Auseinandersetzung über Unterrichtseinstieg


Hausarbeit, 2002

12 Seiten, Note: 2


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Auseinandersetzung über Unterrichtseinstieg

Einleitung:

Lehrmethoden werden eingesetzt, um möglichst günstige Bedingungen für die Auflösung von Lernprozessen bereitzustellen. Durch gut geplante und eingesetzte Unterrichtsmethode sind wir in der Lage, den Lernprozess des Lehrens und Lernens zu ordnen, verbessern und beschleunigen usw. kurzum: Lerneffektivität zu erhöhen. Deswegen rückt die Erörterung über die Unterrichtsmethoden ins Zentrum des Interesses und Aufmerksamkeit.

Wie ein altes Sprichwort sagt: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Aber gleichzeitig gibt es auch ein deutsche Ausspruch: Aller Anfang ist schwer. Weil die Unterrichtsdauer nicht willkürlich ist—normalerweise für Schüler etwa 40 Minuten und für Erwachsenen etwa 90 Minuten, wird ein gute Unterrichtseinstiegsphase mit sehr weitgespannten Erwartungen und emphatischen Hoffungen verknüpft. Daher beruht dieser Text auf die Auseinandersetzung über die Einstiegsmethode einer Unterricht.

Ich werde daher im folgenden zunächst die verschiedene nötige Lernformen darstellen. Anschließend setze ich mich mit den gegenwärtig auftretenden Einstiegsmethoden auseinander. Schließlich ziehe ich die Schlüsse durch Vergleich von denen im Zusammenfassung.

1, Pluralität von Lernformen:

Lehrmethoden spiegelt sich in Lernqualität. D.h. die Methoden des Lehrens sind immer nur im Blick auf die Qualität des durch sie unterstützten, geförderten, provozierten Lernens zu beurteilen. Angesichts der Vielgestaltigkeit der Lernarten und Lernstile in einer Schulklasse hat ein methodische Monokultur viele Löcher. Es wird z.B. nicht garantiert, dass jeder den Anspruch von Unterricht erreichen kann, oder dass er sich seines Potential entfalten kann.

Die bekannteste Systematisierung von Lernformen ist von den amerikanischen Psychologe R. GAGNÉ vorgelegt. Er hat die unterschiedliche Lernarten hierarchisch geordnet:

Signallernen → Reiz-Reaktionslernen → nichtsprachliche Kettenbildung → sprachliche Assoziationen→Diskriminationslernen→Begriffslernen→Regellernen→Problemlösen.

Dies gilt nicht nur für das Verständnis von Lernen, sondern auch für die entsprechenden Vorschläge zur Unterrichtsplanung und zur Unterrichtsmethode. Die Pluralität der Lern-formen erzwingt eine Pluralität im Methodischen. So gesehen existiert einerseits verschiedene Lernarten und Lernstile, andererseits die entsprechende Pluralität der Lehrmethoden. Aus diesem Grund können die Lehrprozess von bestimmten Wissen grob in fünf Klassen unterteilt werden. Ewald TERHART hat auch fünf Lernformen im Unterricht zusammengefasst, und die Unterrichtsmethoden dementsprechend unterteilt:

1,1 Darstellender Unterricht—Aufnehmendes Lernen:

Schlechte Kritik über „Frontalunterrichts“ ist gebräuchlich. „Die Stärke des Frontalunterricht ist zugleich seine Schwäche“, (SIEBERT 1984) wie z. . Vernachlässigung sozialerzieherischer Gesichtspunkte, Verstärkung der autoritären Bindung der Schüler an den Lehrer, Nicht Berücksichtigung der Individualität der Schüler, usw.

Aber seit kurzem ist die rein negative Behandlung des „Frontalunterrichts“ wiederum argumentiert. Man hat ihre einige Vorzüge wiederentdeckt. Erstens ist ihre ökonomische Vorteil, und zwar Frontalvermitteln des Wissens hilft den Lehrern Zeit sparen. Dementsprechende ist eine mittelbare Vermeid von Geldverlust zu erkennen. Zweitens ist sie eine didaktisch einfache Methode. Hier „einfach“ bedeutet nicht „willkürlich“, sondern direkt vermitteln von Wissen. Dabei hat der Lehrer in der Regel alle Schüler im Auge. Er kann sie über Blickkontakte kontrollieren. Es scheint für einfache Unterrichtsstoff besonders gut zu sein, selbst die auch Leistungsschwächere Schüler verstehen oder wenn gleiches Vorwissen oder Vorverständnis bei den Schülern angenommen sind.

Im Erwachsenenbildung sind diese Methode immer akzentuiert, weil die erwachsenen Lernenden normalerweise gewisse Vorkenntnisse oder Erfahrungen über die Unterrichtsmaterial haben.

Aber wenn die Lernstoffe abstrakt oder schwer zu verstehen sind, treten die Nachteile von Frontalunterricht in Erscheinung, wie Langweiligkeit, weniger Konzentration und interaktive Kommunikation, usw. Dann stellt Entdeckendes Lernen seine eigene Vorteile zur Schau.

1,2 Problemorientierter Unterricht —Entdeckendes Lernen:

Entdeckendes Lernen lässt sich als Problemlösungsprozess beschreiben. Dabei werden nicht nur neues Wissen und neue Fähigkeiten via Entdeckung erworben, sondern auch ein Wissen auf einer darüber liegenden Ebene entwickelt. Durch unterrichtsmethodische Arrangements ist das Erreichen dieser Qualitätsebene für möglichst viele Schüler sicherzustellen. Die typische Anwendung davon sind in der Naturwissenschaftsunterricht. z.B. physische oder chemische Experiment oder Geographie.

1,3 Gruppe Diskussion —Kooperatives Lernen:

Eine andere Ausgleichmethode von Frontalunterricht ist Gruppe Diskussion. Ein Lehrer trifft auf viele Schüler. Die Schulklassen an sich sind zwar keine Gruppen, aber der Lehrer kann sie entwickeln. Eine ganz besonders hohe Qualität wohnt der Gruppenunterricht inne. Zunächst ist die hohe Engagement von Lernenden hervorgehoben. Anschließend bildet aus der sozialpsychologischen des Gruppenprozesses die Gruppe eine vermittelnde soziale Einheit zwischen den Individuen und der Gesellschaft. Die Wirkung von zwischenmenschlicher Beziehung werden mittlerweile betont.

1,4 Handlungsorientierter Unterricht—Integratives Lernen:

Natürlich ist diese Methode nicht eingesetzt, wenn die Schüler noch am Anfang des Semesters, weil Integratives Lernen eine Verbindung von kognitivem, sozialem und moralischem Lernen anstrebt, d.h. ein Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ ist intendiert. Es ist schon gut belegt, dass Handlungsorientierter Unterricht spielt eine positive Rolle nach die Schüler gewisse Wissen erworben haben. Einerseits kann der Lerner dadurch das Wissen, das schon erworben ist, integrieren und konsolidieren. Anderseits kann er den inneren Zusammenhalt eines zukünftigen Wissensgebiets entdecken und zur Erkenntnis gelangen.

2, Pluralität von Unterrichtseinstieg:

Every lesson must be designed to capture pupil’s interest at the outset. “Elementary Teaching Methods”

Anfangsfiguren gehören zu den wichtigsten didaktischen Gestaltungselementen des Unterrichts. In der Anfangsphase einer Unterricht soll eine freiwillige und initiative Situation gezielt konstruiert werden. Nur unter dieser Voraussetzung können die anschließende Unterrichtsabschnitte zügig vorangehen. Demgemäss haben die folgenden Einstiegstechnik in der Unterricht entwickelt. √ Wiederholungsübung: Anknüpfen an vorher Gelerntes und Problematisierung des Themas, z.B. durch Behandlung des Hausaufgabe, ...Bis heute ist diese Methode in der Schule gebräuchlich akzeptiert.

-Klärung des Vorwissens: Aufgreifen von Teilnehmererfahrungen und - wissen im Gespräch, im Spiel, mit einem Test, mit einem Brainstorming,...

-Frustration: Die Lehrperson inszeniert eine Situation, die bei den Lernenden eine Haltung der Abwehr, des Erstaunens, des Fragens oder auch (produktive) Verwirrung, Provokation und Irritation auslöst.

-Gemeinsamkeit innerhalb der Lerngruppen stiften: Partnerinterview, Vorstellungs-gruppen mit inhaltlichem Zentrum, Passfoto, Lied singen...

-Demonstration: ein Experiment, ein Fallbeispiel,... zeigt exemplarisch das 4 Problem.

-Motivierende Anfang: „Motivation:umfassender Begriff, der sich auf das Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten von psychischen Aktivitäten bezieht.“ (ZIMBARDO 1992) Die Lehrperson präsentiert eine Metaphermeditation, Fotolanguage, Musikstück, oder Zauberwort und Rätsel, und versucht die Lernmotivation von Lernenden aufzuwecken. Die sinnliche Motivationsaktivität macht die Vorstellung zum Bindeglied zwischen Wahrnehmung und Begriff und schlagt eine Brücke zwischen Denken und Sprechen.

-Informierende Einstieg: Den Lernenden wird Ziel, Thema und Unterrichtsverlauf zu ihrer Orientierung mitgeteilt. Die Lehrperson bereitet sich mit folgenden vier Handlungsanweisungen auf den Informierenden Unterrichtseinstieg vor:

1. Formulierung: Sie formulieren möglichst kurz und präzis und leicht verständlich Ihre Lernziele, jedoch maximal drei. Gleichzeitig erklären Sie, warum die Lernziele sinnvoll sind, in welchem Zusammenhang das Thema zu früheren oder zukünftigen Unterrichtsinhalten steht.
2. Visualisierung: Sie versuchen, die wichtigen Punkte zu visualisieren, mittels Unterrichtsmedien wie Text, Zeichnungen, Bilder, Tabellen, Schemata Folien, Plakate etc..
3. Veranschaulichung: Sie geben Beispiele, um das Gesagte zu veranschaulichen.
4. Absichtserläuterung: Sie bringen auch Ihre eigene Absicht zum Thema zum Ausdruck, aber weisen auf Mitbestimmungsmöglichkeiten hin. Der Informierende Unterrichtseinstieg dauert maximal fünf Minuten.

Der Lehrperson soll beim Planen des Anfangs zwei Frage stellen: Um welche Art von Anfang geht es mir? Und welche Anfangsfigur aus meinem Repertoire passt zu diesem Anfang?

3, Kriterien für Bewertung für Unterrichtseinstieg:

Eine Voraussetzung zum Erstellen von Kriterien für die Beurteilung Unterrichtseinstiegs ist die Identifikation von Unterrichtsinhalt. Unterrichtseinstieg sollte den Lernenden eine deutliche Generallinie geben, durch Vermitteln Interesse für das Lernen wecken, den inneren Zusammenhalt gelerntes und ungelerntes Wissensgebiets zu und von den Lehrenden möglichst permanent eingesetzt:

- Klarheit bezüglich des Lerninhalts:

Vor der Unterricht sind die Schülern normalerweise mit allerlei Betätigungen beschäftigt, wie Musik, Sport oder Malerei. Jede Unterricht ist ein neue Anfang für sie, aber vielleicht befinden sie sich noch in einem Zustand höchster Erregung, z.B. wegen eines Fußballspiele.

Der Anfang weist auf den Kern der Sache hin und bietet einen Orientierungsrahmen. Die Lehrperson muss also einen Lerninhalt einbringen, den die Schüler/-innen lernen können. Deshalb muss die Anfangsphase

-Neugierde und Interesse wecken

-die nötige Aufmerksamkeit zum Thema hinführen

-die Bereitschaft der Lernenden hervorrufen

- Klarheit bezüglich der Voraussetzungen und der Lernziele:

Der Anfang soll den Zusammenhang mit dem bisherigen Lernen, Fühlen und Denken herstellen, festigen. Die Lehrperson muss wissen, wo das Lernen beginnen und wohin es führen soll. Der Einstieg soll an das Vorverständnis der Schüler/-innen anknüpfen. Deshalb muss die Anfangsphase

-Übersicht und Lernziel von folgenden Inhalt verdeutlichen

-altes und neues Wissen verknüpfen

- Klarheit bezüglich der Lerngruppensituation:

Der Anfang soll den allenfalls für den Lernprozess notwendigen Gruppenzusammenhalt fördern. Das heißt auch: der Anfang soll disziplinieren. Deshalb muss die Anfangsphase

-die ganze Gruppe abzielen

-langfristige Einsatzmöglichkeit haben

4, Vergleichende Methodik des Unterrichtseinstieg:

Anfang ist nicht gleich Anfang. Nach KOHN/ROSMAN (1974) sind Interesse und Motivation durch guten Unterricht vermittelbare Anfangsvariablen, die sich dann wiederum auf die Lernleistung auswirken.

Für die Unterrichtenden geht es zuerst darum zu erkennen, welche Art von Anfang man einsetzen: Will ich eine Lektion anfangen oder ein Seminar? Ist es womöglich der Anfang einer größeren Unterrichtseinheit, eines ganzen Lernprozesses, einer bestimmten Methode? Welche Anfangsmethode erscheint am tauglichsten zur Zielerreichung?

Die verschiedenen Einstiegsfiguren eignen sich nicht für alles gleich gut. Sie müssen gleichzeitig berücksichtigen die Unterrichtsinhalt, den Zusammenhang von Thema und die Vorkenntnisse und heutige Zuständen von Lernenden. Wo es zum Beispiel darum gehr, Verhaltensänderungen bei den Schülern und Schülerinnen zu initiieren, wird oft eine Provokation, die Betroffenheit erzeugt, wirksam sein. Auch abgegriffene und unbeliebte Themen müssen, um lernwirksam zu werden, oft verfremdet eingeführt werden. Wo die Schüler/-innen schon Thema und Ziel kennen, wird eine sachlich nüchterne Information ausreichend sein.

4,1 Kritik an klassischen Motivationstheorien

Die Motivationsideologie beherrscht zur Zeit das Gedankenfeld fast aller Lehrer und Experten. Aber vielfältige Motivationstheorien scheinen erfolglos zu sein. GRELL hält sie für unbrauchbar, ja unter Umständen für schädlich. Seine Argumente sind:

- pauschale Bedeutung: „Motivation“ könne beinahe alles bedeuten und sei zu einer Zauberformel geworden. Es gäbe selbst noch die Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Motivation. Die sogenannte „intrinsische Motivation“ meint eine unvermeidbare Belastung der Arbeit von Ausbildern. Es ist kaum vorzustellen, den intrinsischen Motor bei mindestens 35 Schülern gleichzeitig zu starten.
- falsche Benutzung: Ein zweiter Fehler ist die Vorstellung, dass Motivation am Anfang einer Unterricht stattfindet, und dass sie von Lehrer aufgeführt werden muss. Deswegen tritt ein Begriff, „Phase der Motivation“ in Erscheinung. Man könne als Lehrer durch eine gewaltige Aktion am Stundenbeginn ganze Klassen so zur Motivation hinreißen, dass der Vorrat mindestens fünfundvierzig Minuten ausreicht. Die Motivationsversuche hätten meistens enttäuschende Effekte.
- übergetriebene Effektivität: Die Effektivität einer Motivierungsphase ist sagenhaft, die niemals genau beschrieben werde. Der Zustand der Motivation des Schülers werde weder beschrieben noch gemessen. Es gäbe auch keinen Beweis dafür, dass solche Motivierungsphasen zu langfristigen Lerneffekten führten.
- kaum langfristige Verwendbarkeit: Ein gute Motivation kann für Lehrer teuer werden. Z.B. um über Kakao zu sprechen, verteilt der Lehrer Schokolader, dadurch erfahren die Schüler aber nicht, über das Lernziel „Kakao“. (vgl. GRELL S.148)

Der erste große Fehler des Motivationsbegriffs ist, dass das Wort zur Zauberformel geworden ist, die fast alles bedeuten kann. Eine aussichtreiche Aufgabe ist, den Begriff „Motivation“ am schicksten abzuschaffen.

GRELL’s Folgerung ist (S.139): „Kein Lehrer ist verantwortlich, die Schüler zu motivieren. Schüler sind Menschen. Und Menschen motivieren sich selbst- oder sie lassen es bleiben.“

4,2 Aufnahme von Informierenden Unterrichtseinstieg:

Statt Motivierungstheorien zu bemühen plädiert GRELL für den „Informierenden Unterrichtseinstieg“. Der informierende Unterrichtseinstieg ist eine der gebräuchlichsten und effektivsten Anfangsmethode. Seine Vorzüge liegen darin:

- einfach einzusetzen: IU ist leicht zu lernen und zu beherrschen, und auch allmählich gut zu perfektionieren und zu erweitern. Der Informationsinputeinstieg kostet überhaupt nichts: Man braucht weder viel Zeit dafür noch geniale Ideen. Die einzige Aufgabe von den Lehrenden ist, was er will und bereit und fähig ist, das den Lernenden klarzumachen.
- gut zu strukturieren: Der Lehrer legt seinen Lehrplan am Anfang eines Unterrichts offen, und ihn durch informierende Vorstellung zum Lernplan. Z.B. Ich verorte zunächst das Darzustellende konzentriere mich heute auf diesen Inhalt, werde zwei Grundaufgaben durchgehen und entwickle dann eine Zusammenfassung. Ein sog. Basistext stellt den Sachverhalt im Kern (ohne Beispiele und Erläuterungen) dar; ihr bekommt ihn alle in die Hand.
- Entlastung zu ermöglichen: Ein Informationsinput am Anfang einer Unterricht verhindert, dass „alles über das Thema wissen“ unreflektiert zum dominierenden Lernziel wird. Ein solcher Einstieg erleichtert es Schülern und Lehrern, beim Thema zu bleiben. Abweichungen sind trotzdem nicht mehr verboten.
- positiv zu reagieren: Nur wenn sie Ziel und Sache kennen, können die Lernenden das, was sie tun sollen, auch zu ihrer Sache machen. Durch Informationsinput wissen die Lernenden sofort, worum die Unterricht geht, warum sie ein Thema bearbeiten sollen und was sie im Unterricht wollen. Deshalb reagieren die Lernenden in der Regel positiv auf einen informierenden Unterricht (sie engagieren sich mehr und verhalten sich wesentlich disziplinierter als gewohnt).

4,3 Diskussion über Informierende Unterrichtseinstieg:

Aber wenn der Lehrer, der zu Beginn einer Unterricht den Lernenden die Ziele und Arbeitsschritte zu mitteilen versucht, sollte er unter Umständen an die folgenden Probleme zweifeln:

- Haben die Lernenden noch Lust dazu?

Die Schüler wissen schon alles im Voraus, d.h. alle Spannung und Spontaneität sind dann weg, das Interesse sinkt folgerichtig sofort auf den Nullpunkt. Das Verfahren ist zu kalt und zu mechanisch und nicht natürlich und kindergemäß.

- Möchten Sie noch etwas anders lernen?

Der Mitteilung der Ziele fördert einen Opportunismus: Die Lernenden machen nur noch, was der Lehrer will. Die Vorstellung über die außerschulischen Kenntnisse, die nicht zu Lernziel gehört, ist einfach als unwichtige Abweichung definiert.

So gesehen, würden die Lernenden die IU pauschal ablehnen? Das Probierungsergebnis scheint überrascht zu sein, wie positiv die Lernenden darauf reagieren.

Trotzdem sind noch einige Tipps von GRELL praktisch:

-Wichtig ist, dass der Lehrer den Lernenden nicht einfach etwas vorsetzt, sondern dass die Lernenden selbst etwas herausfinden können.

-Ein solche Einstieg ist nicht in allen Stunden absolut brauchbar, sondern passt nur für höhere Klassen, nicht für die „Kleinen“.

-Um Opportunismus und Mechanismus zu vermeiden, soll der Lehrer positive Erwartungen ausdrucken und kontaktbereit, freundlich wirken.

Ein gute Informationsinput von Ziel, Thema und Unterrichtsverlauf schafft für alle Beteiligten eine stabile Orientierung und ermöglicht erst gemeinsames Lernen. Eine Interaktion mit den Lehrer und den Lernenden wird dadurch schafft, dass den Lernenden die Absichten von Lehrer offenzulegen, statt sie geheimzuhalten.

5, Zusammenfassung:

Unterrichtsmethoden konstruieren Lernwege: Die gute Vermittlung dient der Verabredung der für beiden Seiten (Lehrer, Schüler) günstigen Vorgehensweise. (vgl. BÖNSCH) Didaktische Prozesse werden bewusst von Lehrenden geplant und gesteuert. Sie verfolgen das Ziel, bei Lernenden Lernziele anzustreben.

Der Unterrichtsauftakt ist planbar und gestaltbar. Nach TERHART’s Analyse haben wir schon mindestens vier Unterrichtsformen, und nach unseren didaktischen Erfahrungen viele Methode von Unterrichtseinstiegen.

Sind alle diese Einstiegstechnik für die Unterrichtsformen gut geeignet? Natürlich nicht.

Zum Anfangen gehört die Spannung zwischen Neugier und Lust auf der einen Seite sowie Zurückhaltung und Unbehaglichkeit auf der andern Seite. Deshalb soll der Lehrer den entsprechende Lehrmethode nach den Themen und Zielen bei der Vorbereitungsphase herausholen. Es ist unstrittig, dass zur Planung des Lernweges neben inhaltlicher und intentionaler Reflexion des Lernziels eine gründliche Analyse des Bedingungsfeldes (Lehrender, Lernender, Umgebung). Deshalb, meiner Meinung nach, ist es schwer zu entscheiden, welche Anfangsmethode am besten und am tauglichsten ist ohne Berücksichtigung der inhaltlichen und zuständlichen Gestaltungsmomenten. Aber für die Lehrperson ist es wichtig, eine gewisse Sicherheit anzubieten, und es ist in dieser Lage also nahe liegend und ein Gebot des Common sense, mit dem anzufangen, was man kann.

Unser Schluss läutet: Die Monokultur von Anfangsfiguren ist ein Irrtum. Der Lehrer ist verantwortlich, gewisse Anfangsmethode nach die oben erwähnten Kriterien und Unterrichts-formen flexibel einzusetzen.

Literaturverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

11 von 12 Seiten

Details

Titel
Auseinandersetzung über Unterrichtseinstieg
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Unterrichtsrezept
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V107090
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auseinandersetzung über Unterrichtsansatzfiguren
Schlagworte
Auseinandersetzung, Unterrichtseinstieg, Unterrichtsrezept
Arbeit zitieren
Ning Ding (Autor), 2002, Auseinandersetzung über Unterrichtseinstieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107090

Kommentare

  • Gast am 8.3.2006

    "mutiger" Sprachstil.

    Teilweise erinnert mich der Text an die Gebrauchsanleitungen technischer Geräte aus Fernost.

    Zitat:
    "Die Monokultur von Anfangsfiguren ist ein Irrtum. Der Lehrer ist verantwortlich, gewisse Anfangsmethode nach die oben erwähnten Kriterien und Unterrichts-formen flexibel einzusetzen."

    Ein Blick auf den Namen des Autors legt die Vermutung nahe,daß er/sie aus Fernost kommt.Da ich
    ihn/sie nicht näher kenne,kann ich unmöglich abschätzen,wie gut der Text aufgrund seiner/ihrer Sprachkenntnisse sein mag.Muss ich allerdings auch nicht.Für mich als Leser lenkt die sprachliche Form zu extrem vom Inhalt ab.ICH habe mir deswegen nur Anfangs- und Endpassage des Beitrages angeschaut. Etwas verwirrt hat mich auf jeden Fall die "Kritik an klassischen Motivationstheorien" . War doch beim Überfliegen des Artikels keine der "klassischen Motivationstheorien" erläutert oder erwähnt.

    In diesem Falle haben sowohl der Autor, als auch die Betreiber der Homepage Mut gezeigt.

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