Anfänge von Stadt und Bistum Münster, Liudgers missionarisches Wirken


Hausarbeit, 2000

17 Seiten, Note: 3,0


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Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Anfänge der Siedlung Mimigerna- ford, die später zu der Stadt Münster wurde. Der Name Münster leitet sich ab von der Be- zeichnung monasterium , des Klosters, das der heilige Liudger wahrscheinlich 793 gründe- te. Es wird versucht, zentrale Streitigkeiten der Forschungen auf diesem Gebiet darzustel- len.

Die Quellenlage für diese Zeit in diesem Siedlungsgebiet ist äußerst schlecht, da bei einem Brand, der die Siedlung weitestgehend zerstörte und auf das Jahr 1121 datiert wird, das Archiv des Doms komplett vernichtet wurde. Darin liegt begründet, dass noch nicht einmal grundlegende Daten, wie zum Beispiel die Weihedaten der Bischöfe, erhalten sind.

Bei der Bearbeitung dieser Thematik sind also die archäologischen Befunde von ganz be- sonderer Bedeutung, wobei die archäologische Erschließung des Siedlungsgebietes zwar eben aufgrund der Wichtigkeit für die Geschichtsforschung einigermaßen gut entwickelt ist, jedoch durch die in der Gegenwart starke Nutzung der relevanten Flächen (es geht da- bei um den gesamten Domhügel, mit Dom, Kreuzgang, und auch angrenzenden Gebäuden) beschränkt ist. Die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs gaben erstmals die Möglichkeit, auch größere Flächen archäologisch zu untersuchen, und auch bei späteren Baumaßnah- men, wie etwa der Herstellung eines Fundaments für die neue Domorgel konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Auf der anderen Seite hat Münster das Glück, über den Gründungsbischof Liudger über eine Vielzahl von Viten zu verfügen, von denen besonders die ersten drei quellenwissen- schaftlich als äußerst glaubwürdig eingestuft werden, da sie bereits wenige Jahrzehnte nach dem Tod des Heiligen angefertigt wurden und sich noch auf Augenzeugen berufen konn- ten. Insgesamt bietet sich so eine Grundlage, die Rückschlüsse ermöglichen, auch im Ver- gleich mit anderen Bistümern, für die die Quellenlage besser ist. Trotzdem ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade auf diesem Gebiet der Forschung verschiedenste Auffas sungen und Interpretationen der Geschichte ergeben.

Vorkarolingische Siedlungen an der Aafurt

Das Gebiet an der Aafurt, auf dem die Stadt Münster gegründet wurde, war schon in der Frühzeit ein Siedlungsgebiet für die in dieser Region lebenden Menschen. Im Münsterland wurden zahlreiche Spuren der Steinzeit gefunden, die von Archäologen auf ein Alter bis zu 10 000 Jahren datiert wurden.1Freise bewertet diese Funde jedoch nicht als Beweise für einen der „herausragenden Siedlungsplätze der westfälischen Bucht“, aber plädiert dafür, diesen für die frühe Besiedlung zu den „Zentralorten des Kernmünsterlandes (zwischen den Baumbergen und der Ems) zu zählen.“2Die erste größere bekannte Siedlung entsteht im zweiten Jahrhundert im Zuge der rechtsrheinischen Besiedlung durch die Franken. Sie bestand aus ebenerdigen Bauten und kleinen Grubenhäusern, die dem Handwerk dienten. Jedoch bleibt diese Siedlung nicht lange bestehen, bereits um 300 wird sie verlassen, wie archäologische Funde beweisen.3Im Zuge der allgemeinen Verdünnung der Bevölkerung Westfalens, erste Anzeichen der beginnenden Völkerwanderung gegen Ende des 3. Jahr- hunderts n. Chr., leert sich das gesamte Münsterland, bis es seit dem späten 4. Jahrhundert weitgehend unbesiedelt war.4

Die letzte vorkarolingische Siedlung, der die von Karl dem Großen errichtete Siedlung di- rekt folgte, reichen zurück in das sechste Jahrhundert. Man fand auf dem Domplatz bei Ausgrabungen Häusergrundrisse, die in ihrer Form der großen sächsischen Siedlung bei Warendorf ähnelten, außerdem Spuren der Tätigkeit von Webern, Spinnern, Kammachern und Eisenverarbeitern.5Die Siedlung lag an einer schon damals bedeutenden Stelle, denn an der Aafurt überquerten zwei wichtige Straßen das kleine Flüsschen, nämlich die Han- delsstraße von Utrecht über die Aafurt zu den großen, nach Osteuropa führenden Hellwe- gen; und die Friesenstraße, die über Osnabrück und Bremen an die Nordsee führte, sowie in den Süden zum Rhein. Diese zentrale Lage ließ hier eine recht eindrucksvolle Siedlung entstehen. Die Bedeutung dieser Siedlung ist jedoch noch umstritten: Selle6reichen die Funde von Resten der Eisen- und Bronzeverarbeitung sowie die Importkeramik aus dem westlichen Rheingebiet, um von einer „besonderen Bedeutung“ des Ortes in der vorkaro- lingischen Zeit zu sprechen. Freise jedoch meint, die Bewertung der Siedlung sei erst nach einer Auswertung der heidnischen Gräberstätten, die bis jetzt nur unter den bereits ausge- grabenen frühchristlichen Gräbern im Bereich des heutigen Doms und Domplatzes vermu- tet werden, möglich. Erst wenn man diese Gräber zahlenmäßig erfasst habe, ließe sich eine „Diskussion über Größe und Rang der vorchristlichen Siedlung auf dem Aahügel sinnvoll führen“.7Prinz beschreibt die Siedlung in seinem Werk8recht detailliert, er unterteilt die Siedlung in unterschiedliche Gruppierungen von wenigen Höfen, die jedoch nicht direkt ein Zentrum auf dem Domhügel bildeten, sondern lockere Gruppierungen auf dem gesam- ten heutigen Stadtgebiet waren. Er hält die Bewertung der Siedlung als besonders bedeu- tend jedoch für falsch.

Zu den Sachsenkriegen 9

Im siebten Jahrhundert breiten sich die Sachsen, nachdem sie im bis dahin siedlungsleeren Münsterland Fuß gefasst hatten, weiter nach Süden aus, überqueren die Lippe und fallen in fränkische Gebiete ein. Sie unterjochen die beiden fränkischen Stämme der Brukturer und Hattuarier, und dringen im Westen bis an die Issel vor. Die Rückeroberungsversuche der Franken scheitern zunächst. In gleichen Zeitraum bekennen sich die Franken zum Christentum. Damit entsteht ein weiterer Konfrontationsgrund, der in den folgenden Jahrhunderten dazu führt, dass es zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen kommt.

Karl Matell und Pippin, die beiden fränkischen Könige, versuchen das verlorene Gebiet wieder zu erobern. Mit der Unterwerfung der Westfalen 738 und der Taufe zahlreicher Heiden durch Bonifatius scheinen sogar Erfolge erzielt zu werden, sie sind jedoch nie von langer Dauer. Immer wieder kommt es zu Aufständen und kriegerischen Aktivitäten, die sich meist als Vergeltungsschläge präsentieren.

Beim Amtsantritt Karls des Großen 768 legt er bereits fest, gegen die Sachsen mit aller nö- tigen Härte vorzugehen. Schon vier Jahre später zieht Karl das erste Mal gegen die Sach- sen in den Krieg. Um die Überlegenheit des christlichen Gottes zu demonstrieren, wird das wichtigste Heiligtum der Engern, die „Irminsul“, ein Säulenheiligtum, zerstört. Der Gegen- schlag kommt 773: Die Sachsen greifen Fritzlar an und zerstören das dortige Kloster, es kommt zu einer Verwüstung der hessischen Grenzgebiete. 776 unterwerfen sich die Sach- sen nach zahlreichen kriegerischen Aktivitäten und lassen sich taufen. Karl erbaut in der Nähe des späteren Paderborn die Karlsburg als Zeichen seines Triumphes, in der 777 der erste Reichstag auf sächsischem Boden stattfindet, auf dem bereits die erste Einteilung Sachsens in Missionssprengel vorgenommen wird.10Allerdings ist dieser Friedensschluss nicht endgültig, sondern das Lager der sächsischen Fürsten bleibt geteilt, nur ein Teil hatte dem König gehuldigt.11782 sah Karl sich genötigt, mit dem Capitulatio de partibus Saxo- niae das bestehende Sachsenrecht zu verändern, es wurden Strafen für heidnische Kulte sowie die Zwangstaufe eingeführt.

Der westfälische Adelige Widukind flüchtet inzwischen nach Dänemark, um von dort aus während der Abwesenheit Karls einen sächsischen Volksaufstand anzuzetteln. Die Franken schlagen ihn nieder, Widukind und sein Gefolge flüchtet nach Norden bis an die Elbe, wird von Karl verfolgt und zur Aufgabe überredet. Nach Zusicherung von Straffreiheit willigt er schließlich ein und lässt sich 785 in Attigny taufen. „Mit der Bekehrung Widukinds galt nunmehr Sachsen als gänzlich unterworfen.“12

Gleichwohl kann man nicht davon aus gehen, dass mit diesem Datum die sächsische Bevölkerung auf das Christentum eingeschworen war, die Christianisierung zog sich über Jahrzehnte bis Jahrhunderte hin. Allein die Adeligen des alten Sachsenreiches konnten sich dank ihrer wesentlich gestärkten Position in der neuen Reichsordnung mit der neuen Religion leichter abfinden. Die Bevölkerung hingegen konnte nur schwerlich von ihren heidnischen Bräuchen lassen13, was beispielweise Gräberfunde beweisen, die zwar bereits in christlicher Ost-Westrichtung angeordnet waren, jedoch immer noch nach heidnischem Brauchtum mit Beigaben bestückt waren; so auch in Münster.14

Da ja bereits seit 777 eine Einteilung in Missionsgebiete vorgenommen war, hatte auch die Mission bereits begonnen, jedoch erlitt diese immer wieder Rückschläge. In das Münster- land war der Abt Bernrad gesendet worden. Seine Person ist in der Geschichtsforschung umstritten, weder ob er überhaupt im Münsterland missioniert hat noch wer er genau war steht fest. Das wird uns im weitern noch beschäftigen. Fest steht jedoch, dass sein Nach- folger Liudger die Missionsarbeit im Münsterland vorantrieb, und in Mimigernaford ein Monasterium errichtete.

Liudgers Wirken in Mimigernaford

Zur Quellengrundlage des Lebens Liudgers

Das Leben Liudgers ist eine der wenigen Zeugnisse aus der Frühzeit Münsters, deren Quellenlage akzeptabel ist.15Grundlage für zahlreiche Forschungen ist die Vita Liudgeri des Altfried, dritten Bischofs in Münster und zugleich Abt in Werden. Er verfasste die Liudgervita „kaum ein Menschenalter nach Liudgers Tod“16. Hauck datiert dieses Ereignis etwas genauer auf das vierte Jahrzehnt nach Liudgers Tod.17

Man geht heute davon aus, dass Liudger und Altfried verwandt waren.18Karl Schmidt ar- gumentiert diesbezüglich, dass die Vita I zum einen der Familiengeschichte einen so brei- ten Raum lässt, zum anderen in ihrem Tonfall jedoch „in gemessener Distanz zu seinem Titelhelden und Vorgänger“19bleibt. Grade aus dieser Kombination leitet er einen Ver- wandtschaftsgrad ab. Schmidt unterstellt außerdem Absicht, dass Altfried seine Verwandt- schaft zu Liudger verschweigt. Daraus resultiert jedoch, dass wir kein direktes Quellen- zeugnis über die Verwandtschaft Altfrieds und Liudgers besitzen. Jedoch hat bereits Die- kamp in der Edition der Altfriedvita hierfür Indizien zusammengestellt.20Auch Alois Schröer argumentiert in diese Richtung.21Diese erste Vita Liudgers bildete zugleich die Grundlage für viele neue Redaktionen des Lebens Liudgers: Die zweite, entstanden wahr- scheinlich in den 50er Jahren des neunten Jahrhunderts, jedoch vor 864, wurde von einem Friesen verfasst, der wohl Mönch in Werden war. Deutlich wird das vor allem an der stär- keren Gewichtung der Gründung des Klosters Werden in der Vita.22Der Beginn der Le- gendenbildung ist hier auch schon deutlicher zu erkennen, während bei Altfried die nüch- terne Sprache im Vordergrund stand.

Kurz nach 864 entstand dann bereits die dritte Liudgervita, ebenfalls in Werden. Teilweise werden Vita I und II wörtlich wiedergegeben, jedoch liegt der Schwerpunkt der Vita III stärker auf theologischen Aspekten.23

Die Vita rhythmica, über 300 Jahre nach Liudgers tot ebenfalls in Werden verfasst, ist in Punkto Glaubwürdigkeit sehr umstritten, der Autor gibt als Quelle unter anderem ein heute vollständig als Fälschung entlarvte Urkunde Karls des Großen an Zudem verlässt er sich auf die mündliche Überlieferung, die dreihundert Jahre später allerdings schon recht ver- färbt sein dürfte.

Das Cartularium Werthinense hingegen, dass er auch als Quelle angibt, ist allerdings auch heute noch eine wichtige Quelle für die Forschung, allerdings allein im Bezug auf das Kloster Werden, da sie nur Urkunden, die das Klosters Werden betreffen, enthält.24

Die Vorraussetzungen bei Liudgers Ankunft: Die Diskussion um Abt Beorn- rad

Die Frage nach dem Vorgänger Liudgers in der Sachsenmission, der Abt Beornrad, ist bis in die Gegenwart heiß diskutiert. Die Diskussion, ob er mit dem Abt von Sens oder dem Abt von Echternach übereinstimmt, geht inzwischen eher zugunsten des Abtes von Sens aus. Wichtiger ist die Frage, inwieweit sein Wirken im Münsterland sich überhaupt ausge- wirkt hat. Kohl widerlegte 198725die Überlegungen, das Patrozinium des heiligen Apos- tels Paulus als Beweis für die Gründung des monasteriums durch Beornrad zu sehen, wie Prinz26sie 1941 anstellt: Liudger selbst war ein überzeugter Anhänger des heiligen Paulus, es ist überliefert, dass er auf all seinen Reisen „die Briefe des Apostels Paulus in einer an- gelsächsischen Handschrift mit sich“27trägt, und auch spätere Kirchengründungen, die Li- udger zugeschrieben werden, erhalten dieses Patrozinium. Ebenso findet die Tatsache, dass die Liudgervita keine Hinweise auf die Durchführung einer Erwachsenentaufe durch Liud- ger enthält, wie z. B. von Börsting und Schröer28formuliert wurde, keine Beweiskraft für ein missionarisches Wirken von Beornrad, da ja bereits durch die Capitulatio de partibus Saxoniae (s. o.) Karls des Großen eine zwingende Taufe für Jeden bereits 782 festge schrieben wurde. Kohl stellt außerdem fest, dass es für den Aufenthalt Beornrads im

Münsterland und für seine missionarische Tätigkeit keine Quellengrundlage gäbe.29Eckhard Freise jedoch glaubt einen Beweis für die Tätigkeit des Abtes Beornrad gefunden zu haben: „In einem Brief Alkuins an einen ihm verwandten Bischof in Sachsen, der zugleich auch Abt war, wird der Adressat aufgefordert, mitzuteilen, wie die Sachsen seine Predigt aufnähmen, ob es Chancen für eine Wenden- und Dänenmission gäbe, wie der König gegen die Awaren vorgehen wolle, überdies bittet er den Absender darum, alle Mitstreiter bei der Glaubensverkündigung zu grüßen, insbesondere aber Bischof Willehad von Bremen (den gemeinsamen Verwandten Alkuins und Beornrads)“30

In jedem Fall kann man jedoch davon ausgehen, dass die Christianisierung der heidnischen, sächsischen Bevölkerung für Liudger noch ein großes Betätigungsfeld übrig ließ, da dieser Prozess sicherlich länger dauerte als wenige Sekunden der Zwangstaufe durch Karl den Großen. Bei Ausgrabungen kamen Gräber zutage, die eben diesen Zwiespalt zwischen heidnischer und christlicher Kultur verdeutlichen: Man fand Gräber, die in OstWestrichtung, also bereits christlich, angeordnet waren, jedoch noch mit zahlreichen heidnischen Beigaben versehen waren.31Es ist legitim, anzunehmen, dass die eigentliche Arbeit der Christianisierung noch vor dem „Apostel“ Liudger lag.

Das älteste Zeugnis christlicher Kultur in Mimigernaford stellt ein kleines, aus Bronze ge- gossenes Kreuz da, dass unter der Wallaufschüttung gefunden wurde und somit vor die Er- richtung des Walls datiert werden muss, der aber bereits um 800 errichtet wurde. Das Kreuz muss also älter sein und könnte so aus der Zeit Liudgers stammen. Als ein weiteres Zeugnis des Zusammenpralls zweier Kulturen wird das „große Opfer“ angesehen; ein Grab, dass, ebenfalls in Ost-Westrichtung angeordnet, einen Hund und ein Pferd gemein- sam bestattet und damit an die heidnische Vorstellung der wilden Jagd des Totenheeres mit Hund und Pferd angelehnt ist.32

Eine weitere interessante Entdeckung wurde im Zuge der Ausgrabungen auf dem Domher- renfriedhof 1987 gemacht, bei der eine Kapelle und Gräber zutage kamen, die Manfred Schneider sich als zur Zeiten Liudgers Ankunft bereits bestehend vorstellen kann. Dies wä- re ein weiterer Beweis für eine Missionstätigkeit einer anderen Person vor Liudger in Mi- migernaford. Schneider spricht von einem Friedhof, der in seiner Beschaffenheit den anderen Befunden aus der frühen Missionierungsphase entspricht.33

Diese Archäologischen Funde stehen stellvertretend für die Situation, mit der wir bei An- kunft Liudgers in Mimigernaford rechnen müssen. Auf Grund der dürftigen Quellenlage des Bistums Münster für seine Frühzeit (die meisten Schriftquellen wurden beim großen Feuer in der Domburg 1121 zerstört) müssen wir uns hier zu weiten Teilen auf die Archäo- logie verlassen, die jedoch bei zahlreichen Ausgrabungen durchaus gute Ergebnisse erzie- len konnte.

Liudgers Ankunft in Münster

Kommen wir noch einmal auf die Ausgangssituation zurück, wie der heilige Liudger sie wahrscheinlich vorgefunden hat: Es darf aufgrund archäologischer Befunde als gesichert betrachtet werden, dass die sächsische Siedlung, die an der Aafurt bestand, sich aus gro- ßen, ebenerdigen Wohnbauten gepaart mit Häusern zur handwerklichen Tätigkeit, wie Weben, Kammmachern, Eisenschmelzen und sogar Bronzeschmelzen zusammensetzte.34Dies zeugt von einer recht zentralen Stellung dieser Siedlung. Ebenfalls gesichert ist je- doch, dass diese Siedlung während der Sachsenkriege durch Feuer zerstört wurde. Da je- doch für die Wahl einer zukünftigen Bischofsstadt laut der Quelle „Translatio sancti Libo- rii“ (verfasst von einem nicht genannten Paderborner Kleriker) vor allem eine zentrale La- ge und größere Bevölkerung am Ort wichtig war, man darf also davon ausgehen, dass beim Eintreffen Liudgers in Mimigernaford sich wieder eine größere Siedlung gebildet hatte.35Die Datierung der Ankunft Liudgers in Mimigernaford ist in jüngerer Zeit einen Schritt weiter gekommen: Lange Zeit ging man von der durch Schröer dargelegten Theorie aus, Liudger sei bereits 792 nach Münster gekommen. Schröers Argumentation beruhte auf der Darstellung aus der Vita II, in der Schwierigkeiten geschildert wurden, einen Nachfolger für Beornrad zu finden. Während der gleichen Zeit wurde jedoch laut der Vita II der Bi- schofssitz in Trier frei, König Karl trug dieses Bischofsamt Liudger an. Dieser lehnte je- doch ab, und bot sich gleichzeitig als Missionar für das Sachsenland an, für das er sich ge eigneter hielt. Da der ungefähre Zeitraum, in dem Liudger nach Mimigernaford kam, be- reits abggesteckt war, kam nur die Vakanz nach dem Tode des Bischofs Weomad (791) in Frage.36Da Karl jedoch erwiesenermaßen bereits im selben Jahr oder ein Jahr später einen neuen Bischof für Trier einsetzte (Abt Richbod), sollte die Ernennung Liudgers als Missionar im Münsterland laut Schröer spätestens 792 erfolgt sein.37

Neuerdings errechnete Eckhard Freise das Datum der Ankunft Liudgers in Münster auf folgende Weise: Er verlässt sich auf einen Einschub in der dritten Redaktion der Altfriedvita Liudgers: Dort heißt es nämlich, dass Liudger nach der Missionsarbeit in Brabant und Friesland als dritte Aufgabe das Bischofsamt der Kirche von Mimigernaford übertragen bekommen, in dieser Kirche sei er jedoch fast 12 Jahre ohne Bischofsweihe geblieben. Freise rechnet nun also vom Datum der Bischofsweihe (805) 12 Jahre zurück und kommt auf das Jahr 793, und zwar im Frühjahr.38

Wer von beiden nun recht behält, ist sicherlich auf der Grundlage allein dieser beiden Fest- stellungen nicht zu treffen. Beide Argumentationen weisen Schwachstellen auf, sowohl die Angabe der 12 Jahre ist fraglich, wie auch die genaue Datierung der Bischofsweihe, aber auch die Argumentation über die Bischofsweihe des Trierer Bischof ist gefährlich, da es keinen Beweis dafür gibt, das Liudger wirklich sofort danach das Amt des Missionars ü- bernahm.

Die Gründung des Klosters

Drei Aufgaben gibt Alois Schröer als zentrale Tätigkeit Liudgers in Mimigernaford an: Die Grundlage einer Bistumsorganisation erfordere eine Hauptkirche als Bischofssitz, eine An- stalt zur Heranbildung geistlicher Kräfte, sowie ein Pfarrsystem, dass die Teilnahme am Gottesdienst für alle neu Bekehrten des Bistums möglich machte.39Besonders der letzte Teil ist sehr umstritten, ob man wirklich Liudger die Errichtung eines ausgedehnten Pfarr- systems zuschreiben kann, ist äußerst fraglich, allein wenn man an damalige Organisation von Kirchengründungen bedenkt.40

Fest steht jedoch, dass Liudger ein Kloster in Münster schon bald nach der Ankunft grün- dete, denn so steht es in der Vita I: Cuius parrochiae sedes est principalis in pago Sudher- goe in loco, cuius vocabulum Mimigerneford, ubi Domino ipse honestum construxit mo- nasterium sub regula canonica famulantium41 Altfried beschreibt also, dass Liudger in Mimigernaford dem Herrn ein ansehnliches Kloster für Diener Gottes nach der Kanoniker- regel errichtete.42Weiter heißt es in Kapitel 23 der Vita: „So mühte er sich in der gewohn- ten Weise mit allem Eifer und großer Sorgfalt, dem rohen Sachsenvolk mit der Heilsbot- schaft zu dienen. Er rottete das Dorngestrüpp des Götzendienstes aus und säte allerorten in eifriger Hirtensorge das Wort Gottes. Er errichtete Kirchen und bestellte für sie Priester, die er selbst sich zu würdigen Mitarbeitern in der Verkündigung des Gotteswortes heran- gebildet hatte.“43Die Vita bleibt also sehr allgemein und gehrt kaum darüber hinaus, was man sowieso als Aufgaben eines Missionars erwartet hätte (s. o. Schröer). Da sich die Schriftquellen hier also erschöpfen, sind wir auf die Archäologie angewiesen.

Die Befestigungsanlage um das Monasterium

Geht man davon aus, das Liudger ein Kloster errichtet hat, dann stellt sich die Frage, in wie weit dieses befestigt war oder nicht. Prinz stellt heraus44, dass auf der Aachener Reich- synode 816 festgesetzt wurde, dass alle Klöster ab diesem Zeitpunkt nach der Regel des Bischofs Chrodegang von Metz leben sollte, die aber nun für jedes Kloster eine feste Um- wehrung vorschreibt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss also das Kloster in Mimigerna- ford zumindest mit einem einfachen Wall umwehrt gewesen sein. Geht man jedoch davon aus, dass die neue Siedlung in Mimigernaford eine militärischen Gründung ist, die im Zuge der Sachsenkriege entstand, z. B. als Befestigungsanlage, (Prinz schlägt das hypothetisch vor45) kann man auch davon ausgehen, dass die Befestigung bereits früher bestand. Be- zweifeln tut dies allerdings Rudolf Schieffer, er betrachtet es generell nicht als Beweis für eine Leben in den Klöstern nach einer Kanonikerregel, wenn der König ein Gesetz dieser Art verabschiedet, „ihre jeweilige örtliche Rezeption“ müsse dennoch erst nachgewiesen werden.46Laut Schieffer ist also auch dieser Analogieschluss in Münster unrechtmäßig. Kohl geht sogar noch einen Schritt weiter und zweifelt an, dass mit dem Satz aus der Liud- gervita überhaupt eine kanonische Regel gemeint sei, sondern dass es sich um einen Schreibfehler handele: Anstatt canonica habe es canonice heißen müssen. Er argumentiert aus der Vita Liudgeri, dass der heilige Liudger sich nach dem Besuch des Klosters in Mon- tecassino wohl eher der Benediktsregel bedient habe. Dieses Problem ist also durchaus noch sehr offen.

Die Archäologie konnte ebenfalls auf die Frage nach der Datierung keine eindeutige Ant- wort machen, Winkelmann bezeichnet sie in als der „Gründersituation“47angehörig. Die Art der Befestigung ist bei archäologischen Untersuchungen recht gut rekonstruiert wor- den.48

Der Kirchenbau auf dem Domhügel

Immer noch offen ist hingegen die Frage, wann welche Kirche zu welchem Zweck auf dem Domhügel gestanden hat. Gesichert ist, dass es ein Monasterium auf dem Domhügel gege- ben hat (s. o.), und sicher ist eigentlich auch, dass es zusätzlich spätestens seit der Bi- schofsweihe 805 eine Kirche gegeben haben muss, die Kathedralfunktion übernahm. Wahrscheinlicher ist, dass es so eine Kirche bereits vor 805 gegeben hat, da bereits die Aufgabe als Hauptsitz des Missionssprengel eine repräsentative Kirche verlangte.

Schon vor dem Krieg begann man in Münster, die Archäologie zur Aufklärung der Frühge- schichte der Stadt heranzuziehen,49Theodor Wischebrink muss hier als Wissenschaftler genannt werden. Allerdings sind seine Ergebnisse meist noch recht fragmentarisch. Eine große Chance bot sich der Wissenschaft hingegen nach Ende des zweiten Weltkrieges. Viele ehemals bebaute Flächen auf dem Domhof waren nun leerstehend und konnten so gut für die Archäologischen Untersuchungen genutzt werden. Wilhelm Winkelmann hat dabei unter anderem gezielt nach den ersten Kirchen aus der Zeit Liudgers gesucht.

Relativ gut konnte er an die Arbeiten Wischebrinks anschließen. Dieser hatte eine 0,9 m breite Mauer in der Nordostecke des heutigen Kreuzgangs gefunden,50die Winkelmann weiter verfolgen konnte und letztlich als zur dritten Bauphase des liudgerianischen Klos- ters zugehörig befand. Insgesamt konnte Winkelmann also drei Bauphasen ausmachen, die er alle als zugehörig zu einem Kloster deutete. Für uns besonders interessant sind die Er- kenntnisse, die er für das erste Kloster gewonnen hat: Er datiert die Funde zunächst ins neunte Jahrhundert, man darf also davon ausgehen, dass das ausgegrabene Kloster das des heiligen Liudger ist.51Das Ende dieses Klosters schreibt er einem Brand im späten zehnten Jahrhundert zu. Festgestellt hat Winkelmann auch die Ähnlichkeiten des Grundrisses des ersten liudgerianischen Klosters zum St. Galler Klosterplan.52Was man jedoch noch nicht gefunden hatte, war die dazugehörige Klosterkirche, die jedoch nach Funden von Wi- schebrink auf dem Domherrenfriedhof vermutet wurde.

Dieser Frage wollte man also weiter nachgehen und führte daher Ausgrabungen auf dem Domherrenfriedhof durch. Tatsächlich wurde auch ein Fundament einer Kirche aus dem frühen neunten Jahrhundert ausgegraben, jedoch fielen zwei Dinge auf: Zum einen war die Kirche sehr klein, der ursprüngliche Bau war eine schlichte Saalkirche mit halbrunder Ap- sis von 22,5m Länge und 7,7 m Breite. Die zweite Bauphase bestand lediglich in einer Er- setzung der Apsis durch einen Rechteckchor, der die Länge auf 30 m erweiterte.53

Die zweite Auffälligkeit bei der archäologischen Untersuchung war, dass eben diese Kir- che einen Friedhof zum Teil überdeckte, der folglich aus einer früheren Zeit stammte. Da- mit liegt die Vermutung nahe, dass eine frühere Kirche als die Ausgegrabene existiert ha- ben muss.54Diesen Befund formulieren ebenso Schneider in seinem Grabungsbericht,55und auch Freise56stimmt der Auswertung dieser Befunde in der Art und Weise zu. Hier- über herrscht also weitestgehend Einigkeit. Folgende Interpretation der Grabungsbefunde wird angestellt: Da laut Schneider57und Isenberg58die gefundene Saalkirche niemals Ka- thedralfunktion übernommen haben kann, kann er auch nicht 805 als Kathedrale gebaut worden sein. Die Errichtung zu ungefähr diesem Zeitpunkt gilt jedoch als gesichert, da in den von diesem Bau überdeckten Gräbern als Beigaben Münzen gefunden werden konn- ten59, die auf die Datierung deutlich nach 80060schließen lassen. Die These lautet nun, dass unter dem heutigen Dom die erste Kirche Liudgers stand, die dem Kloster zugeordnet war und dem Mönchskonvent diente. Spätestens mit der Gründung des Bischofssitzes aber wurde eine Kathedralkirche nötig, und Schneider und Isenberg vermuten nun, dass die e- hemalige Klosterkirche zur Kathedrale umfunktioniert oder sogar umgebaut wurde. Da dieser Bau unter dem Dom vermutet wird, liegen bis jetzt noch keine Beweise für diese Theorie vor. Dennoch erscheint diese Argumentation recht plausibel. Wilhelm Kohl fügt als Argument Charaktereigenschaften des Heiligen Liudger an, die dafür sprechen, das Mönchskonvent unangetastet zu lassen und nicht in ein Kathedralkapitel umzuwandeln: Liudgers Liebe zur Mission und zum Klosterleben, deutlich werdend zum Beispiel an sei- ner Klostergründung in Werden, die ihm so wichtig war, dass er sie zunächst vollenden wollte, bevor er Bischof werden konnte, und außerdem seine Verfügung, nicht in Mimi- gernaford, sondern in Werden bestattet zu werden, sprechen für seine monastische Hal- tung. Legendenhaft wird auch erzählt, Liudger trage unter seiner Kleidung stets ein Mönchsgewand. In dieses Bild würde es nur zu gut passen, dass Liudger den Kirchenbau ebenso vollzieht, wie es von den Archäologen vermutet wird.

Ergänzt wird diese durch den Kombination mit schriftlichen Quellen: Am Ende des 10 Jahrhunderts soll Bischof Dodo den alten Konvent, der in der beschriebenen Kirche diente, an die Kathedrale verlegt haben, die Kirche verlor ihre Bedeutung. Fast ein Jahrhundert später soll Bischof Burchard dann die Stiftskirche wieder aktiviert haben, in dem er ein neues Stift gründete. Dieser Vorgang ist archäologisch ebenfalls festgehalten worden61in der Erweiterung der Kirche im 12. Jahrhundert, die bereits an eine Neugründung erinnerte, da zwar altes Baumaterial bestehen ließ, aber architektonisch sich voll an die damalige Zeit anpasste. Damit wäre dann bewiesen, dass es sich bei dieser Kirche um die seit dem 12. Jahrhundert so bezeichnete Stiftskirche „vetus ecclesia sancti Pauli“ und eben nicht die ers- te Kathedrale Münsters.

Ergebnis

Wie man sieht, ist die Geschichtsforschung für die Anfänge Münsters bereits recht gut fortgeschritten, wenn man die dürftige Quellenlage bedenkt. Dennoch sind auch noch viele Fragen offen: Am meisten brennt sicherlich die Frage nach dem ersten Vorgängerbau des Doms, von Liudger errichtet, unter den Nägeln. Diese kann jedoch wohl erst durch intensive Grabungen unter dem Dom beantwortet werden, wenn überhaupt eine Rekonstruktion einwandfrei möglich ist, da die Störungen unter dem Dom bestimmt beträchtlich sind, die zum Beispiel durch die mehrmaligen Umbauten entstanden sind.

In meiner Hausarbeit keine nähere Erwähnung finden konnte die Frage nach der Besiedlung des Domburgareals in karolingischer Zeit. Dies könnte allein ein eigenes Thema für eine Hausarbeit sein, jedoch sei hier noch kurz erwähnt: Man geht davon aus, dass der Domplatz zu keiner Zeit so leer war, wie er heute ist. Archäologisch erwiesen sind bereits aus der Frühzeit Besiedlungen am Rande des Walls, die auch von Handwerklicher Tätigkeit zeugen. Wie es jedoch mit dem Handel aussieht, vor allem wie sich die Siedlung vor der Domburgfestung entwickelte, aus der später die bürgerliche Stadt entstand, das kann im Rahmen dieser Hausarbeit nicht mehr besprochen werden.

Bibliografie

(Die unterstrichenen Teile geben an, wie die Werke in der Hausarbeit zitiert wurden)

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7. Manfred Schneider , Zur Entwicklung der Kirchenbauten im Dombereich Münster, in: Reimund Haas, Ecclesia Monasteriensis. Beiträge zur Kirchengeschichte und religiösen Volkskunde Westfalens, Festschrift für Alois Schröer zum 85. Geburtstag, Münster 1992 S. 45-58

8. Manfred Schneider , Der St. Paulus-Dom in Münster. Vorbericht zu den Grabungen im Johannes- chor und auf dem Domherrenfriedhof („Alter Dom“), in: Ausgrabungen und Funde in Westfalen- Lippe 6, 1991, Teil B, S. 33-78

9. Otto-Ehrenfried Selle , unter Mitarbeit von Wilhelm Winkelmann, Mimigernaford-Monasterium. Sachsenort - Domburg - Bischofsstadt (Geschichte Original - am Beispiel der Stadt Münster 13), Münster 1984

10. Wilhelm Winkelmann , Ausgrabungen auf dem Domhof in Münster, in: ders., Beiträge zur Frühge- schichte Westfalens. Gesammelte Aufsätze (Veröffentlichungen der Altertumskommission im Pro- vinzialinstitut für westfälische Landes- und Volksforschung, Landschaftsverband Westfalen Lippe, Bd. 8), Münster 1984

Quelleneditionen

1. Liudger in seiner Zeit. Altfried über Liudger. Liudgers Erinnerungen. Übertr. und hg. von Basilius Senger, Münster 61993

2. Die Vita sancti Liudgeri, hg. von Wilhelm Diekamp (Die Geschichtsquellen des Bistums Münster

4), Münster 1881

3. Vita Secunda sancti Liudgeri. Vollständige Faksimileausgabe im Originalformat der Handschrift Ms. Theol. Lat. Fol. 323 der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, hg. Von Eckhard Freise , Graz/Bielefeld 1993

[...]


1Für die genaue Auflistung der Funde vgl. Eckhard Freise, Mimigernaford, S. 6.

2Ebd. S. 6.

3Vgl. Wilhelm Winkelmann, Ausgrabungen auf dem Domhof, S. 74

4vgl. Otto-Ehernfried Selle, Mimigernaford-Monasterium. S. 3, genauere Angaben und Hintergründe finden sich bei Walter Finke, Frühmittelalterliche Siedlungen, S. 34

5vgl. Wilhelm Kohl, Domstift zu Münster, S. 117 Rudolph Schieffer stellt das in seinem Aufsatz zwar in Anlehnung an Josef Prinz in Frage, die von Wilhelm Winkelmann dokumentierten Aufzeichnungen der Ausgrabungen lassen jedoch diesen Schluss durchaus zu.

6wie Anm. 4, S. 3.

7Freise, Mimigernaford, S.11.

8Josef Prinz, Mimigernaford-Münster S. 101 ff.

9Die hier dargestellten Zusammenhänge sind nur eine grobe Übersicht und beschränken sich auf die wichtigsten Entwicklungen, die dann auch Auswirkungen auf die Situation in Münster haben. Umfangreich beschrieben findet man die Eingliederung der Sachsen in das Fränkische Reich bei Eckhardt Freise, Frühmittelalter, kürzer zusammengefasst in: Wilhelm Kohl, Kleine Westfälischen Geschichte. Zusätzlich zu diesen Werken wurden zur Verfassung des Textes herangezogen: Arnold Angenendt, Frühmittelalter, sowie Wilhelm Winkelmann, Frühgeschichte des Münsterlandes.

10vgl. Otto-Eherenfried Selle, Mimigernaford-Monasterium, Zeittafel.

11Eckhard Freise, Frühmittelalter, S. 298.

12Eckhard Freise, Frühmittelalter, S. 300.

13Wilhelm Kohl, Kleine westfälische Geschichte, S. 30

14vgl. Manfred Schneider, St. Paulus-Dom, S. 56.

15Schröer meint sogar, keines der sächsischen Bistümer habe über seinen Gründerbischof eine so eingehende Kenntnis wie Münster. (Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 85).

16Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 85.

17Karl Hauck, Geschichtliche Werke, S. 356

18Erste Indizien in der Vita I.: In der Einleitung betont Altfried, die Vita auf Drängen „eurer Liebe“ verfasst zu haben, und nennt auch seine Quellen, auf die er sich beruft, die aus der direkten Verwandtschaft Liudgers stammen: Sein Bruder Hildgrim, sein Neffe Gerfried, seine Schwester Heriburg. Er betont, dass sie ihn alle zu Lebzeiten gekannt haben. (Auf der Grundlage der Übersetzung von Basilius Senger, Liudger in seiner Zeit).

19Karl Schmidt, „Die Liudgeriden“ S. 75.

20Die Vita sancti Liudgeri, hg. Von Wilhelm Diekamp, Einleitung S. XV f.

21vgl. Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 85 Anm. 4.

22vgl. Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 88.

23vgl. Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 89.

24vgl. Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 90.

25Wilhelm Kohl, Domstift zu Münster, S. 114 ff, 119 f.

26Joseph Prinz, Parochia, S. 70 ff.

27Wilhelm Kohl, Domstift zu Münster, S. 115.

28Siehe bei Wilhelm Kohl, Domstift zu Münster, S. 121.

29Wilhelm Kohl, Domstift zu Münster, S. 121.

30Eckhard Freise, Mimigernaford, S. 26 f.

31vgl. Manfred Schneider, Entwicklungen der Kirchenbauten, S. 48.

32Wilhelm Winkelmann, Ausgrabungen auf dem Domhof, S. 81.

33Manfred Schneider, St Paulus Dom, S. 71.

34ebd. S. 76.

35Eckhard Freise, Monasterium, S. 27.

36Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 116 f.

37Ebd. S. 117f.

38Eckhard Freise, Monasterium, S. 4.

39Alois Schröer, Chronologische Untersuchungen, S. 120.

40Kirchengründungen wurden allein von wohlhabenden, meist Adeligen in Form von Schenkungen durchgeführt, man sprach von sog. Eigenkirchen. Ein durchdachtes Pfarrsystem konnte also nicht entstehen, da man von der Spendenbereitschaft abhängig war. Liudger hätte bestenfalls auf die Adeligen einwirken können und sie so zur Stiftung einer Kirche überreden. In wie weit das geschehen ist, ist jedoch spekulativ.

41Aus: Wilhelm Diekamp, Die Vitae sancti Liudgeri, in: Die Geschichtsquellen des Bisthums Münster Bd. 4, Münster 1881.

42Übersetzung nach Basilius Senger, Liudger in seiner Zeit, S. 37

43Ebd. S. 37

44Joseph Prinz, Mimigernaford - Münster. S. 107 .

45ebd., S. 106.

46Rudolf Schieffer, Frühgeschichte, S. 18.

47Wilhelm Winkelmann, Ausgrabungen auf dem Domhof, S. 79.

48Wilhelm Winkelmann, Ausgrabungen auf dem Domhof, S. 78 f.

49vgl. Gabriele Isenberg, Stadtarchäologie, S. 423.

50Wilhelm Winkelmann, Ausgrabungen, S. 83.

51Wilhelm Winkelmann, Ausgrabungen auf dem Domhof, S. 84.

52ebd. S. 85.

53Manfred Schneider, Entwicklung der Kirchenbauten S. 47f.

54Gabriele Isenberg, Stadtarchäologie, S. 428.

55Manfred Schneider, St. Paulus-Dom, S. 71

56Eckhard Freise, Mimigernaford - Münster, S. 29 f.

57Manfred Schneider, Entwicklung der Kirchenbauten, S. 49.

58Gabriele Isenberg, Stadtarchäologie, S. 428.

59Manfred Schneider, St. Paulus-Dom, S. 56.

60Manfred Schneider, St. Paulus-Dom, S. 71.

61Manfred Schneider, St. Paulus-Dom S. 74

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Anfänge von Stadt und Bistum Münster, Liudgers missionarisches Wirken
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Proseminar Mittelalterliche Geschichte
Note
3,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V107121
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anfänge, Stadt, Bistum, Münster, Liudgers, Wirken, Proseminar, Mittelalterliche, Geschichte
Arbeit zitieren
Matthias Becker (Autor), 2000, Anfänge von Stadt und Bistum Münster, Liudgers missionarisches Wirken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107121

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