Der Euro und die Auswirkungen auf die Schweiz - KMUs, Bundesverwaltung, Nationalbank, Konsumenten


Facharbeit (Schule), 2002

25 Seiten, Note: 2 (CH: 5)


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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Vom Europäischen Währungssystem zum Euro
1.1 Das Europäische Währungssystem
1.1.1 Die Bausteine des EWS
1.1.2 Vom Erfolg des EWS zum Zusammenbruch
1.2 Die Europäische Währungsunion
1.2.1 Die Stufen auf dem Weg zur Währungsunion
1.2.2 Vor- und Nachteile der Währungsunion
1.2.3 Die Konvergenzkriterien und der Stabilitätspakt
1.3 Der Euro
1.3.1. Der Zeitplan
1.3.2 Die Münzen und die Geldscheine
1.3.3 Das Euro- Symbol
1.3.4 Die logistische Planung

2. Die Auswirkungen auf die Schweiz
2.1 Der Euro und der Franken
2.2 Auswirkungen auf die Schweizer KMU
2.2.1 Was sind die Konsequenzen der Einführung des Euro?
2.2.2 Eröffnet der Euro Chancen?
2.2.3 Welche Risiken birgt der Euro?
2.3 Auswirkungen der Europäischen Währungsunion auf die Bundesverwaltung und die Schweizerische Nationalbank
2.3.1 Warum hat die Einführung Auswirkungen auf die Bundesverwaltung?
2.3.2 Probleme mit den Fremdwährungen und der Umstellung
2.3.3 Konsequenzen für die Schweizer Wirtschaft
2.3.4 Warum hat die Einführung Auswirkungen auf die Nationalbank?
2.3.4 Gültigkeit bestehender Verträge
2.3.5 Konsequenzen global gesehen
2.4 Auswirkungen des Euros auf die Schweizer Konsumenten
2.4.1 Allgemein
2.4.2 Euro- Schweiz - FAQ
2.4.3 Meinungen & Folgen
2.4.4 Weitere Aussichten

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die Einführung des Euros - von Optimisten als „Meilenstein“ und von Pessimisten als „grösster Fiasko der Geschichte Europas“ bezeichnet. Ich wollte der Sache auf den Grund gehen, denn als italienischer Staatsbürger und wohnhaft im Schweizer Grenzgebiet werde ich früher oder später mit dieser neuen Währung in Kontakt kommen. Soweit ich das planen kann und darf, werde ich voraussichtlich die nächsten paar Jahrzehnte in der Schweiz verbringen - womöglich für immer. Und daher interessiert es mich sehr, wie stark der Euro, der uns im wahrsten Sinne des Wortes „umkreist“, die Wirtschaft, das Leben in der Schweiz beeinflusst.

Diese Arbeit besteht aus zwei Teilen: dem allgemeinen Teil, der die Geschichte des Euros bis zu der so genannten „Inverkehrgabe“ schildert; der Schweiz- Spezifische Teil, der konkrete Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft aufzeigt, sofern man das tun kann, der Euro ist ja erst eben eingeführt worden.

Material für diese Arbeit zu finden war kein grosses Problem - im Gegenteil - es be- stand die Qual der Wahl. Hauptteil meiner Arbeit ist die entsprechenden Inhalte so zusammenzufassen und anzuordnen, dass eine kompakte, klare Arbeit entsteht, die zwar zum grössten Teil aus fremden Inhalten besteht, trotzdem aber nicht wie ein Flickwerk anmutet. Ich hoffe, dass ich dieser Aufgabe gerecht geworden bin. Die aktuellen Inhalte sind grösstenteils aus dem Internet, der geschichtliche Teil ist dem Buch „Aktuelle Volkswirtschaftslehre“ von Peter Eisenhut entnommen. Eine gewisse Problematik entstand bei der chronologischen Einteilung des Textes. Da die Arbeit vor 2002 von mir begonnen, aber der Abgabetermin nach der Einfüh- rung des Bargeldes gesetzt wurde, entstanden Ungereimtheiten in Bezug auf die Einführung - während der Leser womöglich selbst schon Euro in seinen Portemon- naie trägt, liest er dennoch von der „kommenden Einführung“; im gewissen Sinne ist die Arbeit zum Teil also schon veraltet.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die tatkräftige Unterstützung bei Herrn Waibel bedanken. Seine Hilfe hat mir grosse Fortschritte bei der Ausführung der Arbeit ge- bracht

1. Vom Europäischen Währungssystem zum Euro

Im Dezember 1978 gründeten die Regierungschefs von Frankreich und Deutschland, Valérie Giscard D’Estaing und Helmut Schmidt, das Europäische Währungssystem (EWS). Das EWS sollte dazu beitragen, die politische und wirtschaftliche Integration in Europa zu stärken. Durch die Währungsstabilität sollten die Vorteile des Handels besser ausgenützt und das Wirtschaftswachstum beschleunigt werden. Den Unternehmern sollte damit eine verlässliche Basis für ihre Kalkulation im innereuropäischen Handel gegeben werden. (Eisenhut, 2000, S.296)

1.1 Das Europäische Währungssystem

1.1.1 Die Bausteine des EWS

1. Hauptmerkmal des EWS war die europäische Währungseinheit (ECU = Eu- ropean Currency Unit). Der ECU wurde als Währungskorb definiert, der sich aus bestimmten Beträgen der Währungen der Mitgliedländer zusammenset- ze.
2. Die Wechselkurs der EG- Mitgliedländer wurden gegeneinander fixiert. Für jede Währung wird ein ECU- Leitkurs festgelegt. Bei Abweichung der Wech- selkurse über ±2.25% hinaus, waren die Zentralbanken zu Stützungsopera- tionen verpflichtet. Eine Änderung der Leitkurse war vorgesehen, war aber nur möglich, wenn zwischen den Mitgliedstaaten Einstimmigkeit herbeige- führt wurde.
3. im europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit hinterlegten die Teilnehmerstaaten 20% ihrer Währungsreserven, wofür sie ECU erhiel- ten. Aus diesem Fonds wurden Mitgliedern Kredite zur Bewältigung von Zah- lungsbilanzschwierigkeiten gewährt. (Eisenhut, 2000, S. 296)

1.1.2 Vom Erfolg des EWS zum Zusammenbruch

Ende der 80er Jahre ergab sich entgegen den Erwartungen die Situation, dass die gewünschten Punkte auch tatsächlich - wenigstens zum Teil - eingehalten werden konnten. Das Währungssystem ging relativ stabil über die Bühne. Nun folgte aber ab 1992 wieder der Abwärtstrend; in Deutschland wurde aufgrund der Wiedervereini- gung das Geld in den Aufbau der Ost- Wirtschaft investiert und erhöhte aus Angst vor Inflation die Zinssätze. England war schon mitten in der Rezession und erhöhte daher die Geldmenge, in Italien war die Situation ähnlich, da die Staatsschulden im- mer grösser wurden. Das bewirkte, dass die Wechselkurse des Pfundes und der Lira an die Toleranzgrenzen stiessen und so gestützt werden mussten. Dadurch vergrös- serte sich durch Kauf von Pfund und Lira die Geldmenge in Deutschland und diejeni- ge in Italien und England verkleinerte sich - die Tendenzen liefen deshalb genau in die entgegengesetzte Richtung als erwünscht: in Italien und England rutschte man immer stärker in eine Rezession, während in Deutschland die Inflation stieg. Am 16. September 1992 stieg deshalb der Pfund aus dem Wechselkursmechanismus aus, und die Lira zog einen Tag später nach. Je länger je mehr weitete sich dieser Ab- wärtstrend auch auf die anderen involvierten Währungen aus, im Juli/August 93 wur- den der französische und belgische Franc, der Escudo, die Peseta, das irische Pfund und die dänische Krone geschwächt. Finnland, Schweden und Norwegen lösten ihre Bindung zum ECU auf. Daraufhin vergrösserten die EG- Finanzminister und Noten- bankpräsidenten den Toleranzwert von ±2.25% auf ±15%, wodurch die Währungen wieder ziemlich frei spielen konnten, von einer Wechselkursfixierung aber nicht mehr die Rede sein konnte.

Nun sieht man, dass die Regierungschefs vergessen hatten, dass das EWS nicht nur ein System fester, sondern in seiner Grundidee auch anpassbarere Wechselkurse war. Durch den politischen Willen, keine Schwäche im europäischen Integrationspro- zess zu zeigen und Stabilität zu gewährleisten, konnte die vorgesehene Flexibilität nicht genutzt werden. So mussten sich die zunehmenden Spannungen in einer Zer- reissprobe manifestieren.

Fixe Wechselkurse sind eben doch nicht kostenlos zu haben, die nationale Wirt- schaftspolitik muss konsequent dem Wechselkursregime untergeordnet werden: Ein Land, dessen Währung unter Aufwertungsdruck steht, muss seine Geldpolitik lo- ckern, die Zinsen senken und Inflationsgefahren in Kauf nehmen. Umgekehrt muss ein Land, dessen Währung unter Abwertungsdruck steht, seine Geldpolitik restriktiver gestalten, die Zinsen erhöhen und eine Abschwächung der Konjunktur, allenfalls eine Rezession in Kauf nehmen. Die Bereitschaft, die Opfer aus dem Verzicht auf eine autonome Geldpolitik zu ertragen, ist umso mehr vorhanden, je grösser der Wille zu einer politischen Union ist. (Eisenhut, 2000, S. 296f.)

1.2 Die Europäische Währungsunion

Mit dem Vertrag von Maastricht kam dem EWS eine neue Zielsetzung zu: das EWS soll den schmerzlosen Übergang zu einer Währungsunion sicherstellen. Auf dem Weg zu einer einheitlichen europäischen Währung sind drei Stufen vorgesehen: (Eisenhut, 2000, S. 300)

1.2.1 Die Stufen auf dem Weg zur Währungsunion

1. Stufe:

- Seit Juli 1990
- Festlegung gemeinsamer wirtschaftspolitischer Ziele
- Vollständige Liberalisierungen im Kapitalverkehr
- Teilnahme aller EU- Währungen am EWS

2. Stufe:

- Seit 1.1.1994
- Gründung eines Europäischen Währungsinstitutes als Vorstufe zu einer gemeinsamen Zentralbank
- Ziel: Stabile Wechselkursverhältnisse, einheitliche Geldpolitik, Förderung der wirtschaftlichen Konvergenz

3. Stufe:

- Januar 1998: Entscheid über Mitglieder, Errichtung der Europäischen Zentralbank (EZB); im Mai Festlegung der Wechselkurse für 1999
- 1999: Start der Währungsunion: Unwiderrufliche Fixierung der Wechselkurse.
- 1.1.2002: Ausgabe von EU- Banknoten und Münzen (Name: EURO)
- 1.7.2002: Abschluss der Umstellung

Tab. 1: Die Stufen zur Währungsunion (Eisenhut, 2000, S. 300)

1.2.2 Vor- und Nachteile der Währungsunion

Der Hauptgrund für die Realisierung einer Einheitlichen Währung im europäischen Raum war der Reibungslose Ablauf eines echten europäischen Binnenmarktes. Die- ser kann nur funktionieren, wenn gewisse Schranken abgeschafft werden. Eine sol- che Beschränkung ist die Tatsache, dass bis anhin im ganzen europäischen Gebiet verschiedene Währungen existieren, die sich durch jeweils ungleiche Stabilität aus- zeichnen. Das Ziel der Währungsunion lautet hauptsächlich: „Ein Markt - eine Wäh- rung“. Man erhofft folgende Vorteile aus der Währungsunion schöpfen zu können:

- Senkung der Transaktionskosten: Die Verwaltung verschiedener Währungen verursacht Kosten in Form von Personaleinsatz, Anpassung der Computersys- teme, Aufbewahrung von Bargeld, Umtauschkosten, Absichern von Wechsel- kursrisiken usw. Das Verschwinden dieser Kosten ermöglicht - gemäss einer Untersuchung der EU- Kommission - Einsparungen von jährlich 20 Milliarden ECU.
- Steigerung des Wachstums: Durch den Wegfall des Wechselkursrisikos wird der innereuropäische Handel erleichtert, und es entstehen Wachstumseffekte, die zu einem Investitionsschub mit entsprechenden Produktivitätsfortschritten führen und so zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
- Erhöhung der Preisstabilität, Senkung der Defizite: Unter der Führung einer auf Stabilität verpflichteten europäischen Zentralbank sind positive Auswirkungen auf die Preisstabilität zu erwarten. Die disziplinierende Wirkung auf die Budgetpolitik führt zu einer Verringerung der Budgetdefizite.
- Harmonisierung des Zinsniveaus: Von Wechselkursüberlegungen losgelöste Kapitalströme werden vermehrt auf fundamentale ökonomische Kriterien ausgerichtet und erlauben eine Harmonisierung des Zinsniveaus.

Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille; die Kritiker der Währungsunion führen speziell folgende Einwände auf:

- Unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen, Wirschtaftspolitiken und Kulturen: Die Volkswirtschafen der einzelnen EU- Länder werden auch in Zukunft stark unterschiedliche Entwicklungsmuster zeigen. In den südlichen Ländern herrscht zum Beispiel eine andere „Inflationstradition“ als in Deutschland, und zum Beispiel eine andere „Inflationstradition“ als in Deutschland, und auch die Präferenzen bezüglich Staatsverschuldung werden unterschiedlich gelegt. Darüber hinaus treffen umweltbedingte Schocks die einzelnen Länder unter- schiedlich, eine Erhöhung der Erdölpreise beispielsweise wirkt sich in Eng- land, das selber Erdöl produzier, anders aus als in den übrigen EU- Staaten. Unterscheiden sich aber die Länder in ihrer Struktur und Befindlichkeit der Wirtschaft, wiegt ein Verzicht auf eine eigenständige Geld-, Zins- und Wech- selkurspolitik schwer. Denn schwankende Wechselkurse federn die Anpas- sungen ab, während bei einer Einheitswährung die Anpassungslasten (in der Produktion, der Beschäftigung und dem Preisniveau) voll zu Buche schlagen.
- Fehlende Politische Union: Solange ein gemeinsamer politischer Ordnungs- rahmen fehlt, besteht die Gefahr, dass ökonomische Krisen zu unterschiedlichen Reaktionen in den einzelnen Ländern führen werden. Die Erfahrung zeigt, dass eine Währungsunion, die nicht in eine politische Union eingebettet wird, keinen dauerhaften Bestand hat.
- Mangelhafte Solidarität: Die ökonomisch schwächeren Regionen werden ei- nem verstärkten Konkurrenzdruck ausgesetzt, der zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen wird. Weil die vollständige Mobilität des Produktionsfaktors Arbeit in der EU nicht gegeben ist, werden hohe Transferzahlungen notwendig. Die dafür notwendige Solidarität zwischen reichen und armen Regionen ist aber nicht vorhanden.

Bei der Währungsunion geht es nicht nur um die Sicherung wirtschaftlicher Vorteile, sondern auch darum, in ihrem Sog in verschiedenen politischen Bereichen eine stärkere Bindung zu ermöglichen und die EU in eine unumlenkbare Integrationsstufe hineinzuführen. (Eisenhut, 2000, S. 300f.)

1.2.3 Die Konvergenzkriterien und der Stabilitätspakt

Man hatte aus dem „Zerfall“ des EWS gelernt, und daher stellte die Europäische Union gewisse Bedingungen, ohne deren Einhaltung der Beitritt zur Währungsunion nicht gestattet wurde.

Für die Aufnahme müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

Inflation: Die Inflationsrate darf im Jahr 1997 nicht mehr als 1.5%- Punkte über dem Durchschnitt der drei Länder mit der geringsten Inflation liegen.

Zinssätze: Der langfristige Zinssatz darf im Durchschnitt des Jahres 1997 nicht mehr als 2%- Punkte über dem Durchschnitt der drei Länder mit den niedrigsten Inflationsraten liegen.

Haushaltsdefizit: Das Defizit im Staatshaushalt darf 1997 nicht mehr als 3% des Bruttoinlandproduktes ausmachen.

Staatsverschuldung: Die ausstehende Staatsschuld darf 1997 nicht mehr als 60% des Bruttoinlandproduktes betragen.

Wechselkurs: Die Währung muss ab 1996 am Wechselkursmechanismus des EWS teilgenommen haben, darf in den Jahren 96 und 97 nicht abgewertet worden sein und muss sich innerhalb der normalen Bandbreite des EWS bewegt haben. (Eisenhut, 2000, S. 301)

1.3 Der Euro

1.3.1. Der Zeitplan

- Januar 1999: Der Euro wurde zur Währung von 11 Mitgliedstaaten Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland
- 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2001: Übergangsperiode: geordnete Um- stellung der gesamten Wirtschaft auf den Euro
- 19. Juni 2000: In der Verordnung des Europarates wird der Umrechnungskurs zwischen dem Euro und der Drachme auf 340,750 griechische Drachmen festgesetzt.
- 1. Januar 2001: Griechenland führt die Einheitswährung ein - Im Laufe des Jahres 2001: Informationskampagne über die Sicherheitsmerk- male der Euro-Banknoten.
- Ende 2001: Banken und grosse Einzelhandelsgeschäfte könnten bereits im Voraus mit Euro-Banknoten und -münzen ausgestattet werden.
- 1. Januar 2002: Die Euro-Banknoten und Euro-Münzen werden in Umlauf ge- bracht. Es erfolgt die vollständige Umstellung der öffentlichen Verwaltung auf den Euro. Die alten nationale Banknoten und -münzen werden von nun an eingezogen: Beginn des Parallelumlaufs. Ausserdem müssen ab sofort alle unbare Transaktionen auf den Euro lauten.
- 28. Februar 2002 (spätestens): Die Nationalen Banknoten und -münzen wer- den endgültig aus dem Verkehr gezogen. (WWW, EU online, 2001)

1.3.2 Die Münzen und die Geldscheine

Die Euro- Münzen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Euro- Münzen (Vorderseite)

Es gibt 8 Euro- Münzen im Wert von jeweils 2 und 1 Euro sowie 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Cent. Jede Euro-Münze wird eine gemeinsame europäische Seite haben. Die Rückseite kann jeder Mitgliedstaat nach Belieben gestalten. Jede der Münzen kann überall in den 12 Mitgliedstaaten verwendet werden. Beispielsweise kann ein franzö- sischer Bürger in Berlin einen Hot Dog mit einer Euro-Münze bezahlen, auf der der König von Spanien abgebildet ist. Die gemeinsame Bildseite stellt die Karte der Eu- ropäischen Union dar, vor dem Hintergrund transversaler Linien, an denen die Sterne der europäischen Flagge hängen. Die Abbildungen auf den 1, 2 und 5 Cent- Münzen symbolisieren die Stellung Europas in der Welt, die 10, 20 und 50 Cent- Münzen die Union als Bund von Nationen. Die 1 und 2 Euro-Münzen stellen Europa ohne Gren- zen dar. Das endgültige Design wurde auf der Tagung des Europäischen Rates vom Juni 1997 in Amsterdam gebilligt. Die Münzen werden ab 1. Januar 2002 bei den Banken und Einzelhandelsgeschäften erhältlich sein. In manchen Mitgliedstaaten sollen im Voraus geringe Beträge in so genannten Mini- Kits zur Verfügung gestellt werden. (WWW, EU online, 2001)

Die Euro- Banknoten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die Vorderseiten der Euro- Banknoten

Es gibt 7 Euro-Scheine. Sie sind von unterschiedlicher Farbe und Grösse und haben einen Wert von jeweils 500, 200, 100, 50, 20, 10 und 5 Euro. Die Banknoten werden für das gesamte Euro-Gebiet einheitlich sein; anders als bei Münzen wird es keine so genannte nationale Seite geben. Die Abbildungen symbolisieren das architektoni- sche Erbe Europas. Es werden jedoch keine Denkmäler in bestimmten Ländern ab- gebildet. Die Vorderseite jeder Banknote zeigt Fenster und Portale als Symbol der Offenheit und Zusammenarbeit in der EU. Die Rückseite zeigt jeweils eine Brücke aus einer bestimmten Epoche als Symbol der Verbindung zwischen den Völkern Eu- ropas und zwischen Europa und dem Rest der Welt. Die endgültigen Entwürfe wur- den auf der Tagung des Europäischen Rates vom Dezember 1996 in Dublin ange- kündigt. Alle Banknoten werden mit modernen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Alle Euro-Banknoten sind in sämtlichen Ländern des Euro-Gebiets gesetzliches Zah- lungsmittel.

Ab 1. Januar 2002 sind Euro-Banknoten an den Geldautomaten und Bankschaltern erhältlich. Grosse Einzelhandelsgeschäfte werden ausserdem bei Einkäufen in der alten Währung Euro-Banknoten als Wechselgeld herausgeben. Es wird erwartet, dass viele Menschen in den ersten Januartagen 2002 lieber Kredit- und Geldkarten verwenden werden. Spätestens bis zum 28. Februar 2002 werden die bisherigen Banknoten und Münzen aus dem Verkehr gezogen. (WWW, EU Online, 2001)

1.3.3 Das Euro- Symbol

Das Zeichen für die neue europäische Einheitswährung ist ein E mit markantem Doppel-Querstrich - €. Es ist angelehnt an das griechische Epsilon, das auf die Wiege der europäischen Zivilisation verweist, und an den ersten Buchstaben des Wortes "Europa". Der Doppel-Querstrich steht für die Stabilität des Euro. Dieses Zeichen für den Euro hat einen hohen Wiedererkennungswert und wird in einigen Jahren eine ähnliche weltweite Bekanntheit erreichen wie das Dollarzeichen $. Als Abkürzung für den Euro ist das Zeichen von großer praktischer Bedeutung und erscheint zunehmend auf neuen Computer- und Schreibmaschinentastaturen.

Für alle geschäftliche, finanzielle und gewerbliche Zwecke wird das ISO- Kürzel „EUR“ verwendet. (WWW, EU - Online, 2001)

1.3.4 Die logistische Planung

Die „Inverkehrgabe“ des Euro-Bargeldes stellt für Europa die grösste logistische Her- ausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Es gilt, ein neues Zahlungsmittel für über 300 Millionen Menschen in Umlauf zu bringen - und das bisherige Geld einzu- sammeln und zu vernichten. Bis in sechs Monaten müssen die rund 14,25 Milliarden Banknoten gedruckt und die etwa 50 Milliarden Münzen geprägt sein; begonnen wurde damit schon im Juli 1999. Sodann muss die kostbare Fracht - sie verkörpert einen Wert von knapp 660 Milliarden Euro (rund 1000 Milliarden Franken) - von den 15 Druckereien und 15 Prägeanstalten in ganz Europa erst zu den nationalen Noten- banken und ihren regionalen Ablegern und anschliessend zu den Geschäftsbanken befördert werden. Von dort gelangen die druckfrischen und fein polierten Euros zu Hunderten von Einzelhändlern und in Tausende von Geld-, Verpflegungs- und Billettautomaten.

Es ist für viele Fachleute unverständlich, dass der Europarat ein derart komplexes Unterfangen wie die Einführung des Euro-Geldes auf den 1. Januar gelegt hat. Aus der Sicht der Kritiker hätte man kaum einen schlechteren Termin wählen können, ist der Bedarf der Konsumenten nach Bargeld über die Weihnachts- und Neujahrstage ohnehin schon am grössten. Am meisten betroffen - und verärgert - sind die spani- schen Einzelhändler: Die Iberer beschenken sich nicht an Weihnachten, sondern am Dreikönigstag. Man mag sich gar nicht ausmalen, was in den ersten Januartagen in spanischen Einkaufszentren abgeht, wenn die Menschenmassen plötzlich neues Geld in ihren Taschen haben und sie die in Euro ausgeschilderten Preise mit einem Wechselkurs von 166,386 in ihre vertrauten Peseten "zurückrechnen" müssen.

Ein Teil des immensen logistischen Aufwandes rührt auch von dem engen zeitlichen Rahmen her. Die Übergangsfrist, während der parallel mit Euro-Scheinen und mit nationalem Geld bezahlt werden kann, dauert nur zwei Monate. Spätestens ab 1. März 2002 ist nur noch der Euro alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in den betref- fenden zwölf EU-Staaten. Die Europäische Zentralbank erwartet, dass Ende der zweiten Januarwoche bereits die Mehrzahl der Bartransaktionen in Euro abgewickelt wird. Die aus dem Verkehr gezogenen Banknoten erhalten etwa im Fall der D-Mark eine Feuerbestattung in Müllverbrennungsanlagen, während schätzungsweise rund 28 Milliarden D-Mark- und Pfennig-Münzen mit einem Gesamtgewicht von knapp 100’000 Tonnen eingeschmolzen werden. Bis allein das gesamte deutsche Geld entsorgt ist, dauert es etwa zwei Jahre. (WWW, Bluewin, 2001)

2. Die Auswirkungen auf die Schweiz

2.1 Der Euro und der Franken

Die Schweiz wird vollständig vom Euro-Raum umschlossen sein. Diese erhebliche Veränderung des Währungsumfeldes kann die Nachfrage nach Schweizer Franken und somit die Höhe und Schwankungsbreite des Franken-Wechselkurses beeinflus- sen. Das Ausmass dieser Wirkungen hängt besonders von der Geldpolitik der Euro- päischen Zentralbank (EZB) ab, aber auch von den Diversifikationsbedürfnissen der Marktteilnehmer und der Verwendung des Euro als Transaktionswährung.

Eine hohe Staatsverschuldung oder grosse Arbeitslosigkeit könnten die EZB unter Druck setzen, eine zu gewagte Geldpolitik zu führen, was den Wert des Euro schwä- chen würde. Angesichts der gesetzten Konvergenzkriterien und den günstigen insti- tutionellen Voraussetzungen kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die EZB eine auf Preisstabilität ausgerichtete Geldpolitik betreiben wird. Das Risiko einer starken Frankenaufwertung erscheint deshalb als klein. Hingegen wird der Franken aufgrund der Möglichkeit zunehmender Kursschwankungen zwischen Euro und Dol- lar dem Risiko einer spürbaren Kursschwankungsgefahr ausgesetzt bleiben.

Unabhängig vom geldpolitischen Kurs der EZB kann die Attraktivität des Frankens als Anlagewährung zunehmen, da mit dem Euro verschiedene nationale Währungen verschwinden werden. Das Potential einer Frankenaufwertung dürfte jedoch gering sein, da die verschiedenen EU-Währungen als Teilnehmer am Europäischen Wäh- rungssystem (EWS) auch bisher keine bedeutenden Diversifikationsinstrumente dar- stellten.

Tendenziell abnehmen würde die Nachfrage nach Franken als Transaktionswährung, falls der Euro auch in der Schweiz vermehrt als Zahlungsmittel Verbreitung fände. Bereits heute werden insbesondere in Grenzgebieten und in Tourismusorten Zahlun- gen in Fremdwährung, z.B. in DM, akzeptiert. Diese Tendenz könnte sich in Zukunft durch die Schaffung der Einheitswährung noch verstärken. Da jedoch die meisten Zahlungen noch immer in Schweizer Franken zu leisten sind, ist das Halten von Euro als Transaktionswährung für Inländer mit einem Wechselkursrisiko und Transakti- onskosten verbunden.

Die Möglichkeit, dass der Frankens durch den Euro ersetzt würde dürfte daher aus heutiger Sicht gering sein. (WWW, CH-EU, 2001)

2.2 Auswirkungen auf die Schweizer KMU

2.2.1 Was sind die Konsequenzen der Einführung des Euro?

Durch die Einführung des Euro entsteht ein grösserer Währungsraum, und viele Unternehmungen in der Schweiz werden zwei Währungen führen. Im Tourismus und im Handel können die Kunden dank der Einheitswährung problemlos im ganzen EuroRaum die Preise vergleichen.

Dadurch wird das Preisbewusstsein steigen. Für Feriengäste, die von einem Euro- Land in ein anderes reisen, entfallen die Umtauschkosten. Damit wird innerhalb der EU der grenzüberschreitende Tourismus einfacher und attraktiver. Um das Feld nicht den Konkurrenten zu überlassen, kann es für die Schweizer Anbieter von Vorteil sein, ihre Produkte auch in Euro anzubieten und zu verkaufen. (WWW, CH-EU, 2001)

2.2.2 Eröffnet der Euro Chancen?

Zwar ist die Stabilität des Euro nicht garantiert, dennoch zeichnen sich Vorteile der Einheitswährung ab. Mit dem vollendeten Binnenmarkt wird die europäische Wirtschaft im weltweiten Wettbewerb leistungsfähiger. Für international tätige Unternehmen ergeben sich durch den Wegfall der Wechselkursrisiken Einsparungen, die nach Schätzungen von Experten rund 0,5 Prozent der jährlichen Gewinne ausmachen. Die einheitliche Währung schafft in Einkauf, Produktion und Verkauf eine sicherere Entscheidungsgrundlage. In Konkurrenz zum Dollar hat der Euro gute Chancen, auf dem internationalen Kapitalmarkt zu einer wichtigen Währung zu werden. (WWW, CH-EU, 2001)

2.2.3 Welche Risiken birgt der Euro?

Der Euro führt im europäischen Markt zu transparenteren Preisen, die wiederum den Wettbewerb verstärken dürften. Von der direkten Vergleichbarkeit der Preise und dem dadurch entstehenden Preisdruck profitieren die Konsumenten/- innen. Sie zwingt die Firmen dazu, ihr Angebot konkurrenzfähig zu gestalten. Ausserdem kommt der Euro den europäischen Bürgern natürlich gelegen, wenn sie ihre Ferien innerhalb der Euro-Zone verbringen: Auslandreisen in viele beliebte Urlaubsländer sind ab 2002 mit einer einzigen Fremdwährung möglich. (WWW, CH-EU, 2001)

2.3 Auswirkungen der Europäischen Währungsunion auf die Bundesverwaltung und die Schweizerische Nationalbank

2.3.1 Warum hat die Einführung Auswirkungen auf die Bundesverwaltung?

Ämter aus allen Departementen leisten heute Zahlungen an oder erhalten Geld aus EU- Ländern.

Solche Zahlungen stehen beispielsweise im Zusammenhang mit der Materialbeschaffung im Ausland, Auslagen für diplomatische Vertretungen, Beiträge an Institutionen, Überweisungen an Rentner im Ausland und Grenzgängerentschädigungen aus der Arbeitslosenversicherung. Vor allem Transaktionen aus dem Ausland in den Bereichen Zoll und Verkehr bringen Einnahmen ein. Diese Ausgaben und Einnahmen werden mit der Schaffung der EWU in Euro anfallen. Die Umstellung auf die Einheitswährung sollte dabei problemlos möglich sein, da die betroffenen Ämter schon heute mit Problemen konfrontiert sind, welche sich aus Zahlungen in Fremdwährungen ergeben können. (WWW, CH-EU, 2001)

2.3.2 Probleme mit den Fremdwährungen und der Umstellung

Insbesondere die direkten Folgen von Wechselkursschwankungen auf die erwarteten staatlichen Einnahmen und Ausgaben können oftmals Probleme bereiten. Mittels Absicherung der Währungsrisiken können diese Unsicherheiten vermindert werden. Generell dürften sich die Berechnung und das Management des Währungsrisikos vereinfachen, da mit der Einführung des Euro für den EWU-Raum nur noch eine einzige Fremdwährung berücksichtigt werden muss. Da die konkreten Zahlungsvorgänge zudem meistens über das Eidgenössischen Kassen- und Rechnungswesen der EFV oder die SNB erfolgen, ist der Anpassungsbedarf bei den Zahlungsvorgängen in den einzelnen Amtsstellen minim. (WWW, CH-EU, 2001)

Im Informatikbereich werden Änderungen der entsprechenden Software und zum Teil auch Anpassungen der Stammdaten notwendig, damit die Transaktionen in der neuen Währung verarbeitet werden können. Die Schaffung der EWU wird auch die internationale Bereitstellung statistischer Daten in Euro fördern, was auch für die Schweiz entsprechende Anpassungen erforderlich macht (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und Landesindex der Konsumentenpreise).

Im Bereich der Vermögensverwaltung und des Portfolio-Managements wird der Bund als Anleger auf den internationalen Kapitalmärkten tangiert. So hält die Bundestreso- rerie1 zur Zeit Fremdwährungsanlagen in verschiedenen Währungen, welche voraus- sichtlich in die Einheitswährung Euro umgewandelt werden. Im Rahmen des Portfo- liomanagements müssen daher die Einflüsse der Politik, die Wahrscheinlichkeiten der Realisierung der EWU sowie allfällige Auswirkungen auf die Erträge der Bundes- anlagen in heutigen EU-Währungen genau verfolgt werden. (WWW, CH-EU, 2001)

2.3.3 Konsequenzen für die Schweizer Wirtschaft

Durch sein grosses Währungsgebiet wird der Euro - etwa im Vergleich zur heutigen Verwendung von DM und FFr. - voraussichtlich eine stärkere Bedeutung für die schweizerische Wirtschaft einnehmen. Insbesondere in Grenzregionen und im Sektor Tourismus dürften schweizerische Anbieter ihre Preise vermehrt auch in Euro anbringen, um ihre Kunden aus dem EWU-Raum zufriedenzustellen und ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu wahren. Während eine parallele Preisbekanntgabe möglich wäre, müsste bei einer alleinigen Preisangabe in Euro das geltende Recht angepasst werden, da der Franken immer noch alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel bleibt. (WWW, CH-EU, 2001)

2.3.4 Warum hat die Einführung Auswirkungen auf die Nationalbank?

Speziell von der Einführung des Euro betroffen ist auch die Schweizerische National- bank. Der Bericht der Kommission für Konjunkturfragen zu den wirtschaftlichen Aus- wirkungen der EWU (vom August 1996) hat mögliche Strategien für die Durchführung der Geldpolitik aufgezeigt, falls es im Vorfeld oder bei der Einführung des Euro zu einer starken Frankenaufwertung kommen sollte. Es wurden dabei die Möglichkeiten einer dauerhaften oder vorübergehenden Anbindung des Frankenkurses an den Eu- ro sowie einer unabhängigen, gelockerten Geldpolitik in Betracht gezogen. Die SNB wird insbesondere bei der Zusammensetzung und Bewirtschaftung ihrer Währungs- reserven auf das veränderte Währungsumfeld Rücksicht nehmen müssen. Schliess- lich sind im Bereich der Zahlungssysteme Vorbereitungen im Gange, um einen An- schluss des Schweizer Interbanken-Zahlungssystems (SIC - Swiss Interbank Clea- ring) an das Europäische Echtzeit-Zahlungssystem (TARGET - Trans- European Automated Real- Time Gross Settlement Express Transfer) zu ermöglichen. Eine solche Teilnahme ist indessen nur mit Zustimmung der künftigen Europäischen Zent- ralbank möglich. Falls die SNB nicht an TARGET teilnehmen kann, soll das Zah- lungssystem Euro-SIC nicht bei der SNB, sondern bei einer Tochtergesellschaft der Schweizer Banken in Frankfurt angesiedelt werden. (WWW, CH-EU, 2001)

2.3.4 Gültigkeit bestehender Verträge

Aus rechtlicher Sicht stellen sich durch die Einführung des Euro keine grösseren Probleme. Im EWU-Raum gilt das Prinzip der Vertragskontinuität. Dieses ist auch in der Schweiz gegeben. Die Einführung des Euro ist eine wirtschaftliche Massnahme und führt nicht zum Wegfall der Geschäftsgrundlage. Auch ist die stufenweise ge- plante Einführung des Euro kein unvorhergesehenes Ereignis. Daher gilt sowohl für völkerrechtliche als auch für internationalprivatrechtliche Verträge der Grundsatz «pacta sunt servanda». In bestimmten Situationen ist jedoch aus wirtschaftlichen Gründen das Anbringen von Wertsicherungs- oder Nachverhandlungsklauseln emp- fehlenswert. Aus rechtlicher Sicht sind solche Zusätze aber nicht erforderlich. (WWW, CH-EU, 2001)

2.3.5 Konsequenzen global gesehen

Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist hervorzuheben, dass der Euro die Wettbewerbssituation und die Marktstrukturen in Europa verändern wird. Mit dem Zusammenschluss mehrerer Währungen verschwindet auch das Risiko von Wechselkursverlusten zwischen den EWU- Teilnehmern.

Der Wegfall von Wechselkursschwankungen begünstigt einen effizienteren Ressourceneinsatz in diesen wirtschaftlich stark integrierten Volkswirtschaften. Unternehmen und auch die öffentliche Hand sind besser in der Lage, Einnahmen und Ausgaben vorausschauend zu kalkulieren. Zudem erleichtert die Einheitswährung die Vergleichbarkeit von Preisen und erhöht damit die Transparenz auf den Güter- und Dienstleistungsmärkten. Da die Schweiz auf absehbare Zeit nicht an der EWU teilnehmen wird, bleibt aber das Währungsrisiko zwischen dem SFr. und dem Euro bestehen. Daraus ergibt sich für schweizerische Anbieter eine Benachteiligung im Wettbewerb gegenüber Konkurrenten aus dem EWU- Raum.

So wird sich beispielsweise auch die Swisscom AG - als ehemaliger Regiebetrieb des Bundes - in Zukunft auf einem freien, globalen Markt behaupten müssen. Für dieses Unternehmen entsteht aus der Notwendigkeit der Währungsabsicherung ein Mehraufwand, welcher bei den ausschliesslich im EWU-Raum tätigen Konkurrenten entfällt. Dies kann auf dem sich äusserst dynamisch entwickelnden Telekommunikationsmarkt einen namhaften Wettbewerbsnachteil darstellen.

Die öffentliche Verwaltung erbringt ihre Leistungen zwar nicht in direkter Konkurrenz mit dem Ausland. Da jedoch die Frage nach der Effizienz öffentlicher Dienstleistun- gen zunehmend an Bedeutung gewinnt und die Bundesverwaltung auf betrieblicher Ebene viele Schnittstellen zum EWU-Raum aufweist, hat auch sie sich den Änderun- gen des wettbewerbspolitischen Umfelds in Europa zu stellen. (WWW, CH-EU, 2001)

2.4 Auswirkungen des Euros auf die Schweizer Konsumenten

2.4.1 Allgemein

Die Einführung des Euros stellt für die schweizerische Bevölkerung eine grosse Ver- einfachung dar - man kann künftig die Preise im Ausland wirklich transparent ver- gleichen ohne von einer Fremdwährung zur nächsten zu konvertieren. Dennoch stellen sich immer noch viele Menschen - auch hier in der Schweiz - viele Fragen zum Euro und dessen Einführung und Gebrauch, trotz grossräumiger Infor- mationskampagnen der umliegenden Länder, was schlussendlich mehr zu Verwir- rung als Vereinfachung führt.

Daher wird an dieser Stelle auf die 10 am häufigsten gestellten Fragen eingegangen.

2.4.2 Euro- Schweiz - FAQ

1. Ab wann und wo kann ich Euro in der Schweiz kaufen?

Euro-Noten werden ab dem 3. Januar 2002, 12 Uhr an Bankschaltern erhältlich sein. Bis Ende März wollen verschiedene Banken auch ihre Bankomaten mit Euro ausge- rüstet haben.

2. Was passiert mit dem Schweizer Franken?

Der Schweizer Franken bleibt in unserem Land das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Sozialleistungen und Steuern werden weiterhin nur in Franken beglichen.

3. Wie lange kann ich mein Wechselgeld von verschiedenen europäischen Ländern noch brauchen?

Spätestens bis am 28. Februar 2002 werden in gewissen Ländern die jeweiligen Währungen noch angenommen.

4. Wie verhält sich der Wechselkurs vom Franken zum Euro?

1 Euro entspricht im Durchschnitt 1,50 Franken.

5. Muss ich Euro als Zahlungsmittel entgegennehmen?

Der Schweizer Franken ist in der Schweiz weiterhin die alleinige allgemeingültige Währung. Wer Euro in der Schweiz annehmen will, sollte sich vorerst über den Kurs informieren.

6. Werde ich den Euro als Zahlungsmittel überall in der Schweiz brauchen kön- nen?

In der Schweiz ist niemand gesetzlich verpflichtet, den Euro anzunehmen. Doch un- ter dem Druck des Wettbewerbs und im Sinne einer Dienstleistung wird der Euro - das kann man wohl annehmen - fast überall als Zweitwährung akzeptiert werden.

7. Welche zwölf Länder stellen ab dem 1. Januar 2002 auf den Euro um?

Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland.

8. Wie steht es mit Kreditkarten?

Kreditkarten sind und bleiben ein sehr einfaches und nützliches Instrument - auch für Einkäufe in den Ländern des Euro-Raumes. Für die kritische Phase um den Jahreswechsel 2001/2002 herum wird sogar empfohlen, auf Reisen im Euro-Raum Zahlungen via Kredit- und Debitkarten abzuwickeln.

9. Welche Massnahmen wurden zum Schutz gegen Fälschung der EuroBanknoten getroffen?

Drei einfache Tests - Fühlen, Sehen und Kippen - ermöglichen es, die Echtheit der Euro-Banknoten problemlos festzustellen:

1. Die Papierstruktur - die Banknoten werden auf Papier aus reiner Baumwolle gedruckt - unterscheidet sich spürbar von normalem Papier.
2. Das Wasserzeichen zeigt im Gegenlicht das jeweilige Architekturmotiv und die Wertzahl, und der Sicherheitsfaden wird als dunkle Linie erkennbar.
3. Ein goldener Perlglanzstreifen und ein Spezialfolienstreifen werden beim Kippen sichtbar.

10. Können in der Schweiz die Löhne auch in Euro ausbezahlt werden?

Dies ist nur mit Einwilligung der Mitarbeiter/innen möglich. (WWW, Bluewin, 2001)

2.4.3 Meinungen & Folgen

57 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger rechnen mit merklichen Auswir- kungen des Euro auf die Schweiz. Dabei haben sie vor allem Vorteile aus Konsu- mentenperspektive im Auge: 77 Prozent gehen davon aus, dass sie künftig die inlän- dischen Preise leichter mit dem Ausland vergleichen können. Gar 83 Prozent rech- nen damit, dass der Euro nebst dem Franken zur zweiten Alltagswährung wird, wie das GfS- Forschungsinstitut in einer repräsentativen Befragung bei rund 1000 Stimmbürgern in der Schweiz im März und August 2001 herausgefunden hat. Mit dem Näherrücken der Einführung des Euro-Bargeldes hat zudem die vormals weit verbreitete Skepsis gegenüber der Einheitswährung markant abgenommen - von 58 auf 41 Prozent. (WWW, Bluewin, 2001)

Die meisten Auswirkungen der Euro- Einführung werden die Bewohner der Grenzgebiete zu spüren bekommen. Denn diese werden künftig eher Kontakt mit der neuen europäischen Währung haben und somit auch den Euro quasi als Parallelwährung in ihren Portemonnaies mitführen, wobei zu beachten ist, dass keine Unternehmung dazu gezwungen werden kann, Euro- Bargeld anzunehmen.

2.4.4 Weitere Aussichten

Solange die Schweiz nicht Mitglied der EWU ist - und das wird höchstwahrscheinlich noch einige Jahre dauern - ist der Euro offiziell noch eine Fremdwährung, trotz stei- gender Akzeptanz in der Bevölkerung. Daher gilt immer noch, dass Transaktionsge- bühren bezahlt werden müssen und der Euro nicht überall angenommen wird. Weiter lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass so lange in der Schweiz bereits zur Frage des UNO-Beitrittes so heftige Diskussionen geführt werden, sich die Frage eines Beitrittes zur Währungsunion die nächsten fünf- zig Jahre wohl kaum stellen dürfte.

Wenn man auch nicht voraussagen kann, was die tatsächlichen Auswirkungen des Euros auf die Schweizer Wirtschaft sind, liegt es im Rahmen des Möglichen zu be- haupten, dass die schlussendliche „Materialisierung“ der Europäischen Währungs- union entscheidende Änderungen für die globale Wirtschaft mit sich ziehen wird.

3. Fazit

Der Euro ist an und für sich eine geniale Idee - ein Wirtschaftsraum, eine Münze. Problematisch sind allerdings die miteinbezogenen europäischen Währungen. Das ist auch der grösste Kritikpunkt am neuen Geld: „Die starke Mark neben der schwa- chen Lira in einem fixierten Währungssystem, kann das gut gehen?“ Seit dem 1. Ja- nuar 1999 scheint es einigermassen zu klappen, denn da erfolgte schon die Einfüh- rung des Euros, der jetzige „Event“ hat mehr psychologischen und sozialen Charak- ter, denn 300 Millionen EU- Bürger müssen lernen mit den neuen Noten und Münzen umzugehen.

Die Auswirkungen auf die Schweiz lassen sich in der Tat nicht genau abschätzen, trotzdem ist man sich in einigen Punkten einig:

In allen Bereichen wird der Euro Erleichterungen bringen, da die Schweiz enge Verbindungen mit der EU geknüpft hat und durch das Wegfallen der verschiedenen nationalen Währungen Transaktionskosten minimiert.

Die KMU’s müssen auf einen leicht härteren Konkurrenzkampf mit dem Ausland gewappnet sein, da durch die erhöhte Preistransparenz der Konsument leichter erkennt, wo die günstigeren Preise herrschen. Daher werden auch sukzessive im Grenzgebiet die Geschäfte ihre Preise zum Teil auch in Euro anschreiben, damit sie den nötigen Überblick behalten und so auch das Image der jeweiligen Firma durch Kundenfreundlichkeit gesteigert werden kann.

Die Bundesverwaltung wird voraussichtlich ihre Mitarbeit mit der EU erweitern, wobei keine grösseren Probleme auftauchen sollten, da man sich an den Umgang mit Fremdwährungen gewohnt ist.

Die Nationalbank wird bis auf weiteres ihre lockere Politik gegenüber dem Euro weiterführen, wobei die Anbindung an TARGET auf dem Zukunftsplan steht. Der Konsument wird von den Vereinfachungen im Zusammenhang mit dem Wegfall der alten europäischen Währungen profitieren.

Die nächsten Jahre werden schlussendlich zeigen, wie sich der Euro in der Weltwirtschaft positionieren wird.

4. Literaturverzeichnis

Eisenhut, Peter, Aktuelle Volkswirtschaftslehre. Ausgabe 2000/2001, Chur/ Zürich 2000, vierte Auflage.

„CH-EU - Europäische Union - Euro Spezial“ http://www.europa.admin.ch/eu/info_mat/dossiers/d/index_euro.htm (Dossiers am 04. November gedownloadet, in der Zwischenzeit gelöscht.)

„Der Euro ist da - die Euro- Serie des Tagesanzeigers“ http://www.news.bluewin.ch/dossier/0,1008,152207,00.html

„Der Euro - Europa zum Anfassen“ http://www.europa.eu.int/euro/html/rubrique-cadre3.html?pag=rubrique- europa3.html|lang=3|rubrique=261|chap=18

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1 Die Bundestresorerie stellt die ständige Zahlungsbereitschaft des Bundes sowie seiner Betriebe und Anstalten sicher. Im Rahmen des Cash Managements gleicht sie monatliche Liquiditätsschwankungen von bis zu 5 Milliarden aus. Sie sorgt für die Mittelbeschaffung des Bundes am Geld- und Kapitalmarkt und verwaltet die Bundesschuld von über 100 Milliarden.

25 von 25 Seiten

Details

Titel
Der Euro und die Auswirkungen auf die Schweiz - KMUs, Bundesverwaltung, Nationalbank, Konsumenten
Note
2 (CH: 5)
Autor
Jahr
2002
Seiten
25
Katalognummer
V106731
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Arbeit für die Zulassung an die Matura-Abschlussprüfungen
Schlagworte
Euro, Auswirkungen, Schweiz, KMUs, Bundesverwaltung, Nationalbank, Konsumenten
Arbeit zitieren
Nunzio Mannino (Autor), 2002, Der Euro und die Auswirkungen auf die Schweiz - KMUs, Bundesverwaltung, Nationalbank, Konsumenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106731

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