Unterwäsche, unsere zweite Haut


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
21 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Einleitende Gedanken
1.2. Zielsetzung

2. Die Unterwäsche Seite
2.1 Die Geschichte der Unterwäsche
2.2 Die Unterwäsche früher / heute
2.3 Das Korsett

3. Der Stoff auf unserer Haut Seite
3.1 Der Partner unserer Haut
3.2 Baumwolle
3.3 Viskose
3.4 Lycra
3.5 Seide

4. Auswertung der Fragebogen zum Thema: Unterwäsche Seite

5. Didaktische Analyse Seite
5.1 Sinn- oder Sachzusammenhang
5.2 Bedeutung des Themas für die Jugendlichen heute
5.3 Bedeutung des Themas für die Zukunft
5.4 Struktur des Inhaltes / Systematik
5.5 Zugänglichkeit
5.6 Pro und Kontra

6. Schlusswor
6.1 Abschliessende Gedanken

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang ab

Anleitung Burda: Abänderungen

Geschichte des Büstenhalters Anleitung Burda

Arbeitsanleitung: Gehäkeltes Bikinitop

ABC der Unterwäsche

1. Einleitung

1.1 Einleitende Gedanken

Lange war das Thema Unterwäsche tabu. Heute geht man lust- und phantasievoller damit um. Die Unterwäsche ist zu einem wichtigen Bestandteil der Mode geworden. Darum möchte ich mit meiner Arbeit zum Thema: ,,Unterwäsche - unsere zweite Haut", Möglichkeiten für die Umsetzung im Handarbeitsunterricht der Oberstufe aufzeigen.

1.2 Zielsetzung

Mit meiner Arbeit möchte ich meinen Lesern einen Einblick in die faszinierende Welt der Unterwäsche verschaffen. Ich möchte den Werdegang der Unterwäsche in den verschiedenen Zeitepochen aufzeigen und die Entwicklung der verschiedenen Unterwäschematerialien vorstellen. Obwohl unsere zweite Haut meistens nicht äusserlich sichtbar ist, spielt sie für viele Menschen eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund möchte ich herausfinden, nach welchen Kriterien andere Menschen ihre Unterwäsche auswählen.

In meiner Arbeit werde ich zuerst den geschichtlichen Teil der Unterwäsche beleuchten.

Danach beschreibe ich einige ausgewählte Materialien, die mir wichtig erscheinen. Nachher folgt die Auswertung des Fragebogens. Zum Schluss werde ich eine didaktische Analyse zum Thema ,,Unterleibchen" erstellen.

Ich werde verschiedene Unterwäschestücke herstellen und auf Grund dieser Erfahrungen herausfinden, welche sich für die Herstellung in der Volksschule eignen.

2. Die Unterwäsche

2.1 Die Geschichte der Unterwäsche

Die Geschichte der Kleidung begann mit dem Lendenschurz vor etwa 20'000 Jahren. Er schützte die empfindlichsten Stellen des Körpers vor Kälte, Gestrüppen und anderen in der Natur und im Arbeitsleben vorkommenden Gefahren. Meist wurde er aus Fell oder Flechtwerk, Bast oder Hanf angefertigt.

Im alten Ägypten wurde der Schurz getragen. Das war ein um die Hüften gebundenes Leinentuch. Die höheren Stände trugen den Schurz knielang, feingefältelt und kunstreich drapiert, die ärmeren kurz und glatt. Priester und Könige trugen meist zwei Schurze übereinander. Schlachter und Soldaten schützten sich mit Lederschurzen gegen die beruflichen Gefahren. Die Frauen der höheren Stände trugen die Kalasiris, ein schlauchschmales, langes Trägerhemd, das die Brust freiliess.

Im alten Griechenland trug man den Chiton (aus dem Semitischen: Keton = Gespinst aus Pflanzenfasern). Er bestand grösstenteils aus Baumwoll- oder Leinenrechtecken. Die damaligen Frauen trugen den Chiton knöchellang, die Männer knielang. Sie drapierten diese schmiegsamen Gewänder ober- und unterhalb des Gürtels. Das Strophium wurde von den Frauen unter dem Chiton getragen, um die Konturen der Brust möglichst vorteilhaft wölben zu lassen. Diese Brustbinde bestand meistens aus Stoff, zum Teil auch aus Leder.

Dieses handbreite, buntgefärbte oder bestickte Band wurde als Stütze um die nackte Brust gebunden.

Auch die römischen Frauen trugen Brustbinden, Fascia genannt. Bei ihnen galt jedoch ein kleiner, flacher Busen als Schönheitsideal. So schnürten sie ihre Fascia noch viel enger als die Athenerinnen. In antiken Abbildungen trugen die Frauen zur Fascia das Subligaculum, eine Art Slip. Dieses zusammengenähte oder auf der Seite geknotete Tuch wurde von den reichen Frauen meist beim Sport und beim Baden getragen. Für die anderen gehörte es zur Arbeitskleidung. Als die Männer anfingen, das Subligaculum unter ihrer Toga zu tragen, wurde es bald darauf zum Vorbild unserer heutigen Unterwäsche.

Im 12. Jahrhundert, in der Zeit der Minnesänger, wurde die Kleidung immer noch nachhaltig von Rom geprägt. Das Obergewand der Barbaren hatte sich nach dem Vorbild der Tunika entwickelt. Es wurde jedoch immer länger und die Hosen stetig kürzer. Das Hemd der Frauen im 14. Jahrhundert war waden- bis knöchellang, das der Männer, oberschenkellang und seitlich geschlitzt. Man trug das Hemd rund um die Uhr. Als es im 15. Jahrhundert in die Oberbekleidung der Männer integriert wurde, fing man an, jedes Detail des Hemdes zu schmücken.

Mitte des 16. Jahrhunderts kamen für die Männer wie auch für die Frauen die Stehkrägen, die mit zunächst winzigen Halskrausen eingefasst wurden, auf. Eine Neuheit war auch das Nachthemd, der ,,Herzschützer" wie man es damals nannte.

Mit der Renaissance kam auch eine grundlegende Neuerung in der weiblichen Bekleidung. Die Hüften rückten nun ins Blickfeld. Anfangs wurden die Röcke auf Wulsten, die unter der Taille der Frau festgebunden wurde, üppig ausgebreitet. Später ersetzte man diese durch den Reifrock, da die Frauen noch mehr Fläche brauchten, um die kostbaren Stoffe zu präsentieren. Natürlich wären all diese Röcke nur halb so schön gewesen ohne ihr kontrastreiches Gegenstück, die Schnürbrust. Die Taille eingezwängt, die Schultern und Arme zurück, der Busen von der Schnürbrust extrem hoch- und zusammengepresst und mit einladendem Dekolleté.

Ende des 18. Jahrhunderts flogen diese ste ifen Kostüme des Rokoko in hohem Bogen in die Mottenkiste. Die Frau kleidete sich mit weichen Röcken und Mieder, darunter das Hemd und Unterröcke und, wie seit eh und je, keine Hosen. Die Männer trugen nur selten die knielangen Unterhosen sondern lieber Hemden, die sie zwischen ihre Schenkel wurstelten. Doch diese Liebe zur Nacktmode war nicht von Dauer. Schon um 1820 war wieder die Wespentaille angesagt.

Für die Männer wurde 1860 erstmals von der Firma Schiesser eine Unterhose entwickelt. Hosen waren ein Symbol der Männlichkeit, deshalb gingen Frauen jahrhundertelang ,,unten ohne". Die Frauen durften nur in sehr kalten Wintern gefütterte Hosen unter dem Reifrock tragen. Als die Stahlreifen (Krinolinen) aufkamen und diese allzu viel Bein freigaben, durften auch die Frauen Unterhosen tragen. Diese waren im Schritt offen, um die traditionelle Symbolik der weiblichen Kleidung zu wahren. Diese Epoche war auch die Zeit der Baumwolle, die nach und nach begann, die Leinenwäsche zu verdrängen.

Um 1876 fing die Trikotindustrie an zu boomen. Um die Jahrhundertwende kamen die weichen unverstärkten Reformleibchen auf den Markt. Auch das Reformbeinkleid wurde nun verschlossen. Nachdem man auf die Idee kam, das Korsett in zwei Hälften zu teilen, war die Erfindung des Büstenhalters nicht mehr weit. Da die wenigsten Frauen auf einen gewissen Halt um den Pobereich nicht verzichten konnten, entwickelte man kurz darauf den Hüftgürtel und das Strumpfband.

Nach dem ersten Weltkrieg, im 20. Jahrhundert, befreiten sich die Frauen nach und nach von den Fesseln stoffreicher Wohlanständigkeit. Die Frauen, die noch als Mädchen kiloweise weisse Leinenwäsche trugen, tanzten als junge, knabenhafte Mütter den Charleston. Sie trugen nur noch soviel Unterwäsche am Leib , wie in ein Handtäschchen passte.

Die Röcke wurden immer kürzer, um die hautfarbenen Kunstseidenstrümpfe, die ihre schönen Beine umschlossen, zu zeigen. Die mit Knöpfen verschlossenen Hemdhosen wurden durch Batist, Seidenkrepp oder Kunstseidentrikot ersetzt. Die weisse Standartfarbe der Unterwäsche wurde durch Pastelle wie rauchblau, lindgrün und rosé verdrängt. Um möglichst wenig aufzutragen unter den glatten Hängerkleidern der Goldenen Zwanziger wurde die ,,Schlupfhose" erfunden. Der Büstenhalter hatte damals die Funktion, die weiblichen Rundungen möglichst unauffällig zu machen.

1929 ist es den Amerikanern gelungen, dünnere Gummifäden herzustellen, Lastex genannt. Im gleichen Jahr stellten sie auch fest, dass die bisherigen Büstenhaltermasse nicht annähernd den verschiedenen Körpchen- und Brustumfanggrössen gerecht wurden.

Gegen Ende der 30er Jahre kamen erstmals trägerlosen Corselets auf, die dank gummielastischer Einsätze hielten. Es gab auch neue Büstenhalter, die verstellbare Träger und einen Vorderverschluss hatten. Von diesem Zeitpunkt an besass jede noch so schlanke Frau einen Hüft- und Strumpfhalter. In diesen Jahren wurden auch die neuen Wunderfasern Nylon und Perlon entdeckt. Diese wurden jedoch anfangs für die Herstellung von Krieggütern (Fallschirme, Schwimmwesten,...) verwendet. Nach dem Krieg nähten die Frauen verschiedenste Unterwäsche aus alten Fallschirmen.

Zu Beginn der 50er Jahre wurden die Büstenhalter nicht mehr rund sondern spitz geschnitten. Zu dieser Zeit kamen auch die ersten Wäschekollektionen für junge Mädchen aus Amerika nach Europa. Im folgenden Jahrzehnt wurde die neue Wunderfaser Lycra erfunden, die es neu ermöglichte, nahtlose Strümpfe herzustellen. Doch während noch alle Welt über diese neue Erfindung staunte, brodelte es bereits unter der mitteleuropäischen Oberfläche. Der Büstenhalter wurde von den amerikanischen Frauen öffentlich als Unterdrücker der freien Weiblichkeit erklärt.

Weil die Frauen keine BH's mehr trugen, musste sich die Wäscheindustrie etwas Neues einfallen lassen. Von nun an bestand der BH nur noch aus einem Hauch von Nylon und Tüll, hatte aber dennoch eine stützende Funktion. Dies war ein richtungsweisender Schritt für die gesamte Branche.

Ende des Jahrzehnts als die Hosenbünde unter den Bauchnabel rutschten, setzten sich zunehmend die knappen Höschenformen durch. In der Hippiezeit kam das Schrille, Ausgeflippte auf. Von nun an musste sich die Wäsche neue Wege suchen.

In der Männerwäsche kam nun endlich frischer Wind in die Sortimente. Jede Menge Farben und Muster kamen, bunte grafische Drucke, Streifen und Karos. Als der Grieche Nikolaos aus Feinripp mit Lycra, Hemden mit tiefen Brust- und hohen Beinausschnitten machte, sah der Baumwollslip im Vergleich dazu plötzlich alt aus.

Auch Calvin Klein brachte Feinripp, jedoch mehr sportlicher Art. Er allerdings stellte erstmals den Mann als Sexobjekt in aufsehenerregenden Anzeigenkampagnen dar. Endlich erwachte die Männerwäsche aus ihrem Dornröschenschlaf.

Auch bei den Damen tat sich was, die sexy Tageswäsche rückte immer mehr in den Vordergrund. Romantik war angesagt: weisse Baumwollstickereien, Transparenz, hohe Beinausschnitte, tiefdekolletierte Bügel - BH's, leicht formende Bodies mit Lycra und Höschen aus Elastic - Spitze.

In den 90ern war zwar immer noch Luxus angesagt, jedoch viel dezenter, vor allem bei den Dessous. Die beiden Wäschetypen, die elegante, spitzenbesetze, sexy und die klarlinige und sportliche wurde auch in den 90ern noch gerne getragen.

Seamless - nahtlose Unterwäsche ohne Naht und super bequem ist der neueste Megatrend im Wäschebereich 2001. Zudem kommt in der Damenmode wieder das Dekolleté vermehrt ins Blickfeld, es wird wieder gezeigt, was Frau hat. Die Wäschestoffe werden immer elastischer und feiner. Sie bilden die Basis für ein angenehmes Körpergefühl und viel Bewegungsfreiheit beim Tragen der Unterwäsche.

Aktuelle Mode:

2.2 Die Unterwäsche früher / heute

Ein fünfjähriges Mädchen im Jahre 1913 trug folgende Unterwäsche:

- ein ärmelloses Hemd
- ein Leibchen, das am unteren Rand über eine Knopfreihe verfügte. Seitlich befanden sich ebenfalls Knöpfe, an denen die Strümpfe befestigt wurden
- ein Unterhose mit Knopflöcher am Bund, das an das Leibchen angeknöpft wurde. Auf halber Höhe dieser Unterhose wurde ein Saum eingefasst, den man auslassen konnte, wenn das Mädchen gewachsen war
- ein Unterrock, der ebenfalls Knopflöcher am Bund besass (Die damaligen Knaben trugen dieselbe Unterwäsche)
-in fünfjähriges Mädchen im Jahre 2001 trägt folgende Unterwäsche: · ein ärmelloses Leibchen
- eine Unterhose
- Strumpfhosen (Winter)

2.3 Das Korsett

Das Korsett auch Schnürbrust, Schnürleib, Schnürmieder genannt, ist ein sehr altes Kleidungsstück. Es wurden schon mehr als 20'000 Jahre alte Darstellungen gefunden, die Frauen zeigen, die Korsetts aus Tierhäuten trugen. Kretische Urnen, die mehr als 5000 Jahre alt sind, zeigen Schlangenpriesterinnen in Bronzekorsetts.

Das Korsett betont und hebt die natürlichen Kurven des Körpers hervor und schränkt die Taille der TrägerIn ein. Die hohen, mit Fischbein gesteiften Korsetts kamen um Mitte des 16. Jahrhunderts auf.

Diese Fischbeinkorsetts liessen nur steife, gemessene Bewegungen zu und drückten die Brüste völlig flach. Später erhielten diese Korsetts, das Blankscheit, einen vorn in das Korsett eingeschobenen Stab, aus Fischbein, Stahl oder Holz.

In den populärsten Zeiten des Korsetts gab es die unterschiedlichsten Korsett - Ausführungen. Die Hüftkorsetts, Korsetts für Männer, Trainingskorsetts, Korsetts zum Bauchtraining, fürs Tennis und zum Schwimmen. Auch für Schwangere wurden spezielle Korsetts angefertigt.

Fatale Spätfolgen der Eitelkeit::

Verformung des Brustkorbes mit

Quetschungen von Lunge, Leber, Magen und Darmtrakt.M

Zeichnung nach Soemmering von 1778.

Eine grundlegende Ansicht war, dass das Korsett nicht nur den Körper der Frau formt, sondern auch ihren Charakter. Es lässt ihren Kopf und ihre Brust heben, hält ihren Rücken gerade, macht ihren Bauch flach, verengt ihre Taille und rundet ihre Hüften. Ihre Schrittlänge wird eingeschränkt und sie wirkt dadurch femininer.

Das Korsett war auch immer eine beliebte Bestrafungsmethode. Um die wilden und aufsässigen Mädchen zu disziplinieren, setzten die Mütter besonders gerne die langen und engen Korsetts ein. Zur Korrektur ihrer Haltung wurden lange Nadeln auf der Brust befestigt. Das Mädchen erhielt so bei jeder kleinste Senkung ihres Kopfes einen schmerzhaften Stich in ihr Kinn.

3. Der Stoff auf unserer Haut

3.1 Der Partner unserer Haut

Die Unterwäsche soll der Partner unserer Haut sein. Deshalb gibt es einige Grundanforderungen an unsere Bekleidung, die wir einhalten sollten. Diese lauten für unsere ,,zweite Haut":

- den Körper gegen Kälte schützen
- die Hautfeuchtigkeit und den Schweiss nach aussen lassen
- für unser Wohlbefinden die wichtig Hautatmung ermöglichen
- die Aufgabe der Haut (Antenne und Energieimpulsaufnahme- und abgabe - Organ) möglichst wenig behindern

3.2 Baumwolle

Die Baumwolle, wird auch ,,King Cotton" oder ,,Weisses Gold" genannt. In der heutigen Textilindustrie ist sie kaum mehr wegzudenken. Der grösste Anteil der verkauften Wäscheteile ist weiss, wie die Samenhaare des Baumwollstrauches. Die Baumwolle besteht überwiegend aus Zellulose.

Der Baumwollstoff ist sehr saugfähig, gibt jedoch die Feuchtigkeit relativ langsam wieder ab. Zudem ist die Baumwolle luftdurchlässig und kochfest, somit auch hygienisch.

3.3 Viskose

Die Viskose ist eine natürliche Faser aus Holz-, Leinen- und Baumwollelementen, die aus Faserfilamenten besteht. Sie gehört zur ersten Generation der Chemiefasern. Viskose - Qualitäten sind schmiegsam und weich, lassen sich gut bedrucken und färben. Sie hat ein hohes Feuchtigkeitsaufnahmevermögen, dafür aber eine relativ lange Trocknungszeit. Durch die starke Quellung der Faser ist sie jedoch schlecht luftdurchlässig.

Die Faserfilamente der Viskose werden in der Industrie nach Feinheitsgraden in ,,dtex" kategorisiert. Wenn der ,,dtex" - Wert, der darauf hinweist, wieviel 10'000 Meter Faden wiegen, kleiner als 1 dtex ist, nennt man diesen Fasertypus Microfaser. Sie kann auch aus Polyester und Polyamid hergestellt werden. Die Microfaser wird sehr häufig in der Unterwäscheherstellung verwendet. Die Stoffe aus oder mit Microfasern wirken transparent und fühlen sich weicher an als alle sonst üblichen Polyester- oder Polyamidstoffe zuvor.

3.4 Lycra

Wissenschaftler 1958 die Elasthanfaser Lycra. Diese erkannten sofort, dass ihre einzigartigen Eigenschaften für die Modeindustrie enormes Potential. Deren Weiterentwicklung revolutionierte die Stoffherstellung. Lycra ist ein segmentiertes Polyurethan, das heisst, dass die flexible n Segmente mit den starren alternieren. Die flexiblen Molekülketten legen sich unter Spannung gerade, wobei sie aber stets bestrebt sind, in ihren natürlichen Zustand zurückzukehren.

Die starren Segmente agieren als ,,Bremsen" und verhindern dabei das Zerreissen. Man verarbeitet Lycra niemals allein, sondern immer mit anderen Natur- und Chemiefasern zuammen. Für Unterwäsche wird Lycra vorwiegend mit Naturfasern verarbeitet, um möglichst vielfältige Stoffe kreieren zu können. Lycra hat dieselben Eigenschaften wie Elasthan, es ist rückrücksprungkräftig, dehnfähig, mässig Scheuerfestigkeit, hat eine gute Zugfestigkeit, ist alterungs- und chemisch beständig (auch gegen Öle und Fette, Parfüm, Seewasser, und Sonnenstrahlen).

3.5 Seide

Seide ist eine Naturfaser, die aus den Kokons von Seide spinnenden Raupen (Seidenspinner) gewonnenen wird. Beim Abhaspeln der Kokons erhält man Rohseidenfäden. Zwei bis drei Fäden werden zusammengedreht. Je nachdem wie stark sie zusammen gedreht werden, erhält man unterschiedliche Seidenarten.

Man unterscheidet Maulbeerseide und Tussahseide. Maulbeerseide wird von gezüchteten Maulbeerspinnern produziert, die Tussahseide auch Wildseide genannt, von frei lebenden Seidenspinnern. Seide knittert leicht, glänzt und ist saugfähig. Wegen der guten Feuchtigkeitsaufnahme sind Textilien aus Seide angenehm zu tragen. Seide bekommt durch Wasser oder Wasserdampf Flecken. Deshalb darf Seide nicht mit einem Dampfbügeleisen gebügelt werden.

4. Auswertung der Fragebogen zum Thema: Unterwäsche

Ich habe ca. 50 weibliche und männliche Personen mit einem Fragebogens befragt. Im Anhang finden sie eine Vorlage und einen ausgefüllten Fragebogen (weiblich / männlich).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die befragten Personen, die bei H & M einkaufen, achten vor allem auf den Preis und die Mode. H & M ist billig, modern und hat eine grosse Auswahl von Unterwäsche. Es sind meist jugendliche, weibliche Personen, die bei H & M einkaufen. Beim Versandhaus kaufen sehr wenige Personen ein, da man die Unterwäsche nicht probieren kann. Im Fachgeschäft wird vor allem wegen der guten Beratung, dem speziellen Angebot, der Qualität und der Markenunterwäsche eingekauft. Im Kaufhaus wird einerseits wegen der guten Beratung, andererseits wegen der Markenunterwäsche eingekauft. Hier liegt der Preis der Unterwäsche in einem angemessenen Rahmen. Der Grossverteiler ist ein sehr beliebter Einkaufsort, da es ihn meistens in der Nähe des Wohnortes gibt. Dazu stimmt für viele das Preis- Leistungsverhältnis.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die meisten der Befragten kaufen ihre Unterwäsche selber ein, vor allem die Frauen.

Bei dieser Befragung ist mir aufgefallen, dass viele Männer ihre Unterwäsche nicht selber einkaufen. Diesen ist es dann auch nicht so wichtig wo die Unterwäsche eingekauft wird, Hauptsache sie sitzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Grafik ersichtlich, werden wie seit eh und je die Farben schwarz und weiss bevorzugt getragen.

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Die Unterwäsche soll bequem, einen perfekten Halt und einen guten Tragkomfort leisten, das heisst, das Material soll angenehm zu tragen sein. Häufig wird auch auf den Preis und die Qualität der Unterwäsche geachtet.

Seit die Baumwolle das Leinen verdrängt hat, ist sie das beliebteste Unterwäschematerial. Die Baumwolle wird bei der Befragung als saugfähig, angenehm zu tragen, luftdurchlässig, leicht waschbar, gut verträglich auf der Haut und als natürliches Material bezeichnet. Synthetik wird als preiswert, aktuell und bequem eingestuft.

Die Microfaser haben sie als bequem, atmungsaktiv und formbeständig beschrieben. Das Material Seide wird als erotisch und vor allem als zu teuer betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Grafik ersichtlich, wird die klassische und sportliche Unterwäsche sowohl von den weiblichen als auch von den männlichen Personen bevorzugt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Markenwäsche wird vor allem wegen der guten Qualität, aus Gewohnheit und ihrer guten Lebensdauer gekauft. Vielen ist jedoch die Marke unwichtig.

Hauptsache die Unterwäsche sitzt und ist nicht zu teuer. Calida-, Sloggi- und Triumphunterwäsche werden bevor-zugt, da sie bequem, ihre Passform ideal ist und weil gute Erfahrungen gemacht wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Preiswerte Unterwäsche = kleine Auswahl
- unterschiedliche Grösseneinteilung der Wäschehersteller
- etwas stört an jedem Wäschestück - schwierige Grösse leiert aber durch langes Tragen aus
- Farben gefallen nicht
- bei der Auswahl des BH, der soll die Brust optisch verkleinern

5. Didaktische Analyse zum Thema Unterleibchen

Frauenleibchen / Männerleibchen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Thematischer Zusammenhang

- Die Schüler lernen die Kriterien kennen, um die Materialauswahl dem Verwendungszweck anzupassen (Winter, Sommer, Sport).
- Durch die Geschichte der Unterwäsche erfahren die SchülerInnen was es früher für Unterwäsche gab und wie sie getragen wurde.
- Das Leibchen kann im Winter als Unterleibchen, im Sommer als Top getragen werden.
- Die Schüler erfahren durch die Geschichte des Korsetts wie sich die Frauen und Männer früher für ihr Schönheitsideal gequält haben.
- Die Funktion des Unterleibchens.

Grundtechniken und Grundfähigkeiten

- Die Schüler lernen ein Schnittmuster von Grund auf selber zu zeichnen.
- Sie wenden verschieden Nähtechniken an und lernen geeignete Nähte für elastische Stoffe kennen. (Saum, einfache Naht, Versäuberung).

Werthaltung

- Das Unterleibchen ist noch heute ein wichtiges, wärmendes Kleidungsstück.

- Ein Unterleibchen wird nach den eigenen Vorstellungen selbst gemacht.

5.2 Bedeutung des Themas für die Jugendlichen heute Freizeit

- Es kann im Winter als Unterleibchen, im Sommer und beim Sport als Top getragen werden.

Umfeld, Gesellschaft, Kultur

- Was tragen die KlassenkameradenInnen für Unterleibchen? Tragen sie überhaupt eines?
- Was tragen andere Kulturen für Unterwäsche, Unterleibchen?
- Wie wird für Unterwäsche geworben(Sex, Schönheitsideal).

5.3 Bedeutung des Themas für die Zukunft

Motorischer Bereich

- Die SchülerInnen lernen beim Massnehmen das genaue Messen mit dem Massband.
- Beim Schnittmusterzeichnen wird das genaue Konstruieren gefördert.
- Die Feinmotorik wird bei den Vorbereitungsarbeiten durch das Stecken, Heften und Vernähen gefördert.

Affektiver Bereich

- Die SchülerInnen lernen einander beim Massnehmen zu vertrauen und lassen jemanden ,,Fremden" an sich heran.
- Die SchülerInnen haben Freude an ihrem selbst hergestellten Unterleibchen, da sie Stoffart und dessen Farbe selber bestimmen können.

Kognitiver Bereich

- Die Schüler müssen die gemessenen Körpermasse für das Schnittmuster zeichnen, umrechnen.
- Die Schüler müssen beim Schnittmusterzeichnen die Anleitung genau einhalten.
- Sie können beim Schnittmuster nach eigenen Vorstellungen einfache Veränderungen vornehmen (Halsausschnitt, Träger, Länge des Leibchens).
- Sie können bei dieser Arbeit erlernte Techniken bei anderen Kleidungsstücken anwenden(z.B Nähte, Säume und Versäuberungen bei Hosen, T-Shirts, Pullover,...).

5.4 Struktur des Inhaltes / Systematik

Material

Als Material eignen sich verschiedene Stoffqualtitäten:

- Warme, weiche Stoffe (Nylon, Bauwollflanell, Satin)
- Feste Webstoffe (Batist, Baumwolle, Polyester)
- Trikotware -Strickstoffe (Single -Jersey, Elasthan-Stoffe)
- Seidenartige Webstoffe (Seiden- oder Polyester-Jacquards, Charmeuse)

Anleitung / Arbeitsschritte

Schnittmuster zeichnen (Unicut: Body DOB) für die Schüler ein vereinfachtes Konstruktionsblatt

- Beinausschnitte weglassen
- Schnittmuster und Unicut (Original) im Anhang
- Stoff zuschneiden
- Stoffkanten versäubern
- Schultern zusammen nähen, auseinander bügeln · Seitennähte zusammen nähen, auseinander bügeln
- Armlöcher und Halsausschnitt, stecken, heften · Saum mit Ziernaht nähen · Länge des Unterleibchens anpassen, stecken, heften · Saum mit Ziernaht

5.5 Zugänglichkeit

Lebensumfeld

- Werbung, Prospekte

- Gesundheit

- Sexualität

Infrastruktur des Schulortes

- Museumsbesuch
- Unterwäsche
- Modeschau
- Unterwäschefirma besuchen

Bücher, Literatur

- Wäsche
- Burdahefte
- Prospekte
- Bodywear des 20. Jahrhundert

Jahreszeit

- Winter
- Sommer, leichtes Top

Thematische Zusammenarbeit

- Räume und Zeiten · Geschichte der Unterwäsche
- Biologie · gesunde Unterwäsche

5.6 Pro und Kontra bei der Wäscheherstellung in der Schule

- ein Unterleibchen kann man gut mit den SchülerInnen herstellen · sie müssen sich nicht, oder nicht ganz ausziehen
- nicht eng anliegende Boxershorts kann man problemlos herstellen · sie müssen sich nicht ausziehen
- man kann die Oberlockmaschine einführen
- Sch. sehen einmal, wie viele Arbeiten die Unterwäscheherstellung
- um enganliegende Unterwäsche zu nähen, müssen sich die SchülerInnen bis auf die Unterhosen ausziehen um genau Mass nehmen zu können ·
- Hemmungen, Schamgefühle
- bei gemischten Klassen könnte es schwierig sein Unterwäsche zu nähen · Hemmungen · Geschlechterteilung
- einen Büstenhalter,zu nähen ist fast unmöglich, Häkeln eignet sich besser

6. Schlusswort

6.1 Abschliessende Gedanken

Nach intensivem Suchen ist es mir gelungen, einige sehr gute und interessante Bücher zum Thema Unterwäsche zu finden. Das Thema ,,Unterwäsche" hat mich völlig fasziniert. Dass die Frauen jahrhundertelang ohne Unterhosen ausgekommen, sind erstaunte mich am Meisten. Ich könnte mir ein Leben ohne Unterhosen gar nicht mehr vorstellen. Aus Geschichte der Unterwäsche hat mich die Epoche des Korsetts sehr beeindruckt.

Den damaligen Frauen war nichts wichtiger, als eine dünne Taille zu haben. Vielen von ihnen ist dieses Schönheitsideal gar zum Verhängnis geworden. Beim Bearbeiten der verschiedenen Unterwäschematerialien habe ich mich vor allem für die verschiedenen Eigenschaften der Stoffe interessiert und auch vieles dazugelernt. Auch die Auswertung der Fragebogen war sehr aufschlussreich und interessant.

Ich hatte sehr viel Spass bei der Herstellung der verschiedenen Wäschestücke und werde bestimmt noch mehr herstellen, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Bei diesen praktischen Arbeiten habe ich jedoch festgestellt, dass die Unterwäscheherstellung mit SchülerInnen nicht mit allen Materialien und Kleidungsstücken geeignet ist.

Einen Büstenhalter zu nähen ist sehr schwierig, hingegen einen zu häkeln, ist in der Volksschule sicherlich möglich. Auch mein Wäschestück, dass ich als praktische Arbeit abgegeben habe, kann man mit einfacherem Material in der Volksschule umsetzen.

Im Anhang liegen die Anleitungen und noch weitere interessante Informationen zum Thema ,,Unterwäsche" bei.

7. Literaturverzeichnis

Bücher:

- Chenoune, Farid: Dessous - Ein Jahrhundert Wäschekult. München: Knesebeck, 1999 1. Auflage
- Pfeifer, Iris: Bodywear des 20. Jahrhunderts - Flotte Wäsche für Tag und Nacht. München/Berlin: Klinkhardt & Biermann, 1996
- Bachmann, Felicitas; Madeyka, Christa; Meyer-Schneidewind, Mechthild: Wäsche - Mode, Markt und Marketing. Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag, 1994
- Lehmann, Paulus Johannes: Die Kleidung unsere zweite Haut. Königstein: Access-Verlag, 1992 3. Auflage
- Völker, Ursula ; Katrin Brückner: Von der Faser zum Stoff. Hamburg: Dr. Felix Büchner - Verlag, 32. Auflage

Zeitschriften:

- Textil - Revue, Nr. 7, Bodywear, 16. Februar 2001
- Textil - Revue, Nr. 33, Bodywear, 17. August 2001

Internet:

- www.google.ch (Suchmaschine: Geschichte Menstruationshygiene. Abgefragt am 09.11.01)
- www.bluewin.ch (Suchmaschine: Unterwäsche. Abgefragt am 09.11.01)
- www.google.ch (Suchmaschine: Korsett · Geschichte. Abgefragt am 10.11.01)
- www.google.ch (Suchmaschine: Lycra. Abgefragt am 10.11.01)

Wichtige Adressen:

- Nähecke, Petermann Brigitte, Baselstr.16, 6252 Dagmersellen (Tel: 062/ 756`11'60)
- Schnittmuster und Material zur Herstellung von Unterwäsche für den Unterricht (Dessous und Bodywear)
- Näh - Szene Zürich AG, Bernina Nähmaschinen, Talackerstr. 35, 8001 Zürich (Tel: 01/ 221`00'44)
- Schnittmuster und Material zur Herstellung von Unterwäsche

8. Anhang

Anleitung Burda: Abänderungen

Stoff: Seide

Zugaben: siehe Schnittmuster

Spitzenborte: an Vorder- und Rückenteil Träger: aus schwarzer Spitzenborte

Arbeitsablauf:

1. Schnittmuster kopieren
2. zuschneiden
3. einzelne Teile versäubern (Overlock)
4. seitliche Beinnaht zusammennähen, bis zum Schlitzzeichen
5. seitliche kleine Beinnaht zusammennähen
6. Hosenteile recht auf rechts ineinander ziehen, Mittelnaht nähen
7. Saum untere und obere Hosenkante (Öffnung für Gummizug)
8. Gummizug
9. An den Büstenteilen die Abnäher nähen
10. Büstenteile zusammennähen
11. Büstenteil ans Vorderteil nähen
12. Träger ans Vorderteil nähen
13. Spitzenborte ans Vorderteil und Rückenteil anstürzen, nach hinten bügeln, absteppen
14. Seitennähte bis zu den Schlitzzeichen steppen
15. Saum, Oberteil
16. alle Schlitze verarbeiten, Saum
17. Träger ans Rückenteil nähen

Die Geschichte des Büstenhalters

Um 1810 erste Schnürmieder - der Körper der Biedermeierfrau sollte zierlich und zerbrechlich aussehen.

1828 Mechanisches Korsett (Krinoline) mit eingeschlagenen Metallösen wurde unter der Oberbekleidung getragen. Sie stützte mit Fischbein oder sogar Stahlstangen die bodenlangen, bis zu sechs Meter breiten Kleider der Damen.

1863 Patent auf L. L. Chapman(USA/Designer) eingetragen um 1870 korbartige Tornüre - sie formte den "falschen Steiss", eine Ausbuchtung des verlängerten Rückens

1876 Patent auf Harriet Scha ndevyl(USA/Designer) eingetragen Um 1880 Leinen, Batist, Stickereien, Spitzen, Häkelmuster, Fältelungen, farbige Bänder und herzförmige Ausschnitte kamen auf. Die Kunst der "Weissnäherei" und der Weissstickerei begann. Fünf Pfund Unterwäsche musste die elegante Frau von damals immer noch mit sich herumschleppen: Hose, Hemd, "Anstandsrock", Korsett, Halbunterrock, Untertaille - und im Winter kam noch die wärmende Wäsche dazu.

1884 Patent für Mortimer Clarke (USA) - vom Modell her dem heutigen Sport-BH ähnlic h

1889 1. Patent (Frankreich) für Büstenhalter in Paris 1889 auf Französin Herminie Cadolle eingetragen

1891 1. kaiserliches Patent auf Brusthalter für Hugo Schindler (aus Böhmen) - Patent "62 641" - BH kam als Ersatz für das Korsett - Frauen erledigten viel Hausarbeit, aber wer kann sich schon bücken, wenn einem Metallstangen und -stäbchen die Luft abdrücken? Zwei Kappen, unten an einem Gürtel befestigt, oben mit Bändern.

1896 Gründung - "Allgemeine Verein für die Vereinfachung von Damenkleidung"

Er hatte unter anderem "die Befreiung von jeglichem Druck und Einengung" zum Ziel.

Um 1900 Trend wurde ein nach innen gewölbter Bauch mit einem betonten, herausgerückten Po. Auch Leibchen und Brusthalter kamen auf den Markt. Doch auch die waren nicht bequem. Fischbeinstäbchen, Spiralfedern oder Schnureinlagen sorgten dafür, dass Frau sich nicht "hängenliess".

1904 erstes Modell des schwäbischen Korsettmachers Wilhelm Meyer-Ilschen

1912 Sigmund Lindauer (Cannstatt) brachte vielbeachtete Linie "Hautana" auf den Markt, Modelle aus Seidentrikot, die ohne Versteifung direkt auf der Haut zu tragen waren

1914 Patent auf BH für Amerikanerin Mary Jacobs

1914 Kauf des Patents von Mary Jacobs durch Warner Brothers Corset Company

1914 erste fabrikmässig hergestellte BH wurden verkauft

Um 1920 BH "Callimaste" (dem französischen Label) - war den heutigen Modellen sehr ähnlich. Korsett blieb da, wo es nach Meinung der Mode von damals hingehörte: an der Frau. Der BH wurde noch zusätzlich darunter getragen. Nach dem ersten Weltkrieg sollten die Frauen knabenhaft aussehen, mögliche Rundungen an Brust oder Hüften mussten irgendwie versteckt werden. Die Hemdhose wurde das typisch weibliche Kleidungsstück der 20er Jahre. Die BHs von damals hatten nur einen Nutzen: Sie sollten den Busen einfach plattdrücken. Erste Hüfthalter ersetzten manchmal das Korsett.

Um 1930 BH-Vamp(USA) wurde gesellschaftsfähig. Rundgeformte Büstenhalter, elastische Hüftgürtel und figurbetonte Korsetts zeigten unter engen, wadenlangen Kleidern üppige Rundungen.

Anfang 1930 Einführung von Standardgrössen für BHs

Anfang 1950 Modelle wurden spitzgeschnitten, wer Busen hatte zeigt ihn

1952 Triumph verkauft als grösster Miederwarenhersteller Europas 13 Millionen Büstenhalter

1961 in Deutschland werden jährlich 41 Millionen BHs produziert

1968 Flower-Power-Bewegung und Studenten-Revolten brachten öffentliche BHVerbrennungen.

1994 Der Wonder-Bra kommt auf den Markt.

1999 Neuer Gel-BH macht jeden Busen schön - der "Ultimo-Bra" kommt auf den englischen Markt. Der neue BH betont die Brüste durch Ge-Polster - und die machen jede Körperbewegung mit! Sie ähneln Implantaten, mit denen Busen operativ vergrössert werden.

Die Unterwäsche; Bettina Keller Dez. 2001

21 von 21 Seiten

Details

Titel
Unterwäsche, unsere zweite Haut
Autor
Jahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V106340
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterwäsche, Haut
Arbeit zitieren
Keller, Bettina (Autor), 2001, Unterwäsche, unsere zweite Haut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106340

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