Als Lehrer hat man es in der heutigen Zeit nicht einfach. Durch gewandelte Perspektiven und Ziele haben wir neben dem Unterrichten unter anderem auch die Aufgabe des Erziehens und Beratens. Die Erziehung stellt Lehrkräfte dabei vor eine große Herausforderung. Die Theorie lässt sich in der Praxis nicht auf alle Schüler anwenden und das Klassenmanagement gestaltet sich schwieriger als gedacht. Daher ist es von großer Wichtigkeit, auch über Wissen zu den Gründen des Schülerverhaltens zu verfügen. Diese Arbeit zeigt anhand eines konkreten Beispiels, welcher Schritt-für-Schritt-Anleitung dabei gefolgt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Situationsschilderung
2. Perspektivenwechsel und Hypothesenbildung
3. Theoretischer Bezug
3.1 Motivation
3.2 Elternhaus
4. Lösungsvorschläge
5. Reflexion
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert eine konkrete Unterrichtssituation während eines Praxissemesters, in der ein Schüler durch störendes Verhalten und Leistungsverweigerung auffällt. Das primäre Ziel ist es, dieses Verhalten mithilfe pädagogisch-psychologischer Theorien zu verstehen, mögliche Ursachen zu identifizieren und auf dieser Basis fundierte Lösungsansätze für den Schulalltag zu entwickeln.
- Analyse einer Unterrichtsstörung aus unterschiedlichen Perspektiven (Schüler, Lehrerin, Mitschülerin)
- Anwendung psychologischer Motivationsmodelle (Erwartungs-Wert-Modell, Flow-Erleben)
- Untersuchung von Einflüssen des Erziehungsstils im Elternhaus
- Entwicklung von Strategien zur Binnendifferenzierung und Unterrichtsgestaltung
- Reflexion über die Anwendbarkeit theoretischer Konzepte in der Schulpraxis
Auszug aus dem Buch
3.1 Motivation
Die Motivation ist bei dem Lernerfolg eines Schülers von großer Bedeutung. Nach Rheinberg und Vollmeyer ist diese eine „aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“ (Rheinberg & Vollmeyer, 2012, zitiert nach Schiefele & Schaffner, 2015, S.154). Damit sie aktiviert werden kann, müssen in einer Lernsituation konkrete Anreize zur Erfüllung des Ziels gegeben sein (Sann & Preiser, 2017, S.215). Die Aufgabe in der oben genannten Situation, erneut einen Brief schreiben zu müssen, bietet für Schüler L. nicht genug und keine konkreten Anreize. Demzufolge bewertet er das Ziel, dass er die Fähigkeit erlangt, einen Brief in der Höflichkeitsform zu schreiben, auch nicht als positiv. Die Motivation wird nicht aktiviert. Da er im Fach Deutsch zu den leistungsstärksten Schülern der Klasse gehört, fühlte er sich meiner Meinung nach unterfordert.
Für den Unterricht im Allgemeinen und die aktive Mitarbeit im Besonderen ist die Lernmotivation als eine Unterform besonders ausschlaggebend. Diese wird von Krapp, Geyer und Lewalter (2014, S.194) wie folgt definiert: „Lernmotivation bezeichnet die Bereitschaft eines Lernenden, sich aktiv, dauerhaft und wirkungsvoll mit bestimmten Themengebieten auseinanderzusetzen, um neues Wissen zu erwerben bzw. das eigene Fähigkeitsniveau zu verbessern.“ Folglich wies Schüler L. vermutlich in der beschriebenen Stillarbeitsphase eine geringe Lernmotivation auf. Dadurch lässt sich erklären, warum er aufgestanden und durch den Klassenraum gelaufen ist, anstatt sich mit dem Unterrichtsthema und der Aufgabe intensiv zu beschäftigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Situationsschilderung: Das Kapitel beschreibt eine konkrete Unterrichtssituation in einer 5. Klasse, in der ein Schüler durch Arbeitsverweigerung und Störungen während der Stillarbeitsphase auffällt.
2. Perspektivenwechsel und Hypothesenbildung: Hier werden die Gedanken und Gefühle der beteiligten Akteure – Schüler, Lehrerin und Mitschülerin – analysiert, um zwei zentrale Hypothesen zur Unterforderung und zur Erziehungssituation abzuleiten.
3. Theoretischer Bezug: Dieser Abschnitt erläutert die psychologischen Hintergründe, insbesondere Motivationsmodelle wie das Erwartungs-Wert-Modell und das Flow-Konzept, sowie die Auswirkungen unterschiedlicher Erziehungsstile.
4. Lösungsvorschläge: Es werden konkrete Möglichkeiten vorgestellt, um die Lernmotivation zu steigern, wie etwa Binnendifferenzierung, abwechslungsreiche Unterrichtsmethoden und beratende Erziehungshilfen.
5. Reflexion: Der Autor reflektiert die Anwendbarkeit der Lösungsansätze unter den realen Bedingungen des Schullalltags sowie den persönlichen Erkenntnisgewinn durch das Modul Pädagogische Psychologie.
6. Literaturverzeichnis: Hier sind die wissenschaftlichen Quellen aufgelistet, die zur theoretischen Untermauerung der Analyse herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Pädagogische Psychologie, Unterrichtsstörung, Lernmotivation, Erziehungsstil, Binnendifferenzierung, Schulpraxis, Praxissemester, Erwartungs-Wert-Modell, Flow-Erleben, Leistungsverweigerung, Individuelle Förderung, Autoritäre Erziehung, Permissive Erziehung, Klassenführung, Unterrichtsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogisch-psychologischen Analyse einer Unterrichtsstörung, die während eines Praxissemesters in einer 5. Klasse beobachtet wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Motivationstheorien im schulischen Kontext, der Einfluss des elterlichen Erziehungsstils auf das Verhalten von Schülern sowie differenzierte Unterrichtsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das störende Verhalten des Schülers L. theoretisch zu begründen und konkrete, umsetzbare Lösungsstrategien für den Unterricht zu erarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Fallanalyse, kombiniert mit dem Perspektivenwechsel der Beteiligten und dem Rückgriff auf etablierte psychologische Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Situationsbeschreibung, eine theoretische Herleitung der Verhaltensursachen (Motivation & Erziehung) und die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lernmotivation, Binnendifferenzierung, Schulpraxis und Erziehungsstile.
Warum zeigt der Schüler L. in der beschriebenen Situation eine Leistungsverweigerung?
Die Analyse legt nahe, dass der Schüler aufgrund seiner hohen Leistungsfähigkeit im Fach Deutsch unterfordert war und die Aufgabe als sinnlose Wiederholung wahrnahm.
Welchen Einfluss hat das Elternhaus laut der Autorin auf das Verhalten des Schülers?
Es wird die Hypothese aufgestellt, dass der permissive Erziehungsstil des Elternhauses dazu führt, dass der Schüler auch in der Schule erwartet, seinen Wünschen ohne Grenzen nachzugehen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Pädagogische Psychologie: Fallanalyse. Schülerverhalten analysieren und passende Lösungsvorschläge finden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064534