Im Rahmen der Unternehmenslogistik sind eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Eine Logistikkette ist das logistische System eines Industrieunternehmens. Sie schließt den gesamten Güterfluss von den Lieferanten zum Unternehmen, innerhalb des Unternehmens und von dort zum Kunden ein. Die Logistikkette kann als eine Folge von Transport-, Lager- und Produktionsprozessen dargestellt werden. Da es bei den Entscheidungen immer darum geht, unter den gegebenen Bedingungen die optimale z.B. die schnellste oder kostengünstigste Lösung zu finden, sind Entscheidungen im Logistikbereich Optimierungsprobleme.
Die Logistikprobleme teilen sich in vier Bereiche ein. Es sind die Bereiche Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslogistik. Die Beschaffungs- und Produktionslogistik werden häufig unter dem Begriff Material-Logistik zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entscheidungen
2.1. Strategische Planungen und Entscheidungen
2.2. Taktische Planungen und Entscheidungen
2.3. operative Planungen und Entscheidungen
3. Beschaffungslogistik
3.1. Materialbedarfsplanung
3.2. Bestellmengen- und Losgrößenplanung
3.3. Transport- und Tourenplanung
3.4. Standort- und Strukturplanung
3.5. Make-or-Buy-Entscheidung
4. Distributionslogistik
4.1. Standortplanung
4.1.1. Entscheidungsprobleme der betrieblichen Standortplanung
4.1.2. Entscheidungsprobleme der innerbetrieblichen Standortplanung
4.2. Transport- und Umladeprobleme
4.2.1. Klassische und kapazitierte klassische Transportprobleme
4.2.2. Umladeprobleme
4.2.3. Verallgemeinerte Transport- und Umladeprobleme
4.2.4. Bottleneck-Transport- und Umladeproblem
4.3. Rundreisen und Touren
4.3.1. Eigenschaften von Tourenproblemen
4.3.2. Traveling Salesman-Problem
4.3.3. Briefträgerproblem
5. City-Logistik
5.1. Das Konzept der City-Logistik Kassel
5.2. Bewertung der City-Logistik in Kassel
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über logistische Entscheidungsprobleme in den Bereichen Beschaffung und Distribution. Ziel ist die systematische Einordnung dieser Probleme in verschiedene Entscheidungsebenen sowie die Analyse eines praktischen Konzepts zur innerstädtischen Logistikoptimierung.
- Systematik strategischer, taktischer und operativer Logistikentscheidungen
- Methoden der Materialbedarfs- und Losgrößenplanung
- Grundlagen der Standort- und Transportplanung
- Modellierung von Tourenplanungsproblemen mittels Graphentheorie
- Evaluierung des City-Logistik-Konzepts am Beispiel der Stadt Kassel
Auszug aus dem Buch
Briefträgerproblem
Das Briefträgerproblem oder auch Cinese Postman-Problem beschäftigt sich damit, eine Route zu finden, bei der alle gewünschten Kanten eines Netzwerkes durchlaufen werden. Es handelt sich somit um ein kantenorientiertes Problem.
Ein Briefträger hat die Haushalte eines Stadtteils mit Post zu beliefern. Jede Straße muss einmal durchlaufen werden, breite Straße zweimal. Unter Umständen kann es erforderlich sein, um andere Gebiete eines Stadtteiles zu erreichen, Straßen erneut zu durchlaufen, ohne dass dabei Post verteilt wird. Für den Briefträger sucht man nun für das Verteilen der Post einen geschlossenen Weg minimaler Länge, bei dem jede zu bedienende Straße oder Straßenseite mindestens einmal durchlaufen wird. Teilstrecken, die ohne gleichzeitiges Verteilen von Post durchlaufen werden müssen, nennt man unproduktive Strecken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Logistikkette als System und führt in die Klassifizierung der Logistik in Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslogistik ein.
2. Entscheidungen: Erläutert die Hierarchie und wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen strategischen, taktischen und operativen Planungsentscheidungen.
3. Beschaffungslogistik: Behandelt Methoden zur Optimierung der Materialversorgung, inklusive ABC-/XYZ-Analysen sowie Bestellmengen- und Make-or-Buy-Entscheidungen.
4. Distributionslogistik: Analysiert Standortplanung, klassische Transport- und Umladeprobleme sowie verschiedene Ansätze der Tourenplanung.
5. City-Logistik: Beschreibt das Konzept der City-Logistik in Kassel als Maßnahme zur Bündelung von Warenströmen und bewertet dessen Auswirkungen auf den innerstädtischen Lieferverkehr.
6. Zusammenfassung: Synthetisiert die verschiedenen Entscheidungsprobleme und ihre zeitliche Zuordnung im logistischen Gesamtkontext.
Schlüsselwörter
Logistik, Entscheidungsmanagement, Beschaffungslogistik, Distributionslogistik, Standortplanung, Tourenplanung, Transportoptimierung, City-Logistik, Graphentheorie, Materialbedarfsplanung, Supply Chain, Logistikkonzepte, Transportprozesse, Liefereffektivität, Verkehrsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen strukturierten Überblick über die verschiedenen Entscheidungsprobleme innerhalb der Unternehmenslogistik, mit einem speziellen Fokus auf die Beschaffungs- und Distributionslogistik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Einordnung von Logistikentscheidungen nach Planungshorizonten, die Optimierung von Material- und Transportprozessen sowie die Fallstudie zum City-Logistik-Projekt in Kassel.
Welches primäre Ziel verfolgt die Seminararbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Komplexität logistischer Entscheidungsprobleme aufzuzeigen und zu erläutern, wie Unternehmen durch methodische Planung die Effizienz ihrer Logistikprozesse verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse der Probleme verwendet?
Die Arbeit nutzt überwiegend gängige betriebswirtschaftliche Planungsansätze und veranschaulicht diese durch graphentheoretische Modelle zur Darstellung logistischer Netzwerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Unterteilung logistischer Entscheidungsbereiche, konkrete Optimierungsprobleme in der Beschaffung und Distribution sowie die detaillierte Vorstellung und Bewertung des City-Logistik-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind neben der klassischen Logistikplanung vor allem Begriffe wie Standort- und Tourenplanung, City-Logistik sowie die Unterscheidung zwischen strategischen, taktischen und operativen Entscheidungen.
Warum ist die Unterscheidung in strategische, taktische und operative Entscheidungen so wichtig?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie unterschiedliche Planungshorizonte (lang- bis kurzfristig) sowie unterschiedliche Managementebenen und Aggregationsgrade der Daten erfordert, um den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern.
Welches Fazit zieht die Autorin zum City-Logistik-Konzept in Kassel?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Projekt zwar verkehrspolitisch erfolgreich zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens beigetragen hat, die betriebswirtschaftlichen Vorteile für die beteiligten Speditionen jedoch aufgrund schwieriger Kostenzuordnungen bisher begrenzt blieben.
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- Antje Hamann (Author), 2003, Logistische Entscheidungsprobleme - ein Überblick (Seminararbeit plus Präsentation), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10627