Scheinbare Chancengleichheit und das Leitbild der berufstätigen Mutter - Frauen in der DDR


Hausarbeit, 2000

20 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Thesenformulierung

2. Berufstätigkeit, Mutterschaft und Hausarbeit der Frauen in der DDR - das Leitbild der berufstätigen Mutter -
2.1. Die Entwicklung der Frauenerwerbsarbeit in der DDR - Arbeitsmarktdaten
2.2. Die Ideologie
2.3. Voraussetzungen für die theoretische Verwirklichung der DDR-Ideologie zur Frauenfrage
2.3.1. Die Familienpolitik in der DDR
2.3.2. Das Familiengesetzbuch der DDR vom 10. Dezember 1965
2.3.3. Das Arbeitgesetzbuch der DDR
2.4. Arbeitseinkommen & Arbeitszeit
2.4.1. Arbeitseinkommen
2.4.2. Arbeitszeiten
2.4.2.1. Schichtarbeit
2.4.2.2. Teilzeitarbeit
2.5. Frauenerwerbsarbeit und Mutterschaft
2.6. Hausarbeit

3. Das Fazit und ein Blick in die Nachfolgezeit

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung - Thesenformulierung

In vielerlei Hinsicht war die Frauenpolitik der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik geradezu ein Beispiel an Frauenförderung und Gleichberechtigung für die ganze Welt. Doch die „gelöste Frauenfrage“, wie es die DDR-Regierung immer gern nach außen, aber auch nach innen propagierte, war eigentlich nur ein Totschweigen eines Zustandes, der sich durch die gesamte Geschichte des Staates zog. Geschlechtsspezifische Fragen zu stellen, galt in den heutigen neuen Bundesländern nicht nur als überflüssig, sondern sogar als unzulässig.

Doch war es wirklich so, dass Frauen in allen Bereichen den Männern gleich gestellt waren ? Ich behaupte:

- Frauen in der DDR waren den Männer in der Erwerbstätigkeit nicht gleich gestellt
- Frauen in der DDR verrichteten mehr Hausarbeit und verwendeten mehr Zeit für die Erziehung und Betreuung der Kinder
- die Gleichberechtigung der Frauen gegenüber den Männern wurde nie realisiert

Aufgrund der Kürze dieser Arbeit kann die Beweisführung zu diesen Thesen allerdings nur sehr oberflächlich behandelt werden.

2. Berufstätigkeit, Mutterschaft und Hausarbeit der Frauen in der DDR - das Leitbild der berufstätigen Mutter -

2.1. Die Entwicklung der Frauenerwerbsarbeit in der DDR - Arbeitsmarktdaten

Die immer weiter steigenden Not an Arbeitskräften im entstehenden sozialistischen Staat ließ die DDR-Regierung unter Walter Ulbricht nur eine Konsequenz ziehen; so war der Mauerbau im August 1961 nicht nur ein Zeichen für die vorerst endgültige Trennung der beiden deutschen Staaten, sondern unter anderem auch beschäftigungspolitisch absolut notwendig. Die Flüchtlingsstatistik sprach Bände: im Juli des selben Jahres hatten 30.415 Personen1 der DDR den Rücken gekehrt, um in die BRD und nach West-Berlin zu fliehen. Wollten die Arbeitskräfte also nicht freiwillig bleiben, so zwang man sie dazu, wenn auch mit Gewalt. Weniger die marxistisch-leninistischen Theorien als mehr die Proble- matik des fehlenden Potentials an arbeitsfähiger Bevölkerung brachten die Notwendigkeit mit sich, auch das Lager der Frauen für die Arbeit mehr und mehr zu vereinnahmen. So waren bereits ein Jahr nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik am 07.10.1949 40% der in der DDR lebenden Frauen berufstätig2.

Die Zahl der berufstätigen Frauen stieg in der ehemaligen DDR zusehends: waren im Jahre 1970 schon 66,1% der Frauen im Arbeitsprozess eingebunden, so erhöhte sich die Zahl bis 1976 auf 82%3.4 Im letzten Jahr der DDR-Bestehens brachte es die Frauenerwerbstätigen-Quote auf 91,2% (einschließ- lich der weiblichen Studierenden und Auszubildenden). Bemerkenswert ist, dass andererseits aber auch 93% aller Frauen Mütter waren. In gerade einer solchen Zahl findet man erste Anzeichen für die vorherrschenden Ideologievorstellungen: arbeitende Frauen waren zugleich auch Mütter.

2.2. Die Ideologie

„Der wichtigste Schritt zur Schaffung sozialistischer Familienbeziehungen...(ist, d. Verf.) die Beseitigung der ungleichen Stellung der Frau in der Gesellschaft und in der Familie...“5

Dieses Zitat zeigt in treffender Weise die Ideologie, die dahinter steckt, warum so viele Frauen in der DDR arbeiteten. Mit der Eingliederung der Frau in die Gesellschaft war allerdings nicht gemeint, dass sich Frauen mehr in Vereinen o.ä. engagieren sollten, sondern dass Frauen mit in den Produktionsprozess einbezogen werden sollten. Durch einen solchen Schritt sollte die gesellschaftliche Ungleichstellung der Frau dahingehend beeinflusst werden, dass sie im privaten sowie im öffentlichen Bereich den Männern ein gleichwertiger Partner war.

Schon in der marxistisch-leninistischen Theorie war das Ziel klar gesteckt; die Auflösung der Klein- familie und die Kollektivierung der Kindererziehung, aber auch die Auslagerung der Hausarbeit aus der Familie in die Gesellschaft sollten zu einem wichtigen Prozess werden. Dieser sollte die Frau von der Hausarbeit entbinden. Auf diese Weise wäre es auch möglich die Frauen voll in das Arbeitsleben zu integrieren.

Die volle Erwerbstätigkeit wurde in der DDR als bedeutendester Aspekt zur Gleichberechtigung der Geschlechter sehen, so war neben der Familie das Arbeitskollektiv die gewichtigste Gemeinschaft in der sozialistischen Gesellschaft.6

Doch es wäre fatal zu glauben, dass ausschließlich die hier kurz angerissene Ideologie Ausschlag gegeben hätte für die hohe Frauenerwerbsquote. Frauen waren auch (wie bereits in Kapitel 2.1. erwähnt) ein Potential an Arbeitskräften, welches in der DDR immer wieder fehlte.

Auch das Modell der Entbindung der Frauen von der Hausarbeit wurde in der DDR nie so realisiert wie Marx und Lenin es sich erdacht hatten.7

2.3. Voraussetzungen für die theoretische Verwirklichung der DDR-Ideologie zur Frauenfrage

2.3.1. Die Familienpolitik in der DDR

Um überhaupt die Verwirklichung einer solchen Ideologie, wie sie in der DDR vorherrschte, zu erreichen, waren zahlreiche staatliche Maßnahmen nötig. Eine dieser Maßnahmen war die Familien- politik, die im Laufe der Zeit nicht mehr auf Familien zentriert war. Insbesondere mit dem Machtan- tritt von Erich Honecker als Staatsoberhaupt 1971 wurde sie mehr und mehr zur Mütterpolitik. Junge Frauen - als potentielle Nachwuchsgebärende - und Mütter wurden in den Vordergrund gestellt. Sie waren es ja, die den Bevölkerungsstand durch ihre Reproduktionsarbeit und die Entscheidung für ein Kind aufrecht erhalten oder erhöhen konnten8. Ältere Frauen und Männer (auch Väter) gerieten da- gegen immer mehr in den Schatten dieser Familienpolitik. Die Familienplanung wurde also nicht als Paarentscheidung, sondern einzig und allein als Entscheidung der Frauen gesehen.

So setzte die Familienpolitik der SED ihre speziellen Akzente; Schwerpunkt war es, den Frauen die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit mit den häuslichen Pflichten als Ehefrau und Mutter zu er- möglichen. Es sollte jeder Frau ermöglicht werden, ein Kind zu bekommen und zu arbeiten, mittels greifenden sozialpolitischen Bestimmungen. Weitläufigere Zielsetzungen der DDR-Familienpolitik waren die Einbeziehung verheirateter Frauen und Mütter in das gesellschaftliche Leben (insbesondere ist hier natürlich das Erwerbsleben gemeint), als auch die Erhöhung des Grades der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und familiärer Aufgaben. Angestrebt wurde weiterhin die Stabilisierung der ehe- lichen Beziehungen und der sozialistischen Familienbeziehungen, sowie die Erziehung der Kinder zu sozialistischen Persönlichkeiten .9

2.3.2. Das Familiengesetzbuch der DDR vom 10. Dezember 1965

Dieses war eines der bedeutungsvollsten Instrumente zur Durchsetzung des familienpolitischen Vor- habens und auch die entscheidende gesetzliche Grundlage zur Realisierung des Gleichberechtigungs- prinzips. Das Familiengesetzbuch (FGB) sollte mit seinem Inkrafttreten am 1. April 1966 den Bürgern Leitbilder für das Verhalten in der Ehe und Familie geben, die den Anschauungen, aber besonders den Moralauffassungen der Arbeiterklasse entsprachen. Die Ehe fand man in dieser Schrift beschrieben als eine Gemeinschaft, die für das Leben geschlossen wird10. Mit exakten Hinweisen sollte das Familien- leben und die Kindererziehung im sozialistischen Sinne gelenkt und gefördert werden. Im FGB war vorgesehen, dass alle Familienangelegenheiten, die Haushalts- und Lebensführung, Arbeitsteilung innerhalb der Familie, Freizeitgestaltung u.s.w. umfassen, gemeinsam geregelt werden sollten.11

Dabei ergänzten sich viele Leitbilder, die wohlgemerkt eine Soll-Realität der Politiker waren: So wie etwa das des Frauen- und Familienlebens. Die Frau sollte in einer ehelichen Beziehung mit zwei bis drei Kinder leben, sie sollte über alle Lebenszyklen hinweg vollerwerbstätig sein und sich deshalb das häusliche Arbeitspensum mit dem Partner teilen12.

Insgesamt gesehen wies das FGB den Ehegatten aber auch den Kindern einer Familie eine Stelle in der Gesellschaft zu. Die Familie sah man als ein „Grundkollektiv“, das gesellschaftliche Erfordernisse und grundlegenden persönlichen Interessen miteinander verbinden sollte. Der Mann allerdings spielte in der Familienpolitik der DDR keine gesonderte Rolle. Er war es, der als verlässliche Arbeitskraft galt und faktisch sogar aus der Verantwortung für Hausarbeit und Kindererziehung entlassen wurde. Im Juli 1990 wurde das Familienrecht durch das erste Familienrechtsänderungsgesetz reformiert.

2.3.3. Das Arbeitgesetzbuch der DDR

Die Stellung der Frau prägte nicht minder auch das Arbeitsgesetzbuch der DDR (AGB) vom 16.06.197713 (eine Überarbeitung des Arbeitsgesetzbuches der DDR von 1961) mit seinen besonderen Rechten für die Frau und Mutter. Die vordergründige Aufgabe des AGB war es, die Gleichberechti- gung der Frau und vor allem der Mutter in den Betrieben herzustellen oder auch zu fördern. Zu diesem Zweck wurden in der DDR schon 1952 nach einem Beschluss des Zentralkomitee der SED soge- nannte Frauenförderpläne als Bestandteil der Betriebskollektivverträge für die einzelnen Betriebe auf- gestellt und dann weiter ausgebaut. So findet man im Kapitel 2, § 30 AGB die genaue Erörterung der angesprochenen Pläne. Es sollen, so heißt es im Gesetz, Maßnahmen zur Förderung schöpferischer Fähigkeiten der Frauen im Arbeitsprozess, zur fachlichen und politischen Aus- und Weiterbildung und zur Vorbereitung auf den Einsatz in leitenden Funktionen sowie zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituationen getroffen werden. Für die Mitwirkung (!) an der Gestaltung dieser Frauenförder- pläne stand den Betriebsleitern eine spezielle Kommission der Betriebsgewerkschaftsleitung - der Frauenausschuss- zur Seite. In insgesamt 14.830 Frauenausschüssen arbeiteten 110.204 Frauen ehrenamtlich14. Der Frauenförderplan blieb allerdings in den meisten Fällen nur ein Plan.

Auch im AGB fanden Frauen mit Kindern wieder größere Beachtung, da es aufgrund der häuslichen Mehrbelastung gerade ihnen erschwert war, angestrebte Berufs- und Qualifikationsziele zu erreichen. Hier findet man zahlreiche Regelungen im AGB, wie z.B. die Anordnung über die Förderung von vollbeschäftigten, werktätigen Frauen für die Ausbildung zum Produktionsfacharbeiter vom 12. De- zember 1972.

Wiederum gab es auch hier mehrere Sonderegelungen für schwangere und stillende Frauen, beispiels- weise erhöhte man den Schwangerschaftsurlaubes letztlich auf insgesamt 26 Wochen (6 Wochen vor der Geburt und 20 Wochen danach)15. In dieser Zeit musste die Frau keine Lohneinbußen hinnehmen, weil die Zahlung des Nettodurchschnittsverdienstes von der Sozialversicherung übernommen wurde16.

Als prägnante Spezifik des DDR-Arbeitsrechts war der sogenannte bezahlte „Haushaltstag“ einmal pro Monat zu nehmen, der 1946 erstmalig eingeführt wurde und dessen Wirkungsbereich sich im Laufe der Zeit immer weiter ausdehnte. So erhielten ihn seit dem 1. Januar 1977 nicht mehr nur verheiratete Frauen mit Kindern, sondern auch alleinstehende Frauen ohne Kinder aber mit einem eigenen Haus- halt und alleinstehende Männer mit Kindern bis zu 18 Jahren, sowie Männer mit pflegebedürftiger Ehefrau.17

Der „Haushaltstag“ wurde, wie schon der Name sagt, als zusätzlicher Tag zur Bewältigung von häuslichen Belangen, wie Behördengängen etc. meist ausschließlich Frauen gewährt.

Auflagen zur Verbesserung der Kinderbetreuung und -verpflegung, während die Eltern ihrer Erwerbsarbeit nachgingen, und zur materiellen Unterstützung alleinerziehender Mütter bei Krankheit der Kinder, sowie zahlreiche andere Vergünstigungen zu Mutterschaft und Frauenerwerbsarbeit enthielt bereits das AGB von 1961.

Alles in allem beinhaltete das Arbeitsgesetzbuch der DDR eine Fülle von Gesetzesvorschriften, die eine starke Verbindung zur Familienpolitik aufwiesen, dennoch sind hier nur einige der thematisch wichtigsten dargestellt. Zweifelsfrei ist aber zu erkennen, dass auch hier wieder mit der Privilegierung der Frau als Mutter die Entlastung des Mannes als Vater einherging.

2.4. Arbeitseinkommen & Arbeitszeit

2.4.1. Arbeitseinkommen

Grundsätzlich galt in der DDR der bereits erwähnte, rechtsverbindliche Grundsatz: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, der im Grossen und Ganzen auch so praktiziert wurde. Allerdings macht sich in einigen Branchen eine geschlechtsspezifische Abstufung durchaus bemerkbar - wenn auch nicht gleich auf den ersten Blick.

Im Jahre 1963 betrug der durchschnittliche Monatsverdienst 461 Mark, wobei Beschäftigte in der Industrie, der Bauwirtschaft, dem Verkehrswesen und den „sonstigen produktiven Zweigen“, aber auch den „nicht-produzierenden Bereichen“ um einiges über dem Durchschnitt lagen.18 Schon 1972 hatte sich der durchschnittliche Verdienst auf 820 Mark (monatlich)19 erhöht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Durchschnittliches Arbeitseinkommen der vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten in volkseigenen Betrieben nach Wirtschaftsbereichen

Quelle: Statistisches Jahrbuch 1973, S. 52; zitiert nach: Helwig, Gisela: Frau ´75 - Bundesrepublik - DDR, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln, S.79

Zwar sagt keine DDR-Statistik genaueres über die geschlechtsspezifische Entlohnung aus, doch be- merkt man, dass in „frauentypischen“ Bereichen durchschnittlich ein weitaus geringeres Einkommen zu erzielen war als in „männertypischen“ Berufen. So war im Handel nur ein durchschnittlicher Monatsverdienst von 706 Mark zu erreichen (vgl. Abb.) . Ein weiterer Beweis dafür, dass es doch Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern gab, ist dass Frauen zwar die Hälfte aller Arbeit- nehmer20 stellten, aber dennoch in „frauentypischen“ Berufen mit niedrigen Gehältern (um 600 - 700 Mark) mehr vertreten waren. Nur ca. 4% der arbeitenden Frauen, aber 16% der arbeitenden Männer erhielten mehr als 1.500 Mark.21

Ursachen der Lohndifferenzierung findet man indes auch in unterschiedlichen Arbeitszeiten und Zuschlägen bzw. Zusatzlöhnen für besondere Arbeitsbedingungen wie Schichtarbeit und Arbeits- erschwernisse. Immerhin leisten Männer mit wöchentlich 6 Überstunden zwei Drittel mehr als weib- liche Beschäftigte, was wiederum an den Beschäftigungsbranchen liegt. Insgesamt gesehen ist oftmals schon festgestellt worden, dass der durchschnittliche Verdienst einer DDR-Frau bis zu einem Drittel unter dem des Mannes lag.22

2.4.2. Arbeitszeiten

Die Arbeitnehmer der DDR galten im gesamten europäischen Gebiet als die mit den höchsten Tages-, Jahres- und Lebensarbeitszeit. Das zeigt wiederum wie dringend notwendig weitere Arbeitskräfte waren. Nachdem im Jahre 1953 die allgemeine Arbeitsnorm erhöht wurde, schloss sich die DDR dem internationalen Trend zur Arbeitszeitverkürzung seit 1961 an. Doch erst 5 Jahre später wurde die Arbeitszeit generell für alle von 48 Stunden/Woche auf 45 gesenkt, dazu kam die Einführung des arbeitsfreien Samstags in jeder zweiten Woche. 1967/68 fand eine weitere Reduzierung der Arbeitszeit statt; diesmal senkte man sie auf 43 ¾ Stunden pro Woche ab und auch die Arbeit an Samstagen wurde eingestellt. Diese Regelung blieb dann allerdings bis zum Ende der DDR für den größten Teil der Arbeitenden bestehen.23 Ausnahmen ergaben sich u.a. für Mütter von zwei Kinder oder mehr (die unter 16 Jahre alt sind und im Haushalt leben); sie arbeiteten ab 1977 40 Stunden pro Wochen ohne dabei Lohneinbussen in Kauf nehmen zu müssen.

2.4.2.1. Schichtarbeit

Der Nachteil aller Arbeitszeitverminderungen bestand allerdings darin, dass sich die Schichtarbeit in der DDR immer weiter ausprägte. Die Notwendigkeit hierfür lag in den relativ hohen Anforderungen der jährlich vom Staat herausgegebenen Volkswirtschaftspläne, die die höhere Auslastung von Maschinen, Gebäuden usw. unumgänglich machten. Dafür mussten auch Frauen „mitschichtarbeiten“!

Insgesamt arbeiteten 1970 24 % aller Produktionsarbeiter mehrschichtig. Es ist zur erkennen, dass diese Zahl in der Nachfolgezeit, aufgrund der o.g. These deutlich hochkletterte; 1977 leisteten 28,2 % ihren Dienst im „Dreischichtsystem“, was bis 1983 auf 29,3 % anstieg. Hingegen findet man 1983 nur 12,9 % im Zweischichtsystem arbeitend, was 1977 noch 14,3 % waren. Mit der Ausbreitung des Drei- schichtsystems entwickelte sich also Zwei- und Einschichtsystem (1970: 61,3 %, 1977: 58,5 % und 1983: 57,8 %) tendenziell rückläufig.24

Besonders für Frauen war die Arbeit in mehreren Schichten ein nicht geringes Problem, dagegen standen aber vielerlei Anreize, die insbesondere aus materiellen Gründen Mehrschichtarbeit attraktiv werden ließen. So bezog man z.B. eine Schichtprämie von 7,- Mark (pro Nachtschicht) oder besondere Jahresprämien und sog. Mehrlohnprämien. Hinzu kam, dass Schichtarbeiter höhere Chancen hatten auf eine Wohnung und sogar vorzugsweise Ferienplätze (in betrieblichen Ferienunterkünften) er- hielten. Generell erhielten Arbeiter im Mehrschichtsystem 21 Urlaubstage/Jahr - dagegen im Ein- schichtsystem 20 Tage/Jahr.25

Trotz aller Vorteile stellten später wieder immer mehr Frauen Anträge auf Tagesschicht oder sogar Teilzeitarbeit, weil es z.B. nicht genügend Wochenheime für die Kinder schichtarbeitender Mütter gab.

2.4.2.2. Teilzeitarbeit

Diese Form der Arbeitszeit war in der DDR eine nicht gern gesehene Alternative und wurde durch das Arbeitsgesetzbuch auch nur vorübergehend zugelassen. Jedoch die erwerbszentrierte Lebensweise in den Familien bedeutete für alle Angehörigen oft Stress, daher war die Teilzeitarbeit für die Frauen die Lösung des Problems, Erwerbstätigkeit und Familie miteinander zu vereinbaren. Andere Gründe für das Streben nach einer Teilzeitarbeitsstelle waren auch ungünstige Arbeitszeiten, lange Wegezeiten, gesundheitliche Probleme, aber ebenso der nicht-qualifikationsgerechte Einsatz. Eine Problematik die viele Frauen in der DDR betraf, denn ging es für die Männer eine Qualifikationsstufe aufwärts, so mussten sich Frauen mit geringen Arbeitsaufwertungen begnügen und sogar die Abwertung ihrer Qualifikation hinnehmen.

Bis zum Ende der DDR hatten sich 27 % aller Frauen für die Teilzeitarbeit entschieden; diese Zahl läge aber um einiges höher, wenn die Regierung und die Betriebe es zugelassen hätten.26

Im Ganzen gesehen zeigte sich die Arbeitszeit (bis auf wenige Ausnahmen) als begrenzt dehnbar. Dies ist einerseits durch staatliche Vorgaben zu begründen und andererseits durch die Verweigerung gegen- über Innovationen in den Betrieben. Gleitende Arbeitszeiten, Vertrauensarbeitszeiten etc. wären in der DDR undenkbare Arbeitszeitmodelle gewesen, wenn sie auch effizienter sind und die Zufriedenheit der Arbeitnehmer (auch mit dem Staat) gesteigert hätten.27

2.5. Frauenerwerbsarbeit und Mutterschaft

„Eine gute Mutter (...) ist eine arbeitende Mutter, die gleichberechtigt und gleich qualifiziert neben dem Vater steht.“28

Dieses Zitat weist auf die Devise, die sich schon bald in die Moralauffassungen vieler DDR-Bürger eingenistet hatte - natürlich wiederum stark auch gelenkt von staatlichem Einfluss. Das zeigt sich da- ran, dass im Jahre 1988/89 nicht nur 91,2 % aller Frauen berufstätig waren, sondern auch 93 % aller Frauen sind zugleich Mütter29. Ein solch hoher Prozentsatz zeigt, dass die zahlreichen sozial-polit- ischen Maßnahmen zwar ihre Wirkung hatten. Doch das Ziel der Drei-Kinder-Familie30 wurde nie in dem Ausmaß erreicht, wie es die SED-Regierung gern gesehen hätte. Gern gesehen wäre gewesen, eine vollkommene Familie, d.h. verheiratet lebende Paare mit 3 Kindern. Das zeigt sich insbesondere daran, dass Frauen mit drei Kindern stets die waren, auf die sich neue familienpolitische oder arbeits- rechtliche Vergünstigungen zu aller erst bezogen. So auch (als Beispiel) der berühmte Kredit, den man „abkindern“ konnte, d.h. der Staat hatte einen zinslosen Kredit von 5.000 Mark zur Begünstigung junger Ehen gewährt, von dem bei der Geburt des ersten Kindes 1.000 Mark erlassen wurden, beim zweiten Kind 1.500 Mark und beim dritten geborenen Kind der Rest - also 2.500 Mark.31

Man sieht am Beispiel: Gefördert wurde, wer verheiratet war und in einem höheren Ausmaß, wer die „Drei-Kinder-Hürde“ erreicht hatte. Doch allein die Zahl der Alleinerziehenden (18% waren es 198132 ) zeigt, dass allein die Sozial- und Familienpolitik eines Landes keine perfekten Familien erbringen kann...

Die Entscheidung der Frau für oder gegen ein Kind wurde unter anderem auch dadurch beeinflusst, dass Frauen mit dem Beginn einer Mutterschaft nicht automatisch auf ihren Beruf und ihren Arbeitsplatz verzichten mussten. Zwar sah man in der DDR ebenso wie in vielen anderen Ländern den Mann als die verlässlichere Arbeitskraft, doch wurde die Berufstätigkeit der Frau und die Kontinuität dieser durch die Errichtung von Kindereinrichtungen „gestützt“.

Kinderkrippen, Kindergarten und Schulhorte erreichten in dieser Hinsicht einen hohen volkswirt- schaftlichen Stellenwert und wurden so wiederum durch sozialpolitische Maßnahmen stetig zahlen- mäßig erweitert. Zum Ende der DDR, 1989, gab es für 80 % aller Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz und für alle Kinder über drei Jahre einen Kindergartenplatz.33

Die Erwerbsbiographie der Mutter wurde dementsprechend lediglich durch den Schwangerschafts- urlaub unterbrochen, der in der Endphase der DDR wie oben angeführt 26 Wochen betrug. Nur im Falle, dass man für sein Kind keinen Krippenplatz bekam oder bereits das zweite Kind geboren hatte, war eine Unterbrechung von einem Jahr möglich, bei Freihaltung des Arbeitsplatzes und Weiter- zahlung des Verdienstes.

Möglicherweise ist auch das ein Grund dafür, dass das Durchschnittsalter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes relativ niedrig angesiedelt war. Es betrug 22, 5 Jahre. Für DDR-Frauen war der Er- satz des Berufes durch die Mutterschaft keine Alternative, ob diese Tatsache der Freiwilligkeit oder dem Zwang (etwa durch die Knappheit von Arbeitskräften) geschuldet war, sei dahingestellt.

Trotz aller Politik brach die Geburtenrate Mitte der 70er Jahre merklich ein, so dass man letztendlich auf eine Reihe von geburtenfördernden Maßnahmen, Gesetzen und Anordnungen zurücksehen kann, die den Frauen u.a. mehr Zeit für ihre Mutterrolle einbrachten. Der Prozess des Geburtenrückganges konnte allerdings nicht komplett gestoppt. Dies war (neben den hohen Scheidungsraten) eine Re- aktion der Frauen, die nicht nur eine Doppel-, sondern sogar eine Dreifachbelastung34 zu tragen hatten.35

2.6. Hausarbeit

Die Regelung der Hausarbeit bzw. deren Aufteilung in den Familien fand man wiederum im Familien- gesetzbuch der DDR. Dort war es amtlich: Männer müssen sich an der Hausarbeit beteiligen, nicht aber war die genaue Verteilung festgelegt, wie etwa, dass sich Frauen und Männer zu jeweils fünfzig Prozent an häuslichen Arbeiten beteiligen sollten. Fakt ist, dass Frauen in der DDR immer noch 75 - 80 % des Hausarbeitspensums auf ihren Schulter trugen. Sie waren es, die sich von Montag bis Freitag zu ihrer Arbeitszeit hinzu noch insgesamt 2 - 4 Stunden der Hausarbeit widmeten; nur 14 % aller DDR-Männer leisteten dagegen das Gleiche. Es war dennoch aufgrund der Arbeitszeiten der Frauen unumgänglich, dass auch ihre Partner einen gewissen Anteil der häuslichen Arbeit übernahmen.

Daraus ergaben sich einige Grundsätze nach denen die Aufteilung geregelt wurde: erstens „wer zuerst zu Hause ist, fängt mit der Hausarbeit an“ und zweitens „wer eine Arbeit besser und schneller kann, soll sie auch erledigen“. An dieser effizienzorientierten Denkweise erkennt man den akuten Zeitmangel, der den DDR-Alltag bestimmte. Man erahnt auch das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit mit dem Partner und den Kindern, was oft im Hintergrund bleiben musste. Daneben sieht man hier die Bestätigung, dass es vor allem Frauen waren, denen die Hausarbeit „zufiel“. Schließlich hatten sie die verkürzten Arbeits- und Wegzeiten, besetzten weniger zeitaufwendigere Führungspositionen und schätzen sich insgesamt versierter ein, was die Verrichtung der Hausarbeit betraf.36

Nun mag man sich fragen, woraus ein so ungeheuerlicher Aufwand an Hausarbeit resultiert? Es waren vor allem Versorgungsengpässe, die den Zeitaufwand beim Einkauf und bei Besorgungen verur- sachten und „Laufereien“ nach sich zogen. Der Arbeitsaufwand wiederum bei anderen Hausarbeiten dagegen sank durch technischen Fortschritt, z.B. beim Wäsche waschen. Die wachsende Mannig- faltigkeit in der Art der häuslichen Verrichtungen war auch begründet in steigenden Konsum- und damit Pflegeansprüchen. So verlangten höhere Wohnansprüche einen Mehraufwand an Wartungen, Verschönerungs- und Instandhaltungsarbeiten, wobei viele handwerkliche Tätigkeiten den Haushalten selbst (meist dem Mann) überlassen blieben. Dafür gab es keine gesellschaftlichen Kapazitäten.

Das mindere Nahrungsmittelangebot, gerade auf dem Sektor von Obst und Gemüse verlangte eigenen Anbau und auch eigene Konservierung etc.. Auch die gestiegenen Forderungen an die Oberbeklei- dungsindustrie konnten nicht oder nur unzureichend erfüllt werden, so dass die Frau im privaten Haushalt auch Schneideraufgaben übernahm. Das führte maßgeblich auch zu einer Kombination von Haushalts- und Freizeittätigkeiten, so sah man die Schneiderei oder Gartenpflege mehr als ein ent- spannendes Hobby denn als Arbeit.

Geschlechtsspezifisch lassen sich die Arbeiten im Haushalt so einteilen: Erledigten Frauen vor allem stetig wiederkehrende Tätigkeiten in Haus/Wohnung, so verrichtet Männer „nur“ Hilfsarbeiten, wie Wartung von Haus/Wohnung, Urlaubs-/Gartenhäuschen, Reparatur des Autos. Das gestaltete sich in sofern als schwierig, da es schon einiger Kontakte bedurfte, Baumaterialien oder Autoersatzteilen zu beschaffen.37

Insgesamt gesehen gab es in der DDR, wie auch in vielen anderen Ländern, die rollentraditionelle Verteilung im Bereich der Hausarbeit, obwohl sie möglicherweise nicht ganz so ausgeprägt war/ist, wie z.B. in Polen. Fazit ist also: Von Gleichberechtigung kann auch an dieser Stelle nicht die Rede sein !38

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Durchschnittlicher täglicher Zeitaufwand der Ehefrau für Hausarbeit in Abhängigkeit von der Kinderzahl (in Prozent)

Quelle: Winkler, Gunnar: Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, S. 128

Auch in den ideologischen Grundwurzeln der DDR-Politik findet man einige Ansätze zur Lösung des Problems „Hausarbeit“. So strebt man im Marxismus/Leninismus eine Auslagerung der Hausarbeit aus der Familie in die Gesellschaft, etwa als Dienstleistungsunternehmen an. Frauen könnten durch diesen Schritt von der Hausarbeit entbunden werden und somit noch mehr in den Arbeitsprozess eintreten.39

Doch stellt sich hier wieder die Frage, wer wird dann in solchen Dienstleistungsunternehmen die Hausarbeit (wie Wäsche waschen) übernehmen? Werden wir vorwiegend Männer in diesen Unter- nehmen finden? Wird eine solche Arbeit gerecht entlohnt? Die Antworten scheinen wohl offensicht- lich; wieder werden Frauen diese Arbeitsstellen bekommen und wieder werden sie dafür schlechter entlohnt als jeder Mann, der z.B. in der Bauwirtschaft tätig ist. In der Realität ist die Verwirklichung der Auslagerung der Hausarbeit nicht so zustande gekommen, wie es sich vielleicht Marx und Lenin, weiterhin auch August Bebel und nicht zuletzt die DDR-Regierung vorgestellt hatten.40 Die Versuche der Politik insbesondere von 1966 bis 1970, die Hausarbeit zu reduzieren durch eine Erweiterung der Dienstleistung, durch den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen (inklusive Verpflegung), durch die quantitative und qualitative Verbesserung der Schulspeisung und des Kantinenessens und auch durch die beschleunigte Produktion von moderneren Haushaltsgeräten, erreichten nie den Grad der Hausarbeitsreduzierung, der gewünscht war.

3. Das Fazit und ein Blick in die Nachfolgezeit

Die Ergebnisse zeigen, von wirklicher Gleichberechtigung der Frauen konnte in der DDR gar nicht die Rede sein. Es ist zwar nicht in Frage zu ziehen, dass die Frauenpolitik beispielhaft war für so einige andere Länder, doch konnte sie ihre geplante Wirkung nicht erzielen. Die Männer ließen sich nicht ihre traditionell-gewachsenen „Rechte“ beschneiden und vielleicht waren die Regierungsoberhäupter, die ebenfalls größtenteils Männer waren, auch gar nicht darauf bedacht, echte Änderungen herbeizu- regieren. Zu bemerken ist, dass Frauen in der DDR-Politik ja auch nicht in allzu großer Zahl vertreten waren. Die Agitation für die vollkommene Ebenbürtigkeit der Geschlechter auf allen Gebieten kann man jedenfalls als ungerechtfertigte Anmaßung -sogar eigene Überschätzung- betrachten. Dagegen halte ich jedoch, dass ich z.B. die Behauptung ( wie sie oftmals in der Literatur vorkommt41 ), Kinder seien vernachlässigt worden, aus eigener Erfahrung nicht bestätigen kann.

Auch resultierte der Wille der Frauen zur Erwerbsarbeit resultierte keineswegs aus sozialistisch- idealistischen Überzeugungen. 64 % der Arbeiterinnen gaben als Grund zu arbeiten eher materielle Gründe an.42

Wären es sonst gerade Frauen gewesen, die das politische System durch ihre ersten Schritte im Früh- herbst 1989 gegen dieses ins Wanken gebracht haben ? Schon allein daran erkennt man eine gewisse Unzufriedenheit - auch mit der Familien- und Frauenpolitik der SED. Frauen waren es, die bei den berühmt gewordenen Montagsdemos in Leipzig in den ersten Reihen standen, und die sich unter dem Dach der evangelischen Kirche um einen Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse bemüht haben. Doch wären Frauen auch um diese Wende bemüht gewesen, wenn sie gewusst hätten, dass sie die „großen“ Verliererinnen sein werden ? Und das scheinen sie ja zu sein: DDR-Frauen wurden zuerst entlassen und ihnen wurden die Rechte infolge der Reformen des DDR-Rechts zuerst gestrichen.

Schon im März 1991 stellen weibliche Arbeitslose in der ehemaligen DDR 55 % am Gesamtwert der Arbeitslosen, was sich bis Anfang `93 in manchen Regionen sogar bis auf 70 % steigerte. Nach einer Statistik der Bundesanstalt für Arbeit sind zum Stand November 2000 hat sich die Zahl aber wieder auf 52,6 % reguliert.43

Nach der Wende fanden sich die DDR-Frauen, die sich vor dem Umbruch noch mit großen Hoffnungen getragen hatten, in einem System wieder, das von ihnen eine Entscheidung zwischen Familie und Kindern oder Beruf abverlangte. Diese war vorher nie von Belang. Und wie soziologische Untersuchungen zeigen, wollen sich Frauen der ehemaligen DDR noch immer nicht kampflos in eine solche Wahl drängen lassen.

Anhang

2.2. Arbeitseinkommen & Arbeitszeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4

* ohne Angaben.

Durchschnittliches monatliches Haushaltsnettoeinkommen in Arbeiter- und Angestelltenhaushalten nach Haushaltsgröße (Angaben in Mark)

Quelle: Statistisches Jahrbuch der DDR 1990, S.317; Haushaltseinkommen und Ausstattung der Haushalte von Arbeitern und Angestellten 1980/88, S.3 (Alleinerziehende).; zitiert nach: „Frauen in Deutschland 1945 - 1992“. Gisela Helwig und Hildegard Maria Nickel (Hrg.), S.155

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Anteile der weiblichen Berufstätigen in der DDR nach Wirtschaftsbereichen 1971 (ohne Lehrlinge)

Quelle: Helwig, Gisela: Zwischen Familie und Beruf - Die Stellung der Frau in beiden deutschen Staaten, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln, 1974, S. 85

2.3. Frauenerwerbsarbeit und Mutterschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Verteilung ausgewählter Tätigkeiten zwischen Mann und Frau bei der Betreuung und Erziehung der Kinder (nach Angaben befragter Arbeiterfrauen, 1988, in Prozent)

Quelle: Winkler, Gunnar (Hrg.): Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S.129

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7 Bezahlter Urlaub vor und nach der Geburt eines Kindes (in Wochen)

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrg.): Die Frau in der DDR, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost), 1975, S. 64

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild zu Abb. 7

2.4. Hausarbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8 Zuständigkeit der Partner für Haushaltarbeiten (in Prozent)

Quelle: Helwig, Gisela / Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992, Akademie Verlag, Berlin, 1993, S.159.

3. Das Fazit und ein Blick in die Nachfolgezeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9 Zusammenstellung der Arbeitslosenzahlen nach der „Wende“ - Vergleich von Männerund Frauenarbeitslosigkeit

Zusammengestellt nach: Helwig, Gisela/ Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992, Akademie Verlag, Berlin, 1993, S. 9 ff. -und- Statistik der Bundesanstalt für Statistik auf der Internetseite: http://www1.arbeitsamt.de/hast/services/statistik/200011/iiia4/multi/s034l.pdf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10

* Provisorische Volkskammer

Frauen in der Volkskammer

Quelle: Helwig, Gisela: Frau `75 - Bundesrepublik - DDR, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln, 1975, S. 99

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Abb. 11 Motive der Frauen für ihre Berufstätigkeit (DDR)

Quelle: Helwig, Gisela: Zwischen Familie und Beruf - Die Stellung der Frau in beiden deutschen Staaten, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln, 1974, S. 94

Abkürzungsverzeichnis

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Literaturverzeichnis

Bebel, August:

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Grünert, Holle (unter Mitarbeit von Karl, Astrid):

Beschäftigungssystem und Arbeitsmarkt in der DDR, Leske+Budrich, Opladen, 1997

Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gisela:

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Helwig, Gisela:

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Helwig, Gisela/ Nickel, Maria Hildegard:

Frauen in Deutschland 1945 - 1992, Akademie Verlag, Berlin, 1993

Helwig, Gisela:

Zwischen Familie und Beruf - Die Stellung der Frau in beiden deutschen Staaten, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln, 1974

Koch, Petra/ Knöbel, Hans Günther:

Familienpolitik im Spannungsfeld zwischen Familie und Berufstätigkeit von Frauen, Centaurus-Verlag, Pfaffenweiler, 1986

Kuhrig, Herta:

Zur Entwicklung sozialistischer Familienbeziehungen in der DDR, in: Einheit, 17. Jahrgang, Heft 8 (1962), S. 39

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Die Frau in der DDR, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost),1975

Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrg.):

Statistisches Jahrbuch der DDR 1971, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost), 1971

Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrg.):

Statistisches Jahrbuch der DDR 1973, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost), 1973

Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrg.):

Statistisches Jahrbuch der DDR 1975, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost), 1975

Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrg.):

Statistisches Jahrbuch der DDR 1978, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost), 1978

Winkler, Gunnar (Hrg.):

Frauenreport `90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990

[...]


1 Vgl. Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gislinde: Von Muttis und Emanzen; Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 1995, S. 204 ff.

2 ebd.

3 Anm. der Autorin: Es waren dabei allerdings auch studierende Frauen und Frauen in einer Ausbildung inbegriffen.

4 Vgl. Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gislinde, a.a.O.

5 Kuhrig, Herta: Zur Entwicklung sozialistischer Familienbeziehungen in der DDR, in: Einheit, 17. Jahrgang, Heft 8 (1962), S. 39

6 Vgl. Koch, Petra/ Knöbel, Hans Günther: Familienpolitik im Spannungsfeld zwischen Familie und Berufstätigkeit von Frauen, CentaurusVerlagsgesellschaft, Pfaffenweiler, 1986, S. 3 - 8

7 Anm. der Autorin: Sinngemäß war es so gedacht, dass Hausarbeit durch Dienstleistungsunternehmen verrichtet wird - nichts davon sollte mehr innerhalb der Familien verrichtet werden. Siehe dazu auch unter 2.5. Hausarbeit.

8 Im SED-Programm von 1976 heißt es: „Kinder gehören zum Sinn und Glück einer Ehe.“ Es zeigt sich hier, dass ein nicht geringes Interesse daran bestand, dass immer mehr Kinder gezeugt werden. Vgl. Programm der SED, in: Protokoll der Verhandlungen des IX. Parteitages von 1976, Berlin (Ost)

9 Vgl. Koch, Petra/ Knöbel, Hans Günther: Familienpolitik im Spannungsfeld zwischen Familie und Berufstätigkeit von Frauen, CentaurusVerlagsgesellschaft, Pfaffenweiler, 1986, S 9 ff.

10 Vgl. Helwig, Gisela: Frau ´75 - Bundesrepublik - DDR, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln, 1975, S. 17 ff.

11 Vgl. § 9 FGB und § 10 FGB d. DDR in der Fassung vom 1. April 1966

12 Vgl. Helwig, Gisela/ Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992,Akademie Verlag, Berlin, 1993, S. 139 ff.

13 Arbeitsgesetzbuch der DDR in der Fassung vom 16. Juni 1977

14 Vgl. Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (Hrg.): Die Frau in der DDR, Staatsverlag der DDR, Berlin (Ost), 1975, S. 17 ff.

15 Anm. der Autorin: Bei der Geburt eines Kindes

16 Vgl. Sozialversicherungsordnung der DDR ( SVO), § 44, Abs. 1

17 Vgl. Helwig, Gisela: Frau und Familie in beiden deutschen Staaten, Akademie Verlag, Köln 1982, S. 83 ff.

18 Vgl. Grünert, Holle (unter Mitarbeit von: Karl, Astrid): Beschäftigungssystem und Arbeitsmarkt in der DDR, Leske+Budrich, Opladen, 1997, S. 42

19 Folgende Bestandteile sind in diesem Arbeitseinkommen mit inbegriffen: 1.) aus Lohnfonds gezahlte Beträge, sowie Lohn- und Sonderzuschläge , die aufgrund der Verordnung v. 28. Mai 1958 in Zusammenhang mit der Abschaffung der Lebensmittel zu der Zeit noch gesondert gezahlt wurden; 2.) Prämien aus Betriebsprämienfonds sowie für Materialeinsparungen aufgrund persönlicher Konten; 3.) Ehegatten- und staatliche Kinderzuschläge( lt. Verordnung vom 28. Mai 1958) sowie staatliches Kindergeld (lt. Verordnungen vom 03. Mai 1967 und 27. August 1969); 4.) Weihnachtsgeld (vgl. Statistisches Jahrbuch der DDR 1973, S. 52) --- Vgl. Helwig, Gisela: Zwischen Familie und Beruf - Die Stellung der Frau in beiden deutschen Staaten, Verlad Wissenschaft und Politik, Köln, 1974, S. 89, Tabelle 31

20 Anm. der Autorin: Hier einbegriffen sind Studenten, Lehrlinge und Abiturienten.

21 Vgl. Winkler, Gunnar (Hrg.): Frauenreport `90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S. 88

22 Vgl. Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gislinde: Von Muttis und Emanzen; Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 1995 S. 204 ff.

23 Vgl. . Grünert, Holle (unter Mitarbeit von: Karl, Astrid): Beschäftigungssystem und Arbeitsmarkt in der DDR, Leske+Budrich, Opladen, 1997, S. 46 f.

24 Zusammengestelltes Zahlenmaterial nach: Statistisches Jahrbuch der DDR 1971, S. 125; 1973, S. 137; 1975, S.129; 1978, S. 81 und S. 142; Hrsg. Von der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik, Berlin (Ost)

25 vgl. Beschluss des Ministerrates der DDR über Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Schichtarbeiter für die maximale Nutzung hochproduktiver Maschinen und Anlagen vom 06.08.1969; vgl. Verordnung über die Gewährung von Schichtprämien vom 12. September 1074; vgl. Verordnung über die Erhöhung des Mindesturlaubs im Kalenderjahr vom 12. September 1974; in: Gesetzblatt der DDR, Teil I, Nr. 51 von 1974 - und- vgl. Verordnung über die Einführung der 40-Stunden-Arbeitswoche und die Erhöhung des Mindesturlaubs für vollbeschäftigte Mütter mit mehreren Kindern vom 10. Mai 1972, in: Gesetzblatt der DDR, Teil II, Nr. 27 vom 29. Mai 1972

26 Vgl. Winkler, Gunnar (Hrg.): Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S.83 ff., sowie Vgl. . Helwig, Gisela/ Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992,Akademie Verlag, Berlin, 1993, S. 139 ff.

27 Anm. der Autorin: Damit sei nicht gesagt, dass es so etwas inoffiziell nicht gab, doch wird es sich um eine verschwindend kleine Zahl handeln. Vorstellbar wären diese Modelle möglicherweise in kleine Familienbetrieben, die es ja ohnehin nicht in allzu großer Zahl gab.

28 Zitat: Schmidt-Kolmer, Eva/ Schmidt, Heinz H: Frauenarbeit und Familie; in: Einheit 12/1962, S. 99

29 Vgl. Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gislinde: Von Muttis und Emanzen; Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 1995 S. 204 ff.

30 Anm. der Autorin: Die Betonung liegt hier beabsichtigt auf „drei“ und „Familie“.

31 Vgl. Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gislinde: Von Muttis und Emanzen; Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 1995 S. 204 ff.

32 Vgl. Winkler, Gunnar: Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S. 112

33 Vgl. Helwerth, Ulricke/ Schwarz, Gislinde: Von Muttis und Emanzen; Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 1995 S. 204 ff.

34 Anm. der Autorin: Dreifachbelastung = Belastung durch Arbeit, Mutterschaft und Familienleben und durch Hausarbeit

35 Vgl. Winkler, Gunnar: Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S. 79 ff.

36 Vgl. Helwig, Gisela/ Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992, Akademie Verlag, Berlin, 1993, S. 139 ff.

37 Anm. der Autorin: Daher war in der DDR auch die Pflege guter Kontakte zu Nachbarn und Arbeitskollegen so wichtig und weit verbreitet.

38 Vgl. Winkler, Gunnar: Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S. 127 ff. -und- Koch, Petra/ Knöbel, Hans Günther: Familienpolitik im Spannungsfeld zwischen Familie und Berufstätigkeit von Frauen, Centaurus-Verlagsgesellschaft, Pfaffenweiler, 1986, S. 59 ff. -und- Vgl. Helwig, Gisela/ Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992, Akademie Verlag, Berlin, 1993, S. 139 ff.

39 vgl. Koch, Petra/ Knöbel, Hans Günther: Familienpolitik im Spannungsfeld zwischen Familie und Berufstätigkeit von Frauen, CentaurusVerlagsgesellschaft, Pfaffenweiler, 1986, S. 6

40 vgl. Bebel, August: Die Frau und der Sozialismus, 37. Auflage, Dietz, Stuttgart, 1904, S.418 und Lenin, W.I.: Entwurf des Programmes der KPD für den VIII. Parteitag im März 1919, in: Lenin Werke, Bd. 29, Berlin (Ost) 1961, S. 418 ff.

41 vg. Winkler, Gunnar (Hrg.): Frauenreport ´90, Verlag Die Wirtschaft GmbH, Berlin, 1990, S. 117

42 Vgl. Karl Spiegelbergs Bericht in erweiterter Fassg., in: Soziologische Aspekte der Arbeitskräftebewegung, Berlin (O) 1967, S. 285 ff.

43 Vgl. Helwig, Gisela/ Nickel, Hildegard Maria: Frauen in Deutschland 1945 - 1992, Akademie Verlag, Berlin, 1993, S. 9 ff. -und- Statistik der Bundesanstalt für Statistik auf der Internetseite: http://www1.arbeitsamt.de/hast/services/statistik/200011/iiia4/multi/s034l.pdf

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Scheinbare Chancengleichheit und das Leitbild der berufstätigen Mutter - Frauen in der DDR
Note
bestanden
Autor
Jahr
2000
Seiten
20
Katalognummer
V106524
ISBN (eBook)
9783640048038
Dateigröße
953 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Scheinbare, Chancengleichheit, Leitbild, Mutter, Frauen
Arbeit zitieren
Cindy Paarmann (Autor:in), 2000, Scheinbare Chancengleichheit und das Leitbild der berufstätigen Mutter - Frauen in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106524

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