Das Bild des Narren in Sebastian Brandts Narrenschiff


Hausarbeit, 2001

20 Seiten, Note: 2


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Gliederung

1. Einleitung

2. Was ist ein Holzschnitt?
2.1 Die Technik des Holzschnittes.
2.2 Einordnung in die Kunst

3. Die Schöpfer der Holzschnitte
3.1 Albrecht Dürer oder wer?

4. Die traurigen Narren
4.1 Das Narr - Verständnis im Mittelalter
4.2 Das Narr - Verständnis Brants

5. Die Symbolik der Sieben Todsünden im Narrenschiff.

6. Fazit

7. Bilderverzeichnis

8. Literaturliste

1.Einleitung

,,Das Narrenschiff ist eine Kompilation von Lesefrüchten biblischer Schriften und aus Werken antiker Schriftsteller. Auch die volkstümliche Sittenlehre hat Pate gestanden. In den Narrenkonterfeis sollte sich der Leser gegebenenfalls wiedererkennen, als hätte er sich einen Spiegel vorgehalten." (Manfred Lemmer)

Das ,,Narrenschiff" Sebastian Brandts ist wohl so etwas wie der erste große literarische Erfolg nach der Erfindung des Buchdrucks. Nachdem 1494 die erste Auflage des Buches erschienen war folgten in kurzen Abständen Nachdrucke, Umarbeitungen und ergänzte Auflagen. Einige davon erlaubt, andere als sogenannte Raubdrucke. Schon im Entstehungsjahr mussten drei neue Auflagen gedruckt werden. Weiterhin gab es Übersetzungen ins Lateinische, Französische, Englische, Niederländische, Flämische und ins Niederdeutsche, die das ,,Narrenschiff" sogar zu einem europaweiten Erfolg werden ließen.

Bis heute hat das Buch einen gewissen Reiz behalten, man kann sich noch immer darüber amüsieren, was Brandt schreibt und wie es ihm gelingt, den Menschen einen Spiegel vorzuhalten um sie sich selbst als Narr erkennen zu lassen.

Der Narr ist für den Autor nicht der Narr im heutigen Sinne. Nicht der Hofnarr, der für Auflockerung der königlichen Gefolgschaft sorgt, nicht der Narr, Clown, den wir aus dem Zirkus zu kennen glauben.

Im Mittelalter gilt der als Narr, der sich von der Allgemeinheit abhebt, anders aussieht, sich anders benimmt und es ablehnt sich den gesellschaftlichen Normen unterzuordnen.

Brandt jedoch versteht es in seinem ,,Narrenschiff" den Narr als Symbol zu verwenden. So wird der Menschheit ein Spiegel vorgehalten und ihr bewiesen, dass sie selbst nicht unfehlbar ist. In jedem Menschen steckt ein Narr, ob man es nun wahr haben will, oder nicht. Das ,,Narrenschiff" ist also eine Art Lehrbuch.

Nicht nur darum soll es in dieser Arbeit gehen. Es gilt zu zeigen, warum das ,,Narrenschiff" so besonders ist. Schließlich lebt es nicht nur von seinen Texten, sondern auch von der Gestaltung. Ich möchte hier darauf eingehen, welche Rolle die großartigen Holzschnitte im Buch spielen, wer sie geschaffen hat und warum. Dabei muss geklärt werden, was ein Holzschnitt ist. War diese Art der Darstellung typisch für die Zeit oder hätte man auch andere Illustrationen verwenden können? Wer hat die Holzschnitte hergestellt? Gab es mehrere Künstler, die an der Darstellung der Narren beteiligt waren?

Außerdem muss, als Weiterführung der Holzschnitte, die Darstellung der Narren an sich betrachtet werden. Auffällig nämlich ist, dass die Narren in Brandts ,,Narrenschiff" selten oder überhaupt nicht zu lachen scheinen. Warum ist das so?

Und schließlich bedarf es einer Betrachtung der typischen Ängste der Zeit. Das Mittelalter ist bekanntermaßen stark kirchlich geprägt, wer sündigt kommt nicht in den Himmel sondern muss in der Hölle schmoren. Sieben Todsünden gibt es, die der Mensch tunlichst umgehen sollte, will er sein Heil erlangen. Narren begehen solche Sünden hingegen und das hat auch Sebastian Brandt erkannt. Wie also führt er seinen Lesern die Todsünden vor Augen und sind es wirklich nur Narren, die sie begehen?

Diese Arbeit soll keine Analyse des ,,Narrenschiffs" werden. Es werden keine einzelnen Episoden auf ihren kleinsten Nenner extrahiert, wohl aber herausgegriffen werden, so sie denn dem Thema dienen, wenn es gilt die Darstellung der Todsünden zu beweisen, traurige Narren zu erklären oder aber besondere Holzschnitte zu beschreiben.

2.Was ist ein Holzschnitt?

Wesentlich für den Erfolg des ,,Narrenschiffs" waren nicht unbedingt nur die Texte. Eine große Wirkung hatte vor allem die großzügige und schön anzusehende Ausstattung des Buches. Dazu gehören der wertvolle Druck, die alles umrahmenden Bordüren - von denen es nachweißlich sechzehn verschiedene Ausführungen gibt - das Zusammenspiel derer mit dem Text und natürlich die Holzschnitte, die mit einer zu dieser Zeit ungeahnten Perfektion gearbeitet waren. Diese wurden derart populär, dass sie sogar adaptiert bzw. auch kopiert und in andere Werke eingebunden wurden, die dem Narrenschiff thematisch nahe standen. Ein Beispiel hierfür ist die ,,Narrenbeschwörung" von Murner aus dem Jahre 1512.

Zu jedem Kapitel des Narrenschiffs gibt es einen solchen Holzschnitt. Nicht jeder ist einzigartig, denn es gibt einige Dopplungen in den Kapiteln. So finden sich in der ersten Ausgabe des ,,Narrenschiffs" in den Kapiteln 73 und 83 die Holzschnitte der Kapitel 27 und 3. Ähnlich verhält es sich bei den Kapiteln 105 und 42. In den folgenden Ausgaben wurden daran Änderungen vorgenommen und ggf. neue Holzschnitte eingefügt oder Tauschungen vorgenommen, so dass ein sinnvollerer Zusammenhang zwischen Text und Bild entstehen konnte, der möglicherweise (wie bei Kapitel 105) nicht gegeben war.

Um erklären zu können, warum die Holzschnitte so besonders waren und warum sie derartigen Einfluss gewinnen konnten möchte ich hier zunächst klären, was ein Holzschnitt eigentlich ist:1

Unter einem Holzschnitt versteht man die älteste bekannte Drucktechnik, bei der in ein hartes Stück Holz, beispielsweise Lindenholz, mit Hilfe spezieller Messer und Schaber bearbeitet wurde und auch heute noch wird. Dabei werden die Stellen aus dem Holz geschnitten, die nicht gedruckt werden sollen. Übrig bleibt also das eigentliche Bild in Form eines sogenannten Hochdrucks, auf den die Druckfarbe aufgetragen und mit Hilfe einer Walze auf das Papier gebracht wird. Wann genau diese Technik entwickelt wurde ist nicht nachzuweisen, man kann aber davon ausgehen, dass schon im alten Ägypten theoretisch die Möglichkeit bestanden haben muss Holzschnitte anzufertigen. Es gibt Sarkophage, die sich aus Holzplatten zusammensetzen, die nach der Technik des Holzschnitts bearbeitet wurden. Gedruckt wurde hierbei allerdings noch nicht.

Die Verwendung der Holzschnitttechnik zur Vervielfältigung auf Papier lässt sich erstmals im 6. Jahrhundert n.Chr. in China nachweisen. Dort wendete man den Formschnitt bereits zur Herstellung von Druckstöcken für den Buchdruck an. Wegen der unendlichen Vielzahl chinesischer Schriftzeichen wurde diese Drucktechnik dort bis ins 20. Jahrhundert beibehalten. Und das, obwohl der Druck mit beweglichen Lettern im Reich der Mitte bereits im 11. Jahrhundert - also vierhundert Jahre vor Guttenberg - bekannt war. Eine direkte Beeinflussung des abendländischen Druckwesens durch China lässt sich jedoch nicht nachweisen.

In Europa wurde die Holzschnitttechnik erstmals im 12. Jahrhundert in Süditalien bei Holzstempeln angewandt. Hierbei wurden Kleidungsstücke bedruckt, indem man in Holztafeln Muster einritzte, die auf dem Druckträger schließlich weiß blieben.

Im Folgenden entwickelte sich im Europa des 14. Jahrhunderts die Zunft der Kartenmaler. Auch hier wurden, in einem etwas komplizierteren Verfahren, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte, Holzplatten bearbeitet indem man Spielkartenmotive einritzte. Diese Technik fand ihren Weg von Orient nach Italien und von dort nach Deutschland, so dass in Ulm 1404 die erste Kartenmalerzunft nachweisbar ist.

Diesen Kartenmalern folgten schließlich die ersten Flugblätter, auf denen Holzschnitte zu sehen waren. Urheber dieser waren Briefschreiber- und Illustratorenzünfte, die ihre Werke mit meist einfachem kirchlichen Inhalt auf Messen und Märkten an den Mann zu bringen suchten. Der älteste bekannte Holzschnitt, der vermutlich von einem Bildmaler hergestellt wurde, stammt aus dem Jahr 1423. Das Blatt zeigt den heiligen Christophorus und wurde in der Kartause Buxheim entdeckt.

Logische Schlussfolgerung war nun den Holzschnitt auch in den Buchdruck zu integrieren. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden sogenannte ,,Blockbücher" bei denen der Text und das Bild auf der selben Platte geschnitten waren. Eine sehr aufwendige und sicher auch teure Angelegenheit, darum waren diese Bücher auch auf eher seichten Inhalt und wenige Seiten konzipiert.

Zu den ältesten Blockbüchern zählt man die ,,Biblia pauperum" (Die Armenbibel), bei der dem Volk mittels bis zu fünfzig Abbildungen und Texten die Geschichte des Alten und des Neuen Testaments nahe gebracht werden sollte. Andere bekannte Bücher dieser Gattung sind das ,,Ars memorandi" (Die Kunst zu sterben) und das ,,Speculum humanae salvationis" (der Heilspiegel).

Von hier aus war der Weg zum Buchdruck von Guttenberg und anderen nicht mehr weit, denn ähnlich wie bei den Lettern, die Guttenberg benutzte musste auch auf einem Holzschnitt Farbe aufgetragen und abgedruckt werden. Warum also nicht beides kombinieren?

Nun ist also der Weg eingeschlagen worden, den auch Brant mit seinem Narrenschiff gegangen ist. Es konnten Bücher in Massenproduktion hergestellt werden. Sicher nicht in dem Rahmen, den wir heute als Massenproduktion bezeichnen würden, aber doch in einer weit höheren und schneller zu erreichenden Auflage als es zuvor möglich war. Im Prinzip konnte nun jeder der es wollte ein Buch zu seinem Eigentum machen und man musste, den Holzschnitten sei es gedankt, nicht einmal lesen können um zu verstehen, was Sebastian Brant aussagen wollte. So war dem ungelehrten Publikum die Möglichkeit gegeben, das Narrenschiff zu verstehen und den Narr in sich selbst zu suchen. Wie gesagt waren sämtliche Kapitel des Buches mit einem einleitenden Schnitt versehen, der den Inhalt des Kapitels (meist) überdeutlich zu Ausdruck zu bringen vermochte.

Sebastian Brants ,,Narrenschiff" war also durch die Holzschnitte massenwirksamer als ohne und darüber war sich der Autor durchaus im Klaren. So sagt er in seiner Vorrede zum ,,Narrenschiff" folgendes:

,,Vil narren / doren kumen dryn [ins Narrenschiff!] Der bildnißjch hab har gemacht Wer yeman der die gschrifft veracht Oder villicht die nit künd lesen Der siecht jm molen wol syn wesen Vnd fyndet dar jnn / wer er ist."

Wer also nicht im Stande ist zu lesen oder es nicht mag, der wird sich in den Abbildungen wiederfinden und trotzdem verstehen, was es zu sagen gilt.

Das Sebastian Brant die Holzschnitte selbst geschaffen hat ist mehr als unwahrscheinlich. Er wird beratende Funktionen ausgeübt und sich mit den Künstlern besprochen haben, selbst tätig geworden ist er jedoch nicht.

3.Die Schöpfer der Holzschnitte

Der Hauptschnitzer der Holzschnitte in Sebastian Brants ,,Narrenschiff" soll Albrecht Dürer gewesen sein. Man erkennt bei näherer Betrachtung der Schnitte, dass ein Großteil der Arbeiten von einem bestimmten, sehr auf Präzision, Ausstattung und künstlerischen Wert bedachten Meister ausgeführt worden sein müssen. Von ihm stammen etwa ¾ der Holzschnitte. Die weiteren scheinen von drei bis vier anderen Künstlern zu stammen, die zwar versuchen den Hauptmeister des Buches zu imitieren es aber nicht unbedingt schaffen.

Das nicht alle Arbeiten vom Hauptmeister stammen kann daherrühren, dass er nicht bis zur Vollendung des Buches zugegen war, so dass sich Brandt gezwungen sehen musste, auf andere (ortsansässige) Meister zurückzugreifen.

,,Bereits Karl Friedrich von Rumohr, der die ,,Narrenschiff" - Holzschnitte 1837 zum ersten Mal erwähnte, hatte sie mit Dürers Namen in Verbindung gebracht."2Erst Ende des Jahrhunderts entbrannte ein Streit in der Forschung um diese Behauptung. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts schließlich war man sich einig, dass Dürer der Hauptmeister sein musste. Beweis hierfür ist die Tatsache das Dürer,,[...] zwei Jahre seiner vierjährigen Wanderzeit nicht - wie lange angenommen worden ist - in Italien, sondern in oberrheinischen Städten (Kolmar, Basel, Straßburg) verbracht hat. Vom Frühjahr oder Sommer 1492 bis zum Spätsommer 1493 hat er sich in Basel aufgehalten [...]"3

In Basel kann man Dürers Arbeiten konkret nachweisen. Zu nennen wären da die 126 Stöcke mit Zeichnungen zu Terenz - Komödien, 18 von 25 Schnitte zu einem Gebetbuch und sämtliche 45 Schnitte zum ,,Ritter vom Turn". In diesen Werken verläuft eine klare Linie zu den Schnitten des ,,Narrenschiffs". Keiner der in Basel ansässigen Künstler hat eine ähnliche Arbeit hervorgebracht.

Die Arbeiten Dürers sind nicht signiert, was die Bestimmung natürlich erschwert, aus den gerade genannten Gründen aber nicht unmöglich macht. Hintergründig sind sie hingegen schon gekennzeichnet. Jeder Holzschnitt des Hauptmeisters kennzeichnet die Narren mit einer Art Schellenreihe, die von vorn nach hinten auf der Narrenkappe entlang läuft.

Außerdem versteht es der Hauptmeister, Dürer also, vortrefflich in seine Arbeiten

Perspektiven mit einfließen zu lassen. Dadurch lässt er sich auch von dem sogenannten

,,Haintz - Narr - Meister" (benannt nach dem Holzschnitt zu Kapitel 5) unterscheiden, dem zweitproduktivsten Schnitzer des Buches, der die Schellenreihe in den Holzschnitten zu Kapitel 1 und 5 kopiert, es aber nicht versteht derartige korrekte Perspektiven einzusetzen, wie es bei Dürer der Fall ist. Die übrigen Arbeiten des zweiten Meisters kennzeichnen die Narren mittels eines Hahnenkamms der wie die Schellenreihe auf der Narrenkappe verläuft. Alle anderen verbleibenden Reißer verzichten auf eine solche Kennzeichnung.

Die Hauptaufgabe eines jeden Schöpfers der Holzschnitte in Sebastian Brants ,,Narrenschiff", war es, eine Einheit zwischen Bild und Text zu schaffen. Schließlich muss auch, wie gesagt, gewährleistet werden, dass ein jeder, auch jene, die des Lesens nicht mächtig sind verstehen kann, worum es im entsprechenden Kapitel eigentlich gehen soll.

In den meisten Beispielen gelingt das auch. Oft dienen Sprichworte und Redewendungen als Aufhänger für die Bilder. Selbige verwendet Brant häufig in seinen Texten. Nicht nur im Narrenschiff aber dort durchaus gehäuft. Die metaphorische Sprache Brants hat es den Künstlern nicht unbedingt schwer gemacht sich in die Herstellung der Bilder zu vertiefen. So war es möglich solch abstrakte Begriffe wie ,,Wolllust", ,,Geldheirat", ,,Selbstvergessenheit", ,,Gottesverachtung" etc. erschöpfend darzustellen.

Mitunter ist es aber auch möglich festzustellen, dass sich die Holzschnitte und der Text

inhaltlich unterscheiden. In solchen Fällen hat Brant den Zusammenhang erst nachträglich mit Hilfe sogenannter Mottoverse hergestellt. Daraus lässt sich, allerdings unbewiesen, schließen, das zunächst die Kapiteltexte vorgelegen haben, dann die Bildnisse entstanden sind und Brant erst danach mit Blick auf Bild und Text die Mottoverse gedichtet hat. Diese stellen immer so etwas wie ein Destillat des gesamten Textes oder eine Kurzerläuterung des Bildes dar.

Bemerkenswert im Hinblick auf die Schöpfer der Holzschnitte des Buches ist der schier unglaubliche Detailreichtum, der in den Bilder zu finden ist. Das trifft vor allem auf den Hauptmeister, Dürer also, zu. Den anderen scheinen dererlei Fähigkeiten so ausgeprägt noch nicht eigen gewesen zu sein, trotzdem versuchen sie es, der eine mehr, der andere weniger, Dürer nachzueifern.

Die Begründung für derartige Detailverliebtheit liegt in der Zeit begründet. Ende des 15. Jahrhunderts begann in Bereich des Holzschnittes langsam der Realismus durchzubrechen und löste somit eine einfachere, abstraktere Holzschnitttechnik ab.

Dürer profitierte von seinem Nürnberger Lehrer Michael Wolgemut und den Fähigkeiten des Kupferstechers Martin Schongauer, die er sich abschaute und versuchte, in seine Holzschnitte der 90iger Jahre des 15. Jahrhunderts einzubauen. Bemerkenswert hierfür sind die überdimensional gesta lteten und ausgearbeiteten Arme und Beine der Holzschnitte zu den Kapiteln 31, 34 und 54. Mit der Zeit und seinen Fähigkeiten ist es Dürer gelungen, einen grundlegend neuen kalligraphischen Linienstil zu schaffen, der für den Realismus in den Holzschnitten der Folgezeit maßgeblich sein sollte.

Dürers Realismus zeigt sich vor allem in der Darstellung der Menschen / Narren in seinen Schnitten. Er gestaltet die Charaktere mit nie zuvor verwendeter Vielgestaltigkeit aus. Die Figuren besitzen Mimik, sie zeigen Emotion, gebärden sich verschieden und sehen schlicht lebendiger aus als in Schnitten zuvor. Bemerkenswert ist auch, dass Dürer gesteigerten Wert auf die Umgebung legt. Es existiert etwas um den Narren herum: Landschaft, Straßenbilder, Tiere, Leben auf de m Bauernhof usw. Er setzt auf die korrekte Darstellung von Kleidungstücken und deren Faltenwurf und vor allem, auf die perspektivisch richtige Darstellung der Umgebung und der Figuren darin. Hierbei unterscheidet man die Schnitte des Hauptmeisters am ehesten von denen der Nebenmeister. Keiner der anderen hat eine derart perfekte Perspektive und Tiefenwirkung in seinen Holzschnitten, wie es bei Dürer der Fall ist. Sie versuchen es, nur gelingen mag es nicht.

Dieser Unterschied ist nicht der einzige, in meinen Augen aber der gravierendste. So zeichnet der zweite Meister (Haintz-Narr) seine Figuren durchweg größer als Dürer (daran erkennt man ihn in den Schnitten, bei denen er die Schellenreihe auf der Narrenkappe imitiert) und er legt weit weniger Augenmerk auf das Beiwerk seines Bildes.

Ähnlich verhält es sich mit den mindestens zwei weiteren Reißern, die, ähnlich einer Abstufung immer ein wenig unkonkreter und detailärmer schneiden als Dürer selbst.

Es lässt sich folglich, als Abschluss des ersten Teils dieser Arbeit feststellen, dass es einen sehr guten und weit gebildeten Künstler gegeben haben muss, der einen Hauptteil der Holzschnitte geschaffen hat. Dieser wird, auch wenn er sich nicht selbst zu erkennen gab, Albrecht Dürer gewesen sein, zu ähnlich sind die Holzschnitte des ,,Narrenschiff" den Arbeiten des Künstlers zu dieser Zeit.

Außerdem hielt er sich einige Jahre in unmittelbarer Nähe Brants auf und kann somit durchaus großen Einfluss auf die Entstehung des ,,Narrenschiffes" ausgeübt haben. Das noch andere Meister an der Herstellung der Schnitte beteiligt waren lässt sich vielleicht damit erklären, dass Dürer nicht bis zur Vollendung des ,,Narrenschiffs" vor Ort war und die fehlenden Schnitte nicht herstellen konnte. Ein Beweis hierfür ist für mich, dass in späteren Auflagen des ,,Narrenschiffs" Schnitte verwendet wurden, die später entstanden sind und durch Dürer geschaffen wurden.

,,Am ehesten leuchtet H. Koeglers Vermutung ein, dass Dürer die Risse [...]noch von auswärts geliefert hat, aber so spät, dass sie für die Erstausgabe nicht mehr zurechtkamen und erst 1495 benutzt werden konnten."4

4.Die traurigen Narren

Die Holzschnitte in Sebastian Brants Narrenschiff zeigen im Wesentlichen eines: Narren. Allerdings nicht nur Narren, die der mittelalterlichen Vorstellung des Narren entsprechen, sondern auch ,,normale" Menschen, gebildete Menschen, Handwerker, im Prinzip also jeden erdenklichen Mitmenschen Brants, denn jeder kann in Brants Augen ein Narr sein, wenn er sich so verhält, wie es die Kapitel des ,,Narrenschiffs" beschreiben.

Die Narren im Verständnis des Mittelalters sind Menschen, die anders sind. Es sind nicht die Narren, die wir uns aus Märchen und Legenden vorstellen, mit einer Narrenkappe auf dem Kopf, einem Spiegel in der Hand und einem Lachen im Gesicht, die meist am Hofe dafür zuständig waren die Herren zu unterhalten und zu belustigen. Vielmehr unterscheiden sie sich von der Allgemeinheit beispielsweise dadurch, dass sie geistig oder körperlich behindert sind, womöglich wahnsinnig, vielleicht deformiert und mitnichten dem göttlichen Ideal entsprechend. ,,Gott schuf den Menschen nach seinem Vorbild", sagt man, bei Narren hat er es scheinbar unterlassen.

Ein Narr ist aber auch jemand, der sich von der Norm durch ungewöhnliches Verhalten entfernt. So kann ein Narr auch sein, wer als Eremit in den Wäldern fern der Zivilisation lebt. Das kann, wie etwa im ,,Iwein", ein Adliger sein, der dem höfischen Leben aus welchen Gründen auch immer entsagt. Durch sein Leben außerhalb der Zivilisation wird dieser Mensch zu einem Narren. Auch optisch wohlgemerkt.

Man denke an die Idee der Fassnachtsspiele des Mittelalters. Bei diesen Festen wurden Narren auf sogenannte Narrenschiffe verfrachtet und zur allgemeinen Belustigung durch die Straßen kutschiert. Oder aber man denkt an die tatsächlichen Narrenschiffe, echte Schiffe auf denen jene Aussätzigen verbracht wurden, die man nicht um sich haben wollte. Aus den Augen aus dem Sinn verbrachte man sie auf diese, von wo aus sie gen des sagenumwobenen Schlaraffenlandes fahren sollten. Erreicht werden sie es wohl nie haben.

Die Narren bei Brant sind eigentlich anders. Sie sind tatsächlich auch normale Menschen, wie etwa der Büchernarr des ersten Kapitels (,,Von unnützen Büchern") oder die Frau des fünfzigsten Kapitels (,,Von Wolllust") und noch viele weitere. Die Narren sind nicht deformiert, keine Krüppel, sie scheinen auch nicht geistig behindert zu sein. Es sind normale Menschen, die sich nur nicht an die Vorgaben der Gesellschaft halten und deshalb mit den Attributen eines Narren versehen werden. Sie tragen eine Narrenkappe und meist Schellen oder andere Indizien, die sie dem Leser als Narren verdeutlichen sollen.

Bemerkenswert an den Bildnissen und somit auch an den Narren selbst ist ihr meist trauriger Gesichtsausdruck. Die Narren lachen nicht und wenn sie es doch tun, hat man den Eindruck eines verzogenen, fast aggressiven Grinsens. Es ist ein trauriges, fast gezwungenes oder schlecht gespieltes Lachen, so wie wir es tun, wenn wir unsicher sind oder uns ertappt fühlen, im Wissen, etwas Unrechtes getan zu haben. Der wollüstige Narr des fünfzigsten Kapitels beispielsweise lacht (bzw. grinst) ebenso wie der Gotteslästerer im sechsundachtzigsten Kapitel. Zwei der sieben Todsünden, von denen die Kirche spricht und die im Anschluss Thema der Diskussion in dieser Arbeit sein werden.

Die meisten Narren lachen aber nicht. Vielleicht soll ihr trauriger Gesichtsausdruck zum Ausdruck bringen, dass sie genau wissen, etwas gegen die Norm zu tun, aber nicht anders können als diesem Weg zu folgen. Sie wissen, dass sie nicht gesegnet sind und ihnen das Fegefeuer droht.

Narren haben sich von Gott entfernt. Sie sind gottlos und sie wissen es. Brant möchte seinem Leser deutlich machen, dass es nicht lohnt ein Narr zu sein, dass es nicht glücklich macht sich gegen die Norm zu stellen.

Somit ist das ,,Narrenschiff" tatsächlich ein Lehrbuch, das zu zeigen sucht, wie man sich verhalten muss, um nicht als Narr zu gelten.

Die Sieben Todsünden im Narrenschiff

,,Ein Narr ist, wer es wagt und spricht, er seibefleckt von Sünden nicht."

Sebastian Brant ist ein religiöser Mensch. Trotz der Entwicklungen seiner Zeit, des hereinbrechenden Humanismus und der bevorstehenden Reformation der Kirche, hält er an seinen Ansichten, die aus seiner Bildung und Abstammung herrühren, fest. Selbstzeugnisse und seine Schriften lassen eine konservative kirchliche Haltung bei Brant erkennen. Im weiteren Laufe seines Lebens verfaßte er eine Tischzucht, Sittensprüche, er bearbeitete FREIDANKs Spruchsammlung ,,Bescheidenheit".

Diese Art der Weltanschauung, die Brant sein ganzes Leben vertrat, findet sich auch im ,,Narrenschiff" wieder. Narr sein bedeutet Sünder sein und wer sich nicht den kirchlichen Gepflogenheiten unterwirft, ist und bleibt ein Narr. Man kann nur ,,rehabilitiert" werden, wenn man sich grundlegend ändert und den Sünden entsagt.

In den Kapiteln des Buches finden sich demzufolge auch die schwersten Sünden wieder, welche die Kirche zu beschreiben im Stande ist. Die ,,Sieben Todsünden" - Hochmut, Geiz, Völlerei, Wolllust, Neid, Zorn und Trägheit finden sich in verschiedener Form im ,,Narrenschiff". So gibt es Kapitelüberschriften, die auf diese Sünden hinwiesen, mal werden sie direkt benannt, mal indirekt.

Alles in allem kann man von einer Art Zeitkritik Brants sprechen, der versucht seine Leser davon zu überzeugen, dass Narr sein keine Lösung ist und man nicht versuchen sollte mehr darzustellen als man selbst darstellen kann. Der Narr will mehr sein, als er in Wirklichkeit ist. Der Leser soll das Gefühl bekommen in einen Spiegel zu blicken, um sich selbst als Narr zu erkennen und von seinem Tun Abstand zu nehmen. Ziel ist es also die gesamte Menschheit der Narretei zu überführen.

Dazu gehört sowohl banales Fehlverhalten als auch die angesprochenen schweren Sünden. Hier soll nun anhand von einigen Beispielen dargestellt werden, wie Brant dem Leser die sieben Todsünden nahe bringt und diesen bewussten Spiegel vorhält.

Beziehen werde ich mich auf einige Kapitel mit direkter oder nah angelehnter Bezeichnung je einer der sieben Todsünden. Zu klären ist, was sich auf der entsprechenden Abbildung zeigt und wie im Text verdeutlicht wird, dass es sich um eine (Tod-)Sünde handelt und wie eventuell eine Lösung zu finden ist.

Die Beschreibungen zu den Bildern und die Interpretationsansätze entstammen Manfred Lemmers Buch: ,,Die Holzschnitte in Sebastian Brants Narrenschiff" - ich habe sie als Inspiration verwendet und versuche sie gegebenenfalls zu erweitern.

Folgende Kapitel werden als Beispiele angeführt:

1. ,,Von der Habgier" (Kapitel 3)

2. ,,Von Buhlschaft" Kapitel 13)

3. ,,Von Völlerei und Prassen" (Kapitel 16)

4. ,,Von leichtem Zürnen" (Kapitel 35)

5. ,,Von Wollust" (Kapitel 50)

6. ,,Von Neid und Hass" (Kapitel 53)

7. ,,Von Trägheit und Faulheit" ( Kapitel 97)

,,Von der Habgier - Kapitel 3"5

Dieser Holzschnitt stammt vom sogenannten ,,gnad - her" - Meister, dem dritten Künstler also der am ,,Narrenschiff" beteiligt war. Er zeigt zwei Männer mit Wanderstöcken, die einen Reichen Mann, der seine Schätze auf einem Tisch ausgebreitet hat mit den Worten ,,gnad her" um eine Gabe bittet. Dieser zeigt sich jedoch ungerührt und ignoriert die Bitte. Er ist der Narr des Kapitels, der nur darauf bedacht ist, seinen eigenen Reichtum zu waren und keinen Gedanken an sein eigenes Seelenheil verschwendet. ,,Geben ist seliger als nehmen" sagt die Bibel, auf ihn trifft das nicht zu.

Allerdings trägt nicht nur der Reiche eine Narrenkappe, sondern auch die beiden Bittsteller. Man kann diesen Zustand auch als Narretei deuten, schließlich scheint es unmöglich von einem solchen Mann eine Gabe zu erwarten.

,,Von der Buhlerei - Kapitel 13"6

Hier finden wir einen Holzschnitt von Dürer. Das Bild zeigt eine Frau, Venus womöglich, sie trägt Engelsflügel, die drei Narren bei sich hat. Einer dieser Narren ist ein Mönch, er ist der einzige, der seine Narrenkappe nicht auf dem Kopf hat, sondern sie um die Schultern trägt. Außerdem befinden sich auf dem Bild ein Affe, ein Esel und ein Kuckuck (mittelalterlich Gouch). Alle drei Tierbezeichnungen sind gleichbedeutend mit Narr. Venus hat die Narren, aber auch die Tiere an einem Gängelband in ihrer Gewalt. Vor ihr steht ein Knabe mit verbundenen Augen, der mit Pfeil und Bogen auf das nächste Opfer für das Gängelband zielt. Rechts hinter der Venus findet man den Tod. Er kann als Mahnung für die Vergänglichkeit des Lebens aber auch der Weltlust verstanden werden, die den Opfern blüht. Sich einwickeln zu lassen von irdischen Genüssen ist ebenfalls eine Sünde.

,,Von Völlerei und Prassen -Kapitel 16"7

Das große Gelage. Ein Holzschnitt von Dürer. Wir werden Zeuge eines fröhlichen Zechens und beinahe schon Fressens an einer großen Tafel. Alle Mitglieder der Runde tragen ihre Narrenkappen und lassen es sich, scheint es, gut gehen. Der Narr zur Linken beißt gierig in eine ganze Keule, man sieht am Tisch Teller stehen und Becher, in denen vermutlich Wein gereicht wird. Einige Narren scheinen des Weines schon genug zu haben, sie sind augenscheinlich sturzbetrunken. Völlerei und Prassen ist auch eine der großen Sünden, die Narren können nicht Maß halten und gesund ist diese Art der Ernährung sowieso nicht, denn sie verdirbt nach Brants Verständnis den Geist und den Körper.

,,Vom Leichten Zürnen - Kapitel 35"8

Ebenfalls ein Schnitt Dürers. Er zeigt zwei Narren im Zorn, einer männlich, einer weiblich. Der Mann sitzt auf einem Esel, er scheint aufgebracht und tritt auf das Tier ein, er gibt ihm die Sporen um (in Rage) schnellstmöglich von der Stelle zu kommen. Auf dem Esel reiten ist auch eine Metapher für ,,trotz allen Zorns nicht von der Stelle kommen". Die Frau zieht den Esel am Schwanz und bremst so womöglich das Vorwärtskommen beträchtlich.

Wer sich permanent wütend und außer sich gibt ist ein Narr, denkt Brant, Friedlichkeit ist weitaus löblicher. Ein Indiz hierfür kann die Schnecke im Bild sein, die, dank ihrer naturgemäßen Langsamkeit, zu eben dieser mahnen soll.

,,Von der Wolllust - Kapitel 50"9

Das Wolllust - Kapitel enthält wiederum einen Holzschnitt Dürers. Er zeigt eine Frau (die personifizierte Wolllust), die an Stricken einige Tiere hält. Die Abbildung erinnert stark an das Bild der Buhlerei des 13. Kapitels, nur handelt es sich hierbei nicht um die Venus. Der Dargestellt wird das durch den Narren rechts im Bild, der sich an den Schwänzen von Ochse und Schaf festhält. Die Wolllust selbst ist auch ein Narr, schließlich ist sie die Verursacherin der ganzen Misere. Der Mensch, der der Sünde der Wolllust erliegt ist nicht besser als das sprichwörtlich dumme Schaf, der Ochse und die Gans auf dem Bild.

,,Von Missgunst und Hass - Kapitel 53"10

Die Narren auf diesem Bild stecken ihr Opfer in ein Fass und malträtieren es mit allerlei

Dingen, einem Schwert, einer Hellebarde, Feuer und Bienen / Wespen. Wahrscheinlich sind sie neidisch auf ihr Opfer und sehen keine andere Lösung ihrem Unmut Luft zu machen als ihr Opfer zu quälen.

,,Von Trägheit und Faulheit - Kapitel 97"11

,,Müßigkeit ist aller Laster Anfang", vielleicht auch aller Sünden, denn wer müßig geht, faul ist, wird es nie zu etwas bringen und interessiert sich für allerlei Dinge, die zu weiteren Sünden führen. Soweit die Aussage, die in diesem Bild steckt, dass vom vierten der am Narrenschiff beteiligten Künstler stammt. Es zeigt einen Mann der geistesabwesend sein Feld besäht und eine Frau, die beim Wolle spinnen eingeschlafen ist. Außerdem sehen wir Feuer, das von beiden unbeachtet bleibt. Durch das Desinteresse dieser Narren wird wohl ihr Hab und Gut verbrennen und sie werden die gerechte Strafe für ihre Sünden erhalten.

Anhand dieser gewählten Beispiele lässt sich sehr gut feststellen welche Wirkung Brant in seinem ,,Narrenschiff" verfolgt haben muss. Er hält tatsächlich jedem einzelnen Menschen einen Spiegel vor und lässt ihn die eigenen Sünden erkennen damit der vermeintliche Narr gegen diese vorgehen kann. Jeder Mensch ist ein Narr, denn unfehlbar ist wahrlich keiner von ihnen.

6.Fazit

Ich denke, dass diese Arbeit in der Lage ist zu zeigen, welche gesellschaftlichen und

kulturellen Situationen im Mittelalter vorherrschend waren und Sebastian Brant veranlasst haben können das ,,Narrenschiff" zu verfassen.

Dieses Buch konnte nur so erfolgreich sein und auch nur zu dieser Zeit geschaffen werden, da die technische Entwicklung den Buchdruck zuließ und die künstlerische Entwicklung Holzschnitte dieser Art, sei es durch Albrecht Dürer oder einen anderen Meister, erst möglich machte. Ohne diese Schnitte und selbstverständlich auch ohne Brants rhetorische Fähigkeiten, wäre der Erfolg des ,,Narrenschiffs" weit weniger überwältigend ausgefallen.

Ein jeder Mensch konnte, nach Brants Verständnis der Epoche, ein Narr sein. Er hat ein

Lehrbuch geschaffen um seinen Zeitgenossen einen Spiegel vorzuhalten, den es so noch nicht gegeben hat, auch wenn es die Figur des Narren schon weit vorher gab. Wer hatte in dieser kirchlich geprägten Zeit keine Angst vor den sieben Todsünden?

Dieser sprichwörtlich vorgehaltene Spiegel kann sogar heute noch funktionieren, auch wenn die Zeit eine andere ist.

In meinen Augen spielen die Holzschnitte eine sehr gewichtige Rolle für das Verständnis des Buches, konnte doch durch sie ein jeder, auch der des Lesens unkundige, nachvollziehen um was es gehen sollte und welche Aussage getroffen werden musste. Und wer, wenn nicht die überall verstandene Figur des Narren, ist ein besserer Träger einer Weltanschauung die durch den Klerus geprägt war wie keine zweite, denn jeder Mensch des Mittelalters hatte eine Vorstellung dieser Figur. Durch Fassnachtsspiele hervorgerufen, in Bildern manifestiert und allgemein nachvollziehbar war der Narr eine Versinnbildlichung des Anderen, des nicht Positiven und des nicht Erstrebenswerten.

Bilderverzeichnis:

Beispielholzschnitte der

wichtigsten Künstler im Narrenschiff:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1:

Albrecht Dürer - Kapitel 14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2:

Haintz - Narr Meister - Kapitel 5

Abb. 3:

Gnad Her - Meister - Kapitel 3

Die Graphische Entwicklung im Holzschnitt:

Abb. 4:

Buxheimer Christopheruns; ältester datierter Holzschnitt von 1423

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5:

Albrecht Dürer - Grosse Passion von 1511

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6:

Holzschnitt von Grot Johann in Heinrich Heines ,,Buch des Lieder" von 1857

Die ,,Sieben Todsünden"

in Sebastian Brants Narrenschiff:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7:

,,Von Habsucht" - Kapitel 3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8:

,,Von Buhlschaft" - Kapitel 13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9:

,,Von Völlerei und Prassen" - Kapitel 16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10:

,,Vom Leichten Zürnen" - Kapitel 35

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11:

,,Von Wolllust" - Kapitel 50

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12:

,,Von Neid und Hass" - Kapitel 53

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13:

,,Von Trägheit und Faulheit" Kapitel 97

Literaturliste

Lemmer, Manfred (Hrsg.), Die Holzschnitte zu Sebastian Brants Narrenschiff, Insel-Verlag, 1964

Brant, Sebastian, Das Narrenschiff, Reclam (Stuttgart) 1998

Bachorski, Hans-Jürgen, Narrengesichter - Zur Idiomatik des Lachens im 16. Jahrhundert (S. 22-28)

Dürer, Albrecht, Das grafische Werk - Druckgrafik, Parkland (Köln) 2000

Benkartek, Dietmar, Ein interpretierendes Wörterbuch der Nominalabstrakta imNarrenschiffSebastian Brants von Abenteuer bis Zwietracht,

Peter Lang (Frankfurt am Main u.a.) 1996

,,Von Holzschnitte und Holzstichen". Klaus Kramer Studio für Fotografie und Grafik.

25.07.2001

>http://www.klaus-kramer.de/Artikel/Holzschitt/Holzschnitt_1_top.html<

[...]


1- Siehe Bilderverzeichnis; Abb. 4 - 6

2Manfred Lemmer: ,,Die Holzschnitte zu Sebastian Brants >Narrenschiff<", S. 127

3ebenda, S. 128

4Manfred Lemmer: ,,Die Holzschnitte zu Sebastian Brants >Narrenschiff<", S. 134

5Siehe Bilderverzeichnis, Abb. 7

6ebenda, Abb. 8

7Siehe Bilderverzeichnis, Abb. 9

8ebenda, Abb. 10

9ebenda, Abb. 11

10siehe Bilderverzeichnis, Abb. 12

11ebenda, Abb. 13

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Das Bild des Narren in Sebastian Brandts Narrenschiff
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Narren im Mittelalter
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V106441
Dateigröße
910 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bild, Narren, Sebastian, Brandts, Narrenschiff, Narren, Mittelalter
Arbeit zitieren
Klaus Esterluß (Autor), 2001, Das Bild des Narren in Sebastian Brandts Narrenschiff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106441

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