Martin Opitz' Gedicht "Lob des Krieges Gottes Martis". Eine Satire?


Hausarbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

II. DAS LEBEN DES MARTIN OPITZ

III. DIE LYRIK IM BAROCK

IV. DER 30- JÄHRIGE KRIEG UND SEINE FOLGEN

V. „LOB DES KRIEGS GOTTES MARTIS“ FORMALER AUFBAU

VI. SATIRE

VII. DER ESEL ALS ASSOZIATION ZUM KRIEG

VIII. FAZIT

IX. LITERATURVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit möchte ich mich mit der Frage aus­einandersetzten, ob es sich bei dem Gedicht „Lob des Kriegs Gottes Martis“, um eine Satire handelt.

Zuerst werde ich deshalb auf den Autor Martin Opitz eingehen unter der Über­schrift „Leben des Martin Opitz“ und einen kurzen Überblick über sein Leben schaffen. Im Anschluss wende ich mich unter der Überschrift „Die Lyrik im Ba­rock“ der Epoche des Barocks zu, in welcher das Gedicht verfasst wurde und werde ihre Merkmale darbieten. Im Anschluss erläutere ich unter dem Punkt „Auswirkungen des 30- jährigen Krieges“, den 30- jährigen Krieg, welcher die Menschen seiner Zeit beeinflusst hat. So auch die Werke von Opitz, darunter das zu analysierende. Anschließend analysiere ich das Gedicht „Lob des Kriegs Got­tes Martis“ unter verschiedenen Gesichtspunkten. Dazu setzte ich mich zuerst mit dem formalen Aufbau auseinander und werde einen kurzen Überblick über die Themen des Gedichtes geben. Darauf folgt unter der Überschrift „Der Esel als Assoziation zum Krieg“, die Beantwortung meiner einleitenden Frage, ob es sich bei dem zu analysierenden Gedicht um eine Satire handelt. Um meine einleitende Frage zu klären, werde ich kurz den Begriff Satire erläutern und das Gedicht im Anschluss auf mögliche Anhaltspunkte untersuchen. Dazu habe ich mir eine Text­stelle herausgegriffen, da eine vollständige Analyse den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Am Ende werde ich meine gewonnenen Erkenntnisse in einem Fazit zusammenfassen.

II. DAS LEBEN DES MARTIN OPITZ

Matin Opitz wurde am 23.12.1557 in Bunzlau geboren. Er erhielt eine humanisti­sche Schulausbildung bis er 1617 in Frankfurt an der Oder Jura und Philosophie studierte. 1719 wechselte er an die Universität in Heidelberg. Aufgrund des auf­kommenden Krieges floh er 1620 in die Niederlande. Dort setzte er sich mit der neuen niederländischen Dichtung auseinander und begann die metrischen Prin- zipen dieser zu übernehmen. 1626- 1632 arbeitete er als Leiter der geheimen Kanzlei des Burggrafen Karl Hannibal von Dohnas. In der Folge dessen unter­nahm er mehrere diplomatische Reisen, wobei ihn die Reise nach Paris 1620 am meisten prägte. Opitz wechselte nach dem Tod Dohnas in den Dienst der protes­tantischen Herzöge von Liegnitz und Brieg. Bis er 1636 als Sekretär, Historio­graph und Diplomat des polnischen Königs in Danzig arbeitete. Am 20.08.1639 verstarb er in Danzig an der Pest1.

Sein literarisches Schaffen begann mit dem Antritt seines Studiums 1617. Er dich­tete sein Leben lang zweisprachig, auf Deutsch und in neu lateinischer Sprache. Sein Hauptwerk „Das Buch von der Deutschen Poeterey“ veröffentlichte er 1624. In diesem stellte er die neue Formulierung der Regeln der neuen Kunstdichtung dar.

Sein Leben war hauptsächlich durch zwei Sachen bestimmt, zum einen der 30­jährige Krieg, welcher ihn in Angst und ohne Meinungsfreiheit leben ließ und indirekt sogar seinen Tod bestimmte. Zum anderen durch sein literarisches Schaf­fen. Egal in welcher Situation er sich befand, er hatte immer einige Minuten Zeit, um sich der Literatur zu widmen2.

III. DIE LYRIK IM BAROCK

Martin Opitz war ein Dichter des Barocks. Ich möchte in diesem Kapitel einen kurzen Überblick darüber geben, was die Zeit des Barocks geprägt hat und welche die typischen Merkmale dieser Zeit sind.

Die Literaturepoche Barock umfasst den Zeitraum von 1600 bis 1720. In dieser Zeit wurde ein prunkvoller, ausdrucksvoller, fast schon überladen wirkender Stil verwendet. Dieser zeichnet sich beispielweise durch eine sehr bildhafte Sprache aus3.

Die Zeit des Barock ist geprägt durch den 30- jährigen Krieg. So dass es zu einem antithetischen Weltbild kam, welches der damaligen Lebenswirklichkeit ent­sprach. An den Fürstenhöfen wurde punktvoll gefeiert und die einfache Bevölke­rung litt unter Armut und Pessimismus. Diese Inhaltlichen Gegensätze werden in der Lyrik als Antithetik bezeichnet. Typische Gegensatzpaare sin dabei: Diesseits und Jenseits, irdisches und himmlisches Leben, sowie Schein und Sein. Die typi­schen Leitmotive der Barocklyrik sind Vanitas, Memento mori und Carpe diem. Diese setzten sich mit der Angst der Menschen auseinander und spiegeln die an­dauernde Bedrohung durch den Krieg wieder. Das Vanitas- Motiv stellt Vergäng­lichkeit und Bedeutungslosigkeit der Menschen in den Vordergrund. Dabei ist dieser Gedanke auch religiös geprägt. Es ist die Rede vom vergänglichem irdi­schen Leben und dem Glauben an ein besseres Leben im Jenseits. Vanitas bedeu­tet so viel wie: Vergänglichkeit, Nichtigkeit, Misserfolg oder Eitelkeit4. Das Men- to mori- Motiv setzt sich ebenfalls mit den Themen Verfänglichkeit und Tod aus­einander. Übersetzt bedeutet es so viel wie: bedenke das du sterben musst. Dieser Gedanke wird durch den anhaltenden Krieg und dem gegenwärtigen Tod den Menschen vor Augen gehalten und bestärkt5. Das Cape diem- Motiv setzt sich mit dem Gedanken auseinander den Tag bewusst zu Leben und bedeutet übersetzt:

nutze den Tag. Dabei soll der Mento mori Gedanke in den Hintergrund rücken und man aufgerufen werden das Leben zu genießen6.

Die äußere Lyrik, sowie die Sprache spielten in der Lyrik des Barocks eine große Rolle. Dabei war es unteranderem wichtig die Merkmale der Literatur einzuhal­ten. So war zum Beispiel auch die Sprache der Dichtungen in drei Kategorien unterteilt (erste Gattung - Hoher Stil- würdevolle Sprache, zweite Gattung- Mitt­lerer Stil- normale Sprache, dritte Gattung- niedriger Stil- einfache Sprache). Hin­zu kommt, dass die Gedichte meist eine Zahl an rhetorischen Mitteln beinhalten, da häufig eine starke Bildsprache genutzt wurde. So ist die Lyrik durch: Meta­phern, Personifikationen, Antithesen, Allegorien, Repetition, Symbole und Hy- perbolik geprägt7.

IV. DER 30- JÄHRIGE KRIEG UND SEINE FOLGEN

In diesem Kapitel möchte ich eine kurze Übersicht über den 30-jährigen Krieg geben, um das Gedicht Zeitlich einzuordnen.

Von 1618 bis 1648 tobte der ursprüngliche Religionskrieg zwischen der Katholi­schen Liga und der Protestantischen Union, welcher Heute als der 30- jährige Krieg bezeichnet wird. Durch die 1517 beginnende Reformation und der einher­gehenden Abspaltung der Protestantischen von der Katholischen Kirche, kam es zu einer Spaltung Europas. Diese führte dann zum Ausbruch des Krieges, welcher schnell nicht mehr nur einen religiösen Hintergrund hatte. So kam es auch zu machtpolitischen Interessenskonflikten, welche größten Teils auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen ausgetragen wurden8. Seine Dau­er und Intensität entvölkerte ganze Landstriche. Seuchen, Hungersnöte und der allgegenwertige Tod sorgten in der Bevölkerung für großes Leid9. Die deutsche Bevölkerung schrumpfte um ein Drittel und ganze Regionen verödeten. Das hatte zur Folge, dass die bäuerliche Bevölkerung beinahe ausstarb. Die Menschen wur­den von der Angst beherrscht. Das führte dazu, dass die die nicht durch den Krieg oder die damit verbunden Seuchen starben, sich das Leben nahmen. In dieser Zeit der Unruhe, des Chaos und der Ungewissheit suchten viele Menschen Zuflucht in der Natur. In dieser war es meist ruhig und bunt. Sie stellte Frieden für die Bevöl­kerung dar und gab ihnen Hoffnung. So spiegelt sich dieses Motiv auch häufig in literarischen Werken dieser Zeit wider10.

V. „LOB DES KRIEGS GOTTES MARTIS“ FORMALER AUFBAU

Das lyrische Werk „Lob des Krieges Gottes Martis“ von Martin Opitz, welches er im Jahr 1628 veröffentlichte, verfasste er als Schlesien unter den Wallensteini- schen Soldaten zu leiden hatte, und die Gegenreformation der protestantischen Gebiete unter Hanibal von Dohna einsetzte11. Da das Gedicht zur Zeit des 30­jährigen Krieges verfasst wurde, setzte es sich mit dem Geschehen und den Fol­gen dieses Krieges auseinander. Die Angesprochenen Themen sind dem zu folge, der Krieg, Tod, Leid, aber auch das Lob für den Kriegs Gottes Martis12. Dabei handelt es sich um typische Themen der Barockenlyrik. Martin Opitz wollte mit diesem Gedicht etwas spottend auf die sich lobenden Kriegsherren aufmerksam machen, welche über die Armut und das Leid einfach hinwegsahen und sich als Helden, des Krieges feierten. Der Titel stellt diese sich Lobenden Kriegs Herren da. Martin Opitz widmet das Gedicht Dohna, in dessen Dienste er sich zur Zeit des Verfassens befand.

[...]


1 Vgl. Garber, Klaus: Opitz, in: Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. Bd. 8, hg. von Wilhelm Kühlmann, u. a., 2., vollständig überarbeitete Auflage, Berlin/New York: De Gruyter 2010, S. 715-722.

2 Vgl. Becker- Cantario, Barbara: Martin Opitz (1597 -1639): Nachahmungspoetik und Lebenswelt /hg. von Thomas Borgstedt, Walter Schmitz. Tübingen: Niemeyer, 2002, S. 38- 53, hier: S. 42, 46.

3 Vgl. Brabant, Dominik/Liebermann, Marita (Hg.): Barock. Epoche - ästhetisches Konzept - Denkform, Würzburg: Königshausen & Neumann 2017, S. 35.

4 Vgl. Weber, Elena: Die wichtigsten Merkmale des Barocks, Todessehnsucht, Carpe diem und Dreißigjähriger Krieg, in: UNICUM. URL: https://abi.unicum.de/abitur/abitur-lernen/barock- merkmale [Zugriff am 15.03.2021].

5 Vgl. Ebd., 2019.

6 Vgl. Weber, Elena, 2019.

7 Vgl. Ebd., 2019.

8 Vgl. Bosen, Ralf: Dreißigjähriger Krieg: Ein Grauen, das Deutschland Prägte, in: DW. URL: https://www.dw.com/de/drei%C3%9Figj%C3%A4hriger-krieg-ein-grauen-das-deutschland- pr%C3%A4gte/a-43795737 [Zugriff am 12.03.2021].

9 Vgl. Langer, Herbert: Kulturgeschichte, 1978, S. 198.

10 Vgl. Bosen, Ralf. 2018.

11 Vgl. Becker-Cantario, Barbara: Satyra in nostri belli levitatem: Opitz'Lob des Krieges Gottes Martis, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 48, 2016, S. 291 - 317, hier: S. 295.

12 Vgl. Breuer, Dieter: Krieg und Frieden in Grimmelshausens „Simplicissimus Teutsch“, in: Der Deutschunterricht 37, 1985, S. 79-95.

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Details

Titel
Martin Opitz' Gedicht "Lob des Krieges Gottes Martis". Eine Satire?
Hochschule
Universität Rostock  (Germanistik)
Veranstaltung
Aufbaukurs Antike Mythen in der frühen Neuzeit
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1064197
ISBN (eBook)
9783346476043
ISBN (Buch)
9783346476050
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Matin opitz, Opitz, Satiere, Lob des Kriegs Gottes Martis
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Anonym, 2020, Martin Opitz' Gedicht "Lob des Krieges Gottes Martis". Eine Satire?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064197

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