Individuelle Gesundheitsberatung zur gesundheitsorientierten Verhaltensänderung. Ausgangs- und Vergleichsanalyse mittels bioelektrischer Impedanzmessung


Bachelorarbeit, 2020

63 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

2 ZIELSETZUNG

3 GEGENWÄRTIGERKENNTNISSTAND
3.1 Definitionen
3.1.1 Gesundheit
3.1.2 Krankheit
3.1.3 Trainingssteuerung
3.1.4 Aktuelle Daten
3.2 Studien
3.2.1 Studie A
3.2.2 Studie B
3.2.3 Studie C
3.2.4 Studie D

4 METHODIK
4.1 Zielgruppe
4.2 Die Kernziele
4.2.1 Erstes Kemziel: Reduktion des Körperfettgehalts
4.2.2 Zweites Kemziel: Steigerung der Skelettmuskelmasse
4.2.3 Drittes Kemziel: Reduktion des viszeralen Fettanteils
4.2.4 Auflistung der Primärziele der Klienten
4.3 Die Zielrealisierung
4.3.1 Zielrealisierung durch Krafttraining
4.3.2 Zielrealisierung durch den richtigen Energieumsatz
4.3.3 Zielrealisierung durch EMS
4.4 Beratungsgespräche
4.4.1 Die Rolle als Berater
4.4.2 Zielsetzung durch Smart-Formel
4.5 Rahmenbedingungen
4.5.1 Grobplanung
4.5.2 Detailplanung
4.5.3 Evaluation

5 ERGEBNISSE

6 DISKUSSION

7 ZUSAMMENFASSUNG

8 LITERATURVERZEICHNIS

9 ABBILDUNGS-, TABELLEN-, ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis
9.3 Abkürzungsverzeichnis
Anhang 1.1: Auswertungsbogen von Klient Azurn Messzeitpunkt tO
Anhang 1.2: Auswertungsbogen von Klient Azurn Messzeitpunkt tl
Anhang 2.1: Auswertungsbogen von Klient B zum Messzeitpunkt tO
Anhang 2.2: Auswertungsbogen von Klient B zum Messzeitpunkt tl
Anhang 3.1: Auswertungsbogen von Klient C zum Messzeitpunkt tO
Anhang 3.2: Auswertungsbogen von Klient C zum Messzeitpunkt tl
Anhang 4.1: Auswertungsbogen von Klient D zum Messzeitpunkt tO
Anhang 4.2: Auswertungsbogen von Klient D zum Messzeitpunkt tl
Anhang 5.1: Auswertungsbogen von Klient E zum Messzeitpunkt tO
Anhang 5.2: Auswertungsbogen von Klient E zum Messzeitpunkt tl
Anhang 6: Fragebogen

1 Einleitung und Problemstellung

Die Verhaltensweisen der Menschen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verän­dert. Der Wert Zeit spielt eine große Rolle. Vielen treiben weniger Sport, setzen sich an­dere Prioritäten. Auch verdeutlicht sich der digitale Wandel in der heutigen Gesellschaft. Die Menschen nutzen vermehrt Angebote durch Online Plattformen und Betreuungssys­teme, die nicht durch dauerhaften und direkten Kontakt durch Trainer oder Betreuer ge­währleistet sein müssen. Die Menschen werden auch immer inaktiver. Laut der (Weltge­sundheitsorganisation [WHO], 2015) bewegen sich Menschen weniger und essen unge­sünder. Aus diesem Grund erhöht sich das Risiko für Diabetes und andere Krankheiten. Diese Verhaltensmuster zeigen sich nicht nur bei Erwachsene, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen (FITNESS MANAGEMENT, 2018).

Der Bedarf zeigt sich also deutlich durch die aktuelle gesundheitliche Lage.

Auch der Rückgang der Muskelkraft im Alter zeigt, dass präventiv gehandelt werden muss. Daly, Rosengren, Alwis, Ahlborg, Sernbo & Karlsson (2013) veranschaulichen mit ihrer Studie, dass die Maximalkraft im Alter abnimmt. Vielen ist nicht bewusst, dass ihre Gesundheit gerade so ausreichend oder sogar mangelhaft ist. Ebenfalls ist die Prio­ritätensetzung ein großes Problem. Die eigene Gesundheit steht bei den meisten nicht an erster Stelle. In Anbetracht dieser These gilt die Problemstellung, dass sich viele nicht um ihre eigene Gesundheit kümmern und keine präventiven Maßnahmen ergreifen um langfristig gesund zu bleiben.

In dieser Arbeit soll ein Beratungs- und Betreuungskonzept dargestellt werden, dass in­dividuell auf Klienten eingehen soll. Es wird eine Ausgangsanalyse und eine Vergleichs­analyse der Klienten mit Hilfe einer biolelektrischen Impedanzmessung durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Anschluss ausgewertet und es wird analysiert, ob gewünschte und gesundheitsfördernde Verhaltensänderungen durchgeführt wurden. Die Körperana­lyse soll das genaue Problem der Interessenten finden und ihnen vor Augen führen.

Laut Schmidt, Al-Dalati & Oertel (2017, S.52) brauchen viele Menschen erst einen sichtbaren Anlass um regelmäßig Sport zu betreiben, die körperliche Bewegung zu er­höhen und aktiv zu werden. So bildet diese Körperanalyse die Grundlage für die Gestal­tung der individuellen Trainingsempfehlung und Ernährungshinweisen und übernimmt die Funktion als Antrieb. Durch sie wird eine Lösung für das jeweilige Problem der Kli­enten angeboten. Diese ist abhängig von den Zielen der Person.

Die Klienten sollen durch diese Körperanalyse merken, dass ihre Gesundheit nicht opti­mal ist. Die deutliche Visualisierung ihrer gesundheitlichen Defizite soll zum Handeln animieren und zu einer Sensibilisierungs- und Motivationssteigerung führen. Dieses Konzept wird zeigen, ob es für die Klienten Erfolge bringen wird.

2 Zielsetzung

Ziel der Arbeit ist es

- fünf verschiedene Klienten im Hinblick auf gesundheitsfördernde körperliche Aktivität und/oder Ernährungsgewohnheiten zu analysieren
- das Konzept an ihnen durchzuführen und eine Ausgangslage in Hinblick auf die Skelettmuskulatur, das Körperfett, das Körpergewicht und das viszerale Fett mit Hilfe des In Body 270 Körperanalysesystems durchzuführen
- mit den Teilnehmern Termine zu planen um theoriegeleitete Beratungen mit Pra­xisanteilen durchzuführen, die gewünschte gesundheitliche Verhaltensänderun­gen herbeiführen sollen,
- nach 8 Wochen eine zweite Vergleichskörperanalyse durchzuführen um eine Ver haltensänderung und erreichte oder nicht erreichte individuelle Ziele festzustel len. Klienten, welche diesen Prozess abbrechen, sind ebenfalls in die Doku­mentation mit einzubeziehen.

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

3.1 Definitionen

Die Klienten sollen durch das Konzept ihre Ziele erreichen und gesunde Verhaltensän­derungen umsetzen. Laut Schmidt, Al-Dalati & Oertel (2017, S.52) gelingt eine Verhal­tensänderung nur, wenn man selbst in Aktion tritt und aktiv wird. Sie sollen also durch mich und externe Motivation lernen, sich selbst zu motivieren. Des Weiteren ist es wichtig, dass die Klienten Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erlangen. Schmitz (2000, S. 11) schreibt, dass es wichtig ist die eigenen Fähigkeiten zu kennen und von dessen überzeugt zu sein. Sowohl aus den eigenen Fähigkeiten als auch von bevorste­henden Herausforderungen die zu lösen sind kann dann abgeleitet werden, wie man letztendlich handelt. Hierbei darf kein Zusammenhang zwischen zu erwartenden Ergeb­nis und den eigenen Handlungsgedanken bestehen. Die Eigenschaft, um Herausforde­rungen lösen zu können wird Kompetenzerwartung genannt.

Ziele, die die Klienten haben werden individuell besprochen und gesetzt. Hierbei wird die SMART-Formel genutzt (Vgl. Aufgabe 4.2). Um die Ziele zu vergleichen und auch den IST - Zustand zu ermitteln wird die Bioelektrische Impedanzanalyse genutzt. Durch sie wird der elektrische Widerstand des Körpers gemessen. Speziell die elektrischen Wi­derstände von Fettgewebe und fettfreier Masse. Lochner, Moghaddam, Graw & Graw (2014) zeigen, dass Fettgewebe einen Wasseranteil von ca. 25 % besitzt und eine schlechte Leitfähigkeit hat. Damit ist der Widerstand hoch. Fischer (1908) bekräftigt, dass fettfreie Masse einen Wasseranteil von ca 75-80% besitzt und damit eine gute Leit­fähigkeit besitzt. Der Widerstand ist also gering. Durch die elektrischen Impulse die durch den Körper geleitet werden kann man also feststellen, an welcher Stelle des Kör­per sich wie viel Fettgewebe und wie viel fettfreie Masse (z.B. Muskulatur) befindet. Zu beachten ist, dass die Klienten auf ihren Wasserhaushalt achten müssen. Der Berater dient hier als Instruktor und muss die Klienten darauf hinweisen. So empfiehlt die Kli­enten anzuweisen vor der Messung z.B. auf die Einnahme von Flüssigkeit zu verzichten oder kurz nach Krafttraining die Analyse durchzuführen.

3.1.1 Gesundheit

Dieses Beratungsangebot hat sowohl das Ziel, die Gesundheit der Teilnehmer zu erhö­hen, sowie auch präventiv zur Erhaltung der Gesundheit beizutragen. Zuerst muss die Frage geklärt werden, was Gesundheit ist. Für den Begriff der Gesundheit lassen sich viele Definitionen finden und es ist schwierig eine allgemeine und zusammenfassende Formulierung zur Begriffserklärung zu nennen. Die erste offizielle Definition, die einen positiven Wortlaut enthält stammt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1948. Sie beschreibt Gesundheit als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als das Freisein von Krankheit und Gebrechen“ (WHO, 1946).

Parsons (1967, S. 71) definiert den Begriff Gesundheit wiederum als „ein Zustand opti­maler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben für die es sozialisiert worden ist“.

Zur Gesunderhaltung des Menschen zählen Dahlgren & Whitehead (2007, S. 11) diver­se Faktoren auf, die einen Einfluss auf die Gesundheit haben. In der nachfolgenden Ab­bildung werden diese dargestellt (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 1: Einflussfaktoren auf die Gesundheit eigene Darstellung (modifiziert nach Dahlgren & Whitehead, 2007, S. 11)

Diese Einflussfaktoren wirken sich auf die Gesundheit jedes Menschen aus. Das Alter wirkt sich z.B. auf körperliche Aktivitäten aus. So hat ein 60-jähriger nicht dasselbe Leistungsniveau wie ein 20-jähriger. Das Emährungsverhalten hat definitiv Einfluss auf die Gesundheit. Die Nahrungsaufnahme bestimmt beispielsweise wie viel Kalorien ein Erwachsener zu sich nimmt. Familientraditionen oder Familienfeiern tragen dazu bei, wie sich Angehörige Verhalten. Entsprechend dem Einkommen kann sich jedes Indivi­duum seine Bedürfnisse erfüllen und entsprechende Aktivitäten unternehmen. Und so­gar die Werbung und Marketing beeinflusst das gesundheitliche Verhalten. Die Umwelt hat also relativen Einfluss auf unsere Gesundheit. Und in ihr, wird die Gesundheit von den Menschen geschaffen und auch gelebt (WHO, 1986). Die Gesundheit eines Men­schen sollte immer im Vordergrund stehen.

3.1.2 Krankheit

Die Menschen sollen nicht krank werden. Parsons (1967, S. 57) beschreibt Krankheit als „generalisierte Störung der Leistungsfähigkeit des Individuums für die normalerwei­se erwartete Erfüllung von Aufgaben oder Rollen“. Das bedeutet, dass das Freisein von Krankheiten eine hohe Priorität in vielen Bereichen des Lebens hat. So sollten Unter­nehmen Mitarbeiter besitzen, die selten, oder optimalerweise nie krank sind, um gewis­senhaft ihrer Arbeit nachgehen zu können. Ebenso der Bereich der Familie und Pädago­gik, in denen die Elternteile die Aufgabe der Erziehung haben und dafür sorgen, dass ihre Kinder optimal aufwachsen können. Zusammenfassend kann man behaupten, dass der Kranke im Bereich der soziologischen Definition von Krankheit die Aufgabe hat wieder gesund zu werden, um seine Aufgaben wieder zu erfüllen.

Schwartz, Siegrist, Troschke & Schlaud (2003, S. 24) definieren Krankheit wiederum, als ein Zustand des Körpers oder des Geistes, beim dem die Notwendigkeit eines Arztes und dessen Behandelung besteht. Laut dieser Definition ist also eine ärztliche Institution und dessen Diagnose notwendig und überhaupt Voraussetzung, für weitere Maßnahmen und Leistungen. Heutzutage spielt größtenteils die eigene Einschätzung über Körper und Geist eine Rolle. Das heißt, individuell entscheidet jeder mit seiner eigenen Wahr­nehmung, ob es nötig ist einen Arzt aufzusuchen oder nicht. Wer sich krank fühlt sucht einen Arzt auf. Das lässt also schlussfolgern, dass es wichtig ist die Klienten des Bera­tungsangebotes, auf die Wichtigkeit des Themas Gesundheit mit Hilfe der Körperanaly­se und der Betreuung aufmerksam zu machen. Wer sich gesund fühlt und etwas für sei­ne Gesundheit macht, der hat mehr Zeit, in der man nicht zum Arzt muss, und kann sich anderen Dingen widmen.

Folgen von fehlenden präventiven Maßnahmen für die Gesundheit können z.B. Überge­wicht und Adipositas sein. Mit einem hohem Body Mass Index (BMI) im Kindes- und Jugendalter ist die Wahrscheinlichkeit größer, Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter zu bekommen (Llewellyn, Simmonds, Owen & Woolacott (2016, S. 56).

Croci (2019) spricht von Übergewicht, wenn eine Person einen Body-Mass-Index (BMI) von 25 -30 kg/m2 besitzt. Darüber hinaus wird klassifiziert, welchen Grad von Adipositas der Betroffene aufweisen kann. So gilt Adipositas Grad 1 bei 30-35 kg/m2, Adipositas Grad 2 bei 35-40 kg/m2 und Adipositas Grad 3 bei über 40 kg/m2.

Beim BMI wird die Größe mit dem Körpergewicht verglichen und bewertet (Mathys AG 2006, S. 2). In der nachfolgenden Tabelle wird der BMI klassifiziert.

Tab.: 1: Body Mass Index (BMI) Klassifikation eigene Darstellung (World Health Organization [WHO], 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Laut Berrington et al., 2010) haben Menschen mit einem BMI von 20-24,9 kg/m2 die höchste Lebenserwartung. Allerdings wird hier die körperliche Fitness nicht betrachtet. Der BMI hat demnach Einfluss auf die Lebenserwartung.

Die WHO (2000, S. 6) definiert Adipositas als Krankheit, bei der sich ein Übermaß an Körperfett in so hohem Maße angesammelt hat, dass die Gesundheit beeinträchtigt wer­den kann. Die gesundheitlichen Folgen können bei übergewichtigen Personen stark va­riieren. Übergewicht kann durch die positive Energiebilanz und durch das somit steigen­de Gewicht auftreten.

Einfach ausgedrückt ist die Hauptursache für Übergewicht ein Ungleichgewicht in der Energie zwischen verbrauchten und nicht verbrauchten Kalorien. So kann eine erhöhte Aufnahme an energiereichen Lebensrnitteln mit hohem Zucker- und Fettgehalt, unter Berücksichtigung von vermehrter körperlicher Inaktivität, zu Übergewicht führen (WHO, 2020).

So spielt nicht nur die Menge des Körperfettes, sondern auch die regionale Verteilung eine wichtige Rolle. Die Verteilung beeinflusst nicht nur die mit Adipositas verbunden Risiken, sondern auch die Arten von Krankheiten die daraus resultieren. Überschüssiges Bauchfett ist ein großer Risikofaktor für Krankheiten und spielt eine signifikante Rolle (WHO, 2000, S. 6).

Pillmann et al. (2009, S. 7) unterteilt Fettgewebe in subkutanes (Unterhaut) und viszera­les (Bauch) Fettgewebe. Das subkutane Fettgewebe dient als Speicherort für Energie. Das viszerale Fettgewebe wird als aktives endokrines Organ definiert. In ihm werden unter anderem Hormone und Enzyme gebildet. Je nach dem wie viel viszerales Fettge­webe vorhanden ist, nimmt es Einfluss auf Organe und Organsysteme.

So hat man beispielsweise mit einem erhöhtem Fettgewebeanteil ein erhöhtes Risiko auf Typ-2-Diabetes. Wildman et al. (2008) erläutert, dass ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Dia- 10/63 betes und Herzkreislauferkrankungen bei Personen mit einem normalen Gewicht, bei denen der BMI kleiner als 25 kg/m2 ist, bestehen kann, wenn ein erhöhter viszeraler Fettanteil besteht. Das bedeutet, dass es definitiv empfehlenswert für die Gesundheit ist, die Senkung des viszeralen Fettanteils als Ziel zu sehen. Aus diesem Grund wird auch in der Auswertung der Ergebnisse, Wert auf den viszeralen Fettanteil gelegt (vgl. Tab. 16).

In der nachfolgenden Tabelle wird der Körperfettanteil bei Menschen bis zum Alter von 35 Jahren klassifiziert.

Tab.: 2: Klassifikation des Körperfettanteils nach Schulz (1999, S.15)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Körperfettanteil spielt natürlich auch eine Rolle für das Aussehen und die Ästhetik eines Menschen. Viele haben es sich zum Ziel gemacht, einen sehr niedrigen Körperfett­anteil zu besitzen. Beispielsweise Models oder Bodybuilder, die einen niedrigen Prozen­tualen Anteil für die Ausübung ihres Berufes brauchen. Wichtig ist jedoch, dass darauf zu achten, ist nicht unter eine bestimmte Grenze zu gehen. Medeiros & Wildman (2013, S.221) geben einen Lebensnotwendigen Körperfettanteil von 3-5 % bei Männern und 10-13 % bei Frauen vor.

3.1.3 Trainingssteuerung

Bei den Beratungsgesprächen kommt eine Analyse der bisherigen Verhaltensweisen zum Tragen. Abhängig von den die individuellen Zielen der Klienten werden Verhal­tensänderung besprochen, die umgesetzt werden sollen. Einen Teil dieser Verhaltensän­derung bildet Kraftrating. Durch das Krafttraining soll Muskelmasse aufgebaut werden. Der Anstieg dieser Skelettmuskelmasse hat die Nachwirkung, dass die Anzahl, der sich im Blut befindenden Immunzellen, erhöht (Mariani et al., 1999). Das zeigt, dass die Muskulatur im Zusammenhang mit dem Immunsystem steht und dieses positiv beein­flussen kann. Laut Westcott (2012) hat Krafttraining auch andere positive Effekte auf unseren Körper. Es stärkt, wie bereits gesagt, das Immunsystem und erhöht die Muskel- masse, es reduziert die Körperfettmasse und erhöht die Knochendichte. Krafttraining wird daher allen Klienten empfohlen. Jeder Klient bekommt ein individuell, auf ihn an­gepassten Trainingsplan. Das Hauptaugenmerk liegt, wie bereits erwähnt, auf dem Krafttraining. Schmidtbleicher (1992, S. 263) definiert Krafttraining als Art und Weise des Trainings, die Kraftfähigkeit zu verbessern, welches das allgemeine Ziel dieser Trai­ningsart ist. Kraftfähigkeit wird laut Martin et al. (1993, S. 102) als konditionelle Basis für die Leistungen von Muskeln mit den Einsatz von Kräften beschrieben. Die Werte dieser Muskelleistungen liegen über ca. 30 % von den Maxima der von jedem individu­ell realisierbar ist.

Im den Trainingsplänen kommen diverse Trainingsmethodiken vor. Unter anderem Kraftausdauertraining, Muskelaufbautraining und Maximalkrafttraining. Ersteres be­schreiben Güllich und Schmidtbleicher (1999) als „die Fähigkeit des neuromuskulären Systems, eine möglichst hohe Impulssumme in einer gegebenen Zeit gegen höhere Las­ten zu produzieren“. Muskelaufbautraining hat das Ziel, den Muskelquerschnitt zu ver­größern. Das passiert, wenn die Kontraktionen submaximal und normgerecht durchge­führt werden (Güllich & Schmidtbleicher, 1999). Muskelaufbautraining erfolgt norma­lerweise mit einer Anzahl von mindestens 3x in der Woche über einen Zeitraum von 8­12 Wochen. Bei einem längerfristigem Training wird dabei die Nachhaltigkeit gesteigert (Petrella & Chudyk, 2008). Die letzte zu integrierende Trainingsmethode ist Maximal­krafttraining. Güllich und Schmidtbleicher (1999) beschreiben Maximalkrafttraining „als höchste Kraft, die das neuromuskuläre System bei einer maximalen willkürlichen Kontraktion entfalten kann“.

Ein Ziel der Klienten ist natürlich auch Muskelzuwachs. Laut Haber (2009, S. 214-215) ist es wichtig, dass in den Trainingsplänen die Hauptmuskelgruppen mindestens zwei mal in der Woche trainiert werden. Dabei werden pro Muskel mindestens zwei über­schwellige Trainingsreize je Muskel gesetzt. Unter anderem werden Ziele im Bereich Gewichtsreduktion und Körperfettsenkung gesetzt. Das Körperfett kann laut Pillmann et al. (2009) durch regelmäßige körperliche Aktivität und durch vermehrte körperliche Be­wegung gesenkt werden.

Ebenfalls kommt in diesen Trainingsplänen das Ausdauertraining vor, da es vereinzelt möglich sein kann, dass die Klienten in ihrem Trainingsplan ein konditionelles Training absolvieren möchten.

Hohmann, Lames & Letzelter (2014, S. 50) sagen, dass Ausdauer ein allgemeiner Er­müdungszustand ist, mit dem es möglich ist, Intensitäten oder sportliche Techniken so lange wie es möglich ist beizubehalten. Ausdauer wird außerdem als „konditionelle Fä­higkeit charakterisiert, die eine belastungsadäquate Energieversorgung des Organismus sichert, ermüdungsbedingte Leistungs- oder Geschwindigkeitsabnahmen bei sportlichen Belastungen verzögert und die Erholungsfähigkeit beeinflusst“ (Hottenrott & Neumann 2016, S. 51).

3.1.4 Aktuelle Daten

Eine Studie zur „Gesundheit der Erwachsenen in Deutschland“, mit der Abkürzung „DGES1“, hat folgende Ergebnisse zu Tage gebracht.. 67,1% der Männer und 53 % der Frauen mit dem Alter von 18-79 Jahren sind Übergewichtig. Bei Frauen zeigt sich eine hohe Übergewichtsprävalenz bis ins hohe Alter. Bei Männern kann man einen Anstieg der Übergewichtigen im Alter von 18-29 Jahren beobachten. Hier sind 35,2% Überge­wichtig. 62,4% der Männer sind es sogar im Alter von 30-39 Jahren. Eine Adiposi­tasprävalenz für Männer und Frauen liegt laut Mensink et al. (2013, S. 788) in Summe in der „DGES1“ bei jeweils 23,3% und 23,9%.

Die weltweite Fettleibigkeit hat sich seit 1975 fast verdreifacht. Allein Im Jahr 2016 wa­ren mehr als 1,9 Milliarden Erwachsene, die 18 Jahre alt waren und älter übergewichtig. Davon waren über 650 Millionen fettleibig. Insgesamt waren 13% der erwachsenen Weltbevölkerung (11% der Männer und 15% der Frauen) adipös (WHO, 2020).

3.2 Studien

3.2.1 Studie A

In der nachfolgenden Tabelle wird die erste Studie dargestellt.

Tab. 3: Resistance training improves insulin sensitivity in NIDDM subjects without altering ma­ximal oxygen uptake (Ishii, Yamakita, Sato, Tanaka, & Fujii (1998)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.2 Studie B

In der nachfolgenden Tabelle wird eine zweite Studie dargestellt.

Tab. 4: Effect of Exercise Training on Physical Fitness in Type II Diabetes Mellitus (Larose et al., 2010)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.3 Studie C

In der nachfolgenden Tabelle wird eine dritte Studie dargestellt. In dieser geht um die Wirkung von Krafttraining im Bezug auf die Reduktion von Körperfett.

Tab.: 5: Effects of Different Resistance Training Frequencies on Fat in Overweight/ Obese Older Women (Cavalcante et al., 2018)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.4 Studie D

In der nachfolgenden Tabelle wird eine vierte Studie dargestellt. In dieser wird das Vor­hersehen von Sarkopenie in Japan und dessen Rate analysiert.

Tab.: 6: Prevalence of sarcopenia in community-dwelling Japanese older adults (Yamada, Nishi- guchi, Fukutani, Tanigawa, Yukutake & Kayama et al., 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Methodik

Im nachfolgenden Kapitel werden individuelle, materielle und organisatorische Voraus­setzungen für das Beratungsangebot näher betrachtet. Ebenfalls werden die Kernziele des Angebotes benannt und definiert.

4.1 Zielgruppe

Die Zielgruppe für das Konzept hat ein Alter von 18-70 Jahren. Das Geschlecht ist un­abhängig. Die Klienten sollten einem Beruf nachgehen oder bereits in einem Arbeitneh­mer oder Arbeitgeberverhältnis sein. Als Kontraindikationen gelten Personen die min­derjährig sind oder Personen mit einem Herzschrittmacher. Diese Zielgruppe wurde ge­wählt, weil das Konzept auch wirtschaftlichen Mehrwert bringen soll und eine Mit­gliedschaft beinhaltet. Deswegen wurde das Alter gewählt, sowie der sozialer Status de­klariert. Die Kontraindikation wurde benannt, weil ein Herzschrittmacher nicht in Ver­bindung mit der Körperanalysewaage gebracht werden darf. Es könnte gesundheitliche Folgen geben, da es sich um eine bioelektrische Impedanzmessung handelt.

Jeder Teilnehmer wird einzeln betreut. Daher werden einzelne Termine und Beratungs­gespräche vereinbart und individuell festgelegt.

In der nachfolgenden Tabelle werden einige ausgewählte biometrische Daten dargestellt. Diese sollen aufzeigen welche Merkmale die Teilnehmer aus der Zielgruppe haben kön­nen.

Tab.: 7: Allgemeine Biometrische Daten von Klient A (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einige Daten der Tabelle, wie zum Beispiel das Körpergewicht und der Körperfettanteil, wurden zum ersten Messzeitpunkt gemessen (to). Des Weiteren wurden unter anderem Daten wie das Alter, die Körpergröße, Trainingsmotive, der Beruf, die sportlichen Akti­vitäten, die Erkrankungen und der zeitliche Verfügungsrahmen beim ersten Beratungs­termin festgestellt. Klient A wird aufgrund der Tatsache, dass er weder Sportverletzun­gen noch gesundheitliche Einschränkungen hat, als uneingeschränkt trainierbar einge­schätzt.

In der nachfolgenden Tabelle wird ein Grobraster zur Trainingsplanung nach der ILB- Methode dargestellt.

Tab.: 8: Grobraster zur Trainingsplanung nach der ILB - Methode (modifiziert nach Strack & Eifler, 2005, S. 153)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

GK= Ganzkörper; Split = Splittraining

In dieser Tabelle wird anhand der Zeitstufe von Klienten die Leistungsstufe ermittelt. Klient A trainierte bereits 10 Monate und wird nach der Individuellen-Leistungsbildme- thode der Leistungsstufe Geübter zugeordnet (vgl. Tab. 8).

4.2 Die Kernziele

Wie bereits in Aufgabe 2 beschrieben (vgl. Aufgabe 2), soll das Konzept gewünschte Verhaltensänderungen herbeiführen. Dabei sollen die Klienten Verbesserungen in den Bereichen der Skelettmuskulatur, dem Körperfett, dem Körpergewicht und dem viszera­le Fett erreichen. Da jeder Klient ein eigenes subjektives Verständnis hinsichtlich der Ziele hat und durch die Körperanalyse eine andere Ausgangslage zu Beginn des Bera­tungsangebotes hat, lassen sich keine Ziele für alle gleich formulieren. Es ist z.B. nicht möglich mit jedem das Ziel der Reduktion des Körperfettanteils zu verfolgen, da auch Klienten mit bereits niedrigem Körperfettanteil an dem Beratungsangebot teilnehmen können. Sie hätten vielleicht das Ziel der Steigerung der Skelettmuskulatur. Aus diesem Grund werden nachfolgend drei Kernziele definiert, die für die Teilnehmer möglich sind aber nicht zwangsweise festgesetzt. Diese Ziele wurden gewählt, weil sie sich durch die Körperanalyse und den Auswertungsbögen des Inbody Systems optimal darstellen und vergleichen lassen. Die Erreichung oder Nichterreichung der Ziele lassen sich zum Messzeitpunkt TI zum zweiten Messtermin feststellen. Es ist möglich die Reduktion und die Steigerung des Körpergewichts als sekundäre Ziele zu deklarieren aufgrund der Tatsache, dass sich Klienten an ihrem Körpergewicht messen und solch ein Ergebnis verfolgen möchten. Da sich das Körpergewicht aber unter anderem aus dem Körperfett und der Skelettmuskelmasse zusammensetzt, wird es nicht als Primärziel gewertet.

4.2.1 Erstes Kernziel: Reduktion des Körperfettgehalts

In vorherigen Kapiteln wurden bereits Daten zum Thema Übergicht und Adipositas ge­sammelt (vgl. Aufgabe 3.1.3). Aus diesem Grund wird mit dem ersten Kernziel die Re­duktion des Körperfettgehaltes gewählt. Dieses Kernziel soll auch mögliche Auswirkun­gen von Übergewicht und einem zu hohem Körperfettgehalt entgegenwirken. Mathy AG (2006, S. 3-4) konstatiert, dass Übergewicht unter anderem zu Arterienverkalkun­gen, Beinvenen-Thrombosen, hohem Blutdruck, und sogar Krebskrankheiten führen kann. Die langfristige Haltung des Körperfettanteils in Anbetracht der eigenen Ziele der Klienten wird gewünscht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Individuelle Gesundheitsberatung zur gesundheitsorientierten Verhaltensänderung. Ausgangs- und Vergleichsanalyse mittels bioelektrischer Impedanzmessung
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,1
Autor
Jahr
2020
Seiten
63
Katalognummer
V1064374
ISBN (eBook)
9783346478559
ISBN (Buch)
9783346478566
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheit, Gesundheitskonzept, Verhaltensänderung, Digitaler Wandel, Beratungsangebot, Betreuungsangebot, Beratung, Bachelorarbeit
Arbeit zitieren
Christopher Barz (Autor:in), 2020, Individuelle Gesundheitsberatung zur gesundheitsorientierten Verhaltensänderung. Ausgangs- und Vergleichsanalyse mittels bioelektrischer Impedanzmessung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064374

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