Islamischer Fundamentalismus in Ägypten


Hausarbeit, 2002
13 Seiten, Note: 2,0

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Diskussion der Begriffe Fundamentalismus und Islamismus

3. Die Betrachtung der einzelnen islamistischen Gruppen
..3.1 Ideologische Ursprünge der islamistischen Bewegung
..3.2 Die Muslimbrüderschaft
..3.3 Takfir wa al-Hirja
..3.4 Die Jama´at
3.4.1 Die Jama´at islamiyya unter Sadat
3.4.2 Die Jama´at al-Jihad
3.4.3 Die Jama´at der 90er Jahre
..3.5 Mitgliederstruktur der islamistischen Gruppen

4. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts hat die fortschreitende Radikalisierung des islamischen Fundamentalismus im Nahen und Mittleren Osten viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

In dieser Region bietet sich besonders Ägypten als Feld für Untersuchungen an, zum einen da es durch die Gründung der Muslimbruderschaft 1928 als Geburtsstätte des islamischen Fundamentalismus gilt und zum anderen besonders, da in diesem Land die unterschiedlichsten fundamentalistischen Ausprägungen, von der moderaten Massenorganisation bis hin zur extremistischen internationalen Terrorgruppe anzutreffen sind.

Welche Erklärungen lassen sich für dieses breite Spektrum islamistischer Artikulation finden und inwiefern trugen Aktionen des Staates zur Entwicklung islamistischer Gruppierungen bei? Welche Ziele verfolgen diese Bewegungen und welche Wege scheinen in diesem Sinne am „erfolgreichsten“ zu sein und sind die Wege, abgesehen von dem Ausmaß der Gewaltanwendung, wirklich so unterschiedlich? Diese Fragen und die Prognose, welche Optionen den Fundamentalisten in Ägypten offen stehen und welche Entwicklung mittelfristig wahrscheinlich sein wird, sollen im Folgenden, ausgehend von einer Analyse der gegenwärtigen Situation im historischen und religiösen Kontext diskutiert werden.

2. Diskussion der Begriffe Fundamentalismus und Islamismus

Eine verwirrende Vielzahl von Bezeichnungen ist den unterschiedlichen Manifestationen des wiedererwachten Islam bis heute gegeben worden, so unter anderem „islamischer Fundamentalismus“, „militanter Islam“, „islamischer Extremismus und Terrorismus“, „islamischer Radikalismus“ und „Islamismus“, um nur eine Auswahl der gebräuchlichsten zu nennen.

Im Folgenden werden die Begriffe „Islamismus“ und „islamischer Fundamentalismus“ zur Bezeichnung von islamischen Bewegungen oder Gruppierungen verwendet, die den Islam als eine politische Kraft oder Waffe benutzen, um die Öffentlichkeit zu mobilisieren, die Kontrolle über die Regierung zu gewinnen und Staat und Gesellschaft im Einklang mit ihrer religiösen Doktrin zu reformieren. Dies meint keine Modernisierung oder Reform der islamischen Religion im theologischen Sinne, sondern die Islamisierung oder Re-Islamisierung von Gesetzen, Institutionen und Regierung.

Das Hauptziel des islamischen Fundamentalismus ist die Schaffung eines islamischen Staates, dessen konstitutioneller Rahmen und dessen politische Organisation ausschließlich auf dem Islam und derscharia1, dem islamischen Gesetz basieren.

Des weiteren kann der islamische Fundamentalismus in zwei grundsätzliche Tendenzen2unterschieden werden:

Die reformistische oder evolutionäre Tendenz des islamischen Fundamentalismus kämpft für die Rückbesinnung auf das sogenannte „Goldene Zeitalter“3, in der dieumma4als das gerechte Modell einer islamischen Gemeinschaft existiert hat. Diescharia wird als ein System von allumfassender Gültigkeit und Aussagekraft betrachtet, welches aber durchitjtihad5behutsam interpretiert und so den heutigen Realitäten angepasst werden muss.

Die konservative Tendenz oder fundamentalistische(i.e.S.)6steht für eine Rückkehr zu den Wurzeln des Islam und lehnt jede Interpretation derschariaab, denn diese soll nach der Überzeugung dieser fundamentalistischen Islamisten wortwörtlich auf alle Bereiche des Lebens übertragen werden.

Zur deutlicheren Abgrenzung wird im Folgenden die Bezeichnung „gemäßigte Islamisten“ zur Charakterisierung der Anhänger der moderaten, reformistischen Richtung des Fundamentalismus verwendet und die Fundamentalisten im eigentlichen Sinne erhalten die Bezeichnung „fundamentalistisch“ oder „fundamentalistische Islamisten“ zur Verdeutlichung des Unterschiedes.

Die Verwendung des allgemeineren Begriffes „islamistisch“ hingegen meint danach eine Zusammenfassung beider Tendenzen ohne Differenzierung.

3. Die Betrachtung der einzelnen islamistischen Gruppen

Obwohl alle islamistischen Bewegungen mit der Erschaffung eines islamischen Staates das selbe Ziel teilen, haben sie unterschiedliche Auffassungen einerseits von der Durchsetzung dieses Zieles und von dem sozio-politischen Aufbau und den Strukturen dieses Ideal-Staates andererseits.

Die fundamentalistischen Bewegungen denken, dass der islamische Staat von der Spitze her, notfalls durch Gewalt gegenüber den Regierenden durchgesetzt werden muß. Sie lehnen jeden Kompromiss mit den bestehenden Regierungen ab und verachten die gemäßigten Islamisten.

Die moderaten Bewegungen hingegen stehen dem politischen Dialog aufgeschlossen gegenüber und ächten die Anwendung von Gewalt, denn ihrer Überzeugung nach wird die Gesellschaft durch die von ihnen, den gemäßigten Islamisten, eingeleitete Islamisierung, bzw. Re-Islamisierung nach einer gewissen Zeit zwangsläufig und aus eigenem Antrieb bei der Errichtung eines islamischen Staates unterstützen7. Aus diesem Grund betreiben sie ein Netzwerk von sozialen und karitativen Einrichtungen, welche meist an Moscheen angegliedert sind, unterhalten eigene Wirtschaftsbetriebe und vor allem auch diverse Verlage, und Unterricht, Koranausbildung und der Erziehung nach den Maßstäben islamischer Moral wird eine essentielle Bedeutung zugemessen.

3.1 Ideologische Ursprünge der islamistischen Bewegungen

Der führende Ideologe der Muslimbruderschaft Sayyid Qutb, dessen Islamverständnis sich während seiner langen Haft unter Nasser in den 50er Jahren stark radikalisierte, verfasste mit seinem Hauptwerk „Wegzeichen“8die theoretische Grundlage für die späteren radikalen Abspaltungen der Muslimbruderschaft. Sayyid Qutb stellte darin fest, dass sich die Menschheit gegenwärtig in einem neuen Zustand derjahiliyya9befindet und von einer „Avantgarde wahrer Gläubiger“10mittels einesjihad11bekämpft werden muss.

Die Ungläubigen, diejenigen die nur noch Muslime „dem Namen nach“12sind und am vordringlichsten die Herrscher, die nur vortäuschen, Muslime zu sein, aber in Wirklichkeit „verkleidete Ungläubige“ sind, müssen als solche entlarvt und öffentlich gekennzeichnet werden. Ungläubige Herrscher lassen sich laut Qutb daran erkennen, dass sie einen Nationalstaat vertreten, was dem Gedanken derumma, widerspricht. Weitere Indizien für eine unislamische Herrschaft sieht Qutb, wenn die scharia nicht als alleinige Legislative angewandt wird oder ein Staat säkular strukturiert ist. Qutb gibt den „wahren Gläubigen“ in diesen Fällen das Mittel der Exkommunikation13in die Hand, damit kann jede vermeintlich ungläubige Person identifiziert und verstoßen werden. Später wurde er dahingehend interpretiert, dass die Auslöschung dieser nicht muslimischen Personen somit legitim sei, dies ist aber seinen Schriften nicht ausdrücklich zu entnehmen.14

Diese Argumentation Qutbs führt bei entsprechender Auslegung zu einer ganz neuen radikal-aktivistischen Interpretation der Kriterien, nach denen jemand als „wahrer“ Muslim anzuerkennen ist; die traditionelle Sicht von Selbstidentifikation und Ausübung der religiösen Rituale wird als unzureichendes Kriterium abgelehnt und die Entscheidung darüber in die Hände von Laien gelegt. Damit wurde durch diese fundamentalistische Theorie das Verständnis der islamischen Religion von einem generell eher passiven Glauben in eine aktive revolutionäre Kraft transformiert.

3.2 Die Muslimbruderschaft

Die Politisierung des Islam ist in Ägypten durch eine lange Tradition geprägt. Die im Jahr 1928 von Hassan al-Banna gegründete Muslimbruderschaft15 gilt zu Recht als erste islamistische Bewegung.

Ihr Programm von 1936 umfasst summarisch folgende Punkte: Einführung der scharia, Beendigung des Parteienwesens, kulturelle Zensur sowie Wahrung islamischer Moralvorstellungen, Verbot von Zins und Profit und sozial orientierte Verteilung des Reichtums.16In ihren Anfangsjahren war die Muslimbruderschaft eine religiöse und philantrophischen Gesellschaft, die im Umfeld säkularistischer Tendenzen und hegemonialer Ansprüche der Briten islamische Moralvorstellungen verbreitete und wohltätige Aktionen unterstützen wollte. Bis Mitte der 40er Jahre wuchs die Anghängerschaft der Muslimbrüder auf eine geschätze Zahl von nahezu einer Million und die Spannungen zwischen der Muslimbruderschaft und der Regierung nahmen ständig zu, vereinzelte Gruppierungen innerhalb der bestimmtes Objekt zu erreichen. Auch wird darunter eine individuelle Bemühung um den Glauben oder zum moralischen Handeln sowie Mission verstanden. Jihadist eine Pflicht der Gemeinschaft der Muslime, die ständig verfolgt werden soll und im ursprünglichen Sinn ist damit nicht der „Heilige Krieg“ als Serie von Gewalt gegenüber Unschuldigen gemeint.

islamistischen Organisation radikalisierten sich und begannen Terroranschläge zu verüben. 1948 ermordeten sie den damaligen Premierminister und im Gegenzug fiel daraufhin der Führer und Gründer der Muslimbruderschaft einem Anschlag des ägyptischen Geheimdienstes zum Opfer.

Die Machtübernahme der von den Muslimbrüdern unterstützten „Freien Offiziere“ unter Nasser führte nur für kurze Zeit zu einer Deeskalation und aufgrund Differenzen, die wiederum in gewalttätige Auseinandersetzungen mündeten, sprach Nasser ein Verbot der Organisation der Muslimbruderschaft aus und leitete eine Verhaftungswelle ein.

Die Verfolgung der Muslimbruderschaft führte in der Folgezeit zu einer theoretischen Richtungsänderung durch Sayyid Qutb diese manifestierte sich in einer kurzzeitigen Radikalisierung der Aktionen und des Beginns des Abspaltungsprozesses einzelner führender Köpfe/bestimmter Zweige der Muslimbruderschaft. Damit war die Bildung von Parallelorganisationen nur noch eine Frage der Zeit und der günstigsten Möglichkeit.

Unter Sadat profitierte die Muslimbruderschaft von der islamfreundlichen Stimmung, die der Präsident protegierte und korrigierte ihren agressiven Kurs. Die Führung der Muslimbruderschaft formte die Bewegung in der Folgezeit in eine gemäßigte islamistische Organisation um und begann sich auch von den Theorien Sayyid Qutbs zu distanzieren. Damit hatte sie den Wandel von einer fundamentalistischen gewaltbejahenden hin zu einer moderaten Organisation vollzogen.

Die drastische ideologische Kurskorrektur der Muslimbruderschaft äußert sich besonders in folgenden Punkten: Im Gegensatz zu ihren Anfangsjahren tritt die Muslimbrüderschaft heute für ein freies Parteiensystem ein, in dessen Rahmen sie als politische Partei zu partizipieren bereit ist. Sie charakterisiert sowohl das politische System Ägyptens als auch dessen Gesellschaft heute als islamkonform. Trotzdem wurde die Muslimbrüderschaft weder unter Sadat noch unter Mubarak rehabilitiert und gilt damit offiziell noch als verboten, und der Parteienstatus wird der Gruppe gleichermaßen nicht zuerkannt mit der Begründung, eine Spaltung der Gesellschaft zwischen koptischer und muslimischer Bevölkerung vermeiden zu wollen.17

Dies kann allerdings als ein Vorwand der Regierung betrachtet werden, um die Einflußnahme ihrer einflußreichsten Opposition möglichst gering zu halten un so wird auch Seit Mitte der 90er Jahre der politische und gesellschaftliche Einfluß der Muslimbruderschaft trotz Integrationsbereitschaft und des Bekenntnisses zu demokratischen Strukturen unter Mubarak systematisch demontiert, indem kein Unterschied zwischen militanten und moderaten Islamisten mehr gemacht wird.

3.3 Takfir wa Hirja

Diese Ende der 60er Jahre unter dem ehemaligen Muslimbruder Shukri Mustafa gebildete Gruppe war analog zu den Theorien Sayyid Qutbs davon überzeugt, dass die ägyptische Gesellschaft vonjahiliyya durchdrungen sei,allerdings seien die „wahren“ islamischen Gläubigen noch in zu geringer Zahl und befänden sich dadurch in einer Phase der Schwäche. Um das Ziel einer wahrhaft muslimischen Gesellschaft zu erreichen, zog sich die Gruppe als Kern der echten Gläubigen in die Wüste zurück, um in dieser Exklusion das Modell einer islamischen Gemeinschaft aufzubauen, die in der Abgeschiedenheit wachsen und schließlich in einen siegreichen Kampf gegen diejahiliyya-Gesellschaft geführt werden könnte.18Aufgrund der Tatsache, dass die takfir-Gruppe das Prinzip der Frühehe vertrat und junge Mädchen auch ohne Zustimmung oder gar Wissen derer Eltern mit in ihre abgeschlossenen Gemeinschaft mitnahm kam es trotz dieser Abgeschiedenheit nach einiger Zeit zur Zerschlagung der Gruppe durch die Regierungskräfte als der ehemalige Minister für religiöse Angelegenheiten, der die frühehelichen Praktiken der Gruppe als gestört und fehlgeleitet bezeichnet hatte, vontakfir wa al-Hirjagekidnappt und ermordet wurde.

3.4 Die Jama´at

Unter dem Oberbegriffjama´at werden die hauptsächlich aus der Studentenbewegung der 70er Jahre hervorgegangenen „islamischen Gruppen“19zusammengefasst. Sie entstanden durch Abspaltung von der in der 60er Jahren stark unterdrückten und dadurch nur eingeschränkt handlungsfähigen Muslimbrüderschaft, bzw. suchten das durch die Verfolgung und Inhaftierung der führenden Köpfe der Muslimbruderschaft hervorgerufene Vakuum auszufüllen.

3.4.1. Die Jama´at unter Sadat

Mit Beginn der Regierungszeit von Präsident Sadat wurden sie als Gegengewicht gegen die verblieben Nasseristen und Nationalisten aufgebaut, Sadat förderte Neugründungen von islamischen Studentengruppen und ermöglichte ihnen den Aufbau einer eigenen Infrastruktur durch den Zugang zur, bzw. die Übernahme der Macht im nationalen Studentenverband.

Mit zunehmendem Organisationsgrad wuchsen die vielen unterschiedlichen Gruppierungen zusammen und radikalisierten sich. Die Radikalisierung wurde besonders Ende der 70er Jahre durch die Kritik derjama´at an Sadats Friedensverhandlungen mit Israel, und die als dessen Reaktion darauf erfolgenden Einschränkungen der Handlungsfähigkeit der Studentenvereinigungen forciert, denn Sadat hatte sich in den Anfangsjahren seiner Regierungszeit der Öffentlichkeit als stark islamisch präsentiert20und wichtiger noch, durch die Verfassung von 1971 die schariazu „einer Hauptquelle der Gesetzgebung“21erklären lassen und dadurch die seit dem Oktoberkrieg spürbare Atmosphäre von Religiösität noch weiter verdichtet. Die verschiedenen in derjama´atorganisierten islamistischen Gruppierungen hatten in den 70er/80er Jahren unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Zielsetzung. Diese variierten von der Bekämpfung der Kopten als oberstem Ziel derjama´atin den Regionen mit einem hohen koptischen Bevölkerungsanteil über die Beseitigung der Mißstände an den Universitäten und im sozialen Bereich in den jeweiligen Stadtvierteln oder Dörfen, Errichtung von Jugendcamps und Ausbildungslagern bis hin zur agressiven „Re-Islamisierung“ und der Einziehung von islamischen Steuern. Generell wurde jedoch von den gesamtenjama´at islamiyya- Gruppen die Einsetzung einer „islamischen“ Regierung gefordert, die Moslembruderschaft aufgrund ihrer Bemühungen, am Parlamentsgeschehen teilzunehmen verachtet und öffentlich Stellung gegen ihrer Ansicht nach „unislamische“ Praktiken und den allgegenwärtigen moralischen Verfall bezogen. So erklärt ein studentisches Mitglied derjama´atin einer Veröffentlichung im Jahre 1980 folgende Zeichen für maßgeblich für die Identifikation einer erfolgreichen Islamisierungspolitik der jama´at islamiyya: „Vier maßgebliche Kennzeichen müssen klar zu erkennen sein. Das erste ist das Tragen des Schleiers: Wenn die Zahl der Studentinnen, die den Schleier tragen, hoch ist, ist dies ein Zeichen des Widerstandes gegen die westliche Zivilisation und der Beginn vonI´tisam(treues Festhalten) am Islam. Das zweite Kennzeichen ist das männliche Gegenstück zur Verschleierung: der ungestutzte Bart und die weiße Gallabiah, nach dem Vorbild des Propheten. Das dritte Kennzeichen ist die frühe Eheschließung und das vierte schließlich die Teilnahme an den öffentlichen Gebeten beim Großen und Kleinen Fest.“22

Analog zu diesen Symbolen hatte diejama´at islamiyyaeinen beträchtlichen Beitrag zum „islamischen Wiedererwachen“23geleistet und war bis zu ihrem Zerwürfnis mit Sadat auf dem besten Wege zu ihrem erklärten Ziel, eine Massenorganisation zu werden.24

Doch mit der Auflösung der jama´at im September 1981 und der darauffolgenden Verhaftungswelle wird die Organisation zerschlagen und zum Sündenbock für die dramatischen kulturellen und sozialen Probleme erklärt und wird sich erst 10 Jahre später mit dem Beginn der Anschläge auf Touristen wieder zurück melden.

3.4.2 Die Jama´at al-jihad

Diejama´at al-jihadhat enge Verbindungen zurjama´at islamiyyaund wird oft nur als eine von vielen Gruppen unter der Schirmherrschaft derjama´at islamiyyabetrachtet, doch gibt es zumindest in der Geschichte und Organisation der Gruppe zwei wesentliche Unterschiede zurjama´at islamiyya:

Die ideologische Prägung dieser Gruppe nährt sich aus der Schrift des Theoretikers deral-JihadBewegung, Abd al Salam Faraj, mit dem Titel „Die unterschlagene Pflicht“25, dessen Kernaussagen die Behauptung aufstellen, dass durch die verschiedenen islamischen Bewegungen der Vergangenheit, damit sind die Aktionen und Strategien der Muslimbrüder, derjama´at islamiya, sowie die der Gruppetakfir wa al-hirjagemeint, keine wesentliche Veränderung auf dem Weg zu einem wirklich islamischen Staat Ägypten bewirken konnten. Dass überall neue Moscheen gebaut wurden, dass die Volksversammlung sich mit der Einführung derscharia auseinandersetzt, dass verschleierte Frauen und junge bärtige Männer zu einem vertrauten Bild im ägyptischen Alltagsleben geworden sind, dies alles ist für Faraj ohne jegliche Bedeutung, solange sich die Macht in den Händen von Herrschern befindet, die er als Abtrünnige vom Islam charakterisiert.26

Daraus folgernd prägt er die Auffassung, dass der erstrebte islamische Staat nur durch den Sturz der Regierung, und nicht durch eine „Revolution von unten“, welche die Muslimbrüderschaft und diejama´atbis dahin versucht hatten, durch die ReIslamisierung zu initialisieren, zu erreichen sei. Dem gläubigen Muslim bleibt damit laut Faraj nur das Mittel desjihad, der in seiner Interpretation noch weitergehend als in der von Sayyid Qutb mit „Mord an Ungläubigen“ gleichzusetzen ist.

Damit wurde zum ersten Mal der reine Terrorismus gegen den Staat auf Basis einer Theorie mit dem Islam legitimiert und der Grundstein gelegt für das heutige Verständnis von jihad, nämlich Gewalt gegen Unschuldige und Unbeteiligte als politische Waffe gegen als nicht-islamische empfundene Herrscher. Diejama´at al-jihadsetzte diese Theorie mit ihrem Attentat an Sadat im Oktober 1981 dann auch gleich in die Praxis um.

In der Folgezeit bemühte sich diejama´at al-jihaddarum, in der Armee Einfluß zu gewinne, da sie davon ausging, „dass Ägypten ein Entwicklungsland ist und deshalb durch das Charakteristikum bestimmt ist, dass große politische Veränderungen nur durch das Eingreifen der Armee möglich sind. Diese stellt die einzige funktionierende Kraft dar.“27

Daher realisiert dieal-jihadauch nur insoweit Terrorangriffe, wie der Erfolg gesichert scheint und hat weniger Verständis für die Taktik derjama´at islamiyya, den ständigen Konflikt mit dem Staat zu suchen. Das ist aus ihrer Sicht „uneffektiv, verbraucht sinnlos zuviele Kräfte sowie Materialien und schadet der inneren Organisation.[...]In internen Papieren, die um 1990 entstanden, wandten sie sich dagegen, Frauen mit Gewaltanwendung zum Tragen des Schleiers zu zwingen, ebenso stellten sie die Angriffe gegen christliche Kopten vom Nutzen her in Frage. Warum sollte man Frauen und Kopten verärgern, wenn man sie für den Umschwung letzendlich braucht? Gegen die bestehende Ordnung ist der Schlag zu führen, daher ist nichts zu unternehmen, was die Geschlossenheit der Massen stört. Bewaffnete Auseinandersetzungen mit der Polizei fanden sie nicht effektiv, weil man damit immer die Aufmerksamkeit der Sicherheitsorgane wach hielt.“28

Laut Gilles Kepel markieren Ideologie und Praxis deral-Jihad-Gruppe „einen Wendepunkt in der Entwicklung der islamischen Bewegung seit dem Erscheinen von Wegzeichen“29.

Die al-jihad Aktivisten im Untergrund rekrutierten sich dann auch seit Beginn der 90er Jahre zunehmend aus ehemaligen Afghanistankämpfern30 und knüpften weitreichende Verbindungen zu anderen Terrororganisationen im Ausland. Des weiteren wird vermutet, dass zu ihren Einnahmequellen auch Gelder aus den saudischen Ölreichtümern zählen.

3.4.3 Die Jama´at der 90er Jahre

In den 90er Jahren kam es zu immer blutigeren Auseinandersetzungen mit der Polizei und Anschlägen auf Unbeteiligte, eine traurige Berühmtheit haben hierbei die von derjama´at islamiyyaverübten Massaker an ausländischen Touristen erlangt, die ein effektives Druckmittel gegen den Staat darstellten.

So wurde dann auch spätestens seit dieser Zeit der Begriff „jama´at“, dieses harmlose Wörtchen „Gruppe“, zu einem neuen Synonym für den gewalttätigen islamischen Fundamentalismus in Ägypten. Die Radikalisierung derjama´atfolgt einer Kettenreaktion. Hisham Mubarak, Gründer des „Ägyptischen Menschenrechtzentrums für Rechtshilfe“ und Autor eines Buches über die Geschichte der islamistischen Bewegung in Ägypten beschreibt dieses Wechselspiel von Repression des Staates und Radikalisierung der Bewegung mit folgenden Worten: „Wenn irgendwo etwas passiert und die Täter die Sicherheitskräfte nicht fassen können, sperren sie willkürlich tausende Leute ein. Einige davon gehören vielleicht zur jama´at islamiyya, andere mögen mit ihr symphatisieren, und wieder andere wollen nichts mit ihr zu tun haben. Aber eins ist sicher: Nach der Gefängniserfahrung wird das Mitglied zum Führer, der Symphatisant zum Mitglied und derjenige, der gar keine Beziehung zur jama´at hatte, wird zum Symphatisanten. So löst man das Problem nicht.“31

Doch 1997 erließ die Regierung Mubarak ein neues Antiterrorgesetz und griff mit äußerst harten Maßnahmen gegen Islamisten jeder Coleur durch. Der gewünschte Erfolg trat auch teilweise ein: Die Anschläge reduzierten sich auf ein Minimum. Diese Reduzierung wird allerdings als vorübergehend eingeschätzt, da durch das rigide Vorgehen der Ordnungsmächte der Groll der Bevölkerung auf die Regierung geschürt wurde und sich damit die Bereitschaft breiter Schichten, islamistische Gruppen zu unterstützen, erhöhte32.

In den meisten arabischen Staaten haben sich die Herrscher für eine klare Linie entschieden: Entweder unterdrücken sie die Islamisten oder sie arbeiten mit ihnen zusammen. Die Position der ägyptischen Regierung ist hingegen schizophren: „Dass sie die militante Islamisten der jama´at mit Gewalt bekämpft, leuchtet selbst Kritikern des Regimes noch ein. Dass sie jedoch in den vergangenen Jahren begonnen hat, die gemäßigten Muslimbrüder in einen Topf mit den terroristischen Fundamentalisten zu werfen und sie für banale Vergehen vor Militärgerichte zu stellen, trifft auf weniger Verständnis und Zustimmung, besonders, da der Staat in den vergangenen Jahrzehnten seit Sadat durch seine einseitige Kulturpolitik selbst zu einem der größten Förderer des Islamismus geworden ist.“33 Es ist zu widersprüchlich von der ägyptischen Regierung, einerseits jede Art von Islamismus mit Terrorismus gleichzusetzen, andererseits aber ein kulturelles Klima zu schaffen, das - ganz abgesehen von den sonstigen unbeseitigten Mißständen im Bildungswesen und im wirtschaftlichen Bereich - eine - den optimalen Nährboden für die Weiterentwicklung des Islamismus bietet.

3.5 Mitgliederstruktur der islamistischen Gruppen

Im Allgemeinen können in der Mitgliederstruktur der islamistischen Organisationen drei Gruppen von Islamisten unterschieden werden34, denn „Armut allein macht nicht gewalttätig. Sonst würde sich die gesamte islamische Landbevölkerung - der es objektiv gesehen noch schlechter geht als den Menschen in der Stadt - in Aufruhr befinden. Das Zentrum der Gewalt sind aber seit jeher die Städte, allen voran Kairo, Assiut und Minia.“35

Da sind zum einen die, oftmals auch im Westen ausgebildeten, Muslime, die sich, enttäuscht von westlicher Dekadenz und der allgegenwärtigen Übermacht westlicher Kultur, als Reaktion auf diesen so empfundenen Neo-Kolonialismus, islamischem Gedankengut zuwenden. Diese Gruppe bekommt immer dann regen Zustrom, wenn durch aussenpolitische Veränderungen eine Defensivposition des ägyptischen Staates erreicht wird, die den Arabern die eigene Unterlegenheit vor Augen zu führen scheint. Diese Beobachtung lässt sich in der Vergangenheit besonders gut mit den Auswirkungen des Sechstagekrieges gegen Israel, des Camp David Abkommens und des Golfkrieges belegen.

Zur zweiten Gruppe gehören vor allem entwurzelte Jugendliche und junge Erwachsene, die losgelöst von ihren familiären Banden/Strukturen in der Großstadt leben, bzw. erst vor kurzer Zeit vom Land in die Stadt gezogen sind und dort mit den Islamisten in Berührung/Kontakt kommen.36

Die dritte Gruppe besteht im Grunde erst seit 1989 und ihre Vertreter finden sich vor allem in den radikal-fundamentalistischen Gruppierungen. Nach dem Ende des Afghanistan-Krieges wurden die Heere von Freiwilligen37, die nach Abzug der sowjetischen Truppen zunächst in Pakistan verblieben waren, nach Nordafrika und in den Nahen Osten vertrieben. Dort fanden sie neue Betätigungsfelder und bilden meist das Rückgrat derjenigen islamistischen Gruppen, deren hauptsächliche politische Artikulation in der Anwendung von Gewalt besteht38.

4. Ausblick

Der Umstand, dass das Klima für Islamisten in der Anfangsperiode der Regierungszeit Sadats sehr günstig war, gleichzeitig aber auch die unter dem Eindruck der grausamen Repressionen unter Sadat entstandenen Theorien Sayyid Qutbs und auch Abd al-Farajs verfügbar waren und nach den enttäuschten Hoffnungen der islamistischen Bewegungen, hier besonders derjama´atmit dem Beginn ihrer Verfolgung unter Sadat als legitimierende und richtungsweisende Theorien benutzt werden konnten, bietet eine Erklärung für die Entwicklung uterschiedlicher islamistischer Gruppierungen.

Gegenwärtig stehen die Chancen für die Islamisten, sich gemäß ihren Zielen zu artikulieren, auch im Zusammenhang mit dem vom westlichen Ausland auf die ägyptische Regierung erhöhten Druck, eher schlecht und der „wahre islamische Staat“ wird wohl auch nicht auf dem gemäßigten Wege der Muslimbrüder erreicht werden, da die internationalen Abhängigkeiten dieses wenn auch vermeintlich gerechtere Staatsmodell nicht mit den Prinzipien der Demokratie und der freien Wirtschaft vereinbaren können und deswegen ablehnen. So wird sich Mubarak bemühen, einen Status-quo mit einer gewissen Repression aufrecht zu erhalten, durch die die islamistischen Gruppierungen nicht in eine lautstarke Opposition umschlagen können und entweder , wie möglicherweise die Muslimbruderschaft, immer mehr Kompromisse eingehen werden oder , wie eventuell die Gruppen der jama´at, irgendwann frustriert und führerlos ihren Kampf aufgeben werden.

Doch gibt es darauf wenig Hoffnung, bei der Untersuchung hat sich herausgestellt, dass Repression von Seiten des Staates immer wieder einen Zuwachs in der Radikalisierung der Islamisten hervorgerufen hat und eigentlich kämpfen die meisten Anhänger der Islamisten ja nur für einen gerechteren Staat, in dem nicht 30% arbeitslos sind und in bitterer Armut leben, Studenten keine Berufsaussichten haben und die medizinische Versorgung so dramatisch ist, dass sie die Versorgungsmöglichkeiten der islamistischen Organisationen wahrnehmen müssen um zu überleben. Obwohl sich der Islamismus also im vergangenen Jahrhundert nicht als die zu Änderungen fähige politische Größe beweisen konnte, ist er doch zu einer sozialen Kraft geworden, die das islamische kulturelle Bewußtsein wiederbelebte und die Einstellungen und Aktionen vieler Ägypter, besonders der Armen und Jungen, beeinflusste.

Der Belagerungszustand, in dem sich die islamistischen Bewegungen Ägyptens gegenwärtig befinden, wird an der kulturellen und moralischen Anziehungskraft für viele Muslime nichts ändern, denn der Islamismus bietet ihnen immerhin eine Perspektive und die Hoffnung ihre Situation zu verbessern und daran wird sich auch nichts ändern, solange es der ägyptische Staat nicht schafft, die Lebenssituation ihrer Bürger zu verbessern.

Literaturverzeichnis

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InternetQuellen

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[...]


1Dieschariaist das islamische Gesetz, dass sowohl die Vorschriften des Korans als auch die traditionellen Lehren des Propheten enthält.

2vgl hierzu: www.medea.be/site.html 12.12.01

3Als das „goldenen Zeitalter“ wird die Periode der Herrschaft der vier rechtgeleiteten Kalifen 632-660 in Mekka während der die umma in ihrem Idealzustand existiert haben soll, bezeichnet.

4 Das Wortummaheißt eigentlich nur „Volk“, wird aber als Kurzwort der Bezeichnungumma islamiyyafür die islamische Gemeinschaft des „goldenen Zeitalters“ in der alle Gesetze Gottes befolgt wurden und alles gerecht geregelt war, verwendet. Ethnien waren nicht von Bedeutung, jeder Mensch war nur Muslim und sonst nichts.

5ijtihadbedeutet wörtlich „Anwendung“. Gemeint ist die Interpretation oder logische Auslegung einer juristischen oder theologischen Frage durch einen authorisierten Schriftgelehrten.

6Die Bezeichnung „Fundamentalismus“ wurde zuerst auf protestantische Bewegungen in den USA zu Beginn des letzten Jahrhunderts angewandt, welche die Bibel im wörtlichen Sinne auslegten. Doch in diesem protestantischen religiösen Sinne, wäre jeder Moslem ein Fundamentalist, da eine der zentralen Überzeugungen des islamischen Gläubigen der Glaube daran ist, dass der Koran das buchstabengetreue Wort Gottes ist, welches der Prophet Muhammed überliefert hat. Vgl. weiterführend: www.atheism.about.com/library/islam/6/faq_islam_2.htm 12.12.01

7dieser Prozeß wird auch mit der Bezeichnung „islamisches Wiedererwachen“ versehen. Siehe dazu auch: www.muslimphilosophy.com 10.03.02

8 Originaltitel des Werkes:„Ma´alim fi t-tariq“ - in einigen Übersetzungen

auch „Meilensteine“ oder „Wegposten an der Strasse“ genannt. In:Faksh, Mahmud A. : The Future of Islam in the Middle East. Fundamentalism in Egypt, Algeria, and Saudi Arabia. Westport, 1997. S.3ff

9 mitjahiliyawird der Zustand der (vorislamischen) Zeit der absoluten Unwissenheit und Ignoranz bezeichnet, in der unzivilisierte Tyranneien die Menschen knechteten. Mögliche Übersetzungen dieses Begriffes sind auch Heidentum(=Ungläubige) und Barbarei.

10Faksh, Mahmud A. : The Future of Islam in the Middle East. Fundamentalism in Egypt, Algeria, and Saudi Arabia. Westport, 1997. S.14, sowie Kepel, Gilles: Der Prophet und der Pharao. Das Beispiel Ägypten: Die Entwicklung des muslimischen Extremismus. München, 1995. S.139

11etymologisch meint der arabische Begriff „jihad“ die Bemühung, ein

12Faksh, Mahmud A. : The Future of Islam in the Middle East. Fundamentalism in Egypt, Algeria, and Saudi Arabia. Westport, 1997. S.14

13takfir: jemanden zum Ungläubigen erklären und damit ausstoßen

14Vgl. hierzu: Skovgaard-Petersen, Jakob: Defining Islam for the Egyptian State. Muftis and Fatwas of the Dār al-Iftā. Leiden, 1997. S.216ff

Sayyid Qutb wurde noch unter Nasser hingerichtet und diese Interpretation

wurde erst ca. 15 Jahre später, Anfang der 80er Jahre von Teilen derjama´atvertreten.

15al-ikhwan al-muslimun , Entgegen der Bezeichnung „Bruderschaft“ war und ist die MB keine exklusive Bewegung, sondern eine Massenorganisation, sie wird sogar von einigen als die größte Nichtregierungsorganisation Ägyptens bezeichnet.

16www.al-banna.net 09.03.02; www.ummah.org.uk/ikhwan/ 10.03.02

17Vgl.: Skovgaard-Petersen, Jakob: Defining Islam for the Egyptian State.

Muftis and Fatwas of the Dār al-Iftā. Leiden, 1997. S. 208 f.

18Diese Strategie des Rückzuges zum Zweck der späteren Eroberung leitete die Jama´at Takfir wa al-Hijra von der Flucht des Propheten von Mekka nach Medina im Jahre 622 ab, der in Medina die erste muslimische Gemeinschaft gründete und 8 Jahre später Mekka zurückeroberte. Vgl. hierzu: Skovgaard-Petersen, Jakob: Defining Islam for the Egyptian State. Muftis and Fatwas of the Dār al-Iftā. Leiden, 1997. S.231 ff sowie: Zeidan, David: “Radical Islam in Egypt: A Comparison of Two Groups.“ In: Middle East Review of International Affairs Vol.3, No.3, September 1999.

19jama´at al islamiyabedeutet islamische Gruppen

20So begann Sadat vor öffentliche Reden den Namen Allahs anzurufen, traditionelle Kleidung zu tragen und sich den Titel„al-ra´is al-mou´min“, in etwa „Der Präsident der Gläubigen“, zuzulegen. Vgl.: Metzger, Albrecht: Der Himmel ist für Gott, der Staat für uns. Islamismus zwischen Gewalt und Demokratie. Göttingen, 2000.

21Faksh, Mahmut: „[...declared shari´a] a principal source of legislation“

S.46, sowie Skovgaard-Petersen, Jakob: Defining Islam for the Egyptian State. Muftis and Fatwas of the Dār al-Iftā. Leiden, 1997. S.199-200

22Kepel, Gilles: Der Prophet und der Pharao. Das Beispiel Ägypten: Die

Entwicklung des muslimischen Extremismus. München, 1995. S.166-167

23

Bezeichnung für Ergebnis des Prozesses einer erfolgreichen Islamisierung vgl. www.muslimphilosophy.com/main.htm#people 10.03.02

24Kepel, Gilles: Der Prophet und der Pharao. Das Beispiel Ägypten: Die Entwicklung des muslimischen Extremismus. München, 1995. S.159, S.165

25Im Original „Al farida al gha´iba“. Auszüge der Übersetzung „The neglected duty“ von J.G. Jansen in: Skovgaard-Petersen, Jakob: Defining Islam for the Egyptian State. Muftis and Fatwas of the Dār al-Iftā. Leiden, 1997. S.217-220

26Kepel, Gilles: Der Prophet und der Pharao. Das Beispiel Ägypten: Die Entwicklung des muslimischen Extremismus. München, 1995.

27zitiert nach: Serauky, Eberhard: Im Namen Allahs. Der Terrorismus im Nahen Osten. Berlin, 2000. S.106 f.

28zitiert nach: Ebd. S.108-109

29zitiert nach: Kepel, Gilles: Der Prophet und der Pharao. Das Beispiel Ägypten: Die Entwicklung des muslimischen Extremismus. München, 1995.S.210

30vgl. Kap.3.5, Mitgliederstruktur

31Zitiert nach: Metzger, Albrecht: Der Himmel ist für Gott, der Staat für uns.Islamismus zwischen Gewalt und Demokratie.Göttingen,2000, S.78

32Vgl. Heine, Peter: Terror in Allahs Namen. Extremistische Kräfte im Islam. Freiburg i. Br., 2001. S.137ff

33Metzger, Albrecht: Der Himmel ist für Gott, der Staat für uns. Islamismus zwischen Gewalt und Demokratie. Göttingen, 2000. S.47

34Vgl. auch: Serauky, Eberhard: Im Namen Allahs. Der Terrorismus im Nahen Osten. Berlin, 2000. S.103f.

35zitiert nach: Metzger Albrecht: Der Himmel ist für Gott, der Staat für uns. Islamismus zwischen Gewalt und Demokratie.Göttingen,2000, S.51

36Vgl. Metzger, Albrecht: Der Himmel ist für Gott, der Staat für uns. Islamismus zwischen Gewalt und Demokratie.Göttingen,2000, S.49ff

37Viele Freiwillige waren vor den Repressionen unter Nasser und später Sadat und deren Verfolgung der Moslembrüder und anderer islamistischer Organisationen ins benachbarte Ausland geflohen und trafen sich später in Afghanistan wieder.

38Vgl. Serauky, Eberhard: Im Namen Allahs. Der Terrorismus im Nahen Osten. Berlin, 2000. S.103 f.

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Islamischer Fundamentalismus in Ägypten
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V106754
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eher geschichtlicher Überblick, weniger aktuell
Schlagworte
Islamischer, Fundamentalismus
Arbeit zitieren
Kristiana Vinni (Autor), 2002, Islamischer Fundamentalismus in Ägypten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106754

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