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Gesprächsführung im journalistischen Interview

Title: Gesprächsführung im journalistischen Interview

Seminar Paper , 1997 , 22 Pages

Autor:in: Frank Rosenbauer (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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"Es gibt so viele Wege, ein Interview zu führen, wie es Situationen gibt, in denen Menschen interviewt werden." Das müssen Martin MALONEY und Paul Max RUBENSTEIN in ihrem Lehrbuch "Writing for the media" feststellen. Und ich mußte feststellen: Es gibt wohl ebenso viele Möglichkeiten, diese Wege auf-zuzeichnen.
Mit dieser Arbeit habe ich versucht, die komplexen formalen, inhaltlichen, interaktiven und emotiven Vorgänge eines journalistischen Gesprächs darzustellen, dessen Führung der Informationsbeschaffung für die Öffentlichkeit dient. Die genannten vier Aspekte dieser Gesprächsführung strukturieren mein Kapitel 4; eine Ebene tiefer liegen die verschiedenen Fragetechniken (Kapitel 3), die ich nicht nach ihrer Art, sondern nach ihrem Nutzeffekt sortiert darstelle.
Neben Definitionsversuch mit kurzem geschichtlichen Abriß (Kapitel 2) führe ich allgemeine Strategien der Gesprächsführung im Interview auf (Kapitel 5) - und auch spezielle Strategien, abhängig von der Rolle, die der Interviewpartner spielt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Entstehung des journalistischen Interviews

2.1 Was ist ein journalistisches Interview?

2.2 Abgrenzung zu anderen Interviewformen

2.3 Wie das Printmedien-Interview entstand

3 Informationsbeschaffung im Gespräch (Mikroebene)

3.1 Faktizierbare Informationen erhalten, die unabhängig von der befragten Person gültig sind

3.2 Zusammenhang zwischen Interviewpartner und einem Sachverhalt herstellen

3.3 Konkret und anschaulich Erlebnisse rekonstruieren

3.4 Wenn der Interviewpartner erklären, erzählen oder begründen soll

3.5 Sehr ausführliche und persönlich gefärbte Informationen bekommen

3.6 Ausufernde Antworten verhindern

3.7 Den Fragegegenstand eindeutig machen

3.8 Zur Präzisierung vager Antworten

3.9 Unklare oder mehrdeutige Aussagen klären lassen

3.10 Unklare oder mehrdeutige Definitionen klären lassen

3.11 Deutend auf den Punkt bringen und das Thema weiterziehen

3.12 Wenn der Interviewpartner kurze, klare Feststellungen machen soll

3.13 Damit der Interviewpartner offen über sich spricht

3.14 Die Person ganzheitlich beleuchten

3.15 Den Interviewpartner zu einer Prognose veranlassen

3.16 Den Interviewpartner zu einem Werturteil provozieren

3.17 Eine Antwort provozieren und den Interviewpartner in die Defensive drängen

3.18 Dem Interviewpartner Aussagen entlocken, die er eigentlich nicht machen will

3.19 Die gewünschte Antwortrichtung erreichen

4 Makroebenen der Interviewführung

4.1 Formale Steuerung

4.1.1 Eröffnen

4.1.2 Weiterleiten

4.2 Inhaltliche Steuerung

4.2.1 Den Redefluß des Befragten verstärken

4.2.2 Die Aussagen des Befragten konkretisieren, betonen und akzentuieren

4.2.3 Das Gespräch weiterführen, wenn der Befragte nebelig oder zu kompliziert antwortet

4.3 Interaktions-Steuerung

4.3.1 Den Interviewpartner mit dem Thema konfrontieren

4.3.2 Die Themenvertiefung

4.3.3 Dialogische Spannung erzeugen

4.3.4 Dialogstörungen beheben

4.4 Emotive Steuerung

4.4.1 Den Ablauf des Interviews sichern

4.4.2 Wertvolle Informationen über den Interviewpartner

4.4.3 Unsicherheit des Interviewpartners erkennen

4.4.4 Verschleierung erkennen

4.4.5 Anzeichen des Widerstands entdecken

5 Strategien der Gesprächsführung im Interview

5.1 Gesprächsleitung verdeutlichen

5.2 Eröffnung

5.2.1 In den Trichter hinein - oder aus ihm heraus

5.2.2 Das „Eis brechen"

5.3 Vier Steuermanöver im Verlauf

5.3.1 „Rückwärts fahren"

5.3.2 „Abbiegen auf eine Nebenstrecke"

5.3.3 „Geradeaus weiterfahren"

5.3.4 „Vollbremsung"

5.4 Motive herausarbeiten

5.5 Steuerschema „GOSSEY"

5.5.1 Goals? Obstacle? Solutions? Start?

5.5.2 Vorbereitung im Interviewverlauf

5.5.3 Evaluation? Why? - Beispiel für das „GOSSEY"-Schema

5.6 Aktiv zuhören

5.6.1 Beantwortet der Interviewpartner die Frage hinreichend?

5.6.2 Was hat die Antwort inhaltlich zu bieten?

5.6.3 Wie ist der Sinnzusammenhang der Antwort?

5.6.4 Der professionelle Zuhörer

5.7 Argumente prüfen

5.7.1 Sind die gelieferten Begründungen plausibel?

5.7.2 Prüfschema „Legitimiert der Zweck die Mittel?"

5.7.3 Wird redlich argumentiert?

5.7.4 Ist das Argument „richtig"?

5.7.5 Verstößt das Argument gegen Normen?

6 Gesprächsführung in Abhängigkeit von Gesprächspartner und Gesprächsziel

6.1 Ganz allgemein: Interviewpartner Mensch

6.2 Experten

6.3 Augenzeugen

6.4 „Hauptpersonen"

6.5 Publikum

6.6 Prominente

6.7 „Typ DDK": Dichter/Denker/Künstler

6.8 Politiker

6.9 „Helden"

6.10 „Menschen wie Du und ich"

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die komplexen formalen, inhaltlichen, interaktiven und emotiven Prozesse eines journalistischen Gesprächs zu systematisieren, um eine zielgerichtete Informationsbeschaffung für die Öffentlichkeit zu gewährleisten.

  • Analyse der verschiedenen Fragetechniken nach ihrem jeweiligen Nutzeffekt.
  • Darstellung der Makroebenen der Gesprächsführung und Steuermechanismen.
  • Erarbeitung von Strategien zur Gesprächsleitung und Argumentationsprüfung.
  • Analyse rollenspezifischer Interviewführung in Abhängigkeit vom Gesprächspartner.

Auszug aus dem Buch

3.1 Faktizierbare Informationen erhalten, die unabhängig von der befragten Person gültig sind

... kann man mit Sachverhaltsfragen. Solche Fragen, die mit den Pronomen „wer", „was", „wann", „wo" etc. beginnen, verlangen zutreffende, überprüfbare Antworten.

Da sie das Denken, Handeln und Meinen der befragten Person ausklammern, wirken sie im Interview langweilig. Damit die Anwort nicht trocken und abstrakt ausfällt, benötigt die Sachverhaltsfrage einen persönlichen Touch (Beispiel: „Seit wann eigentlich tragen Sie die Last des Amtsleiters der Berliner Behörde?") oder eine Unterstellung („Wie viele Mitarbeiter haben in Ihrer Behörde bereits den Dienst quittiert, seit Sie hier im Amt sind?").

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vielfalt journalistischer Interviewformen ein und skizziert die methodische Darstellung der komplexen Gesprächsprozesse.

2 Definition und Entstehung des journalistischen Interviews: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick und definiert das journalistische Interview als zielgerichteten, asymmetrischen Dialog.

3 Informationsbeschaffung im Gespräch (Mikroebene): Hier wird ein breites Repertoire an spezifischen Frageformen vorgestellt, die je nach Zielsetzung in der Gesprächssituation eingesetzt werden können.

4 Makroebenen der Interviewführung: Das Kapitel behandelt die übergeordnete Steuerung eines Interviews, unterteilt in formale, inhaltliche, interaktive und emotive Aspekte.

5 Strategien der Gesprächsführung im Interview: Dieser Teil fokussiert auf konkrete Strategien wie das GOSSEY-Schema und den professionellen Umgang mit Gesprächsverläufen.

6 Gesprächsführung in Abhängigkeit von Gesprächspartner und Gesprächsziel: Das abschließende Kapitel analysiert die notwendigen Anpassungen der Gesprächsstrategie an verschiedene Interviewpartnertypen, von Experten bis zum Publikum.

Schlüsselwörter

Journalistisches Interview, Gesprächsführung, Fragetechniken, Informationsbeschaffung, Interviewer, Kommunikation, Dialog, Sachverhaltsfragen, Interviewstrategie, GOSSEY-Schema, Gesprächspartner, journalistische Methodik, Gesprächsleitung, Suggestivfragen, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Gesprächsführung im journalistischen Umfeld und untersucht, wie Interviews professionell und zielgerichtet gestaltet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die verschiedenen Fragetechniken, die Steuerungsebenen des Gesprächs (formal, inhaltlich, interaktiv, emotiv), Strategien zur Gesprächsführung sowie die Anpassung an unterschiedliche Interviewpartner.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die komplexen Prozesse eines journalistischen Interviews so darzustellen, dass sie für die Informationsbeschaffung für die Öffentlichkeit effektiv genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse publizistischer Lehrbücher und Fachliteratur, um Fragetechniken und Steuerungsmethoden nach ihrem praktischen Nutzeffekt zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Mikroebene der Informationsbeschaffung (spezifische Fragen), die Makroebenen der Steuerung sowie verschiedene Strategien und Schemata zur aktiven Gestaltung des Gesprächsverlaufs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Journalistisches Interview, Fragetechniken, Gesprächsführung, Informationsbeschaffung und Interviewstrategie.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Sachverhalts- und Meinungsfragen wichtig?

Die Unterscheidung hilft dem Journalisten, entweder präzise, überprüfbare Fakten zu erhalten oder gezielt die Einschätzungen und Haltungen des Interviewpartners zu explorieren, was jeweils unterschiedliche Strategien erfordert.

Wie hilft das GOSSEY-Schema bei der Vorbereitung?

Es dient als systematisches Steuerungsinstrument, das von den Zielen über Hindernisse und Lösungen bis zum Ursprung des Themas strukturiert ist, um ein Interview auch bei schwierigen oder unvorbereiteten Gesprächspartnern in geordnete Bahnen zu lenken.

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Details

Title
Gesprächsführung im journalistischen Interview
College
University of Siegen  (Fachbereich Psychologie)
Course
Seminar Gesprächsführung
Author
Frank Rosenbauer (Author)
Publication Year
1997
Pages
22
Catalog Number
V1071
ISBN (eBook)
9783638106634
ISBN (Book)
9783638637060
Language
German
Tags
Gesprächsführung Interview Seminar Gesprächsführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Rosenbauer (Author), 1997, Gesprächsführung im journalistischen Interview, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1071
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