Karl Barth lebte zur Zeit des Naziregime in der Schweiz. Aber im Gegensatz zu der Neutralität der Schweiz wollte Barth nicht stillschweigend das Leid im Nachbarland hinnehmen. In dieser Hausarbeit wird die Situation der Schweiz dargestellt und Karl Barths Leben beleuchtet.
Den Anfang werde ich damit bilden, Karl Barth vorzustellen und seinen Werdegang zu skizzieren. Beginnen werde ich mit seiner Kindheit und seiner Herkunft und im Weiteren werde ich auf seinen beruflichen Werdegang und sein Leben eingehen. Karl Barth war Schweizer, kam folglich aus dem Land, dass ein Synonym für Neutralität ist. Dieses werde ich vorstellen und dabei besonders auf die Zeit während des 2. Weltkriegs eingehen. Wie positionierte sich die Schweiz politisch und in der Flüchtlingshilfe? Welche Militärischen Maßnahmen wurden bei Kriegsbeginn getroffen um bei einer eventuellen Invasion Deutschlands vorbereitet zu sein? Interessant ist dieses Thema, da Karl Barth sich für die Theologie nach der Bibel und gegen die vom NS-Regime geforderte Umstellung der Kirche eingesetzt hat. Im Folgenden werde ich das Verhältnis von Karl Barth und der Schweiz thematisieren, wie er unterstützt und später versucht wurde ihn zum Schweigen zu bringen. Eine besondere Rolle dabei spielte jemand, den Barth schon aus Schulzeiten kannte.
Inhalt
1. Einleitung
2. Karl Barth
2.1 Kindheit, Jugend und familiäres Umfeld
2.2 Werdegang Karl Barths
3. Die Schweiz
3.1 Die politische Lage der Schweiz
3.2 Die Wirtschaftliche Lage der Schweiz
3.3 Die Militärische Lage der Schweiz
3.4 Flüchtlinge in der Schweiz
4. Verhältnis Karl Barth und die Schweiz
4.1 Die Schweizer Unterstützung für Barth
4.2 Der Schweizer Druck gegen Karl Barth
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die komplexe Beziehung zwischen dem Theologen Karl Barth und der Schweiz während der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dabei wird untersucht, wie sich Barth als kritische Stimme gegen das NS-Regime positionierte und welche politischen sowie gesellschaftlichen Spannungsfelder sich daraus in seinem Heimatland ergaben, insbesondere im Kontext der schweizerischen Neutralitätspolitik und Flüchtlingshilfe.
- Biografischer Werdegang von Karl Barth
- Politische und wirtschaftliche Lage der Schweiz im Zweiten Weltkrieg
- Militärische Strategien und Neutralitätsverständnis der Schweiz
- Die schweizerische Flüchtlingspolitik gegenüber NS-Verfolgten
- Konflikte zwischen Barth und den schweizerischen Behörden
Auszug aus dem Buch
4.2 Der Schweizer Druck gegen Karl Barth
Deutschland verbat die Texte Karl Barth ab 1938 und im Folgejahr begann auch die Schweiz, Barths Texte zu Zensieren.
Der Bundesrat Eduard von Steiger und Karl Barth kannte sich bereits aus Schulzeiten und schon damals verstanden sie sich nicht. Ab 1941 waren beide sich uneins über die von Steiger geführte judenfeindliche Politik. „Barths Schrift «Unsere Kirche und die Schweiz in der heutigen Zeit» war im April 1941 sogar Anlass für Steiger, die Vorzensur zu fordern, die er als Justizminister übernehmen wollte.“ Die Vorzensur wurde durch den erfolgreichen Einsatz des Außenministers verhindert, der der Meinung war, die Behörde könne für Gedruckte Texte nicht verantwortlich gemacht werden aufgrund der bereits bestehenden Nachzensur. Im Jahr 1938 forderte Barth die Tschechoslowaken und die Christen zum bewaffneten Widerstand auf. Goebbels persönlich wies eine Berliner Zeitung nach einer Hetzrede Barths 1941 dazu an, der Schweizer Presse offen zu drohen. Der Schweizer Gesandte in Berlin war besorgt und fordere von den Theologen Zurückhaltung.
„Das Gegenteil tat Barth im Sommer 1941 mit seiner Rede zum 650-Jahr-Bundesjubiläum: «Im Namen Gottes des Allmächtigen!» Explizit sprach er aus, dass die Eidgenossenschaft für dieselbe Sache stehe wie das kriegführende England. Die Schweiz müsse eine «grosszügige» Einwanderungspolitik für NS-Opfer betreiben und den wirtschaftlichen Verkehr mit den Achsenmächten einschränken, weil sie sonst, über die Clearing-Kredite, deren «Geldgeberin» und «Kriegshelferin» sei. Die «einseitige» Schrift wurde als «Aufreizung des Volkes» und «Beleidigung Deutschlands» umgehend verboten und beschlagnahmt – aber trotzdem in 16 000 Exemplaren verbreitet, offenbar auch durch Mitglieder der Zensurbehörde selbst.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Forschungsinteresse begründet, das durch ein Seminar und ein Gespräch mit Eberhard Busch geweckt wurde, und die Fragestellung zur Beziehung zwischen Karl Barth und der Schweiz formuliert.
2. Karl Barth: Dieses Kapitel skizziert die familiäre Herkunft, die theologische Ausbildung und den beruflichen Werdegang Barths bis zu seinem Engagement gegen das NS-Regime.
3. Die Schweiz: Es wird die politische, wirtschaftliche und militärische Situation der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs beleuchtet, einschließlich der restriktiven Flüchtlingspolitik.
4. Verhältnis Karl Barth und die Schweiz: Dieses Kapitel analysiert die ambivalente Haltung der Schweiz, die Barth einerseits beruflich stützte, ihn aber andererseits aufgrund seiner politischen Kritik zensierte und überwachte.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung von Barths Lebenswerk und seiner Rolle als Kritiker der schweizerischen Neutralitätspolitik ab.
Schlüsselwörter
Karl Barth, Theologie, Schweiz, Zweiter Weltkrieg, Neutralität, Nationalsozialismus, Bekennende Kirche, Barmer Theologische Erklärung, Zensur, Flüchtlingshilfe, Eduard von Steiger, Deutschland, Widerstand, Kirchengeschichte, Religionspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Wirken des bedeutenden Theologen Karl Barth im Kontext seines Heimatlandes Schweiz während des Zweiten Weltkriegs und die daraus resultierenden politischen Spannungen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Die Arbeit fokussiert auf die Biografie Karl Barths, die kriegsbedingte Lage der Schweiz, die schweizerische Asylpolitik und den Konflikt zwischen Barths moralischer Positionierung und der staatlichen Neutralitätsideologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das schwierige Spannungsverhältnis zwischen der schweizerischen Behördenpolitik und dem kritischen, dezidiert antifaschistischen Engagement des Theologen Karl Barth aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie auf Monografien zu Karl Barth, zeitgeschichtliche Handbücher und Primärquellen wie die „Akte Karl Barth“ zurückgreift.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Theologen, eine detaillierte Analyse der Lage der Schweiz zwischen 1939 und 1945 sowie die Untersuchung der konkreten Maßnahmen und Repressalien gegen Barth.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Karl Barth, schweizerische Neutralität, NS-Regime, Zensur, Flüchtlingspolitik und Barmer Theologische Erklärung.
Welche Rolle spielte das Telefon der Familie Barth?
Aufgrund von Barths kritischen Reden und seiner Haltung gegen das NS-Regime wurde sein Telefon zwischen 1942 und 1943 von den schweizerischen Behörden überwacht.
Wie positionierte sich die Schweiz zur Flüchtlingsfrage laut der Arbeit?
Trotz Kenntnis der Judenverfolgung in Europa verfolgte die Schweiz eine restriktive Politik und schloss ihre Grenzen für viele jüdische Flüchtlinge, was von Barth scharf kritisiert wurde.
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- Henrike Stratmann (Author), 2020, Karl Barth. Der Prophet im eigenen Lande, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1066590