Alfred Kerr im Exil


Seminararbeit, 2002

25 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Alfred Kerr

3 Gründe für die Flucht aus Deutschland
3.1 Die politische Situation
3.2 Die literarische Situation

4 Das Exil
4.1 Die Flucht aus Deutschland
4.2 Die finanzielle Not in Zürich
4.3 Exil in Paris
4.4 Übersiedelung nach England
4.5 Briefwechsel mit Kommer während seines Exils

5 Alfred Kerr nach dem Ende des Weltkriegs

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Sekundärliteratur

1 Einleitung

Briefe aus dem Exil, einfach nur ein Seminarthema? Bereits nach dem Lesen der ersten Briefe, wurde mir klar, dass hinter diesen Briefen persönliche Schicksale von Menschen stehen, Gefühle, Empfindungen, Freude und Leid. Ich wollte mehr über die Menschen erfahren, über wie ihr Leben nach der Flucht aus Deutschland weiterging, wie sie ihr Leben im Exil lebten, ob sie kämpften oder einfach aufgaben. Am meisten faszinierten mich die Briefe von Alfred Kerr. Zu erfahren wie ein Mann im Alter von 66 Jahren die Kraft aufbringen konnte, mit seiner Familie durch so viele Exilstation zu wandern und immer weiter zu kämpfen ohne jemals zu resignieren. In dem meiner Arbeit zugrundeliegenden Buch: Abschied und Willkommen: Briefe aus dem Exil (1933 - 1945), herausgegeben von Hermann Haarmann, sind insgesamt 17 Brief von Alfred Kerr und einer an Alfred Kerr dokumentiert. Es existiert mindest ein Brief pro Jahr zwischen den Jahren 1933 -1942. Daher hat es sich angeboten, sein Leben im Exil exemplarisch anhand seiner Briefe chronologisch aufzuzeigen, und mit Hilfe dieser Briefe seine Stationen im Exil näher zu beleuchten. Da ich die Arbeit anhand der mir vorliegenden Briefe darstelle, existieren Lücken in der Dokumentation seines Lebens, deren Erfassung leider den Rahmen dieser Seminararbeit für das Grundstudium gesprengt hätten.

2 Alfred Kerr

Zuerst ein Überblick über Alfred Kerrs Leben bis zu seiner Flucht 1933. Er wurde am 25. Dezember 1867 in Breslau, unter dem Namen Kempner, geboren. Nach dem Abitur studiert er Germanistik und Philosophie. 1894 promoviert er über „Godwin, ein Kapitel deutscher Romantik“ von Clemens Brentano. Nach seinem Studium kommt Alfred Kerr unter dem Einfluss von Otto Brahm zum Journalismus1.

Anfänglich publiziert er für eine Vielzahl von Zeitungen2. Bis 1917 publiziert er ständige Theaterkritiken für den „Tag“ bis er zum „Berliner Tageblatt“ überwechselt, für welches er bis zu seiner Flucht 1933 - insgesamt 14 Jahre tätig ist.

3 Gründe für die Flucht aus Deutschland

3.1 Die politische Situation

Noch am Tage seiner „Machtergreifung“, wie die Nationalsozialisten die Regierungsübernahme Hitlers nannten, forderte Hitler entgegen der Koalitionsvereinbarung mit der DNVP Neuwahlen und setzte sich mit dieser Forderung auch durch. Die Zeit bis zu diesen Neuwahlen am 5. März 1933 nutzte die NSDAP für brutale Gewalttaten und Einschüchterungsversuchen gegenüber allen politischen Gegnern. Die Tatsache, dass die Nationalsozialisten sowohl das deutsche als auch das preußische Innenministerium innehatten, bedeutete auch, dass sie die Kontrolle der Polizeigewalt ausübten. Die anderen Parteien wurden immer mehr an ihrer Arbeit gehindert, die Pressefreiheit wurde eingeschränkt. Hitler bediente sich für diese Maßnahmen, die er am Parlament vorbei durchführte, der Vollmachten des Reichspräsidenten. Nach dem Reichstagsbrand wurde von Hindenburg die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ erlassen. In den nächsten Wochen wurden auch andere politischen Gegner verhaftet und in neu eingerichtete Konzentrationslager gebracht. Weitere Maßnahmen, „Gleich- schaltungen“, waren notwendig, um das Deutsche Reich in einen Führerstaat umzuwandeln, in dem es keinen Widerstand mehr gegen Hitlers Politik geben sollte. Bereits am 01.04.1933 rief die NSDAP zu einem eintägigen Boykott gegen jüdische Geschäfte auf. Die erlassenen Gesetzte „Reichsbürgergesetz“ und das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ nahmen den deutschen Juden wichtige Menschen- und Bürgerrechte und machten sie zu Bürgern minderen Rechts. Ihre Situation im Deutschen Reich wurde immer bedrohlicher, 170000 von ihnen wanderten aus, darunter viele berühmte Künstler und Wissenschaftler.3

3.2 Die literarische Situation

Im Februar 1933 befahl Hitler bereits die „Gleichschaltung der deutschen Kulturlandschaft4. Der faschistische Terror war ausgebrochen. Am 17. Februar verlassen Heinrich Mann und Käthe Kollwitz die Preußische Akademie als Resultat von Aktivitäten gegen die Kommunistische Partei.5 Am gleichen Tag erhielt Max von Schillings, Präsident der Preußischen Akademie der Künste, die Göthe-Medaille. Max von Schillings Initiative hatte dazu beigetragen, dass Heinrich Mann und Käthe Kollwitz am 15.02.1933 von der Mitgliederliste der Akademie gestrichen wurden6. Es zeigt sich, dass es bereits unmittelbar nach der Machtübergreifung Hitlers daran ging, all jene aus der Kulturpraxis auszuschalten, die sich nicht der nationalsozialistischen Doktrin bedingungslos unterwerfen wollten7. War es bereits Anfang der dreißiger Jahre für jüdische Schriftsteller schwer gewesen, ihre Werke zu veröffentlichen und auf den Buchmarkt zu bringen, so wurde dies nach 1933 gänzlich unmöglich durch Gründung der Reichskulturkammer, deren Präsident Josef Goebbels war. Mit ihr wurde eine Erfassung und Reglementierung aller Kulturschaffenden im Sinne des NS-Regimes durchgeführt. So gab es eine Reichsmusikkammer, eine Reichskammer für bildende Künste, eine Reichstheater-, eine Reichsschrifttums-, eine Reichspresse-, Reichsrundfunk- und Reichsfilmkammer. Wer in diesen Gremien nicht erfasst und anerkannt war, hatte automatisch Arbeits- und Publikationsverbot. In seinem Brief vom 01.04.1933 schreibt Alfred Kerr an einen Vertrauten: „ Die nat[ional]-soz[ialistische] Behörde verbietet, dass irgendein Beitrag von mir in der Presse erscheint.“8

4 Das Exil

4.1 Die Flucht aus Deutschland

Am 15. Februar 1933 erhält Alfred Kerr einen anonymen Anruf eines Berliner Polizisten, der ihn über den bevorstehenden Passeinzug am nächsten Morgen informiert. Angesichts der Tatsache, dass er bereits in den Jahren vorher in das Kreuzfeuer der Nazis geraten ist9, weiß er, dass dies einem Todesurteil gleichkommt.10

Im Alter von 66 Jahren und von Fieber gezeichnet, entschließt sich Alfred Kerr zur Flucht. Er packt nur das Nötigste und flieht in die CSR, nach Bodenbach.11. Am Fluchtort angekommen bemerkt er später: „Ich empfand an diesem Abend das tiefe Glück, jenseits der deutschen Grenze zu sein - und trank erleichtert ein großes, großes Glas Pilsener Bier.“12

Bald nach seiner Ankunft in Bodenbach schreibt Kerr am 18.02.193313 an seine Frau Julia. Darin wird deutlich, dass ihm am wichtigsten in seiner konkreten Situation ist, von ihr, Kleidung geschickt zu bekommen. Sein erster Brief beginnt mit den Worten: „... bring mir folgendes mit...“. Dann zählt er eine Vielzahl von Sachen auf, die er unbedingt benötigt, und die er bei seiner plötzlichen Flucht nicht mitnehmen konnte. Er bittet um seine Schreibmaschine, wobei er hier betont, sie vorsichtig zu tragen „ dass sie nicht herausfällt14. Des weiteren zählt er Dinge auf, die man für das alltägliche Leben benötigt: „ Anzug, Seidenwesten, bunte Hemden, Krawatten, schwarze Wollstrümpfe, eine wollene Unterhose, ein paar Gamaschen, Schnürstiefel, Pyjamas, Messer mit einer Rasierklinge, Rasierzeug und eine Weckuhr “.15 Diese Zeilen zeigen, mit welch kleinem Gepäck er nur flüchten konnte, und dass er die essentiellsten Dinge nicht mitnehmen konnte. Er bittet Julia ihm diese Sachen nach Bodenbach zu bringen. Dort hat er „ schon alles angekündigt “ d.h. dass die Einfuhr in die CSR zollfrei sein wird. Der letzte Absatz: „ Süße Maus ! - und Ihr süßen Mäuse! Ich war so glücklich mit Euch Dreien! “ 16 zeigt, wie sehr Kerr seine Familie liebt und wie sehr er sie vermisst. Jenen Worten ist der Trennungsschmerz, und die Einsamkeit zu entnehmen.

Dieser ersten Station seiner Emigration folgen weitere fünfzehn Exil- Jahre, von der CSR über Wien nach Zürich, Paris und als letzte Station London. In seinem Buch „Die Diktatur des Hausknechts“ widmet er seiner Flucht ein eigenes Kapitel: „Man geht nicht zum Vergnügen ins Exil. (Nur das Vergnügen des Bleibens wär noch geringer). Du liebst ein Land, in dem du Kind warst; du hängst an Orten, wo du Steuern zahltest... Und: stets in fremder Sprache schreiben-?“.17

Über seinen ersten „Rastplatz“ in Bodenbach schreibt er: „Prag, erste gute Rast auf der Wanderung, ich war zufrieden mit dir, mit deiner fleißigen und gefälligen Bewohnerschar. Dies der Endeindruck, jawohl.“18

Von Prag aus wandert Kerr weiter nach Österreich, nach Wien. Darüber findet er folgende Worte : „Aber kann Österreich Heimat werden für Flüchtlinge? (dacht´ ich). Bei diesem kurzen Aufenthalt glaubte man, es würde bald von den Nazis überrannt. Also vom Regen in die Traufe? Das wär verlorenes Tun. Somit: weiter! Wandern sollst Du.“19

Seine dritten Exilstation ist Zürich, in die seine Familie auch nachgereist kommt, um dort mit ihm zusammen eine neue Existenz aufzubauen.

Seine gesamten Exilstationen sind, vor allem in der Anfangszeit, geprägt von drückenden finanziellen Sorgen, dokumentiert u.a. in den damaligen Korrespondenzen mit Hans Lachmann-Mosse und Lois Araquistain.

4.2 Die finanzielle Not in Zürich

In Zürich erhofft sich Alfred Kerr Verdienstchancen und die Möglichkeit, sich eine Existenz aufzubauen. Die Schweiz ist zu diesem Zeitpunkt eine bevorzugte Exilstation, da hier die Exilierten zumindest die Sprache sprechen können, mit der sie vertraut sind. Später schreibt Kerr: „Immerhin: nie mehr deutsch schreiben? ... Der Abschied von dieser Sprache fällt mir schwer - der ich soviel gegeben habe20. Die schwierigen Verhältnisse in denen er in Zürich zu leben hat, zwingen ihn dazu, seinem einstigen Verleger Hans Lachmann-Mosse zu schreiben. Der am 25. März 193321 datierte Brief appelliert an seinen früheren Arbeitgeber mit den Worten:

Sie selbst haben Kinder - Sie können nicht wollen, dass mein zwölfjähriger Sohn und meine s üß e kleine Tochter schon in wenigen Tagen hier nichts mehr zu essen haben, und dass wir, meine Frau, die Kinder und ich, aus dem Hotel fliegen.

Kerr bitte darin Lachmann-Mosse sein Gehalt für April als Urlaubszahlungen zu gewähren und ihm die Spesen seines letzten Beitrags zurückzuerstatten. Er erläutert ihm seine finanzielle Situation: „ Ich stehe binnen wenigen Tagen von dem Nichts.“ Des weiteren tut er seiner Empörung kund über den angeblichen Kündigungsgrund:

„ Ich habe tatsächlich, nachdem ich mitten aus der Fieberkrankheit für einen Tag wegfuhr, nicht nur ausdrückliche, volle Zustimmung des Verlages durch Herrn Vetter bekommen, sondern geradezu eine Ermunterung zu meinem zeitweiligen Fernbleiben in Form eines Urlaubs. Herr Vetter wünschte, meiner Frau gegenüber, mit stärkster Betonung das Gleiche für Theodor Wolff und sagte, es sei für das BT im Augenblick höchst wünschenswert, dass auch ich einige Zeit wegbleibe. Jetzt wird das zum Anlass der plötzlichen Kündigung genommen. “ 22

Auch die Worte: „ ich will Ihnen keine Schwierigkeiten machen und schraube meine menschlichen wie juristischen Ansprüche möglichst herab “ zeigen deutlich, in welcher ausweglosen Situation er sich befindet und wie verzweifelt er ist. Seine Liebe zu den Kindern ist dabei stets das treibende Motiv, um solch bittende ja schon flehende Briefe zu schreiben.

Der am 01.04.193323 von seiner Frau Julia und ihm verfasste Brief zeigt sehr deutlich, wie Flüchtlinge im Exil ums Überleben kämpfen müssen, auf welche Weise sie ihren Stolz überwinden müssen, um Briefe zu schreiben, in denen sie geradezu um Arbeit oder Geldspenden betteln müssen, um sich ein Existenzminimum zu ermöglichen. Julia Kerr schreibt zu Beginn des Briefes an Herrn und Frau Araquistain24: „ Liebe Frau Araquistain, es geht uns unglaublich schlecht! Ich bin verzweifelt. Ihre Julia Kerr “. Die Anrede „Liebe“ deutet darauf hin, dass es sich hierbei um Freunde oder zumindest Vertraute der Familie Kerr handeln muss. Alfred Kerr schreibt weiter:

„... meine Familie und mich hat ein furchtbares Schicksal getroffen. Die nat[ional]-soz[ialistische] Behörde verbietet, dass irgendein Beitrag von mir in der Presse erscheint. Darauf hat das Berliner Tageblatt (wahrscheinlich unter Zwang)25 sofort jede Beziehung mit mir abgebrochen und meinen Vertrag (der seit 14 Jahren besteht) fristlos gekündigt mitten im Monat. Heut, am 01. April, erfolgt keine Zahlung mehr. In wenigen Tagen werden meine Kinder hungern, und wir fliegen aus dem Hotel. Dazu ist meine kleine Tochter schwer krank. Wenn diese Not der nächsten Tage beseitigt ist (ich weißnicht wie), muss ich mir eine neue Existenz gründen. Hat Ihre Regierung die Möglichkeit zur Hilfe für jemanden der ein Buchüber Spanien geschrieben hat? Gibt es ein Stipendium für politische Flüchtlinge? Oder kann ich für die spanischen Film-Unternehmungen das Amt eines dramaturgischen Beraters ausüben? (Ich habe - verzeihen Sie die Unbescheidenheit - als Kritiker einen europäischen ruf). Ich könnte u.a. sogar Dialoge und Zwischentitel für den Tonfilm schreiben. Nötigenfalls pseudonym. Oder wissen Sie ein anderes Mittel - ?Das Dasein hat mir einen bösen uppercut gelandet - aber ich bin gewillt, mich nicht auszählen zu lassen. Mir selbst wäre zwar alles wurst; aber für die Meinen ist es eine Sache sozusagen auf Leben und Tod. Ich gr üß e Sie und Frau Araquistain herzlich. “

Dieser Brief zeigt deutlich, in welcher ausweglosen Situation er sich befindet und auch, dass die Sorge um seine Kinder die treibende Kraft ist, weiterzukämpfen, denn er will sich „nicht auszählen [zu] lassen“. Diese Zeilen geben Aufschluss über die extreme Notsituation, in welcher sich Kerr und seine Familie befinden, dass ein ehemals anerkanntes Mitglied der kulturellen Gesellschaft aus Überlebenstrieb heraus, einen anderen Menschen geradezu anfleht ihm irgend eine Art von bezahlter Arbeit zu vermitteln. Die Sorge um seine Kinder treibt ihm zu der Äußerung: „ mir selbst wäre zwar alles wurst “. Auch der letzte Absatz:

Ist es Ihnen möglich, selbst oder durch eine Mittelperson in diplomatischen Kreisen, die literarisch interessiert sind, unter Diskretion einen Betrag zu sammeln, der meine Angehörigen aus dieser schrecklichen Lage befreit und Ihnen das Notdürftigste zum Leben gibt? “

zeigt wie verzweifelt Kerr sein muss um tatsächlich um Geld zu betteln. Der Nachsatz zeigt, wie schwierig es ihm fallen muss diese Worte an eine andere Person zu richten: „ Es ist grauenhaft, solche Wort schreiben zu müssen. “

So gut die finanzielle Situation Kerrs vor seiner Flucht gewesen sein muss, so verzweifelter wurde sie bereits wenige Monate nach dem Exil.

Kerr schreibt später über seine Erfahrungen in Zürich: “Die Menschen hier sind nicht niedergedrückt - jedoch eine sonst fremde Spannung lebt in diesen prachtvoll nüchternen tätigen, rechtschaffenden Leuten. Ein gewisser beschatteter Ernst. So sorgenvoll waren sie kaum je. Kommt es von der Wirtschaft? Sie tragen ihr politisches Päckchen. Haben zwar den Faschismus nicht im Land: aber die Furcht vor dem Faschismus. (bei manchen: die Hoffnung auf ihn?...) Die großer schwyzerische Mehrheit will nichts davon wissen, besonnen wie sie sind. Die Schweiz wird nie faschistisch sein, Aber: faschistisch beunruhigt. Aber Zürich ist nur Zwischenstation auf der Wanderung, die „das sogenannte Erbteil meines Stammes ist.“26

4.3 Exil in Paris

Von Zürich aus zieht Kerr nach Paris, in der Hoffnung hier Arbeit finden zu können. Seine Familie lässt er in Zürich zurück, und bemerkt zu seiner Frau: „ dieses Leben ohne Dich und die Kinder ist nur ein halbes. “ In diesem Brief aus Paris vom 29.09.193327 an seine Frau Julia bittet er sie erneut, ihm verschiedene Dinge zu besorgen. Hier verlangt er jedoch nicht wie in seinem ersten Brief aus Bodenbach, um existenznotwendige Sachen, diesmal fordert er: „ Bücher, Papiere, Kritiken und sein Blütherflügel. “ Dies deutet darauf, dass er Aussicht auf Arbeit hat und er folglich seine Arbeitsutensilien benötigt. Aber das Ende des Briefes zeigt, dass die Aussicht auf Arbeit zwar wahrscheinlicher ist als noch in Zürich und er etwas hoffnungsvoller ist, doch glaubt er aber eigentlich nicht, dass dort vorzufinden, was er erhofft hat um für sich und seine Familie eine neue Existenz aufbauen zu können, er kritisiert in diesem Zusammenhang: „ So, Maus. Heut bin ich in keiner rosa Stimmung. Die Franzosen auch nicht. Das Theater hier wackelt und steht vor dem Zusammenbruch; die Politik ist belämmert; gut in Form nur die Krise. “

In seinem Buch „Die Diktatur des Hausknechst“ schreibt Kerr über Paris: “Ich landete, das war eines Maitags zur Abendzeit, in dieser ganz anderen Stadt - die von Göttern und Menschen geliebt wird, der die Kraft ist: Ringende glücklich, glückliche glücklicher zu machen. Die Stadt, die meine Schriften feiern, seit ich sie kenne. Die mir teuer blieb: durch ihren Glanz und ihre Güte. Der man danken muss: weil sie da ist.“28

Am 16. November 1935 erscheint der erste Beitrag von Kerr im „Pariser Tageblatt“ für das er insgesamt zwei Jahre während seiner Exilzeit arbeitete29. Er beginnt ihn mit folgenden Worten:“ Caelum, non animum mutant ... sagt der Lateiner: Es lebe unter fremden Himmel die alte Gesinnung fort. Die alte Liebe zu Deutschland - das nicht Hitlerland ist. Die alte Liebe zur Kunst - die nicht Nazikitsch ist. Die alte Liebe zu dem, was über die Beschränknis eines einzigen Landes hinausgeht. (Gemeiner Verrat).“30

Aber trotz vereinzelter Aufträge scheint sich die finanzielle Situation von Kerr nicht erholen zu wollen, dies geht aus einem Brief an Albert Einstein vom 15.05.1934 hervor:

„ ...ich will mit der Tür gleich ins Haus fallen: wissen Sie dort in New York, irgend etwas, das zwei sich hold entwickelnden Kindern, meiner Frau und mir irgend ein Existenzminimum ermöglicht? In der schönsten Stadt des Planeten, nämlich hier, gibt es das nicht. Zu haben ist Freundlichkeit, bis zu Banketten gesteigert. Nicht zu haben ist die geringste wirtschaftliche Grundlage. Hier ist Krise, Honorarschwund, Unternehmungsscheu. “ 31

Motivation dieses Briefes sind wieder seine Kinder: „ Ich möchte jedoch (der Kinder wegen, wovon die Tochter viel verspricht) ungern versinken. Mir selbst ist jede Lage recht falls nur die Familie geborgen würde “ .

Er entschuldigt sich bei Albert Einstein diesen Brief zu schreiben:

Nur dieser verzweifelte Zustand lässt mich die letzte Hemmungüberwinden - ich hätte sonst Ihre Arbeitsruhe nicht gestört “ . Mein Missgefühl beim Darlegen aller dieser Dinge wird allein durch das Bewusstsein gemildert, dass Sie es mir nicht verargen. Es bliebe gewiss ungeschehen, wenn uns das Wasser nicht am Hals stünde. “

Zu diesem Zeitpunkt lebt Kerr bereits zusammen mit seiner Familie in Paris, jedoch in sehr bescheidenen Verhältnissen32.

Kurz vor seiner Übersiedlung nach London trifft sich Kerr mit jemanden, der dem Inhalt des Briefes zufolge33, ihm anscheinend Hoffnung auf ein Filmgeschäft gemacht hat, den Kontakt zu Kerr danach jedoch ohne weitere Erklärung abbricht. Dieser Brief zeigt, dass Kerr sich bereits in England um Kontakte bemüht hat, er vermutlich seine „Wanderung“ in ein weiteres Exilland vorbereitet: „ Ich habe bei dem kurzen Besuch in London zwar Beziehungen zur englischen Presse, jedoch im Film nichts erreicht. “ 34 Diese Worte lassen schlussfolgern, dass Kerr anscheinend versucht eine neue Existenz in anderen Bereichen aufzubauen, er bemüht sich nicht nur im Schriftstellerischen und im Kritikerbereich, sondern ist gewillt auch für Filme Manuskripte zu schreiben.

4.4 Übersiedelung nach England

Nach zweijährigem Exil in Paris wandert Kerr am 16. November 1935 mit seiner Familie nach London aus.

Obwohl Kerr bereits seit einem Jahr in England lebt, schreibt er am 04.10.1936 aus Paris an seine Frau Julia: „ Ich komme bald nach London heim. Das letzte Wort gilt für Dich und Euch, nicht für die Stadt. “ Dies zeigt, dass auch London nicht die Heimat ist, in der Kerr glücklich zur Ruhe kommen kann. Auch dieser Brief veranschaulicht wieder die tiefe Liebe, die er für Frau und Kinder empfindet, denn er endet mit den Worten: „ Liebes gr üß meine Tochter, gr üß meinen tapferen Sohn und glaube, dass Du sehr geliebt wirst.. “ 35

Kerrs Brief, datiert am 27.05.1937 an Willi Bredel, wirft ein besonders treffliches Schlaglicht auf Kerrs Exilzeit und seinen immer währenden Kampf gegen den Nationalsozialismus:

„ Ich habe Kenntnis genommen, dass Ihre Zeitschrift mein Gedicht Abschied von Deutschland nicht veröffentlichen kann. Es ist bisherüberall abgelehnt worden. Und damit ist der Fall erledigt. Wenn ich hier ein Nachwort, ein platonischesäußere, das nicht zur Veröffentlichung bestimmt ist: so geschieht es grundsätzlich wegen eines Satzes in Ihrem Brief: Er sagt, dass ´ der deutsche Schriftsteller sich nicht von dieser Heimat lossagen soll, sondern im Gegenteil dafür zu kämpfen hat, dass Deutschland nicht mehr ´ blöd und hohl ´ ist ´ .Hierin steckt ein tiefer Irrtum. Als ob Sichlossagen hieße: nicht kämpfen. Ich tue seit vier Jahren nicht andres als gegen die tierischen Zustände Deutschlands mit allen Mitteln zu kämpfen. Noch in jedem sachlich - harmlosen Aufsatzüber London ist allemal irgendwo der Kampf gegen ´ Blut und Kohl ´ des deutschen Faschismus (wenn auch dieser Widerstand leider in Ihrem Rubrum Antifaschistische Publizistik nicht bemerkt zu werden sein - im Gegensatz zu andren, viel sanfteren Zitaten). In summa: zwischen Sichlossagen und Nichtkämpfen ist ein dicker Unterschied. Auf ganz andrem Blatt steht ein bestimmtes, festes Gefühl (das den Widerstand nicht mindert noch hindert): Wennübermorgen die elende Hitlerei zusammenstürzt worauf wir alle hinarbeiten): ich würde trotzdem dieses Land nie mehr betreten; trotz unvermeidlicher Liebe (genauer: Sprachgewöhnung plus Erinnerungszwang). Es ist mir wurst, ob einer das heut sagt. Bloss nicht wurst, wenn er es nicht sagen kann . “ 36

Hier wird deutlich, dass Kerr noch immer ein unerbitterter Widersache der Nazis ist, und, in dem Rahmen in dem es ihm möglich ist sich aktiv politisch betätigt. Er bemerkt, dass „ noch in jedem sachlich - harmlosen Aufsatzüber London [...] allemal irgendwo ein Kampf gegen den deutschen Faschismus “ steckt. Kerr kämpft gegen den Faschismus mit ganzer Leidenschaft, gleichzeitig scheint er alle Deutschen und das Land zu verachten: „ ich würde trotzdem dieses Land nie mehr betreten; trotz unvermeidlicher Liebe “ . Die eingestandene Liebe gegenüber Deutschland wertet er jedoch in den nächsten Worten gleich wieder ab: „ genauer: Sprachgewöhnung plus Erinnerungszwang “ .

Auch in diesem Brief wird ersichtlich, dass Kerr England nicht als seine Heimat betrachtet. Er scheint kein Land mehr als seine Heimat, bezeichnen zu können, Heimat ist für ihn da, wo sich seine Familie aufhält. Untermauert wird diese Aussage durch seinen in englisch verfassten Brief an George Bernard Shaw von 193937, in dem er schreibt: „ Now after having lived for four years in London (fortunately with great interruptions in the south of France... “ . Trotz seiner eigentlich positiven Einstellung gegenüber den Engländern38 ist er immer wieder glücklich, wenn er aus England „entfliehen“ und in sein geliebtes Frankreich reisen kann. Nur dort scheint er wirklich glücklich zu sein. Aber auch Frankreich kann zu dieser Zeit einem Juden keine Existenzgrundlage bieten.

Auf Grund seiner Popularität korrespondiert Kerr mit vielen Leuten, mit bedeutenden und weniger bedeutenden. Sein Briefwechsel mit Fräulein Elisabeth Crawford, aus USA, die sich mit ihm 1938 in Verbindung setzte, zwecks Recherchearbeit für ihre Promotion über Alfred Kerr39, ist nur ein Beispiel dieser Korrespondenz. Auch in diesem Brief äußert er sich politisch, hier kritisch gegenüber Thomas Mann: “Er nahm, nach 1933, jahrelang eine nicht entschiedene Haltung zu den Nazis ein und genoss die Vorteile davon, bis es nicht mehr ging. “

Ein besonders treffliches Schlaglicht auf Kerrs Exilzeit, insbesondere auf die Zeit seiner Eigenschaft als Präsident des Londoner Exil-PEN- Clubs,40 wirft der Briefwechsel mit dem Schriftsteller Kurt Hiller. Er scheint von ganz besonderer Relevanz für die Beurteilung der damaligen Exilsituation zu sein. Kerr war nicht nur Theaterkritiker und Schriftsteller. Er bildete sich auch politisch sein eigenes Urteil. Am 27. 07.1941 schreibt er an Kurt Hiller:

Lieber, Du willst einen Aufruf. Was soll nachher geschehen? Was wird geändert sein? Eine Proklamation mehr. Ich verstehe, was das Ziel ist: gemeinsame Ratschläge, gemeinsame Forderungen - an England. Sie wären nicht gemeinsam, bei der Abschattungsfülle - oder falls gemeinsame, derart allgemeinsagend, dass sie nichtssagend wären. Das, was man weiß. Trotzdem kann eine Sammlung der Flüchtlinge zuübersichtlichem geordnet sein dienen; und darf auf keinen Fall von einer nur bürgerlich lausgesinnten Klicke verhindert werden. Ich fürchte, mir bietet sich bei den Gruppen keine Unterkunft. Ich ginge nach Deutschland nie mehr zurück, auch wenn ich es morgen könnte. Ich bin dafür, dass dieses seelisch verjauchte Land von außen her gewaltsam eingerenkt wird. Das verabscheuen die Gruppen, auch die nicht -lauen links. Während es doch die einzige Rettung menschlicher Werte bleibt - nach ungeheuren Missetaten, ewig unsühnbaren, die alles bis heut hienieden Erreichte wölfische, und mit gutem deutschen Erfolg, in Frage stellten. Deutschland steht für mich nicht auf dem Spiel. Ich wünsche für Deutschland einen sittlichen Zustand. Und für Serbien. Und für Nicaragua. Alles, was zu wirtschaftlichem Wohlstand gehört, soll diesem Lande künftig gelassen sein: aber sonst: unlösbarer Griff - von außen. Es geht nur von außen. Der deutsche Sozialdemokrat, sonst ganz schätzbar, will so was nicht, weil er ein Nationalist im Grunde bleibt. Es ist zu spät, um aus dem Herzen eine Mördergrube zu machen. Ich habe viele Vaterländer in den letzen zweitausend Jahren gehabt, durchquert, verlassen. Jedes Vaterland war trotz Unbequemlichkeiten, ein Zuwachs. Was ist da zu weinen? Von Deutschland bekam ich etliches. (Unsereins ist wie der zum Essen geladene Chinamann, der seinem Gastgeber dankbar stets ein Häufchen aufs Feld kackt zu Mehrung der Fruchtbarkeit; wir hinterlassen jedem Lande was Freundlich - Nutzbares). Ansonst: - Was ist Heimat?: Kindheit, Wiegesang; Sprachgewöhnung und Erinnerungszwang. Jawoll. Liebe scheint mir kein Verdienst. Zumal wenn sie bloßder Sprache, der Musik, auch der Landschaft gilt. Es ist zu spät, heut aus dem Herzen eine Mördergrube zu machen...! “ 41

Dieser Brief zeigt eindeutig Kerrs Verachtung die er dem deutschen Volk entgegenbringt, und auch seine politische Meinung. Ihm erliest man die Verbitterung des Schreibers, der resümiert, dass es so etwas wie Heimat im Grund nicht gibt, sondern nur Erlebnisse und Empfindungen wie „ Kindheit, Spracherkennung und Erinnerungszwang “ , die den Leuten vorspiegeln, dass sie eine Heimat haben, von der man letztendlich nur enttäuscht werden kann, wenn man mehr in ihr sieht.

4.5 Briefwechsel mit Kommer während seines Exils

Kommer42 ist die Schlüsselfigur für den größten Teil der Exilzeit Kerrs. Der Briefwechsel erstreckt sich von 1934 bis 1942, ein Jahr vor Kommers Tod. Hierbei handelt es sich um ein Korrespondenz von insgesamt 71 Briefen.43

Kerr und Kommer kannten sich jedoch nur flüchtig von einer Begegnung im Hotel ´Kaiserhof` in Berlin44. Wenn Kommer die Bekanntschaft nicht hätte aufleben lassen, wäre es zu diesem Briefwechsel, vor allem aber zu einer solch innigen Freundschaft zwischen beiden, nicht gekommen.45 Kommer hat sich über die Jahre als Kerrs finanzielle Hilfe erwiesen, indem er ihm Geldspenden zukommen lässt und auch Lebensmittelpakete schickt.

Der erste mir zugrundeliegende Brief vom 18.04.1938 von Kerr an Kommer zeigt deutlich, welche tiefe Verbundenheit zwischen ihnen besteht: „ Sie stehen mir so nahe, [...] Ich würd mir nie verzeihen, einem seltnen Menschen Ihres Wertes Knüppel auf den Weg, der heut eh ´ schwierig ist, geworfen zu haben - und das Gegenteil dessen erreicht zu haben, was ich wollte. “ 46

Durch sämtliche Briefe Kerrs an Kommer zieht sich wie ein roter Faden die konstante Geldnot, die innige Beziehung und eine tiefe Dankbarkeit für Kommer.

Am 16.12.1938 schreibt Kommer an Kerr und bittet ihn darin, ein Affidativ zu unterzeichnen. Hierin wird deutlich, in welchem Umfang Kommer Kerr über die letzten Jahre finanziell unterstützt hat: „ Die Summe dieser meiner persoenlichen Darlehen an Sie belaeuft sich wohl auf ueber $1500 “, Kommer verlangt diese Darlehen von Kerr jedoch nicht zurück, sondern betitelt es selber nur als eine „ bad debt “. Deutlich wird, dass es Kommer unangenehm ist, Kerr um die Unterzeichung zu bitten, obwohl Kerr ihm dieses Geld schuldet: „ Wenn Sie nun die große Liebenswuerdigkeit haetten, sich mit meinem Anwalt in Verbindung zu setzen... “ Am Ende fügt er noch hinzu: „ Dieses Affidavit ist selbstverständlich kein Schuldschein, sondern die Erklaerung der Zahlungsunfaehigkeit. Verzeihen Sie mir bitte, dass ich Sie mit dieser Angelegenheit behellig. “ Unterzeichnet ist der Brief mit den Worten: „ Ihr alter.. “ 47. Nach diesen entschuldigenden Erklärungen Kommers kann man geneigt sein zu glauben, dass Kommer dieser Brief nicht leichtgefallen sein mag.

In dem Schriftwechsel vom 23.01.193948 entfaltet Kerr seinen vollen schriftstellerischen Charme, indem er die Einleitung des Briefes an Kommer folgendermaßen formuliert: „ wenn Du fortfährst mich zu siezen, muss ich anfangen Dich zu duzen. Folge mir nach. “ Dieser Brief ist sehr bezeichnend für die Freundschaft zwischen Kerr und Kommer:

... was Deine wahrhaft unvergleichliche Freundschaft für mich in Lauf der Jahre getan hat. Ohne Dich wären wir alle Vier, ich weißnicht wo. Und beim Blick auf die ziemlich hohe ´ bad debt ´ wurde mir melancholisch klar, wie wenig Geld ich in den Auslandsjahren verdienen konnte. “ In diesem Brief betont Kerr nochmals, dass er „ die Hoffnung auf einen großen Schlag im Film nicht [aufgegeben] habe[und] jetzt einen (Das Erbe, The patrimony) geschrieben [habe]. Er kommt mir in seiner Einfachheit etwas dumm vor, hat aber vielleicht wegen dieses geistig schlichten Zuges Möglichkeit der Annahme. “ 49

Kerr ist sich seiner immer noch schlechten finanziellen Lage vollends bewusst und sucht - trotz seines mittlerweile beträchtlichen Alters - immer weiter neue Herausforderungen, um seiner Familie wieder den Status bieten zu können, den sie vor 1933 hatte. Er schreibt Kommer:

Jetzt wird unser enges, immer bedrohtes, unregelm äß iges Einkommen bissl erniedrigend von meiner furchtlos unverdrossnen Frau50 und gelegentlichem Zuschuss durch Verwandte mit Ach und Krach hergestellt. Scheußlich Ich hoffe nicht zuletzt, um aus der bad debt für Dich ein asset zu machen “ .

Trotz seiner eigenen finanziellen Nöte und der anscheinenden besseren finanziellen Situation von Kommer, offenbart er ihm seine Bedenken und bemerkt: „ Ich sorge mich manchmal jetzt um Deine eigene, heut vielleicht veränderte Wirtschaftslage - weil Du trotz aller Skepsis Dich in Dein vornehmen, schweigsamen Güte vielleicht für Andre verströmst. “ Er bittet im letzen Satz: „ Sei nie skeptisch in bezug auf mich. “ 51

Die Beziehung zwischen Kerr und Kommer hat sich in den Jahren des Exils so stark gefestigt, dass Kerr ihm im September 193952 aufgrund der politischen Entwicklung in Europa einen Abschiedsbrief schreibt: „ falls bei dem drohenden Angriff auf England Briefe schwer oder gar nicht nach New York gehen sollten, nimm hier noch einmal den Grußeines Menschen, dem Du sehr vieles bist - nicht weil Du sehr vieles für ihn getan hast. Ich wünsche Dir alles, alles Gute Dein Kerr. “ 53

1942 muss sich Kerr einer schweren Operation unterziehen, wobei es nicht gewiss ist, ob er diese überleben wird. Vorsichtshalber hatte er sich vor der Operation von Kommer verabschiedet: „ ich hatte [...] mich vorher von Dir verabschiedet. “ 54. In seinem letzten Brief an Kommer, wird abermals deutlich, dass dieser neben Kerrs Familie zu den wichtigsten Menschen in seinem Leben gehört. Während er über Wirklichkeit und Traum des Lebens philosophiert, bemerkt er: „... und mein Freund Rudolf Kommer wie meine drei Menschen, meine Schriften, Musik, Frauen, Meerfahrten ... [alles] ist dann vielleicht gar nicht gewesen. (Ich glaube dennoch eher: es war.) “ 55

Kommer unterstützt Kerr in den Jahren des Exils nicht nur finanziell durch Gewährung von Darlehen, sondern auch durch die Sendung von Naturalien: „ Ich danke Dir herzlich für die Ankündigung zweier Lebensmittelpakete... “ .

Zu dieser Zeit arbeitet Kerr sporadisch bei der BBC.56 Die ihm zwischen 1944 und 1948 dreiundvierzigmal Aufträge bei verhältnismäßiger guter Bezahlung erteilt.57. Auch seine Frau Julia arbeitet „ immer noch “ als „ Beraterin für die wackligen Industrie-companies des Colonel Grenfell Ltd. “

Erwähnt wird abermals die sich nicht bessern wollende finanzielle Situation der Familie Kerr: „ Alles in allem ist unter den jetzt zwitschernden Frühlingsvögeln der tief summende Pleitegeier ein unverkennbares, unbeirrtes Himmelsbild. Er hat, scheint mir, den Ehrgeiz, Haustier zu werden. “ Doch in den langen Zeiten der Not, verliert Kerr niemals seinen schriftstellerischen Sarkasmus. Wie in allen Briefen, die Kerr an Kommer schreibt, endet auch dieser mit einem sehr persönlichen Schlusssatz, der den tiefen Dank und die Verehrung - der ganzen Familie für Kommer - aufzeigt: „ Liebster Kommer, meine Leute gr üß en Dich herzlich, mit mir. Lebenslang (und länger). “ .

Aus gesagtem wird ersichtlich, dass Kommers Freundschaft uneigennützig war, denn er hat nicht den geringsten Vorteil. Kerr dagegen verdankt ihm viel, vor allem aber das Bewusstsein, in seiner manchmal sehr verzweifelten Situation einen wahren Freund an seiner Seite zu wissen, der ihn und seine Familie nicht im Stich ließ und derjenige ist, der es Kerr ermöglicht seine Familie zu ernähren.58

5 Alfred Kerr nach dem Ende des Weltkriegs

Nach Ende des Weltkrieges hatten Verhandlungen mit der „Neuen Zeitung“ in München stattgefunden, dessen Chefredakteur Hans Wallenberg war, den Kerr kannte. Die NZ war das deutschsprachige Organ der amerikanischen Militärregierung, für das Kerr schon vorher tätig war. Er sollte jetzt eine Rundreise durch das NachkriegsDeutschland antreten und über seine Eindrücke und die Möglichkeiten einer Neuorganisierung des Theaterlebens berichten.

Die neue Aufgabe und auch der Wunsch seine Frau noch einmal zu sehen59 waren Motivation für ihn 1948 seinen ersten Flug anzutreten und nach Deutschland zu fliegen.

Die letzten handschriftlichen Aufzeichnungen Alfred Kerrs sind für die Zeitung „Die Welt“ im Flugzeug auf dem Weg von London nach Hamburg geschrieben worden. Der Text lautete: „Mittwoch, den 15. September flog Alfred Kerr von London nach Hamburg. Auf einem Zettel schrieb er über seinen ersten Flug: ´Sauber. Northolt. Fliege zum ersten Mal. Sicht wie ein Garten im Bilderbuch. Sonniger Schnee. Über den Wolken. Sieht wie Eiswüste aus. Drüber klarer Himmel. Endlose bestrahlte, fröhliche Wattebäusche, drüber ein (nur hellgraues) ´Paradies`. Herrlich - in leuchtender Verlassenheit; schön und hoffnungslos! Man ist ja doch wie ausgeliefert! Wenigstens hat man es noch einmal gesehen. Glanz - Glanz, verwundert miterlebt, vor dem abkratzen. Man sieht vielleicht noch ganz andere Schneegefilde - und sie werden nicht besonnt sein.“60 Die schönen Beschreibungen: „Bilderbuch“, „Eiswüste“, „fröhliche Wattebäusche“ und „Paradies“ mischen sich mit dem Gefühl der Hoffungslosigkeit und den Gedanken über den Tod, denn die “Verlassenheit“, lässt alles „hoffnungslos“ erscheinen aber „wenigstens hat man es noch einmal gesehen. [...] verwundert miterlebt vor dem Abkratzen.“ Paradoxerweise wird Kerr eine neue Aufgabe von dem Land „ermöglicht“, das ihn Jahre zuvor ins Exil schickte und das er „nie mehr betreten wollte“. Fraglich ist, ob er die Hoffnungslosigkeit auf sich oder das „naziverseuchte“ Deutschland münzt. Sicher ist jedoch, dass Todesgedanken bei einem 80 jährigen Mann verständlich sind. Eventuell ahnt er, dass seine Reise bald zu Ende sein wird, denn am 15. September 1948 erleidet Kerr nach der ersten Flugreise seines Lebens im Parkettsessel des Deutschen Theaters während der Aufführung von „Romeo und Julia“ einen Schlaganfall. Am 12. Oktober diesen Jahres stirbt er in Hamburg,61 durch eigene Hand. Friedrich Luft referierte zu Alfred Kerrs 100 jährigem Jubiläum in der Akademie der Künste am 9. November 1967: „Sein Ende war von einem fröhlichen Heldentum. Sein Reich war von dieser Welt. Dem blieb er treu, und er gab als der Tod kam, dem Tod sterbend einen Tritt.“62

6 Schlussbetrachtung

Allein die Betrachtung seiner Briefe, ist ausreichend um zu erkennen, dass Alfred Kerr nie aufgegeben, sondern immer weiter gekämpft hat- gegen die Nazis und gegen den persönlichen Untergang. Schon in den ersten Jahren seiner Emigration stellte er seine gesamte schriftstellerische Kraft auf den Kampf gegen Hitler um, keine Theaterkritik, kein Beitrag wird ohne den erbitterten Widerstand behandelt, in denen er immer wieder die Frage aufwirft, was muss getan werden um Hitler aufzuhalten. Mittelpunkt seines Lebens war seine Familie, diese war die treibende Kraft, um immer weiter nach Lösungen zu suchen und auch im hohen Alter immer wieder neue Wege zu finden, um das Überleben zu sichern. Er war sich für nichts zu schade, er bettelte um Geld und Arbeit, nahm Geldgeschenke und verschiedenste Arten von Arbeit an - nur um zu überleben. Die ganzen Jahre hindurch hat er immer wieder geschrieben, dass er nie wieder nach Deutschland zurückkehren würde, selbst wenn er könnte. In einigen seinen Briefen hat er sich absolut „Deutschland - verachtend“ geäußert. Man hätte anhand dieser Worte nicht in Erwägung gezogen, dass er in den letzten Tagen seines Lebens ausgerechnet in dieses - ihm so verhasste Land zurückkehren würde. Berücksichtigt man jedoch Worte die er in seinen Büchern verwendet hat, erscheint dieser Deutschlandhass nicht allzu überzeugend. Es scheint eher, dass er maßlos von den Deutschen an sich enttäuscht ist, aber das Land an sich nie aufgehört hat zu lieben. Dazu bemerkt er in einem seiner Bücher: „Du liebst ein Land, in dem du Kind warst; du hängst an Orten, wo du Steuern zahltest... Und: stets in fremder Sprache schreiben?“63. Durch alle seine Briefe hindurch ist die Rastlosigkeit zu spüren, die ihn nirgends zur Ruhe hat kommen lassen. Letztendlich kehrt er doch nach Deutschland zurück, und scheint dann endlich die Ruhe zu finden, nach der er immer gesucht hat. Nun kann er endlich Frieden mit seiner geliebten verhassten Heimat schließen.

7 Literaturverzeichnis

7.1 Primärliteratur

Haarmann, Hermann, Hg. Abschied und Willkommen. Briefe aus dem Exil (1933 - 1945). Berlin: Bostelmann & Siebenhaar Verlag, 2000.

7.2 Sekundärliteratur

Dollinger, Hans. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs auf einen Blick. Würzburg: Verlag Ploetz, 1989.

Huder Walter; Koebner, Thomas, Hg. Kerr, Alfred. Ich kam nach England: Ein Tagebuch aus dem Nachlas. Bonn: Bouvier Verlag Herbert Grundmann, 1979.

Huder Walter. „ Alfred Kerr im Exil “. Sinn und Form, Jg. 18 II, (1966). Seite 1262 - 1279.

Kohn, Hein; Schartel, Werner, Hg. Alfred Kerr. Die Diktatur des Hausknechts und Melodien. Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 1981.

Wendler, Karlheinz. Alfred Kerr im Exil. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie dem Fachbereich Germanistik der Freien Universität Berlin. Berlin: 1981.

[...]


1 Wendler, Karlheinz . Alfred Kerr im Exil. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie dem Fachbereich Germanistik der Freien Universität Berlin. Berlin: 1981. Seite 3.

2 Er schrieb sowohl für bedeutende als auch für unbedeutende Zeitungen: „Die

Königsberger Allgemeine Zeitung“, das „Breslauer Tageblatt“, den „Tag“, „Die Welt am Abend“, das „Hamburger Fremdenblatt“, „Leipziger Volkszeitung“, die „Rote Fahne“ u.v.a..

3 Dollinger, Hans. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs auf einen Blick. Würzburg: Verlag Ploetz, 1989. Seite 14f.

4 Huder, Walter. „ Alfred Kerr im Exil “. Sinn und Form. Jg. 18 II, (1966). Seite 1262- 1279.

5 Beide unterzeichnete Aufrufe von den Sozialdemokraten, die sich scharf gegen die Kommunistische Partei wandten.

6 Vgl. Huder (1966). Seite 1268.

7 Vgl. Wendler (1981). Seite 14.

8 Haarmann, Hermann (Hg.). Abschied und Willkommen. Briefe aus dem Exil (1933 - 1945). Berlin: Bostelmann & Siebenhaar Verlag, 2000. Brief vom 01.04.1933. Seite 34f.

9 Kerr hatte schon in den 20er Jahren, als der NS-Mob auf die Straße zog, den dort oft konfus wirkenden Nachtkämpfen des Spartakus von 1918, als den Linksparteien, geraten, sich doch aus gründen besserer Taktik und Strategie einen erfahrenen General zu mieten. Er, der Theaternarr, rief schließlich vor der Machtübergabe an Hitler dazu auf, den Theatertempel zu schließen und statt Kräfteverschleiß an Bühnenin- szenierungen vielmehr den Straßenkampf gegen die SA aufzunehmen Was wunder, dass ihn die Nazis längst vor 1933 auf die Abschlussliste gesetzt hatten. Huder, Walter in: Kohn, Hein; Schartel, Werner (Hg.). Alfred Kerr: Die Diktatur des Hausknechts und Melodien. Hamburg: Konkret Literautr Verlag, 1981. Seite 258.

10 Im August 1933 wurde Kerr in Deutschland zum Staatsfeind gestempelt. Es folgten die offizielle Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft und die Konfiskation seines Besitzes. Vgl. Huder (1966). Seite 1268.

11 Vgl. Wendler (1981). Seite 5.

12 Kohn, Hein; Schartel, Werner (Hg.). Alfred Kerr: Die Diktatur des Hausknechts und Melodien. Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 1981. Seite 13.

13 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 18.02.1933. Seite 29.

14 Kerr, plante für Strauss ein Opernlibretto zu schreiben; das Projekt zerschlug sich als Kerr emigrieren musste. Im Exil arbeitete er weiter an dem Text, der später von seiner Frau Julia vertont wurde.

15 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 18.02.1933. Seite 29f.

16 Ebd. Brief vom 18.02.1933. Seite 29f.

17 Vgl. Kohn; Schartel (1981). Seite 28.

18 Ebd. Seite 30.

19 Ebd. Seite 32.

20 Vgl. Kohn; Schartel (1981). Seite 35.

21 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 25.03.1933. Seite 33f.

22 Am 19. April 1933 antwortet der Verlag: „Sie haben leider mit ihrer Erklärung solange gewartet, bis wir durch Anweisung des vom Preußischen Minister des Innern ernannten Staatskommissars genötigt wurden, Sie nicht nur wegen staatsfeindlicher Gesinnung fristlos zu kündigen, sondern auch alle weiteren Zahlungen an Sie einzustellen. Ebd. Seite 34.

23 Ebd. Brief vom 01.04.1933. Seite 34f.

24 Lois Araquistain, spanischer Botschafter in Berlin. Alfred Kerr kennt ihn durch seinen Spanienaufenthalt 1923. Ebd. Seite 34.

25 Dies zeigt, dass Kerr glaubt, dass die ausbleibenden Zahlungen sowie die unbeantworteten Brief seines früheren Verlegers auf einen Druck von Außen zurückführen sind.

26 Vgl. Kohn; Schartel (1981). Seite 33.

27 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 29.09.1933. Seite 47.

28 Vgl. Kohn; Schartel (1981). Seite 34.

29 Vgl. Wendler (1981). Seite 46.

30 Ebd. Seite 41.

31 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 15.05.1934. Seite 72.

32 Vgl. Wendler (1981). Seite 50.

33 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 30.07.1935. Seite 95.

34 Ebd. Brief vom 30.07.1935. Seite 96.

35 Ebd. Brief vom 03.10.1936. Seite 112f.

36 Ebd. Brief vom 27.05.1937. Seite 128.

37 Ebd. Brief vom 08.07.1939. Seite 194.

38 „Je länger man in London lebt: je mehr empfindet man auf Dauer für dieses Land. [...] Diese Menschen muss man auf Dauer lieb haben. Nicht nur, weil sie hilfreich, freundlich, höflich, zuverlässig sind (ja es ist ein Verlass auf sie!) sondern weil sie ethische Handlungen mit einer besonderlichen Anmut vollziehen. [...] So muss man beinah den Nazis dankbar sein, das sie unser einem zu dieser Bekanntschaft verhalfen...“. Huder, Walter; Koebner, Thomas (Hg.). Kerr, Alfred. Ich kam nach England: Ein Tagebuch aus dem Nachlaß. Bonn: Bouvier Verlag Herbert Gundmann, 1979. Seite 25f.

39 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 27.01.1938. Seite 147.

40 PEN - Club ( Poets, essayists, novislists) Vereinigung von Schriftstellern während des Krieges unter den in London lebenden Exil - Schriftstellern. Seit 1941 war Alfred Kerr ihr Präsident. Vgl. Wendler (1981). Seite 122.

41 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 27.07.1941. Seite 230.

42 Klaus Mann beschreib Kommer in seinem Buch: Der Wendepunkt, als „der rundliche, freundlich- reservierte, kluge, kleine Literat, der nie etwas publizierte, aber trotzdem auf großem - Fuß lebte und mit den Großen dieser Welt auf bestem Fuß stand.(...). Der ´mystery man´ aus Czernowitz nahm uns unter seine Fittiche.“ Gottfried Reinhardt beschreibt Rudolf Kommer in seinem Buch: Der Liebhaber, Erinnerungen seines Sohnes Gottfried Reinhardt an Max Reinhardt, folgendermaßen: „Er war das Herz der ganzen Gesellschaft und durchblutete noch ihre steifsten und starrsten Glieder. Er unterhielt sich mit jedem (...) Er befreundete sich mit allen, zerstritt sich mit einigen bis zu Tätlichkeiten, ohne jedoch seine Zigarette und seinen Witz ausgehen zu lassen. (...) Die geheimnisvolle Aura seiner Existenz begünstigte er. Da er es verstand, jedem Dienst den Anstrich einer Gefälligkeit zu geben, erntete er viel Dankbarkeit, kaum je Tadel. Da er materiell nie etwas für sich wollte - außer akzeptiert zu werden - vertrauten ihm die Reichem. Da er von Frauen nichts wollte, zumindest nichts verlangte, ihnen jedoch alles zuliebe tat, schuf er sich in ihnen die treusten Verbündeten. Vom schwachen Geschlecht forderte er eine einzige Eigenschaft: Schönheit. (...) So wurde er der Vertraute, Sachwalter, Beichtvater, Schiedsrichter, Causeur einer internationalen Elite. (...) Besondere Genugtuung bereitete es ihm, den Schriftstellern, zu denen er in seinen Kaffehaustagen ehrerbietig aufgeschaut hatte, durch Sammlungen helfen zu können.“ Vgl. Wendler (1981). Seite 172ff.

43 Vgl. Wendler (1981). Seite 191.

44 Wann genau die Begegnung stattfand, ist nicht dokumentiert, sie muss jedoch 1932 oder früher stattgefunden haben, da Kerr bereits Februar 1933 Deutschland verließ.

45 Vgl. Wendler (1981). Seite 193.

46 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 18.08.1938. Seite 165.

47 Ebd. Brief vom 16.12.1938. Seite 173.

48 Ebd. Brief vom 23.01.1939. Seite 177.

49 Ebd. Brief vom 23.01.1939. Seite 177.

50 Julia Kerr heiratete Alfred Kerr 1920 im Alter von 22 Jahren. Während der Zeit des Exils arbeitete sie mal als Dolmetscherin, mal als Sekretärin oder auch nur als Gesellschafterin um Geld zum Unterhalt beschaffen zu können. Vgl. Wendler (1981). Seite 107.

51 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom 23.01.1939. Seite 177.

52 Großbritannien und Frankreich erklären dem Deutschen Reich den Krieg; von 1939 - 1941 erfolgen See - und Luftangriffe gegen Großbritannien.

53 Vgl. Haarmann (2000). Brief vom September 1939. Seite 195.

54 Ebd. Brief vom 19.04.1942. Seite 249.

55 Ebd. Brief vom 19.04.1942. Seite 249.

56 Es handelte sich dabei um Sendungen in deutscher Sprache, die zu einem den

Lügenvorhang des nazistischen Rundfunks mit objektiven Berichten zerteilen soll, und zum anderen ein Sprachrohr der deutschen Emigration darstellt. Vgl. Huder (1966). Seite 1277.

57 Vgl. Wendler (1981). Seite 115.

58 Kerr widmete Kommer folgendes Gedicht:“ Rudolf Kommer: wankende Welt,

taifundurchtost; Rohheit und Raub; nicht Rast noch Ruh; Doch aus Trümmern winkt mir ein Trost: Menschen wie Du. Vgl. Kohn; Schartel (1981). Seite 239.

59 Seit Februar 1947 arbeitete Julia Kerr als Übersetzerin in den Nazi Prozessen in Deutschland.

60 Vgl. Wendler (1981). Seite 300.

61 Ebd. Seite 296.

62 Ebd. Seite 296.

63 Vgl. Kohn; Schartel (1981). Seite28.

24 von 25 Seiten

Details

Titel
Alfred Kerr im Exil
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
25
Katalognummer
V106704
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alfred, Kerr, Exil
Arbeit zitieren
Christina Feind (Autor), 2002, Alfred Kerr im Exil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106704

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