Der Germanenorden - eine völkische Geheimgesellschaft


Hausarbeit, 2002

19 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ideologische Wegbereiter - die Ariosophen
2.1 Guido von List
2.2 Lanz von Liebenfels

3. Organisatorische Entwicklung
3.1 Die Wurzeln des Ordens - Theodor Fritsch und die "Hammer-Gemeinden"
3.2 Der Orden von der Gründung 1912 bis zur Spaltung 1916
3.3 Der "loyale Orden" und die Organisation "Consul"
3.4 Der "Germanenorden Walvater" und die "Thule-Gesellschaft"

4. Der Germanenorden und seine Zweige als völkische Geheimgesellschaften

5. Nachbetrachtungen

6. Quellenangaben

1. Einleitung

Wie nur wenige Akteure des im weitesten Sinne politischen Raumes beschäftigen und faszinieren Geheimgesellschaften den Beobachter. Vielfältig sind die Versuche, von wissenschaftlicher Seite Struktur und Wirken dieser Organisationen aufzuklären und das Wabern von Verschwörungstheorie und Mystifizierung zu durchstoßen. Ausführliche Betrachtungen von prominenten Beispielen wie den Freimaurern, den Rosenkreuzern oder bayerischen Illuminaten sind entstanden. Merkwürdig zu kurz gekommen ist bisher jedoch ein vor allem in der Endzeit des deutschen Kaiserreiches und in der jungen Weimarer Republik wirkender Geheimbund, dessen Vorbild und zugleich Feindbild die Freimaurerei war: der Germanenorden.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen ersten Überblick über Aufbau und Wirken des Ordens zu verschaffen. Hierfür werden zunächst bedeutsame Vordenker dargestellt, die das auf Rassenantisemitismus, völkischem und alldeutschem Denken aufbauende ideologische Fundament der damaligen extremen Rechten um entscheidendende neue Komponenten anreicherten und so den geistigen Boden für die Schaffung einer völkischen Geheimgesellschaft mit all ihren Strukturen und Ritualen bereiteten. Nachfolgend soll die historische Entwicklung des Ordens von den organisatorischen Vorläufern über die Frühzeit bis hin zur bald erfolgende Spaltung und Verwebung der Spaltprodukte mit anderen Vereinigungen beschrieben werden.

Die darauffolgende, mindestens 15 Jahre umfassende Ordensgeschichte kann auf der Basis der dem Autor zur Verfügung stehenden Quellen jedoch nicht geschildert werden. Es handelt sich um die Zeit nach den Jahren 1920/21, in der die Zweige des Ordens zwar weiterexistierten, nach Ansicht verschiedener Autoren (vgl. etwa Goodrick-Clarke S120) jedoch immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versanken. Die vermutlich umfangreiche Archivrecherche voraussetzende Aufklärung dieser Phase könnte zum Gegenstand weiterer Arbeiten werden.

Die Arbeit abrunden soll eine ausführliche Darstellung der Rituale und Strukturen, die den Germanenorden erst zu einer Geheimgesellschaft machten. In den Nachbetrachtungen wird schliesslich ein Blick in die Gegenwart gewagt, um die Frage anzuschneiden, welche geistigen und organisatorischen Abkömmlinge des Ordens womöglich noch heute relevant sind.

Als Quelle dient neben vergleichsweise aktuellen wissenschaftlichen Autoren, die sich vor allem auf aufgrund krimineller Verwicklungen des Ordens umfangreich vorhandene Archivmaterialien stützen, das dem Autor als Faksimile-Ausgabe vorliegende Werk "Bevor Hitler kam. Urkundliches aus der Frühzeit der nationalsozialistischen Bewegung" aus dem Jahre 1933. Der Autor Rudolf von Sebottendorff lenkte zeitweilig die Geschicke des bedeutsamen Teiles einer der beiden Ordenszweige und wird damit auch selbst zum Gegenstand der Betrachtung. Sein bald nach Erscheinen durch das NS-Regime eingezogenes Buch kann als wichtigste Primärquelle zum Thema gelten und überliefert selbst zahlreiche Originaldokumente des Ordens.

2. Ideologische Wegbereiter - die Ariosophen

2.1 Guido von List

Als der erste für den Orden bedeutende theoretische Vorläufer muss der 1848 geborene Österreicher Guido von List gelten. In seiner Form der Ariosophie, der Lehre von den Ariern und ihrer rassischen Überlegenheit (Maegerle S200), vereinte er völkisches und alldeutsches Denken mit okkulten Ideen und legte so den Grundstein für irrationale Ideengebäude erstaunlichen Ausmaßes. Seine Bekehrung empfing er nach eigenen Aussagen, als er 1862 die Katakomben unter dem Stephansdom in Wien besuchte und dort einen zerstörten Altar vorfand, den er sogleich als einen der heidnischen Gottheit Wotan geweihten, vorchristlichen Schrein erkannte. Daraufhin sei er niedergekniet und habe ein Gelübde abgelegt, nach Erreichen des Erwachsenenalters einen Tempel für Wotan zu errichten (Goodrick-Clarke S38).

In den folgenden Jahrzehnten machte er sich mit dem ihm eigenen Methoden auf die Suche nach Resten eines alten, vorchristlich-germanischen Erbes seiner österreichischen Heimat. Überzeugt davon, aus Landschaft und Brauchtum einer Region seherisch die Vergangenheit derselben erahnen zu können (ebenda S37), bereiste er Ruinen und andere "Kraftorte" (Maegerle S17) des Landes, feierte dort mit Freunden bis in die Nacht hinein und schlief im Freien, um in Visionen und Träumen die Vergangenheit des Ortes zu ergründen. Im Jahre 1875 etwa besuchte er die in Trümmern liegende Römerstadt Carnuntum, um dort den 1500sten Gedenktag eines Schlachtsieges der Germanen über die Römer zu feiern und anlässlich dieses Ereignisses 8 Weinflaschen in Form eines Hakenkreuzes zu vergraben (Goodrick-Clarke S37). Vor seinem geistigen Auge erstanden nun Straßen, Gebäude und Bewohner der Stadt neu und er wurde Augenzeuge der lange vergangenen Schlacht. Auf diesem Erlebnis basierend veröffentlichte er 1881 zunächst eine kurze Erzählung und 7 Jahre später gar einen zweibändigen Roman mit dem Titel "Carnuntum"(ebenda S39). Überall in Österreich "entdeckte" er auf diese Weise alte heidnische Kultstätten und Schreine und mit der Zeit bildeten sich Vorstellungen von einer vorchristlichen, arisch-germanischen Hochkultur heraus, deren Wotan huldigende Bevölkerung von weisen Priesterkönigen, den "Armanen", beherrscht wurde (ebenda S36). Diese Kultur und ihre Träger seien später von den Christen überwältigt und verfolgt worden, weshalb ihre Hinterlassenschaft unter den Trümmern fremder Einflüsse und christlichen Kultur verschüttet worden sei. Ihr Wissen jedoch, die nur Armanen mögliche und die politische Beherrschung aller anderen Völker rechtfertigende, wahrhafte Einsicht in die Geheimnisse der Welt (Glowka S19), sei über als Geheimgesellschaften organisierte "Agenten" des Armanismus, wie die Freimaurer und Rosenkreuzer, bis in Lists Tage hinein gerettet worden. (Goodrick-Clarke S56). Er selbst sei nun der letzte Magier der Armanen (ebenda S36).

Zur Weitergabe seines Wissens und zur Neuerweckung des Wotanskultes verfasste er eine Vielzahl von Artikeln, Büchern, Gedichten, Bühnenstücken und Romanen über die "ario- germanischen" Wurzeln von zeitgenössischen Bräuchen und Ortsnamen, Runen, ihre Bedeutung und "magische Wirkung" (Maegerle S22), den Aufbau des armanischen Großreiches oder die Riten und freimaurer-ähnlichen Strukturen der Armanenschaft selbst. Er veranstaltete Mittsommer- und Sonnenwendfeiern und plante den Wiederaufbau Carnuntums, um im dortigen Amphietheater Bardenwettkämpfe und Thing-Versammlungen stattfinden zu lassen. Als er 1903 ein mit okkulten Einsichten gefülltes Manuskript über die "arische Ursprache" (Goodrick-Clarke S42) an die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien sandte, diese es kommentarlos zurückgab und sich auch durch mehrfache Anfragen und verstärkten Druck einflussreicher Freunde Lists nicht zu einer Stellungnahme bringen liess, gründeten vermögende Gönner 1905 die "Guido-von-List-Gesellschaft". (ebenda S43). Es waren vor allem die Mitglieder dieser Gesellschaft, die für die Verbreitung von Lists Ideen und Werken sorgen, auch und vor allem im deutschen Kaiserreich.

Für seine Anhänger wurde List mit zunehmendem Alter immer mehr ein "bärtiger alter Patriarch und mystischer nationaler Guru, dessen hellseherischer Blick die glorreiche arische und germanische Vergangenheit Österreichs [...] ins rechte Licht" (ebenda S36) stellte. Einer seiner Anhänger schrieb schliesslich: "Guido von List war es vorbehalten, die Arbeit der Germanisten zu krönen durch die Entdeckung der Esoterik des Germanentums, durch die Auffindung einer erhabenen Philosophie und Geheimlehre, welche den Symbolen der germanischen Mythen und Skalendichtungen zugrundelag, und deren Hauptlehrsätze durch die Urbedeutung der Runen und anderer germanischer Heilszeichen festgelegt waren. Durch Lists Arbeiten ist somit erst die religiös-metaphysische Grundlage gegeben für die Bestrebungen der großen deutschen Kulturbewegung, die es sich zum Ziele setzt, alle Gebiete unseres kulturellen Lebens mit deutsch-germanischem Geiste zu erfüllen (zitiert nach Maegerle S21)".

2.2 Jörg Lanz von Liebenfels

Der zweite für den Gegenstand dieser Arbeit interessante Vertreter der Ariosophie ist Jörg Lanz von Liebenfels, ein früher Bekannter und Förderer Guido von Lists. Die Vorstellungen des 1874 in Wien geborenen Lanz wurden in hohem Maße durch eine sechsjährige Mitgliedschaft im Orden der Zisterzienster geprägt. Seine Ideen verbinden human- und naturwissenschaftlich eingekleidete Rassenvorstellungen mit christlichen Elementen zu einer art dualistischen Religion: die Welt stellte sich ihm als Kampf des durch die blauäugig-blonde arische Rasse dargestellten "Guten" gegen das durch Schwarze, Mongolen, "Mediterranoide" und andere dunkelhäutige Menschen repräsentierte "Böse" dar. Dieses "Böse" sei durch den Sündenfall in die Welt gekommen, der für ihn die sodomistische Paarung von arischen Menschen mit Tieren meint und "niederrassige" Mischwesen hervorbrachte, die "Sodoms-Äfflinge". Durch weitere Vermischung und Institutionalisierung der Sodomie durch satanistische Kulte seien die Arier zunehmend degeneriert und die Mischrassen, die Lanz auch "Tschandalen", "Bolschi-Juden" oder "Schrättlinge" nennt (Maegerle S22), seien zunehmend eine Bedrohung für die heilige und ordnungsgemäße Herrschaft der Arier geworden. Während der gesamten bekannten Geschichte hätten die "minderen Rassen" versucht, die Arier mithilfe ihrer Promiskuität die Evolutionsleiter hinabzuziehen (Goodrick-Clarke S87). Nach und nach hätten die ursprünglich gottgleichen Arier durch diese Degeneration ihre früheren übersinnlichen Fähigkeiten, wie Allwissenheit und Telepathie, verloren (ebenda). Überhaupt stamme alles "Hässliche und Böse [...] von der Rassenvermischung her" (zitiert nach Maegerle S23). Trotz allem seien die Arier, die er auch "die Blonden, Heldlinge, Arioheroiker oder Edelrassige" (ebenda S22) nennt, die am wenigsten verdorbene Rasse.

Zur Umkehr der beschriebenen Entwicklungen propagierte Lanz die "Erlösung durch Reinzucht" (zitiert nach Maegerle S22). Zu den Details dieses Planes zählte etwa die Schaffung von „Zuchtklöstern", in denen „Brutmütter“ von reinblütigen Ariern "gedeckt" werden sollten(zitiert nach Goodrick-Clarke S88). Um "die Welt [nicht] noch weiter von hirnlosen Affenlümmeln ausschinden zu lassen" (zitiert nach ebenda S89), durften „Schwächere und Mindere“ kein christliches Mitleid erfahren, sondern mussten im Gegenteil durch Kastration und Sterilisation ausgelesen werden. Als Methode der Auslöschung rassisch minderwertiger "Tiermenschen", wie etwa der "Juden als aus den Schlacken aller untergegangenen Kulturvölker zusammengemischtes Tschandalenvolk" (zitiert nach Zentner S187) kamen für ihn auch die Versklavung, Verbrennung als Gottesopfer, Verwendung als Lasttier oder Deportation nach Madagaskar in Frage. (Goodrick-Clarke S88) Die "ganze tschechische Nation mit Kind und Kegel" etwa wollte er baldmöglichst in das "dann ausgemordete Russland umsiedeln" (zitiert nach Maegerle S23).

Diese Ideen verbreitete Lanz in der Hauptsache durch seine "Ostara"-Hefte, auf deren Titelblatt zu lesen war: "Die "Ostara, die Briefbücherei der Blonden" ist die erste und einzige illustrierte arisch-aristokratische und arisch-christliche Schriftensammlung, die in Wort und Bild den Nachweis erbringt, daß der blonde heldische Mensch, der schöne, sittliche, adelige, idealistische, geniale und religiöse Mensch, der Schöpfer und Erhalter aller Wissenschaft, Kunst, Kultur und der Hauptträger der Gottheit ist. Alles Hässliche und Böse stammt von der Rassenvermischung her, der das Weib aus physiologischen Gründen mehr ergeben war und ist, als der Mann. Die "Ostara, Briefbücherei der Blonden" ist daher in einer Zeit, die das Weibische und Niederrassige sorgsam pflegt und die blonde heldische Menschenart rücksichtslos ausrottet, der Sammelpunkt aller vornehmen Schönheit, Wahrheit, Lebenszweck und Gott suchenden Idealisten geworden." (zitiert nach Maegerle S23) Hier veröffentlichte er u.a. auch eine Vielzahl von Arbeiten, die bei der Einstufung der Rasse bzw. der „rassischen Qualität“ eines Menschen helfen sollten.

3. Organisatorische Entwicklung

3.1 Wurzeln des Ordens

Eng verwoben mit der Frühzeit des Germanenordens ist das Wirken des zu den wichtigsten Vätern des Antisemitismus und der völkischen Bewegung zu zählenden Theodor Fritsch. Nach Jahrzehnten reger Organisationstätigkeit forderte er Ende 1901, enttäuscht vom mäßigen Erfolg der antisemitischen Kleinparteien im Reichstag, die Bildung "eine[r] breite[n] und machtvolle[n] antisemitischen Bewegung ausserhalb des Reichstages" (Goodrick-Clarke S113). Als Kristallisationspunkt dieser Bewegung gründete er Anfang 1902 den "Hammer", eine antisemitische Zeitschrift, die zunächst monatlich und später 14tägig erschien und Autoren wie Lanz von Liebenfels bald eine willkomme Publikationsmöglichkeit eröffnete. Fritschs Vorstellungen folgend, begannen 1905 die zu diesem Zeitpunkt rund 3000 Leser, sich in lokalen Gruppen, den "Hammer-Gemeinden", zu organisieren.

Zu Beginn des folgenden Jahrzehnts musste die deutsche völkische Rechte schwere Schläge hinnehmen. Hatte die zweite Marokkokrise 1911 bereits alle Hoffnungen auf baldige Fortschritte der kolonialen Expansionpolitik des Deutschen Reiches zerschlagen, endeten zudem die Reichstagswahlen im Januar 1912 in einer herben innenpolitischen Niederlage. Während die Sozialdemokraten die Zahl ihrer Sitze mehr als verdoppeln konnten, verloren die Konservativen und die antisemitischen Parteien ausserordentlich stark (ebenda S114). In dieser Situation gelangten immer mehr Antisemiten zu der Überzeugung, daß die als verhängnisvoll empfundenen politischen Entwicklungen im Deutschen Reich Folgen einer weltweiten jüdischen Verschwörung sein mussten (vgl. Rose S.15) Sicher befördert werden derlei Vorstellungen von den vermutlich schon damals im deutsprachigen Raum kursierenden "Protokollen der Weisen von Zion", einer gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Russland verfassten antisemitischen Fälschung, die sich als authentische Eigendarstellung jüdischer Weltkontrollpläne zu verkaufen sucht. Neben vielen anderen tauchen darin auch Freimaurer und Sozialisten als Agenten der Verschwörung auf (Vgl. Sammons).

Als Lösung schlug Phillip Stauff, prominenter völkischer Journalist, Gründungsmitglied (Glowka S18) und nach Sebottendorff sogar eigentlicher Gründer Guido-von-List-Gesellschaft (Sebottendorff S32), zu Beginn des Jahres 1910 die Bildung einer geheimen, vor der Unterwanderung durch die Agenten der Verschwörung sicheren antisemitischen Loge vor. Im darauffolgenden Jahr wandte sich Johannes Hering, ein Mitglied der Hammer-Gemeinde München und Freund von List und Lanz, in einem Brief an Stauff, in dem er erklärte, seit 1894 Mitglied der Freimaurer zu sein. Jedoch sei diese "alte germanische Institution" (Goodrick- Clarke S115), passend zur Darstellung der "Protokolle", durch das Gedankengut der Juden verschmutzt worden, weshalb die Gründung einer neuen, arischen Loge ein Segen für die Antisemiten wäre. Womöglich wurde Hering das Opfer allzu intensiver Studien der Schriften Lists und musste enttäuscht feststellen, daß die Freimaurer in der Realität doch nicht so "arisch gesinnt" waren, wie sie es als "Agenten der Armanenschaft" wohl hätten sein müssen.

Von Theodor Fritsch enthusiastisch unterstützt, wurde die Idee Stauffs bald erstmals umgesetzt. Aus der Hammergemeinde Magdeburg heraus gründete sich am 5. April 1911 die in Aufbau und Ritualien höchstwahrscheinlich durch Lists "Armanenschaft" inspirierte "Wotanloge". Bereits am 10 Tage später entstand eine sich an der Wotanloge orientierende Großloge mit Theodor Fritsch als Großmeister. Gegen Ende 1911 verbreitete Hermann Pohl, gewählter Meister der Wotanloge, ein Rundschreiben, in dem er von der Feierlichkeit, Mystik und Disziplin der Loge sowie der daraus entstehenden, unter völkischen Gruppen seltenen Einigkeit schwärmte und für die Gründung weiterer Logen warb. Im Januar 1912 verfasste er ein Manifest der Logen, in dem er den Feuereifer der Brüder beschwor, der eine "arisch-germanische Wiedergeburt" einleiten und letztlich zur Schaffung eines neuen "Armanenreiches" führen würde, zu einer rassisch reinen deutschen Nation, in dem der "parasitäre und revolutionäre Mob (Juden, anarchistische Mischlinge und Zigeuner)" (ebenda S116) keinen Platz mehr habe.

Am 24. und 25. Mai des selben Jahres gründeten Fritsch, seine Anhänger und Verbündeten 2 Organisationen. Zunächst den "Reichshammerbund", der als reichsweiter Zusammenschluss aller Hammer-Gemeinden und als die von Fritsch schon lange geforderte, neue, überparteiliche Antisemitenorganisation fungierte. Für den Entwurf der Strukturen des Bundes verantwortlich war Karl August Hellwig, ein weiteres Mitglied der List-Gesellschaft. Die Führung setzt sich aus Hellwig als "Bundeswart", aus Fritsch als "Ehrenbundeswart" und nicht zuletzt aus einem zwölfköpfigen "Armanenrat" zusammen. Zugleich entstand als geheime Zwillingsorganisation des Bundes, als Zusammenschluss aller bisher gegründeten Logen und als, wie Sebottendorff später schreibt, "bewusst als Geheimbund dem jüdischen Geheimbunde entgegentreten[der Geheimbund]" der Germanenorden. Die Zentrale des "Ordenssekretärs" Hermann Pohl wurde in Berlin eingerichtet (Maegerle S32).

3.2 Der Germanenorden bis zur Spaltung 1916

Die Ziele und selbstgegebenen Aufgaben des jungen Ordens waren vielfältig. Neben der Überwachung der Juden bzw. der jüdischen Aktivitäten plante man die Schaffung eines Zentrums für die Sammlung und Weiterleitung antisemitischen Materials (S116). Nach Sebottendorff zählten zu den Zielen des Ordens weiterhin die "Propaganda der Rassenkunde", die Anwendung "der im Tier- und Pflanzenreiche gemachten Erfahrungen" auf den Menschen, die Entlarvung der "Rassenvermanschung als Grundursache aller Krankheit", die Ausdehnung der "Prinzipien der Alldeutschen" auf die ganze germanische Rasse und die Anbahnung des "Zusammenschluss[es] aller Völker germanischen Blutes" (Sebottendorff S33). Gilbhard spricht auch von der angestrebten Stellung des Germanenordens als "geheime Kommandozentrale der völkischen Bewegung" (Gilbhard S45) oder als "deutsch-völkischer Generalstab" (ebenda S47). Rose zitiert Fritsch: Ziel des Germanenordens sei es, "die Gegen-Revolution bei Zeiten...zu organisieren", die revolutionären Führer gleich zu Beginn der zu Recht erwartete Revolution auszuschalten und die "Massen-Verbrecher mit ihren eigenen Waffen zu schlagen" (zitiert nach Rose S20).

Der folgenden Jahre brachten dem Orden rapides Wachstum. Im Dezember 1912 verzeichnete er 316 Mitglieder in 6 Logen (Rose20), wenig später bereits 451 Mitglieder in 7 sogenannten "Gaulogen" (Gilbhard S47). Der überwiegende Teil der Logen wurde direkt aus Gruppen des Reichshammerbundes heraus gegründet. Pohl legte den Titel "Sekretär" ab, nannte sich von nun an "Ordenskanzler" und brachte erstmals das interne Mitteilungsorgan, die "Allgemeinen Ordens-Nachrichten" heraus (Goodrick-Clarke S116). Als "erste Tat" des Ordens beschreibt Sebottendorff die Ausrichtung einer alle völkischen Verbände sammelnden Pfingsttagung im Mai 1914 (Sebottendorff S33). Als Anfang August 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, hatte der Orden nach ihm bereits "mehrere tausend Mitglieder und über hundert Logen" (ebenda S34).

Über die Situation des Ordens im Krieg schreibt Sebottendorff: "Als der Krieg ausbrach, eilten 95 von hundert Mitgliedern zu den Waffen, die Logen hörten zu arbeiten auf, der Verband war auseinandergerissen, die Mitglieder in alle Winde zerstreut. Der Zweck des Ordens, Einigkeit zu schaffen, schien auch erreicht zu sein, nie war Deutschland einiger als in jenen Tagen des Kriegsausbruchs 1914". Im November 1914 schrieb Hermann Pohl: "Der Krieg ist nun aber zu zeitig auf die Welt gekommen. Der G.O. war noch nicht richtig organisiert und kristiallisiert, und wenn der Krieg lange dauert, geht der Orden in die Stücke. An der Front ist eine große Anzahl Ordensbrüder gefallen." (zitiert nach Goodrick-Clarke S118)

Pohls Befürchtungen erwiesen sich als nicht völlig unberechtigt: im Laufe der ersten beiden Kriegsjahre wurde zunehmend Kritik an seiner Führung laut. Nachdem die Leipziger Loge ihn schon Mitte 1914 höflich zum Rücktritt aufgefordert hatte, unternahm die Berliner Loge 1915 einen Abspaltungsversuch. Ende 1915 schrieb der Ordensmeister der Nürnberger Loge, "daß die Brüder der Rituale, Zeremonien und Bankette, die Pohl offenbar als Hauptzweck des Ordens betrachtete, überdrüssig seien" (ebenda S118). Nach immer weiterer Zuspitzung wurde Pohl während einer größeren Ordensversammlung im Oktober 1916 schliesslich seines Amtes enthoben (Rose S26). Er und seine treuen Anhänger spalteten sich daraufhin ab und gründeten einen neuen Geheimbund, den "Germanenorden Walvater".

3.3 Der loyale Orden und die "Organisation Consul"

Nach dem Weggang Pohls herrschte zunächst Verwirrung im Germanenorden: der enthobene Ordenskanzler hatte Stempel und Briefpapier des Ordens mitgenommen, verschickte weiterhin Rundschreiben im Namen desselben und konnte auf diese Weise viele Novizen für sich gewinnen. Noch im Krieg befindliche Logenbrüder hatten offenbar zur Gänze den Überblick verloren. So schrieb etwa Bernhard Koerner, ein Gründungsmitglied der List-Gesellschaft, 1917 an List selbst, daß der Orden inzwischen untergegangen sei. Erst nach dem Ende des Weltkrieges gelang es der neuen, durch Philipp Stauff und den ebenfalls aus der List- Gesellschaft kommenden Eberhardt Brockhusen repräsentierten Führung allmählich, den Orden aus Chaos und Lethargie herauszuführen.

Angetrieben durch die aus völkischer Sicht entsetzlichen politischen Veränderungen im Deutschen Reich, wurde der Orden in den auf 1918 folgenden Jahren nach den Vorstellungen Brockhusens umorganisiert und entwickelte sich zunehmend zu einer sich selbst als "Kampfverband" verstehenden terroristischen Organisation. (Sabrow S47) Mit 1921 beschlossenen neuen Satzungen wurde die Geheimhaltung nochmals verstärkt. Zudem wurde der neue Grad des "Femeritters" eingeführt. Der Vorsitzende der Femeritter war gleichzeitig der Vorsitzende der "Gerichtstelle für innere und äussere Streitigkeiten", dem nach der Verkündung Brockhusens, daß der Feind nunmehr mit allen Mitteln bekämpft werden solle, die Aufgabe zukam, Femegerichte zu bestellen und Mordaufträge gegen Verräter und politische Gegner zu erteilen. (ebenda S48)

Prominentes Opfer des Ordens wurde am 26. August 1921 der ehemalige Leiter der Waffenstillstandskommission und zurückgetretene Finanzminister Matthias Erzberger (vgl ebenda S52f). In diesem Zusammenhang interessant ist die Beziehung des Ordens zur Organisation "Consul", einem ebenfalls im geheimen agierenden Zusammenschluss von Freikorpsangehörigen, der seinerseits hinter der am 22. Juni 1922 erfolgenden Ermordung Walther Rathenaus und unzähligen weiteren Attentaten und Attentatsversuchen auf linke oder liberale Politiker und Publizisten der Weimarer Republik stand. Die entscheidenden Beteiligten am Erzberger-Attentat waren nicht nur Logenbrüder, sondern auch Mitglieder der Organisation "Consul". Andere Ordensmitglieder waren an der Vorbereitung des Rathenau-Mordes oder am Anschlag auf den Publizisten Maximilian Harden beteiligt. (Sabrow49) So vielfältig sind die personellen Überschneidungen, daß Jasper etwa meint, "daß die OC und der Germanenorden [...] im westentlichen identisch waren" (Jasper S454). Epstein spricht vom "'Germanenorden', auch bekannt unter dem Namen 'Organisation Consul' (O.C.)" (Epstein S434) und vermutet: "der Orden bildeten wahrscheinlich eine Gruppe innerhalb der Ehrhardt-Organisation [der OC, Anm. SD] mit dem Sonderzweck Planung politischer Morde". Die bei Jasper dokumentierten Aussagen eines der Erzberger-Attentäter lassen auch den Möglichkeit zu, daß der Germanenorden den Kern und die Organisation "Consul" die breitere Umfeldgruppe darstellte. Im Gegensatz dazu sieht Goodrick-Clarke den Germanenorden lediglich als "Tarnorganisation für die Rekrutierung politischer Attentäter"(Goodrick-Clarke S120). Sabrow hält sowohl diese Variante (Sabrow S54) wie auch eine art gleichberechtigte Arbeitsteilung, etwa im Fall des Erzberger-Mordes, für denkbar (ebenda S55). Der tatsächliche Charakter der Beziehung von Germanenorden und Organisation "Consul" dürfte heute, auch aufgrund der enormen Geheimhaltungsvorschriften innerhalb des Ordens, kaum noch zu klären sein.

Über das weitere Schicksal des Germanenordens lässt sich den dem Autor zur Verfügung stehenden Quellen wenig entnehmen. Im Anhang seines Buches schreibt Sebottendorff dazu: "Der andere Zweig wurde von Phillipp Stauff als Ordenskanzler und General von Brockhusen geführt, er hat sich bis heute [also 1933, Anm. SD] gehalten und sich der Führung Adolf Hitlers unterstellt." (Sebottendorff S238) Sofern der Orden nicht in den Strukturen des NS-Staates aufging oder sich selbst auflöste, dürfte er von einem sämtliche Logen und logenähnliche Organisationen auflösenden Erlass aus dem Jahre 1937 betroffen gewesen sein. (Maegerle S39)

3.4 Der Germanenorden Walvater und die Thule-Gesellschaft.

Über den neuen Ordenszweig unter Hermann Pohl lässt sich hauptsächlich durch Rudolf von Sebottendorf etwas in Erfahrung bringen. Pohl war, um neue Mitglieder zu gewinnen, wohl schon im Laufe des Jahres 1916 dazu übergegangen, in Zeitschriften Anzeigen für den Orden zu schalten. Auf eine dieser Anzeigen stiess Sebottendorff zufällig, und, neugierig gemacht durch in dieser Anzeige verwendete Runen, beschloss er nach regem Briefwechsel im September 1916, Pohl in Berlin zu besuchen.(Rose S32) Dieser verwies ihn auf die Schriften Guido von Lists als Quellen seines Wissens. Pohl, der während des Krieges Bronzeringe mit eingravierten Runen verkaufte, denen er magische Schutzwirkung zuschrieb, erläutert ihm in Anlehnung an Lanz von Liebenfels, daß die Arier ihr Wissen um die Bedeutung und Macht der Runen seiner Ansicht nach erst durch die Rassenvermischung haben mussten. Sebottendorff war begeistert und begann, in Bayern rege Werbetätigkeiten für den Orden aufzunehmen (ebenda). Auch er schaltete Anzeigen in Zeitungen und warb für die Mitgliedschaft in einer "völkischen Loge".

Im Dezember 1917 wurde Sebottendorff bei einer Weihefeier in Berlin offiziell zum Meister der bayerischen Ordensprovinz gewählt. Er finanzierte und leitete die "Allgemeinen Ordensnachrichten" als internes Mitteilungsblatt für die als "Geweihte" bezeichneten höheren Logenbrüder und die "Runen" für die Mitglieder des Freundschaftsgrades. (Sebottendorff S40) Der im Frühjahr des Jahres 1918 nach Sebottendorfs Angaben nur 200 Mitglieder starke Orden wuchs in der Folgezeit stark und konnte im Herbst bereits 1500 bayerische Brüder aufweisen, davon 250 direkt in München. Als Schutz vor der Beobachtung durch politische Gegner und zwecks Ausweitung der politischen Propaganda wurde in dieser Zeit als typische Tarn- oder Vorfeldorganisation die "Thule-Gesellschaft" gegründet, die zunächst als Studiengruppe für germanisches Brauchtum auftrat und eine Vielzahl von öffentlichen Treffen veranstaltete(Rose S35). Die Mitgliedschaft in der Thule-Gesellschaft war gleichbedeutend mit der Mitgliedschaft im Freundschaftsgrad des Germanenordens. Symbol der Organisation war ein Hakenkreuz mit einem Schwert.

Im November 1918 fand sich der Orden unversehens im Zentrum revolutionärer Aktivitäten wieder. Die Wittelsbacher dankten ab und am 8. November übernahm der bayerische USPD- Vorsitzende Kurt Eisner als Ministerpräsident des provisorischen Nationalrates die Regierung. Am Tag darauf rief Sebottendorff die örtliche Loge und die Thule-Gesellschaft zusammen und hielt eine emotionsgeladene Rede: "Meine Brüder und Schwestern! Wir erlebten gestern den Zusammenbruch alles dessen, was uns vertraut, was uns lieb und wert war. An Stelle unserer blutsverwandten Fürsten herrscht unser Todfeind: Juda. Was sich aus dem Chaos entwickeln wird, wissen wir noch nicht. Wir können es ahnen. Eine Zeit wird kommen des Kampfes, der bittersten Not, eine Zeit der Gefahr! Wir sind alle gefährdet, die wir in dem Kampfe stehen, denn uns hasst der Feind mit dem grenzenlosen Hasse der jüdischen Rasse, es geht jetzt Aug um Auge, Zahn um Zahn! [...] Solange ich hier den eisernen Hammer halte, bin ich gewillt die Thule in diesem Kampfe einzusetzen![...] Die gestrige Revolution, gemacht von Niederrassigen, um den Germanen zu verderben, ist der Beginn der Läuterung. Von uns allein wird es abhängen, wie lange oder wie kurz diese Läuterung sein wird. Seien wir uns dessen bewusst, arbeiten wir an uns selber, damit jeder von uns die Flamme werde, die leuchtet und wärmt und den Widersacher verzehrt! Aber vergessen wir nicht, durch die Arbeit an uns, den Kampf nach aussen! Jetzt meine Brüder und Schwestern ist es nicht mehr die Zeit zu beschaulichen Reden und Besprechungen und Festen! Jetzt heisst es kämpfen und ich will und werde kämpfen! Kämpfen, bis das Hakenkreuz siegreich aus dem Fimbulwinter aufsteigt!" (Sebottendorff S57f) Er schloss die Rede mit einem Gedicht von Philipp Stauff.

Am 10. November wurde ein "Thule-Kampfbund" gegründet (Gilbhard S58), der bewusst nicht nur Mitgliedern der Thule-Gesellschaft offenstand. Dieser entwickelte sich in der darauffolgenden Zeit "zum Kristallisationspunkt von Rechtsextremisten jeglicher Couleur(M36)", gewährte anderen Organisationen wie dem Hammerbund Unterschlupf, schleuste Kämpfer aus München heraus, unterwanderte gegnerische Organisationen und half beim Aufbau von Freikorps-Einheiten(Maegerle S36). Während die Thule-Gesellschaft und der Thule-Kampfbund wuchsen und immer bedeutender wurden, nahm die Relevanz des Germanenordens offenbar zusehends ab. (Gilbhard S59) Gilbhard schreibt dazu: "Dem Germanenorden gehörte zu dieser Zeit ein nur sehr kleiner Kreis meist älterer Herren als 'Vollmitglieder' an, deren Aktivitäten sich, mit Ausnahme von Sebottendorff und einigen anderen, größtenteils im Germanenkult erschöpfte, während die für die politisch-konspirativen und paramilitärischen Aktivitäten maßgeblichen Akteure in den meisten Fällen 'nur' Mitglieder der Thule waren oder lediglich ihrem Kampfbund angehörten" (ebenda). Der in seinen Aufzeichnungen die Vorgänge protokollierende und bereits im Abschnitt 3.1 erwähnte Johannes Hering verzeichnete nur bis Ende 1919 Sitzungen des Ordens, danach keine mehr. (Rose S36)

Über den übrigen Orden im Norden des Deutschen Reiches schreibt Sebottendorff lediglich, daß er durch eine Intrige einen großen Teil des Besitzes verlor und seit dem Tod Pohls im Mai 1932 von einem Herrn Freese weitergeführt wurde. (Sebottendorff S238) Wie der Germanenorden und wohl auch die Thule-Gesellschaft dürfte der Germanenorden Walvater dem Auflösungserlass 1937 zum Opfer gefallen sein.

Die Thule-Gesellschaft und ihr Umfeld muss zu den Keimzellen der nationalsozialistischen Bewegung gezählt werden. Unter den Vertretern der späteren NS-Prominenz standen nicht wenige in Kontakt mit dieser Organisation. Rudolf Hess etwa war seit 1918 Mitglied der Gesellschaft und des Kampfbundes. Hans Frank, später gefürchteter Generalgouverneur Polens, war ebenfalls Thule-Aktivist. (Gilbhard S69) Als "Stammgäste" der Thule galten Dietrich Eckart und Gottfried Feder(Gilb70). Als "Gast im Frühjahr 1919" führt Sebottendorff selbst auch Alfred Rosenberg(Sebottendorff S255). Als Vorfeldorganisation liess Sebottendorff bereits Ende Oktober 1918 einen "Deutschen Arbeiterverein" gründen, aus dem 5. Januar 1919 die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) wurde. Vorsitzender sowohl des Vereins als auch der Partei war das Thule- Mitglied Karl Harrer. Zu den Mitgliedern der Partei zählten bald Röhm, Rosenberg, Eckart, Hess und nicht zuletzt Hitler(Maegerle S37). Am 29. Juli 1921 wurde Hitler Vorsitzender der bereits am 24.2.1920 in NSDAP umbenannten Partei. Erwähnenswert erscheint weiterhin, daß Sebottendorff im Juni 1918 die Zeitung "Münchener Beobachter" kaufte und sie zu einem der bedeutendsten Organe der völkischen Rechten Münchens ausbaute. Ab dem 9. August 1919 erschien sie unter dem neuen Titel "Völkischer Beobachter". Zu den Redakteuren des im Dezember 1920 zum NSDAP-eigenen Parteisprachrohr avancierten Wochenblattes zählten ab 1921 Alfred Rosenberg (ebenda S35) und Dietrich Eckart (Sebottendorff S230)

4. Runen, Logen, Rituale - der GO als völkischer Geheimbund

Wie bereits weiter oben erwähnt, orientierte sich der Germanenorden sehr stark an Guido von Lists "Erkenntnissen" über Aufbau und Struktur der "Armanenschaft". Zu den daraus folgenden Aufnahmeregelungen heisst es bei Sebottendorff: "Mitglied des Germanenordens konnte nur ein Deutscher werden, der seine Blutreinheit bis ins dritte Glied nachweisen konnte. dadurch sollte verhindert werden, daß Abkömmlinge von Juden (Judstizen und Jüdlinge) in den Orden eindrangen. Ferner sollten, da in den Freundschaftsgrad des Ordens auch Frauen aufgenommen wurden, für die dieselbe Bedinung galt, die Bekanntschaften reinblütiger Deuscher zwecks Eheanbahnung gefördert werden." (ebenda S34). In einer "Anweisung zur Werbearbeit!" wird ausgeführt, daß nur "germanische Naturen" Aufnahme finden konnten, deren Haarfarbe blond bis dunkelblond und deren Augenfarbe blau, grau oder hellbraun war. Fern gehalten werden sollten "Körperlich stark entartete, erblich schwer belastete und dem Aussehen nach unsympathische Menschen". Als genauerer Wegweiser wurden drei Ausgaben der lanzschen Ostara-Hefte mit den Titeln "Einführung in die Rassenkunde", "Beschreibende Rassenkunde" sowie "Rasse und Krankheit, ein Abriss der Rassenpathologie" empfohlen. (Rose S22)

Im frühen Germanenorden erfolgte die Rekrutierung von neuen Logenbrüdern offenbar vor allem über die Kooptation von Geeigneten aus den Hammer-Gemeinden heraus. Auf einem von Bewerbern auszufüllenden "Antrag auf Aufnahme in den 'Germanen-Orden' als Ordensbruder, bezw. Ordensschwester, Waffenbruder, dienender Bruder oder Freund" galt: "'Ich gelobe, mich allezeit freiwillig unterzuordnen, sowie getreu u. schweigepflichtig in den Dienst des Ordens zu stellen.'" und: "'Ich versichere (nach bestem Wissen und Gewissen) an Eidesstatt, daß in meinen Adern kein Tropfen jüdischen oder farbigen Rasseblutes fliesst' und 'sich auch unter meiner Frau Eltern und Vorfahren keine Angehörigen der hebräischen Rasse befinden'!" Daneben waren "auf deutsches Manneswort hin" die Namen zweier "großstädtische Bürgen für [...] [die] germanisch-rassische Zuverlässigkeit" des Aufnahmewilligen und vielfältige Angaben über Vorfahren und Kinder nötig. (ebenda S23) Zudem mussten sich Kandidaten zuweilen den "Rassetests" des Phrenologen Robert Burger-Villingen unterziehen, der ein von ihm erfundenes Plastometer einsetzte, um durch Schädelmesserungen die relative arische Reinheit des Bewerbers festzustellen. (Goodrick-Clarke S117)

Später wählten Pohl und vor allem Sebottendorff allem Anschein nach eher die Direktwerbung in Zeitungen und Zeitschriften. Gut dokumentiert ist dieser Vorgang bei Sebottendorff. Meldete sich ein Bewerber auf eine Anzeige, so bekam er zunächst das "Werbeblatt 1" zugesandt, in dem die allgemeinen politischen Positionen des Ordens kurz dargestellt wurden (Sebottendorff druckt das Werbeblatt auf Seite 203). Der Interessierte sollte ein der eidesstattlichen Versicherung im oben zitierten Fragebogen ähnliches "Blutsbekenntnis" ablegen und der Antwort ein Foto beilegen. Wurde dieses Bild mit zufriedenstellendem Ergebnis "auf rassische Reinheit untersucht", erhielt der Interessierte das "Werbeblatt 2", in dem die Ordenspositionen sehr viel ausführlicher dargestellt wurden und in dem es u.a. hiess:

"Wie die Feinde unseres Volkstums nur durch geheimen, festen Zusammenschluss und zähe, zielbewusste Förderung ihrer Art und ihrer Belange zu der heutigen, unsagbar drückenden Herrschaft gelangt sind, so heisst es auch für uns, zu lernen, daß wir erst dann wieder Herren im eigenen Hause und Vaterlande sein werden, wenn wir uns auf Tod und Leben zusammenschliessen im heiligen Blutsbruderbunde. Hierzu bedarf es einer Trutzburg, einer Stätte, an der die nötige Sammmlung und Vorbereitung in Ruhe geschehen kann, einer Heimstätte, wo Gleichgeartete sich finden können, ohne von Fremdrassigen gestört und in ihren heiligsten Empfindungen verletzt oder auf Abwege geführt zu werden. eine solche Stätte besteht. Tausende germanische Männer haben sich bereits gefunden, um in stiller zielbewusster Arbeit die germanische Wiedergeburt einzuleitgen und die noch echten Stammesgenossen zu sammeln. Ausgehend von der Erkenntnis, daß in unserem Völkerleben das monarchische und aristrokratische Prinzip den größten, dauernden Erfolg hat, daß ein Orden bzw. eine Loge die beste Form der Gesinnungsgemeinschaft und Disziplin unter Männern ist, hat sich der neue Rassenbund ordens- und logenmäßig gegliedert. Der feierliche Ernst, das geheimnisviolle Brauchtum und stille Wirken, der wohltätige Zwang des Ordensgelübdes, die stetige, fleissige Arbeit, die edle Geselligkeit, der gute Ton und Takt, der treue Schutz einer Loge bewirkt erst den Zauber, Germanen zu geschlossenem Vorgehen zu einigen." (gedruckt bei Rose auf Seite 21)

Ähnlich dem früheren Fragebogen waren auch hier Informationen über den Stand, die zu nennenden Bürgen sowie die Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe und das Militärverhältnis einzutragen. Hatte der Orden diese Informationen geprüft, wurde der Kandidat eingeladen und erneut von der Ordensversammlung, vermutlich der lokalen Loge, geprüft. (Sebottendorff S42)

Galt der Kanditat schliesslich als angenommen, wurde er zur Initiationszeremonie geladen. In einer erhalten gebliebenen Beschreibung dieser Zeremonie aus dem Jahre 1912 heisst es: "Während sie [die Neuen, Anm. SD] im Nebenraum warteten, vesammelten sich die Brüder im Zeremoniensaal der Loge. Der Meister nahm seinen Platz auf der Stirnseite des Raumes unter einem Baldachin ein, der von zwei Rittern flankiert wurde, die weisse Roben und Helme mit Hörnern trugen und auf ihre Schwerter gestützt waren. Vor diesen saßen der Schatzmeister und der Schriftführer, die weisse Freimaurerschärpen trugen; der Herold nach seinen Platz in der Raummitte ein. Am Ende des Raumes, im Gralshain, stand der Barde in weißem und vor ihm der Weihemeister in blauem Talar. Die anderen Logenbrüder saßen in einem Halbkreis um den Weihemeister bis zu den Tischen des Schatzmeisters und des Schriftführers. Hinter dem Gralshain befand sich ein Gesangs- und Musikraum, in dem ein Harmonium und ein Klavier von einem kleinen Chor von "Waldelfen" musikalisch begleitet wurden. Die Zeremonie begann mit leiser Harmoniummusik, während die Brüder den "Pilgerchor" aus Wagners "Tannhäuser" sangen. Kerzen wurden entzündet, die Brüder machten das Zeichen der Swastika [das Hakenkreuz, Anm. SD] und der Meister erwiderte dieses. Dann wurden die Novizen mit verbunden Augen, Pilgermäntel tragend, vom Weihemeister in den Raum geleitet. Hier sprach nun der Meister zu ihnen über die ario-germanische und die aristokratische Weltanschauung des Ordens, bevor der Barde das heilige Feuer (Kiefernadelessenz) entzüdete und den Novizen Mäntel und Augenbinden abgenommen wurden. In diesem Augenblick hob der Meister "Wotans Speer" und hielt ihn vor sich, dieweil die beiden Ritter ihre Schwerter über ihm kreuzten. eine Reihe von Rufen und Antworten, begleitet von Musik aus dem "Lohengrin", vervollständigte den Eid der Novizen. Ihre Weihe begleiteten Rufe der "Waldelfen", während die neuen Brüder im Gralshain rund um das heilige Feuer der Barden geführt wurden." (Goodrick-Clarke S117f) Sebottendorff spricht von dieser oder einer ähnlich aufgebauten Zeremonie als die symbolische Darstellung der "Rückkehr des verirrten Ariers zum deutschen Halgadom". (Sebottendorff S42) Die auf diese Weise mit einem Treue-, Gehorsams- und Schweigegelübde in den Freundschaftsgrad eingeführten Novizen konnten, sofern sie Männer waren (ebenda), nach einem Jahr der Prüfung in den Lehrlingsgrad des Ordens aufgenommen werden und von dort aus den Gesellen- und schliesslich in den Meistergrad aufsteigen. (Sabrow S46)

Regional gliederte sich der Orden in Gaulogen, die je nach Stärke neue Tochterlogen gründeten. Jede dieser Logen hatte einen dreiköpfigen Vorstand und wurde von einem Logenmeister angeführt. Die Leitung aller Logen übernahm die Großloge, die sich aus den Meistern der Gaulogen zusammensetzte. Stimmrecht in dieser Großloge hatte allerdings allein der "Großlogenkopf", der sich wiederum aus dem Ordenskanzler, dem Schatzkanzler und dem für "rassische Belange" zuständigen "Großsippenbewahrer" des Ordens zusammensetzte. Über nur ihm verantwortliche "Stuhlherren" vertrat der Großlogenkopf seine Interessen auch direkt in den Gau- und Tochterlogen.(Sabrow S46)

Die aus Gruppen des Reichshammerbundes heraus gegründeten Logen nutzten diese Gruppen auch weiterhin noch als Tarnung nach aussen hin, wie eine aus dem Dezember 1913 stammende Einladung zeigt, in der es heisst: "Die Tagung ist als 'Hammerbundsitzung' angemeldet, da der G.O. öffentlich nicht erwähnt werden darf." (zitiert nach ebenda S45). Laut Sebottendorff trat der Orden in der Zeit vor der Spaltung generell nur durch Pohl und Stauff nach aussen auf(Sebottendorff S34). Nach der Spaltung wurde die Geheimhaltung im loyalen Orden zusehends verstärkt. Bereits 1916 erklärten die Amtsträger des Berliner Großlogenkopfs, daß sie intern von nun an nur noch unter Verwendung spezieller Runenzeichen genannt werden sollten (Goodrick-Clarke S118). Mit den neuen Satzungen von 1921 durften die auch die einfachen Mitglieder der Gauloge nur noch unter ihrem Ordensnamen bekannt sein. Gesellschaftlich besonders exponierte Mitglieder wurden von vornherein nur unter Tarnnamen eingeführt, das Wissen um den tatsächliche Name sollte dann nur noch dem dreiköpfigen Vorstand der lokalen Loge vorbehalten sein. Die Gaulogen selbst mussten nun als Vereine mit unverdächtigen Namen gerichtlich eingetragen werden. Beitragszahlungen sollten in ordnungsgemäß abgerechnete und den Behörden offenzulegende sowie in geheime Zahlungen an den Orden unterteilt werden. In den Satzungen wurde nochmals betont, daß die Namen der Ordensleitung, insgebesondere des Ordenskanzlers, sowohl vor der Öffentlichkeit als auch vor den eigenen Mitgliedern geheimzuhalten war. Die einzelnen, nun "Burgen" genannten Logen sollten generell nur noch über Deckadressen mit der nächsthöheren Ebene kommunizieren. (Sabrow S47)

Im Unterschied dazu scheint der Sebottendorffsche Ordenszweig, wie die Art der Mitgliederwerbung schon andeutet, eine weniger konspirative Gangart eingeschlagen zu haben. Wie Gilbhard beschreibt, kündigte der "Münchener Beobachter" etwa im Januar 1919 die Versammlungen des Germanenordens komplett mit Raum und Datum öffentlich an (Gilbhard S96). Selbst wenn man berücksichtigt, daß der "Beobachter" nach Sebottendorff auschliesslich "von Hand zu Hand" weitergegeben wurde (Sebottendorff S70), ist dieses Verhalten doch in keinster Weise mit dem des loyalen Ordens vergleichbar, in dem selbst der Name der Organisation vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten war (Sabrow S47).

5. Nachbetrachtungen

Nachdem diese Arbeit nun hoffentlich ihrem selbstgesteckten Ziel der Ermöglichung eines ersten Überblicks über den Gegenstand gerecht geworden ist, könnten und sollten sich weitere Arbeiten mit der hier nicht beschriebenen Phase der Ordensgeschichte und nicht zuletzt auch mit der tatsächlichen Bedeutung des Ordens und seiner Vordenker für die nationalsozialistische Bewegung und ihr Regime befassen. Das schon bald nach Erscheinen erfolgte Verbot des Sebottendorf-Buches liesse verschiedene Interpretationen zu und bei den von Hitler in "Mein Kampf" beschrieben "um wenige Heller" gekauften "ersten antisemitischen Broschüren"(zitiert nach Zentner S45) dürfte es sich nach Ansicht Maegerles und Zentners um die lanzschen "Ostara-Hefte" gehandelt haben (vgl. ebenda S187 und Maegerle S22).

Geistige und organisatorische Nachläufer des Ordens existieren in der Bundesrepublik bis heute (vgl. im folgenden Mecklenburg S367f). Bereits 1969 begründet ein gewisser Adolf Schleipfer die Guido-von-List Gesellschaft neu. Wie das historische Vorbild verbreitet sie vor allem die Werke Lists. 1979 wurde aus der Gesellschaft heraus der "Armanenorden" gegründet. Diese Organisation ist hierarchisch in 10 unterschiedliche Grade gegliedert, deren erste drei Grade die "Volkspriesterschaft" darstellen, die von der aus den übrigen Graden gebildeten "Hohen Armanenschaft" und den "Großmeistern" geleitet werden. Das Amt des Großmeisters wird derzeit von Adolf Schleipfer bekleidet. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist, wie sollte es anders sein, die "rassische Eignung". Die ideologische Linie des in der Öffentlichkeit nicht auftretenden Ordens hält sich allgemein streng an die Vorstellungen Lists. Als Vorfeldorganisation wurde 1989 die "Arbeitsgemeinschaft Naturreligiöser Stammesverbände Europas" (ANSE) gegründet, deren zentrale Person Adolf Schleipfers Ehefrau Sigrun ist. Während die Mitgliederzahl des Armanenordens auf 50-100 geschätzt wird, kann die ANSE etwa 500 Mitstreiter aufweisen. Beide Gruppierungen versuchen auf vielfältige Weise, Vertreter der esoterischen und neuheidnischen Szene zu gewinnen und unterhalten gleichzeitig Verbindungen zu militant rechtsextremen Kreisen. Gegenstand einer weiteren Arbeit könnte also auch die Ergründung der Stärke des allgemeinen Einflusses ariosophischer Lehren auf derzeitige irrationale Strömungen in der Bundesrepublik oder Österreich sein.

6. Quellenangaben

Epstein, Klaus: Matthias Erzberger und das Dilemma der deutschen Demokratie, Ullstein Verlag 1976.

Gilbhard, Hermann: Die Thule-Gesellschaft. Vom okkulten Mummenschanz zum Hakenkreuz. Kiessling Verlag, München 1994.

Glowka, Hans-Jürgen: Deutsche Okkultgruppen 1875-1937, Arbeitsgemeinschaft für Religionsund Weltanschungsfragen, München 1981.

Goodrick-Clarke, Nicholas: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, Leopold StockerVerlag, Graz 1997.

Jasper, Gotthard: Aus den Akten der Prozesse gegen die Erzberger-Mörder, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 4 / 1962, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1962.

Maegerle, Anton und Heller, Friedrich Paul: Thule. Vom völkischen Okkultismus bis zur Neuen Rechten, Schmetterling Verlag, Stuttgart 1998.

Mecklenburg, Jens (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten Press, Berlin 1996.

Rose, Detlev: Die Thule-Gesellschaft. Legende. Mythos. Wirklichkeit, Grabert Verlag, Tübingen 2000.

Sabrow, Martin: Der Rathenaumord. Rekonstruktion einer Verschwörung gegen die Republik von Weimar. Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, R. Oldenbourg Verlag, München 1994.

Sammons, Jeffrey L.: Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Grundlage des modernen Antisemitismus - eine Fälschung. Wallstein Verlag, Göttingen 2001.

Sebottendorff, Rudolf: Bevor Hitler kam. Urkundliches aus der Frühzeit der nationalsozialistischen Bewegungen. Original erschienen 1933 im Deukula-Verlag, München, als Faksimile abgedruckt in: Bevor Hitler kam. Drei Hauptquellen zur Ideengeschichte und Frühzeit des Nationalsozialismus, Roland Faksimile, Bremen 2000.

Sünner, Rüdiger: Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Herder Verlag, Freiburg 2001.

Wegener, Franz: Das Atlantidische Weltbild. Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis. Kulturförderverein Ruhrgebiet, Gladbeck 2001.

Zentner, Christian: Adolf Hitlers 'Mein Kampf'. Eine kommentierte Auswahl. Econ Ullstein List Verlag, München 2001

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Der Germanenorden - eine völkische Geheimgesellschaft
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Geheimgesellschaften
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V107292
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Beschreibt ideologische Wegbereiter, Organisationsgeschichte, Struktur und Rituale einer bisher eher unbeachtet gebliebenen Geheimgesellschaft in der Weimarer Republik.
Schlagworte
Germanenorden, Geheimgesellschaft, Geheimgesellschaften
Arbeit zitieren
Sebastian Dittrich (Autor), 2002, Der Germanenorden - eine völkische Geheimgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107292

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