Die Stellung der Frau in Platons Politea


Seminararbeit, 2001

20 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsübersicht

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Inhaltsübersicht

0. Einleitung

1. Allgemeine Vorbemerkungen zu Platons Staat

2. Die Verteilung der Aufgabenfelder

3. Die Rolle und die Erziehung der Wächter

4. Auswahl der „gebietenden“ und „gehorchenden“ Wächter

5. Zusammenfassung der Möglichkeiten für die Gleichberechtigung

6. Die Frauenfrage
6.1 Anfängliche Unsicherheiten in der Beantwortung der Frage
6.2 Die Gleichstellung der Frau in der Belegung der Ämter
6.3 Das Problem der Lächerlichkeit
6.4 Beweis der natürlichen Gleichheit der Geschlechter
6.5 Gleichstellung der Frau in der Erziehung
6.6 Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern

7. Die erzieherische Gewalt des Staates
7.1 Die Notwendigkeit der Fortpflanzungskontrolle
7.2 Die Auswahl der Ehepartner
7.3 Die Erziehung der Kinder

8. Schluss

Bibliographie

0. Einleitung

In Platons Entwurf eines „guten“, gerechten und idealen Staates vereinigen sich seine philosophischen Ansichten zu einer Gesamtschau, die in besonderer Klarheit vorgetragen sind1. In der Politea finden sich die mit bekanntesten Stellen aus Platons Werk: das Höhlengleichnis und die anderen beiden Gleichnisse. Gleichzeitig ist eine ausgiebige Beschäftigung mit der Erziehung enthalten, auf die ich mich in meiner Ausarbeitung konzentrieren möchte. Platon erkennt in seinem Staatsentwurf die Wichtigkeit der Erziehung und widmet diesem Problem eine ausführliche Darstellung. In dieser Ausführung wird gleichzeitig die Rolle der Frau im Staat diskutiert. Die Frauenfrage ist somit in ein pädagogisches Problem eingebettet. Zugleich wirft die Beantwortung der Frauenfrage weitere Probleme der Erziehung auf. Einerseits muss geklärt werden wie die Frau erzogen werden soll, andererseits werden ihre Erziehungsaufgaben bestimmt. Dabei werden die Erziehungsaufgaben überhaupt und die Erziehung durch den Staat deutlich.

Das Problem meiner Arbeit ist die Frage, inwiefern der Herrscher die Erziehung im Staat organisiert und wie darin die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ermöglicht und begründet wird.

Die Erziehungsproblematik und die Frauenfrage werden vor allem im fünften Buch behandelt. Die Komplexität der Argumentation erfordert jedoch auch Einblicke in andere Bücher. Zunächst soll aus den allgemein gehaltenen Definitionen des Staates und die Verteilung der Aufgaben in Buch drei und vier nach den Vorbedingungen und Möglichkeiten für die Gleichberechtigung gesucht werden, um diese dann im fünften Buch zu belegen und zu diskutieren. Im Anschluss daran soll noch die staatliche Erziehungsgewalt bearbeitet werden.

Die Frage nach der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist in der Forschung umstritten. Hermann Gauss hält Platons Vorschlag einer gleichberechtigten Frau im antiken Griechenland für „revolutionär“ und „kühn“2. Er arbeitet heraus, dass die Frau im alten Griechenland eine eher untergeordnete Rolle spielte und als „abgeschwächter Mensch“, wie ein „Haustier“ gehalten, nur Haushaltstätigkeiten übernehmen durfte3. Daher hält er Platons Konzeption für so spektakulär. Als Mangel der Frau halte Platon nur die physische Unterlegenheit der Frau gegenüber dem Mann fest4. Entgegengesetzter Ansicht ist Paul Friedländer, der hinter der Gleichstellung der Frau nur einen symbolischen Akt, ein „Spiel, Bild“ vermutet, das einerseits verdeutlichen soll, wie die Erziehung durch den Staat alle umfassen soll, andererseits stellt er die These auf, es sei eine dramatische Steigerung, die ihre Zuspitzung in den drei Gleichnissen finden soll5.

Eine eher gemäßigte Position nimmt Julia Annas ein. Sie beschäftigt sich mit dem Problem, ob Platon ein Feminist im modernen Sinne war6. Ihrer Ansicht nach erscheint bei Platon keine natürliche Differenz zwischen den Geschlechtern zu bestehen7. Jedoch seien die Männer in der Regel überlegen und besser, wodurch die Frauen nur als „mediocre males“8erschienen. Mir liegen also drei verschiedene Thesen vor. Gauss äußert sich sehr emphatisch, Friedländer eher nüchtern und Annas schwächt die Gleichberechtigung durch moderne Forderungen. Zum Schluss meiner Arbeit werde ich meine Ausarbeitung gegen die vorgetragenen Thesen absetzten.

1. Allgemeine Vorbemerkungen zu Platons Staat

Die Diskussion über den Aufbau eines Staates 9entsteht aus einem Gespräch zwischen Glaukon, Polemarchos, Thrasymachos und Adeimantos, die an Sokrates herantreten, um sich über das Wesen der Gerechtigkeit aufklären zu lassen. Um das Problem der Gerechtigkeit besser erfassen zu können, konzipiert Sokrates ein Staatsmodell, das „gut“ und damit auch gerecht sein soll. Von diesem, die Gerechtigkeit im Allgemeinen beschreibendem Konstrukt aus, soll die Aussage über die Gerechtigkeit im Einzelfall und in betreff des Individuums möglich werden10. Motivation zur Staatenbildung ist die Schwäche des Einzelwesens, das alleine auf sich gestellt nicht in der Lage wäre ausreichend für sich zu sorgen. Dieser Mangel wird erkannt und führt zu dem Zusammenschluss vieler, die sich in einer Gruppe organisieren, wobei es Aufgabe jedes Einzelnen ist, auch für seine Mitmenschen zu sorgen11.

In der Begründung des Staates als Gemeinschaft schwacher, individuell schlecht überlebensfähiger Individuen liegt eine erste erzieherische Dimension; das Miteinander wird organisiert und verlangt das ethische Bewusstsein, soziale Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen. Die Lebensweise des Individuums muss folglich an dem Gemeinwohl orientiert sein und verlangt daher, was noch zu zeigen sein wird, eine ordnende und erziehende Kraft. Oberste Instanz dieses Staates ist der Herrscher, der später im sechsten Buch als „Philosophenkönig“ definiert wird. Ihm ist die Aufgabe zugewiesen das Volk zu leiten und zu führen.

2. Die Verteilung der Aufgabenfelder

Die geforderte Sorge für das Gemeinwohl wirft ein weiteres Problem auf: Wie sind die verschiedenen Aufgaben zu verteilen? Die Menschen sind von Natur aus nicht gleich, das heißt, jeder besitzt unterschiedliche Fähigkeiten und Talente, die möglichst gewinnbringend in die Gemeinschaft einwirken sollen.12Daraus zieht Sokrates die Konsequenz, die Aufgaben möglichst so zu verteilen, dass jeder nach seinen Talenten und Fertigkeiten eine Stellung im Staat übernimmt. Die Auswahlkriterien beruhen also einzig auf der Veranlagung für eine bestimmte Tätigkeit. Auf Grund der Effizienz sollte sich jeder auf nur eine Tätigkeit konzentrieren, die er richtig beherrscht und nicht viele Dinge auf einmal besorgen, weil dadurch die Qualität gemindert würde. Sokrates entwirft dazu eine Arbeitsethik, die durchaus als pädagogische Anleitung zu verstehen ist. Er fordert dazu auf, „die rechte Zeit für eine Arbeit“ nicht zu versäumen, „Das Geschäft mit vollem Ernst (...)und nicht bloß nebenher“13zu betreiben.

Sie zielt darauf, das Handeln des Einzelnen für die Gesellschaft zu optimieren.

Eine freie Berufswahl existiert in diesem Staatskonstrukt nicht. Die Vergabe der Berufe ist einer höheren Instanz unterstellt, was gleichzeitig eine Einschränkung der persönlichen Freiheit bedeutet und die leitende Eigenschaft des Herrschers verdeutlicht.

3. Die Rolle und die Erziehung der Wächter

Unter Wächtern wird im Verlauf des Gespräches der Stand der Krieger verstanden, die den Staat vor äußeren Bedrohungen schützen müssen. Die Wichtigkeit dieses Standes wird allein durch die lange und detaillierte Ausführung deutlich, die Sokrates ihr beimisst und natürlich durch die Aufgabe, die ganze Bevölkerung zu schützen.

Zunächst wird die Kriegskunst zusammen mit allen anderen vorher besprochenen Künsten als Kunst definiert, die somit auch die gleiche Behandlung benötigt wie die Übrigen. Auch für die Kriegskunst gilt, dass es für sie angeborene Fähigkeiten gibt und dass ein Krieger sich nur auf die Kriegskunst konzentrieren sollte14. Für die Wahl des rechten Kriegers sind jedoch noch andere, speziellere Auswahlkriterien entscheidend. So muss der Krieger ein „scharfes Wahrnehmungsvermögen“ und „Stärke“ besitzen, sowie „tapfer“ und „furchtlos“15sein. Sokrates unterstreicht, dass es nur auf diese Eigenschaften ankommt und auf nichts anderes, wenn er in seinen Metaphern spricht und dabei keine Festlegung fällt, ob es sich um „ein Pferd, ein Hund oder sonst ein Geschöpf“16handle. Dabei könnte es sich um eine erste Anspielung auf die später zu behandelnde Frauenfrage handeln, bei der ähnliche Argumente auftreten. Zumindest scheint auch schon an dieser Stelle der Bewertungsmaßstab eines Kriegers einzig auf die Fähigkeiten und Anlagen gerichtet. Der geforderte unerschreckte und tapfere Krieger birgt jedoch ein Problem: Er muss noch eine sanftmütigere Eigenschaft seinem Volk gegenüber haben. Diese Eigenschaft wird von Sokrates auf das philosophische Feld geführt; es handelt sich um die “philosophische Naturanlage”17. Das Vermögen seinem Feind möglichst grausam und der eigenen Bevölkerung gütig gegenüberzustehen muss in einem Wächter vereint werden und erfordert eine spezielle Erziehung zu Erlangung dieser Fähigkeiten. In diesem Teil wird die Rolle der Frau noch nicht betrachtet. Zunächst wird nur von der Erziehung der Männer die Rede sein. Da es aber im Kapitel über die Frauenfrage zu einer Gleichstellung der Geschlechter in der Erziehung kommen wird, ist es sinnvoll die Ansätze weiter zu untersuchen, um die Rolle der Frau in Platons Staat besser beurteilen zu können.

Die Erziehung der Krieger erfährt eine Zweiteilung in Gymnastik und Musik. Sie orientiert sich an den angegebenen Eigenschaften, die ein Wächter besitzen muss. Die Gymnastik soll den für den Kampf wichtigen Körper trainieren, die Musik die “philosophische Naturanlage” prägen, die gleichgestzt wird mit Sanftmut und Weisheitsliebe.

Der Erziehungsprozess muss mit der Bildung in Musik, der musichen Erziehung, beginnen, worunter alles durch Worte vermitteltbare fällt18. Sokrates erkennt, dass die frühkindliche Phase diejenige ist, die den Menschen am meisten prägt, und fordert deshalb, in dieser Phase besonders auf die Erziehung zu achten und sie ab da zu pflegen. Vor allem muss darauf geachtet werden, Wahres zu lehren, da sich sonst falsche Einsichten manifestieren könnten. Damit wird das postulierte Verbot der Märchen, die unter der noch nicht beurteilungsfähigrn Jugend Schrecken verbreiten könnten, plausibel19. Die anschließende Kritik an den Dichtern soll ausgeklammert werden, da sie zu weit von dem eigentlichen Problem meiner Arbeit wegführen würde.Aus der Kritik bleibt festzuhalten, dass die Jugend vor Unwahrheiten geschützt werden muss und die Zweifel an der Gütigkeit der Götter durch die Dichter nicht die Ansichten der Jugend blenden darf. In dieser Furcht vor Verleitung und Verblendung der Jugend äußert sich die Autorität und alleinige erziehungsgewalt des Herrschers. Er muss die Jugend auf den rechten Weg führen und darf dabei keine anderen Lehren dulden.

Die Erziehung durch die Gymnastik ist wie oben bereits angemerkt der musischen Erziehung untergeordnet und zielt nicht ausschließlich auf die Verbessereung der körperlichen Konstitution; viel mehr dient sie der Ausprägung von geistigen Tugenden20. Somit erfährt das Körperliche eine Abminderung gegenüber der Seele, der in der Erziehung der Primat zugesprochen wird: “Sie scheinen beides hauptsächlich um der Seele willen einzuführen.”21Damit ist für den weiteren Verlauf, und besonders für die Behandlung der Frauenfrage, eine wichtige Voraussetzung getoffen. Der Frau wird später22der Mangel unterstellt, sie sei dem Mann physisch unterlegen. Wichtig für die Bewertung der Qualität eines Menschen scheint aber nur die Beschaffenheit der Seele zu sein, wie es in Sokrates Ausführungen deutlich wird. So kann die Möglichkeit der Gleichberechtigung erklärt werden, da die körperliche Unterlegenheit eine nur untergeordnete Rolle spielt.

4. Auswahl der “gebietenden” und “gehorchenden” Wächter

Sokrates unterteilt die Wächter in zwei Gruppen, in gebietende und gehorchende23. Auch aus den Kriterien für die Wahl eines gebietenden Wächters geht nichts hervor, was gegen die Besetzung dieser Stelle durch eine Frau sprechen könnte. Wieder sind nicht die körperlichen Verhältnisse ausschlaggebend für die Wahl. Im Gegenteil, es zählen Werte, die eher geistigen Fähigkeiten entsprechen. So muss der für dieses Amt prädistinierte die übrigen Wächter durch seine Reife, sein Alter übertreffen und sich als der “Tüchtigste(n)” erweisen. “Fähigkeit” und “Einsicht”24in betreff des Schutzes sind die geforderten Tugenden.

Die Gewähreistung des bestmöglichen Schutzes erfordert eine strenge Selektion der Hüter. “Von Kindheit an “ müssen die in Frage kommenden beobachtet und durch Prüfungen selektiert werden25. Unter anderem müssen Wettkämpfe ausgetragen und die Zöglinge Schrecknissen ausgesetzt werden.

Dies könnte eine Benachteilung für die physisch unterlegene Frau dartsellen, die sich in den Wettkämpfen, die zwar anscheinend nicht nur Kraftproben bedeuten26, gegen durch Kraft überlegene Männer nicht durchsetzen könnte. Die theoretische Chancengleichheit bleibt jedoch gewahrt.

5. Zusammenfassung der Möglichkeiten für die Gleichberechtigung

Bevor die Frauenfrage behandlet wird, sollen die aus der Zusammenfassung resultierenden Gründe, die eine Gleichstellung von Mann und Frau begünstigen können, thesenhaft zusammengetragen werden.

Platons Staat ist darauf angelegt, eine Optimierung des Gemeinwohls herbeizuführen, an dem alle, also auch die Frauen, beteiligt sein sollen. Die Verteilung der Aufgaben innerhalb des Staates beruht nicht auf vorgeschrieben Werten, sondern ist allein durch die Fähigket des Einzelnen bestimmt, wodurch die Diskriminierung der Frau ausgeschlossen ist. Besondere Wichtigkeit erfährt der Schutz des Staates durch die Wächter. Auch in dieser, für die Staatssicherheit wichtigen Position, sind Frauen theoretisch nicht ausgeschlossen. Die Auswahl erfolgt nicht durch einen körperlichen, an der Physis und Kraft orieniertem Maßstab, der die Frau so ausschließen könnte, sondern beruht auf der Profilierung durch geistige Fähigkeiten oder “innere Werte”. So ist in den Grundlagen des Staates, ohne expliziet die Frau gleichzuberechtigen, implizit die potentielle Möglichkeit zur Gleichstellung gegeben, die im fünften Buch der Politea diskutiert wird.

6. Die Frauenfrage

6.1 Anfängliche Unsicherheiten in der Beantwortung der Frage

Sokrates Dialogpartner, allen voran Adeimantos, demonstrieren zu Beginn des fünften Buches ihre Entschlossenheit das Gespräch weiterzuführen und vor allem auf das “Hauptstück der Untersuchung”27, namentlich der Erörterung der Stellung der Frau, zu sprechen zu kommen. Dabei beziehen sie sich auf eine beiläufige Äußerung im vierten Buch: “Unter Freunden herrscht Besitzgemeinschaft”28. Adeimantos, Glaukon und Thrasymachos erklären einhellig und feierlich ihr Bedürfnis, die Ausführungen zu diesem Thema zu hören. Das geschlossene Auftreten der drei und ihr Pochen auf den Vortrag, auf den sie “schon lange ” und “voller “Hoffnung”29warten, deutet die Brisanz dieses Themas an. Sie drohen Sokrates sogar damit, ihn nicht eher gehen zu lassen, bis er seine Stellungnahme abgegeben habe. Auch Sokrates erkennt die Brisanz dieses Themas, zeigt sich der Ausführung aber eher abgeneigt. Er versucht den “lästigen Folgen”30 zu entgehen und ziert sich mit seinen Darlegungen zu beginnen. Gauss folgert aus den ausweichenden Bewegungen Sokrates, dass es sich dabei um ein Spannung aufbauendes retardierendes Moment handele, das von der “Kühnheit der Vorschläge” herrührt, die im Folgenden laut werden31. Friedländer entdeckt auch eine “dramatische” Zuspitzung in dieser Einleitung, jedoch interpretiert er sie nicht wie Gauss als Zeichen für die revolutionäre Bewertung der Frau, sondern mit den anschließenden Ausführungen als ein Vorspiel und eine Spannungsinduktion, die sich in den Gleichnissen und der Einführung des Philosophenkönigs entlädt32. Relativieren ließen sich die beiden Thesen durch den weiteren Verlauf der Ziererei. Dort zeigt sich nämlich eine Verhaltensweise Sokrates, die sowohl typisch an anderen Stellen dieses Werkes ist, als auch in anderen Dialogen immer wieder zu Tage tritt. Sokrates definiert sich selbst als Unwissenden und begründet damit seine Abneigung, einen Vortrag zu halten33. Es bleibt aber festzuhalten, dass sich alle am Dialog beteiligten und auch Gauss und Freidländer darüber einig sind, dass mit diesem Thema eine provokante Frage untersucht wird.

6.2 Gleichstellung der Frau in der Belegung der Ämter

Sokrates erinnert zunächst an die vereinbarte Aufgabe der Männer im Stand der Wächter: Sie sollen Schützer und Wächter der Bevölkerung sein34. Welche Aufgabe soll dann aber den Frauen zugetanden werden? Gegenüber dem Wachdienst scheinen die tradierten und konventionellen Aufgaben der Frau wie Haushalt und Kindeserziehung35eher von geringerer Qualität36. Glaukon fordert die Gleichstellung der Frau in allen Arbeitsgebieten der Männer37, was von Sokrates befürwortet wird. Auffällig an dieser Stelle sind die Argumente zur Gleichberechtigung der Frau. Es scheint kein ethisches Problem zu sein, kein Pflichtgefühl den Frauen gegenüber, die die Gleichberechtigung evozieren. Die Gründe zielen eher auf die Entlastung der Männer. Schließlich ist es Sokrates Frage, ob alleine die Männer diesen “mühseligen Dienst” verrichten sollen. Die Gleichberechtigung soll also nicht nur Vorteile für die Frauen bringen, die damit zu ehrenhafter Arbeit kämen, sondern ganz deutlich auch vorteilhaft für die Männer sein. Grundlage für den gerechten Staat war die Mitarbeit jedes Einzelnen am Gemeinwohl, was bei diesem ersten Schritt der Gleichstellung sicherlich mit eine Rolle spielt. Gleichzeitig wird der Frau diese mühevolle Arbeit zugetraut, wodurch die Gleichheit der Geschlechter manifest wird.

6.3 Das Problem der Lächerlichkeit

Sokrates ist sich darüber bewusst, mit der Gleichstellung der Frau in der Erziehung ein gesellschaftliches Problem aufzugreifen, das sich nicht einfach durchführen lässt. Deutlich wird dies in der Diskussion über die Lächerlichkeit, die gerade die Ernsthaftigkeit der Forderung untermauert. Sollen die Frauen tatsächlich gleichberechtigt sein, müssen sie auf die gleiche Weise erzogen werden, worin Sokrates das Problem der gesellschaftlichen Anerkennung entdeckt, da es “als wider die Gewohnheit verstoßend” der Mehrzahl der Menschen “lächerlich erscheinen”38könnte. Besonders die Ausübung der Gymnastik durch Frauen gleich welchen Alters und welcher körperlichen Verfassung könnte zu großem Gelächter führen. Sokrates aber pocht darauf, den Blick von dieser ästhetischen Ungewöhnlichkeit abzuwenden und die für die Etablierung des gerechten Staates erforderlcihe Ernshaftigkeit aufzubringen39. Mit dieser zentralen Problematik kommt ein neues Argument auf, das die Gleichstellung der Frau ermöglicht. Sokrates setzt das Problem in einen historischen Kontext, der demonstrieren soll wie sich die gesellschaftliche Anerkennung durch Gewöhnung herasubildet. Die Nacktheit der Männer während der Gymnastik galt bei den Hellenen als schimpflich, ist aber durch die Erfahrung und das Aufdecken des Vorteils gesellschaftsfähig geworden40. Es herrscht also kein starres Gefüge vor, das Innovationen unmöglich macht, sondern ein dynamisches gesellschaftliches Gefüge, in dem damit auch die ungewöhnliche Gleichstellung und die damit verbundene Nacktheit der Frau bei der Gymnastik möglich wird.

6.4 Beweis der natürlichen Gleichheit der Geschlechter

Ich habe bereits gezeigt wie die verschiedenen Aufgabenfelder im Staate zu verteilen sind41. Es gilt bei der Verteilung auf die angeborenen Fähigkeiten und Talente zu achten. Ließe sich nun ein angeborener Unterschied in den Fähigkeiten der beiden Geschlechter ausmachen, wäre die Gleichberechtigung brüchig, da sie siesem Prinzip widerspräche. Auch Sokrates erkennt diese Schwierigkeit42und beweist das Gegenteil. Sokrates führt seinen Beweis, indem er zunächst die Differenz zwischen zwei Naturen näher definiert. Dabei vollzieht er eine Trennung zwischen rein äußerlichen Unterschieden und Differenzen in der Veranlagung, für die er Beispiele verwendet. So gibt es keinen Unterschied zwischen “Kahlköpfigen” und “Vollhaarigen”, wohl aber einen zwischen “Arzt” und “Zimmermann”43. Die Konzentration liegt wieder auf den Naturanlagen und nicht auf äußerlichen Unterschieden44. Die Beispiele auf die Geschlechterproblematik übertragen bedeuten, dass die geberende Eigenschaft der Frau und die zeugende des Mannes nur einen äußerlichen Unterschied markieren, der gleichzeitig keinen Unterschied in der Naturanlage bedeutet. Erst diese Konzentration auf die Naturanlge macht die Gleichberechtigung in Platons Staat möglich, sie ist das letzte und auschlaggebndste Argument, die conditio sine qua non, ohne die die Gleichstellungsforderung brüchig werden könnte.

6.5 Gleichstellung der Frau in der Erziehung

Um der Frau die gleichen Möglichkeiten wie dem Mann zu gewähren ist es von entscheidender Bedeutung, die Geschlechter auf dieselbe Weise zu erziehen45. Das Problem der Erziehung wird jetzt wie schon bei der Besprechung der Wächter zur vorherrschenden Problematik. Folglich kann die Gleichberechtigung nur durch die Erziehung funktionieren.

Die bewährte Erziehungsmethode für die Männer soll genauso für die Erziehung der Frau übernommen werden46. Begründet ist dies in der Gleichheit der Naturen. Das heißt auch Frauen sollen durch Musik und Gymnastik zu vortrefflichen Wächtern herausgebildet werden. Das Problem der Lächerlichkeit taucht an dieser Stelle wieder auf, gewinnt nun aber neue Dimension. Die Frauen ihrerseits müssen ihre Scham überwinden und sich zwecks gleicher Erziehung bei den Leibesübungen entkleiden, sie tragen „statt des Gewandes die Tugend“47.

6.6 Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern

Obwohl es zur Gleichberechtigung von Mann und Frau kommt, bleiben trotzdem Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern bestehen. Durchgängig wird auf die „Schwäche“ der Frau aufmerksam gemacht.

Einerseits ist es die physische Unterlegenheit der Frau, die diesen Unterschied beschreibt48. Doch auch die Qualität der Ausführung der einzelnen Aufgaben ist gestuft. Auch darin sind die Männer stets überlegen. Obwohl der Frau zu jedem Amt der Weg offen steht „ist das Weib schwächer als der Mann“49. Allgemein gilt: Der Mann ist der Frau in allen Bereichen stets überlegen50. Dieser immer gegenwärtige, der Frau anhaftende Mangel ist das, was Annas als „mediocre males“51beschreibt. Jedoch darf nicht übersehen werden, dass das Aufmerksammachen auf die Geschlechtsdifferenzen eingebettet ist in eine Argumentation, welche die Gleichberechtigung der Geschlechter mit der Gleichheit der Naturanlagen begründet, wodurch diese Betrachtung eine Abschwächung erfährt. Formal gibt es die Gleichberechtigung auf allen Gebieten, die Vormachtstellung der Männer bleibt jedoch bestehen52.

7 Die erzieherische Gewalt des Staates

7.1 Die Notwendigkeit der Fortpflanzungskontrolle

Aus der gleichen Erziehung der Geschlechter ergibt sich konsequenter Weise, dass sie alles gemeinsam verrichten müssen. Die Organisation dieses Zustandes stellt eine kommunistische Gemeinschaft dar. Das Zusammenleben der Geschlechtspartner wird ausgeschaltet, die Vaterschaft verschwindet, die Kinder kennen ihre Väter nicht, die Erziehung liegt nicht mehr bei den Eltern, Frauen und Kinder gehören allen gemeinsam. Im Folgenden wird sich die extreme Wichtigkeit, der zum Aufbau des nützlichen Staates führenden Erziehung, zeigen. Ziel der Installierung der kommunistischen Gemeinschaft ist die Kontrolle durch den Staat. Vor allem die unüberwachbare und unüberschaubare Fortpflanzung soll dadurch verhindert werden53. Glaukon bemerkt die „erotische Notwendigkeit“, die aus dem Zusammenleben der Geschlechter entstünde, der die ungeregelte Fortpflanzung folgte, wenn die Fortpflanzung nicht staatlich kontrolliert ist. Um dies zu verhindern, muss der Staat Hochzeiten organisieren, die so „heilig wie nur möglich“54sein müsse, was die Autorität des Staates untermauern soll.

7.1.1 Die Auswahl der Ehepartner

Ziel der Eheschließung ist die kontrollierte Fortpflanzung dadurch motiviert, eine möglichst herausragende Nachkommenschaft zu erzeugen. Notwendig ist dafür die richtige Wahl der Ehepartner durch den Herrscher. Die Optimierung der Nachkommen kann nur durch strenge Selektion funktionieren. Kriterien für die Auswahl der Partner sind folgende: Die beiden Geschlechter müssen von gleicher „edler Art“ sein, sich daraus als die möglichst Besten profilieren und möglichst „im kräftigsten Alter stehen“55. Der Herrscher bringt sich damit in eine erzieherische Position, wird zum Regler der Nachkommenschaft und zielt mit seinen Eingriffen darauf, für den Staat eine möglichst vortreffliche Bevölkerung aufzubauen. Die Erziehung bedingt schon vor der Geburt. Die erzieherische Position und Struktur die sich langsam herausbildet legt viel Wert auf die vererbten Anlagen, die das Selektionsverfahren sinnvoll machen. Zu der eigentlichen Erziehung ist noch nicht viel gesagt, es ist aber zu vermuten, dass die angeborenen Anlagen weiter ausgeprägt und gebildet werden sollen. Diese Einstellung korrespondiert den Grundanforderungen an den Staat, der den höchstmöglichen Wohlstand aller erzielen soll.

Die Wichtigkeit der Selektion wird weiter durch die ausgeklügelten Strategien des Herrschers deutlich. Sein ausgewiesenes Ziel ist die Verbreitung der hervorragendsten Anlagen, deren Träger die besonderen Gestalten des Staates sind56. Auffällig ist, dass anscheinend nur den Männern die Weitergabe der vortrefflichen Anlagen zugesprochen wird57, was ihre Überlegenheit demonstriert. Die Strategie offenbart eine weitere Voraussetzung für den Staat.

Ziel des Staates muss die Vermeidung von Streitigkeiten sein, die aus Neiderein entstehen könnten. So darf die Strategie nicht für die Wächter ersichtlich werden und muss stets im Verborgenen existieren, damit ihre Wirksamkeit nicht offensichtlich wird. Eine „Art schlau erdachter Lose“, die dazu dienen „die Schuld auf den Zufall“58zu schieben, um den Staat vor möglichen Beschuldigungen zu schützen und vor allem das Gefühl der ungerechten Behandlung und Benachteiligung zu verhindern. Für die erzieherische Gewalt des Staates bedeutet dies einen verdeckten Eingriff in das Leben, also eher ein geheimes Leiten der Betreffenden, denn eine offenkundige Erziehungsanleitung; ein allgemeingültiges und autoritäres Eingreifen und ein Beschneiden der individuellen Selbstbestimmung.

7.2 Die Erziehung der Kinder

Die Erziehung der Kinder obliegt einer „dazu bestellten Behörde“59. Auch die Kindeserziehung wird somit in die Obhut des Herrschers übertragen und den familiären Strukturen entzogen. Das Amt der Erziehung kann von beiden Geschlechtern übernommen werden. „Das Geschlecht der Wächter (soll) rein“ gehalten werden. Das bedeutet wiederum eine strenge Selektion der Neugeborenen in dem Maße, dass nur die Nachkommen der „Tüchtigen“ aufgezogen werden, die der „Schlechteren“60und die „mißgestaltet(en)“ aber getötet61werden. Die Überführung der Erziehung in die staatliche Kontrolle bedeutet nicht nur die Autorität des Staates, sondern auch eine Entlastung für die Wächter62. Obwohl die Tätigkeit der Erziehung von beiden Geschlechtern ausgeführt werden kann, liegt in Sokrates Beschreibung die Hauptarbeit bei den Frauen. Es ist durch die Natur begründet, dass Frauen die Kinder Stillen müssen, aber keineswegs eine Mutter ihr eigens Kind Versorgen darf.

Erziehungsinhalt ist neben dem bereits diskutierten Grundplan (Musik und Gymnastik) die Heranführung an den Kriegsdienst. Sokrates setzt auf ein Lernen durch Imitation. „Durch Erfahrung und Anschauen dessen, was der Beruf erfordert“63sollen die Kinder auf ihre spätere Tätigkeit eingestimmt werden. Die Erziehung zielt nicht auf die Herausbildung von selbstständigen Persönlichkeiten. Ziel ist die Erziehung zum Staatszweck, ein Anleiten für die Aufgaben. Vor allem die Väter sind für diesen Bereich der Erziehung verantwortlich und müssen die Gefahr des Feldzuges einschätzen, um die Kinder, ob „Jüngling“ oder „Mädchen“, vor zu gefahrvollen Einsätzen zu schützen.

8.Schluss

Ich habe herausgearbeitet, dass dem Herrscher in Platons Staat eine besondere Rolle zukommt. Er ist verantwortlich für die Führung und Organisation des Staates und damit auch für die Erziehung der Mitbürger. Das pädagogische Ziel ist an dem Allgemeinwohl orientiert und umfasst alle. Der Lebensstandard und die Qualität der Bürger muss möglichst hoch gehalten werden, um die Gesamtqualität des Staates zu garantieren. Erreicht wird dies durch die strenge Selektion, die pränatal beginnt und fast an Eugenik grenzt. Peter Sloterdijk erfasst diesen von Platon geäußerten Punkt in seinen „Regeln für den Menschenpark“ und misst ihm eine Bedeutung für die heutigen Problematiken im Umgang mit der Gentechnik bei und unterstreicht den Nutzen dieses Selektionsverfahrens für das Gemeinschaftswohl64. Auch das Problem der Gleichberechtigung der Frau ist gegenwärtig noch stark diskutiert. Das erst kürzlich eingeführte Recht der Frau auf Wehrdienst beweist dies eindrucksvoll und zeigt Parallelen zu Platons Ausführungen. Doch in seinem Staat sind Frauen nicht nur dazu berechtigt, sondern verpflichtet am Wehrdienst teilzunehmen. Möglich wird die Gleichberechtigung der Frau bei Platon durch einen veränderten Bewertungs- und Auswahlmaßstab, der sich nicht allein an physischen und traditionellen Werten orientiert, die eine Frau benachteiligen 17 könnten. Viel mehr zählt für ihn die angeborene Fähigkeit, die „Naturanlage“, die unabhängig vom Geschlecht der alleinige Faktor wird. Heute zählt in der Diskussion um die Gleichberechtigung das ethische Bewusstsein gegenüber der Frau, sie als vollkommen gleichberechtigt zu behandeln und anzuerkennen, als ausschlaggebend. In Platons Staat hingegen ist die Gleichberechtigung anders motiviert. Die Gleichberechtigung der Frau ist eingefügt in einen großen Erziehungsplan des Herrschers, der Einheit, Gerechtigkeit und soziales Engagement jedes Bürgers herbeiführen soll. Die Gleichstellung der Frau unterliegt eher einem erzieherischen und staatlichem Kalkül, denn einer ethischen Besorgnis. Überhaupt wird der Frau nicht dieselbe Qualität des Mannes zugesprochen. Sie ist eher ein Mängelwesen, das stets dem Mann unterlegen bleibt. Zudem ist der Staat in seinen Grundzügen nicht für beide Geschlechter konzipiert. Zunächst wird eine „Männerwelt“ geschaffen, die die Frau hinterher assimiliert und so nicht auf ihre Bedürfnisse und Situation eingerichtet ist.

Meine Auffassung korrespondiert am ehesten der von Annas. Sie erkennt die „second-class role“65der Frau und verweist auf die Argumentation Platons, die nicht den Vorstellungen der modernen Feministen entspricht. „But the actual argument he uses is not one which will commend itself to modern feminist.“66So sollte man bei diesem Problem eine Unterscheidung treffen. Faktisch existiert die Gleichberechtigung bei Platon in allen Bereichen. Die Frau ist dem Mann gleichgestellt. Die Gleichberechtigung besitzt jedoch nicht das Niveau, das in der modernen Diskussion gefordert ist. Die Frau bleibt dem Manne qualitativ in allen Bereichen, physisch und intellektuell unterlegen. Daher halte ich Gauss Argumentation für problematisch. Er beschränkt sich nur auf die faktische Gleichberechtigung und lässt die deutliche, immer noch bestehende Unterlegenheit der Frau außer acht. Seine Ansicht erscheint deshalb zu euphemistisch.

Friedländers These, die Diskussion der Frauenfrage diene einzig der Spannungssteigerung ist ebenso problematisch. Zwar stimmt, dass der Erziehungsplan des Herrschers alle umfassen soll, doch die Rolle der Frau in diesem Zusammenhang nur als Symbol dafür anzusehen scheint mir nicht ganz schlüssig zu sein. Die Länge der Ausführung und die detaillierte Auseinandersetzung mit dieser Problematik verweist vielleicht doch eher auf die Ernsthaftigkeit dieses Unternehmens, was sich deutlich in Sokrates Ausschluss der Lächerlichkeit zeigt. Brüchig wird seine These vor allem durch Textstellen, die außerhalb des fünften Buches liegen. So heißt es im siebenten Buch, in dem die Herrscherfrage behandelt wird, dass auch Frauen Herrscherinnen sein können67.

Bibliographie

Annas, J., Politics and Ethics in Plato’s Republic (Platon, Politea. Klassiker Auslegen Bd.7), Berlin (1) 1997

Appelt, O., Platon: Der Staat (Platon sämtliche Dialoge, Bd.5), Leipzig (6) 1923

Friedländer, P., Platon. Bd.3. Die Platonischen Schriften. Zweite und dritte Periode, Berlin - New York (3) 1975

Gauss, H., Philosophischer Handkommentar zu den Dialogen Platons. Zweiter Teil, Zweite Hälfte. Die Dialoge der literarischen Meisterschaft. Phädo, Symposium, Staat und Phädrus, Bern o.J.

Sloterdijk, P., Regeln für den Menschenpark, Frankfurt a. M., 1999

[...]


1Vgl. Appelt, 1927, S.3

2Gauss, Philosophischer Handkommentar, S. 159

3 Ebd. S. 159

4 Ebd. S. 159

5 Friedländer, 1975, S.93 f

6 Annas, 1997, S.142

7 Ebd. S. 142

8 Ebd. S. 142

9Die Seitenangaben ohne Quellenverweis beziehen sich auf die Textstellen in Platons Staat in der Übersetzung von Appelt, O., Leipzig, 1923. Die Seitenangaben folgen der Stephanusnummerierung.

10 S.369 „... indem wir die Ähnlichkeit mit dem Größeren in der Erscheinung des Kleineren zu erkennen suchen.“

11 Vgl. S.369

12S.370 „... sondern jeder verschiedene Anlagen hat“

13S. 370

14 S. 374

15S. 375

16S. 375

17S. 376

18S. 377

19S. 378

20S. 403

21S. 410

22Diese Textstellen sollen später näher erläutert werden. Es sei nur erwähnt, um die Wichtigkeit dieser Passage hervorzuheben.

23S. 412

24S. 412

25S. 413

26 Sokrates definiert die Art der Wettkämpfe nicht näher, er umschreibt sie bloß. Es kann aber entnommen werden das neben „Schmerz“ und „Beschwerden“, die eher eine physische Prüfung darstellen, noch andere Proben, wie die Untersuchung auf Schreckhaftigkeit und Täuschbarkeit vollzogen werden.

27S. 449

28S. 423 - Dieses Sprichwort zitiert Sokrates im Laufe seiner Erörterung zur Erziehung und Bildung der Wächter. Otto Appelt interpretiert diese Stelle als erste Ankündigung der Diskussion über die Frauenfrage. Vgl. S. 464

29S.449 - S. 450

30S. 450

31 Vgl. Gauss, Philosophischer Handkommentar, S.159

32Vgl. Friedländer, 1975, S. 93ff

33S 451

34S 451

35Vgl. zu den Frauenaufgaben im antiken Griechenland Gauss S.159

36 S: 451 „... oder sollen sie nur drinnen das Haus hüten...“

37S. 451 „Alles gemeinsam; ...“

38S. 452

39 S. 452

40S. 452

41Vgl. Punkt 2

42Vgl. S. 453-454

43S. 454

44 Vgl. Punkt 2

45S. 451 „Ist es nun möglich irgend ein Geschöpf zu den nämlichen Diensten zu verwenden, wenn man ihnen nicht die gleiche Erziehung und Unterweisung zuteil werden läßt?“ „..., so müssen sie auch den gleichen Unterricht erhalten.“

46S. 456 „..., wird doch keine andere Erziehung für die Frau am Platze sein als für den Mann“

47S. 457

48S. 451 „... nur daß wir bei ihrer Verwendung berücksichtigen, daß sie schwächer sind, die anderen dagegen stärker.“

49S. 455

50 S. 455 „Kennst du irgend eine menschliche Beschäftigung, worin nicht in allen diesen Beziehungen das männliche Geschlecht sich vor dem weiblichen hervortäte?“

51

52Dieses Problem soll in meiner Schlussbetrachtung noch näher besprochen werden.

53S. 458 „. ungeregelt sich zu vermischen(...)verträgt sich weder mit der Frömmigkeit in einer Stadt der Gesegneten noch werden es die Herrscher zulassen.“

54S. 459

55S. 459

56S. 460 „Und denjenigen jungen Männern, die sich im Krieg oder bei anderen Anläsen

hervortun, muß man (...) die Erlaubnis erteilen, häufiger bei ihren Frauen zu schlafen, damit (...) von ihnen mehr Kinder als von anderen erzeugt werden.“

57Vgl. Fußnote 56

58S. 459

59S. 460

60S. 460

61Wörtlich heißt es im Text: „...in einem unzugänglichen und unbekannten Ort verbergen“. Vgl. Appelt : „Dies ist nur ein verschleierter Ausdruck für Kindermord.“

62S. 460 „Du machst den Frauen der Wächter das Kinderbekommen sehr leicht.“

62S. 467

64Sloterdijk, S. 47 ff. Neben der Politea baut Sloterdijk seine Annahme auch auf dem Politikos auf. Platons Bedeutung in der modernen Gentechnikdiskussion liegt für ihn in der Schaffung einer „Anthropotechnik“(Vgl. S.50)

65 Annas, 1997, S. 142

66Ebd.

67S. 540 „Und auch die Herrscherinnen, mein Glaukon.“

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Die Stellung der Frau in Platons Politea
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V106434
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stellung, Frau, Platons, Politea
Arbeit zitieren
Markus Pfeifer (Autor), 2001, Die Stellung der Frau in Platons Politea, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106434

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