Ist Echnaton der Begründer des Monotheismus?


Facharbeit (Schule), 2002
19 Seiten, Note: 12 Punkte

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Einleitung

Das Ziel dieser Facharbeit ist es, die Fragestellung, ob der ägyptische Pharao Echnaton nun wirklich der Begründer des Monotheismus ist, zu klären.

Ich habe mich zur Beantwortung dieser Frage auf das Leben Echnatons und seiner Definition von Religion beschränkt. Dabei ziehe ich bewusst keinen Vergleich mit den heutigen Religionen, wie z.B. dem Christentum oder dem Islam, da ich denke, dass es somit zu einer fächerübergreifenden Arbeit werden würde. Ich möchte mich gezielt auf die geschichtlichen Aspekte konzentrieren.

Folglich besteht meine Arbeit aus einer Art Dokumentation des Leben Echnatons. Ich habe versucht, die Intention seines Glaubens durch weitere Bereiche wie Kunst oder der Planung seiner neuen Stadt im Gesamteindruck schlüssig werden zu lassen

Zu diesem Zweck habe ich mir alle verfügbaren Quellen berücksichtigt, wobei ich besonders intensiv mit einem Buch und einer Zeitschrift gearbeitet habe. Diese beiden Quellen waren die einzigen, die mir aktuell und seriös erschienen. Ich konnte dadurch den Gebrauch von Homepages von Privatleuten vermeiden.

Um die bereits recht umfangreiche Arbeit nicht noch mehr mit Information zu „übersättigen“ habe ich Dinge, die für den Kontext nicht von zu großer Bedeutung waren aber die ich jedoch für wissenswert hielt, in Form von Fußnoten ergänzt.

1.1 Die frühen Jahre des künftigen Königs

Ein genaues Datum, neben dem ungefähren Zeitraum um das Jahr 1366 v. Chr. herum, für die Geburt des damals noch Amenophis (später Echnaton) genannten Sohnes Amenophis III1, gibt es nicht. Doch es gibt einige andere, interessante Erkenntnisse über Echnatons Umfeld und seine Jugendjahre.

In der 18. Dynastie2 geboren verbrachte er unter der Regentschaft seines Vaters sehr wahrscheinlich eine glückliche Zeit. Die außenpolitische Lage war weitestgehend friedlich, nachdem der Vater Amenophis III. -Thutmosis III.- während seiner Regierungszeit den langen Krieg zwischen den Großmächten Ägypten und Mytanni hatte beenden können. Durch die Tatsache, dass Ägypten nun keine großen Feldzüge mehr bezahlen musste, ging es dem Land wirtschaftlich sehr gut. Die Bevölkerung war zufrieden mit dem Pharao3 und seiner Politik.

Doch diese politische Zielsicherheit beruhte nicht nur auf dem Geschick des Königs, sondern auch auf dem der Hauptgemahlin, der Königin Teje4, die für die damalige Zeit einen außerordentlichen politischen und religiösen Einfluss auf ihren Mann hatte, den man in dieser Form vorher noch nicht gekannt hatte.

Teje entstammt wahrscheinlich bürgerlicher Herkunft. Ihre Eltern Juja und Tjuju waren Mitglieder einer einflussreichen Familie aus Achmim. Die Verwandtschaft unterhielt neben der Ehe Tejes mit dem König auch noch weitere Verbindungen zum Herrschaftshaus. Tejes häufige Präsenz in der Öffentlichkeit gemeinsam mit ihrem Mann wird immer wieder durch die Funde von Siegelamuletten mit ihrem Namen bestätigt.

Nun könnte man denken, dass Amenophis (später Echnaton) wohl eine deutliche Prägung in seiner Jugendzeit durch seine stark engagierte Mutter erfahren haben muss. Doch dies war nicht so. Für die Erziehung des Jungen, die sich im Palast Malkatta am südlichen Ende von Theben vollzog, war Tejes Bruder Aja verantwortlich.

Früh machte sich schon seine Begeisterung für den Sonnengott Re-Harachte5. bemerkbar. Dadurch kam er auch nicht zur Ausübung der Aktivitäten, die normalerweise für einen Königssohn üblich waren, wie z.B. der Jagd.

Aus der Tatsache, das Amenophis (später Echnaton) bei seiner Thronbesteigung 1351 v. Chr. schon drei Töchter mit seiner Frau Nofretete6 hatte, kann man schließen, dass er bereits vor diesem entscheidenden Datum mit seiner Frau verheiratet gewesen sein muss. Aber wie gestaltete sich eigentlich die Zeit vor der offiziellen Thronbesteigung?

Die extrem weltoffene und religionstolerante Art Amenophis III. drückte sich in seiner besonderen „Baufreudigkeit“7 aus. Die gesamte Stadt Theben, die Regierungssitz der Königsfamilie war, und insbesondere deren Tempel waren geschmückt mit Gold, Silber, Türkis, Bronze, Kupfer und vielen anderen teuren Materialien, um den Wert der Opferstätten symbolisch zu erhöhen. Doch auch solch ein aktiver König wurde nach einer langen Regierungszeit -zum Ende hin waren es 38 Jahre- einmal älter und wie es sich für die damalige Zeit gehörte, veranstaltet der Pharao ab seinem 30. Regierungsjahr die Sedfeste. Diese sollten zur Erneuerung der königlichen Kräfte dienen. Symbolisch wurde dabei der „alte“ König begraben, und er bestieg, gestärkt und in seiner Energie erfrischt, den Thron zum zweiten Mal. Dass Amenophis III. dieses Ritual vollzogen hat, kann durch Statuen belegt werden, die ihn stark verjüngt zeigen. Zwei der turnusmäßig alle 3 Jahre stattfindenden Wiederholungen hat er ebenfalls noch begehen können, doch dann zeigten sich Anzeichen eines schweren Leidens. Der tief religiöse Herrscher bekam in dieser Zeit von seinem Schwager ein heilkräftiges Bild der Göttin Ischtar geschenkt und ließselber 2 x 365 Statuen der Göttin Sachmet8 aufstellen. Nun folgte sehr wahrscheinlich eine Periode der Doppelregentschaft zwischen Amenophis III. und Amenophis IV.9. Diese Konstellation kam jedoch nur zustande, da Amenophis (später Echnaton) älterer Bruder Thutmosis schon früh gestorben war und neben den beiden Schwestern Satamun und Isis, die kein Anrecht auf den Thron hatten, keine älteren, männlichen Geschwister vorhanden waren.

1351 v. Chr. kam es nun zur endgültigen und vollkommenen Thronbesteigung durch Amenophis IV.10., begleitet von seiner Hauptfrau Nofretete. Der erste Regierungsakt war stets die Erhebung der Namenstitulatur des neuen Pharaos. Seit jeher bestand sie aus folgenden 5 Elementen:

1. Der Horusname: seit dem Neuen Reich beginnt dieser Name immer mit der Titulatur „Starker Stier“
2. Der Nebti-Name: benennt die beiden Schutzgöttinnen Nechbet und Uto
3. Der Goldname: wird meist mit einem Falken über dem Halskragen geschrieben
4. Der Thronname: wird vom Titel „König von Ober- und Unterägypten“ eingeleitet, und dann in einer Kartusche verschlossen
5. Der Geburtsname: beinhaltet den Namen, den der Prinz schon getragen hat, und wird ebenfalls in eine Kartusche eingeschlossen

Doch bei Amenophis Titulatur findet sich direkt eine Neuerung. Normalerweise werden in diese Namen auch gleichzeitig Regierungsprogramme, z.B. über bevorstehende Kriege eingebaut. Aber in diesem Fall finden nur Angaben über ein Bauprojekt in Karnak11 und keinen Bezug auf den „Hauptgott“Amun 12 ..

Dieses Bauprojekt fand auch seine Durchsetzung, nur wurde der Tempel nicht Amun, sondern dem aus dem Gott Re-Harachte entstandene Gott Aton gewidmet. Immer klarer und klarer wird die Bindung zwischen Amenophis IV und „seinem“ Gott Aton und mündet darin, dass er sich in seinem 3.

Regierungsjahr eine weitere, recht alte Art der Titulatur gibt, die sehr einem Glaubensbekenntnis ähnelt: „Es lebt Re-Harachte, der im Horizonte jubelt in seinem Namen Schu, welcher der Aton ist.“

1.2 Eine Religion entsteht

Das große Bauprojekt zu Ehren des Aton, welches Amenophis IV. Thronzeit als gebührende Einleitung dienen sollte, war der Tempel Gempaaton13 in Karnak. Die mit 100.000 Einwohner doch recht stark besiedelte Stadt Theben kannte zwar bereits solch einen Prachtbau, den Amenophis III. zu seiner Zeit als Huldigung für den Gott Amun hatte bauen lassen, doch dieser nun entstehende Bau übertraf alle bisherigen Vorstellungen. Der Tempel war zum Sonnenaufgang hin ausgerichtet, d.h. er lag im Osten der Stadt, und war mit Kolossalstatuen des Königs geschmückt. Über solche Projekte verschwand der eigentlich bis dahin wichtigste Gott Amun immer weiter aus dem alltäglichen Leben. Es existierte jedoch weiterhin die Göttervielfalt.

Dies änderte sich jedoch schlagartig im 3.-5. Regierungsjahr. Amenophis IV. verbot nämlich alle Abbildungen anderer Götter, besonders die des Gottes Amun, mit Ausnahme des Gottes Aton. Heute geht man davon aus, das der Verdruss gegenüber dem Gott Amun aus der überhöhten Wichtigkeit in früheren Jahren entstanden war. Es war nämlich häufig so, dass die Amunpriester, die einzigsten, die überhaupt den dunklen Tempel ihres Gottes betreten durften, enorme wirtschaftliche Vorteile und große Macht durch ihre Stellung erlangt hatten. Die Opfergaben, die von der Bevölkerung in riesigen Mengen an sie herangetragen wurden, stellten einen wirtschaftlichen Grundstein des Landes dar. Nur mit Hilfe dieser Spenden konnten Feldzüge durchgeführt und neue Tempel errichtet werden. Somit besaßen sie einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den König, der Amenophis IV. wohl gar nicht gefiel. Deswegen veranlasste er neben der Schließung der Amun-Heiligtümer und dem Verbot des Glaubens an Amun selber auch die Entlassung aller wichtigen Priester dieses Gottes. Aus Gefäßfunden weißman sogar, dass einer der ranghöchsten Priester zur Arbeit in einen Steinbruch abkommandiert wurde.

Dass solch radikale Veränderungen nicht nur mit Verständnis von den Bürgern aufgenommen wurde, ist sehr wahrscheinlich und nachvollziehbar. Jedoch gibt es keine festen Anhaltspunkte für eine eindeutige Aufruhr unter der Opposition. Eine Gegenbewegung zu unterdrücken war für Amenophis IV. auch keine Schwierigkeit, da ja keine Gewaltenteilung und damit auch keine gegenseitige Kontrolle der Staatsorgane bestand. Er konnte das unter seinem Kommando stehenden Heer in den Krieg oder zum Niederschlagen einer Revolte schicken, wann immer er auch wollte. So scheint es auch in der damaligen Zeit gewesen zu sein. Auf vielen Funden sind immer wieder dunkelhäutige und asiatische Menschen zu sehen, die wohl die Armee des Pharaos darstellten. Auf seinen Befehl hin wurden alle gegensätzlichen Strömungen sofort im Keim erstickt.

1.3 Der Umbruch

Im 5. Regierungsjahr des Königs vollzog sich eine Wendung, die in der ägyptischen Geschichte in dieser Art noch nie stattgefunden hatte und auch nie mehr stattfinden würde. Amenophis IV. gab sich selber einen neuen Namen und hießvon nun an Echnaton 14, welcher soviel wie „Glanz des Aton“ bedeutet. Seine anderen Titulaturen wurden beibehalten mit der einzigen Ausnahme, dass er alle Hinweise auf seinen Geburtsort Karnak und die nächst größere Stadt Theben durch seine neu gegründete Residenz Achetaton 15 ersetzen lässt.

Nach langem Suchen hatte Echnaton nämlich einen Ort weiter nördlich entlang des Nils16 gefunden, der seiner Vorstellung entsprach. Er wollte nicht länger in der Ausübung seiner Rituale von den althergebrachten Amunstatuen und anderen Göttertempeln gestört werden. Er plante in dieser Stadt einen komplexen Neuanfang, der ihm auch unter seiner Herrschaft gelingen sollte.

Der Platz, den sich Echnaton für dieses große Vorhaben ausgesucht hatte, war noch nie zuvor bewohnt worden. Wie in der Zeitschrift „Geo“17 beschrieben, kann man ihn mit einem großen „Amphitheater“ vergleichen. Es ist ein ca. 50 Quadratkilometer großes Tal, dass mit Felshügeln umrandet ist, bis auf ein Stück im Osten, das zur Wüste hinzeigt. Dies war sicherlich bewusst so gewählt worden, da Aton ja der Gott der Strahlen war und im Osten bekanntlich die Sonne aufgeht. So konnte Aton schon früh am Morgen mit seinen Strahlen den Ort mit seiner Gegenwart erfüllen. Es wurden 14 Grenzstelen18 gesetzt, um diese Gebiet als Eigentum des Gottes Aton zu erklären. 3 davon am Westufer des Nils, das jedoch nie bewohnt wurde und die restlichen 11 steckten das Gebiet am Ostufer ab. Hier sollte nun innerhalb kürzester Zeit eine Stadt aus dem Boden „gestampft“ werden, die dem Gott auch wirklich würdig war. Dies war jedoch nur mit einer bestimmten Bauweise möglich. Hätte Echnaton so wie seine Vorfahren bauen lassen, d.h. mit monströsen, schweren Gesteinsbrocken, so wäre die Stadt vor seinem Tod sicherlich nie vollendet worden. Deshalb nahm er stattdessen sogenannte Talatate -leichte, ca. 50cm lange und 25cm schmale Blöcke-, die leicht zu transportieren und zu verbauen waren. Ferner nutzte er, wie seine Vorfahren auch schon, getrocknete Lehmziegel zum Bau von Häusern.

Die Stadt an sich war mit Weitblick geplant worden, denn sie sollte die Probleme von Theben umgehen und für eine lange Periode von den Menschen genutzt werden. Als am 20. Februar 1346 v.Chr. die Einweihung stattfand, hatten Architekten und Bauherren eine Meisterleistung vollbracht. Da die Stadt eine sehr große Nord-Süd-Ausdehnung hatte (entlang des Nils 3,5km) und der königliche Palast im Norden lag, die Tempel dagegen in der Mitte der Stadt, wurde eine 40m breite Straße angelegt, die die wichtigsten Punkte im Norden und im Süden entlang des Nils miteinander verband. Die neue Tempelanlage, die dem Aton gewidmet war, übertraf noch diejenige, die er dem Gott in Karnak hatte bauen lassen. Sie hatte eine Grundfläche von ca. 15.000 Quadratmetern. Im allgemeinen kann man sagen, das die Bebauungsstruktur der neuen Stadt sehr großflächig war. Es war nicht mehr so wie man es von Theben kannte, dass sich Bettler in übelriechenden, kleinen Gässchen drängten. Nein, alles war großzügig und sehr ästhetisch. So hatte Echnaton veranlasst, ihm in seinem Privatpalast eine Art zoologischen Garten zu bauen und überall in der Stadt künstliche Seen anzulegen. Sogar über ein Kanalsystem verfügte die Stadt schon. Geschützt wurde sie nicht wie üblich durch eine Mauer, sondern allein durch ihre geographische Lage und Struktur bot sich ja schon ein gewisser „natürlicher Schutz“. Weiterhin waren auch die Bevölkerungsstruktur nicht vielschichtig, wie man es bislang gewohnt war. Es gab z.B. keine soziale Unterschicht, d.h. Bettler, Obdachlose, die sich in den Straßen herumtrieben. Es gab Handwerker genauso wie enge Vertraute des Königs. Man kann also davon ausgehen, dass der Handel -wohl noch nicht mit Geld als Zahlungsmittel- in Achetaton blühte, was auch die Funde von zahlreichen Getreidespeichern belegen. Echnaton hatte es innerhalb eines Jahres geschafft, aus einem kargen Stück Wüste eine Oase mit ca. 50.000 Einwohnern zu machen.

1.4 Aton fordert eine neue Kunst

Das Kunst sehr stark mit der Religion verbunden ist, wissen wir nicht erst seit den letzten Jahrhunderten, sondern diesen Schluss zog auch schon Echnaton. Die Kunst, d.h. Malereien, Architektur, Literatur mussten stimmig sein mit der Botschaft, die Echnaton im Auftrag des Aton vermitteln sollte. Dies führte dazu, dass in dieser Zeit die als Armana-Kunst bekannte Richtung entstand. Sie ist geprägt durch Emotion , Bewegung und vor allem durch ihre Realitätsnähe.

Von Echnatons Vater war man noch Zeichnungen gewöhnt, die ihn, den adonisartigen König, bei Kriegen oder bei der Ausführung von Ritualen zeigt. Dies änderte sich. Auf einmal war es auch möglich, dass man Nofretete, die sich mittlerweile ebenfalls in Nefernefruaton19 umbenannt hatte, und ihre Tochter auf einem Gemälde bei dem Ritual des „Niederschlagen des Feindes“ gezeichnet sah, was sonst nur dem König vorbehalten war. Diese Tatsache belegt auch wieder die hohe Stellung, die sie im Königshaus innehatte. Darüber hinaus wurden die Bilder, die man von der Pharaonenfamilie kennt, betont persönlich. Man kann sogar ein „liebkosendes Miteinander der königlichen Familie“20 erkennen. Gefühle und Emotionen -auch die der Trauer, z.B. als die älteste Tochter Maketaton21 stirbt- wurden auf einmal offen gezeigt und auch noch in Bildern festgehalten. Ebenso liebte der Pharao Echnaton es, Bewegung darzustellen. Er ließsich oft in seiner Pferdekutsche malen, mit dem er jeden Morgen den Weg von seinen Gemächern im Nordpalast zum Regierungssitz im Zentrum bestritt. Dabei blicken die Pferde, die das Gefährt ziehen, oftmals direkt dem Betrachter ins Gesicht, sodass ein Gefühl von Dreidimensionalität entsteht. Diese Darstellungen sind absolut untypisch für diese Epoche. Aber sie erfüllten alle einen und denselben Zweck: sie sollten die Einfachheit und die Klarheit des Gottes Aton verdeutlichen. Aton war für alle jeden Tag sichtbar, ohne das man irgendetwas Bestimmtes tun musste. Sein Einfluss wurde bildlich festgehalten, indem man nicht mehr wie am Anfang den falkenköpfigen Re malte. Man hatte seine „Abbildung“ soweit minimalisiert, das man nur noch Strahlen malte, an deren Ende sich Hände befanden22. So konnte sich jeder zu jeder Tageszeit mit Aton verbunden fühlen.

Diese allgegenwärtige Verbundenheit mit Aton zeigte sich ebenfalls in der Architektur. Alle Tempel waren natürlich ohne jegliche Bedachung gebaut worden, da man ja die Sonne und damit Aton in das Gebäude lassen wollte. Die Räume waren oftmals mit äußerst vielen Altären ausgestattet, an denen weiterhin viele blutige Tieropfer dargebracht wurden, um Aton gütig zu stimmen. Der Aufenthalt in der prallen Sonne brachte jedoch nicht nur die erwünschte religiöse Erfüllung, sondern auch die natürlichsten Probleme mit sich. So klagten viele Einwohner Achetatons über eine dauerhafte Überhitzung, da sie ja den ganzen Tag der heißen Wüstensonne ungeschützt ausgeliefert waren. Es war ihnen nicht gestattet, irgendeine Kopfbedeckung zu tragen, da dies ja eventuell unhöflich gegenüber Aton hätte sein können. Selbst für Echnaton bedeutete es eine besondere Ausnahme, wenn er sich gelegentlich mit einem kleinen Palmwedel Luft zufächern ließ.

Eine weitere Besonderheit der Armana-Kunst ist der ausgesprochene Naturalismus, den man in ihr wiederfindet. Das anschaulichste Beispiel hierfür sind die Darstellungen Echnatons. Für diese Zeit üblich waren Darstellungen, die meist nichts mehr mit der Realität gemeinsam hatten. So wurden oft ganze Körperteile, die nicht den Idealen entsprachen, einfach mit viel Phantasie zum Positiven hin verbessert.

Erstaunlicherweise ist dies bei Echnaton nicht der Fall. Er wird generell mit hängendem Bauch, sehr ausgeprägtem Kinn, dünnen Unterschenkeln im Gegensatz zu den dicken Oberschenkeln, zurückfliehender Stirn und einem tieffurchigem Gesicht dargestellt23. Kurzum, die Vorstellung eines Adonis erfüllte er in keinem Fall. Auch eine Ausprägung seines Geschlechtsteiles wurde in Abbildungen und Statuen nie vorgenommen. Dies verleitete viele Wissenschaftler zu zum Teil haarsträubenden Theorien. Einige behaupteten, es habe Nofretete nie gegeben und er hätte bedingt durch seine angebliche Homosexualität beide Rollen -die der Königin und die des Königs- eingenommen. Andere sahen in den Darstellungen Symptome, die auf das Fröhlichsche Syndrom24 schließen lassen, das mit Fettleibigkeit um die Hüften, Deformation des Kopfes und der Rückbildung der Geschlechtsmerkmale in Verbindung mit Unfruchtbarkeit auftritt. Diese Theorie ist jedoch unglaubwürdig, da Echnaton ja 6 Töchte gemeinsam mit Nofretete gezeugt hat. Deshalb ist für mich die wahrscheinlichste Theorie die des Marfan-Syndromes25.

Dies wäre dann auch mit der Tatsache stimmig, dass seine Töchter ebenfalls die gleichen Merkmale zeigen, da diese Krankheit dominant vererbt wird.

Nach all dieser Information über den Naturalismus und die realistischen Darstellungen könnte man denken, dass es damals so etwas wie „künstlerische Freiheit“ gegeben haben muss. Genau das Gegenteil war jedoch der Fall. Die damaligen Künstler wurden durch strenge Reglementierungen in ihrer Arbeit eingeschränkt und von den Beamten des Pharaos Echnaton kontrolliert. Alle künstlerischen Werke, die ihm nicht gefielen, mussten umgehend ausgebessert werden.

1.5 Der Anfang vom Ende

In dem doch recht angenehmen Umfeld der Stadt Achetaton lebte die Familie nun und ihre gesamte Aufmerksamkeit galt der Religion. Echnaton und seine Ehefrau Nofretete, die gemeinsam mit Aton die Triade26 bildeten, versuchten ihren Gott immer mehr in das Zentrum des Lebens der Menschen in ihrem Reich zu rücken. Sie wollten ihnen vermitteln, wie abhängig sie und die Natur doch vom Licht sind. Ohne Licht kann nichts gedeihen!

Für diese Rolle des „Alleskönners“ war Gott Aton geradezu wie geschaffen. Er bestach durch seine simple Klarheit. Außerdem repräsentierte er nicht mehr das „Unerreichbare“, sondern war ständig präsent. Diese positiven Eigenschaften wurden noch begünstigt durch seine nicht definierbare Gestalt. Er besaßkeinen Körper und er hatte keine Entstehungsgeschichte, um die sich Sagen hätten ranken können. Aton stellte eine klare, fast unanfechtbare Linie für alle Gläubigen dar!

Dieser Ideologie verfiel Echnaton immer mehr. Er vertraute blind auf Atons Weisungen, denn er sah sich selber ja als sein Sprachrohr27. Damit war aber auch die Religion abhängig von der Existenz einer einzigen Person; in diesem Falle Echnaton.

Ab dem 12. Regierungsjahr Echnatons wird ein Radikalisierungsprozess deutlich. Er schickte Männer seines Heeres zurück nach Theben und lies dort aus allen Briefen, Inschriften, Tempeln und anderen Bauten den Namen „Amun“ entfernen. Sogar auf der Spitze meterhoher Obelisken hat man Spuren dieser Verwüstung gefunden. Gleichzeitig mit diesem Auftrag zu Schändung erließer den Befehl zu Schließung aller Amun-Tempel und verbot alle Götterfeste. Mit diesem letzten Schritt machte er aus dem Polytheismus einen Monotheismus.

Im 13. oder 14. Regierungsjahr traf die Familie Echnatons ein großer Schicksalsschlag: die zweitälteste Tochter Maketaton starb und hinterließsehr wahrscheinlich ein Kind. Sie erhielt eine feierliche Bestattung mit der 70 Tage andauernden Trauerphase. Ihr Leichnam wurde im Familiengrab in Achetaton in einer feierlichen Prozession, begleitet von einer Schar von Klagefrauen, Priestern und Beamten, beigesetzt.

Und genau in dieser Zeit wird auf Alabastergefäßen und Kosmetikbehältern nun eine Frau namens Kija28 beschrieben, die vorher noch nie Erwähnung gefunden hatte. Sie scheint eine Nebenfrau Echnatons gewesen zu sein, da sie den Titel „große geliebte Frau des Königs“ trug. Sie wird jedoch nie mit königlichen Attributen wie z.B. einer Krone oder der Uräus-Schlange gezeigt, was ein eindeutiger Beweis dafür ist, dass sie weder eine politische noch eine religiöse Bedeutung hatte. Sie gebar Echnaton jedoch eine weitere Tochter, deren Name jedoch entfernt und durch andere ersetzt wurde.

Warum Kija diese doch gehobene Stellung am Hof einnehmen konnte, ist ungewiß. Es ist nur sicher, das Nofretete ganz plötzlich und ohne erkennbaren Zusammenhang verschwindet. Es gibt weder Aufzeichnungen über einen möglichen Tod der Königin noch wird ein Vergehen beschrieben, wegen dem sie den Hof hätte verlassen müssen.

Ebenso rätselhaft ist die Existenz Tejes, der Mutter des Königs. Es ist sicher, dass sie ihren Mann, Amenophis III., um mindestens 10 Jahre überlebt haben muss und auch später nach Achetaton gezogen ist, um dort die Funktion einer Beraterin ihres Sohnes zu übernehmen. Über ihre Person gibt es ebenfalls keine gesicherten Erkenntnisse, ob sie nun vor ihrem eigenen Sohn starb oder ihn sogar überlebte. Im zweiten Fall hätte sie mit Sicherheit ein stolzes Alter von ca. 70 Jahren erreicht.

Diese Auflistung der Ereignisse wird noch um ein außen- und ein innenpolitisches ergänzt, die zum Untergang Echnatons und seiner Religion führten. Das außenpolitische Ereignis war ein Krieg in Vorderasien. Echnatons dort lebenden Vasallen riefen ihn immer wieder zur Unterstützung auf, doch er sah keinen Handlungsbedarf und regierte ohne Rücksicht auf diesen Konflikt mit seinen fast schon pazifistisch anmutenden Grundsätzen weiter. Hierbei hatte er wohl ganz auf die Hilfe Atons vertraut und wurde bitter enttäuscht. Die Pest, das innenpolitische Problem, brach in Ägypten aus und verunsicherte die Menschen noch mehr. Nun glaubten sie wirklich nicht mehr an die Güte des Aton, die der Pharao Echnaton doch immer wieder beschwor. Solch einem Gott, der so viel Schlechtes über das Land kommen ließ, wollten die Menschen nicht weiter vertrauen.

Im 17. Regierungsjahr29 starb der König. Woran, dass kann heute keiner genau sagen, da diese Zeitspanne wenig bzw. gar nicht dokumentiert wurde. Sicher ist jedoch, dass er vor seinem Tod an einer Krankheit gelitten hat; vielleicht sogar an der Pest. Es ist jedoch auch möglich, das er an einem Herzfehler, bedingt durch das bereits erwähnte Marfan-Syndrom starb. Diese Tatsachen lassen ausschließen, dass Echnaton infolge einer Revolution oder eines Putsches ermordet wurde. Er wurde, genau wie seine Tochter Maketaton vor ihm schon, in einer 70 Tage anhaltende Trauerphase mumifiziert und dann in seinem Felsengrab30 beigesetzt. Fraglich ist jedoch, ob es, wie von einigen Ägyptologen behauptet, vor seinem Tod eine zwei Jahre andauernde Doppelregentschaft zwischen Echnaton und seinem Schwiegersohn Semenchkare31 gab.

1.6 Was wurde aus Echnatons Erbe?

Nach dieser Phase der politischen Ungewissheit kommt mit dem nun folgenden König Tutanchaton wieder Klarheit in die geschichtlichen Abläufe. Aus welchem Adelsgeschlecht der neunjährige Nachfolger Echnatons stammt, ist noch nicht bestimmt. Es ist in jedem Fall sicher, dass er nicht der leibliche Sohn Echnatons gewesen sein kann, weil beide Gemahlinnen, Nofretete und Kija, ihm nur Töchter schenkten.

Nach ca. dreijähriger Regierungszeit in Achetaton siedelt Tutanchaton nach Memphis um und erklärt die alte Göttervielfalt mit Amun als Oberhaupt für wieder hergestellt. Damit vollzieht sich erneut eine Namensänderung, die aus Tutanchaton den oft erwähnten Tutanchamun macht. Auch in Karnak werden zu dieser Zeit die alten Amuntempel wieder eröffnet und alle öffentlichen Symbole des Gottes Aton und seines Sohnes Echnaton vernichtet.

Achetaton wird völlig verlassen und innerhalb von wenigen Jahren ist die Stadt kaum noch zu erkennen. Dies ist das Bild, dass sich heute in Armana -so heißt die Stadt heute- bietet.

2 Echnaton als „Geburtshelfer“ des Monotheismus

Trotz dieser detaillierten Zusammenfassung des Leben Echnatons und seiner Ideologien, ist bis jetzt noch nicht klar herausgestellt, ob er nun der Begründer des Monotheismus und damit Vorbild für den christlichen Glauben ist.

Ich denke, man kann eindeutig sagen, dass Echnaton wohl kein Vorbild für Mose war, wie es einige Religionsforscher behaupten. Es ist absolut unglaubwürdig, dass Mose zu seinen Lebzeiten von der Geschichte des monotheistischen Sonnengottes aus dem alten Ägypten gehört hat und darin die Grundidee für seine Vorhaben gesehen hat.

Die Frage, ob Echnaton nun der Begründer des ersten monotheistischen Glaubens ist, ist wiederum eine andere. Einerseits steht fest, dass er durch das Verbot der Verehrung des Gottes Amun und der anderen Götter große Anstrengungen vorgenommen hat, um Aton als den alleinigen Gott anbeten zu können. Andererseits hat er jedoch mit seiner Frau Nofretete und Aton eine Triade gebildet, die ihn und sie auch als Götter bezeichnen. Auch die anfänglich als Königssymbol oft dargestellte Uräus- Schlange wurde während seiner Thronzeit als Göttin verehrt.

Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass man Echnaton wahrscheinlich besser als den „Geburtshelfer“ des Monotheismus bezeichnen kann. Es gelang ihm jedoch nicht, sein Volk von seinen Gedanken zu überzeugen und damit dem Anspruch auf die absolute Ausschließlichkeit des einen Gottes Aton durchzusetzen.

3 Resümee

Ich denke, dass die Bearbeitung des Themas sehr aufwendig war. Es war besonders schwer aktuelle und gute Literatur zu finden, die das Thema von allen Seiten beleuchtet. Problematisch sind die vielfältigen Theorien, die sich z.B. um den Tod Echnatons ranken. Immer wieder bin ich auf absolut gegensätzliche Angaben gestoßen, was die Interpretation der Armana.Kunst betrifft. Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, alle Perspektiven zu erläutern und in meine Ausgestaltung einfließen zu lassen.

Meiner Meinung nach ist das Themengebiet „Altes Ägypten“ ein sehr interessanter Bereich, der auch gut zu bearbeiten ist, solange das Themenfeld stark eingegrenzt ist. Ich würde jedoch für das nächste Mal einen Bereich wählen, bei dem ich mich nicht auf Theorien, Sagen und Meinungen bedeutender Ägyptologen stützen muss. Während meiner Arbeit an diesem Thema bin ich auf die Geschichte vieler ägyptischer Pharaonen gestoßen und musste feststellen, dass Echnaton doch derjenige ist, über den am meisten spekuliert wird. Diese Tatsache hat meine Arbeit zum Teil erheblich erschwert.

Abschließend möchte ich jedoch nicht den Eindruck stehen lassen, mich hätte das Thema absolut nicht interessiert. Es gibt enorm viele Bereiche, die mich immer wieder aufs neue erstaunt, begeistert und manchmal auch ein wenig erschreckt haben. Ich habe noch nie von einem Menschen gehört, der mit solch einer Zielstrebigkeit seine Überzeugungen verfolgt hat.

4 Anhang

Der Sonnengesang Echnatons

Schön erscheinst du

im Horizonte des Himmels,

du lebendige Sonne,

die das Leben bestimmt!

Du bist aufgegangen im Osthorizont

und hast jedes Land mit deiner Schönheit erfüllt.

Schön bist du, großund strahlend,

hoch über allem Land.

Deine Strahlen umfassen die Länder

Bis ans Ende von allem, was du geschaffen hast.

Du bist Re, wenn du ihre Grenzen erreichst.

Und sie niederbeugst für deinen geliebten Sohn.

Fern bist du, doch deine Strahlen sind auf Erden;

Du bist in ihrem Angesicht, doch unerforschlich ist dein Lauf.

Gehst du unter im Westhorizont,

so ist die Welt in Finsternis,

in der Verfassung des Todes.

Die Schläfer sind in der Kammer,

verhüllten Hauptes, kein Auge sieht das andere.

Raubt man alle ihre Habe, die unter ihren Köpfen ist

Sie merken es nicht.

Jedes Raubtier ist aus seiner Höhle gekommen,

und alle Schlangen beißen.

Die Finsternis ist ein Grab,

die Erde liegt erstarrt,

ist doch ihr Schöpfer untergegangen in seinem Horizont.

Am Morgen aber bist du aufgegangen im Horizont

und leuchtest als Sonne am Tage;

du vertreibst die Finsternis und schenkst deine Strahlen.

Die beiden Länder sind täglich im Fest,

die Menschen sind erwacht

und stehen auf den Füßen, du hast sie aufgerichtet.

Rein ist ihr Leib, sie haben Kleider angelegt,

und ihre Arme sind in Anbetung bei deinem Erscheinen,

das ganze Land tut seine Arbeit.

Alles Vieh ist zufrieden mit seinem Kraut,

Bäume und Kräuter grünen.

Die Vögle sind aus ihren Nestern aufgeflogen,

ihre Schwingen preisen deinen Ka.

Alles Wild hüpft auf den Füßen,

alles, was fliegt und flattert, lebt,

wenn du für sie aufgegangen bist.

Die Lastschiffe fahren stromab

Und wieder stromauf,

jeder Weg ist offen durch dein Erscheinen.

Die Fische im Strom springen vor deinem Angesicht,

deine Strahlen sind im Innern des Meeres.

Der du den Samen sich entwickeln läßt in den Frauen,

der du „Wasser“ zu Menschen machst,

der du den Sohn am Leben erhällst im Leib seiner Mutter

und ihn beruhigst, so dass seine Tränen versiegen-

du Amme im Mutterleib !-

der du Atem spendest,

um alle Geschöpfe am Leben zu erhalten.

Kommt (das Kind) aus dem Mutterleib heraus,

um zu atmen am Tag seiner Geburt,

dann öffnest du seinen Mund vollkommen

und sorgst für seine Bedürfnisse.

Das Küken im Ei,

das schon in der Schale redet-

du gibst ihm Luft darinnen, um es zu beleben.

Du hast ihm seine Frist gesetzt,

(die Schale) zu zerbrechen im Ei;

es geht hervor aus dem Ei,

um zu sprechen zu seiner Frist,

es läuft schon auf den Füßen, wenn es herauskommt aus ihm.

Wie zahlreich sind deine Werke,

die dem Angesicht verborgen sind,

du einziger Gott, dessengleichen nicht ist!

Du hast die Erde geschaffen nach deinem Wunsch, ganz allein,

mit Menschen, Vieh und allem Getier,

mit allem, was auf der Erde ist,

was auf den Füßen umherläuft

und allem, was in der Höhe ist und mit seinen Flügeln fliegt.

Die Fremdländer von Syrien und Nubien,

dazu das Land Ägypten-

jeden stellst du an seinen Platz und sorgst für seine Bedürfnisse,

ein jeder hat seine Nahrung, seine Lebenszeit ist bestimmt.

Die Zungen sind verschieden im Reden,

ebenso ihre Wesenszüge;

ihre Hautfarbe ist verschieden, denn du unterscheidest die Völker.

Du schaffst den Nil in der Unterwelt

Und bringst ihn herauf nach deinem Willen,

die Menschen am Leben zu erhalten, da du sie geschaffen hast.

Du bist ihrer aller Herr, der sich abmüht an ihnen,

du Herr aller Lande, der für sie aufgeht,

du Sonne des Tages, gewaltig an Hoheit!

Selbst alle fernen Fremdländer erhältst du am Leben,

hast du doch einen Nil an den Himmel gesetzt,

dass er zu ihnen herabkomme

und wellen schlage auf den Bergen, wie das Meer

um ihre Wälder zu befeuchten mit dem, was sie brauchen.

Wie wirksam sind deine Pläne, du Herr der Ewigkeit!

Den Nil am Himmel, den gibst du den Fremdvölkern

Und allem Wild der Wüste, dass auf Füßen läuft;

Aber der wahre Nil kommt aus der Unterwelt nach Ägypten.

Deine Strahlen säugen alle Felder-

Wenn du aufgehst, leben sie und wachsen für dich.

Du schaffst die Jahreszeiten, um alle deine Geschöpfe sich entwickeln zu lassen

Den Winter, um sie zu kühlen,

die Sommerglut, damit sie dich spüren.

Du hast den Himmel fern gemacht, um an ihm aufzugehen

Und alles zu schauen, was du geschaffen hast.

Einzig bist du, wenn du aufgegangen bist,

in all deinen Erscheinungsformen als lebendiger Aton,

der erscheint und erglänzt,

sich entfernt und sich nähert;

du schaffst Millionen von Gestalten aus dir allein

Städte, Dörfer und Äcker,

Wege und Strom.

Alle Augen sehen sich dir gegenüber,

wenn du als Sonne des Tages über dem Land bist.

Wenn du gegangen bist, dein Auge nicht mehr da ist,

das du um ihretwillen geschaffen hast,

damit du dich nicht selber siehst als einziges, was du geschaffen hast

auch dann bleibst du in meinem Herzen,

und kein anderer ist, der dich kennt,

außer deinem Sohne Nefercheprure Uanre,

den du dein Wesen und deine Macht erkennen lässt

Die Welt entsteht auf deinen Wink, wie du sie geschaffen hast.

Bist du aufgegangen, so leben sie,

gehst du unter, so sterben sie;

du bist die Lebenszeit selbst, man lebt durch dich.

Die Augen ruhen auf Schönheit, bis du untergehst,

alle Arbeit wird niedergelegt, wenn du untergehst im Westen.

Der Aufgehende stärkt alle Arme für den König,

und Eile ist in jedem Fuß.

Seit du die Welt gegründet hast, erhebst du sie

Für deinen Sohn, der aus deinem Leib hervorgegangen ist,

den König beider Ägypten, Nfercheprure Uanre,

den Sohn des Re, der von Maat lebt,

den Herrn der Diademe, Echnaton, großin seiner Lebenszeit,

und die Große Königsgemahlin, die er liebt,

die Herrin Beider Länder, Nofretete,

die lebendig und verjüngt ist

für immer und ewig.

Lageplan Achetaton

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Bilder

Teje

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Amenophis III

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Literaturverzeichnis

Buchtitel: HORNUNG, ERIK: Echnaton: Die Religion des Lichtes, Artemis& Winkler, Düsseldorf; Zürich 2. Auflage 2001

Zeitschrift: Dr. MÄRTIN, RALF-PETER: Der Sohn der Sonne. In: Geo Epoche-Das Reich der Pharaonen, Nachdruck 02/2001, Seiten 36-49,Gruner + Jahr AG & Co, Hamburg

Internet-Dokument: Verfasser unbekannt, Erstellungsdatum unbekannt, „Landkarte Ägypten“, http://home.arcor-online.de/friedl/sr/aegypten-karte.htm, 19.12.01

Internet-Dokument: Verfasser unbekannt; Erstellungsdatum unbekannt, „Lageplan Achetaton“, www.vonbastet.de/achetaton.htm, 19.12.01

Internet-Dokument: Verfasser unbekannt; Erstellungsdatum unbekannt; „Bilder Nofretete, Echnaton, Teje, Amenophis III.“, www.vonbastet.de/echnaton.htm, 19.12.01

Internet-Dokument: Verfasser unbekannt, Erstellungsdatum unbekannt, „Strahlenaton“, http://members.tripod.de/Sachmat6/aegypten/aton.html, 19.12.01

[...]


1 Echnatons Vater, siehe S. 19

2 1555-1293 v. Chr.; wichtigste Könige waren Ahmose, Amenhotep I., Thutmosis I.-III., Hatschepsut, Tutanchamun und Haremhab

3 = König

4 siehe S. 19

5 „Re-Horus-im Horizont“; der Sonnengott Re, dargestellt durch einen Falken und eine Sonnenscheibe, wurde zur Mittagszeit zu Re-Harachte

6 siehe S. 20

7 z.B. Tempel in Luxor oder die Hochtempel auf dem thebanischen Westufer

8 Sachmet- „die Mächtige“, Göttin des Ptah; häufig mit menschlichem Körper und Löwenkopf dargestellt; Kriegsgöttin; der heiße Wüstenwind gilt als ihr Atem; war auch eine Heilgöttin; Hauptkultort war Memphis

9 Echnaton, dessen Geburtsname Amenophis war, wurde zu Amenophis IV

10 siehe S. 20

11 heiliger Bezirk Thebens

12 „der Verborgene“, oftmals mit einer hohen Federkrone und einem blauen Gesicht dargestellt, was seine Identität as Gott des Windes bestätigt; war auch Schöpfergott und Fruchtbarkeitsgott

13 „Aton ist gefunden“

14 „Achanjati“ ausgesprochen

15 „Horizont des Aton“, heute heißt diese Stadt Armana, siehe S. 17

16 siehe S.18

17 Ausgabe „Das Reich der Pharaonen“

18 auf einer dieser Grenzstelen ist der von ihm persönlich verfasste „Sonnengesang“ niedergeschrieben, siehe S. 14-16

19 „der Vollkommenste ist Aton“

20 Auszug aus „Echnaton“ von Erik Hornung, S.51

21 „geschützt von Aton“

22 siehe S.21

23 sieh S. 20

24 Fehlfunktion der Hirnanhangdrüse

25 Bindegewebsschwäche und ein früher Tod bedingt durch einen häufig auftretenden Herzfehler

26 göttliche Dreiheit; Prallele zum Christentum, ebenfalls Triade: Vater, Sohn, heilige Geist

27 Beweis hierfür ist der von Echnaton selbst verfasste Sonnengesang (siehe Anhang)

28 wahrscheinlich Kurzform für „ta schepeset“- die Dame

29 1334 v. Chr.

30 dieses Felsengrab wurde bis heute nicht gefunden

31 Mann einer seiner Töchter mit Nofretete

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Ist Echnaton der Begründer des Monotheismus?
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V106613
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Echnaton
Arbeit zitieren
Kathrin Stiel (Autor), 2002, Ist Echnaton der Begründer des Monotheismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106613

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