In der vorliegenden Arbeit wird das Kinderrecht auf Bildung in der Grundschule im heutigen Deutschland im Spiegel der empirischen Bildungsforschung thematisiert. Im Fokus des menschenrechtsbasierten Ansatzes steht die praktische Umsetzung der vier Strukturelemente, die das Recht auf Bildung gemäß dem Sozialpakt der Vereinten Nationen seit 1966 kodifizieren. Die vier Strukturelemente sind auch bekannt als sogenanntes 4-A-Schema (Availability / Verfügbarkeit, Accessibility / Zugänglichkeit, Acceptability / Angemessenheit, Adaptability / Adaptierbarkeit oder Anpassbarkeit). Katarina Tomaševski (1953–2006), die frühere Sonderberichterstatterin über das Recht auf Bildung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen (1998–2004), hat das Schema zunächst entwickelt und weiter ausgearbeitet.
Es wird eine Antwort auf die bildungspolitischen und -wissenschaftlichen Fragen gesucht, ob, und wenn ja, inwiefern, in der gegenwärtigen Praxis der deutschen Grundschulbildung die Gewährleistung universeller Rechtsnormen zur Schwächung der Diskriminierungsformen führt. Eine PowerPoint-Präsentation zeigt anhand von aktuellen Praxisbeispielen die ambivalenten, jedoch überwiegend zweifellos schwerwiegenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Primarbereich.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Menschenrecht der Kinder auf Bildung. Rechtsgeschichtliche und bildungspolitische Grundlagen aus der Sicht der empirischen Bildungswissenschaft
- Chancen und Probleme bei der praktischen Umsetzung. Eine Bilanz aus der Sicht der empirischen Bildungswissenschaft
- Die Bilanz der Rahmenbedingungen
- Chancen und Probleme bei der Verfügbarkeit
- Chancen und Probleme bei der Zugänglichkeit
- Die Bilanz der Rahmenbedingungen aus der Sicht der geflüchteten Kinder
- Die Bilanz bezüglich der Bildungsinhalte, Bildungsziele und Methoden
- Chancen und Probleme bei der Angemessenheit
- Chancen und Probleme bei der Anpassbarkeit
- Die Bilanz der Rahmenbedingungen
- Das Menschenrecht auf Bildung in der Grundschule in den gegenwärtigen Corona-Zeiten in Deutschland
- Abschließende Anmerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert das Kinderrecht auf Bildung in der Grundschule in Deutschland unter Berücksichtigung der empirischen Bildungsforschung. Der Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung der vier Strukturelemente, die das Recht auf Bildung gemäß dem Sozialpakt der Vereinten Nationen kodifizieren. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und inwiefern die deutschen Grundschulen universelle Rechtsnormen zur Schwächung von Diskriminierungsformen gewährleisten.
- Das Recht auf Bildung in der Grundschule aus Sicht der empirischen Bildungsforschung
- Die praktische Umsetzung des 4-A-Schemas (Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Angemessenheit, Anpassbarkeit)
- Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung des Rechts auf Bildung
- Der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Recht auf Bildung
- Diskriminierungsformen im deutschen Bildungssystem
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des Kinderrechts auf Bildung in der Grundschule ein und stellt die vier Strukturelemente des 4-A-Schemas dar. Kapitel 2 beleuchtet die rechtsgeschichtlichen und bildungspolitischen Grundlagen des Kinderrechts auf Bildung aus der Sicht der empirischen Bildungswissenschaft. In Kapitel 3 werden die Chancen und Probleme bei der praktischen Umsetzung des Rechts auf Bildung in der Grundschule aus der Sicht der empirischen Bildungsforschung analysiert. Dabei wird die Bilanz der Rahmenbedingungen sowie der Bildungsinhalte, Bildungsziele und Methoden beleuchtet. Kapitel 4 untersucht den Einfluss der aktuellen Corona-Pandemie auf das Menschenrecht auf Bildung in der Grundschule in Deutschland.
Schlüsselwörter
Kinderrecht auf Bildung, Grundschule, empirische Bildungsforschung, 4-A-Schema, Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Angemessenheit, Anpassbarkeit, Corona-Pandemie, Diskriminierung, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das 4-A-Schema im Kontext des Rechts auf Bildung?
Das Schema steht für Availability (Verfügbarkeit), Accessibility (Zugänglichkeit), Acceptability (Angemessenheit) und Adaptability (Anpassbarkeit) von Bildungsangeboten.
Welche Auswirkungen hatte die COVID-19-Pandemie auf die Grundschulbildung?
Die Pandemie führte zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen im Primarbereich, die in der Arbeit als ambivalente Herausforderungen für die Gewährleistung des Bildungsrechts analysiert werden.
Wie wird die Situation geflüchteter Kinder in Bezug auf Bildung bewertet?
Die Arbeit zieht eine spezifische Bilanz der Rahmenbedingungen für geflüchtete Kinder und untersucht deren Chancen auf einen gleichberechtigten Zugang zur Grundschule.
Wer entwickelte das 4-A-Schema ursprünglich?
Das Schema wurde von Katarina Tomaševski, der früheren UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Bildung, entwickelt und ausgearbeitet.
Gibt es Diskriminierung im deutschen Grundschulsystem?
Die Arbeit untersucht, inwiefern universelle Rechtsnormen in der Praxis tatsächlich dazu führen, bestehende Diskriminierungsformen im Bildungswesen zu schwächen.
Was wird unter „Anpassbarkeit“ (Adaptability) von Bildung verstanden?
Damit ist gemeint, dass Bildungssysteme flexibel genug sein müssen, um sich an die Bedürfnisse verschiedener Schülergruppen und gesellschaftliche Veränderungen anzupassen.
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- Krisztina Kaltenecker (Autor), 2021, Das Recht auf Bildung in der Grundschule. Chancen und Probleme bei der Umsetzung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1061399