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Friedrich Schillers Haltung zur Französischen Revolution

Stellungsnahme zur Revolution und Auswirkung auf seine Schriften

Title: Friedrich Schillers Haltung zur Französischen Revolution

Seminar Paper , 1997 , 29 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Author)

Literature - Comparative Literature
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Friedrich Schiller wurde von den jeweiligen politischen Richtungen entweder als revolutionärer oder aber als antirevolutionärer Dichter und Denker vereinnahmt. So galt er der Bewegung des Vormärz sowie der marxistischen Arbeiterbewegung als einer ihrer Vordenker. Bürgerlich-Konservative sahen in ihm dagegen einen Gegner von Revolutionen. Besonders im 19. Jahrhundert wurde Schiller von Nationalisten vereinnahmt und für deren Propagandazwecke zum Nationaldichter deutscher Einheit instrumentalisiert. Während die Beurteilung der Französischen Revolution bei seinen zeitgenössischen Kollegen wie Goethe (ablehnende Haltung), Georg Forster (leidenschaftlicher Befürworter), Klopstock, Wieland, Herder, Hegel, Schelling oder Hölderlin (deren anfängliche Euphorie einer späteren Skepsis und Ablehnung gewichen war) im Gros ziemlich sicher einzuschätzen ist, liegt die eindeutige Meinung Friedrich Schillers nicht so leicht auf der Hand.
Wie also stand Schiller wirklich zu revolutionärer Politik? Aufgrund seiner Sturm und Drang-Dramen der 1780er Jahre, in denen er Absolutismus und Fürstentyrannei anprangert und die Menschenrechte einfordert, wird meistens geschlußfolgert, dass Schiller die Französische Revolution enthusiastisch begrüsst habe. Hat er demnach die Französische Revolution mit seinen Dramen wie "Die Räuber", "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua", "Don Carlos" oder "Kabale und Liebe" geradezu herbeigeschrieben? Wie beurteilt der Dichter die Revolution während sie sich ereignet, wie aus der Distanz späterer Jahre?
Dieses Buch möchte die Haltung des Dichters zur Französischen Revolution darstellen und dabei beantworten, wie Schiller die französischen Umwälzungen beurteilt hat, was für Schlüsse er aus dem Revolutionsverlauf gezogen und schließlich: Welchen Einfluß dieses Ereignis auf sein literarisches und philosophisches Werk gehabt hat. Schillers Äußerungen zur Französischen Revolution sind sehr spärlich. In einigen Briefen an seine Freunde hat er sich direkt dazu geäußert. Davon abgesehen gibt es nur indirekte Stellungnahmen und Anspielungen in seinen Dramen und seiner Lyrik, jedoch keine essayistische noch literarische Arbeit, die sich mit der Französischen Revolution auseinandersetzt.
Um die Fragen zu beantworten, wird in diesem Buch in zwei Schritten vorgegangen: Einerseits die Betrachtung der Äußerungen Schillers in seinen Briefen und Essays, andererseits das Auffinden möglicher Tendenzen oder direkter Stellungnahmen in seinen Gedichten und Dramen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der junge Schiller vor der Revolution: Sturm und Drang

III. Äußerungen zur Französischen Revolution in Briefen und Essays

IV. Schillers' Antwort auf die Französische Revolution: Die ästhetische Erziehung des Menschen

V. Einfluß und Verarbeitung der Französischen Revolution in Schillers' literarischem Werk: Lyrik und Drama

VI. Fazit

VII. Anmerkungen

VIII. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Haltung Friedrich Schillers gegenüber der Französischen Revolution, analysiert seine direkten und indirekten Stellungnahmen und beleuchtet den Einfluss der revolutionären Ereignisse auf sein philosophisches und literarisches Schaffen.

  • Analyse der frühen Sturm-und-Drang-Dramen im Kontext revolutionärer Ideale.
  • Untersuchung der Briefe und Essays als Zeugnisse seiner politischen Positionsfindung.
  • Erörterung der Theorie der "ästhetischen Erziehung" als philosophische Antwort auf die Revolution.
  • Interpretation späterer Werke wie "Wallenstein", "Jungfrau von Orleans" und "Wilhelm Tell" unter dem Aspekt der Revolutionsverarbeitung.

Auszug aus dem Buch

IV. Schillers Antwort auf die Französische Revolution: Die ästhetische Erziehung des Menschen

Schillers Idee zur ästhetischen Erziehung ist einerseits eine Resultat seiner Beschäftigung mit Kants "Kritik der Urteilskraft" seit den 1790er Jahren, andererseits eine unmittelbare Reaktion auf die "blutigen Ereignisse der Revolution". Aufgrund des gewalttätigen Verlaufs der Revolution sah Schiller nun einzig in einer evolutionären Entwicklung die Möglichkeit zum sittlich-vernünftigen Menschen und Staat.

In seiner philosophischen Abhandlung "Über die ästhetische Erziehung des Menschen" in 27 Briefen an den Herzog von Augustenburg, hatte Schiller aus der für ihn gescheiterten Revolution die Konsequenz gezogen, daß es nicht genügt, dem Menschen eine vernünftige Verfassung zu geben, sondern daß es primär und zusätzlich dringend notwendig sei, den Menschen zum Bürger und zur verantwortungsbewußten Freiheit zu erziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der politischen Vereinnahmung Schillers ein und umreißt die Fragestellung nach seinem persönlichen Standpunkt zur Französischen Revolution.

II. Der junge Schiller vor der Revolution: Sturm und Drang: Hier werden Schillers frühe Dramen auf ihren kritischen Gehalt gegenüber absolutistischer Tyrannei und ihre Affinität zu den Idealen der Aufklärung hin untersucht.

III. Äußerungen zur Französischen Revolution in Briefen und Essays: Dieses Kapitel dokumentiert Schillers schrittweise Distanzierung von der Revolution, ausgelöst durch die Schreckensherrschaft der Jakobiner.

IV. Schillers' Antwort auf die Französische Revolution: Die ästhetische Erziehung des Menschen: Hier wird Schillers philosophischer Ansatz dargelegt, der durch ästhetische Bildung eine moralische Reifung des Menschen als Voraussetzung für den Vernunftstaat fordert.

V. Einfluß und Verarbeitung der Französischen Revolution in Schillers' literarischem Werk: Lyrik und Drama: Das Kapitel analysiert, wie Schiller indirekt durch seine späteren Werke wie "Wallenstein" und "Wilhelm Tell" auf die politischen Umbrüche reagiert.

VI. Fazit: Das Fazit fasst Schillers ambivalenten Wandel vom anfänglichen Idealisten zum skeptischen Beobachter zusammen und betont seinen Wunsch nach einer friedlichen, ästhetisch vermittelten Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Französische Revolution, Ästhetische Erziehung, Sturm und Drang, Aufklärung, Politische Philosophie, Vernunftstaat, Freiheit, Gleichheit, Bürgertum, Wilhelm Tell, Jakobiner, Humanismus, Klassik, Staatskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen und sich wandelnden Einstellung des Dichters Friedrich Schiller gegenüber der Französischen Revolution und deren Auswirkungen auf sein Denken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Schillers politische Entwicklung, seine geschichtsphilosophischen Überzeugungen sowie die Wechselwirkung zwischen politischem Zeitgeschehen und künstlerischer Produktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, wie Schiller den Revolutionsverlauf beurteilte, welche Schlüsse er daraus zog und wie dieses Ereignis sein literarisches und philosophisches Werk prägte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Analyse von Primärquellen wie Briefen, Essays, Gedichten und Dramen sowie den Rückgriff auf zeitgenössische und fachwissenschaftliche Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Schillers frühen Sturm und Drang, seine Korrespondenz zum Revolutionsverlauf, seine ästhetische Theorie sowie die indirekte Verarbeitung der Ereignisse in seinen späteren Dramen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie ästhetische Erziehung, Freiheit, Vernunftstaat, Revolution, Ambivalenz und Humanismus charakterisiert.

Warum lehnte Schiller die Französische Revolution ab?

Schiller wandte sich gegen die Revolution, nachdem diese durch die Jakobiner-Diktatur in radikale Gewalt, Anarchie und blutige Exzesse umschlug, was seinen moralischen Vorstellungen widersprach.

Welche Rolle spielt die "ästhetische Erziehung" in seiner politischen Vision?

Für Schiller dient die ästhetische Erziehung als notwendige Voraussetzung, um den Menschen vom "Naturwesen" zum sittlichen "Vernunftwesen" zu bilden, damit dieser zur Freiheit fähig wird.

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Details

Title
Friedrich Schillers Haltung zur Französischen Revolution
Subtitle
Stellungsnahme zur Revolution und Auswirkung auf seine Schriften
College
University of Lüneburg  (Kulturwissenschaften)
Course
Seminar: Literatur und Kultur: Klassisches Weimar
Grade
sehr gut
Author
Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Author)
Publication Year
1997
Pages
29
Catalog Number
V10664
ISBN (eBook)
9783638170284
ISBN (Book)
9783638641524
Language
German
Tags
Friedrich Schillers Haltung Französischen Revolution Seminar Literatur Kultur Klassisches Weimar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Author), 1997, Friedrich Schillers Haltung zur Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10664
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