Wie nimmt man Fernsehfiguren wahr? Die US-amerikanische Sitcom "Friends"


Hausarbeit, 2021

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition: Die Sitcom
2.1 Besonderheiten
2.2 Figuren

3 Friends
3.1 Inhalt
3.2 Figuren

4 Das Figurenrezeptionsmodell in Bezug auf das Modell ,,Die Figur der Uhr''

5 Analyse der Figurenwahrnehmung anhand der US- amerikanischen Sitcom „Friends”

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In Zeiten des Lockdowns und der Corona-Pandemie gewinnen Streaming-Portale wie Netflix oder A mazon Prime an großer Bedeutung. Streamer*innen bekommen Filme und Serien von unterschiedlichen Genres vorgeschlagen, mit denen sie sich ihre Langeweile vertreiben können. Auch Sitcoms bieten sich dafür an, da sie meist in sich abgeschlossene Handlungen beinhalten, mehrere Staffeln aufweisen und zeitlos sind. Neben dem unterhaltenden Aspekt präsentiert die Sitcom die Möglichkeit, tiefer in die Materie einzudringen und diese genauer zu analysieren. Dabei kann man verschiedene Erkenntnisse gewinnen und auch aus der Rolle eines/einer Streamer(s)*in austreten. Insbesondere die Figuren einer Sitcom weisen Besonderheiten und versteckte Bedeutungen auf, die auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar sind. Die meist verzweigten Figurenbeziehungen können bewusst erzeugt worden sein, um bestimmten Aspekten einer Sitcom gerecht zu werden. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst typische Merkmale, die eine Sitcom ausmachen, definiert, insbesondere in Bezug auf die Figurendarstellungen. Um die theoretischen Erkenntnisse an einem visuellen Beispiel darstellen zu können, werden diese auf die Sitcom Friends übertragen. Das Grundmodell von Jens Eder spielt in der vorliegenden Arbeit eine große Rolle. Auf dieser Basis werden die Figuren der Sitcom Friends stufenweise analysiert und die Frage beleuchtet, inwieweit Eders Grundmodell für die Figurenrezeption in Bezug auf die Sitcoms übertragbar ist.

Zu Beginn der vorliegenden Arbeiten werden vorab theoretische Informationen bezüglich Sitcoms und der Serie Friends vorgestellt. Im weiteren Verlauf erfolgt eine detaillierte Analyse der Figurenwahrnehmung in Bezug auf das Modell von Jens Eder. Diese Analyse wird später auf die Figuren der Serie Friends bezogen. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, um ein Gesamtfazit zu ziehen.

2 Definition: Die Sitcom

Die Sitcom wird als eine Unterhaltungsserie definiert, dessen Ursprung bis in die 1930er und 1940er Jahre zurückgeht. Anfangs wurde die Sitcom als US- amerikanische Comedy-Show im Hörfunk veröffentlicht und später als Fernsehformat übernommen. Das Wort Sitcom ist eine Kontamination und setzt sich auf den englischen Wörtern ,,situation'', also Situation, und ,,comedy'', also Komödie, zusammen. Jedoch existiert bis heute keine allgemeingültige Definition des Begriffs (vgl.: Riethues 2015: 4).

2.1 Besonderheiten

Die Sitcom besteht aus beliebig vielen Episoden, die in Staffeln produziert und als tägliche oder wöchentliche Fernsehserie ausgestrahlt werden. Um die Unabhängigkeit zu bewahren, weisen die einzelnen Episoden eine in sich geschlossene Handlung auf und sind daher immer zirkulär, das heißt, die Ausgangssituation wird am Ende wieder aufgegriffen, dadurch entstehen keine gravierenden Veränderungen der Standardsituation (vgl.: Botthof 2013: 4). Dies ist äußerst wichtig, um sicherzustellen, dass auch neuen Zuschauenden ein schneller Einblick in das Geschehen gewährleistet wird (vgl.: Eder 2008: 141). Die behandelten Themen einer Sitcom sollten den Alltag widerspiegeln, um dem Zuschauenden eine authentische Identifizierung mit sich selbst zu ermöglichen.

In der Regel sind Sitcoms als halbstündige Fernsehformate angelegt, was eine typische Eigenschaft von Sitcoms ist. Sie heben sich durch ihre schnelle Abfolge von Wort und Situationskomik ab. Die Komik ergibt sich aus den Situationen, in denen sich Figuren deplatziert und unpassend verhalten. Charakteristisch für Sitcoms ist es, dass die Handlungsorte der Szenen wiederkehrende Settings sind, diese stellen außerdem die ,,Welt'' der Serie dar. Ein typischer Ablauf einer Sitcom sieht wie folgt aus: Zu Beginn erscheint der Teaser, der meist relativ kurze Szenen aufweist und das Thema der Folge durch bspw. einen Gag aufgreift. Als nächstes tritt der Vorspann ein, in der die Hauptfiguren der Sitcom, begleitend mit der Titelmusik der Serie, vorgestellt werden, indem ihre Namen eingeblendet werden. Danach beginnt die Handlung, in der das wöchentliche Problem bzw. die Thematik dargestellt wird. Hierbei handelt es sich um den Hauptplot, aber auch oft um Nebenplots, die im Verlauf der Folge an den Hauptplot anknüpfen. Diese wird mit dem Abspann beendet, wobei meistens die Titelmusik des Vorspanns noch einmal abgespielt wird und nebenbei Credits und Outtakes gezeigt werden (vgl.: Botthof 2013: 5). Manche Sitcoms schließen die wöchentliche Folge aber auch mit einem sogenannten Nachklapp, bei der eine kurze Szene der Folgehandlung dargestellt wird. Bei Sitcoms unterscheidet man in der Regel zwischen ,,On-Location-Sitcoms'' und ,,Studio-Sitcoms''. Bei ,,On-Location- Sitcoms'' findet die Produktion direkt vor Ort statt. ,,Studio-Sitcoms'' hingegen werden in einem Studio produziert, in dem sich auch ein Live-Publikum befindet. Um ein inniges Milieu zu erschaffen, werden zusätzlich Lacher elektronisch hinzugefügt, welche gleichzeitig für Entspannung sorgen (vgl.: Riethues 2015: 7).

2.2 Figuren

Anders als erwartet, stehen im Zentrum von Sitcoms nicht die Situationen, sondern die Charaktere. Diese machen den wahren Kern und Erfolg einer guten Sitcom aus. Sitcom-Figuren unterscheiden sich kaum von echten Menschen. Auch sie verfolgen meistens ein Lebensziel, welches ihr Handeln meist deutlich beeinflusst. Die Persönlichkeit einer Figur ist unter anderem durch die Art und Weise ihrer Zielverfolgung, ihrer Unterhaltung oder den Konflikten in der Sitcom augenfällig. Ihre Reaktionen auf Probleme und Schwierigkeiten, aber auch ihre Lösungsbeschaffungen sorgen für die Spannung in einer Sitcom. Generell ändern sich Sitcom-Figuren im Verlauf der Serie nur marginal. In der Regel kommen in einer Sitcom relativ wenige Hauptcharaktere vor, die im gesamten Verlauf der Serie ihre Wichtigkeit bewahren. Diese wenigen Hauptcharaktere sind bekannt für ihre ,,ausgeprägte Persönlichkeit'', die unter anderem auch ihre Individualität beweisen, was ebenfalls ein ausschlaggebendes Kriterium ist. Zudem ist es wichtig, dass die Charaktere, aber auch die Beziehungen unter den Charakteren, für Zuschauende schnell und problemlos definierbar sind. Wichtige Kriterien hierfür sind z. B. die ,,Kleidung, Frisur, Gestik, Mimik und die Art, wie ein Charakter spricht'' (Eder 2008: 135).

Des Weiteren ist die Authentizität der Figuren ein wichtiger Bestandteil, denn gerade dieser Faktor macht sie sympathisch. Eine Figur sollte nicht perfekt, sondern transparent sein und sollte Schwächen zeigen können (vgl.: Eder 2008: 135).

3 Friends

Friends ist eine US-amerikanische Sitcom, die in dem Zeitraum zwischen 1994 und 2004 ausgestrahlt wurde. Produziert wurde die Serie von Kevin Bright, David Crane und Marta Kauffman. Insgesamt gibt es 236 Episoden, die jeweils 22 Minuten dauern, aufgeteilt auf 10 Staffeln. In Deutschland wurde sie erstmals am 17. August 1996 auf dem Fernsehsender Sat.1 ausgestrahlt. Die Hauptdarsteller*innen sind Jennifer Aniston als Rachel Green, Courteney Cox als Monica Geller, Lisa Kudrow als Phoebe Buffay, Matt LeBlanc Joey Tribiani, Matthew Perry als Chandler und letztlich David Schwimmer als Ross Geller (vgl.: Bright 1994: Friends).

Das Besondere an Friends ist, dass sie weitaus mehr als eine reine Sitcom ist, da sie sich tatsächlich auch durch Merkmale einer Seifenoper aufweist, insbesondere im Bezug auf die Beziehungen der Hauptdarsteller*innen untereinander.

3.1 Inhalt

Die Serie Friends handelt von den sechs Twens: Rachel, Monica, Phoebe, Joey, Chandler und Ross aus New York. Die sechs Freunde verbringen ihre meiste Zeit gemeinsam in ihrem Stammcafé ,,Central Perk'' oder in Monicas Apartment, wo sie sich untereinander näherkommen, ihre Geheimnisse und Sorgen teilen und sich wie eine Familie gemeinsam gegen alle Hindernisse im Leben stellen. Meistens tauschen sie sich über ihre tagtäglichen Probleme wie z. B. die Liebe, Beziehungen, Sex, Familie oder Jobs aus und versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Die Figurenkonstellation der Serie Friends symbolisiert weitgehend ihre selbstausgesuchte Familie.

3.2 Figuren

Nachdem Rachel von ihrer eigenen Hochzeit flieht, trifft sie im Café ,,Central Perk'' auf Monica, die gleichzeitig ihre alte High School Freundin ist, Phoebe, Joey, Chandler und Ross. Sie entscheidet sich spontan dazu, auf ihren eigenen Beinen zu stehen und unabhängig von ihren Eltern zu sein und beschließt bei Monica einzuziehen. Auf den ersten Blick entspricht sie dem gängigen Klischee einer eingebildeten High School-Queen und ist bekannt für ihr verwöhnte Art. Dies sorgt für witzige Ereignisse z. B. im Haushalt oder in ihrem Job durch ihre Ungeschicktheit. Ihre On-Off-Beziehung mit Ross zieht sich durch alle Staffeln der Serie und passt hervorragend in das Bild ihres Charakters.

Monica ist die jüngere Schwester von Ross und stand lebenslang in seinem Schatten. In ihrer Kindheit, aber auch als Jugendliche, litt sie unter starken Minderwertigkeitskomplexen aufgrund ihres Übergewichts, wodurch sie lange ängstlich und unsicher wirkte. Des Weiteren ist Monica für ihren ständigen Putz- und Kontrolldrang bekannt und liebt es für ihre Freunde und Familie zu kochen. Dieses große Hobby macht sie im Verlauf der Serie auch zu ihrem Beruf, nachdem sie etliche Male Rückschläge einstecken musste.

Ross ist Monicas älterer Bruder und steht durch seinen Erfolg in einem perfekten Licht bei seinen Eltern. Seit seiner Kindheit interessiert er sich für die Forschung und passt daher einwandfrei in das Berufsbild eines Paläontologen. Charakterlich fällt er durch sein großes Ego und seine Selbstverliebtheit auf. Außerdem ist er sehr beschränkt und penibel was den Umgang mit seinen Mitmenschen angeht. Das erklärt wiederum seine Erfolglosigkeit in Sachen Beziehung und Liebe. Nach seiner gescheiterten Ehe mit Carol, welche sich letztlich als lesbisch outete, versucht er sein Glück bei seiner Jugendliebe Rachel, wobei es hier auch nicht auf Anhieb klappt.

Chandler kommt wie Rachel auch aus reichem Haus, nur mit dem Unterschied, dass er absolut nicht verwöhnt ist, ganz im Gegenteil versucht er sich von dem reichen Lebensstil abzuwenden. Als Scheidungskind litt er in seiner Kindheit viel darunter, dass sein Vater sich als transsexuell outete und seine Mutter erotische Romane schrieb. Um dies alles zu überspielen, fällt er mit seinem zynischen Humor und seiner Art, über alles Witze zu machen, sehr auf. Seine hoffnungslose Lebensart macht ihm viel zu schaffen, denn eigentlich wünscht er sich nur eine glückliche Beziehung und einen Job, der ihm Spaß macht. Nach endlosen Beziehungsversuchen mit Janice, findet er letztlich sein Glück bei Monica.

Phoebe fällt mit ihrer verrückten und außergewöhnlichen Art auf. In der Gruppe lösen ihre konträren Ansichten viele Streitigkeiten aus. Sie glaubt überzeugt an die Wiedergeburt ihrer verstorbenen Mutter als Katze und hält nicht viel von der Wissenschaft, weshalb sie oft mit Ross diskutiert. Obwohl sie keine Schulbildung genossen hat und durch den Tod ihrer Mutter auf der Straße aufwuchs, ist sie arbeitstätig und beschäftigt sich als professionelle Masseurin. Nebenbei tritt sie ab und zu im Central Perk auf und spielt ihre Musik, womit sie eher weniger erfolgreich ist.

Joey wächst als einziger Sohn mit sieben Schwestern in einem traditionell italienischen Haushalt auf. Er gilt als der Frauenheld unter den sechs Freunden und hat nebenbei eine große Leidenschaft für Essen. Vergeblich versucht er als Schauspieler durchzustarten, jedoch tritt sein Durchbruch relativ spät ein. Durch seine fehlende Schulbildung wirkt er zwar ungebildet, jedoch gelingt es ihm mit seinem Charme viele Kurzzeitbeziehungen einzugehen (vgl.: fandom.de (o.J): https://friends.fandom.com/de/wiki/Friends_Wiki>.

4 Das Figurenrezeptionsmodell in Bezug auf das Modell ,,Die Uhr der Figur''

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wie nimmt man Fernsehfiguren wahr? Die US-amerikanische Sitcom "Friends"
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur)
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1064592
ISBN (eBook)
9783346482556
ISBN (Buch)
9783346482563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fernsehfiguren, us-amerikanische, sitcom, friends
Arbeit zitieren
Aleyna Sendogan (Autor:in), 2021, Wie nimmt man Fernsehfiguren wahr? Die US-amerikanische Sitcom "Friends", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064592

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Wie nimmt man Fernsehfiguren wahr? Die US-amerikanische Sitcom "Friends"



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden