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Die Verfolgung der Christen nach Laktanz. Eine kritische Einordnung seines Werkes "De mortibus persecutorum"

Titel: Die Verfolgung der Christen nach Laktanz. Eine kritische Einordnung seines Werkes "De mortibus persecutorum"

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Anbruch der Spätantike wurde von verschiedenen politischen und kulturellen Veränderungen begleitet, ein wesentlicher Faktor war jedoch unbestreitbar das Überschwappen des frühen Christentums aus dem römisch beherrschten Palästina nach Europa. Diese neue, monotheistische Religion fand schnell Anhänger, aber auch Gegner. Entgegen der landläufigen Meinung handelte es sich bei ‚der Christenverfolgung‘ der römischen Antike nicht um eine kontinuierliche und strukturierte Bewegung gegen Christen. Vielmehr handelte es sich bei den Christenverfolgungen im Römischen Reich um eine Reihe von, anfänglich nicht kaiserlich angeordneten und sich örtlich manifestierenden, Repressalien gegen den Einfluss des Christentums.

Mit dem Erstarken der neuen Religion im Kerngebiet des Reiches sowie der beginnenden Reichskrise des dritten Jahrhunderts änderte sich dieser Zustand jedoch. Die äußere, durch Sassaniden und germanische Verbände, und innere, durch wirtschaftliche Not, Unruhen und Usurpationen hervorgerufene Bedrohungslagen veranlassten Kaiser Decius 249 bis 251 dazu, von der Bevölkerung Loyalität einzufordern. Wu

Dieser Wendepunkt ist als Ausgangspunkt für die kaiserlich initiierten und systematisch ausgeführten Verfolgungen der Christen anzusehen, welche mit dem Toleranzedikt des Galerius 311 sowie durch die Mailänder Vereinbarungen 313 politisch beendet wurden.

Eines dieser Ereignisse war wohl Anlass für den christlichen Apologeten Laktanz "De mortibus persecutorum" zu verfassen, eine der wenigen und deshalb um so wertvolleren literarischen Quellen für diese Epoche.

Laktanz erlebte die Verfolgung sowie den Siegeszug seiner Religion im Römischen Reich als Zeitzeuge und teilweise gar als Augenzeuge mit und verhandelt in seinem Werk die Gründe für und Auswirkungen der kaiserlichen Maßnahmen – jedoch indem er die Lebens- und Todesumstände römischer Kaiser, die sich aus seiner Sicht in besonderem Maß schuldig gemacht hatten, in seinen Fokus stellt. Hierbei ist besonders interessant, wie sich Laktanz dem Kampf um die Deutung seiner Zeit verpflichtet, indem er in seinem Text in äußerst polemischer Art und Weise Position bezieht.

Näher betrachtet werden soll in dieser Arbeit, welche Kaiser Laktanz als Verfolger darstellt und wie diese charakterisiert werden, um nachzuverfolgen, wie der Verfasser den jeweiligen Tod als Bestrafung markiert

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kritische Einordnung des Werks

2.1. Aktuelle Forschungslage

2.2. Quellenkritik

2.2.1. Äußere Kritik

2.2.2. Innere Kritik

3. Verfolgung der Christen nach Laktanz

3.1. Ursachen und Ausbruch der Verfolgungen

3.2. Der Verlauf der großen Verfolgung

3.3. Das Ende der Verfolgungen – Das Ende der Verfolger

Exkurs: Tod als Gottesurteil in der Antike

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk De mortibus persecutorum des christlichen Apologeten Laktanz, um zu analysieren, wie dieser die römischen Kaiser als Christenverfolger darstellt und charakterisiert. Das primäre Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie der Verfasser den jeweiligen gewaltsamen Tod dieser Kaiser als göttliche Strafe markiert und welche historiographische sowie propagandistische Intention Laktanz mit dieser Darstellung verfolgt.

  • Analyse der historischen Rolle des Laktanz als Zeitzeuge der diokletianischen Verfolgungen
  • Untersuchung der Charakterisierung römischer Kaiser (insbesondere der Tetrarchen) als negative Antagonisten
  • Evaluation der "Logik der Vergeltung" als zentrales narratives Motiv im Werk
  • Kritische Einordnung des Textes zwischen historischem Bericht und propagandistischem Pamphlet
  • Betrachtung der moralischen Botschaft Laktanz' in Bezug auf zeitgenössische römische Wertvorstellungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Ursachen und Ausbruch der Verfolgungen

Während die historische Forschung zumeist die Reichskrise des dritten Jahrhunderts als Auslöser für die großen Christenverfolgungen sieht, verortet Laktanz die Ursache der Verfolgung im Charakter und Herrschaftsstil des jeweiligen Kaisers.

Exemplarisch betrachtet kann man Laktanz‘ Meinung zu den Kaisern so verkürzen: Nero wird als machthungriger Tyrann bezeichnet, Decius‘ Wesen mit der Wildheit eines Tiers gleichgesetzt, Aurelian als Hitzkopf betitelt. Insbesondere die Tetrarchen werden vom Verfasser stark negativ gezeichnet. Als Barbaren sind ihre negativen Eigenschaften einerseits unausweichlich, andererseits ursächlich für ihre Tyrannei und Verfolgung. Wildheit, Unüberlegtheit, Fressgier und Trunksucht sowie Lüsternheit sind laut Städele die Attribute, mit denen Laktanz die Kaiser versieht und sie damit gleichzeitig auch als schlechte Kaiser kennzeichnet. So sei Diokletian von Verschwendungssucht und Habsucht geprägt, Galerius getrieben von perverser Vergnügungssucht und Maximian ein Vergewaltiger. Alles in allem erachtet sie Laktanz als „wilde Tiere“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet Laktanz’ Werk in den Kontext der spätantiken Christenverfolgungen ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die Charakterisierung der Kaiser als Verfolger zu untersuchen.

2. Kritische Einordnung des Werks: In diesem Kapitel wird der Forschungsstand zu Laktanz diskutiert und eine quellenkritische Analyse hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit als Zeitzeuge sowie der Gattungsfrage durchgeführt.

2.1. Aktuelle Forschungslage: Es wird ein Überblick über die geschichtswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Laktanz und die Einordnung seines Werkes in den Kontext der tetrarchischen Ära gegeben.

2.2. Quellenkritik: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Quellengrundlage, um die Basis für die inhaltliche Betrachtung von Laktanz’ Perspektive zu schaffen.

2.2.1. Äußere Kritik: Dieser Abschnitt beleuchtet die biographischen Hintergründe des Autors und die schwierige Überlieferungslage sowie die Frage der Urheberschaft von De mortibus persecutorum.

2.2.2. Innere Kritik: Hier wird Laktanz’ Selbstinszenierung als Zeit- und Augenzeuge sowie die Problematik seiner parteiischen Darstellung der Ereignisse analysiert.

3. Verfolgung der Christen nach Laktanz: Dieses Kapitel arbeitet heraus, warum Laktanz Christen als Opfer darstellt und welche Etappen der Verfolgung er hervorhebt.

3.1. Ursachen und Ausbruch der Verfolgungen: Laktanz macht hier den Charakter und das Fehlverhalten der Kaiser für die einsetzende Verfolgung verantwortlich, anstatt lediglich äußere politische Umstände anzuführen.

3.2. Der Verlauf der großen Verfolgung: Der Abschnitt beschreibt die von Laktanz geschilderten systematischen Maßnahmen der Verfolger gegen Christen, angefangen beim Ausschluss aus Armee und Hof bis hin zu Foltermethoden.

3.3. Das Ende der Verfolgungen – Das Ende der Verfolger: Es wird analysiert, wie Laktanz den Tod der Kaiser als göttliche Vergeltung für deren Gräueltaten inszeniert.

Exkurs: Tod als Gottesurteil in der Antike: Der Exkurs ordnet Laktanz’ Konzept göttlicher Strafen in den zeitgenössischen Kontext und das alttestamentarische Bild ein.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Werk ein komplexes Zusammenspiel aus apolegetischer Tradition und politischer Propaganda darstellt, das über eine einfache christliche Polemik hinausgeht.

Schlüsselwörter

Laktanz, De mortibus persecutorum, Christenverfolgung, Spätantike, Römische Kaiser, Tetrarchie, Diokletian, Konstantin, Geschichtsapologetik, Vergeltungslogik, Quellenkritik, Historiographie, Christentum, Propaganda, Kaiserbiographie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Schrift De mortibus persecutorum von Laktanz, um zu analysieren, wie der Autor römische Kaiser, die Christen verfolgten, porträtiert und deren Tod narrativ als göttliche Bestrafung deutet.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die kaiserliche Religionspolitik der Spätantike, die methodische Kritik an antiken Quellen, die literarische Gestaltung von "guten" und "schlechten" Kaisern sowie die Instrumentalisierung von Geschichte durch christliche Apologeten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Kaiser Laktanz als Verfolger identifiziert, wie er diese charakterisiert und mit welcher Absicht er deren Tod als Bestrafung inszeniert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine quellenkritische Analyse der Schrift angewandt, ergänzt durch einen Vergleich mit der aktuellen Forschungslage und eine literaturwissenschaftliche Betrachtung der narrativen Strategien des Autors.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Einordnung des Werks (Forschungslage, Quellenkritik) und eine inhaltliche Analyse der Darstellung von Verfolgungsursachen, dem konkreten Verlauf der Verfolgungen und der detaillierten Schilderung der Todesarten der Kaiser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Laktanz, De mortibus persecutorum, Christenverfolgung, Tetrarchie, göttliche Vergeltungslogik und Geschichtsapologetik.

Warum ordnet Laktanz die Kaiser als "wilde Tiere" ein?

Laktanz verwendet diese Metaphorik, um die vermeintlichen Barbaren-Eigenschaften und die moralische Verkommenheit der tetrarchischen Kaiser hervorzuheben, welche für ihn die logische Ursache für deren grausame Christenverfolgung darstellen.

Ist De mortibus persecutorum als rein historisches Werk zu verstehen?

Nein, die Arbeit stellt dar, dass es sich um ein komplexes, "unklassifizierbares" Werk handelt, das historische Berichterstattung mit propagandistischer Absicht und moralisierender Didaktik verbindet.

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Details

Titel
Die Verfolgung der Christen nach Laktanz. Eine kritische Einordnung seines Werkes "De mortibus persecutorum"
Hochschule
Universität Bayreuth  (Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte)
Veranstaltung
Christianisierung in Antike und Mittelalter
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1066474
ISBN (eBook)
9783346477941
ISBN (Buch)
9783346477958
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verfolgung christen laktanz eine einordnung werkes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die Verfolgung der Christen nach Laktanz. Eine kritische Einordnung seines Werkes "De mortibus persecutorum", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1066474
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Leseprobe aus  17  Seiten
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