Entwicklung des Fernsehens nach 1945: Verleich Amerika/Deutschland


Hausarbeit, 2000

17 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

2 Einleitung

3 Entwicklung des Fernsehens nach 1945
3.1 Entwicklung in Amerika
3.1.1 Der „Freeze“
3.1.2 Die Ära Weaver
3.2 Entwicklung in Deutschland
3.2.1 Gründung des ersten deutschen Fernsehens (ARD)
3.2.2 Das zweite deutsche Fernsehen (ZDF)
3.2.3 Die Dritten
3.3 Vergleich Amerika/Deutschland

4 MAZ-Technologie

5 Farbfernsehen

6 Videorecorder und Fernbedienung

7 Kabelfernsehen und Satelliten-Technologie
7.1 Entwicklung in Amerika
7.1.1 Pay-TV
7.1.2 Gebührenfreies Kabelfernsehen
7.1.3 Pay-Per-View
7.2 Entwicklung in Deutschland
7.2.1 Kabelfernsehen - Duales Rundfunksystem
7.2.2 Pay-TV – Triadisches Rundfunksystem
7.3 Vergleich Amerika/Deutschland

8 Schluß

9 Literaturverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Einleitung

Das Fernsehen ist ein beliebtes Unterhaltungsmedium, doch was ist eigentlich das Fernsehen und wie hat es sich zu einem so bedeutenden und breiten Medium entwickelt ? Zur ersten Frage gibt das Meyersche Lexikon folgende Definition: „Fernsehen (Television, TV), die Aufnahme, funktech. oder kabelgebundene Übertragung und Wiedergabe sichtbarer, bewegter Vorgänge oder ruhender Vorlagen.“[1] Die zweite Frage läßt sich nicht so einfach beantworten. Das Fernsehen ist heute eines der beliebtesten Massenmedien. Wie hat sich dieses Medium nach 1945 in Deutschland und in Amerika entwickelt ? Oft wird angenommen, daß das deutsche Fernsehen ein Spiegel der amerikanischen Fernsehentwicklung ist. Die folgende Ausführung soll die gänzlich unterschiedliche Entwicklung und Geschichte des Fernsehen nach 1945 in Amerika und Deutschland im Vergleich aufzeigen.

In Amerika wurde das Fernsehen bereits Anfang der 50er Jahre kommerziell genutzt. Die Amerikaner haben frühzeitig den Profit und die Macht, die dieses Mediums besitzt, erkannt. „Durch die gewachsene kommerzielle Struktur des Rundfunksystems in den USA war Fernsehen zu keinem Zeitpunkt ein reines Unterhaltungsmedium, sondern immer unterhaltendes Medium, mit dem vorrangigen Geschäftsziel, den Zugang zu Zuschauern als Dienstleistung zu verkaufen und Kommunikation als einen Aspekt der Vermarktung von Waren anzubieten“.[2] In Deutschland dagegen findet man das öffentlich-rechtliche System vor, daß bis 1984 bestand hatte. Erst seit 1984, mit der Zulassung der privaten Sender, beginnt die Kommerzialisierung des Mediums Fernsehen in Deutschland.

3 Entwicklung des Fernsehens nach 1945

3.1 Entwicklung in Amerika

3.1.1 Der „Freeze“

Die USA nahm gleich nach dem Zweiten Weltkrieg den Fernsehbetrieb wieder auf. Aber die Industrie setzte keine Hoffnungen in dieses Medium. Man zweifelte, daß die Radionation jemals die für das Fernsehen benötigte Konzentration aufbringen würde. Radiohören war eine Nebenbeschäftigung und die Industrie glaubte nicht, daß das Fernsehen ebenso eine Nebenbeschäftigung werden könnte, weil die Zuschauer doch konzentriert über einen längeren Zeitraum sitzenbleiben müßten. Zudem glaubte man nicht, daß sich die hohen Produktionskosten jemals über die Werbeeinnahmen finanzieren lassen würden, so wie es beim Radio gehandhabt wurde.[3]

1947 konnte man vom Durchbruch des Fernsehens in den USA sprechen. 1948 waren 17 Stationen auf Sendung – neun Monate später bereits 108. Auf diese Senderexplosion reagierte die FCC[4] mit einem Genehmigungsstop der Fernseh-lizenzen, dem sogenannten „Freeze“. Die FCC wollte einen Generalplan über die Frequenzbelegung entwickeln. Der Freeze sollte drei jahrelang andauern. Das Fernsehen war inzwischen auf dem Weg ein Massenmedium zu werden. Von 1947 bis 1948 erfuhr der Verkauf von Fernsehgeräten ein 500-prozentige Wachstumssteigerung[5].
1951 wurden die Sendernetze von der Ostküste über Koaxialkabel mit der Westküste verbunden und somit waren simultane landesweite Ausstrahlungen möglich. Zu diesem Zeitpunkt konnten bereits 60% der amerikanischen Haushalte mit Fernsehen erreicht werden[6].

1952 hob die FCC den Freeze auf und gab den Frequenzbelegungsplan bekannt[7]. Er umfaßte 2053 Frequenzbelegungsmöglichkeiten, zwei Drittel davon im UHF-Bereich.[8]

3.1.2 Die Ära Weaver

Das „Golden Age“, wie die Zeit nach 1945 genannt wurde, ist schlagartig vorüber. Das bislang anspruchsvolle gesponsorte Fernsehprogramm, mit Theateraufführungen und klassische Musiksendungen, wird durch Serien mit Werbeunterbrechungen ersetzt. Von nun an zählt nicht mehr die Beliebtheit einer Sendung beim Publikum, sondern die Zuschauerzahlen (heute als Einschaltquote bekannt), die sie den Werbekunden bieten kann. Mitverantwortlicher dieser Entwicklung war der 1953 gewordene NBC-Vorsitzende Sylvester „Pat“ Weaver, der vorher bei der Werbeagentur Young & Rubicam (Y&R) gearbeitet hat.[9] „He was one of the forces that made television an indispensable adjunct to the home.“[10] Das Ziel Weavers war es aus dem Fernsehsender NBC ein profitables Geschäft zu machen. „...The product we have to sell is the television audience...[...] And it’s all done to satisfy the customer – the advertiser.“[11] Weaver gestaltete das Fernsehformat von NBC komplett um. Die heute üblichen Programm und Werbeformen etablieren sich. Bereits 1952 gab es ein Frühstücksfernsehen („Today“), eine Abend Fernseh-Talk-Show („Tonight“) und jede Menge Soap Operas. Somit war eine geeignete Werbeplattform für den Senders geschaffen.[12]

Die federführenden Networks waren die sogenannten „Big Three“: NBC, ABC und CBS. Ihr Vorherrschaft konnten sie bis in die 80er Jahre aufrecht erhalten[13]. Zwischen 1956 bis 1957 vollzog sich der absolute Fernsehboom. Die Zahl der Fernsehstationen wuchs auf über 500 an. 40 Millionen Fernsehhaushalte, 85% aller Haushalte, schauten bereits im Durchschnitt fünf Stunden am Tag fern.[14]

[...]


[1] Meyers Lexikon im Internet: www.iicm.edu/m10/ref.m10.F/ref.m10.F.10/0x811bc834_0x0002d8ce

[2] Bachem, Christian: Fernsehen in den USA – Neuere Entwicklungen von Fernsehmarkt und Fernsehwerbung, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1995, S.36

[3] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 19

[4] Die FCC gibt es seit 1934 und sie beaufsichtigt den Telekommunikationssektor der USA, also Radio, Fernsehen, Telefon- und Telegraphieunternehmen, einschließlich Satelliten- und Kabelfernsehen. Vgl. Kleinsteuber, Hans J.: Fernsehen und Geschäft – Kommerzielles Fernsehen in den USA und Großbritannien – Lehre für die Bundesrepublik, Hamburg: Hoffmann und Campe, 1973, S. 41

[5] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 21

[6] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 23

[7] Vgl. mit: Barnouw, Erik: Tube of Plenty, 2. revised Edition, New York, Oxford: Oxford University Press, 1990, S. 113

[8] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 23

[9] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 24

[10] Barnouw, Erik: Tube of Plenty, S. 191

[11] Bachem, Christian; Fernsehen in den USA, S. 25

[12] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 26

[13] Vgl. mit: Bachem, Christian: Fernsehen in den USA, S. 31

[14] Vgl. mit: Barnouw, Erik: Tube of Plenty, S. 198

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Entwicklung des Fernsehens nach 1945: Verleich Amerika/Deutschland
Hochschule
Universität Erfurt  (Institut für Kommunikationswissenschaften)
Note
1,5
Autor
Jahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V10650
ISBN (eBook)
9783638170161
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amerika Fernsehen Geschichte, Fernsehen in Amerika, Amerikanische Fernsehen, Entwicklung Fernsehen in Amerika, Historie amerikanischen Fernsehens
Arbeit zitieren
Livia Krentel (Autor), 2000, Entwicklung des Fernsehens nach 1945: Verleich Amerika/Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10650

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