§ 6 Abs. 5 EStG. Die Übertragung eines Wirtschaftsgutes zwischen dem Gesamthandsvermögen von beteiligungsidentischen Personengesellschaften


Essay, 2020

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Fragestellung der Arbeit

2 Überführung/Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern gem. § 6 Abs. 5 EStG
2.1 Überführung der Einzelwirtschaftsgüter gem. § 6 Abs. 5 S. 1 und 2 EStG
2.2 Übertragung der Einzelwirtschaftsgüter gem. § 6 Abs. 5 S. 3 EStG

3 Anwendung der Vorschriften auf die Schwesterpersonengesellschaft
3.1 Anwendung des § 6 Abs. 5 S. 1 und 2 EStG
3.2 Anwendung des § 6 Abs. 5 S. 3 Nr. 1 – 3 EStG

4 Gestaltungsmöglichkeit zur Buchwertfortführung des Wirtschaftsgutes für die Schwesterpersonengesellschaft

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung und Fragestellung der Arbeit

Seit Jahren gibt es Gestaltungsspielraum im Fall einer Übertragung von Wirtschaftsgütern bei beteiligungsidentischen Personengesellschaften im Rahmen des § 6 Abs. 5 EStG. Das Ziel des Steuerpflichtigen ist die Buchwertfortführung ohne Aufdeckung der stillen Reserven.1 Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Übertragung eines Wirtschaftsgutes zwischen dem Gesamthandsvermögen von beteiligungsidentischen Personengesellschaften, der sogenannten Schwesterpersonengesellschaft, in Verbindung mit § 6 Abs. 5 EStG angewendet werden kann. Mithilfe eines Praxisbeispiels unter Berücksichtigung des § 6 Abs. 5 EStG wird die Fragestellung untersucht.

Gesellschafterin Anna und Gesellschafter Ben sind jeweils zu 50 % an der AB-OHG in Köln und an der AB-KG in Bonn beteiligt. Da die AB-OHG ihre Produktion für den Artikel XY eingestellt hat und die dafür eingesetzte Maschine nicht mehr gebraucht wird, hingegen in Bonn die AB-KG den Artikel weiterhin produziert, fragt sich Ben, ob die Maschine zu Buchwerten vom Gesamthandsvermögen der AB-OHG in das Gesamthandsvermögen der AB-KG übertragen werden kann.

Zunächst wird der § 6 Abs. 5 EStG unter Berücksichtigung der einzelnen Sätze erläutert. Daraufhin wird untersucht, ob das Beispiel der beteiligungsidentischen Personengesellschaft auf diese Normen analog anzuwenden ist. Daraufhin wird kurz auf eine Alternativmöglichkeit hingewiesen. Abschließend wird die Arbeit mit einer prägnanten Zusammenfassung der Untersuchung beendet.

2 Überführung/Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern gem. § 6 Abs. 5 EStG

2.1 Überführung der Einzelwirtschaftsgüter gem. § 6 Abs. 5 S. 1 und 2 EStG

Im § 6 Abs. 5 S. 1 EStG wird die Überführung von Einzelwirtschaftsgütern desselben Steuerpflichtigen von einem Betriebsvermögen in ein anderes Betriebsvermögen geregelt. Grundsätzlich kann es sich um unbeschränkte oder beschränkte natürliche Personen handeln, die mehrere Betriebe unterhalten.2 Die Einkunftsarten spielen dabei keine Rolle, sowohl Einkünfte aus § 13 EStG als auch § 15 EStG sind erlaubt.3 Die Einzelwirtschaftsgüter werden mit dem Buchwert angesetzt, soweit die stillen Reserven sichergestellt werden. Bei dem Wirtschaftsgut kann es sich um Anlage-, Umlaufvermögen oder um eine wesentliche Betriebsgrundlage handeln.4

§ 6 Abs. 5 S. 2 EStG gilt für Steuerpflichtige, die an mehreren Mitunternehmerschaften beteiligt sind und beabsichtigen Wirtschaftsgüter zu überführen. Dabei kann aus einem eigenen Betriebsvermögen in das Sonderbetriebsvermögen derselben Steuerpflichtigen und umgekehrt überführt werden. Gleichermaßen gilt die Regelung für die Überführung zwischen verschiedenen Sonderbetriebsvermögen desselben Steuerpflichtigen.

2.2 Übertragung der Einzelwirtschaftsgüter gem. § 6 Abs. 5 S. 3 EStG

Der Gesetzgeber stellt im Satz 3 genauere Aufzählungen dar, um einen möglichst geringen Interpretationsspielraum zu ermöglichen. Soweit die stillen Reserven sichergestellt sind, kann ein Wirtschaftsgut unentgeltlich aus dem Betriebsvermögen des Mitunternehmers in das Gesamthandsvermögen einer Mitunternehmerschaft und umgekehrt übertragen werden (§ 6 Abs. 5 S. 3 Nr. 1 EStG). Außerdem kann unentgeltlich aus dem Sonderbetriebsvermögen eines Mitunternehmers in das Gesamthandsvermögen derselben Mitunternehmerschaft oder einer anderen Mitunternehmerschaft, an der er beteiligt ist, und umgekehrt ein Wirtschaftsgut übertragen werden (§ 6 Abs. 5 S. 3 Nr. 2 EStG). Abschließend wird geregelt, dass ein Wirtschaftsgut unentgeltlich zwischen den jeweiligen Sonderbetriebsvermögen verschiedener Mitunternehmer derselben Mitunternehmerschaft übertragen werden kann (§ 6 Abs. 5 S. 3 Nr. 3 EStG).

[...]


1 Fischer/Petersen, DStR, Der Transfer von Wirtschaftsgütern zwischen beteiligungsidentischen Personengesellschaften – Neue Gestaltungswege, 2019, S. 2169 (2169).

2 BMF vom 08.12.2011 IV C 6 – S 2241 / 10 / 10002.

3 Kulosa in Schmidt EStG Kommentar, § 6 Bewertung EStG, 2020, Rn. 761 (762).

4 BMF vom 08.12.2011 IV C 6 – S 2241 / 10 / 10002.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
§ 6 Abs. 5 EStG. Die Übertragung eines Wirtschaftsgutes zwischen dem Gesamthandsvermögen von beteiligungsidentischen Personengesellschaften
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Bonn früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
9
Katalognummer
V1064630
ISBN (eBook)
9783346477248
Sprache
Deutsch
Schlagworte
estg, übertragung, wirtschaftsgutes, gesamthandsvermögen, personengesellschaften
Arbeit zitieren
Melina Bernardini (Autor:in), 2020, § 6 Abs. 5 EStG. Die Übertragung eines Wirtschaftsgutes zwischen dem Gesamthandsvermögen von beteiligungsidentischen Personengesellschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064630

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