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Pietro Bembo: Prose della volgar lingua II

Title: Pietro Bembo: Prose della volgar lingua II

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Heike Lorenz (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit dem zweiten Buch der "Prose della volgar lingua" von Pietro Bembo beschäftigen. Als Bembo Anfang des 16. Jahrhunderts begann, sich für das Toskanisch des 14. Jahrhunderts auszusprechen und es als eine bessere Sprache, als die aus dem 15. Jahrhundert, bezeichnete, löste er in Italien die questione della lingua aus. Es stritten sich die Geister, welche Sprache am geeignetsten zum Verfassen guter italienischer Literatur war. Vincenzo Colli, Calmeta genannt, schrieb "Della volgar poesia", Machiavelli den "Dialogo sulla lingua", Castellione "Cortegiano" und Pietro Bembo schrieb die "Prose della volgar lingua".
Sie war der Grundstein der systematischen italienischen Grammatik, der Stilkunde sowie der Sprach- und Literaturgeschichte. Für Bembo sollten die Prose auch die Poetik des Volgares sein, sie ist deswegen auch das Manifest des Klassizismus des Volgares. Er wollte in dem Werk, das bisher nur auf die lateinischen Klassiker bezogene Prinzip der Imitatio auf die in Volgare geschriebenen Werke des Trecento übertragen, deswegen enthält die Prose verschiedene Stile und rhetorische Prinzipien über die Imitatio und deren Modelle . Auf die Prose hin, wurde die Autonomie des Volgares und dessen literarische Tradition anerkannt. Dass die Poesie des Volgares aber gleich der Lyrik Petrarcas zu setzten sein sollte, wie Bembo es anstrebte, wurde weniger akzeptiert.
Im ersten und zweiten Buch der "Prose della volgar lingua" spiegeln sich Bembos Ideale wider, die er von der Literatur hatte. Im dritten Buch werden die grammatischen Normen gezeigt, mit denen seiner Meinung nach, die Poetik funktionieren soll.
Der Triumph des Volgares, der auf Bembos Werk hin folgte, entzog ihr selbst, der Prose, das Fundament, da diese auf zwei Sprachen und zwei autonome Literaturformen bezogen war, dem Volgare und dem Latein. In den Prose wurde das puristische Ideal gesehen, das die Sprachauffassung des goldenen 14. Jahrhunderts widerspiegelte. Sie war ein Zeichen des starken Bewußtseins der Qualität des Volgare, seiner Autonomie von den klassischen Sprachen und seiner Individualität der Sprache und Literatur . Bembo hatte mit der Prose den offiziellen Beginn der Sprache und Literatur Italiens gebildet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

Einleitung

1. Biographie: Pietro Bembo, Humanist und Dichter

2. „La questione della lingua“

3. „Prose della volgar lingua“, Buch II

3.1. Aufbau

3.2. Inhalt

3.2.1. Einleitung des Buches

3.2.2. Wörter, Schrift und Sprache

3.2.3. Wann verdient ein Gedicht Ruhm?

3.2.4. Der Reim

3.2.5. Die Zahl und der Akzent

3.2.6. Die Variation und die Schlußbetrachtung des Buches

Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit befasst sich mit dem zweiten Buch von Pietro Bembos „Prose della volgar lingua“. Das primäre Ziel ist es, die ästhetischen und methodischen Kriterien zu beleuchten, die Bembo für eine qualitativ hochwertige italienische Literatursprache des 14. Jahrhunderts aufstellte, um das Volgare dem Latein ebenbürtig gegenüberzustellen.

  • Die historische Bedeutung von Pietro Bembo als Humanist und Literaturtheoretiker.
  • Die Debatte um die „questione della lingua“ und die verschiedenen linguistischen Positionen der Renaissance.
  • Analyse der ästhetischen Kategorien für Dichtung: Gewicht (gravita) und Gefälligkeit (piacevolezza).
  • Technische Aspekte der Sprachgestaltung wie Klang, Reimstrukturen, Akzentsetzung und Variation.

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Wann verdient ein Gedicht Ruhm?

Für Bembo gibt es zwei Dinge, die ein Gedicht schön machen, das Gewicht, also die Ernsthaftigkeit und die Gefälligkeit. Die Dinge, die diese beiden bilden, sind der Klang, die Zahl und die Variation. Jede dieser drei, nützt seiner Meinung nach den ersten beiden, die sich stark voneinander unterscheiden. Das Gewicht, die gravita, besteht aus Ehrlichkeit, Würde, Majestät, Pracht und Größe. Die Gefälligkeit dagegen aus Anmut, Milde/ Zartheit, Vagheit/ Unbestimmtheit, Süße, Scherzen und Spielen. Bembo sagt, daß ein Gedicht nicht weder schön noch ernsthaft oder ernsthaft aber nicht schön sein kann. Bei Dante, so findet er, gab es viele Gedichte, die ernsthaft waren aber ohne jede Erfreulichkeit. Petrarca dagegen erfüllte beide Dinge perfekt.

Der Klang ist der Gedanke und die Harmonie, die man in der Prosa aus den Wörtern zieht und im Vers aus dem Reim. Die Idee kommt aus vielen Wörtern, genauso die Komposition, und die Wörter kommen aus den Buchstaben. Durch diese erhalten sie Qualität und Form. Man muß also wissen, welchen Klang die Buchstaben durch die unterschiedlichen Selbstlaute und Konsonanten ergeben. Bei den Vokalen bringt den besten Klang das A, es drückt mehr Kraft aus und ist besser als die anderen. Dann kommt in der Rangliste das E , dann das O, welches rund und klangvoll ist, daraufhin das I und zuletzt das U. Alle Vokale drücken mehr Kraft aus, wenn ihre Silben lang sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Biographie: Pietro Bembo, Humanist und Dichter: Dieser Abschnitt zeichnet den Lebensweg Bembos nach, von seiner Ausbildung und den frühen Kontakten zum Humanismus bis hin zu seiner Rolle als Kardinal und seiner Bedeutung für die italienische Sprachgeschichte.

2. „La questione della lingua“: Hier werden die vier wesentlichen Positionen der Renaissance-Sprachdebatte erläutert, wobei Bembos Fokus auf dem archaischen Toskanisch als Standard für die Literatur hervorgehoben wird.

3. „Prose della volgar lingua“, Buch II: Dieses Kapitel stellt die Struktur des zweiten Buches dar, das als Dialog konzipiert ist und zentrale Fragen zur Definition von „guter“ Dichtung und den Kriterien der Sprachqualität behandelt.

3.1. Aufbau: Beschreibung der formalen Struktur des zweiten Buches, das als Dialog im Jahr 1502 angesiedelt ist und die Diskussion unter verschiedenen Intellektuellen über die Anforderungen an Dichter und Gedichte abbildet.

3.2. Inhalt: Eine detaillierte Übersicht der im zweiten Buch behandelten Thesen, die als Vertiefung der im ersten Teil etablierten Konzepte dienen.

3.2.1. Einleitung des Buches: Bembo begründet hier die Notwendigkeit einer ästhetischen Ordnung und würdigt Dante, Petrarca und Boccaccio als Vorbilder der volkssprachlichen Literatur.

3.2.2. Wörter, Schrift und Sprache: Untersuchung der Kriterien zur Unterscheidung von gutem und schlechtem Volgare, basierend auf Wortwahl und der Anordnung des Ausdrucks.

3.2.3. Wann verdient ein Gedicht Ruhm?: Definition der poetischen Qualität durch das Zusammenspiel von Ernsthaftigkeit (Gewicht) und Gefälligkeit, erläutert anhand der klanglichen Eigenschaften von Buchstaben.

3.2.4. Der Reim: Analyse der verschiedenen Reimformen und ihrer Bedeutung für die Harmonie des Textes, wobei Petrarca als ideales Beispiel angeführt wird.

3.2.5. Die Zahl und der Akzent: Erörterung der rhythmischen Struktur durch Zeitmaß (il numero) und die strategische Platzierung von Akzenten, um Versen Ernsthaftigkeit oder Leichtigkeit zu verleihen.

3.2.6. Die Variation und die Schlußbetrachtung des Buches: Zusammenfassende Betrachtung der stilistischen Variation als essenzielle Komponente für die Qualität und den Erfolg eines literarischen Werkes.

Schlüsselwörter

Pietro Bembo, Prose della volgar lingua, questione della lingua, italienische Grammatik, Renaissance, Humanismus, Literaturtheorie, Volgare, Petrarcismus, Imitatio, Sprachnormierung, Dichtungstheorie, Sprachgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das zweite Buch der „Prose della volgar lingua“ von Pietro Bembo und untersucht, wie der Autor durch strenge stilistische Vorgaben das italienische Volgare als anerkannte Literatursprache etablieren wollte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Sprachdebatte der Renaissance, die Kriterien für eine ästhetisch hochwertige Dichtung und die systematische Begründung der italienischen Grammatik durch Bembo.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die ästhetischen Normen Bembos – insbesondere das Verhältnis von Gewicht und Gefälligkeit – zu explizieren und den Einfluss seines Werkes auf die Standardisierung des Italienischen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und sprachwissenschaftliche Analyse, die primär auf den theoretischen Ausführungen Bembos und einer begleitenden Fachliteratur zur „Trattatisti del cinquecento“ basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung, eine Übersicht über die linguistische Debatte des 16. Jahrhunderts sowie eine detaillierte Inhaltsanalyse der 22 Kapitel des zweiten Buches der „Prose“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sprachnormierung, Petrarcismus, Imitatio, Volkssprache (Volgare) und die literaturtheoretische Aufarbeitung der Renaissance.

Wie bewertet Bembo die Rolle der Buchstaben für die Ästhetik?

Bembo misst den Vokalen und Konsonanten unterschiedliche klangliche Qualitäten bei; er erstellt quasi eine Rangliste der Laute, um die „Kraft“ und „Ernsthaftigkeit“ der Sprache zu steuern.

Warum ist das Werk für die italienische Sprachgeschichte so bedeutend?

Die „Prose“ gilt als Grundstein der systematischen italienischen Grammatik und legte den Grundstein für eine einheitliche Literatursprache, die sich von den klassischen Modellen des 14. Jahrhunderts ableitete.

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Details

Title
Pietro Bembo: Prose della volgar lingua II
College
Dresden Technical University  (FB Romanistik)
Course
Proseminar: Italienische Grammatikographie
Grade
1,7
Author
Heike Lorenz (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V10619
ISBN (eBook)
9783638169912
Language
German
Tags
Pietro Bembo Prose Proseminar Italienische Grammatikographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heike Lorenz (Author), 2002, Pietro Bembo: Prose della volgar lingua II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10619
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