Die folgende Arbeit befasst sich im Rahmen eines ethnographischen Protokolls mit dem Themenkomplex der Integration. Zu diesem Zweck wird ein umfassendes Forschungsinterview wissenschaftlich ausgewertet. Zudem werden eine rechtliche Einordnung des beobachteten Falles und eine genaue Reflexion der Umstände des Interviews vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Eckdaten zur Interviewperson
2. Ethnografisches Protokoll
3. Sequenzieller Bericht
4. Rechtliche Einordnung des Falles
5. Reflexion
5.1. Reflexion der Gestaltung des Settings
5.2. Reflexion der methodischen Vorgehensweise
5.3. Reflexion im Hinblick auf Stereotype, Vorurteile, Diskriminierung
6. Fragestellungen zu den Units 1 und 2
6.1. Beschreibung der Methode des biographisch-narrativen Interviews anhand von Fachliteratur und Reflexion der Umsetzung
6.2. Reflexion einer ausgewählten Szene oder Situation unter Rückgriff auf Texte/Theoriekonzepte zu Ursachen und Folgen sozialer Diskriminierung und zum Verlauf von Migrationsbiographien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, mittels eines biographisch-narrativen Interviews Erfahrungen im Kontext von ethnischer Herkunft und Migration zu explorieren und diese wissenschaftlich zu reflektieren. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit der methodischen Durchführung, die Analyse des Interviewverlaufs sowie die Verknüpfung mit theoretischen Konzepten zu Diskriminierung und Stereotypenbildung.
- Durchführung und methodische Auswertung eines biographisch-narrativen Interviews
- Reflexion über die Gestaltung von Forschungssettings und Rollenidentitäten
- Auseinandersetzung mit eigenen Stereotypen und Vorurteilen im Forschungsprozess
- Juristische Einordnung potenzieller Diskriminierungssachverhalte gemäß AGG
- Theoretische Fundierung von Identitätsbildung und Diskriminierungserfahrungen
Auszug aus dem Buch
6.1.Beschreibung der Methode des biographisch-narrativen Interviews anhand von Fachliteratur und Reflexion der Umsetzung
Das biographisch-narrative Interview ist eine Methode aus der qualitativen Sozialforschung und wird außerhalb der Sozialwissenschaften auch in Beratungs- und Therapiekontexten eingesetzt. Ziel ist es, dass die zu interviewende Person längere Erzählung aufrechterhält bzw. diese Erzählungen erst einmal herausgekitzelt werden. Diese Form des Interviews bietet der zu interviewenden Person den größtmöglichen Freiraum die eigene Biographie zu präsentieren. Aufgrund dessen, dass die/der Sozialforscher*in das Themenfeld im Vorfeld nicht eingrenzt, hat sie/er die Möglichkeit die subjektive Relevanz und die Deutungssysteme der/des Interviewpartner*in zu analysieren (vgl. Loch / Rosenthal 2002: 221).
Diese narrative Interviewsituation wird durch eine Erzählaufforderung eingeleitet. Diese kann beispielsweise ein Thema, eine Einschränkung oder auch eine Zeitvorgabe enthalten. Sie kann allerdings auch gänzlich offen formuliert werden. Durch die völlig offene Erzählaufforderung wird der/dem Interviewpartner*in die meiste Gestaltungsfreiheit gelassen. Sollten relevante Themengebiete ausgelassen werden, können diese im späteren internen bzw. externen Nachfrageteil angesprochen werden. Der Vorteil dieses Vorgehen ist, dass die Auslassung biographisch relevanter Themen für die Analyse der Lebensgeschichte ein neue Möglichkeit der Interpretation geben. Eine weitere Möglichkeit bietet eine etwas geschlossenere Eingangsfrage, bei der das Forschungsfeld in Verbindung mit der Lebensgeschichte und einem thematischen Schwerpunkt gesetzt wird (vgl. Loch / Rosenthal 2002: 226). Dieses Vorgehen eignet sich besonders in Fällen, wo es um sensible Themengebiete geht, man allerdings betonen möchte, dass ebenso die komplette Lebensgeschichte von Interesse ist (vgl. Loch / Rosenthal 2002: 227). Zuletzt kann durch eine geschlossene Eingangsfrage ein konkretes Themengebiet behandelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eckdaten zur Interviewperson: Dieses Kapitel stellt die demografischen Basisdaten und den Migrationshintergrund des Interviewpartners Asif tabellarisch dar.
2. Ethnografisches Protokoll: Hier wird der Prozess der Kontaktaufnahme, das Setting des Interviews sowie der persönliche Eindruck der Autorin während der Begegnung beschrieben.
3. Sequenzieller Bericht: Dieser Abschnitt rekonstruiert den chronologischen Verlauf des Interviews und dokumentiert Auffälligkeiten in der Kommunikation sowie den Gesprächsfluss.
4. Rechtliche Einordnung des Falles: Hier erfolgt eine juristische Prüfung eines fiktiven Diskriminierungsfalls auf Basis der gesetzlichen Vorgaben des AGG.
5. Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert kritisch das gewählte Setting, die methodische Vorgehensweise sowie eigene Vorurteile der Autorin.
6. Fragestellungen zu den Units 1 und 2: Dieser Teil befasst sich mit der theoretischen Einordnung der Interviewmethode sowie der wissenschaftlichen Reflexion der Ergebnisse unter Einbezug von Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Biographisch-narratives Interview, Migration, Ethnische Herkunft, Diskriminierung, Stereotype, Vorurteile, Qualitative Sozialforschung, Identität, Soziale Kategorien, AGG, Migrationsbiographie, Forschungsprozess, Reflexion, Interviewführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert ein biographisch-narratives Interview, das im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit geführt wurde, um Erfahrungen rund um Migration und Diskriminierung zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der qualitativen Interviewmethode, der Identitätsbildung von Menschen mit Migrationshintergrund und der theoretischen sowie rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Diskriminierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die explorative Auseinandersetzung mit einer Migrationsbiographie sowie die kritische Selbstreflexion der Autorin hinsichtlich ihrer Rolle als Forscherin und ihrer eigenen Vorurteile.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das biographisch-narrative Interview nach Loch/Rosenthal als qualitative Erhebungsmethode.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst ein ethnografisches Protokoll, einen sequenziellen Bericht, eine rechtliche Fallprüfung nach dem AGG sowie eine tiefgehende methodische und inhaltliche Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Soziale Arbeit, Migration, Diskriminierung, biographisch-narratives Interview, Stereotype und Reflexion.
Warum lehnte der Interviewpartner eine tiefere Erzählung ab?
Der Interviewpartner war eher wortkarg und antwortete eher im Sinne eines Frage-Antwort-Spiels, was die Erzählfluss-Dynamik veränderte und die Autorin vor methodische Herausforderungen stellte.
Wie wurde der Fall juristisch eingeordnet?
Die Autorin prüfte einen exemplarischen Fall auf Basis des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und kam zu dem Schluss, dass die Voraussetzungen einer juristischen Diskriminierung bei einer nachgewiesenen Benachteiligung aufgrund ethnischer Herkunft erfüllt wären.
Welche Bedeutung haben Stereotype im Forschungsprozess?
Die Autorin reflektiert, wie ihre eigenen, im Vorfeld gebildeten Erwartungen und Stereotype – etwa bezüglich der Bedeutung von Familie für pakistanischstämmige Menschen – durch die tatsächlichen Aussagen des Interviewpartners irritiert und korrigiert wurden.
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- Janina Warschewski (Author), 2020, Ethnische Herkunft und Migration. Gesprächsdokumentation und Forschungsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1066404