entwicklung der angloamerikanischen Organisationstheorien – geprägt v.a. durch die Arbeiten Simons – rückten jedoch die einzelnen Individuen der Organisation in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die verhaltenswissenschaftliche Öffnung, aber auch die Neue Institutionenökonomie zeigten darüber hinaus den Einfluss des organisatorischen Umfelds auf die Unternehmung. Dadurch lässt sich auch die zweite Prämisse Gutenbergs der „Systemindifferenz“ heute kaum noch aufrecht erhalten. Durch diese neuen Denkrichtungen wurden aber zeitgleich Theorien fruchtbar gemacht, die der Psychologie, der Politik oder der Soziologie – kurz anderer Geisteswissenschaften entspringen. Die von Gutenberg ebenfalls geforderte Einheitlichkeit der Betriebswirtschaftslehre wird damit also zugunsten eines multidisziplinären Denkens in einer modernen Theorieausprägung schließlich ebenfalls aufgegeben.[28]

Orientiert man sich daher an dieser zeitgemäßen Auslegung einer betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie, bedeutet dies für das weitere Vorgehen in dieser Arbeit im Wesentlichen zweierlei. Zum einen wird die betriebswirtschaftliche Organisation als Sozialsystem begriffen. Wie bereits betont, findet sich dieses Denken im St. Gallener Systemansatz, aber auch in der Führungslehre Kirschs wieder. Gerade in dieser ist die Betrachtung nicht auf Unternehmen begrenzt, sondern schließt auch andere Typen von sozialen Systemen explizit mit ein.[29] Durch die Einnahme dieser abstrakten Perspektive wird damit auch der Anschluss an diese Theorieansätze gewährleistet. Zum anderen soll das im dritten Teil herausgestellte multidisziplinäre Vorgehen ebenfalls aufgegriffen werden. Geht man davon aus, dass alle sozialwissenschaftlichen Ansätze zunächst einen sinnvollen Zugang zu betriebswirtschaftlichen Phänomenen liefern können, offenbart sich hier auch eine Ähnlichkeit zu einer radikal-pluralistischen Sicht.[30] Ruft man sich dazu nochmals das Zitat von Ortmann/Sydow/Türk in Erinnerung, die eine Organisation auch als eine bestimmte Form der Gesellschaft interpretieren, dürfte es dann intuitiv zugänglich sein, dass sich dadurch die Verwendung von Gesellschaftstheorien nicht mehr ausschließt. Vielmehr impliziert dies, dass es im weiteren Verlauf legitim ist, auf das gesamte umfangreiche sozialwissenschaftliche Sprachspiel zurückzugreifen. Im Wesentlichen wird dabei natürlich auf die Netzwerkforschung und auch auf die Politikwissenschaft abgestellt werden, die es im folgenden Abschnitt nun näher darzustellen gilt.

2. Politische Perspektive sozialer Systeme

Die im letzten Abschnitt gewonnene Erkenntnis, dass es grundsätzlich Sinn macht, sich mit Gesellschaftstheorien im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung zu befassen, soll in diesem Abschnitt nun im Hinblick auf die der Politikwissenschaft präzisiert werden. So ist es bereits seit Jahrzehnten in der Betriebswirtschaftslehre kein Geheimnis mehr, dass Vorgänge in Unternehmungen „politischen Gehalt“ besitzen.[31] Das Wort der „Unternehmenspolitik“, das in den verschiedensten Ausprägungen und Zusammenhängen gebraucht wird, mag als Beispiel für die derzeitige Aktualität dieser Aussage dienen. Sydow attestiert der Betrachtungsperspektive „Politik“ ebenfalls eine erhebliche Bedeutungszunahme in der Management- und Organisationsforschung.[32]

Es bieten sich nun sicherlich unterschiedliche Möglichkeiten, um sich dieser Vielfalt an Begriffen und Bedeutungen bzgl. einer Politik in sozialen Systemen zu nähern. Für diese Arbeit soll sich im Wesentlichen an der Policy-Analyse, die aus der Policy-Science-Bewegung[33] stammt, und an der Ausdifferenzierung von sozialen Systemen[34] orientiert werden. Der Vorteil ist bei beiden, dass sie sich durch einen hohen Abstraktionsgrad auszeichnen. Sie sind nicht auf die Erklärung von staatspolitischen Vorgängen beschränkt, sondern eignen sich für eine allgemeine Darstellung politischer Vorgänge in unterschiedlichen Sozialsystemen. Für die Policy-Analyse spricht ferner, dass diese sich auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur wiederfindet. Somit kann im weiteren Verlauf vielfach analog zur Lehre Kirschs argumentiert werden, auch um eine Anschlussfähigkeit an die Betriebswirtschaftslehre zu gewährleisten. Zunächst wird freilich zu klären sein, wie sich grundsätzlich das politische Sprachspiel darstellt. Darauf aufbauend soll die Autorisierung von Politikinhalten auf Basis dieses eingeführten Konzepts beschrieben werden. Diese gilt es dann im dritten Teil hinsichtlich einer grundsätzlichen Erklärung der Genese von Politikinhalten zu präzisieren. Schließlich soll im vierten Teil auch der Einfluss einer

Ausdifferenzierung von Teilsystemen auf die Politikgestaltung berücksichtigt werden. Zunächst wird jedoch ein grundsätzlicher, begriffliche Rahmen für politische Sachverhalte konzipiert.

2.1. Dimensionen des Politikbegriffs

Um sich einen ersten Eindruck über das Sprachspiel der Politikwissenschaft zu verschaffen, soll anhand der drei Dimensionen der Policy-Analyse argumentiert werden. Diese werden üblicherweise anhand von umfangreicheren angelsächsischen Politikbegriffen unterschieden.[35] Stellt man diese drei Perspektiven nun in aller Kürze dar, so wird als erstes in der „Policy“ eines sozialen Systems im Wesentlichen der eigentliche Politikinhalt gesehen, dem damit häufig auch das Hauptaugenmerk gilt. Dabei sollen in dieser Arbeit unter diesem Ausdruck v.a. grundsätzliche Handlungsorientierungen von Systemakteuren verstanden werden.[36] Häufig wird der Begriff des Politikinhalts auf generelle Regelungen bezogen, die sich auch mit den Begriffen von Zielen, Strategien oder Grundsätzen in Verbindung bringen lassen, auch wenn dieser Zusammenhang gerade im Hinblick auf Fähigkeiten stets genauer zu untersuchen ist.[37] Vielfach wird auch darauf hingewiesen, dass Politikergebnisse nicht unbedingt den ursprünglichen Intentionen entsprechen müssen.[38] Besonders dieser Punkt wird später noch präzisiert werden.

Mit der „Polity“ wird dagegen im politikwissenschaftlichen Sprachspiel üblicherweise der institutionelle Rahmen verstanden, der an der Verfassung orientiert ist. Die Polity wird auch als das „politische System“ bezeichnet, innerhalb dem „Politik“ gemacht wird.[39] Damit wird die Form oder Ordnung des politischen Objektbereichs thematisiert, aber u.U. auch Fragen eines grundlegenden Wandels behandelt.[40] Vielfach wird auf die Bedeutung der Systemtheorie in Form des strukturellen Funktionalismus für diese Politiksicht hingewiesen.[41] Während die Policy- Dimension nach Sternberger[42] eher einem „aristotelischem“ Verständnis von Politik entspricht, herrscht in diesem Fall eine „augustinische“ Sichtweise vor. Die „Politics“ schließlich sieht als „macchiavelistische“ Perspektive den politischen Prozess im Vordergrund. Prozesse der Interessen- bzw. Machtdurchsetzung bilden hierbei den Schwerpunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Dass Fragestellungen dieser Dimension vielfach durch handlungstheoretische, bisweilen sogar psychologische Erkenntnisse mitgeprägt sind, lässt sich sicherlich leicht nachvollziehen.[43]

Wie eingangs bereits erwähnt, lassen sich mit Hilfe dieses dreidimensionalen Begriffsverständnisses[44] natürlich auch Vorgänge in betriebswirtschaftlichen Organisationen beleuchten. Dabei wird jedoch der betriebswirtschaftlichen Forschung bisweilen eine gewisse „Schieflage“ attestiert. Einerseits wird zwar das Wissen um ein politisches Sprachspiel nicht unbedingt geleugnet, jedoch selten alle relevanten Vorgänge eines Sozialsystems damit auch betrachtet. Andererseits beschränken sich derartige Untersuchungen vielfach auch nur auf eine Erklärungsperspektive. Gerade das macchiavellistische Politikverständnis, nach dem Fragen der Macht und der Durchsetzung von Interessen vorrangig sind, scheint den „Mainstream“ der Organisationsforschung zu dominieren.[45] Um dem entgegenzuwirken, soll die Forderung von Kirsch nach einem „unverkürzten Politikverständnis“ aufgegriffen werden und auch dieser Arbeit zu Grunde liegen.[46]

2.2. Formulierung von Politikinhalten

Nachdem die zentralen Dimensionen der Politik im vorangegangenen Teil vorgestellt wurden, soll nun der Einfluss auf die Politik eines Systems durch die Formulierung von Politikinhalten betrachtet werden. Dazu wird sich zunächst dem Begriff des Policy Makings genähert. Schließlich soll, auch vor dem Hintergrund eines unverkürzten Politikverständnisses, dann der Einfluss der Polity- sowie der Politics-Kategorie auf diese Politikgestaltung berücksichtigt werden.

Unter dem Policy Making selbst wird in dieser Arbeit primär die Ausgestaltung des Politikinhaltes – also der Policy – verstanden. Durch diese Politikgestaltung soll also dem sozialen System zu einer Richtung verholfen werden.[47] Mitunter wird dieses Vorgehen in den Wirtschaftswissenschaften auch mit dem Begriff der Führung in Verbindung gebracht. Dagegen ist in den Gesellschaftstheorien eher der Begriff der Steuerung gebräuchlich.

Wie sich aus dem ersten Teil leicht schließen lässt, kann die Gestaltung einer Policy oder eines Bündels von Policies innerhalb eines Systems kaum unabhängig von struktur- wie prozessorientierten Aspekten betrachtet werden.[48] Dabei ist in der Politikwissenschaft bisweilen auch die Rede von einer abhängigen Variablen Policy, auf die die beiden unabhängigen Variablen Polity und Politics einwirken.[49] Dies ist sicherlich eine stark simplifizierende Darstellung, die im dritten Teil dieses Absatzes noch zu relativieren ist. Dennoch mag sie als erster Zugang dienen, um die Wirkungsweisen in einem politischen System zu klären. Beginnt man mit dem Terminus Institution, lässt sich dieser als verbindlich anerkannte, dauerhafte Regelung erklären, die in einer Vielzahl dann einen strukturierenden Rahmen für die Handlungen von Systemakteuren bildet.[50] Diese Institution stellt als Polity die vorgegebene, jedoch nicht unveränderliche Ordnung für das politische Agieren der Akteure dar.[51] Die prozeduralen Aspekte einer Politikgestaltung in Form der Politics-Dimension kommen dann ins Spiel, wenn es innerhalb dieses Ordnungsrahmens zu irgendwie gearteten Interaktionen oder Aushandlungen derjenigen Akteure kommt, die in einem politischen Prozess involviert sind.[52] Dabei wird nicht selten von einem konflikthaften Bemühen gesprochen, die eigenen Interessen durchzusetzen, weshalb in der Literatur oft auch auf die zentrale Bedeutung des Mediums Macht für das Individuum hingewiesen wird.[53] In der Folge kommt es üblicherweise zu einer Selektion von Policy-Kandidaten, also zu einer Auswahl potenzieller Politikinhalte und deren Autorisierung. Dieser Output wirkt schließlich wieder auf das Handeln der Akteure und v.a. auf die Polity des Systems zurück, weshalb man von einem dynamischen Prozess sprechen kann.[54] Im weiteren Verlauf soll dieser gesamte Prozess von der persönlichen Interaktion, über die Selektion bis zur Autorisierung eines Politikinhaltes als „Formulierung“ bezeichnet werden.

Somit lässt sich zunächst festhalten, dass das Policy Making sich in dieser dargestellten Sichtweise als ein dynamischer Prozess darstellt, der durch ein machtrelevantes Interagieren von Akteuren innerhalb der institutionellen Rahmung des Sozialsystems geprägt ist. Der Output dieses Zusammenwirkens wird schließlich in der Autorisierung, also der Formulierung bestimmter Policies gesehen. Damit wird man aber u.U. dem Entstehen von Politikinhalten in Sozialsystemen nicht gerecht. So kann man davon ausgehen, dass der autorisierte Output nicht unbedingt mit den politischen Resultaten übereinstimmt. Die angestrebten Ergebnisse weichen also vom späteren Impact bzw. Outcome ab.[55] Um sich diesem Sachverhalt zu nähern, gilt es nun, das dargestellte Policy Making zu erweitern.

2.3. Formierung von Politikinhalten

Wie zu Beginn dieses Abschnitts bereits angedeutet wurde, kann die dargestellte Politikformulierung auch nicht-intendierte Folgen nach sich ziehen.[56] Darüber hinaus ist ebenfalls die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass die grundsätzlichen Handlungsorientierungen der Akteure – also die Policies – aus dem sozialen Gesamtgeschehen eines Systems hervorgehen, ohne dass es davor zu einem Autorisierungsprozess gekommen wäre. Die oben gemachte Darstellung einer Politikgestaltung ist also hinsichtlich dieser Sachverhalte nun zu erweitern.

Gerade im Bereich der Organisationstheorie wird vermehrt auf die Möglichkeit verwiesen, dass Politikinhalte im Sinne von generellen Regelungen nicht unbedingt aus einer bewussten Formulierung hervorgehen müssen, sondern sich auch als emergentes Phänomen[57] begründen lassen. So ist es beispielsweise denkbar, dass sich im Zuge von Entscheidungen über konkrete Maßnahmen auch Politikinhalte mit herausbilden, die dann für nachfolgende Episoden – quasi als „Nebeneffekt“ – Handlungsorientierungen für die Systemakteure darstellen.[58] Diese „formierten“

Policies wurden also mitunter gar nicht in oben dargestellter Weise autorisiert. Obwohl sie also möglicherweise nie auf der politischen Agenda des Systems waren und auch nie darüber verhandelt wurde, kann ihnen dennoch politischer Wille attribuiert werden, da sie „von allen geteilte Selbstverständlichkeiten“[59] darstellen. Es kann ihnen unterstellt werden, dass diese Politikinhalte autorisiert werden würden, wenn sie hinsichtlich einer Entscheidung auf die Agenda kämen.[60]

Nimmt man nun an, dass diese „Formierung“ nicht nur eine Alternative der Formulierung darstellt, sondern die Bildung von Politikinhalten dominiert, so wandelt sich das bisher dargestellte Bild des Policy Makings: Es wird demzufolge angenommen, dass die Formierung von Policies zu einem hohen Grade das Ergebnis des sozialen Gesamtgeschehens des betrachteten Systems ist. Im weiteren Verlauf soll dieses Gesamtgeschehen als „Ongoing Process“ des sozialen Systems bezeichnet werden.[61] Dieser Ongoing Process wird insofern dominierend für das Hervorgehen von Policies angesehen, als dass hier Reflexionen, also interpersonelle Auseinandersetzungen, über potenzielle Policies stattfinden. Durch diese Reflexionen im Ongoing Process können dann Themeninhalte, die mögliche Policy-Kandidaten darstellen, zu Politikinhalten werden. Die Formulierungen als Output von politischen Entscheidungen, wie sie oben noch dargestellt wurden, mögen auf diese Politikgenese u.U. einen deutlichen Einfluss haben. Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese Annahmen sich nicht nur in Organisationen, sondern sicher auch in umfangreicheren gesellschaftlichen Sozialsystemen wiederfinden lassen. Genauso wie beispielsweise für Unternehmungen das Gewinnziel als so selbstverständlich angesehen wird, dasses wohl selten einer expliziten Formulierung braucht[62], so lässt sich für Gesellschaftssysteme die Erreichung von Vollbeschäftigung, die Wohlfahrt oder der sozialem Frieden ebenfalls als von allen geteilte Selbstverständlichkeiten einordnen. Somit soll ein Primat formierter Policies – in Analogie zur Führungslehre Kirschs – auch in dieser Arbeit vorherrschen.

2.4. Politikgestaltung in ausdifferenzierten Sozialsystemen

Um das politische Vorverständnis für diese Arbeit abzurunden, soll noch kurz der Aspekt der Differenzierung von sozialen Systemen betrachtet werden. Dies geschieht nicht ohne Grund: Es kann die Frage nach der Politikgestaltung erst dann an Realität gewinnen, wenn berücksichtig wird, dass Sozialsysteme keinesfalls monolithische Blöcke sind, sondern sich darin sehr wohl auch unterschiedliche soziale Sphären ausbilden. Es wird nun im folgenden Textteil keinesfalls versucht, eine vollständige Darstellung des Differenzierungsgedanken zu liefern. Lediglich wenige Punkte werden herausgestellt, die dann bei der Bearbeitung im dritten Kapitel erneut aufgegriffen werden.

Unter der Ausdifferenzierung eines gesellschaftlichen Sozialsystems[63] versteht man grundsätzlich die Entstehung und Verselbstständigung von Teilsystemen. Diese Differenzierung resultiert aus Entwicklungs- bzw. Modernisierungstendenzen, wonach sich jedes Teilsystem auf eine bestimmte Funktion innerhalb des Gesamtsystems spezialisiert. In der Folge wird die Reproduktion des Sozialsystems letztlich in den Teilsystemen realisiert.[64] In der Literatur wird drauf hingewiesen, dass sich von Seiten der Politikwissenschaft im Wesentlichen zwei Ansätze anbieten, um dieses Phänomen hinsichtlich eines Policy Makings zu beleuchten.[65] Dies ist einerseits die Pluralismustheorie und zum anderen der Neo-Korporatismus[66]. Beide Zugänge können im Rahmen dieser Arbeit unmöglich in vollem Umfang vorgestellt werden. Dennoch sollen bedeutende Tendenzen hervorgehoben werden. Der Vorteil beider Ansätze ist dabei sicher, dass sie diese Differenzierung aufgreifen und plausible Modelle liefern, wie verschiedenartige Einheiten eines Sozialsystems auf die Politikgestaltung wirken. So lässt sich für beide Denkrichtungen sagen, dass sie neben einer zentralen Führungsinstanz explizit den Einfluss weiterer kollektiver Akteure an der Politikgestaltung berücksichtigen, um den Differenzierungstendenzen Rechnung zu tragen.[67] Der zentrale Unterschied ist dabei ganz offensichtlich, dass im Neo-Korporatismus ein „multilateraler Verbund“[68] durch einen „starken Staat“ gebildet wird, der die wohlorganisierten und zumeist verbandlichen Einheiten im Sinne einer gleichberechtigten Weise in die Politikgestaltung einbindet oder u.U. sogar einen gesellschaftlichen Selbstregulierungsprozess induziert.[69] Während also im Neo-Korporatismus der soziale Einfluss von Verbände im Vordergrund steht, wird in der Pluralismustheorie – beispielsweise unter Hinweis auf den Lobbyismus – die Wirkung von Interessenmacht im Sozialsystem unterstrichen. Es wird also nicht die direkte Einbindung organisierter Gruppen vorangestellt. Vielmehr steht die indirekte Beeinflussung der zentralen Führungsinstanz durch einflussreiche kollektive Akteure im Vordergrund. [70]

Soll nun vor diesem Hintergrund ein Policy Making aufgezeigt werden, lässt sich zunächst sagen, dass die zu Beginn des Abschnitts gemachten Annahmen nicht an Bedeutung verlieren. So konkretisiert sich der zunächst skizzierte Prozess des Aushandelns und der Selektion von Politikinhalten durch das Phänomen der Differenzierung. Waren die politisch aktiven Akteure bisher nicht näher umschrieben, lässt sich jetzt ein Zusammenspiel von Teilsystemen in Form der kollektiven Akteuren mit einer wie auch immer gearteten Führungsinstanz annehmen. Vor dem Hintergrund einer Formierung von Policies ist dann auch davon auszugehen, dass der gesamte Ongoing Process und damit die gesamte Genese von Politikinhalten nicht unwesentlich von diesem Zusammenspiel geprägt ist. Es sei noch darauf hingewiesen, dass durch die Annahme von Teilsystemen sich natürlich auch die Ausbildung von Policies innerhalb dieser einzelnen sozialen Sphären vermuten lässt. Die Genese von Politikinhalten des Gesamtsystems bleibt davon nicht unberührt und wird dadurch vermutlich sehr voraussetzungsvoll.

Somit lässt sich also der Einfluss mehrerer Akteure auf den Ongoing Process annehmen. Es wird jedoch in diesem Fall die funktionale Rolle einer Führungsinstanz in beiden Differenzierungsmodellen zu hinterfragen sein. Im Fall des Neo-Korporatismus werden die kollektiven Akteure durch einen „starken Staat“ im Sinne einer Partizipierung zusammengeführt, während sich eine zentrale Instanz in der Pluralismustheorie durch die kollektiven Akteure – überspitzt formuliert – von außen „manipulieren“ lässt. Der Blick in die Welt verrät aber leicht, dass der „moderne Staat“ als Symbol für eine irgendwie geartete Führungsinstanz in Abhängigkeit vom jeweiligen Themenfeld mal stark und mal weniger stark sein kann und sich vielleicht auch zeitweise ganz aus der politischen Interaktion zurückzieht.

Es lässt sich also zusammenfassend festhalten, dass es im Verlauf dieses Abschnitts das ursprünglich skizzierte Zusammenwirken der drei Politikdimensionen zu relativieren galt. Durch die Berücksichtigung von „emergenten“ Policies, die also infolge von Reflexionen im Ongoing Process entstehen, war auch das Policy Making dahingehend anzupassen. Es lässt sich jedoch auch annehmen, dass der zu Beginn dargestellte Process der Formulierung von Politikinhalten auf diese Formierung Einfluss hat. Betrachtet man schließlich auch die relevanten politischen Akteure dieses Zusammenspiels näher, lässt sich dann annehmen, dass offensichtlich verschiedene kollektive Akteure gemeinsam mit einer Führungsinstanz auf die Politikgestaltung einwirken. Die Funktion einer zentralen Instanz, wie sie mittels der üblichen Politikmodelle abgebildet wird, ist dabei zu hinterfragen und wird mit dem Policy-Netzwerk im dritten Kapitel nochmals angeschnitten.

3. Thematisierung von Akteurverbindungen und Netzwerken in der Sozialwissenschaft

Das Ziel dieses ersten Kapitels ist es, einen sozialwissenschaftlichen Rahmen für die gesamte Arbeit zu schaffen. Das bedeutet zum einen, die Anschlussfähigkeit an die Betriebswirtschaftslehre zu gewährleisten, ferner auch das relevante Sprachspiel für eine Betrachtung von Politik in Sozialsystemen darzulegen. Mit diesem Abschnitt wird nun schließlich noch aufgezeigt, welche Bedeutung es hat, sich in der Sozialwissenschaft mit Verbindungen zwischen Akteuren bzw. allgemein mit Netzwerken zu befassen. Dabei soll anhand der sozialwissenschaftlichen Kontroverse von Mikro- und Makrobetrachtung argumentiert werden. Deren Relevanz ist bereits im Rahmen der Policy-Analyse im Zusammenhang mit den sich gegenüberstehenden Dimensionen von Polity und Politics angeklungen. Im weiteren Verlauf wird dann auch zu zeigen sein, wie die Thematisierung von Akteurverbindungen sozialwissenschaftlich schließlich zu verorten ist.

3.1. Kontroverse von Mikro- und Makrosicht in der Sozialwissenschaft

Die Darstellung der Mikro-Makro-Debatte, die sich auch unter dem Problem der sozialen Ordnung[71] oder anderen Bezeichnungen in der Literatur wiederfindet, lässt sich im ersten Zugriff am ehesten am Unterschied zwischen einer handlungs- und einer systemtheoretischen Sichtweise herausstellen. Dabei erscheint der Eindruck, dass dieser Perspektivengegensatz in der Sozialwissenschaft über Jahrzehnte geradezu dichotomisch gegeneinander ausgespielt wurde, während inzwischen eher beide Perspektiven gleichberechtigt für die Annäherung an ein soziales Phänomen benützt werden.[72] Kirsch stellt unter Bezug auf eine Außen- und Binnenperspektive eines Sozialsystems auch fest, dass die Gegensätze von handlungs- und systemtheoretischen Ansätzen „in unterschiedlichen Ausprägungen die gegenwärtige Grundlagendiskussion der Sozialwissenschaften dominieren und damit auch Auswirkungen auf die organisationstheoretische Diskussion besitzen.“[73] Der Vollständigkeit halber sollen nun die Grundzüge beider Sozialtheorien[74] schlaglichtartig dargestellt werden, auch um die Analogie zu der im vorhergehenden Abschnitt aufgezeigten Policy-Analyse herausstellen zu können.

Die Systemtheorie in ihrer ursprünglichen Form, wie sie gerade in den fünfziger und sechziger Jahren die Auseinandersetzung um soziale Phänomene prägte, eröffnet im wesentlichen eine Makroperspektive auf das Sozialsystem. Diese Systeme werden dabei grundsätzlich als Komplexe betrachtet, deren Elemente in Interaktion stehen.[75] Die Individuen selbst werden nur indirekt betrachtet und finden damit als Elemente kaum oder gar keine explizite Beachtung.[76] Der Akzent wird also vielmehr auf die Institutionen und deren Funktion für die Erhaltung der sozialen Ordnung gelegt.[77] Besondere Ausprägungsformen der Systemtheorie stellen u.a. die kybernetische[78] und die strukturell-funktionalistische[79] Konzeption dar. Während im ersten Fall ein dynamisches Konzept skizziert wird, das den Prinzipien eines Regelkreislaufs entspricht, lässt sich im Fall der strukturell- funktionalistische Sicht der Systemtheorie eine dominierende Sozialisation bzgl. der Normen des Systems annehmen. Wird diesen systemischen Erwartungen durch die Akteure, die damit also Rollenträger darstellen, funktional entsprochen, so wird das System stabilisiert und damit reproduziert.[80]

Die Handlungstheorie[81] dagegen, die die sozialwissenschaftliche Diskussion v.a. in den siebziger und achtziger Jahren wesentlich prägte, sieht nicht mehr die systemische Struktur, sondern v.a. den individuellen Akteur im Mittelpunkt der Erklärung. Der Rational-Choice-Ansatz kann dabei als bekanntester Vertreter dieser Theorierichtung bezeichnet werden. Innerhalb der handlungstheoretischen Perspektive wurde ursprünglich besonders auf das Konzept des Homo Oeconomicus abgestellt, der als rationaler Nutzenmaximierer egoistisch auf seinen persönlichen Vorteil bedacht ist. Diese simplifizierenden und vielfach kritisierten Annahmen sind innerhalb der Handlungstheorie in den letzten Jahren erweitert und zu einem komplexen Modell des sozialen Handelns ausgebaut worden.[82]

Hinsichtlich dieser beiden Theorierichtungen soll nochmals die Politikbetrachtung des letzten Abschnitts rekapituliert werden. So wird in der politikwissenschaftlichen Literatur bisweilen darauf hingewiesen, dass beide Sichtweisen als wesentliche Konzepte einer „politischen Steuerung“ herangezogen werden.[83] Für den Fall der in dieser Arbeit dominierenden Policy-Analyse lässt sich dies noch präzisieren. So kann die Politics-Dimension durchaus einer handlungstheoretischen Mikroperspektive und die Polity-Dimension auch eher der Systemtheorie, insbesondere dem Strukturfunktionalismus zugeordnet werden.[84]

Festzustellen bleibt demzufolge, dass besonders in der Vergangenheit handlungstheoretische den systemtheoretischen Konzepten für die Erklärung allgemeiner, aber auch politischer Vorgänge in Sozialsystemen gegenüberstanden. Diese Abgrenzung kann natürlich kaum überschneidungsfrei geschehen. Dennoch lässt sich festhalten, dass die damit angedeutete Kontroverse der Sozialwissenschaften seit vielen Jahren besteht. Demnach wird zu klären sein, inwieweit sich die Betrachtung von Verbindungen zwischen Akteuren in dieses Spannungsfeld einfügt. Zunächst wird jedoch die Kritik an dieser Dichotomie und Versuche deren Auflösung aufzuzeigen sein.

3.2. Colemans Kritik an der vernachlässigten Mikro-Makro-Integration

Nachdem zunächst zwei wesentliche klassische Betrachtungsweisen der Sozialwissenschaft in aller Kürze vorgestellt wurden, aus deren Perspektive sich auch die Politik in sozialen Systemen beleuchten lässt, sollen im folgenden Textteil nun Schwächen aufgezeigt werden, die aus einer nur einseitigen Betrachtungsweise herrühren. Um die Skepsis an der als klassisch zu bezeichnenden Kontroverse von Mikro- und Makrobetrachtung aufzuzeigen, soll die Argumentation Colemans aufgegriffen werden, da er seine Kritik nicht nur konkret untermauert, sondern auch eine Auflösung dieses Spannungsfeld konzipiert.

Coleman hebt bereits Mitte der achtziger Jahre die Defizite einer einseitigen Betrachtung von Sozialphänomen aus einer Mikro- oder einer Makroperspektive hervor.[85] Dabei kritisiert er v.a. den fehlenden Bezug zueinander. Er zeigt die zunehmende Entfremdung beider Perspektiven am Beispiel der empirischen Sozialforschung. Diese hat sich, sicher auch aufgrund eines Fortschritts in der Statistik und der Digitalisierung, im Verlauf der Zeit zunehmende dem Handeln der einzelnen Systemakteure zur Erklärung von gesellschaftlichen Phänomenen zugewendet. Die Makroperspektive wird dagegen von sozialwissenschaftlichen Theorien erfasst, die das Akteurverhalten nur unzureichend integrierten. Besonders in der strukturfunktionalistischen Systemtheorie – so wird unterstrichen – wird die Betrachtung des Individuums fast gänzlich aufgegeben. [86]

Problematisch ist für Coleman nun, dass die originäre Funktion gesellschaftlicher Theorien, ein „Systemverhalten“[87] zu erklären, dadurch verloren geht. Er weist darauf hin, dass für einen umfassenden Erklärungsansatz eine Mikro- wie auch eine Makrosicht nötig sei. Auch für die Politik in sozialen Systemen lässt sich nach Jansen dieser Sachverhalt herausstellen:[88] So lassen sich die politischen Präferenzen der Individuen – beispielsweise im Rahmen der empirischen Wahlforschung – beliebig genau analysieren. Gerade auch vor dem Hintergrund einer Ausdifferenzierung von Teilsystemen bleibt der Einfluss von Verbänden, Verwaltung oder Interessensgruppen auf die Politikgestaltung damit jedoch unberücksichtigt.

[...]


[1] Dabei wird auch auf die Argumentationslogik des Ökonomen Frank Witt Bezug genommen, dessen Beitrag Ortmann, Sydow und Türk im Jahr 1997 publizierten (Ortmann/Sydow/Türk 1997: S. 424-448).

[2] Gutenberg 1929.

[3] Sicherlich sind auch bereits vor Gutenberg entscheidende Entwicklungen zu verzeichnen; zu nennen wäre beispielsweise Schmalenbach, aber auch Nicklisch oder Rieger. Vergleiche dazu z.B. Witt 1997: S. 427 f.

[4] Gutenberg 1929: S. 42 zitiert in Witt 1997: S. 430.

[5] Witt 1997: S. 432.

[6] Gutenberg 1989: S. 43 zitiert in Witt 1997: S. 428.

[7] Witt 1997: S. 429.

[8] Witt 1997: S. 434.

[9] Simon 1947 und March/Simon 1958.

[10] Witt 1997: S. 433.

[11] Heinen 1968 zitiert in Witt 1997: S. 434.

[12] Meffert/Kirsch 1970.

[13] Witt 1997: 434 ff.

[14] Kirsch 1977.

[15] Vergleiche dazu beispielsweise Ulrich 1988.

[16] Witt 1997: S. 437 f.

[17] Witt 1997: S. 445.

[18] Vergleiche beispielsweise Picot/Dietl/Franck 1999: S. 80 f.; grundsätzlich in Williamson 1991.

[19] Picot/Reichwald/Wigand 1996.

[20] Burell/Morgan 1979.

[21] Ortmann/Sydow/Türk 1997: S. 21 f.

[22] Bleicher 1988: S. 110.

[23] Witt 1997: S. 426.

[24] Ortmann/Sydow/Türk 1997: S. 22.

[25] Ortmann/Sydow/Türk 1997: S. 20 – dort finden sich Verweise auf Giddens 1984, Ortmann/Sydow/Windeler 1997, aber auch auf Weaver/Gioia 1994 und Weaver/Gioia 1995, die bei der Strukturationstheorie von einer „Metatheorie“ sprechen.

[26] So schreibt Witt: „Die Behandlung von komplexen Problembeständen wie der Globalisierung der Wirtschaft [...] die in der Reflexion der Wirtschaft für wichtig gehalten werden, setzt voraus, daß die Forschung sich über Entwicklungen in den anderen Sozialwissenschaften nicht nur auf dem laufenden hält, sondern ihre eigenen Theoriemittel entsprechend revidiert. “ (Witt 1997: S. 447).

[27] Ortmann/Sydow/Türk: S. 17.

[28] Witt 1997: S. 425.

[29] Kirsch 1997a: S. 213.

[30] Vergleiche dazu Kirsch 1997a: S. 496-501.

[31] Vergleiche ganz grundlegend dazu beispielsweise Kirsch 1997b: Zwischenbetrachtung D.

[32] Vergleiche Sydow 1993: S. 259 und die dort angegebenen Quellen.

[33] Vergleiche dazu Staeck 1997: S. 18 und 34. Zur Policy-Science grundsätzlich Lerner/Lasswell 1951, zum Politikzyklus Easton 1965 bzw. zum Politikfeld v.a. Lowi 1972.

[34] Vergleiche dazu beispielsweise Mayntz et al. 1988; insbesondere Kapitel 7.

[35] Vergleiche beispielsweise Böhret et al. 1988: S. 3 ff. in Kirsch 1997b: S. 78 f.

[36] Analog zu Kirsch 1997b: S. 476.

[37] Kirsch 1997b: S. 396-399.

[38] Staeck 1997: S. 34; auch Koob 1999: S. 152.

[39] Kirsch 1997a: S. 146.

[40] Kirsch 1997b: S. 81.

[41] Koob 1999: S. 152.

[42] Sternberger 1978 zitiert in Kirsch 1997b: S. 81 f. und 400-402, sowie in Dlugos 1984: S. 289.

[43] Koob 1999: S. 152.

[44] Mohr 1995: S. 31 zitiert in Kirsch 1997b: S. 79.

[45] Vergleiche dazu Dlugos 1984: S. 289, Kirsch 1997b: S. 57-88 und 400-402 oder Sydow 1993: S. 244.

[46] Kirsch 1997b: S. 79 ff.

[47] Kirsch 1997b: S. 423.

[48] Staeck 1997: S. 18.

[49] Vergleiche beispielsweise Koob 1999: S. 152.

[50] Esser 1996: S. 28.

[51] Göhler 1994: S. 9.

[52] Koob 1999: S. 150 f.

[53] Vergleiche beispielsweise Schrader 1995: S. 101.

[54] Koob 1997: S. 151 f. und 173.

[55] Koob 1997: S. 152.

[56] Vergleiche beispielsweise Staeck 1997: S. 34 oder Koob 1999: S. 152.

[57] Vergleiche v.a. Mintzberg 1978 zitiert in Kirsch 1997b: S. 438-442.

[58] Kirsch 1997b: S. 476.

[59] Kirsch 1997b: S. 476.

[60] Kirsch 1997b: S. 475 ff.

[61] Kirsch 1997b: S. 481 ff.

[62] Kirsch 1997b: S. 476.

[63] Vergleiche dazu beispielsweise Mayntz et al. 1988; insbesondere Kapitel 7.

[64] Rosewitz/Schimank 1988: S. 298.

[65] Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass v.a. in der systemtheoretischen Argumentation (Rosewitz/Schimank 1988: S. 298) auf eine Schwächung der Systemidentität und eine zunehmenden „Immunität gegenüber externer Steuerung “ hingewiesen wird (Rosewitz/Schimank 1988: S. 301). Ferner sei in diesem Zusammenhang auch auf den Ansatz der Politikverflechtung hingewiesen, in dem u.a. suboptimale Politikergebnisse infolge einer Kompetenzüberschneidung betrachtet werden (vgl. z.B. Scharpf 1985). In diesem Zusammenhang ist dann auch von einer „Politikverflechtungs-Falle“ die Rede (Scharpf 1985: S. 349 f. zitiert in Staeck 1997: S. 36).

[66] Vergleiche zum Neo-Korporatismus v.a. Lehmbruch/Schmitter 1982 und Lehmbruch 1996.

[67] Koob 1999: S. 153.

[68] Lehmbruch 1996: S. 737.

[69] Koob 1999: S. 154.

[70] Koob 1999: S. 154.

[71] Jansen 1999: S. 12.

[72] Weyer 2000: S. 28.

[73] Kirsch 1997b: S. 91.

[74] Vergleiche zum Begriff der Sozialtheorien u.a. auch Ortmann/Sydow/Türk 1997: S. 33 f.

[75] Bertalanffy 1956: S. 2.

[76] Martens 1997: S. 263 ff.

[77] Weyer 2000: S. 28.

[78] Vergleiche Wiener 1963, aber auch Easton 1965.

[79] Parsons 1976.

[80] Koob 1999: S. 33 f.

[81] Vergleiche beispielsweise Coleman 1991 oder Esser 1993.

[82] Weyer 2000: S. 28.

[83] Koob 1999: S. 12.

[84] Koob 1999: S. 152.

[85] Coleman 1986.

[86] Coleman 1986. S. 1315 ff. in Jansen 1999: S. 13.

[87] Jansen 1999: S. 14 f.

[88] Jansen 1999: S. 16.

89 von 90 Seiten

Details

Titel
Politik in sozialen Systemen - ein netzwerktheoretischer Zugang
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Lehrstuhl Prof. Kirsch - Strategische Unternehmensführung
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
90
Katalognummer
V106133
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Meine Arbeit stelle ich jedem gerne kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug bin ich jedoch sehr interessiert an jeder Art des Feedbacks. Vielen Dank!
Schlagworte
Politik, Systemen, Zugang, Lehrstuhl, Prof, Kirsch, Strategische, Unternehmensführung
Arbeit zitieren
Breiter Dominik (Autor), 2002, Politik in sozialen Systemen - ein netzwerktheoretischer Zugang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106133

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