Diese Facharbeit stellt einen Sechs-Phasen-Pandemie/Epidemieplan und Möglichkeiten zur Implementierung vor, der unabhängig von der Art des Erregers eine unterstützende Sammlung von Maßnahmen sein kann, mit dem Ziel Infektionsketten zu unterbrechen und nachvollziehbar zu machen.
Die Covid-19 Pandemie die im Dezember des Jahres 2019 ihren Anfang nahm und in ihrem Verlauf stationäre Pflegeeinrichtungen auf der ganzen Welt vor außergewöhnliche Herausforderungen stellte, zeigte deutlichst, dass eine passive Rolle von Führungskräften, die sich nur auf die bestehenden unzureichenden oder nicht vorhandenen Konzepte beriefen und auf Anweisungen durch Behörden und Bundes/Landesregierungen warteten, nicht vereinbar ist mit dem Ziel die Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen vor vermeidbaren Gefahren zu schützen.
Zumindest hierzulande überholte die Realität oft genug die Entscheider auf Bundes- und Landesebene.
Auch wenn und sobald die derzeitige Pandemie überstanden sein sollte, kann es kein „zurück zum davor“ geben. Stattdessen sollten Pandemiepläne ein fester Bestandteil der Konzepte jeder Pflegeeinrichtung werden. Denn Covid-19 ist sicherlich eine außergewöhnliche Herausforderung, aber nicht die letzte und auch nicht die erste ihrer Art. Schon im November 2002 bis Juli 2003 gab es mit der SARS CoV1 Pandemie, die sich schwerpunktmäßig auf China, Hongkong, Taiwan, Kanada und Singapur beschränkte, das erste Auftreten eines SARS-Coronaviruses. Mit MERS-CoV wurde ein weiteres Coronavirus 2012 identifiziert, dass bisher vor allem auf der arabischen Halbinsel bereits über 850 Toden geführt hat. Regelmäßig kommt es auch durch Influenza Subtypen zu endemischen und pandemischen Entwicklungen. Außerdem ist zu befürchten, dass durch die fortschreitende Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen bei Bakterien, Erkrankungen die momentan sehr gut behandelbar sind wieder endemisches und pandemisches Potential entwickeln werden sobald nur noch wenige oder gar keine Antibiotika zur Behandlung zur Verfügung stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Epidemie
2.2 Pandemie
2.3 Infektion
3. Rechtliche Aspekte
3.1 Heimgesetz
3.2 Infektionsschutzgesetz
3.3 Arbeitszeitgesetz
4. Pandemie/Epidemieplan
4.1 Ziel und Zweck
4.2 Einteilung des Pandemieplans
4.3 Vorbereitungsphase/Implementierungsphase
4.4 Bereitschaftsphase
4.5 Verdachtsphase
4.6 Infektionsphase 1
4.7 Infektionsphase 2
4.8 Evaluationsphase
4.9 Phasenunabhängige Maßnahmen und
5. Möglichkeiten der Implementierung
5.1 Vier Stufen Modell
5.2 Sechsschrittiger Implementierungsprozess
5.3 Bombenwurfstrategie
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt einen strukturierten Sechs-Phasen-Pandemie- bzw. Epidemieplan, um stationären Pflegeeinrichtungen ein praxisorientiertes Instrument zur Unterbrechung von Infektionsketten an die Hand zu geben und die Führungskräfte in die Lage zu versetzen, aktiv statt passiv auf Krisen zu reagieren.
- Strukturierung einer Krisenbewältigung in sechs definierten Phasen.
- Rechtliche Grundlagen und Notwendigkeiten für Pandemiekonzepte.
- Implementierungsstrategien für den Pflegealltag.
- Personalmanagement unter Krisenbedingungen und Notfalldienstpläne.
- Umgang mit Kommunikation und Besucherkonzepten während einer Pandemie.
Auszug aus dem Buch
4.4 Bereitschaftsphase
Die Bereitschaftsphase wird so definiert, dass Kenntnisse über eine potentielle Gefährdung durch eine Pandemie/Epidemie vorliegen, es aber in der Einrichtung selbst, d.h. weder bei Bewohnern noch bei Mitarbeitern zu Infektionen gekommen ist.
In der Bereitschaftsphase werden folgende Maßnahmen ergriffen; Die jetzt vorliegenden Informationen über die Art des Erregers werden vom Krisenstab gesichtet und die allgemeinen Maßnahmen des Pandemieplans werden hinsichtlich der neuen Erkenntnisse über die Übertragungswege, Inkubationszeit, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten, Nachweismöglichkeiten und evtl. bereits vorliegender Impfungen abgeändert und aktualisiert um speziell auf die vorliegende Gefahr angepasst reagieren zu können.
Die Pflege beginnt damit die Bewohner speziell auf die bisher bekannten Symptome der Erkrankung hin zu beobachten die der Pandemie/Epidemie zugrunde liegt. Alle Mitarbeiter beobachten sich selbst, und Personen im privaten Umfeld ebenfalls hinsichtlich der bekannten Symptome.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Notwendigkeit von Pandemieplänen in der stationären Altenpflege angesichts vergangener und zukünftiger Infektionsgefahren.
2. Begriffsdefinition: Es werden die essenziellen Begriffe Epidemie, Pandemie und Infektion wissenschaftlich erläutert.
3. Rechtliche Aspekte: Das Kapitel analysiert die gesetzlichen Anforderungen aus dem Heimgesetz, dem Infektionsschutzgesetz und dem Arbeitszeitgesetz für die Erstellung von Pandemiekonzepten.
4. Pandemie/Epidemieplan: Dies ist der Kernteil der Arbeit, der sechs Phasen der Krisenbewältigung detailliert definiert, von der Vorbereitung bis zur Evaluation.
5. Möglichkeiten der Implementierung: Verschiedene strategische Ansätze zur Einführung des Plans in den Einrichtungsalltag werden vorgestellt.
6. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Krisenpläne dynamische Prozesse erfordern und kontinuierliche Arbeit voraussetzen.
Schlüsselwörter
Pandemieplan, Epidemieplan, stationäre Altenpflege, Infektionsschutz, Krisenmanagement, Implementierung, Notfalldienstplan, Hygiene, Pflegemanagement, Infektionskette, Gefährdungsbeurteilung, Notfallplanung, Personalschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Facharbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung eines strukturierten Sechs-Phasen-Pandemie- bzw. Epidemieplans speziell für Einrichtungen der stationären Altenpflege.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen rechtliche Grundlagen, das Phasenmodell der Krisenbewältigung, Notfallplanung für das Personal, Besucherkonzepte und Strategien zur Implementierung dieser Pläne im Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Führungskräften ein nachvollziehbares Instrument an die Hand zu geben, um Infektionsketten in stationären Einrichtungen effektiv zu unterbrechen und aktiv auf Krisen zu reagieren, statt passiv auf externe Vorgaben zu warten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachwissenschaftliche Literaturanalyse und leitet daraus ein systematisches, prozessorientiertes Krisenkonzept ab.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der sechs Phasen des Pandemieplans, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Methoden zur erfolgreichen Umsetzung dieser Konzepte in der Pflegepraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Pandemieplan, stationäre Altenpflege, Krisenmanagement, Implementierung, Notfalldienstplan und Infektionsschutz.
Wie unterscheidet sich die Bereitschaftsphase von der Verdachtsphase?
In der Bereitschaftsphase liegt lediglich eine Gefährdungspotenzial vor, ohne dass Infektionen in der Einrichtung nachgewiesen sind. Die Verdachtsphase tritt ein, sobald Symptome bei Bewohnern/Mitarbeitern auftreten oder Kontakte zu Infizierten bekannt sind.
Was bedeutet das "Bombenwurfprinzip" im Kontext der Implementierung?
Es bezeichnet eine schlagartige Implementierung von Änderungen, oft von oben verordnet, um schnell Fakten zu schaffen – meist ohne vorherige Beteiligung des Personals, was zwar Zeit spart, aber erhebliche Akzeptanzprobleme verursachen kann.
Warum sind Notfalldienstpläne als „letzter Ausweg“ zu betrachten?
Sie stellen einen massiven Eingriff in die Lebensrealität von Bewohnern und Mitarbeitern dar, da sie oft Arbeitszeitverlängerungen beinhalten und nur bei extremem Personalmangel zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung gerechtfertigt sind.
Welche Bedeutung kommt der Evaluationsphase zu?
Sie dient nach dem Abklingen der Krise der kritischen Reflexion, dem Identifizieren von Ablauffehlern und der Prozessoptimierung, um zukünftige Pläne auf Basis der gesammelten Daten und Erfahrungen anzupassen.
- Arbeit zitieren
- Simon Bruckuf (Autor:in), 2021, Pandemieplan für die stationäre Altenpflege. Möglichkeiten zur Unterbrechung von Infektionsketten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1066278