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Transkriptionssysteme: Entstehung und Verwendung

Title: Transkriptionssysteme: Entstehung und Verwendung

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)

German Studies - Linguistics
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Der Terminus „Transkription“ (lat. transcribere – hin)überschreiben, umschreiben, schriftlich übertragen)1 bezieht sich auf die Wiedergabe eines gesprochenen Diskurses in einem situativen Kontext mit Hilfe alphabetischer Schriftsätze und anderer, auf kommunikatives Verhalten verweisender Symbole.2 „Aufgrund der altbekannten Tatsache verba volant, scripta manent besteht die bleibende Verdauerung der flüchtigen Rede in ihrer schriftlichen Repräsentation.“3
Man kann den Übergang von der Oralität zur Literalität als einen entscheidendern Entwicklungsschritt in der Kulturgeschichte des Menschen betrachten, insofern als Erfahrungen, Wissen, Traditionen und auch Dichtungen nun raum- und zeitunabhängig konserviert und zur ständigen Verfügung gehalten werden konnten.4 Für die mit Sprache befasste Gesellschaftswissenschaft ist eine Theorie sozialen Handelns unter Einschluss sämtlicher hierfür nutzbarer Zeichensysteme der kommunikativen Kompetenz ein zentrales theoretisches und empirisches Anliegen.5 Transkriptionen sind die Voraussetzung jeglicher wissenschaftlicher Untersuchung mündlicher Kommunikationsprozesse. Sie stellen die auf dem Medium Papier fixierte bzw. heutzutage auch binär im PC dauerhaft gespeicherte Dokumentation gesprochener Sprache in ihren vielfachen Existenzformen dar.
[...]
1 Pertsch 1991: S.1206
2 Dittmar 2002: S.52
3 Ehlich nach Dittmar 2002: S. 50
4 Hengartner/Niederhauser 1993: S.60
5 Dittmar 2002: S.51

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Enstehung und Gegenstand der Sprachtranskription

1.2 Lautliche Phänomene gesprochener Sprache

2. Transkriptionssysteme zur Übertragung von Laut und Gespräch in Schrift – Entstehung und Verwendung

2.1 Transkriptionssysteme für lautliche Authentizität

2.1.1 Literarische Transkription (LT)

2.1.2 Phonetische Transkription (IPA)

2.1.3 Speech Assessment Methods Phonetic Alphabet (SAMPA)

2.1.4 Die Heidelberger Umschrift oder Pidgin-Deutsch-Lautschrift (PDL)

2.2 Transkriptionssysteme für pragmatische Authentizität

2.2.1 Formale Konversationsanalyse (KA)

2.2.2 Halbinterpretative Arbeitstranskriptionen (HIAT)

2.2.3 Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem (GAT)

3. Abschließende Betrachtung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Untersuchung und Systematisierung verschiedener Transkriptionsverfahren, die zur Verschriftung gesprochener Sprache eingesetzt werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Entwicklung sowie die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Systeme unter Berücksichtigung ihrer Anwendbarkeit für wissenschaftliche Analysen.

  • Grundlagen der Sprachtranskription und das Problem der lautlichen Repräsentation
  • Differenzierung zwischen Systemen für lautliche und pragmatische Authentizität
  • Vorstellung und kritische Einordnung etablierter Transkriptionssysteme wie IPA, HIAT und GAT
  • Herausforderungen bei der EDV-gestützten Verarbeitung und Archivierung von Sprachdaten

Auszug aus dem Buch

Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem (GAT)

Einer Gruppe von Linguisten ging es in der ständig erweiterten Forschung mit Transkriptionsmethoden um eine Vereinheitlichung bestehender Systeme. Sie erarbeiteten GAT als Vorschlag für ein „einheitliches, gesprächsanalytisches Transkriptionssystem“, welches keine „stark theoriegebundenen Vorannahmen macht“ und so von Linguisten „unterschiedlicher theoretischer Zugehörigkeit“ verwendet werden könne, so die Entwickler. Erreicht werden soll die Erstellung eines Mindeststandards für Transkriptionen gesprochener Sprache, vor allem im Rahmen von Gesprächsanalysen.

Die Idee hinter GAT besagt, dass dieser Mindeststandard dann „im weiteren Forschungs- und Arbeitsprozess wie auch für Spezialfragestellungen und –bedürfnisse nach dem ‚Zwiebelprinzip’ weiter ausgebaut und verfeinert werden“ könne. Einfache Basistranskripte sollen auch die Aufnahme in herkömmliche Textverarbeitungssysteme ermöglichen. Folgende Kriterien gaben die Linguisten ebenfalls als entscheidend an: Lesbarkeit des Transkripts auch für Nicht-Linguisten (schließt daher z.B. eine phonetische Darstellung aus), Ökonomie und Eindeutigkeit, d.h. möglichst nur ein einzelnes Zeichen je Kategorie, Robustheit beim Übertrag zwischen verschiedenen Betriebssystemen, Ikonizität der Transkriptionszeichen, Relevanz der zu erfassenden Phänomene und – im Rahmen der übrigen Kriterien – Kompatibilität mit anderen, international verbreiteten Transkriptionssystemen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Transkription und erläutert den Übergang von der Oralität zur Literalität sowie die Notwendigkeit von Transkriptionsverfahren in den Gesellschaftswissenschaften.

2. Transkriptionssysteme zur Übertragung von Laut und Gespräch in Schrift – Entstehung und Verwendung: Der Hauptteil gliedert verschiedene Transkriptionsmethoden nach ihrem Fokus auf lautliche Authentizität oder pragmatische Authentizität und diskutiert deren spezifische Vor- und Nachteile.

3. Abschließende Betrachtung und Ausblick: Hier wird die Bedeutung einer methodisch fundierten und dokumentierten Transkriptionswahl sowie die Relevanz der EDV-Kompatibilität für zukünftige Forschungsarbeiten hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Sprachtranskription, gesprochene Sprache, Literarische Transkription, Phonetik, IPA, Konversationsanalyse, HIAT, GAT, Gesprächsanalyse, Diskursanalyse, Verschriftung, pragmatische Authentizität, EDV-gestützte Auswertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und der praktischen Anwendung von Transkriptionssystemen, die dazu dienen, gesprochene Sprache in eine schriftliche Form zu überführen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen lautlicher und pragmatischer Transkription sowie die Anforderungen an wissenschaftlich normierte Aufzeichnungsverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine vergleichende Analyse gängiger Systeme, um die Nachvollziehbarkeit methodischer Entscheidungen in der sprachwissenschaftlichen Forschung zu stärken.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturanalyse, um die verschiedenen Transkriptionskonventionen sowie deren Entstehungsgeschichte und technologische Eignung zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil bietet eine detaillierte Vorstellung spezifischer Systeme, von der Literarischen Transkription und IPA über KA und HIAT bis hin zum GAT-System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Transkriptionssysteme, Gesprächsanalyse, methodische Validität und EDV-Kompatibilität in der Linguistik charakterisieren.

Was ist das besondere Merkmal des HIAT-Systems?

HIAT verwendet eine Partiturschreibweise, die es ermöglicht, simultane Äußerungen und suprasegmentale Phänomene präzise abzubilden.

Warum wird dem GAT-System eine besondere Bedeutung zugeschrieben?

GAT strebt einen einheitlichen Mindeststandard an, der sowohl für Nicht-Linguisten gut lesbar ist als auch die Anforderungen der modernen EDV-gestützten Datenverarbeitung erfüllt.

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Details

Title
Transkriptionssysteme: Entstehung und Verwendung
College
University of Bamberg  (Sprachwissenschaften)
Course
Proseminar: Analyse geprochener Sprache - Möglichkeiten und Grenzen
Grade
1,7
Author
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V10709
ISBN (eBook)
9783638170642
ISBN (Book)
9783640676187
Language
German
Tags
Sprachanalyse Transkription Umschrift Verschriftung HIAT GAT Lautschrift Konversationsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author), 2003, Transkriptionssysteme: Entstehung und Verwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10709
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