Trends im Zeitungs- und Zeitschriftenlayout


Hausarbeit, 1999
28 Seiten, Note: 1,7

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Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 WAS IST EIN RELAUNCH?

3 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DES LAYOUTS

4 URSACHEN DER UMGESTALTUNG
4.1 ÄNDERUNG DES LESEVERHALTENS

5 USA TODAY- DER TRENDSETTER
5.1 STUDIE DES POYNTER-INSTITUTES - BELEG FÜR DEN ERFOLG
5.2 MARIO R. GARCÍA - DER MACHER

6 GRUNDLAGEN EINER RENOVATION
6.1 ÄNDERUNG DES JOURNALISMUS ALS VORAUSSETZUNG

7 TRENDS UND IHRE VERWIRKLICHUNG IN ZEITUNGEN
7.1 DIE TITELSEITE ALS SCHAUFENSTER
7.2 SCHRIFT
7.3 UMBRUCH
7.4 FARBE
7.5 CLUSTER
7.5.1 Mögliche Auslagerungen der Themen
7.5.2 Informationsgrafiken
7.6 UMGANG MIT WEIßER FLÄCHE
7.7 AUFLOCKERUNG VON TEXTEN
7.8 FORMAT

8 DAS DESIGN IN ZEITSCHRIFTEN
8.1 GRUNDLAGEN DER ZEITSCHRIFTENGESTALTUNG
8.2 DAS COVER UND SEINE ENTWICKLUNG AM BEISPIEL DERCOSMOPOLITAN
8.3 REAKTIONEN AUF EINE RENOVATION AM BEISPIEL DESSPIEGEL

9 ZUKUNFTSIDEEN AUF DER BASIS DES ERARBEITETEN

10 SCHLUSSWORT

11 LITERATURVERZEICHNIS

12 WEITERFÜHRENDE LITERATUR

13 ANLAGEN
13.1 ANLAGENVERZEICHNIS

1 Einleitung

Ob Informationszeitalter, Reizüberflutung oder Zeitdefizit, spätestens seitdem E-Mails Briefe ersetzen und der Griff zur Fernbedienung für den Fernseher in vielen Haushalten ein allabendliches Ritual geworden ist, müssen sich auch Zeitungen und Zeitschriften mit eben diesen Schlagwörtern und deren Bedeutung auseinandersetzen. Die Bindungen an einzelne Medien haben sich stark gelockert und Chefredakteure wie Reporter müssen viel dafür tun, um mit der Zeit Schritt halten zu können.

Diese Arbeit soll eine Folge dieser rasenden Entwicklung näher beleuchten, das schnellebige Layout und ununterbrochene Renovationen von Zeitungen und Zeitschriften. Es ist nicht länger nur deren Aufgabe, Nachrichten zu vermitteln und diese nachzubereiten, inzwischen stellt der Leser höhere Ansprüche. Hatte er vor wenigen Jahren noch die Wahl zwischen nur wenigen speziellen journalistischen Produkten, so überschüttet ihn der Markt heute mit einer wahren Flut von Publikationen. Doch wie wirken sich diese Faktoren auf die Gestaltung einer Zeitung aus? Was ist heute für Zeitschriftenmacher zu beachten? Warum sind selbst konservative Zeitungen gezwungen, Zugeständnisse an das Layout zu machen? Wie verändert sich mit dem Relaunch der Inhalt?

Diesen Fragen möchte ich in dieser Hausarbeit auf den Grund gehen. Einerseits möchte ich beweisen, daßein gutes und modernes Design unbedingt an hochwertige journalistische Inhalte gebunden ist, andererseits ist es mir wichtig, nicht nur eine Analyse des Ist-Zustandes zu geben, sondern basierend darauf auch Möglichkeiten für die Zukunft aufzuzeigen.

Mit Hilfe von Ansichten verschiedener Autoren werde ich zeigen, wie differenziert die Standpunkte der einzelnen Zeitungs- und Zeitschriftenmacher sind und wie klar der Trend dennoch zur Modernisierung geht. Durch eine Fülle von Beispielen ist es mir möglich, meine Thesen zum Thema zu belegen und einen interessanten Überblick über die heutigen Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. Durch Belege von Verlagen ist es mir außerdem gelungen, Reaktionen auf veränderte Gestaltungskonzepte darzustellen.

Anhand meiner Gliederung wird der lange Weg der Zeitungen und Zeitschriften von der reinen Nachrichtenübermittlung über die Einflüsse durch Fernsehen und technische Neuerungen bis hin zur Anpassung an das immer mehr begrenzte Zeitbudget des Lesers und das Verständnis der Zeitung und Zeitschrift als Markenartikel deutlich.

Ich werde versuchen, objektive Betrachtungen mit meiner eigenen Sichtweise zu verknüpfen, um so eine umfassende aber auch angenehm zu lesende Dokumentation vorzulegen.

2 Was ist ein Relaunch?

Jede Zeitung oder Zeitschrift begreift sich selbst als einen Markenartikel. Ähnlich wie die Marke der Schuhe oder der Duft des Parfüms soll die Publikation ihren Leser charakterisieren. „Zeige mir deine Zeitung und ich sage dir, wer du bist!“ heißt das Kredo. Jede journalistische Publikation hat ihre Eigenheiten und Vorlieben, die neben dem Inhalt auch durch das Textdesign vermittelt werden sollen. Design ist die „formgerechte und funktionale Gestaltgebung und die so erzielte Form eines Gebrauchsgegenstandes.“1 Es ist also Aufgabe des Layouters, Funktionalität mit einem bestimmten Stil zu vereinen, um so ein Medium zu schaffen, welches die Leser anzieht, sie an sich bindet und vertritt.

Die oben beschriebene Leser-Blatt-Bindung hat sich in den letzten Jahren stark verringert. Vor allem die jungen Leser zeigen immer weniger Lust auf die tägliche Zeitungslektüre, so verringerte sich der Anteil der zeitungslesenden Vierzehn- bis Neunzehnjährigen in den alten Bundesländern von 74,9% (1982) auf 61,6%( 1993).2 Um dem und anderen Faktoren, auf die ich in Punkt 4 noch eingehen werde, entgegenzuwirken, modernisieren sich Zeitungen und Zeitschriften. Sie führen ein „Facelifting“, eine Renovation oder auch einen Relaunch durch, um nur einige Bezeichnungen zu nennen, die das Image verbessern, das Layout moderner wirken lassen und vor allem die Verkaufszahlen ansteigen lassen sollen.

Doch ein Relaunch ist viel mehr, eine komplexe Angelegenheit die das ganze Produkt und seine Vermarktung umfasst. Schon Goethe sagte: „Immer strebe zum Ganzen!“3, und so ist nicht nur ein erneuertes Layout, sondern ein komplett erneuertes Gesamtkonzept für Zeitung und Zeitschrift anzustreben. Dazu ist es notwendig, auch Leser, Inserenten, den Anzeigenfachmann und den Vertrieb, sowie die Autoren, Redakteure und Layouter an der Erneuerung teilhaben zu lassen.4 „Die Kundenstruktur ist der Dreh- und Angelpunkt einer jeden Relaunchdiskussion“5 und immer wieder muss man sich eben diesen Kunden, der erreicht werden soll, vor Augen halten. Desweiteren dient der Relaunch der Infragestellung der schon oben genannten Blattpersönlichkeit. Im Mittelpunkt der neuen Ideen sollte die Weiterentwicklung dieser unbedingt im Vordergrund stehen, ebenso die Frage, wie das Produkt sein Leistungsprofil weiterentwickeln kann. Auch ist wichtig, wodurch man sich im Wettbewerb von den anderen Publikationen unterscheiden möchte.6 Eine Blatterneuerung ist aber nur dann vollständig, wenn auch die Vermarktung des Produkts und die Möglichkeiten der Werbung neu überdacht und gegebenenfalls geändert werden. Weitere Punkte wie die Überprüfung des Heftaufbaus und die Frage nach der Einbeziehung neuer Arbeitskräfte in das neue Blatt will ich hier nur nennen.

Ziel ist es, den Leser und seine Ansprüche zufrieden zu stellen, mit der Konkurrenz Schritt zu halten und dem Markenanpruch noch besser gerecht zu werden, eben ein „verstärkter Werbeeinsatz für ein schon länger auf dem Markt befindliches Produkt.“7

3 Geschichtliche Entwicklung des Layouts

Den Weg zum heutigen Zeitungsdesign kann man in fünf Zeitabschnitte einteilen.8

Zwar bezieht sich das hier genannte Modell auf Amerika, aber aufgrund der Gegebenheit, dass Amerika immer eine Art „Trendsetter“ ist und war, trifft es ebenso - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung - auf Europa zu.

Im späten 19. Jahrhundert regierte in den Zeitungen der Victorian Style, welcher schmale Spalten und kaum Bilder aufzuweisen hatte. Die Spalten wurden mit Meldungen regelrecht „abgefüllt“. Es existierte keine Nachrichtenhierarchie, ausgenommen die Hauptmeldung. Das Grundmuster dieses Stils hat in einige Zeitungen bis heute überlebt, beispielsweise im Wall Street Journal.

Darauf folgte der Modern Style, der bis Mitte der Dreißiger Jahre das Zeitungsbild bestimmte. Es wurde stärker sektioniert und gewichtet, „die Zeitungen übernehmen nun das ‚Ordnen der Welt‘“.9

Bis in die Sechziger Jahre dominierte anschließend der sogenannte Streamlining Style. Die beginnende Lesbarkeitsforschung schlug sich auch im Zeitungslayout nieder, vor allem auf die Typografie und die Schlagzeilen wurde Wert gelegt. Erstmals befassten sich Designer, allen voran John E. Allen, mit der Zeitungsgestaltung.

Im darauffolgenden Modular Style kann man vom beginnenden „modernen“ Zeitungsdesign sprechen. In diesen Zeitraum fällt auch die Entwicklung des Offsetdruckes, der farbige Publikationen wirtschaftlich vertretbar machte.10 Die Zeitungen wurden hauptsächlich nach dem Gesichtspunkt der Funktionalität gestaltet, wobei die Wirkungsforschung die Arbeitsgrundlage bildete.

Visual Style, seit Anfang der Achtziger Jahre benutzt, ist das Layout, welches wir heute kennen und nutzen. Das Layout ist konsequent durchstrukturiert, die Seite wird als eine Gestaltungseinheit gesehen. Es beginnt eine zunehmende Interaktion zwischen Zeitungsverlagen und Designern.

Seit Mitte der achtziger Jahre kündigte sich eine Neuinterpretation des Visual Style an, von Mario R. García „Return to the classic“11 genannt. Gemeint ist damit das Wiederaufgreifen von früheren Gestaltungselementen wie Spaltenlinien und Variationen der Typografie.

4 Ursachen der Umgestaltung

Die Berliner Zeitung hat es 1997 gewagt, Die Welt ging im November 1998 mit neuem Gesicht an den Start und sogar Bascha Mika von der Berliner tageszeitung verspricht ab März diesen Jahres eine neues „Outfit“.12 Doch warum ist es überhaupt nötig, viel Geld und Nerven in einen Relaunch zu stecken?

Neben der schon unter Punkt 2 genannten, verlorengegangenen Leser-Blatt-Bindung tauchten in den letzten Jahren viele Probleme auf, die durchaus von einer Krise auf dem Zeitungsmarkt künden13: Die Menschen haben weniger Zeit für ihre Zeitung. Sie sind nicht länger nur der einen Zeitung treu. Jüngere Altersgruppen sind kaum noch zu erreichen. Zahlungsstarke Zielgruppen der Werbung greifen lieber zur Computertastatur statt allmorgendlich in den Briefkasten und holen sich ihre Nachrichten aus dem Internet, was wiederum die Inserenten der Werbewirtschaft dazu bringt, zu anderen Medien abzuwandern, beispielsweise zum Fernsehen. Circa 3 900 Zeitungen und Zeitschriften sind derzeit auf dem Markt und nur allein letztes Jahr wurden ca. 360 neue periodische Druckwerke herausgegeben.14 Die Zahlen belegen, daßder Markt heißumkämpft ist und untereinander eine harte Konkurrenz existiert. So mußsich jeder Zeitungsmacher etwas einfallen lassen, um am überfüllten Zeitungskiosk mit seiner Publikation zum Kaufen aufzufordern. Und dies nicht nur alle paar Jahre! Die Zeitung als Marke begreifen heißt auch, eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, höchste Sorgfaltspflicht in der Produktpolitik zu betreiben und sich vor allem regelmäßig an veränderte Verbraucherwünsche anzupassen.

Um den regelmäßigen Veränderungsprozess an einem Beispiel zu erläutern, dient das Handelsblatt sehr gut. Schon vor 7 Jahren legte dort Mario R. García, der „Guru aus Florida“, Hand an.15 Im letzten Jahr widmete er sich erneut dem Relaunch, was den Verlag zusammen mit der Einstellung von 40 neuen Redakteuren, der Verstärkung der Führungsspitze und die Schaffung einer eigenen Redaktion für die Zusammenarbeit mit dem Wall Street Journal einen „zweistelligen Millionenbetrag“16 kostete. Stand bei der ersten Modernisierung vor allem die Typografie und die Überblicksgestaltung im Vordergrund, so war es diesmal die Aufgabe, mehr Farbe ins Blatt zu bringen und die Benutzung von Fotos zu verbessern. Es ist durchaus davon auszugehen, dass in wenigen Jahren eine weitere Blatterneuerung folgen wird. Da sich die Ansprüche des Konsumenten, sprich des Lesers verändern, muss sich auch die Zeitung permanent weiterentwickeln!

4.1 Änderung des Leseverhaltens

Der Zeitungsleser von heute hat weniger Zeit als noch vor 15 oder 20 Jahren. Er möchte während des Frühstücks oder der U-Bahn-Fahrt alle Nachrichten erfassen. Dies kann er nur, wenn die Zeitung nach einem immer wiederkehrenden System geordnet ist und er über die Seiten geführt wird. Statt eines einseitigen Artikels wird er Zwischenüberschriften oder Zusammenfassungen lesen. Er überschaut erst die Seite, um dann die für ihn interessanten Stücke "herauszupicken". Dieser Leser wird als Scanreader 17 bezeichnet. Das Wort ‚scan‘ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie über etwas schwenken oder überfliegen. Auf weitere Besonderheiten dieses Leseverhaltens werde ich noch in Punkt 5.1 eingehen.

5 USA Today- der Trendsetter

Als die USA Today am 15.09.1982 erstmals erschien18, glaubte niemand, dass sie innerhalb von zehn Jahren zur zweitgrößten Tageszeitung Amerikas aufsteigen würde. Sie löste in Amerika eine Graphikrevolution aus, der auch der europäische Zeitungsmarkt sich nicht entziehen konnte. Zwischenüberschriften, Informationsgrafiken, viele Fotos und „das gewisse Etwas“ im Spagat zwischen Boulevardthemen und Wirtschaftsnachrichten befriedigten die Ansprüche des Scanreaders. Sie war und ist eine Zeitung, die einen schnell erfassbaren Überblick über das Geschehen gibt und so dem geringen Zeitlimit ihrer Leser gerecht wird.

Dr. Theo Sommer, einer der Herausgeber der Zeit, betitelt die Zeitung gar als „fast food for slow readers“19,also eine Zeitung für ein fernsehgewöhntes und lesefaules Publikum, wie ihr gern nachgesagt wird. Auch vertritt das Blatt die Philosophie des „neuen Journalismus der Hoffnung“ statt des „alten Journalismus der Verzweiflung“.20 Al Neuharth, der Erfinder des Blattes, begründet dies in seinen Memoiren so: „Zyniker praktizieren den Journalismus der Verzweiflung. Die Frage, um die es geht, ist ganz einfach folgende: ob der alte Journalismus der Verzweiflung, diese höhnische Technik, die den Leser gewöhnlich entmutigt oder wütend, bzw. peinlich berührt zurückläßt, in den 80er und 90er Jahren überleben oder gar blühen und gedeihen kann. Oder ob ein neuer Journalismus der Hoffnung, eine Technik, die eine Chronik des Guten und des Schlechten, des Fröhlichen und des Traurigen anbietet und die Leser gründlich informiert und befähigt, ein Urteil darüber zu fällen, was ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient, in den bevorstehenden Dekaden die Oberhand gewinnen und sich durchsetzen wird.“21

Hierzulande findet man die gesamte USA Today -Philosophie sehr stark im Focus umgesetzt, was aber nicht heißt, daßdie Grundsätze, welche für die USA Today gelten, auch ohne Veränderung bei anderen Zeitungen angewandt werden können, auch wenn diese Methode beliebt ist. So klagt denn auch Mario R. García: „Wo immer ich hinkomme (...), ob nach Südamerika, Nordamerika, Kanada, immer sagt mir der Verleger: ‚Mein Titel mußblau sein.‘ So weit sind wir gekommen, so großist wohl der Einflußvon ‚US-Today‘.“22

5.1 Studie des Poynter-Institutes - Beleg für den Erfolg

Das von Nelson Poynter in St. Petersburg, Miami, gegründete Poynter Institute for Media Studies 23 erforschte 1990 in verschiedenen Studien die Augenbewegungen der Leser während der Zeitungslektüre.24

Dabei fiel auf: Fotos und Grafiken sind die ersten Einstiegspunkte beim Blick auf die Zeitung. Leser steigen über das dominierende Foto in die Seite ein, blicken dann auf eine dominierende Überschrift oder auf ein weiteres Foto. Auch fand man heraus, dass Farbfotos nicht unbedingt mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, viel wichtiger sind Größe und Plazierung eines Fotos.

Desweiteren steigen Leser bei gegenüberliegenden Seiten rechts mit dem Blick auf das dominierende Foto ein und wandern dann auf die linke Seite zu einem großen Foto oder einer Überschrift.

Wer nach solchen oder ähnlichen Studien arbeitet, kann schon während des Layoutens den Blick des Lesers führen. Da die USA Today eine derartige Gestaltung seit ihrer Ersterscheinen pflegte, ist ihr Erfolg unter anderem mit dieser Studie begründet worden.25

5.2 Mario R. García - der Macher

Geboren 1947 in Kuba, wanderte er 1962 in die USA aus. Er promovierte 1979 in Literaturwissenschaft. Während seiner Tätigkeit als Reporter bei Miami News wuchs sein Interesse an der graphischen Umsetzung seiner Artikel.26 Ohne eine typografische Ausbildung, aber mit einem sicheren Gefühl für die Gestaltung, wurde er schon in den frühen achtziger Jahren Berater für zahlreiche Zeitungen bei ihren Renovationen.

Er ist bekannt als Vorreiter des Visual Style und wirkte maßgeblich bei der Entstehung von USA Today mit. Inzwischen hat er rund 300 Zeitungen weltweit neugestaltet. Darunter befinden sich so renommierte Blätter wie Daily News, The Sun, das Handelsblatt und Der Tagesspiegel, um nur einige zu nennen. Außerdem ist er Dozent am Poynter Institute for Media Studies in St. Petersburg, Florida.

6 Grundlagen einer Renovation

Einer jeden Zeitungs- und Zeitschriftenrenovation sollte eine Neuerstellung des Leserprofils vorausgehen. Als Beispiel hierfür soll der Relaunch der Pforzheimer Zeitung dienen.27 Im Sommer 1998 beauftragte die Chefredaktion die ZMG (ZeitungsMarketing-Gesellschaft) aus Frankfurt am Main mit einer Repräsentativstudie. Das Einkaufs- und Informationsverhalten der ca. 320 000 Menschen aus der betreffenden Region sollte unter die Lupe genommen werden. Erforscht wurden die Haltung zum der redaktionellen Teil sowie der Werbemarkt.

Die Zeitungsinhalte der Pforzheimer Zeitung wurden auf den Prüfstand gestellt.

Eine solche Studie ist eine ausgezeichnete Grundlage für Neuerungen. So fand die ZMG in diesem Fall heraus, dass noch immer eine exzellente Leser-Blatt-Bindung vorhanden ist. Die Leser sind zufrieden mit dem täglich Nachrichtenspagat zwischen der großen Welt und ihrer eigenen Region. Jedoch ist das Image, besonders bei den 14- bis 29 - Jährigen stark verbesserungswürdig. Gewünscht wurde auch von Jung und Alt mehr Ordnung in der Zeitung und mehr Service. Damit war klar, worauf die Schwerpunkte bei der Neugestaltung gelegt werden müssen.

Um diese Grundlagen zu erhalten ist es wichtig, seinen Leser genau zu erkennen: Wer ist er? Was will er? Welche Schulbildung hat er? Dies sind nur einige wichtige Fragen die unbedingt gestellt werden müssen, um entsprechend auf ihn zu reagieren und letztendlich ein Produkt entwerfen zu können, welches er wiedererkennt und weiterhin lesen möchte.

6.1 Änderung des Journalismus als Voraussetzung

Die Erneuerung des Layouts basiert auf einem neuen Verständnis des journalistischen Produkts. Es ist nicht mehr der Autor, der allein schreibt und anschließend dem Layouter die Gestaltung überlässt, der Produktionsprozeßeiner Zeitung oder Zeitschrift der Zukunft basiert auf dem Prinzip Writing, Editing, Design (WED - Schreiben, Redigieren, Layouten).28

Das bedeutet nicht weniger als dass der Journalist schon beim Schreiben Gedanken entwickelt, wie der Artikel später gedruckt aussehen könnte, dass er zusammen mit dem Grafiker die Auslagerung von Fakten29 bespricht und zusammen mit dem Fotografen Ideen entwickelt, wie das Thema visuell umzusetzen ist. Mario R. García hat dies sehr treffend zusammengefasst: „Weder ist Design Dekoration, die zum Schlußdes Schreibens übergestülpt wird, noch ist das Schreiben notwendigerweise der erste Schritt. Gutes Redigieren bedeutet gute Planung, und das wiederum bedeutet, daßgestalterische Überlegungen frühzeitig in den Gesamtablauf einzubeziehen sind.“30 Erst das Zusammen- spiel von Reporter, Fotograf, Grafiker, Redakteur und Layouter macht das neue Design möglich. Mehr als je zuvor wird also von allen in der Zeitungsbranche Tätigen verlangt, sich auf Teamarbeit und Interesse in Bezug auf die Zusammenhänge des Zeitungmachens einzustellen. Diese Weiterentwicklung muss vor allem in den Köpfen der Journalisten erfolgen, was nicht einfach ist, denn:„Zu oft arbeiten die Leute auf unterschiedlichen Seiten einer Grenzlinie in der Redaktion, die ‚world people‘ von den ‚picture people‘ getrennt.“31 Aber Innovation heißt eben auch, über seinen eigenen Schatten zu springen!

7 Trends und ihre Verwirklichung in Zeitungen

Im folgenden Kapitel soll geklärt werden, was heutige Maßstäbe für die Zeitungsgestaltung sind, wie sie umgesetzt werden. An Beispielen soll gezeigt werden, welche Zeitungen in welcher Art und Weise die Trends in ihrem Layout verarbeiten.

Kern der folgenden Ideen ist, und das sollte man sich immer wieder vor Augen halten, einem fernsehgewohnten und lesefaulen Publikum mit „Mitteln des Fernsehens“ in der Zeitung zu begegnen.32

7.1 Die Titelseite als Schaufenster

Die Zeitungen von heute nutzen jede Gelegenheit, um auf einen Artikel im Innern zu verweisen. Anrissleisten mit kleinen freigestellten Bildern zum Neugierigmachen sind absolut „in“. Dabei gibt es einen Trend, diese Anrissleisten direkt unter den Zeitungskopf zu stellen.33

Sehr gut zu sehen ist dies bei der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph (Anlage 1). Blau unterlegt wird auf Artikel, aber auch auf die Auflösung eines Kreuzworträtsel hingewiesen. Durch das Blau wird die obere Leiste vom großen Bild der Titelseite abgehoben, welches grün dominiert ist. So ist gewährleistet, dass beides auffällt.

Auch bei der Woche nutzt man diese Möglichkeiten (Anlage 2). Hier wird aber vor allem mit provozierenden Fotos und Titeln gearbeitet; dies soll vor allem den Einzelverkauf am Kiosk unterstützen.

Oft findet man den Blick ins Innere auch als Leiste am linken Blattrand oder - seltener - über dem Kopf oder darum drappiert. Ein gutes Beispiel ist dafür Die Welt, die täglich neben dem Kopf auf der linken Seite den XETRA-DAX-Stand zeigt, auf der rechten auf Artikel auf der Internetseite der Zeitung verweist (Anlage 3).

Weitere Trends sind34: Eine klare Hierarchie der Bilder, dass heißt, dass ein einzelnes Foto die Titelseite dominiert, andere Bilder ordnen sich unter oder fehlen völlig. Neu dabei ist das Versalfoto, welches völlig unabhängig vom Hauptartikel oder einer Überschrift als Blickfang positioniert ist. Es handelt sich dabei oft um ein Naturfoto oder ein Foto, zu dem noch kein weiteres Material vorliegt, sozusagen ein Vorab- Foto.35 Eine Hierarchie der Überschriften besteht weiterhin, dadurch wird dem Leser die Wichtigkeit der verschiedenen Themen signalisiert.

Auch kommt wieder das Anreißen von Artikeln wieder in Mode, wie dies zum Beispiel die Berliner Zeitung tagtäglich umsetzt (Anlage 4). Die Frage nach dem Wert dieses Anreißens wurde jetzt endgültig geklärt: Eine Untersuchung der ZMG Frankfurt hat gezeigt, dass Artikel, die auf der Titelseite angerissen werden, tatsächlich eine höhere Nutzung durch den Leser haben!

7.2 Schrift

Die Schrift unterliegt eigentlich nur einem Motto: „Mache es anders als alle andern. Benutze eine Überschrift, die außer dir keiner hat.“36 Dies gilt vor allem für den Zeitungskopf.

Nur so ist es möglich, eine Corporate Idendity 37 aufzubauen und der Zeitung einen Markencharakter zu geben. Deshalb ist es auch wichtig, traditionelle Zeitungsköpfe gar nicht oder nur sehr sacht zu verändern, um dem Leser das Wiedererkennungsmerkmal zu garantieren.

Die Berliner Zeitung beispielsweise, die sich in Zusammenarbeit mit dem Designer Robert Lockwood modernisierte, veränderte ihren altbekannten Kopf nur leicht: Er wurde geringfügig verkleinert, mit einem Schatten unterlegt und aus dem sonst verwendeten Schwarz, welches allzu düster wirkte, wurde ein sehr dunkles Blau. So wurde das Markenzeichen gut in die sonstige Umgestaltung einbezogen, blieb aber weiterhin für jeden Stammleser erkennbar38 (Anlage 5).

Generell ist bei der Gestaltung von Zeitungsköpfen ein Trend zur Schattierung zu erkennen. Mario R. García begründet dies so: „Ich denke, dass der Schatteneffekt dem Logo eine Dreidimensionalität und damit auch eine Art Internet-Look verleiht."39

7.3 Umbruch

Der Treppenumbruch galt lange als klassischer Umbruch in Zeitungen.40 Die Überschriften der Artikel wirkten wie die Stufen sich kreuzender Treppen und die Spaltenanzahl war für diese Möglichkeit relativ egal.

Mit der Einführung des Fotosatzes jedoch trat der Blockumbruch seinen Siegeszug an. Bei diesem werden die einzelnen Artikel wie ein Quadrat oder Rechteck abgebildet. Damit dies nicht zu unbeholfen wirkt, ist eine Spaltenanzahl von mindestens fünf empfehlenswert. Dieses Modell ist heute in den meisten Tageszeitungen erkennbar.

Ich habe einmal versucht, den Blockumbruch am Beispiel der französischen Le Monde sichtbar zu machen (Anlage 6).

7.4 Farbe

Die farbliche Gestaltung gehört heute zu einer Zeitung wie die Überschriften. Aber selbst Mario R. García empfiehlt: Weniger ist mehr!41 So wirken farbige Zeitungen schon lange nicht mehr unseriös, um aber Verwirrung des Leserauges zu vermeiden, sollte Farbe wohldosiert eingesetzt werden. Dazu die drei wichtigsten Regeln42: Die Grundfarben Rot, Gelb und Blau, aus denen sich alle anderen Farben ableiten, sind sehr aggressiv und sollten daher nur im Boulevard, im Sport oder bei Produktionen für Kinder eingesetzt werden. Zweitens gilt: „Jede Farbe hat eine harmonische Partner-Farbe, die bei der Seitengestaltung Harmonie sichert.“43

Auch mußauf den Kalt-Warm-Kontrast geachtet werden. So sind Farben wie Gelb warme Farben, Blau hingegen gehört zu den kalten Farben. Aber Achtung: die Farben beeinflussen sich in diesem Fall gegenseitig!

Oft dienen unterschiedlich Farben dazu, den Leser durch die Bücher zu führen. Ein charakteristisches Beispiel dafür ist die USA Today: Schon auf der Titelseite werden die Farben der verschiedenen Ressorts eingesetzt, um die Themen des Tages anzureißen. Diese Farbführung erleichtert schnelleres auffinden: Grün steht für Money, Rot für Sports und Lila (eine sehr ungewöhnliche Farbe in der Zeitungsgestaltung) für Life (Anlage 7).

In anderen Zeitungen, wie beispielsweise der Woche, sind diese farblichen Ressortaufteilungen ebenfalls zu finden, wenn auch nicht auf der Titelseite angekündigt. So steht die Farbe Rot für Ausland, Grün für Wissenschaft und Technik und Blau für Kultur (Anlage 8). „Mode“ ist es derzeit auch, Überschriften oder Grafiken in Pastelltönen zu unterlegen. Ist dieser Ton abhängig von einem Bild gewählt worden, so hilft er, das Bild zu integrieren und so eine optisch ansprechende Seite zu schaffen44.

7.5 Cluster

Einen Artikel clustern bedeutet, ihn zu zerlegen, etwas auszulagern, Hintergrund- informationen zu geben oder Grafiken zur näheren Erläuterung eines bestimmten Fakts abzubilden. So wird der Leser umfassend informiert und gewinnt einen Überblick über das Geschehen, welches er in den einzelnen Artikeln vertiefen kann.

Eine solche Themeneinteilung ist günstig, da sie durch verschiedene Auslagerungen dem Leser mehrere Einstiegsmöglichkeiten zum Thema offeriert. Gerade der typisierte Scanreader scheut sich vor einem ganzseitigen Artikel, ist aber gern bereit, gesplittete Informationen zu lesen. In französischen Zeitungen ist dies eine schon immer zu beobachtende Zeitungsaufteilung.Dort beleuchtet man ein Thema von jeher von allen Seiten und liefert nützliche Zusatzinformationen. In Anlage 9 ist dies sehr gut bei der Le Monde zu erkennen. Spätestens aber seit dem Erscheinen der USA Today findet man diese Methode in fast allen Zeitungen und Zeitschriften.

7.5.1 Mögliche Auslagerungen der Themen

Das Auslagern bestimmter Teile aus einem Artikel schafft - neben der Möglichkeit, dem Leser verschiedene Einstiegspunkte anzubieten - kürzere Beiträge und vor allem eine übersichtlichere Gestaltung. Auch lassen sich Daten und pure Fakten schwer in einen interessanten Text eingliedern, sie können unter Umständen trocken und langweilig wirken. Die Spannung geht verloren. Ein gutes Beispiel für eine mögliche Auslagerung ist in Anlage 10 bei der Woche zu sehen. Es werden Umfrageergebnisse ausgelagert, die im Text nur schwer unterzubringen wären.

Biographische Daten zu einer Person können ausgelagert werden, Umfrageergebnisse oder Zitate können als Zwischenüberschriften dienen, Kurzinterviews geben verschiedene Meinungen wieder. Auch geographische Beschreibungen passen besser in eine Grafik und Expertentips, Fallbeispiele oder Chronologien sind in ausgelagerten Kästchen besser aufgehoben.45

7.5.2 Informationsgrafiken

Informationsgrafiken sind die beste Form einer Informationsauslagerung. Spielend können so Daten, Fakten, Entwicklungen oder Hergänge dargestellt werden. Man unterteilt Grafiken in verschiedene Typen. Die hier verwendete Unterscheidung ist meines Erachtens nach die logischste46: Statistische Grafiken in Form von Torten, Säulen, Balken oder Fieberkurven machen Zahlenangaben für den Leser besser überschaubar (Anlage 11). Tabellen dienen sehr gut zum Vergleichen von Zahlenkolonnen oder textlichen Auflistungen und sind übersichtlicher und besser zu begreifen (Anlage 12). Landkarten zeigen auf einen Blick den Ort des Geschehens und ersparen mühsame Beschreibungen (Anlage 13). Grafiken von Geschehensabläufen stellen eine Katastrophe und ihren Hergang oder ähnliches dar. Sie haben den Vorteil, einprägsam zu sein und sind unter Umständen logischer als die Darstellung in einem Text (Anlage 14). Technische und wissenschaftliche Grafiken erklären - wie der Name schon sagt - Neuerungen oder Erläuterungen aus dem technisch-wissenschaftlichen Bereich.

Jede Zeitschrift oder Zeitung hat ihre eigene Vorstellung von einer Grafik und deren Erscheinungsbild. Ludger Bollen, eine Mitarbeiter der Grafik-Abteilung des Spiegels erläutert die Absicht einer Grafik dieses Magazins mit den Worten: „Schließlich ist es kennzeichnend für Informations-Grafik im Spiegel, einen Sachverhalt nicht allein nachrichtlich zu entfalten, sondern ihn auch so zu schärfen, daßder Leser zum eigentlichen Kern der Nachricht geführt wird.“47

7.6 Umgang mit weißer Fläche

Weißstrahlt seit jeher Ruhe und Kraft aus und ist so als Hintergrund perfekt für Abbildungen verschiedener Farbpaletten. Weißräume bremsen farbige Aufdringlichkeit48 und sind ein nahezu idealer Ausgleich. Daher ist es nicht verwunderlich, daßZeitungen und Zeitschriften in den letzten Jahren an Großzügigkeit im Umgang mit Weißraum zugelegt haben. Immer öfter sieht man große Freiräume, die helfen, Fotos oder Überschriften noch besser in Szene zu setzen, statt jedes Fleckchen Zeitung als Anzeige oder redaktionellen Raum zu nutzen. Es gilt also auch hier: Weniger ist manchmal mehr!

Auch wirkt Weißsehr edel und desto mehr Weiß, desto teurer und wichtiger wirkt eine Drucksache. Sehen kann man das ausgezeichnet bei Jahresberichten von Konzernen, aber auch bei Modeillustrierten. Umgekehrt: Zeitungen und Zeitschriften, die keine weiße Fläche haben, wirken billig und unseriös, am Beispiel der BILD oder der sogenannten Yellow-Press kann man dies sehr gut beobachten.49

7.7 Auflockerung von Texten

Immer öfter finden auch Zwischenüberschriften, große Anfangsbuchstaben oder Zitate den Weg in den langen Text. Dies ist um so erfreulicher, da der Leser so nicht gleich durch die gesamte „Textmasse“ abgeschreckt wird. Zwischenüberschriften beispielsweise erreichen bei dem Design eine Lockerung, die gerade bei langen Texten, Reportagen etwa, nötig ist, um der Seite die optische Monotonie zu nehmen.

7.8 Format

Druckformate bei Zeitungen sind zwar meistens durch Maschinen vorgegeben, weshalb die Änderung mit einem enormen Kostenaufwand einhergehen würde, aber es lohnt sich wirklich, darüber nachzudenken. Zunehmend kommt der Trend zum sogenannten U-Bahn- oder Tabloidformat auf und großformatige Zeitungen werden immer weniger geschätzt.50

Das Nordische Format zeichnet sich durch Unhandlichkeit aus und der Versuch, eine Zeitung dieses Formats im Zug oder einem Wartezimmer zu studieren, endet meistens kläglich damit, dass der Nachbar den Ellenbogen des Lesenden im Gesicht verspürt. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Berliner Format derzeit eine Hochkonjunktur erlebt. Es ist eben das U-Bahn-Format, welchem die Menschen mit einem zu kleinen Schreibtisch oder dem Sinn fürs Praktische den Vorzug geben. Dieser Trend geht auch über die uns bekannten Zeitungsformate hinaus. So ist zum Beispiel die Schweizer Zeitung Cash gerade mal 30 cm breit und 40 cm hoch.

8 Das Design in Zeitschriften

Die Zeitschriftengestaltung nimmt einen ganz besonderen Stellenwert ein. Hier ist die LeserBlatt-Bindung stärker als bei sonst einem periodischen Druckwerk und die Identifikation des Lesers mit der Zeitschrift hängt noch mehr von Imagefragen ab. Und eben diese Marken- persönlichkeit ist der eigentliche Wert einer Zeitschrift! Auf diese Identifikation muss sie sich stützen und kann nicht riskieren, dass sich durch zu umfassende Veränderungen der Leser darin nicht mehr wiedererkennt. Jede Zeitschrift hat ihre ganz eigene Klientel und auch darauf spezialisierte Werbekunden, von denen sie abhängig ist.

Charakteristisch ist auch hier die Spezialisierung des Layouts, zugeschnitten auf den Verbraucher. So werden beispielsweise Leser der sogenannten Yellow-Press -Zeitschriften mit einem äußerst opulenten Umgang bezüglich Typografie und Farbe - verstärkt der Farben Rot und Gelb - konfrontiert.51 Keiner von ihnen würde seine Zeitschrift wiedererkennen, würde auf einmal gemäßigter mit Farbe umgegangen werden.

Hinzu kommt, dass der Markt heißumkämpft ist. Gerade in Deutschland ist der Zeitschriftenmarkt stärker ausgeprägt als sonst irgendwo auf der Welt.52

Aus diesen Gründen ist es nicht weiter verwunderlich, wenn Zeitschriftenmacher einem Relaunch kritisch gegenüberstehen, wenn eine Veränderung geplant ist, ist es noch so eine geringfügige. Sehr treffend äußerte sich dazu die damalige Bunte - Chefredakteurin Patricia Riekel mit den Worten: „Ich halte einen Relaunch für etwas sehr Gefährliches. Ich fahre als Frau ja auch nicht drei Wochen lang weg, um völlig geliftet wiederzukommen, sondern lasse vielleicht kleine Korrekturen vornehmen.“53

8.1 Grundlagen der Zeitschriftengestaltung

Grundsätzlich kann man vieles, was auf Zeitungsdesign zutrifft, auch bei Zeitschriften anwenden. Allerdings sind ein paar grundsätzliche Dinge festzuhalten, die nur bei Zeitschriften anzutreffen sind.

Es gibt bei Zeitschriften keine einheitlichen Formate. Zwar nähern sich alle dem A4-Format an, aber sobald man genau hinsieht, ergeben sich Unterschiede, wenn es sich auch manchmal nur um ein paar Millimeter handelt. So hat Der Spiegel ein Format von 215 mal 280 mm, der Focus kommt mit 216 mal 267 mm daher und der Stern wiederum hat das Format 235 mal 303 mm.54 Zeitschriftenformate hängen mit dem Versandkostenpreis zusammen und schon eine Verlagsbeilage kann dazu führen, daßdas Heft im Versand teurer wird. Daher gibt es bis jetzt auch so wenige Zeitschriften, die über das ungefähre A4-Format hinausgehen. Allerdings sichert ein größeres Heft mehr Beachtung am Zeitschriftenkiosk, Beispiel hierfür ist die Zeitschrift Max vom Milchstraßen-Verlag.

Überhaupt ist die Wahrnehmung von Zeitschriften eine andere als bei Zeitungen. Wird bei Zeitungen eine Seite als Betrachtungseinheit gesehen, so ist es beim Magazin die Doppelseite. Dies ist gerade bei der Auswahl und Anordnung von Fotos wichtig. Um diese gut wirken lassen zu können, ist Hochglanzpapier heutzutage absolut unverzichtbar.

Da das Design nicht vom Inhalt einer Publikation und damit verbunden vom Zielpublikum und der Markenqualität zu trennen ist, kann ich nicht im Einzelnen darauf eingehen.

Ein Reisemagazin braucht Fotos, ein Nachrichtenmagazin schwerwiegenden Inhalt statt einem kunterbunten Layout und eine Zeitschrift der Yellow-Press mehr oder minder aufregende Gesellschaftsskandale. Das Feld ist weit verzweigt und aufgrund der hohen Anzahl der Special-Interest -Publikationen schwer zu überschauen.

8.2 Das Cover und seine Entwicklung am Beispiel der Cosmopolitan

„Stöbert man an einem Zeitschriftenstand herum, so ist das ganz ähnlich wie bei einer Party - nachdem man die Gastgeber begrüßt hat, tritt man ins Wohnzimmer und schätzt klammheimlich die Gäste ab, um herauszufinden, mit wem zu reden es sich wohl lohnt und mit wem nicht. Vom Zeitschriftenstand möchten wir erfahren, , was sich zu lesen lohnt und was nicht. Da wir bei Magazinen keine Gastgeber haben, die uns höflich miteinander bekannt machen, müssen wir uns an die Umschläge halten.“55

Um es kürzer zu sagen: Das Cover einer Zeitschrift mußzum Kaufen verleiten! Viele Käufer, die hin und wieder einmal Unterhaltung - beispielsweise für ein Zugfahrt - suchen, müssen vom Cover dazu verleitet werden, zuzugreifen. Dies kann nur dadurch gelingen, dass schon auf dem Umschlag klar wird, für wen das Magazin gedacht ist und der Eindruck: Es hält der Inhalt, was der Titel verspricht!, muss erweckt werden:.

Cosmopolitan ist ein Magazin für Frauen, die wissen, was sie wollen. Es bietet Lebenshilfe in Modefragen und im Umgang mit dem Leben als Single oder auch in Sachen Karriere, kurz in allem, was die moderne, erfolgreiche Frau von heute bewegt. Genau diese Grundsätze müssen schon auf dem Cover klar und deutlich erkennbar sein.

Charakteristisch für die Gestaltung des Umschlags ist bei Cosmopolitan die Abbildung einer Frau, die entweder das Sinnbild aller Männer- und somit auch Frauenträume ist oder zusätzlich noch eine Berühmtheit darstellt, auf einem dazu passenden Farbhintergrund. Schaut man sich die Gestaltungen der verschiedenen Jahrgänge an, so sieht man auf ihr auch die Veränderung der Modevorstellungen - unbedingte Pflicht bei einem Frauenmagazin.

Um die Person herum befinden sich die Themen der Ausgabe, seit Beginn der neunziger Jahre auch in zueinander passenden, verschiedenen Farben (Anlagen 15-18).

Die Themenausschau auf das Heft, welche schon auf dem Umschlag passiert, muss - ähnlich wie bei Zeitungen - Neugierde wecken. Dazu bedient man sich oft einer provozierenden und bildhaften Sprache.

Hießes 1985 noch: „Mode ´85 / Das letzte aus Paris und Mailand“, so wird heute mit „Königin der Nacht / Glamour-Abendmode & Make-up-Tricks von Profis“ getitelt.

Generell jedoch sind kaum noch provozierende Titelseiten zu finden, da Zeitschriftenmacher kein Wagnis eingehen wollen. Statt also einem provozierenden Armutsfoto oder einer Persönlichkeit, die nicht unbedingt den Schönheitsidealen entspricht, den Vorzug zu geben, benutzt man lieber Auszüge aus der glamourösen Welt, die die Käufer ganz bestimmt ansprechen. Doch auch Ausnahmen wie Nachrichten- oder Satiremagazine gibt es natürlich. Also auch hier ist kein einheitliches Leitmotiv erkennbar. Alles ist abhängig davon, wen man ansprechen möchte.

Sehr gut ist bei den Umschlägen der Cosmopolitan auch die Farbgestaltung zu erläutern.

Seit dem Bestehen von Ittens Farbenkreis, der hilft, Harmonien und Gegensätze zwischen den Farben zu erkennen, haben sich die Farbgebungen nicht sehr verändert.56 Zwar sind Pastelltöne jetzt unheimlich „in“, aber es ist davon auszugehen, dass altbewährte Farb- kombinationen erhalten bleiben.

Eine dieser Kombinationen ist Rot mit Grün, sehr gut bei Ausgabe 2/1992 zu sehen.

Rot ist eine Signalfarbe und wird bei vielen Themen wie Krieg, Feuer, Liebe oder Dynamik eingesetzt. Doch Rot ist nicht gleich Rot! Scheinen die Schriftzüge auf dem Cover der Ausgabe 3/1996 mit dem sehr grellen Gelb eher knallig, so wirken die Töne des Covers der Ausgabe 12/1999 mit einem gedämpften Gelborange sehr warm und edel.

Blau hingegen wirkt eher kühl, wie man auf dem Umschlag der Ausgabe 2/1985 bemerkt. Hier kommen noch die kühlen Pink-Töne der damaligen Schminkmode hinzu, die diese Wirkung unterstreichen.

So hat jede Farbe ihre Eigenheiten, die man bei der Gestaltung unbedingt beachten muss.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Umschlaggestaltungen das Aushängeschild einer jeden Zeitung sind und sie deshalb gut überdacht und perfekt layoutet sein sollten.

8.3 Reaktionen auf eine Renovation am Beispiel des Spiegel

Zum 50. Geburtstag 1997 machte sich Der Spiegel selbst ein kleines Geschenk: Nach einem Jahr Arbeit von dem verantwortlichen Grafiker Uwe Beyer präsentierte er sich mit einem neuen Layout. Beyer war darauf bedacht, keinen modischen Trends zum Opfer zu fallen und doch eine solide Basis für die Weiterentwicklung vorzustellen.57

Vom Niederländer Lucas de Groot wurde gleich eine ganze neue Schriftenfamilie entworfen und auch farblich hatte sich etwas getan: Fortan wurde das Nachrichtenmagazin durchgehend vierfarbig gedruckt.

Die Kritik war bunt gefächert. Hier einige Auszüge:

„...doch was am Ende genehmigt wurde (...), hält sich so brav an das Gewohnte, daßalle, die sich eine graphische Revolution erhofft oder aber einen Absturz in die Niederungen des Allzu-Bunten befürchtet haben, enttäuscht sein müssen. (...) Der Effekt dieser Täuschungsmanöver ist so minimal, daßman sich fragen muß, warum es ein ganzes Jahr gedauert hat, bis diese winzigen Verschiebungen installiert waren.“58

„Und an der neuesten Ausgabe ist erstmals zu bewundern, was der Grafiker Uwe Beyer alles nicht verändern durfte beim großen Erscheinungsbild-Wandel.“59

„Die Ergebnisse von Beyers Bemühungen können sich sehen lassen: Der „Spiegel“ ist jetzt auch optisch ein modernes Nachrichtenmagazin. Legt man die Ausgaben von 1947, 1987 und 1997 nebeneinander, sieht man, daßsich die Optik des „Spiegel“ in den letzten zehn Jahren mehr geändert hat als in den 40 Jahren zuvor - mit ein Verdienst der Konkurrenz aus München.“60

„Mit Ausnahme der verbesserten Grundschrift bringt die neue Seitengestaltung dem Leser nicht viel. Man hat vor lauter Angst, zu modisch zu sein, nichts gewagt und nichts gewonnen. Die neue Gestaltung ist sicher nicht modisch, aber auch nicht zeitgemäß. Das hieße, auf die Wünsche der Leser einzugehen und sollte oberstes Ziel jedes Relaunches sein.“61

„Der „Spiegel“ zeichnet sich durch Nachrichtenangebot und Schreibe aus. Das neue, eher verhaltene Design („behäbig“ würde man es im Schwäbischen nennen) spiegelt diese Qualitäten nur beschränkt wieder.“62

Daßder Spiegel mit seinen recht wenigen Veränderungen aber dennoch großen Erfolg erzielte, zeigte die Wahl zum Klassiker des Jahres 63 und die Stabilisierung der Auflagenzahlen.64

9 Zukunftsideen auf der Basis des Erarbeiteten

Auf der Grundlage des Erarbeiteten werde ich nun einige Thesen aufstellen, die auf die Entwicklung des Journalismus und vor allem des Designs in der Zukunft bezogen sind.

-ƒ Es ist vorauszusehen, dass das Fernsehen immer globaler wird, die Zeitung hingegen immer lokaler.
-ƒ Das Design wird die Tatsache unterstützen, dass Zeitungen keine Kopie des Fernsehens, sondern eher ein Komplementärangebot werden.
-ƒ Der „neue Journalismus der Hoffnung“ wird sich weiter verbreiten.
ƒ- Der Inhalt der Zeitung ist weiterhin die Grundlage, denn ohne anspruchsvollen Inhalt ist auch das Design nichts wert.
ƒ- In der Zukunft wird es eine noch verstärkte, andauernde Weiterentwicklung der Marke Zeitung an sich und des Designs im Speziellen geben.
ƒ- Der Trend geht zu einer visualisierten Erzählform, also der Einheit einer bildhaften Sprache und der dazugehörigen Bilder.
-ƒ Der Teamgeist und die Zusammenarbeit der Journalisten nimmt im Zuge des WED- Modells weiterhin an Bedeutung zu.

10 Schlusswort

„Das Layout signalisiert, welchen Stil eine Tageszeitung pflegt, wen sie ansprechen will, und was sie für eine Anmutung hat: seriös oder unterhaltend, konservativ oder fortschrittlich.“65 Dies ist eine gute Zusammenfassung dieser Arbeit. Um aber auch auf die einzelnen Inhalte noch einmal einzugehen, sind ein paar mehr Sätze nötig.

In den letzten zehn Jahren hat sich das Bewusstsein der Zeitungen und Zeitschriften dahingehend entwickelt, dass Neuerungen notwendig sind, um zeitgerecht zu bleiben. Die Summe dieser Neuerungen nennt man Relaunch.

Zeitungen und Zeitschriften beginnen, sich als Marke zu sehen. Die Marke muss Garant für den Inhalt sein, um Erfolg haben zu können.

Durch die Erforschung des Leseverhaltens sind die Grundlagen der Zeitungs- und Zeitschriftengestaltung vorgegeben.

Existierende Trends sind zeitabhängig und können nicht auf jede Zeitung oder Zeitschrift angewendet werden.

Die USA Today vereint die heutigen Trends des Zeitungslayouts, kann aber nicht beliebig kopiert werden.

Ein Relaunch bei einer Zeitschrift ist mit Vorsicht zu genießen, da die Leseridentifikation mit dem Produkt hier stärker ausgeprägt ist als bei Zeitungen.

Grundlage für die Änderung des Layouts ist die Änderung des Journalismus nach dem WEDModell. Ziel ist die Einbeziehung aller in die Gestaltung der Zeitung oder Zeitschrift.

Ein gutes Layout kann ohne hohes journalistisches Niveau keinen Erfolg erzielen.

Ich hoffe, meine einleitenden Fragestellungen in dieser Arbeit gut beantwortet zu haben.

Mir selbst hat die Bearbeitung dieses Themas sehr viel gebracht, da ich denke, dass ich das Wissen in nicht allzu ferner Zukunft einmal praktisch anwenden kann.

11 Literaturverzeichnis

BARMETTLER, CLEMENS: Was halten sie vom neuen Spiegel-Layout?, in Sage & Schreibe, 1&2/1997, S.26

BEYER, UWE C.: Typisch García in: Medium Magazin, 12/1999, S.56-58

BLUM, JOACHIM / BUCHER, HANS JÜRGEN: Die Zeitung - Ein Multimedium, Konstanz, 1998

BOLLEN, LUDGER: Waigels Banküberfall / Wie die Grafik-Abteilung des Spiegel den Konflikt zwischen Bundesregierung und Bundesbank beleuchtete, in: Medium Magazin, 7/1997, S.56

BRIELMAIER, PETER / WOLF, EBERHARD: Zeitungs- und Zeitschriftenlayout, Konstanz, 1997

BUCHER; HANS-JÜRGEN: Textdesign - Zaubermittel der Verständlichkeit? / Die Tageszeitung auf dem Weg zum interaktiven Medium, in: Hess-Lüttich, Ernest W.B. (Hrsg.): Textstrukturen im Medienwandel, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / New York / Paris / Wien / Lang, 1996, S. 31-59

DUDENREDAKTION (Hrsg.): Duden / Die Deutsche Rechtschreibung, 21. Auflage, Mannheim / Leipzig / Wien / Zürich, 1996

FLÖPER, BERTHOLD L. / RAUE, PAUL-JOSEF (Hrsg.): Zeitung der Zukunft - Zukunft der Zeitung, Bonn, 1995

GARCÍA, MARIO R.: Farbe in der Zeitungsgestaltung, Darmstadt, 1989

HANDEL, STEPHAN: Der Platzhirsch und die neue Zeit, in: Passauer Neue Presse, 08.01.1997

JENNINGS, DANA ANDREW: Zeitschriftenumschläge, in: Pedersen, Martin (Hrsg.): Der internationale Überblick über die Zeitschriftengestaltung, Zürich, 1992, S. 23-39

JEPSEN-FÖGE, DIETER: Welchen Journalisten brauchen wir in der Zukunft? in: Flöper, Berthold L. / Raue, Paul-Josef (Hrsg.): Zeitung der Zukunft - Zukunft der Zeitung, Bonn, 1995, S. 69-84

KARMASIN M. / RIBING R.: Die inhaltliche und formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten / Ein Leitfaden für Haus-, Seminar- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, Wien, 1999

KEESE, CHRISTOPH / ALEBATH, ANDREAS: Start eines Marathons, in: Medium Magazin, 9/1997, S.20-22

KNAPP; GOTTFRIED: Zum Geburtstag ein roter Tupfer / Der ‚Spiegel‘ wird 50 und hat sich in seiner Gestaltung ein paar Verränderungen erlaubt in: Süddeutsche Zeitung, 07.01.1997, S.15, SZ-Online

KÜPPER, NORBERT: Werkstatt Infografik / Teil I, in: Medium Magazin, 9/1997, Sonderbeilage

KÜPPER, NORBERT: Werkstatt Zeitungsdesign ´97 / The world´s best 1997 / Trends im Zeitungsdesign, in: Medium Magazin, 11/1997, Sonderbeilage

KÜPPER; NORBERT: Werkstatt Farbe 99 / Farbtrends bei Zeitungen und Zeitschriften, in: Medium Magazin, 8/1999, Sonderbeilage

KÜPPER, NORBERT: Werkstatt Zeitungstrends 99 / Die Highlights des europäischen Zeitungsdesigns, in: Medium Magazin, 12/1999, Sonderbeilage

LANGENBUCHER, WOLFGANG R.: Der unterforderte Leser / 25 Jahre Kritik an der Zeitung, in: Flöper, Berthold L. / Raue, Paul-Josef (Hrsg.): Zeitung der Zukunft - Zukunft der Zeitung, Bonn, 1995, S. 55-66

LIEBERT, TOBIAS: Zitieren und Belegen von Quellen / Hinweise zur formalen Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, Universität Leipzig, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, 1995

MANNSCHRECK, CHRISTOF: Medien und Werbung im Jahr 2005, Dissertation, Universität München, Sozialwissenschaftliche Fakultät, 1995

MEIER, WERNER A. / SCHANNE, MICHAEL / TRAPPEL, JOSEF: Produktionsstrategien und Marktnischenpolitik, in: Bruck, Peter A. (Hrsg.): Print unter Druck / Zeitungsverlage auf Innovationskurs / Verlagsmanagement im internationalen Vergleich, München 1993, S. 195-291

MEISSNER, MICHAEL: Zeitungsgestaltung / Typograhie, Satz und Druck, Layout und Umbruch, München / Leipzig, 1992

RATHGEB, JÜRG: Zeitungsrenovationen 1978 -1993 / Motive - Zielsetzungen - Folgen, Seminar für Publizistikwissenschaft der Universität Zürich, 1995

REHE, ROLF F.: Was halten Sie vom neuen Spiegel-Layout?, in: Sage & Schreibe, 1&2/1997, S.27

REISS, JOCHEN: Wir brauchen Fakten, Fakten, Fakten, in: Medium Magazin, 4/1997, S. 32-38

RUF, WINFRIED: Werkstatt 99 / Der Relaunch, in: Medium Magazin, 4/1999, Sonderbeilage

SATINSKY, THOMAS: Teamdesign, in: Medium Magazin, 11/1999, S.68 - 70

TURTSCHI, RALF: Mediendesign, Schweiz / Liechtenstein, 1998

WEISCHENBERG. SIEGFRIED: Wohin treibt der Journalismus? In: Medium, 3/1994, S. 53-56

WISSENSCHAFTLICHER RAT DER DUDENREDAKTION (Hrsg.): Duden / Fremdwörterbuch, 6. Auflage, Mannheim / Wien / Zürich, 1997

o.V.: Homepage des „Poynter Institue for Media Studies“, im Internet zu finden unter: www.poynter.org/connect.htm

o.V.: Der Spiegel, Hausmitteilung, 2/1997, S.3

o.V.: Der Spiegel, Hausmitteilung, 42/1997, S.3

o.V.: Der Spiegel: Dröges Thema, 6/2000, S.3

o.V.:Kress-Report: Zum Geburtstag, 1/1997, S. 4

Des Weiteren benutze ich Aufzeichnungen des angegebenen Seminars und der Vorlesung Über die Konstruktion von Lebenssinn - Trends im Zeitschriftenjournalismus von Prof. Dr. Michael Haller, speziell Notizen der Vorlesung über die Marke Der Spiegel mit Herrn Werner E. Klatten vom gleichnamigen Verlag.

12 Weiterführende Literatur

BRÖSSLER, DANIEL: Zeitung und Multimedia / Was Leser und Journalisten erwartetVisionen aus Amerika, München, 1995

ENZENSBERGER, HANS-MAGNUS: Das digitale Evangelium, in: Der Spiegel 2/2000, S.92-101

FAßLER, MANFRED: Cyber-Moderne / Medienrevolution, globale Netzwerke und die Künste der Kommunikation, Wien, 1999

FLÖPER, BERTHOLD L.: Das lokale Prinzip schafft neue Ordnung in der Zeitung, in Flöper, Berthold L. / Raue, Paul-Josef (Hrsg.): Zeitung der Zukunft - Zukunft der Zeitung, Bonn, 1995, S. 127-134

GARCÍA, MARIO R.: Zurück in die Zukunft, in: o.V.: Die Zeitung im Jahr 2008, OfaSchriften für Verleger und Inserenten, Nr.17, Zürich, 1988

HENKEL, HANS-BERNHARD: Neues Testament, in: Medium Magazin, 9/1999, S. 56-59

HUPKA, STEFAN: Aufbruch ins Designerland, in: Medium Magazin, 2/1999, S.50-53

KÜPPER, NORBERT: Werkstatt Zeitungsdesign , Teil I/97, in: Medium Magazin, 3/1999, Sonderbeilage

OPASCHOWSKI, HORST W.: Generation @ / Die Medienrevolution entläßt ihre Kinder: Leben im Informationszeitalter, Hamburg, 1999

PRIMUS, HUBERTUS: Freund und Helfer, in: Medium Magazin, 2/2000, S. 66-68

RIEFLER, KATJA: Zurück aus der Zukunft - eine Reise durch amerikanische Zeitungshäuser, in: Flöper, Berthold L. / Raue, Paul-Josef (Hrsg.): Zeitung der Zukunft - Zukunft der Zeitung, Bonn, 1995

RUß-MOHL, STEPHAN: Der I-Faktor / Qualitätssicherung im amerikanischen Journalismus / Modell für Europa?, Zürich / Osnabrück, 1994

RUß-MOHL, STEPHAN: Zeitungsumbruch / Wie sich Amerikas Presse revolutioniert, Berlin, 1992

SCHMIDT, SIEGFRIED J.: Die Welten der Medien / Grundlagen und Perspektiven der Medienbeobachtung, Braunschweig / Wiesbaden, 1996

SCHÖNBACH, KLAUS (Hrsg.): Zeitungen in den Neunzigern: Faktoren ihres Erfolgs / 350 Tageszeitungen auf dem Prüfstand, Bonn, 1997

SPAETH, ANDREAS / MILZ, ANETTE: Baustelle im Wohnzimmer, in: Medium Magazin, 2/2000, S. 22-28

VERFÜRTH, HEINZ: Verhaltener Punkt, in: Medium Magazin, 12/1998, S.82-84

VORKÖTTER, UWE: Modern, nicht modisch, in: Medium Magazin, 8/1998, S.66-68

WETZEL, JOHANNES: Moderne Zeiten bei „Le Figaro“, Textarchiv der Berliner Zeitung, Ressort: Medien, 29.11.1999

13 Anlagen

13.1 Anlagenverzeichnis

1 Anrissleisten direkt unter dem Zeitungskopf, gezeigt am „Daily Telegraph“

2 Anrissleisten direkt unter dem Zeitungskopf, gezeigt an der Wochenzeitung „Die Woche“

3 Der umrahmte Zeitungskopf am Beispiel der Tageszeitung „Die Welt“

4 Das „Anreißen“ von Artikeln am Beispiel der „Berliner Zeitung“

5 Erhaltung des Wiedererkennungsmerkmales Zeitungskopf am Beispiel der „Berliner Zeitung“

6 Der Blockumbruch, sichtbar gemacht an der „Le Monde“

7 Die Leserführung durch Farben am Beispiel der „USA Today“

8 Farbliche Ressortaufteilung am Beispiel der Wochenzeitung „Die Woche“

9 Das Zerlegen von Informationen in französischen Zeitungen am Beispiel der „Le Monde“

10 Die Auslagerung von Fakten am Beispiel der Wochenzeitung „Die Woche“

11 Beispiele für statistische Informationsgrafiken

12 Beispiel für einen Vergleich

13 Beispiel für eine Landkarte

14 Beispiel für eine Erklärgrafik

15-18 Die Entwicklung des Covers am Beispiel der „Cosmopolitan“

[...]


1 Vgl. DUDEN Fremdwörterbuch 1997 S. 181

2 Vgl. Mannschreck, 1995, S. 205

3 Vgl. Ruf, 1999, S. 3

4 Vgl. Ruf, 1999, S. 4

5 Ruf, 1999, S. 5

6 Vgl. Ruf, 1999, S. 6

7 Vgl. DUDEN Fremdwörterbuch, 1997, S. 697 f.

8 Vgl. Rathgeb, 1995, S. 88 ff.

9 Rathgeb, 1995, S. 88

10 Vgl. Turtschi, 1998, S. 16

11 Vgl. Rathgeb, 1995, S. 90

12 Vgl. Der Spiegel, 6/2000, S. 93

13 Vgl. Langenbucher, 1995, S. 60

14 Klatten, Vorlesung, 12.01.00

15 Beyer, 1999, S. 56 ff.

16 Beyer, 1999, S. 56

17 Vgl. Turtschi, 1998, S. 50

18 Vgl. Weischenberg, 1994, S. 53

19 Vgl. Bucher, 1996, S. 32

20 Vgl. Jepsen-Föge, 1995, S. 82 / Weischenberg, 1994, S. 53

21 Weischenberg, 1994, S. 53

22 García, 1988, S. 81

23 Internetseite des Institus

24 Vgl. Blum / Bucher, 1998, S. 66

25 Anmerkung: Norbert Küpper, ein deutscher, vielgefragter Zeitungsdesigner kam 1989 bei einer Studie mit den Lesern des Badischen Tagesblattes zu ähnlichen Ergebnissen, nachzulesen in derselben Quelle.

26 Flöper (Hrsg.),1995, S. 191

27 Vgl. Satinsky, 1999, S. 68 ff.

28 Vgl. Bucher, 1996, S. 35 / Blum / Bucher, 1998, S. 80 f.

29 Siehe auch 7.5.2 - Informationsgrafiken

30 Blum / Bucher, 1998, S. 80

31 Robert Lockwood in: Blum / Bucher, 1998, S. 81

32 Vgl. Meier / Schanne / Trappel, 1993, S. 245

33 Küpper (The world´s best), 1997, S. 2

34 Küpper (Zeitungstrends), 1999, S. 9

35 Vgl. Meissner, 1992, S. 134 f.

36 Vgl. Küpper (The world´s best), 1997, S. 2

37 Def. nach Turtschi, 1998, S. 54: Bemühungen eines Unternehmens nach Innen und Außen die gesamte Wahrnehmung nach einem Wertekonzept, einer unternehmerischen Handlung zu vereinheitlichen.

38 Vgl: Keese / Alebath, 1997, S. 20

39 Vgl. Beyer, 1999, S. 58

40 Vgl. Meissner, 1992, S. 82

41 Vgl. García, 1989, S. 14

42 Vgl. Küpper (Farbe), 1999, S. 2

43 Küpper (Farbe), 1999, S. 2

44 Vgl. Küpper (Trends im Zeitungsdesign), 1997, S. 3

45 Vgl. Blum / Bucher, 1998, S. 24 ff.

46 Vgl. Küpper (Infografik), 1997, S. 2

47 Vgl. Bollen, 1997, S. 56

48 Vgl. García, 1989, S. 148

49 Vgl. Küpper (Farbe), 1999, S. 3

50 Turtschi, 1998, S. 68

51 Vgl. Brielmaier / Wolf, 1997, S. 135

52 Klatten, Vorlesung, 12.01.00

53 Vgl. Reiss, 1997, S. 33

54 Vgl. Turtschi, 1998, S. 68

55 Jennings, 1992, S. 23

56 Küpper (Farbe), 1999, S. 2

57 Vgl. Der Spiegel, 2/1997, S. 3

58 Knapp, 1997, S. 15

59 Handel, 1997

60 Kress-Report, 1/1997

61 Barmettler, 1997, S. 26

62 Rehe, 1997, S. 27

63 Der Spiegel, 42/1997, S. 3

64 Vgl. Kress-Report, Graphik, S. 4

65 Vgl. Brielmaier / Wolf 1997 S.20

28 von 28 Seiten

Details

Titel
Trends im Zeitungs- und Zeitschriftenlayout
Hochschule
Universität Leipzig
Veranstaltung
Grundlagen des Printjournalismus
Note
1,7
Autor
Jahr
1999
Seiten
28
Katalognummer
V106170
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trends, Zeitungs-, Zeitschriftenlayout, Grundlagen, Printjournalismus
Arbeit zitieren
Susanne Schöpe (Autor), 1999, Trends im Zeitungs- und Zeitschriftenlayout, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106170

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