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Die Truman-Doktrin. Ein Wandel in der amerikanischen Politik

Title: Die Truman-Doktrin. Ein Wandel in der amerikanischen Politik

Seminar Paper , 1999 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Staatswissenschaftler (univ.) Sascha Hissler (Author)

Politics - Region: USA
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Mit dieser Seminararbeit - die in chronologischer Reihenfolge der Ereignisse aufgebaut ist – wird die Entstehungsgeschichte der Truman-Doktrin erläutert und die Leistung Trumans herausgestellt, der im April 1945 in die Fußstapfen des langjährigen US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelts (1933-1945) trat, jedoch dessen Politik der Kooperation mit Stalin nicht mehr lange fortsetzen konnte.
Als erstes werden die relativ guten amerikanisch-sowjetischen Beziehungen während des zweiten Weltkrieges beschrieben, die besonders auf der Atlantik-Konferenz sowie bei den darauf folgenden Kriegskonferenzen erkennbar sind. Höhepunkte dieser interalliierten Kriegskonferenzen waren zweifelsohne die beiden einzigen Konferenzen aller drei Regierungsspitzen in Teheran und Jalta, wo sich Roosevelts Konzept über den Umgang mit der Sowjetunion verdeutlichen läßt. Sehr hilfreich bei dieser Analyse sind die umfangreichen Memoiren des britischen Premierministers Churchill, die Studie von Günter Moltmann über „Amerikas Deutschlandpolitik im zweiten Weltkrieg“ sowie der Wegweiser durch die alliierten Kriegskonferenzen von Gerd Ressing mit dem provokativen Titel „Versagte der Westen in Jalta und Potsdam?“.
Nach dem Tode F.D. Roosevelts kam Harry Spencer Truman an die Macht, die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen verschlechterten sich und in den USA war eine Abkehr von der Kooperationspolitik erkennbar. Doch was waren die Ursachen für diesen Wandel in der amerikanischen Politik? Zur Beantwortung dieser Fragen sind die Memoiren von Harry Truman und die seines stellvertretenden Botschafters in Moskau, George F. Kennan, lesenswert und auch die beiden Studien des habilitierten deutschen Politikwissenschaftlers Ernst-Otto Czempiel „Weltpolitik der USA nach 1945, Einführung und Dokumente“ sowie „Das amerikanische Sicherheitssystem 1945-1949, Studie zur Außenpolitik der bürgerlichen Gesellschaft“ sind ebenfalls sehr hilfreich. Nachdem die Berichte der ideologischen Vorreiter (George Kennan und James Byrnes) erläutert worden sind, wird der Anlaß und der Inhalt der Truman-Doktrin skizziert und die Frage beantwortet, was denn so besonderes an der Doktrin war, daß die USA durch sie einen neuen Kurs eingeschlagen haben.

Der Schwerpunkt dieser Seminararbeit liegt in der Herausstellung des Unterschiedes zwischen der Politik Roosevelts und Trumans in Bezug auf die Sowjetunion sowie in der Beschreibung der Vorgeschichte und der Erläuterung des Inhaltes der Doktrin.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die amerikanische Kooperationspolitik unter Roosevelt

1. Atlantik-Charta und ARCADIA-Konferenz

2. Kooperationspolitik in der Anti-Hitler Koalition am Beispiel der Kriegskonferenzen von Casablanca, Teheran und Jalta

3. Tod Roosevelts

III. Der neue Präsident und die Vorreiter der Truman-Doktrin

1. Trumans Amtsantritt und entschlossenes Auftreten gegenüber Molotow

2. Gründung der UN, Schlagwort „Eiserner Vorhang“

3. Potsdamer Konferenz

4. Kennans „langes Telegramm“, Trumans Brief an Byrnes, Churchills „Fulton-Rede“ sowie Byrnes Rede als ideologische Vorreiter der Doktrin

IV. Die Truman-Doktrin

1. Erörterung der Probleme Griechenlands und der Türkei

2. Mehrere Hilfsforderungen an den amerikanischen Präsidenten

3. Verkündigung der Doktrin

4. Kennan durch „X-Artikel“ als Urheber der Eindämmungspolitik

V. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit untersucht den historischen Wandel in der amerikanischen Außenpolitik unter Präsident Harry S. Truman, der zu einer Abkehr von der Kooperationspolitik Roosevelts und zur Etablierung der Truman-Doktrin führte. Die Forschungsfrage widmet sich dabei den Ursachen für diesen Kurswechsel sowie der Analyse, wie die Doktrin die US-Außenpolitik im Kalten Krieg prägte.

  • Vergleich der Außenpolitik zwischen Franklin D. Roosevelt und Harry S. Truman.
  • Die Entwicklung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Die Rolle ideologischer Vordenker wie George F. Kennan für die Eindämmungspolitik (Containment).
  • Die politische Situation in Griechenland und der Türkei als unmittelbarer Anlass für die Doktrin.
  • Die historische Bedeutung und langfristigen Auswirkungen der Truman-Doktrin auf das westliche Bündnissystem.

Auszug aus dem Buch

1. Trumans Amtsantritt und entschlossenes Auftreten gegenüber Molotow

Vizepräsident Harry Spencer Truman trat noch am Abend des 12. Aprils die Nachfolge Roosevelts an. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, die durch Roosevelt getroffenen Vereinbarungen und Verpflichtungen einzuhalten, um so vor allem mit der Sowjetunion „auf diesem Weg zu bleiben“. Doch schon beim ersten Besuch des russischen Außenministers Molotow in den USA am 22. April 1945 wurde die auf den vorherigen Konferenzen empfundene „harmonisch[e]“ Stimmung getrübt: Präsident Truman bekundete gegenüber Molotow die „Hoffnung [...], daß es sich als möglich erweisen werde, die von Präsident Roosevelt [...] geschaffenen guten Beziehungen aufrechtzuerhalten.“

Molotow äußerte sich im Namen der Sowjetregierung, daß die „Großen Drei“ bisher auf der Basis der Gleichberechtigung miteinander verhandelt hätten, ohne „daß eine oder zwei von den dreien versucht hätte, einer anderen ihren Willen aufzuzwingen“ und daß genau dies die „einzige für die Sowjetregierung annehmbare Basis für die Zusammenarbeit“ darstelle. Truman gab Molotow in diesem Gespräch unmißverständlich zu verstehen, daß die Freundschaft zwischen ihren beiden Ländern nur bestehen könnte, wenn sich auch beide Seiten an die getroffen Vereinbarungen - hier sprach er besonders das Abkommen über Polen an - halten und nicht eigenmächtig handeln würden. Truman behandelte Molotow bei diesem ersten Aufeinandertreffen scharf, was bei Molotow sehr negativ aufstieß, denn er beendete dieses Gespräch mit den Worten: „So hat in meinem ganzen Leben noch niemand mit mir gesprochen“. In dieser undiplomatisch harten Art, in der Truman den sowjetischen Außenminister empfangen hatte, ist ein bedeutsamer Wandel im Unterschied zu Roosevelt zu erkennen: Truman schenkte den „Warnungen vor einer expansiven, totalitären Sowjetunion von Beginn an mehr Glauben“ als Roosevelt dies tat. Für die USA als stärkste Militärmacht nach dem zweiten Weltkrieg wurde „Macht [...] die Grundlage aller amerikanischen Außenpolitik“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die zentrale These auf, dass Truman die Politik seines Vorgängers Roosevelt radikal änderte, um die Truman-Doktrin zu etablieren.

II. Die amerikanische Kooperationspolitik unter Roosevelt: Dieses Kapitel behandelt das Konzept der interalliierten Zusammenarbeit während des Zweiten Weltkriegs und die strategischen Entscheidungen auf den Konferenzen von Casablanca, Teheran und Jalta.

III. Der neue Präsident und die Vorreiter der Truman-Doktrin: Das Kapitel analysiert den Regierungswechsel zu Truman und die maßgeblichen ideologischen Vorbereitungen durch diplomatische Berichte und Reden.

IV. Die Truman-Doktrin: Hier werden der konkrete Anlass in Griechenland und der Türkei sowie die Verkündigung und die theoretische Fundierung der Doktrin durch die Eindämmungspolitik untersucht.

V. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert den Paradigmenwechsel der US-Außenpolitik und verankert die Truman-Doktrin in ihrem historischen Kontext des beginnenden Kalten Krieges.

Schlüsselwörter

Truman-Doktrin, Kalter Krieg, USA, Sowjetunion, Eindämmungspolitik, Containment, Außenpolitik, Harry S. Truman, Franklin D. Roosevelt, George F. Kennan, Kriegskonferenzen, Weltpolitik, Demokratie, Totalitarismus, Interessenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Wandel der amerikanischen Außenpolitik vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Verkündigung der Truman-Doktrin im Jahr 1947.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Kooperationspolitik der Alliierten unter Roosevelt, der Regierungsantritt von Harry S. Truman sowie die geopolitischen Spannungen mit der Sowjetunion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte der Truman-Doktrin aufzuarbeiten und die Abkehr von der bisherigen amerikanischen Außenpolitik verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine chronologische Analyse historischer Ereignisse, gestützt auf Primärquellen wie Memoiren sowie einschlägige politikwissenschaftliche Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kriegskonferenzen, die Entwicklung von George F. Kennans Eindämmungsstrategie und die konkrete Ausformulierung der Beistandszusage für Griechenland und die Türkei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Truman-Doktrin, Containment, Kalter Krieg, USA-Außenpolitik und amerikanisch-sowjetische Beziehungen definieren.

Warum gilt der Amtsantritt von Truman als entscheidender Wendepunkt?

Der Autor zeigt auf, dass Truman im Gegensatz zu Roosevelt der Sowjetunion mit Misstrauen begegnete und bereit war, eine konfrontative Politik der Stärke einzuschlagen.

Welche Rolle spielten die Ereignisse in Griechenland und der Türkei für die Doktrin?

Sie dienten als unmittelbarer Auslöser, da Großbritannien seine Unterstützung in der Region einstellen musste und Truman ein kommunistisches Machtvakuum im Mittelmeerraum verhindern wollte.

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Details

Title
Die Truman-Doktrin. Ein Wandel in der amerikanischen Politik
College
German Armed Forces, Air Force  (Historisches Institut)
Grade
1,0
Author
Diplom-Staatswissenschaftler (univ.) Sascha Hissler (Author)
Publication Year
1999
Pages
27
Catalog Number
V10661
ISBN (eBook)
9783638170260
ISBN (Book)
9783638815802
Language
German
Tags
Truman-Doktrin Wandel Politik Kennan Truman USA
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Staatswissenschaftler (univ.) Sascha Hissler (Author), 1999, Die Truman-Doktrin. Ein Wandel in der amerikanischen Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10661
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