Einwanderung der Juden in Lateinamerika


Hausarbeit, 2002

11 Seiten, Note: 2


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INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG

1. Zum Forschungsstand.

2. Hauptteil.
2.1. Allgemeine Situation der Juden in Europa.
2.2. Die Vertreibung aus Spanien 1492.
2.3 Die Suche nach neuem Zuhause.
2.4 Ungastfreundliche „Neue Welt“.
2.5 Neuchristen in Brasilien.
2.6 Holländische Eroberung.
2.7 Verhältnis der Bevölkerung zu den Juden.
2.8 Die ersten jüdischen Einwanderer in unabhängigen Republiken. (1830- 1889)
2.9 Masseneinwanderung: 1889 bis zum ersten Weltkrieg.
2.10 Zwischen zwei Weltkriegen.
2.11 Integration der Juden in die Wirtschaft.
2.12 Landwirtschaftliche Kolonien.
2.13 Gemeindeleben: „Die Judengasse“.
2.14 USA und Lateinamerika: Allgemeiner Vergleich.

3. SCHLUSSBEMERKUNGEN

4. BIBLIOGRAPHIE

Einleitung.

Die Beschäftigung mit diesem Thema ist m.E. aus vielen Gründen von Interesse: zum einen um die Anpassung der jüdischer Kultur an das junge koloniale Welt Lateinamerikas, sowie ihre Integration in iberisch und katholisch geprägte Gesellschaften näher zu betrachten, wo den Einwanderer nicht nur bestimmte Verhaltensweisen abverlangt wurden, sondern wo die Teilhabe an einer hierarchischen Gesellschaftsordnung gefordert wurde. Dabei geht es mir hauptsächlich darum zu erkunden wie es den Juden gelang (oder nicht gelang) sich am fremden Kontinent zu bestätigen, also auch die heutige Situation miteinbeziehen um die damalige Geschehnisse als Gründe für heutigen sozio- ökonomischen Status der Juden zu betrachten. Außerdem möchte ich mich mit der Frage beschäftigen ob den lateinamerikanischen Juden gelang einen mit den Juden in anderen Länder (z.B. in den USA) vergleichbaren Einfluss in Gebieten wie Kunst, Literatur und Wirtschaft auszuüben.

Gleichermaßen interessant ist es zu untersuchen wie die jüdische Einwanderung ihrerseits kulturelle und soziologische Aspekte kolonialer Gesellschaft in Lateinamerikanischen Gebieten beeinflussen konnte.

Da jede Kultur Elemente enthält, die der anderen diametral entgegenstehen, wird den Untersuchungen dieses Zusammenstoßes von zwei Kulturen besondere Interesse verliehen. Haben sich die jüdischen Einwanderer aufgrund ihrer geringen Zahl im iberisch- katholischem Meer aufgelöst und sich assimiliert, oder haben sie es geschafft mit ihrer Kultur die Mehrheit zu beeinflussen?

Das Ziel dieser Arbeit ist ein allgemeiner Überblick über die Thematik, um damit möglicherweise einen Einstieg in die nähere Beschäftigung mit ihr zu geben. Zwar unterscheiden sich, natürlich sowohl die lateinamerikanischen Juden in Nuancen als auch die Bedingungen in verschiedenen Gebieten, doch man kann trotzdem von einer identifizierbaren Gruppe der Einwanderer auf dem Südamerikanischen Kontinent sprechen. In dem vorgegebenen Rahmen muß ein solcher Überblick natürlich fragmentarisch bleiben, zumal, wenn versucht wird, eine möglichst breite Palette von Aspekten aufzuzeigen.

1. Zum Forschungsstand.

Momentan hat dieses Gebiet viele weiße Flecken, sowohl aufgrund fast kompletter Ignoranz von der Seite der Lateinamerikanisten, die Zahl der jüdischer Einwanderer in die Lateinamerika zu gering schätzen um die Entwicklung dieser Region beeinflussen zu können und es also für überflüssig halten diesem Gebiet Aufmerksamkeit zu schenken, als auch wegen trauriger wenn auch erklärbaren Tatsache, dass auch Judaisten es nicht für nötig halten sich mit dieser relativ geringer jüdischer Gruppe auseinander zu setzen. So muss man leider feststellen, dass die Historiker, die sich mit Lateinamerika beschäftigen, die Juden nach dem Untergang des „Heiligen Amtes der Inquisition“ nicht mehr erwähnen, und diejenigen die sich mit Geschichte jüdisches Volkes beschäftigen dazu neigen Lateinamerika außer acht zu lassen, so, dass die Gruppe der eingewanderten Juden bei fast allen statistischen und soziologischen Quellen in die gesichtslose Rubrik „andere“ fällt, was die Untersuchungen in diesem Gebiet komplizierter macht. Um das Thema behandeln zu können brauchte man eine Synthese der Daten über die Juden und über Lateinamerika. Dieser Versuch wurde zum ersten mal in den 70-er Jahren voriges Jh. von Judith Laikin Elkin1 unternommen, wobei sie sich den Daten bedient, die den Zeitraum von mehr als fünfhundert Jahren mit dem Leben der Juden beschäftigt. Dabei wurden sowohl die Daten benutzt, die durch wissenschaftliche Untersuchungen ermittelt wurden, als auch persönliche Errinerungen, Zeitungsberichte etc. Diese Arbeit habe ich als Einsatzpunkt für meine Untersuchungen gewählt, da sie eine Einheitliche Darstellung von m.E. wichtigsten Punkten jüdischer Einwanderung präsentiert. Außerdem standen mir die Arbeiten von Wissenschaftler, die sich separat mit Lateinamerika und mit Judentum beschäftigten, zur Verfügung, und auch die Untersuchungen der Historiker, die sich mit Europa im Mittelalter allgemein beschäftigten, da die Gründe der Auswanderung der Juden aus Spanien und Portugal m.E. auch unbedingt behandelt werden müssen.

2.Hauptteil.

2.1 Allgemeine Situation der Juden in Europa.

Um die Besonderheit der Situation der Juden in Spanien und Portugal besser darzustellen, scheint es sinnvoll erst einmal einen Blick auf die allgemeine Situation der jüdischen Bevölkerung in Europa zu werfen.

Die Stellung der Juden war ursprünglich nicht schlecht. Im Frühmittelalter waren sie als Händler vielfach unentbehrlich und standen als solche unter Königsschutz. Doch dann kamen die drei Wendepunkte: Kreuzzüge (1095-99, 1146-47, 1190), die Zeiten, als fanatische Teilnehmer, vom Reichtum der jüdischen Gemeinden angelockt nach links und rechts töteten), dann kam die Schwarze Pest (1348-1350), die das Leben etwa einem Drittel europäischer Bevölkerung nahm, um die Juden aber einen Bogen machte, da sie wegen ihrer hygienischen Vorschriften widerstandsfähiger waren. Und die augenfälligste Form der Judenfeindschaft- Vertreibungen, die das russische Wort „Pogrom“ in der späteren Zarenzeit international bekannt gemacht haben, für deren Anlässe die Schauermärchen (vom Ritualmord der Juden an Christen, von der Hostienschändung durch Juden und von der Vergiftung der Brunnen und Quellen durch Juden, die dadurch die Pest bewirkten) im Spätmittelalter benutzt wurden.

Judenhass nahm mit der Zeit in fast allen europäischen Länder staatliche Maßstäbe an, sodass es immer gefährlicher wurde Jude zu sein. Im 13 Jahrhundert fingen massenhaften Hinrichtungen an, die oft als Grund nichts als jüdisches Blut hatten. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Juden im Mittelalter ein Sonderdasein in den Städten führten.

Juden in Deutschland, einst durch Friedrich II. 1236 als Kammerknechte dem Schutz und der Besteuerung durch den Kaiser persönlich unterstellt, wurden Anfang des 13 Jh. zunehmend aus dem Groß- und Einzelhandel gedrängt so dass sie zum Geldhandel gezwungen wurden, was dazu führte, dass ein Zinshändler im Laufe der Jahren zum allgemeinen jüdischen Stereotypen in Europa wurde. In Frankreich wurden die Juden während der Kreuzzügen verfolgt und 1394 endgültig des Landes verwiesen. Auch in England erlitten sie grausame Verfolgungen. Nur in Polen und Holland konnten die Juden damals relativ sichere Zuflucht finden. Die Lage der Juden am Anfang des 12 schildert Pierre Abälard, ein französischer Lehrer der Philosophie und Theologie (1079 -1142), sehr anschaulich: „Unter alle Nationen verstreut, ohne König oder weltlichen Fürsten, werden die Juden mit schweren Steuern bedrückt ... Das Leben der Juden ist ihren grimmigsten Feinden anvertraut. Selbst im Schlaf werden sie von Schreckensträumen nicht verlassen ... Wenn sie zum nächstgelegenen Ort reisen wollen, müssen sie mit hohen Geldsummen den Schutz der christlichen Fürsten erkaufen, die in Wahrheit ihren Tod wünschen, um ihren Nachlass an sich zu reißen. Äcker und Weingärten können die Juden nicht haben, weil niemand da ist, der ihren Besitz garantiert. Also bleibt ihnen als Erwerb nur das Zinsgeschäft, und dieses macht sie wieder bei den Christen verhasst.“

2.2 Die Vertreibung aus Spanien 1492.

Die Juden in Spanien erlebten nach 800 eine kulturelle Blütezeit, wurden jedoch nach dem Ende der Reconquista 1492 zur Auswanderung gezwungen. Hier soll erläutert werden, wie es dazu kam, dass sich die ehemaligen Schützer und Nutznießer der jüdischen und christlichen Gemeinschaft zu dessen Austreibung entschieden und es soll die Rolle Roms, also der katholischen Kirche, vor und während der Vertreibung geklärt werden.

„Sowohl die spanische als auch portugiesische Krone verfolgten eine Politik, die die Juden und deren nachkommen aus der Gesellschaft ausschließen sollte, denn das Ziel war ein durch politische und religiöse Loyalität vereinigtes Volk.“2,- so kurz und umfassend kann man die Situation im 15-16 Jh. beschreiben.

Vor der Ausweisung kam die Ausgrenzung: die Kirche spielte in Spanien nach und nach eine größere Rolle; ab 13. Jahrhundert rückten Passion und der Tod Christi immer mehr in den Mittelpunkt religiösen Interesses; Juden wurde Gottesmord vorgeworfen. Daneben antijüdische Argumente, die instrumentalisiert wurden (auch aus Rachsucht, Geldgier) und langsam Gehör beim einfachen Volk fanden: ,,Juden leihen Geld, nehmen Zins und Pfand und nehmen Christen somit die Lebensnotwendigkeiten. Juden ziehen Steuern und Zölle ein, regieren über Christen."

Auch Ausschreitungen, Pogrome im Zuge der Pest (1348, 1361, 1375 und 1383); die Vorwürfe des Ritualmordes oder der Hostienschändung gelangten dagegen erst spät nach Spanien (1490). Aufgrund dieses und weiterer Vorfälle beschlossen viele Juden, die Taufe einem möglichen Martyrium vorzuziehen.

Im 15. Jahrhundert gab es dann innerhalb der christlichen Gesellschaft zwei Parteien: Altchristen und conversos3 . Conversos genossen die Rechte der Christen, nahmen aber auch zum großen Teil noch am jüdischem religiösem Leben teil. Um die Unterscheidung zwischen Christen und Juden sicherzustellen, entwickelte man den Begriff „ limpieza de sangre “, der Reinheit des Blutes 4. Im Laufe der Zeit bleib also immer weniger Luft für die Juden. Früher mal in hohe öffentliche Ämter wählbar, stand das jüdische Volk, am Ende des 15 Jh. kurz davor vom iberischen Halbinsel restlos zu verschwinden, - „Das Heilige Amt“ erledigte seine Arbeit zuverlässig und professionell und der logische Ergebnis königlicher Politik war 1492 erlassener Edikt der Vertreibung, der allen noch in Spanien lebenden Juden die Wahl zwischen der Konversion zum Katholizismus und der Verbannung zwang.5

2.3 Die Suche nach neuem Zuhause.

Anscheinend war die Entdeckung Amerikas für die Juden ein Glücksfall fast zum idealen Zeitpunkt. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass das Geld mit dem Kolumbus seine erste Entdeckungsreise finanzierte wurde von Königin Isabella von Convertos geliehen. Man kann also den Schluss ziehen, dass die spanischen Conversos aktiv nach neuem Land suchten, in dem sie in Frieden hätten leben können. Doch die Krone war ebenso stark interessiert diese neuen Länder vom jüdischen oder Converso- Makel freizuhalten. Die Folge war Ausdehnung des „limpieza de sangre“ auf die Westindische Inseln im Jahre 1501, so dass nicht nur Neuchristen 6, sondern auch ihren Kindern und Enkeln, die gemischtes Blut hatten der Weg in die Neue Welt in den nächsten drei hundert Jahren beinahe geschlossen blieb. Die Ausnahmen sind es aber wert erwähnt zu werden. Obwohl die Einreise in die Kolonialstätte den Juden, auch konvertierten verboten war, taten es jedoch viele, da die Krone schnell einen „Ausnahmegesetz“ erfand, der Convertos für einen Bedeutenden Geldbetrag erlaubte in die Lateinamerika einzureisen7. Auf diese Weise siedelten zahlreiche Juden bis zur Mitte des 16 Jh. Tatsächlich in Mexiko.

2.4 Ungastfreundliche „Neue Welt“.

Die Auswanderer, die es geschafft haben in die „Neu- Spanien“ auszuwandern und hofften, dass die den Juden geschenkte Aufmerksamkeit der Inquisition nur an der iberischen Halbinsel übriggeblieben ist, verschätzten sich gewaltig. Das „Heilige Amt“ hatte zwar am Anfang keine selbstständige Abteilung in der Neuen Welt, doch die regelmäßige Inspektionen, unterstützt von zahlreichen freiwilligen Informanten aus Mittel- und Unterschichten der Einwanderer achteten darauf, dass die Juden streng katholisch leben und zu ihrer Religion nicht zurückfinden. Inquisition hatte in Lateinamerika genauso große Macht wie in Spanien und nutzte sie kaltblutig aus.

Jede Person, die unter dem Vorwurf des „Judaisierens“ verhaftet wurde und die grausame Folter überlebte, kam entweder bei den Autodafes um oder starb im Gefängnis. Freigelassen wurde man extrem selten, da es sehr schwer für einen Juden war seine Treue der katholischen Kirche zu beweisen. Die Beruflich qualifizierten Juden, die hofften in der Neuen Welt sinnvoll ihren Lebensunterhalt verdienen zu können mussten feststellen, dass auch hier Vorzug den „sicheren“ Katholiken geleistet wurde. Also blieb für die Neuchristen die Möglichkeit illegalen Business zu betreiben. Die portugiesischen Juden, die sich Anfang des 16 Jh. In Argentinien verbreiteten, bauten in Buenos Aires den illegalen Handel mit Indianer auf. Diese unwillkommene Konkurrenz brachte allerorten die verächtliche Bezeichnung „judio“, Jude, ein.

2.5 Neuchristen in Brasilien.

Die Lage in Brasilien sah für die Juden etwas anders aus. Die Inquisition hatte zwar auch dort ihre Hände, doch die Gefahr blieb nur für die, die sich zum Judentum offen bekannten. Dies taten, natürlich, wenige, obwohl heimlich viele ihrem Glauben treu geblieben waren8. Juden in Brasilien dienten sogar in den Ämter, von den sie eigentlich mit Gesetz „reines Blutes“ ausgeschlossen werden müssten, waren auch im Bereich des lukrativen Zuckerhandel vertreten9. Die Cristaos novos in Brasilien, die in der Mitte des 17 Jh. In Bahia lebten und etwa 20 % der weißen Bevölkerung stellten, waren die Volksgruppe, „die sich am besten der Gesellschaft anpasste. Sie kamen zu Reichtum und Ansehen im Kern der Gesellschaft“10. Da man als Quellen aus damaliger Zeit, die sich auf Juden bezieht lediglich die Akten der Inquisition zur Verfügung hat, kann man sich das Bild brasilianischer Juden nur grob zeichnen, doch auch die vorhandene Dokumentation beleuchtet wichtige soziale Aspekte ziemlich eindeutig. 32 Prozent der vor Gericht gestellten Cristaos novos übten Berufe wie Rechtsanwält, Anwalt vor Gericht, Schreiber, Richter, Kämmerer oder Steuereinzieher,- alles Berufe, den die Conversos nicht nachkommen durften. In dieser Schicht konnte man zwar keine religiöse Bewegungen erwarten, weil Rückkehr zum Judentum für die Juden Verlust von allem bedeuten würde, doch überraschenderweise wurden auch die fidalgos11 ab und zu vor Gericht gezogen.

2.6 Holländische Eroberung.

Als die Niederländische Westindienkompanie im zweiten und dritten Viertel des 17 Jh. die reiche Nordostküste Brasiliens eroberte, konnte man es als potentielle Religionstoleranz betrachten. Tatsächlich aber verbreitete sich schnell nach der Einnahme Bahias Gerücht, dass der Verlust der Stadt durch Verrat von Christaos novos verursacht wurde12. Dies hatte zufolge, dass die angeblichen „Verräter“ als holländische Kollaborateure denunziert worden waren und allgemeiner Hass gegen die Juden erneut ausbrach. Diejenigen, denen es gelang, im Gebiet der holländischen Rechtssprechung eine Existenz zu gründen genossen aber viele Freiheiten, von denen die religiöse an erster Stelle zu erwähnen ist. Das brasilianische Neu - Holland zog Siedler aus dem Heimatland an, darunter auch Juden. 1642 traf eine große Gruppe jüdischer Siedler unter der Leitung des Rabbis Isaac Aboab aus Amsterdam ein, kurz danach entstand in Recife die erste Synagoge.

Nachdem die Portugiesen 1654 die Küstenstädte zurückerobert hatten, nahm die Inquisition die Aktivitäten mit freundlicher Unterstützung der Bevölkerung mit aller Macht wieder auf. Brasilianische „Ketzer“13 gehörten bis 1769 zu den Hauptbetroffenen der Autodafes der Portugiesen. Große Anzahl der Juden zog mit Holländer aus und fand schließlich Zuflucht auf Barbados, Jamaika und in der Kolonie Neu-Amsterdam, dem heutigen New York14.

2.7 Verhältnis der Bevölkerung zu den Juden.

Damaligem christlichem Denken zufolge, „..gibt es zwei unerbittliche Feinde Christi: den Teufel und die Juden“15. „Dabei ging man unvermeidlicherweise davon aus, zwischen beiden bestehe ein Bund. Dieses mittelalterliche Mythos der nach Lateinamerika übertragen wurde und den man auch den Heiden aufzwang, die noch nie einen Juden gesehen haben, ließ eine Lage entstehen, in der die Begriffe „judio“ und „diablo“ zu Synonymen wurden“16. Dies führte dazu, dass die Mehrheit der Bevölkerung abergläubigen Angst vor Juden hatte, und von der Seite der richtig Gläubigen Katholiken kam noch der Zorn wegen „Gottes Mord“ hinzu. Heutzutage hat das Wort Jude in spanisch und portugiesischsprachigen Gebieten negative Bedeutung.17 Die übliche Bezeichnung für „Jude“ in Regierungsdokumenten der Neuzeit lautet „ israelita “, vergleichbar mit dem altmodischen „ Hebräer “.

2.8 Die ersten jüdischen Einwanderer in unabhängigen Republiken. (1830- 1889)

Als die Kolonien auf ihrem Weg zur Unabhängigkeit von radikalen Veränderungen erfasst worden waren, rechtfertigte dieser Wandel Anwesenheit der Juden, führte aber zu keinem Zeitpunkt zur Zurückweisung des Glaubenssystems. Man wünschte sich Wirtschaftliches Wachstum nach Möglichkeit ohne sozialen Wandel und große nicht assimilierte Gruppen von Fremden würden die Bildung einer stabilen nationalen Identität in den jungen Republiken behindern, andererseits spürte man die Notwendigkeit katholische Monopol zu brechen um die neuen Einwanderer (vorzugsweise aus Nordeuropa) anzuziehen. Doch die Politik, den katholischen Richtmaß anzulegen hatte auch ihre positive Seiten für die Republiken, zumal die Elite dies überhaupt nicht geändert wissen wollte. Die Juden genossen also relative Sicherheit in diese Zeit18, da man aber mit dem radikalen Entscheidung dieser Frage zögerte und die nahe Zukunft religiöser Situation völlig im dunkeln blieb, führte es dazu, dass sich im ersten Jahrhundert der Unabhängigkeit nur sehr wenige Juden in Lateinamerika niederließen. 1889 gab es in Gesamtlateinamerika nur wenige tausend Juden.

2.9 Masseneinwanderung: 1889 bis zum ersten Weltkrieg.

Die gegenwärtig bestehenden jüdischen Gemeinden bildeten sich zwischen 1889 und dem Ersten Weltkrieg. Die meisten Emigranten dieser Zeit kamen aus dem russischen Reich, aus Polen und aus Rumänien. Größtenteils waren es Aschkenasen, die nach einer Reihe von Pogromen in Europa, vor allem, in Russland nach einem neuen Wohnort suchten, aber auch die Einwanderungszahlen der Sephardim 19 stiegen während dieses Zeitraums gleichfalls, allerdings in geringerem Maße.

Mehr als jeder andere Staat Lateinamerikas schienen Argentinien und Brasilien optimale Verhältnisse für die Juden zu bieten: durch Religiöse Toleranz und freundliche Unterstützung der Einwanderung durch die Regierung. 1881 bis 1885 wanderten allein in Argentinien etwa 70 000 Juden ein. Eine Zeitlang engagierten sich die Juden in der Argentinischen Politik20. Sie waren in allen Zweigen der Arbeiterbewegung vertreten, am stärksten jedoch in der Sozialistischen Partei.

Auch in die anderen Länder Lateinamerikas wie Chile, Peru, Venezuela, Panama und Uruguaj, wenn auch nicht so Massenhaft wanderten die Juden ein. Die Ausnahme waren Paraguay und Bolivien, die so stark katholisch geprägt wurden, dass für Nichtkatholiken kein Raum bleib, so dass Juden diese Länder nur als Einzelpersonen und nur aus wirtschaftlichen Gründen erreichten. Kuba ist interessant in der Hinsicht, dass es die Einzige Republik unter der Herrschafft der Spanier war, in der sich Juden an den Unabhängigkeitskriegen beteiligten. Insgesamt lebten 1917 in Süd- und Mittelamerika und in der Karibik 150 000 Tausend Juden (110 000 davon in Argentinien).

2.10 Zwischen zwei Weltkriegen.

Lateinamerika in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg bot den Einwanderern ein anderes Bild als das, das bis dahin geherrscht hatte. In einigen Ländern hatte die Industrialisierung in den expandierenden Industrieunternehmen neue berufliche Möglichkeiten und größeren Spielraum für die Entfaltung unternehmerischer Fähigkeiten und den Einsatz von Kapital geschaffen Dies war einer der Gründen, die eine neue Welle jüdischen Emigranten aus Europa auslöste, die in der Zeit blühender Nationalsozialismus nach Sicheren Lebensorten suchten. Doch Antisemitismus hatte auch in Lateinamerika ihre Wurzeln. Der traurige Beweis dafür ist „Semana tragika“21

1919 in Argentinien, die zeigte, dass die Juden auch in „New Palestina“ nicht sicher sein können. Die weltweite Wirtschaftskrise führte ein Jahrzehnt nach Semana tragika auch in anderen Gebieten des Kontinents zu antijüdischen Ausschreitungen. Also, die ersehne Ruhe und Sicherheit war für die Juden auch in der Zeit zwischen beiden Weltkriegen nicht in Sicht. 1939, kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs schlossen sich die Türen Lateinamerikas für jüdische Einwanderer, was eine Katastrophe für europäische Juden war, die in dieser Zeit, verständlicherweise nach der neuen Heimat suchten. Durch Bestechung, Betrug, illegallerweise drangen die Juden in 30-er und 40-er Jahren, vor allem aus Deutschland in lateinamerikanische Länder ein. Das war die letzte Jüdische Einwanderungswelle.

2.11 Integration der Juden in die Wirtschaft.

Bei der Analyse der jüdischer Integration in die Wirtschaft muss als Ausgangspunkt die Tatsache genommen werden, dass man die Juden als Minderheit wahrnehmen soll sowohl in religiöser als auch wirtschaftlicher in Hinsicht. Als Minderheit konnten sie nicht die gesamte Skala der Berufe besetzen und durch das späte Eintreffen wurden sie von den traditionellen Quellen des Reichtums- insbesondere dem Grundbesitz- ausgeschlossen. Deshalb blieben Ihnen nur die Städte. “Die Juden, die bei der Industrialisierung und Urbanisierung Europas eine wichtige Rolle gespielt haben, waren in technischer Hinsicht gut gerüstet und in strategischer Hinsicht gut platziert, um an der Industrialisierung Lateinamerikas teilnehmen zu können“, - fasst Judith Elkin Vorteile von Juden gegenüber den anderen zusammen. Ihre Konzentration im schmalen Spektrum von Berufen führten zeitweise und regional zu einer Herrschaft in einigen Wirtschaftsbereichen, so dass sie wiedermal die jahrhundertalten Antipathien auf sich zogen, die im hispanischen Katholizismus überdauert haben.

2.12 Landwirtschaftliche Kolonien.

Auch als Landwirte ließen sich Tausende von jüdischen Einwanderer in Argentinien, Brasilien, Uruguay, in der Dominikanischen Republik und in Bolivien nieder, oft mit finanzieller Unterstützung der JCA22, aber nur die Kolonien23 in Argentinien und Brasilien bestanden lange Genug um in der Geschichte des Landes Spuren zu hinterlassen. Heute gibt es in Argentinien immer noch jüdische Farmer, Milchbauern und Viehzüchter, aber insgesamt muss man den Versuch die Lage der Juden durch die Rückkehr zu Grund und Boden rückblickend als „romantisches Vorhaben“24 ansehen, da die strukturelle Barriere der Integration entgegenstanden, die die Einwanderer ohne aktiver Unterstützung der Gesellschaft nicht lösen konnten. Der Agrarsektor, der einer isolierter Gruppe von Juden zur Verfügung gestellt wurde war aber weder für die jüdische Einwanderer noch für die im Land geborenen Katholiken verheißungsvoll.

Die Kolonien hatten zwar keinen Erfolg in dem Sinne, dass der Traum vom Wiedergeburt der Juden in Argentinien gescheitert hat, aber im Laufe ihrer kurzen Lebensspanne machten sich die jüdischen Einwanderer zu einer einheitlichen Nation. Außerdem baten die Kolonien einen relativ sicheren Zuflucht den aus Europa flüchtenden Juden. „Als das europäische Judentum in das von außen durch Bolschewiken und Juden gekommen. Die Folge war, dass das jüdische Viertel von Buenos Aires Ziel eines mörderischen Angriffes wurde.

Reich des Holocaust eintrat, steht jeder einzelne, der den Weg in die Dominikanische Republik oder nach Bolivien fand stellvertretend für einen Sieg.“25

2.13 Gemeindeleben: „Die Judengasse“.

Die Juden, die nach Lateinamerika eintrafen waren gezwungen ihre Bedürfnisse, die weder von der Regierung noch von der katholischen Kirche erfüllt wurden, um ihre jüdische Identität zu bewahren selbst zu befriedigen. So wurden kommunale Einrichtungen nach dem europäischen Muster gegründet, die es den Juden ermöglichten, sich gegenseitig zu helfen, und verhindern, dass sie den Gastgebergesellschaften zur Last fielen. Dazu zählten traditionelle jüdische Friedhöfe, eigene Kreditwesen, Verlagwesen und Presse, Erziehungsinstitutionen, die Kahal26 und natürlich- religiöses Brauchtum. Die Tatsache, dass die jüdischen Einwanderer nicht sofort Glaubensgemeinschaften organisierten ist einerseits überraschend, doch auch leicht erklärbar- Die Wanderungsbewegung aus Osteuropa fand zu einer Zeit statt, in der die Juden, die nach Lateinamerika kamen die Möglichkeit hatten sich in vielen religiösen Bäuchen der Neuen Welt zu lösen. Der Säkularismus27 wurde durch die geistige Atmosphäre der großstädtischen Zentren gestärkt, in denen das alltägliche Leben die religiöse Gefühle abstumpfte. Das bedeutete aber nicht, dass es unter den Juden, die nach Lateinamerika einwanderten keine religiöse Impulse gab, - es hat Fälle erstaunlicher Hartnäckigkeit religiöser Überzeugungen gegeben, - in Buenos Aires gründeten Kommunisten ihre eigene Synagoge. Und in Sao Paolo bestand um 1980 eine religiöse Gemeinschaft aus altgewordenen jüdischen prostituierten, den letzten Opfer des weißen Sklavenhandels. Doch diese Gruppen bildeten Minderheiten, da die jüdischen Einwanderer es tatsächlich nicht eilig hatten, Synagogen zu gründen.

Ein weiterer Grund für Zögern war der Mangel an Rabbiner und anderem religiösem Personal. 1970 amtierten auf dem gesamten Kontinent lediglich 45 Rabbiner.

Der sozio-ökonomische Status der jüdischen Gemeinde heute ist von Judith Laikin Elkin folgendermaßen formuliert: „Die meisten Juden traten in die Gesellschaften Lateinamerikas im Stand der Armut ein. Heute scheinen sie dem Außenstehenden der Mittel-, ja, sogar der Oberschicht zu gehören. [...] Dieser Eindruck ist teils richtig, teils Illusion und wird ebenso von Mythen wie von der Wirklichkeit geformt.“

Das Eindringen der Juden in Handel und Industrie, ohne umfassende Beziehungen zu den oberen und unteren Kreisen der Gesellschaft, macht sie anfälliger als jede andere Gruppe für das wechselvolle Geschehen auf dem Markt. Interessant ist eine Bemerkung der Historikerin zur relativer Sicherheit der Juden, die rückblickend doppeldeutig klingt und die wie es aussieht bald prophetisch wurde: „in den siebziger Jahren machten die Progressiven eine Entdeckung, die den Reaktionären längst bekannt war: Bei der Manipulation der Massen können uralte religiöse Hassgefühle nützlich sein.“

2.14 USA und Lateinamerika: Allgemeiner Vergleich.

Der Gegensatz zwischen den Gemeinden zeigt unterschiede, die nicht auf die Immigranten selbst, sondern auf den Charakter der Gastgebergesellschaften zurückzuführen sind. Die Juden in den Vereinigten Staaten leben in einem der größten souveränen Staaten, charakterisiert durch ein von Einwanderern geschaffenes soziales Milieu und genossen vom Augenblick der Gründung an die volle bürgerliche. Religiöse und politische Gleichstellung. In Lateinamerika leben die Juden verstreut in 21 getrennten Länder mit unberechenbaren politischen Verhältnissen und einem sozialem Milieu, dem sie sich vom Anfang an anpassen mussten, den Ton in den Gesellschaften Lateinamerikas gaben die Pensionäre des Königs und die Rechtgläubigen an. Da es in den USA keine Amtskirche gab und die Juden dadurch die Möglichkeit hatten ihrem Glauben zu folgen, was sogar begrüßt wurde, kam es sogar dazu, das dem Judentum in der Mitte des 20 Jh. der Status der dritten wichtigen Religion zuerkannt wurde, obwohl die Juden zu jener Zeit etwa 3,7% der Bevölkerung stellten. Im extremen Gegensatz dazu hatten die Juden in Lateinamerika große Schwierigkeiten, ihren Ruf als Fremde, unwillkommene Eindringlinge, als Verderber des nationales Geistes, zu überwinden. In den USA entstanden zahlreiche Institutionen die es sich zur Aufgabe machten, die Amerikanisierung der Einwanderer zu fördern. In Lateinamerika hingegen wird den Juden zwar erlaubt eine eingegrenzte Nische in der Gesellschaft zu besetzen, doch von den Zentren der Entscheidungsfindung sind sie ausgeschlossen. Die Einwanderer waren auf sich selbst gestellt, da es keine Institutionen wie in den USA gab, die zur nationalen Integration beitrugen. Auch der Vergleich auf wirtschaftlichem Gebiet spricht „für“ die USA. „Die Verhaltensweisen der Einwanderer sind identisch oder zumindest vergleichbar, der Aufnahmemodus der beiden Gesellschaften jedoch unterscheidet sich grundlegend“28.

3. Schlusswort.

Natürlich konnten die eingangs genannten Problemstellungen hier nicht erschöpfend behandelt (geschweige denn endgültig geklärt) werden. Dennoch scheint sich aus dem die Erkenntnis zu ergeben, daß es den Juden in Lateinamerika doch nicht gelang entscheidende Rolle in der Entwicklung der lateinamerikanischen Länder zu spielen. Allerdings liegt es nicht an Einwanderer selbst sondern eher an der Gesellschaften, in den sie versucht haben sich zu integrieren. Die Fähigkeit der Juden, in die Gesellschaft ihres Gastgebers vorzudringen hing von der Bereitschaft der Gesellschaft es ihnen zu Gestatten (Beispiel- Bahas).

Die Bemühungen der Juden um selbstverantwortliche und verantwortliche Staatsbürgerschaft sind durchgängig blockiert worden und ihr potentieller Einfluss bis auf wenigen Ausnahmen begrenzt. „Das fundamentale Hindernis für die Tatsächliche Assimilation der lateinamerikanischen Juden ist der Widerstand der Gesellschaft an sich, die Juden als vollwertige Mitglieder zu akzeptieren“.

Mit dieser umfassenden Zitat der Professorin Judith Elkin möchte ich meinen oberflächlichen Exkurs abschließen, hoffe aber, dass diese Arbeit nicht das letzte Recherche in diesem Gebiet sein wird.

4. Bibliografie.

Bernecker, Walter L./ Pietschmann, Horst: Geschichte Spaniens. Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Stuttgart, Berlin, Köln 1993

Bernstein, Reiner: Das jüdische Volk in der Weltgeschichte. In: Informationen zur politischen Bildung 140. Hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung. Wiesbaden 1970. Heft1.

Czermak, Gerhard: Christen gegen Juden. Geschichte einer Verfolgung. Frankfurt a.M. 1991.

Elkin, Judith Laikin „150 Jahre Einsamkeit“

Nave, Pnina: Kirche und Synagoge. In: Geschichte der Juden. Von der biblischen Zeit bis zur Gegenwart. Hrsg. von Franz J. Bautz. München 1983.

Pietschmann, Horst: Die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 1992

Leroy, Béatrice: ,,Die Sephardim - Geschichte des iberischen Judentums", Nymphenburger Verlags GmbH, München, 1987.

Zahlreiche Hausarbeiten und Referate zu folgenden Themen: Die Vertreibung der spanischen Juden (Sephardim) 1492 Die soziale Situation der Juden im 18. Jahrhundert Das Judentum im Mittelalter

Die Inquisition in den spanischen Kolonien

[...]


1 1980 erscheint ihr Buch „150 Jahre Einsamkeit“ Judith Laikin Elkin

2 Judith Laikin Elkin „150 Jahre Einsamkeit“, Seite 15.

3 Als convertos bezeichnete man die Juden, die sich zum Christentum bekannt haben. Im Volksmund wurden Konvertierte ,,Marrana" (Schweine) genannt, Juden nannten sie ,,Anusim" (Gezwungene). In der jüdischen Geschichte gelten sie als Helden.

4 „limpieza de sangre“ zufolge trugen alle Juden und ihre Nachkommen, bzw. jede von der Inquisition verurteilte Person und ihr Nachkommen den Makel des unreinen Bluts und wurde vom öffentlichem Leben ausgeschlossen. So entstand eine Klasse der Menschen, die zwar keine Juden waren, aber auch als Katholiken nicht akzeptiert wurden.

5 Später übrigens ging man noch weiter. Im 16 Jh. Herrschte die Meinung, dass weder das Sakrament der Taufe noch die Ausübung christlicher Tugenden etwas an der Tatsache ändern konnte, dass jemand jüdischer Herkunft war.

6 In diesem Kontext- andere Bezeichnung für Convertos

7 Im Jahre 1509 kostete die „Einreiseerlaubnis“ 20 000 Dukaten

8 Berichte über Besuche der Inquisition 1618 und 1619 zeigen, dass viele brasilianische Convertos mit den Juden von Amsterdam, die sich offen zum Glauben bekannten in Verbindung standen (Judith Laikin Elkin „150 Jahre Einsamkeit“, Seite 33.)

9 Als „senhores de engenhos“, Zuckermühlenbesitzer stellten die Convertos weitere „Ausnahmen“ dar, da diese Bereiche vom Gesetz des „Reinheit des Blutes“ auch von Juden bewacht werden mussten. Doch 20 % der Juden, die vor Gericht der Inquisition gestellt wurden, gehörten zu dieser Branche.

10 Novinski, Christaos novos, s.145

11 Fidalgo- hier- Edelmann

12 Diese Falschmehldung wurde von der brasilianischen Historikerin Anita Novinsky gründlich widerlegt.

13 Juden, die getauft, in der Folge aber zum Judentum zurückgekehrt waren.

14 Diese Gruppe gründete die erste jüdische Gemeinde auf Manhattan Island, die den passenden Namen Sheraith Israel- Rest Israel trug.

15 Joshua Trachtenberg „The devil and the Jews“

16 Judith Laikin Elkin „150 Jahre Einsamkeit“, Seite 44.

17 Im Diccionario de la Academia Espanola finden sich unter anderem folgende Anträge:
- Judio (fig.) Avaro, usurero (Geizhals, Wucherer)
- Judiada Accion inhumana Lucro excesivo y escandaloso (Unmenschliche Handlung. Übermäßiger, empörend hoher Gewinn)
- Cohen (Name von Priestern in Israel) Adivino, hechicero, alcahuete (Wahrsager, Zauberer, Kuppler)
Auf ähnliche Weise definiert das portugiesische Pegueno Dicionario Brasilero da Lingua Portugquesa das Wort „Judeü“- Böser Mensch, Habgierige Person, jemand, der zu Gaunereien neigt.

18 Als Lateinamerika vor der Wahl stand, welche Art Einwanderer sie Anwerben soll, lösten sich Diskussionen über Tugenden von verschiedenen Rassen aus, - nicht alle wurden gleich geschaffen. Propagierung rassistischer Ideen hatte, (wie es zu allen Zeiten war) schädliche Auswirkungen auf die Vorstellung von den Juden. Es gab also keine unmittelbare Gefahr für das Leben, das Verhältnis zu Juden wurde immer schlimmer nicht zuletzt aufgrund rassistischer Propaganda

19 Sefardim nennt man die Nachkommen der spanischen Juden.

20 Zu den Gründern der Argentinischen Sozialistischen Partei im Jahr 1896 zählten zahlreiche Emigranten und deren Söhne.

21 Semana tragika „die Traurige Woche“, die mit einem Streik gegen eine Stahlhütte begann, während dem mehrere Arbeiter getötet wurden. Die Beobachter hatten nichts besseres zu tun als zu behaupten, es sei zu gelenkter Agitation

22 Jewish Colonization Association- Eine 1881 als britische Aktiengesellschaft vom Philanthropen jener Zeit Baron Maurice de Hirsch gegründete Organisation, die zum Ziel Wiedergeburt Juden in Lateinamerika hatte. Mit einem Startkapital von 10 Mio.$ und dann weiter investierten 30 Mio.$ wurde die JCA zum rechtmäßiger Eigentümer des Landes in zentralen Gebieten Argentiniens und in Süd- Brasilien. Nach dem Tod von Hirsch wurden seine Aktien unter den jüdischen Gemeinden in Frankfurt, Berlin und Brüssel, sowie weiteren jüdischen Allianzen aufgeteilt.

23 Gemeint sind die Kolonien der JCA. In Argentinien in Brasilien wurden in der Zeit von 1891 bis 1936 14 Kolonien besiedelt.

24 Judith Laikin Elkin „150 Jahre Einsamkeit“, Seite 236 Seite 8 von 8

25 Judith Laikin Elkin „150 Jahre Einsamkeit“, Seite 237

26 Der Kahal- organisierte jüdische Gemeinde, die in einer oder anderen Form in den meisten Länder der Diaspora existiert, wobei sie sich den örtlichen politischen Verhältnissen anpasst.

27 Säkular weltlich, nicht religiös oder kirchlich

28 Judith Laikin Elkin „150 Jahre Einsamkeit“, Seite 349

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Einwanderung der Juden in Lateinamerika
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V106588
ISBN (eBook)
9783640048670
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einwanderung, Juden, Lateinamerika
Arbeit zitieren
Andrej Ermolenko (Autor:in), 2002, Einwanderung der Juden in Lateinamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106588

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