Die Sorben: Regionalismus und ethnische Identität im Mittelalter


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

29 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Theoretische Vorbetrachtung
1.1 Regionalismus und Regionale Identität
1.2 Besonderheiten der Regionalismusforschung für das Mittelalter

Ethnische Definition
2.1 Herkunft der Sorben
2.2 Die Sorben - ein Volk?
2.2.1 Von der zeitgenössischen Bezeichnung der Sorben
2.4 Die Sprache

Kulturelle Definition
3.1 Religion der Sorben
3.2 Die Musik

Politische Definition
4.1 Militärische Demokratie - 7. bis 9. Jahrhundert
4.2 Der sorbische Adel - 9. Jahrhundert
4.3 Die erste Phase der deutschen Ostexpansion
4.4 Die Kolonisation.

5. Räumliche Definition
5.1 Die Besiedlungsstruktur
5.2 Das Land der Sorben
5.3 Gab es ein sorbisches Zentrum?

Resümee.
I. Fremdwahrnehmung als "Volk der Sorben"
II. Selbstwahrnehmung als Stammgesellschaften

Literaturverzeichnis

Einleitung

In Ostsachsen, in der Oberlausitz und im südlichen Brandenburg, also der Niederlausitz, ist ein kleines slawisches Volk zu Hause. Bis heute leben hier die Sorben. Ihre Heimat ist seit rund 1400 die Lausitz - auf sorbisch Lusizca, was soviel wie "Sumpfland" bedeutet. Heute gibt es hier zweisprachige Ortsschilder, neben "Bautzen" erscheint beispielsweise auch der Name "Budysin". In der Region um Kamenz, um Hoyerswerda oder Schleife trifft man zu Hochfesten oder kirchlichen Feiertagen ältere Frauen in Trachten und nicht selten wehen dabei neben der deutschen und der Landesfahne auch die blau-rot-weißen Farben der Sorben im Wind.

Kaum vorstellbar, daß diese "ethnische Minderheit" einmal eine Mehrheit war. Sie haben sich noch vor den Deutschen in diesem Raum niedergelassen, und einst hieß diese Region nicht "Deutschland" oder "Germania", sondern nach ihrem Namen: "das Sorbenland".

Große Gebiete wurden zu diesem "Sorbenland" gezählt und für Karl den Großen waren sie, die Sorben, ein ernsthafter politischer Faktor. So ordnete der fränkische Kaiser 807 in einem Kapitular für die ihm unterworfenen Sachsen an, daß sich bei einem awarischen Angriff jeder sechste, bei einem böhmischen Einfall jeder dritte, und bei einer Gefahr im sorbischen Gebiet jeder sächsische Krieger, also der gesamte sächsische Heerbann unter Waffen zu stellen habe.[1]

Um so mehr verwirrt es zu hören, daß die sorbischen Stämme bis zum Ende des Mittelalters wahrscheinlich nie selbst eine einheitliche "Sorbische Identität", geschweige denn ein Bewußtsein für ein "Sorbisches Land" hatten. Was wir als "Volk der Sorben" im Mittelalter greifen wollen stellt sich bei näherer Betrachtung als lockeres Bündel, sowohl miteinander verbundener, als auch voneinander unabhängiger Einzel- und Teilstämme heraus.

Ich möchte mit dieser Arbeit deshalb untersuchen, in wie weit die sorbischen Stämme überhaupt als Gruppe zu definieren sind. Waren sie denn je eine ethnische, sprachliche, kulturelle oder politische Einheit? Kann man sie also im Mittelalter schon als Ethnie, Volk oder Nation begreifen? Meine Antwort ist nein. Die in mittelalterlichen Quellen auftauchenden Bezeichnungen "Sorben" oder "Sorbenland", so meine These, beschreiben eine vorgestellte, durch Fremdzuschreibung konstruierte "Ethnie", bzw. "Regionalität". Weder das Volk, noch der damit verbundene homogene Raum, lassen sich historisch für das Mittelalter nachweisen.

Um dies zu belegen möchte ich nach einer kurzen Vorstellung der Sorben und der Beschreibung ihrer Herkunft zunächst die Wahrnehmung, Beschreibung und Bezeichnung durch die sie umgebenen Völker im Mittelalter darstellen. Es gilt im ersten Teil also den "Mythos" von "Sorbischen Volk" nachzuzeichnen, den es im weiteren Teil der Arbeit dann zu zerstören gilt. Folgende Leitfragen gliedern den Aufbau der Arbeit:

1. Lassen sie die "Sorben" als ein Volk definieren?
2. Waren die "Sorben" eine kulturelle, oder religiöse Gemeinschaft?
3. Gab es eine politisch -administrative oder rechtliche Einheit der "Sorben"?
4. Existierte eine geschlossene "Sorbische Region", oder ein als "sorbisch" definierbares Territorium?

Ich werde bei der Beantwortung dieser Fragen keine ereignisgeschichtliche Darstellung betreiben, also nicht die Geschichte der Sorben erzählen, sondern nur selektiv Elemente dieser Geschichte herausgreifen, um Antworten zu finden.

Die Forschung hat sich mit der "Identität der Sorben im Mittelalter", bzw. die Sorben als Phänomen des Regionalismus, noch wenig befaßt. Blaschke untersucht in seinem Aufsatz zwar ein ähnliches Thema, begrenzt es allerdings auf die Oberlausitz.[2] Andere Darstellungen der allgemeinen sorbischen Geschichte[3] oder Spezialforschungen zu bestimmten Themengebieten, boten jedoch eine reiche Quelle für meine Untersuchung. Allerdings sei angemerkt, daß die in der DDR publizierten Erzählungen einseitig ideologisch gefärbt und somit entweder nur selektiv oder gar nicht benutzt werden konnten.[4]

Bevor ich meine Untersuchung nun auf die Sorben lenke, möchte ich eine kurze theoretische Vorbetrachtung zum Thema Regionalismus und der auf den Raum bezogenen Identität machen. Hier gilt es besonders die Eigenheiten dieser modernen Theoreme im Bezug auf das Mittelalter deutlich zu machen.

1. Theoretische Vorbetrachtung

1.1 Regionalismus und Regionale Identität

Während "Regionalismus" im modernen politikwissenschaftlichen Verständnis eine: "...oppositionelle Politisierung eines subnationalen territorialen Bezugsrahmens, der in Konkurrenz zur gesamtstaatlichen Territorialität als geltenden Bezugnahmen gesellschaftlicher und politischer Aktivitäten gesetzt wird"[5] definiert, müssen wir mit dem Blick auf das Mittelalter von einer anderen Begriffsbedeutung ausgehen. Nach Josef Köhler geht es bei der Untersuchung von Regionalismus um die Differenzierung einer Ganzheit die, von den Grundkräften einer Epoche bestimmt und bedingt, eine lokale Integration bedingt.[6] Dabei bezieht sich Regionalismus immer auf einen homogenen Raum, die Regio, die als eine Grundtatsache des geschichtlichen Lebens wissenschaftlichen Bemühungen zugänglicher und bei weitem greifbarer ist als die weitgehend subjektiven Phänomene Heimat, Stamm und Landschaft. Die Ausgrenzung und Behauptung der Homogenität dieses Raumes - der Region - erfolgt auf der Basis physisch-geographischer, historisch-kultureller, ökonomischer und/ oder politischer Kriterien. "Als Einheit von Volk, Ort, von Umwelt, Abstammung, Wirtschaft, Dialekt, Geschichte, Bewußtsein und Lebensform umgreift die Region alles, was zu einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Raum an gemeinschaftlichen Zügen, bewußten wie unbewußten, faßbar wird."[7]

Dazu gehört in erster Linie die Objektivierung des subjektiven Heimatbegriffs, hinter dem sich trotz aller Gefühlswerte eine Raumeinheit verbirgt. "Regionale Identität" bezieht sich auf den Raum oder die Region als materiales Substrat, in denen Handlungsabläufe stattfinden."[8] Weichhart unterscheidet allerdings die "Identifikation mit der Region" - als das Wissen der Zugehörigkeit zu einem Heimatraum, von der "Identifikation der Region" - aufgrund der sozialkulturellen Bedeutung, die sie für denken, Fühlen und Handeln der Bevölkerung hat, sowie eine "kollektive räumliche Identität" - die auf gemeinsam in der Region gemachten Erfahrungen basiert.[9] Der Raum muß (das gilt für alle hier genannten Unterscheidungen), mit Bedeutungen und Symbolen "aufgeladen" werden, um selbst identitätsbildend wirksam zu sein. Bezugspunkte räumlicher Identität sind daher Symbole, die sowohl die verbindlichen Sinnstrukturen repräsentieren, die durch die Interaktion intersubjektiv geschaffen wurden, als auch selbst äußere Zeichen der Gruppenbildung. Symbolträger reichen von Ortsnamen, über physisch materielle Gegenstände, Objekte des täglichen Gebrauchs, lokalhistorische Gegebenheiten, Mythen, Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften, Trachten bis hin zur Sprache.[10]

1.2 Besonderheiten der Regionalismusforschung für das Mittelalter

Bei der Untersuchung historischer Formen von Regionalismus muß gefragt werden welchen Stellenwert die Geschichtlichkeit der Heimat hat und welche Rolle das Heimatbewußtsein im Gesamtgefüge einer Zeit für die Menschen einer Region spielt. Dabei gilt es beachten, daß in früheren Zeiten, anders als im komplexen (von Massenmedien vermittelten) Informationszeitalter unserer Tage, Orientierungsgrößen wie Heimat oder regionale Identität oft aus schlichter Unkenntnis nicht wahrgenommen werden konnten. Ein grundsätzliches Kriterium für ein regionales Bewußtsein, nämlich die Fähigkeit sich selbst zu begreifen, z.B. ist im Mittelalter nicht selbstverständlich. Über ein primitives Gemeinschaftsbewußtsein hinaus, konnte sich das einfach Volk oft nicht klar in einen Gegensatz zu einem "Anderen" setzen, denn das "Andere" muß erst einmal bekannt sein.[11] (Und wie weit reichte denn der Horizont eines einfachen Bauerns?) Nach Stuard Hall besteht jedoch das wesentliche einer Identität in der Schaffung einer Abgrenzung gegen das Andere: "(identity) ...is partly the relationship between you and the Other". Und Edward Said führt in seinem Nachwort zum "Orientialism" aus: "The development and maintenance of every culture require the existence of another, different and competing alter ego. The Construction of identity [...] involves the construction of opposites and others whose actuelly is always to the contininious interpretation and reinterpretation of their differences from us"[12].

Erst vor dem Hintergrund des Fremden, mit erkennbaren Gegensätze in Sitten, Geist, Gewohnheiten und Lebensweisen, kann sich ein spezifisches Wir-Bewußtsein herausbilden. Im Mittelalter, war ein solches Wir-Bewußtsein, sofern es bestand, jedoch oft einem schnellen Wandel unterlegen. So änderte sich die Bedeutung des Wir-Begriffes zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Raum, ja sogar bei einem bestimmten Autor manchmal so schnell, daß bei der Interpretation des Wir-Gefühls äußerste Vorsicht geboten ist, denn es erscheint nicht nur auf vielen Ebenen, sondern auch in Zusammenhang mit verschiedenen Größenordnungen.[13] Auch Huizinga bestätigt den wandelhaften Charakter der Identifikation im Mittelalter, er beschreibt:

"Ist kein Name vorhanden, der die Einheit ausdrückt, so heftet sich das Gefühl der Solidarität, auch wenn es erst nur einem Fürsten gilt, ohne sich als nationales Bewußtsein zu verfestigen, gern an Zeichen und Wahlsprüche. Ein Kreuz, ein Wappentier, ein Ruf oder ein Spruch können eine vereinigende Kraft ausüben, wo noch kein klarer bewußter Gedanke die Bedeutung dieser Eintracht umschreibt. Die äußere Form tritt dann sozusagen an die Stelle des Begriffsinhaltes."[14]

Soweit zu den Besonderheiten der Identitätsbildung und ihrer Aussagekraft im Mittelalter. Wenden wir uns nun konkret den Sorben zu. Zuerst will ich fragen, ob sich die Gemeinschaft der Sorben im Mittelalter ethnisch definieren läßt, in wie weit also für das Mittelalter vom Volk der Sorben gesprochen werden kann.

2. Ethnische Definition

Die Erforschung identitätsbildender Prozesse, die Suche nach historischen Komponenten die letztlich dazu geführt haben daß ein Volk als ein Volk erscheint setzt natürlich voraus, daß Begriffe wie Ethnie, Volk und Nation keine ursprünglich gegebenen Bindungen bezeichnen, sondern historisch bedingte Konstrukte mit Prozeßcharakter sind. Dadurch, daß man also bei einem Volk nicht unbedingt eine gemeinsame Herkunft und Kultur postuliert, sondern allein der Glaube an eine gemeinsame Herkunft betont wird, unterscheiden sich neuere Definitionen von Volk gravierend vom klassischen Ethnos-Begriff des Primordialismus.[15] Dennoch kann eine gemeinsame Herkunft natürlich ein wichtiges Element innerhalb eines ethnisch begründeten Identitätskonstrukts sein.

2.1 Herkunft der Sorben

Die sorbischen Stämme gelangten im Zuge der Völkerwanderung in das für sie im Mittelalter typische Siedlungsgebiet. Urheimat der Slawen ist wahrscheinlich das Gebiet das sich durch das heute südliche Polen (Sangebiet, Obere Weichsel) und die nordwestliche Ukraine umgrenzen läßt.[16] In diesem Raum bildete sich vor weit mehr als zweittausend Jahren ihre Sprache und gentile Kultur heraus.[17] Von hier aus begann im 6. Jahrhundert die allmähliche Expansion dieser (spät)urslawischen Stammesgruppe nach dem Nordwesten. Noch vor diesem Zeitpunkt, oder unmittelbar danach, scheint sie sich in zwei Teile aufgespalten zu haben, wobei der eine Teil eine Migrationsrichtung in nordwestlicher Richtung durch die Mährische Pforte in den Böhmischen Kessel fortsetzte, der andere (die späteren Südserben) aber in südlicher Richtung auf den Balkan abschwenkte.[18] Die erste sichere Nachricht über das Auftreten altsorbischer/ altserbischer Stämme in ihren späteren Siedlungsräumen nördlich des norböhmischen Gebirges und Erzgebirges ist die Erwähnung des Sorbenhäuptlings "Dervanus dux gente Surbiorum" aus dem Jahre 630/631. Sie besagt, daß die Stämme das Gebiet zwischen Elbe und Saale spätestens um das Jahr 600 erreicht haben können.[19] Obwohl es in diesem Gebiet auch vereinzelt germanische Bevölkerungsteile gab, die vermutlich eine gewisse Zeit neben den landnehmenden slawischen Stämmen lebten, erfolgte die Ansiedlung zu einem überwiegenden Teil in vornehmlich siedlungsleeren und bewaldeten Gebieten.[20] Noch etwa dreihundert Jahren nach der Landnahme ist unter sorbischen Stämmen das Wissen um ihre frühgeschichtliche Herkunft nachgewiesen. Sie leiteten nach Angaben des sogenannten Bayrischen Geographen von der Mitte des 9. Jahrhunderts ihren Ursprung aus dem Gebiet der Seriuani ab, das vermutlich östlich der Weichsel gelegen hat.[21]

2.2 Die Sorben - ein Volk?

Nach Heckmann der steht der Begriff Volk "... zum einen für die Vorstellung, zum anderen für reale Beziehungen, des Weiteren über ethnische Mobilisierung, für Chancen von "Gemeinschaftshandeln" einer Gruppe.[22] Ähnlich formuliert Elwert Ethnien als: "familienübergreifende und familienverfassende Gruppen, die sich selbst [...] eine kollektive Identität zusprechen", wobei die die Außengrenze bestimmenden Zuschreibungskriterien wandelbar sind.[23] Die Untersuchung von Ethnien oder "Stämmen" erweist sich daher als problematisch. Ihr Werden kann selten als biologisches Zusammenwachsen, sondern häufig eher als Herrschaftsprozeß verstanden werden.[24] Besonders das Späte Mittelalter ist erfüllt von Zeugnissen die auf Stämme oder Stammesländer (Sachsen, Franken, Schwaben usw.) verweisen. "Die Selbstzuschreibung steht dabei in einem komplexen Wechselverhältnis zur Fremdzuschreibung [...] (, denn) eine Selbstzuschreibung die sich nicht in einer entsprechenden Fremdzuschreibung spiegeln kann, ist instabil."[25] Ich möchte mich der Frage nach einer ethnischen Entität der Sorben somit zunächst über die zeitgenössische Reflexion, Wahrnehmung und Bezeichnung von außen, also seitens der sie umgebenden Gruppen, nähern. Gesellschaften befinden sich immer im Kontext mit den sie umgebenen oder auf sie einwirkenden Gesellschaften. Diese haben manchmal den maßgebliche Einfluß auf die Wahrnehmung von Gesellschaften als "Volk" oder "Großstamm". Daß äußere Zuschreibungen diese Entitäten produzieren können, wird auch am Beispiel der sorbischen Ethnogenese und ihrer externen Wahrnehmung deutlich.

[...]


[1] Ohne weitere Quellenangabe zitiert, in: Brankack, Jan/ Frido Metsk (Hrsg.), Geschichte der Sorben, Von den Anfängen bis 1789. Band 1, Bautzen 1977. S. 63.

[2] Blaschke, Karlheinz, Das Markgrafentum Oberlausitz und das sorbische Volk. Eine regionale und ethnische Einheit seit 1400 Jahren, in: Czacharowski, Antoni (Hrsg.), Nationale, ethnische Minderheiten und regionale Identitäten in Mittelalter und Neuzeit, Torun 1994.

[3] Hervorzuheben ist hier die umfangreiche detaillierte Darstellung der Sorbischen Geschichte im Mittelalter von Jan Brankack und Frido Metsk: Brankack, Jan/ Metsk, Frido (Hrsg.), Geschichte der Sorben, Von den Anfängen bis 1789. Band 1, Bautzen 1977.

[4] Ganz unmöglich für eine zeitgemäße wissenschaftliche Darstellung erwies sich z.B.: Solta, Jan, Abriss der sorbischen Geschichte, Bautzen 1976.

[5] Gerdes, Dirk, Artikel: "Regionalismus", in: Nohlen, Dieter (Hrsg.), Wörterbuch Staat und Politik, Bonn 1998. S. 647.

[6] Köhler, Josef, Studien zum Problem des Regionalismus im späten Mittelalter, Phil. Diss, Würzburg 1971. S. 1.

[7] Ebd. S. 2.

[8] Buchholt, Stefan, Gesellschaftliche Transformation, kulturelle Identität und soziale Beziehungen. Soziale Netzwerke in der Oberlausitz zwischen Modernisierung und Kontinuität, Münster 1998. S. 64.

[9] Weichhart, P., Raumbezogene Identität- ein sinnvoller Forschungsansatz für die Humangeographie?, in: Griffinger, E./ Hatz G. (Hrsg.), Regionalwissenschaftliche Forschung. Fragestellungen einer empirischen Disziplin, Wien 1989. S. 371- 378.

[10] Ebd. S. 71.

[11] Ebd. S. 6.

[12] Said, Edward, Orientalism, New York 1994.

[13] So wird z.B. der Begriff "noster" in mittelalterliche Quellen oft für verschiedene Bedeutungen verwendet. Karl Schnith weist in : Schnith, Karl, Von Symeon von Durham zu Wilhelm von Newburgh. Wege der englischen Volksgeschichte in 12. Jahrhundert, in: Spörl, Johannes, Das mittelalterliches Geschichtsdenken als Forschungsaufgabe, S. 242-256 nach, daß Wilhelm von Newburgh 5 Bedeutungen des Pronomens noster verwendet: rein rhetorisch, für seine Person, für seinen Orden, für die eigene Kirchenprovinz, für die Engländer und schließlich für die Christen.

[14] Huizinga, Johann, Im Banne der Geschichte, Zürich 1952. S. 261.

[15] Wichtige Gründungsväter des Primordialismus sind z.B. Shils, Edward, Primordial, Personal, Sacred and Civiel Ties, in: The British Journal of Sociology, Vol.8, No.2, 1957, S. 130-145 und Geertz, Clifford (Hrsg.), Old Societies and New States, New York 1963.

[16] Schuster-Sewc, Heinz, Das Sorbische im slawischen Kontext. Ausgewählte Studien, Bautzen 2000. S. 50.

[17] Brankack, Jan/ Metsk, Frido (Hrsg.), Bautzen 1977. S. 15.

[18] Das Traktat des byzantinischen Kaisers Konstantin Porphyrogennetos "De administrando imperio" (945-949) weißt auf die Verwandtschaft der Balkanserben und der Sorben hin. Es heißt darin: "Man muß wissen, daß die Serben [gemeint sind hier die Balkanserben, H. Sch-S.] von den ungetauften (Serben) auch Weiße genannt stammen. Diese siedeln jenseits (im Rücken) der Türken [gemeint sind die madjaren, H. Sch-S.], in einem Lande, das sie selbst Boiki nennen womit sie ebenso an die Franken, wie auch an die ungetauften Groß - und Weißkroaten grenzen. [...]" zitiert in: Schuster-Sewc, Heinz, Das Sorbische im slawischen Kontext. Ausgewählte Studien, Bautzen 2000. S. 50.

[19] Schuster-Sewc, Heinz, Bautzen 2000. S. 51

[20] Brankack, Jan/ Metsk, Frido (Hrsg.), Bautzen 1977. S. 17.

[21] Horak, Bohuslav, Travnicek, Dusan: Descriptio civitatum ad septentrionalem plagam Danubii, Prag 1956.

[22] Heckman, Friedrich, Ethnische Minderheiten, Volk und Nation: Soziologie interethnischer Beziehungen, Stuttgart 1992. S. 50-51.

[23] Elwert, George, Ethnizität und Nationalismus, Über die Bildung von Wir-Gruppen, Berlin 1989. S. 22.

[24] Bosl, Karl, Frühformen der Gesellschaft im mittelalterlichen Europa, München, Wien 1964. S. 209.

[25] Elwert, George, Berlin 1989. S. 23.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die Sorben: Regionalismus und ethnische Identität im Mittelalter
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar: Regionalismus im spätmittelalterlichen Europa
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
29
Katalognummer
V10697
ISBN (eBook)
9783638170543
ISBN (Buch)
9783638683937
Dateigröße
1565 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Untersuchung der Sorben im Mittelalter, von außen als Volk wahrgenommen, waren sie doch nicht mehr als ein Bündel slawischer Staemme... Was hat sie verbunden? Religion? Kultur? Ein gemeinsames Territorium? Vielleicht wirklich nur die Fremdwahrnehmung? Mit theoretischen Ansätzen zu Ethnie, Volk und regionaler Identität im Mittelalter. 1,1 MB
Schlagworte
Sorben, Wenden, Regionalsimus, Mittelalter, ethnische, Identität, Oberlausitz
Arbeit zitieren
Götz Kolle (Autor), 2003, Die Sorben: Regionalismus und ethnische Identität im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10697

Kommentare

  • Gast am 13.9.2006

    Anfrage zu Thüringer Ortsnamen.

    Sehr geehrter Herr Kolle,
    Ihr Thema ist wirklich ser interessant. Die meisten der Thüringer Ortsnamen gehen auf slawische Ursprünge und schlampige Übersetzungen im Mittelalter zurück. Mich würde folgendes interessieren:
    1. Wie wurden die Ortsnamen im Hersfelder Zinsregister dargestellt?
    2. Warum enden in Mittelthüringen so viele Ortsnamen heute mit -a (Jena, (Bad)Berka, (Bad)Sulza, Cospeda, Gera, Kahla, Lobeda, Magdala, Gotha)? - im Saale-Holzland-Kreis hat zum Beispiel fast jeder zweite Ortsname den Suffix "a". Ähnliches gilt auch für die Kreise mit den Kennzeichen AP, GRZ, GTH, SM, SOK, SLF. WAK

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