Blut - Zusammensetzung und Funktion


Referat / Aufsatz (Schule), 2002
9 Seiten, Note: 2+

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Methodisches Vorgehen
Ziele der Facharbeit

1 Hauptteil
1. Blut - Bedeutung, Zusammensetzung und Funktion
1.1. Definition und Bedeutung
1.2. Wichtige Eigenschaften
1.3. Blutmenge
1.4. Aufgaben des Blutes
1.5. Erythrozyten
1.6. Leukozyten
1.7. Thrombozyten
1.8. Blutplasma
1.9. Mikroskopische Untersuchung

2. Kreislaufsysteme im Vergleich
2.1. Kreislaufsystem des Menschen
2.2. Kreislaufsystem der Insekten
2.3 Kreislaufsystem eines Reptils

Schlussteil
Auswertung
Stellungnahme

Glossar

Literaturverzeichnis

Einleitung

Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich mich schon immer sehr für es interessiert habe. Blut ist das wichtigste Organ unseres Körpers, da es sehr viele lebenswichtige Aufgaben übernimmt.

Den Schwerpunkt meiner Facharbeit lege ich auf die Zusammensetzung des Blutes, wobei ich auf die einzelnen Blutbestandteile detailliert eingehen möchte. Ich werde sowohl ihre Eigenschaften, als auch die ihnen zugeordneten Funktionen genau darlegen.

Diesen ersten Teil werde ich durch eine mikroskopische Untersuchung belegen.

Im zweiten Teil werde ich die gewonnenen Erkenntnisse auf Kreislaufsysteme verschiedener Lebewesen beziehen und diese miteinander vergleichen.

Durch die Facharbeit möchte ich also die Bedeutsamkeit des Blutes für die Erhaltung unseres Lebens verdeutlichen. Außerdem möchte ich mich selbst über die Zusammensetzung und Funktion des Blutes informieren.

1. Blut - Bedeutung, Zusammensetzung und Funktion

1.1. Definition und Bedeutung

,,Blut ist ein komplex zusammengesetztes ,,flüssiges Organ", das in Plasma (Blutflüssigkeit) aufgeschwemmte Zellelemente enthält und spezifische Transport- und Abwehraufgaben erfüllt." (Git Verlag Ernst Giebeler (Hrsg.). Dr. med. Gerhard Zeile u.a. Kompendium der praktischen Hämatologie. 2. Aufl. Darmstadt. 1983)

Dem Blut wird eine sehr besondere Bedeutung zugeordnet, da es über das verzweigte Gefäßsystem mit allen Organen und über die durchlässigen Gefäßwände mit sämtlichen Geweben des Körpers in sehr enger Beziehung steht.

1.2. Wichtige Eigenschaften

Blut, auch Sanguis (lat.) genannt, hat unter besten Vorraussetzungen einen pH-Wert von 7,41 bei einer Temperatur von 37°Celsius. Seine relative Dichte liegt bei 1,05 bis 1,06. Blut besteht zu 45% aus festen Bestandteilen, den Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, und zu 55% aus flüssigen Bestandteilen, dem Blutplasma.

Diese Bestandteile werden im Laufe der Facharbeit näher erläutert.

1.3. Blutmenge

Die Gesamtblutmenge eines erwachsenen Menschen beträgt etwa 6-8% seines Körpergewichts, das entspricht ungefähr 4-6 Liter. Ein Neugeborenes besitzt im Vergleich dazu 300-350 ml Blut.

Mit der Formel V= A/a . v1 kann man schließlich das zirkulierende Gesamtvolumen des Blutes errechnen. Es ergibt sich bei Männern ein Wert von 62-68 ml/kg, bei Frauen liegt dieser Wert etwas niedriger.

1.4. Aufgaben des Blutes

Das Blut strömt in den Blutgefäßen durch den gesamten Körper und erfüllt dabei zahlreiche Aufgaben.

Die Hauptfunktion ist der Transport der Atemgase Sauerstoff (O2) und Kohlenstoffdioxid (CO2). Sie werden mithilfe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb), der Bestandteil der Erythrozyten ist, gebunden und transportiert. Das Blut tauscht die Atemgase zwischen der Lunge und den Körperzellen aus.

Außerdem verteilt das Blut besondere Wirkstoffe, wie z.B. Vitamine, Hormone, Fermente (Enzyme) usw. in unserem Körper. Diese werden im Blut gelöst oder an Blutbestandteile gebunden und transportiert. Die Hormone werden von den Drüsen zu den zu beeinflussenden Organen verteilt. Mit dieser Aufgabe übernimmt das Blut die Rolle eines Nachrichtenüberträgers.

Die mit der Nahrung aufgenommen Nährstoffe Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate, sowie dessen Grundbausteine Glukose, Aminosäuren, Fettsäuren u.a. werden mit Hilfe des Blutes zu den einzelnen Organen transportiert, wo sie dann verarbeitet bzw. benötigt werden.

Ebenfalls zu den Transportfunktionen gehört der Abtransport von überschüssiger Wärme und von Stoffwechselprodukten, wie z.B. Kreatin, Harnstoff, Harnsäure u.a.. Diese beim Stoffwechsel anfallenden Produkte werden durch das Blut zu den Ausscheidungsorganen (z.B. Nieren) geführt.

Die Pufferfunktion dient zur Konstanthaltung des pH-Wertes des Blutes. Durch die Freisetzung bzw. Aufnahme von H+- und OH- -Ionen aus den disoziierenden2 Bestandteilen des Blutes kann der pH-Wert beeinflusst werden.

Eine weitere Aufgabe des Blutes ist die Abwehrfunktion. Blutzellen, vor allem die Leukozyten, und einige Bestandteile des Blutplasmas helfen dem Organismus körperfremde Substanzen und Bakterien unschädlich zu machen.

Zudem wird der Blutverlust durch die Fähigkeit zur Blutgerinnung begrenzt. Für diese besondere Aufgabe sind die Thrombozyten verantwortlich.

1.5. Erythrozyten

Erythrozyten, auch rote Blutkörperchen genannt, machen die Hauptmasse der zellulären Blutbestandteile aus. Männer besitzen 5 Millionen, Frauen 4,5 Millionen Erythrozyten in einem Mikroliter3 Blut. Ihre Gesamtzahl im Blut liegt bei 25-30 Billionen (1012).

Der Volumenanteil der Erythrozyten am gesamten Blutvolumen wird vom Arzt bestimmt. Diesen Wert bezeichnet man als Hämatokrit. Er liegt bei Männern bei 0,47 und bei Frauen bei 0,42. Daraus ergibt sich, dass die Erythrozyten knapp die Hälfte des Blutvolumens einnehmen.

Rote Blutkörperchen sind 2 _m dünne kreisrunde Scheiben, die auf beiden Seiten etwas eingedellt sind und einen Durchmesser von 7 m haben. Aufgrund der bikonkaven4 Scheibchenform werden die Erythrozyten von Fachleuten manchmal auch Diskozyten genannt.

Ihr mittleres Zellvolumen (MCV) liegt bei etwa 85 - 95 _m3. Das hohe Oberflächen-Volumen-Verhältnis ist für die Deformierbarkeit5 der reifen roten Blutkörperchen von großer Bedeutung. Dadurch, dass sie so elastisch und verformbar sind, können sie durch die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren6) gelangen.

Erythrozyten besitzen keinerlei zelluläre Strukturen. Sie haben den Zellkern im Laufe der Zellteilung verloren. Dafür sind sie mit dem eisenhaltigen rotem Blutfarbstoff Hämoglobin (Hb) angefüllt. Insgesamt setzen sich die roten Blutkörperchen aus 63% Wasser, 33% Hämoglobin und 4% Stroma (Stützmaterial) zusammen.

Das Hämoglobinmolekül besteht aus vier Polypeptidketten mit je einer Farbstoffgruppe Häm. Die Aminosäurensequenz der einzelnen Ketten ist unterschiedlich: die _-Kette enthält 141 Aminosäuren, die _-, _- und _-Ketten enthalten 146 Aminosäuren.

Es besteht aus 96% Eiweiß(Globin) und 4% Häm, wobei sich die 4% aus 3,66% Protoporphyrin7 und 0,34% Eisen zusammensetzen.

Es besitzt die Fähigkeit Sauerstoff an sich zu binden. Und zwar kann ein Hämoglobin-Molekül vier Sauerstoff- Moleküle an sich binden. Insgesamt transportieren Erythrozyten 300ml Sauerstoff pro Liter Blut. Wenn Sauerstoff gebunden wird, verändert sich die Farbe des Blutes. Bei der Aufnahme entsteht aus dem dunkelroten Hämoglobin das hellrote Oxyhämoglobin (HbO2). Der Sauerstoff wird allerdings nur locker gebunden und kann somit jederzeit wieder abgegeben werden. Ob das Hämoglobin das Atemgas bindet oder abgibt hängt von dem O2-Gehalt der Umgebung ab. Die Anzahl der Sauerstoff-Moleküle in der Lunge ist zum Beispiel sehr groß, also diffundieren sie in die Erythrozyten und werden an das Hämoglobin gebunden. Anstelle des Sauerstoffs kann auch Kohlenmonooxid, zum Beispiel aus Autoabgasen oder Zigarettenrauch, an das Hämoglobin gebunden werden. Diese Bindung ist allerdings 200mal stärker und führt dadurch zu einer Blockierung des Sauerstofftransportes.

Erythrozyten haben eine relativ kurze Lebensdauer von etwa 120 Tagen. Der Grund für ihr frühes Absterben ist die Tatsache, dass sie keine zellulären Bestandteile besitzen.

Damit die abgestorbenen Erythrozyten nicht den Sauerstofftransport behindern, werden sie von Fresszellen, sogenannten Makrophagen, entsorgt. Einige Abbauprodukte des Hämoglobins gelangen zur Leber und werden dort mit dem Gallensaft ausgeschieden.

Die roten Blutkörperchen werden allerdings ständig neu gebildet. In einer Sekunde entstehen etwa 2,5 Millionen neue Blutzellen. Sie entstehen durch Zellteilung aus Stammzellen, die im roten Knochenmark enthalten sind.

Erythrozyten erfüllen drei wichtige Aufgaben. Zum einen die Sauerstofftransportfunktion, die schon im oberen Teil erläutert wurde, bei der O2 von den Lungen zu den Zellen transportiert wird. Eine zweite Transportfunktion ist die Beförderung von Kohlenstoffdioxid von den Zellen zu den Lungen. Die letzte Aufgabe der roten Blutkörperchen ist die Pufferfunktion.

1.6. Leukozyten

,,Leukozyten sind kernhaltige weiße Blutkörperchen des zirkulierenden Blutes mit spezifischen Abwehrfunktionen." (Git Verlag Ernst Giebeler (Hrsg.). Dr. med. Gerhard Zeile u.a. Kompendium der praktischen Hämatologie. 2. Aufl. Darmstadt. 1983)

Im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen besitzen sie keine markante Eigenfarbe, sondern sind mit einer weißlichen Zellschicht überlagert.

Leukozyten stellen eine Vielfalt der Zelltypen dar. Der Grund hierfür sind ihre Aufgaben. Ihre Hauptfunktion ist die Abwehr von Krankheitserregern und für diese sind viele verschiedene Zelltypen erforderlich.

Durch die Bekämpfung von Viren, Bakterien etc. kann die Zahl der Leukozyten nicht konstant bleiben. Denn sie ist abhängig von der Aktivität des Abwehrsystems.

Normalerweise sind 5000-10000 weiße Blutzellen pro Mikroliter Blut in unserem Körper vorhanden. Damit sind aber nur etwa 5% der Leukozyten erfasst, denn eine große Anzahl befindet sich im Knochenmark oder wandert durch Gewebe und Organe. Ihre relative Häufigkeit wird durch das Differentialblutbild bestimmt.

Zwei Typen der weißen Blutkörperchen, die Granulozyten und die Makrophagen, besitzen die Fähigkeit sich wie eine Amöbe8 selbstständig fortbewegen zu können. Außerdem können sie sich durch feine Lücken in den Wänden der kleinen Blutgefäße zwängen. Hierbei treffen die beiden Gruppen auf Krankheitserreger und verhalten sich wieder wie Amöben: Die Zellen stülpen einen Teil ihres Zellplasmas aus und schließen somit die Erreger in eine Vakuole ein, in der sie dann verdaut werden. Diesen Vorgang der Bekämpfung von Krankheitserregern nennt man Phagozytose.

Die Granulozyten (granulum lat. - kleines Korn) besitzen für sie typische kleine Körnchen im Zellleib und werden in den Stammzellen des Knochenmarks gebildet. Es gibt drei verschiedene Typen von Granulozyten. Die neutrophilen, eosinophilen und basophilen Granulozyten. Den größten Anteil haben die Neutrophilen. Ihre Kernform gibt Aufschluss über ihr Alter: Junge Blutzellen sind stabkernig, je älter sie wird desto stärker wird der Kern unterteilt und erscheint segmentkernig. Die beiden anderen Typen sind unter anderem an allergischen Reaktionen beteiligt.

Makrophagen entstehen aus Monozyten. Diese sind die größten Zellen im strömenden Blut. Ihr großer Zellkern ist in der Regel nierenförmig und dabei manchmal gelappt.

Aufgrund der Fähigkeit der Fresszellen sich an die Erreger anpassen zu können, gibt es noch eine dritte Gruppe von Leukozyten, die Lymphozyten. Sie sind kleine Zellen mit einem großen, runden Kern und einem schmalen Zytoplasmasaum. Wie alle Blutzellen stammen auch sie aus dem Knochenmark. Lymphozyten arbeiten sehr gezielt gegen die Krankheitserreger, indem sie spezielle Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, die in der Blutflüssigkeit schwimmen, produzieren. Antikörper sind y-förmige Gebilde, die Viren, Bakterien u.a. an bestimmten Oberflächenstrukturen erkennen können. Dazu heften sie sich an dessen Oberfläche, so dass die Erreger agglutinieren (verklumpen).

1.7. Thrombozyten

Die kleinsten Blutzellen, die Thrombozyten, werden auch Blutplättchen genannt. Da sie so klein sind nimmt man sie unter dem Mikroskop normalerweise gar nicht wahr.

Thrombozyten sind farblose, flache Gebilde von cirka 1-3 _m Durchmesser und weniger als 1 _m Dicke. Sie haben eine Lebensdauer von nur etwa 6-12 Tagen, da sie sehr kontaktsensible Zellen sind. Im Blut sind ungefähr 250000-400000 Blutplättchen pro Mikroliter enthalten.

Unter dem Elektronenmikroskop erkennt man, dass die Thrombozyten viele Speicherkörnchen (Granula) im Inneren besitzen. Die Granulas enthalten Substanzen, die die Blutgerinnung einleiten. Daher spielen die Blutplättchen eine wichtige Rolle bei der Blutstillung nach Verletzungen.

1.8. Das Blutplasma

Das Blutplasma ist die Blutflüssigkeit in der die Blutzellen schwimmen. Es besteht aus 90% Wasser und 10% darin gelösten Substanzen, wie Mineralstoffe, Proteine und Glukose aus der Verdauung. Mithilfe der Mineralstoffe wird die mineralische Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten konstant gehalten. Dies ist eine wesentliche Vorraussetzung der Funktionstüchtigkeit unseres Organismus. Natrium und Chlorid, die zusammen das Kochsalz bilden, sind die vorherrschenden Mineralstoffe. Deshalb kann man nach starken Blutungen den Flüssigkeitsverlust durch eine entsprechend konzentrierte Kochsalzlösung (0,9%ig) beheben. Dadurch wird der Kreislauf stabilisiert und ein Herzstillstand vermieden.

In 100ml sind durchschnittlich 8g Eiweißenthalten, die aus einem Gemisch verschiedener Proteingruppen bestehen. Zum einen sind dieses die Albumine, zum anderen die Globuline.

Albumine übernehmen mit 60% den größeren Anteil der Proteine. Sie spielen eine große Rolle bei der Konstanthaltung des Flüssigkeitsvolumens im Blut und in den Zellen. Im Bereich der Kapillaren wird Plasmaflüssigkeit ständig durch den Blutdruck und durch die Wasser bindende Kraft der Albumine gegen Flüssigkeit aus Zellen ausgetauscht. Sinkt der Albumingehalt des Blutes, wie es zum Beispiel bei lang andauerndem Hunger der Fall sein kann, so vermindert sich das Wasserbindungsvermögen des Blutes, und es kommt zu Wasseransammlungen im Körper. Außerdem dienen die Albumine weiterhin dem Transport vieler Substanzen, wie zum Beispiel Hormone, Nährstoffe, Vitamine, Elektrolyte9, Medikamente und Giftstoffe.

Die Globuline lassen sich in _1-, _2-, _- und _-Globuline unterteilen. Sie dienen ebenfalls wie die Albumine dem Stofftransport. Zu ihnen gehören aber auch die Gerinnungsfaktoren Prothrombin und Fibrinogen, die neben den Thrombozyten eine wichtige Funktion bei der Blutstillung haben.

Beide Proteingruppen tragen zur Regelung des Säure-Basen-Haushalts bei. H+- und OH-Ionen werden je nach aktuellem pH-Wert von den Proteinen aufgenommen oder dissoziiert.

1.9. Mikroskopische Untersuchung

Materialien:

frisches Schweineblut, Mikroskop, Objektträger, Deckgläschen, Becherglas, Pipette, Strohhalm

Durchführung:

Zur Vorbereitung reinige ich die Objektträger und die Deckgläschen mit heißem Wasser. Dann durchmische ich das Schweineblut mit einem Strohhalm, damit die Blutbestandteile gut verteilt sind. Danach fülle ich etwas Blut in ein Becherglas um. Zur mikroskopischen Untersuchung ist es nötig eine Blutausstriche zu machen. Um einen Blutausstrich anzufertigen wird ein kleiner Bluttropfen auf das Ende des Objektträgers gegeben und mit einem Deckgläschen ausgestrichen. Der Tropfen breitet sich erst an der Kante des Deckgläschen aus und wird dann hinter der Kante hergezogen. Der Ausstrich dient dazu, dass die Blutzellen nicht übereinander, sondern gut sichtbar nebeneinander liegen.

,,Je kleiner der Ausstrichwinkel und je langsamer man ausstreicht, um so dünner wird der Ausstrich." (Git Verlag (Hrsg.). M. Baake u. A. Gilles. Hämatologie. Theorie und Praxis für medizinische Assistenzberufe. Darmstadt. 1994)

Dann lege ich ein Deckgläschen auf den Ausstrich und lege das fertige Präparat unter das Mikroskop. Zuerst kontrolliere ich durch einen Blick in das Okular, ob der Ausstrich gelungen ist. Normalerweise braucht man als Laie mehrere Versuche, da es bei der Ausstrichtechnik viele Fehlerquellen gibt, wie zum Beispiel ein zu dicker Tropfen oder ein zu schnelles bzw. zu langsames Ausstreichen.

Dann lasse ich das Präparat cirka 2-4 Minuten liegen, da die Bewegungen der Blutzellen sehr schnell sind und man damit ihre Geschwindigkeit etwas senken kann. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Zellen nicht austrocknen. Danach beobachte ich alles.

Beobachtung:

Aufgrund der auf beiden Seiten eingedellten Scheibchenform erkennt man sofort bei welchen Blutzellen es sich um Erythrozyten handelt. Außerdem fand ich heraus, dass es zum Teil auch rote Blutkörperchen in sternförmiger Gestalt gibt. Außerdem erkannte ich, dass ein Großteil der Blutzellen Erythrozyten sind. Dies stimmt mit der Tatsache überein, dass die roten Blutkörperchen knapp die Hälfte des Blutvolumens ausmachen. Leukozyten konnte ich unter dem Mikroskop nur einige finden. Blutplättchen konnte ich aufgrund ihrer Größe nicht wahrnehmen.

2. Kreislaufsysteme im Vergleich

2.1. Kreislaufsystem des Menschen

Durch das Gefäßsystem, in dem das Blut durch den Körper strömt, gelangen die Grundstoffe und der Sauerstoff zu den Zellen. Zugleich werden lösliche Abfallstoffe wie CO2 und Harnstoffe über dieses System entsorgt. Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn das Blut ständig in Bewegung bleibt. Das Herz pumpt deshalb unablässig und befördert etwa 10 Liter Blut pro Minute durch unsere Adern.

Das Gefäßsystem ist beim Menschen geschlossen, das heißt, das Blut bewegt sich vom Herzen weg und wieder dorthin zurück. Dabei unterscheidet man einen kleinen und einen größeren Kreislauf. Das Blut versorgt die Zellen durch den Körperkreislauf, während der Lungenkreislauf einen Austausch von Gasen in der Lunge ermöglicht.

Damit der Fluss des Blutes bei einem so langen Weg aufrechterhalten werden kann, geht von dem Herzen eine gewisse Sogwirkung aus. Außerdem sind in den Venen, den Adern, die das Blut zum Herzen hinleiten, Taschenklappen an den Wänden, die den Rückfluss ähnlich wie im Herzen verhindern.

Durch die vielen Verzweigungen der Adern fließt das Blut unaufhörlich zu allen Organen, um sie zu versorgen.

2.2. Kreislaufsystem der Insekten

Im Laufe der Evolution ist das Blutgefäßsystem der Insekten mit der Leibeshöhle verschmolzen. Somit entstand ein Hohlraum, in dem das Blut frei fließt. Dieser Hohlraum ist in drei Teile unterteilt; in dem mittleren, der gleichzeitig der größte ist, liegen die Verdauungs- mit den Ausscheidungsorganen und die Fortpflanzungsorgane. In dem unteren Teil liegt das Bauchmark und in dem oberen liegt der Herzschlauch. Dieser ist der einzige Überrest des Gefäßsystems der Insektenvorfahren. Er verläuft an der Rückenseite vom Hinterende bis zum Kopf. Durch Wellen, die von hinten nach vorne schreiten, wird das Blut ständig kopfwärts transportiert, wobei andauernd Blut durch seitliche Poren (Ostien) nachströmt. Durch Rückstauventile ähnlich wie beim Menschen wird verhindert, dass Blut auf diesem Wege aus dem Herzen austritt.

Das Blut der Insekten ist anders als beim Menschen farblos und nur im geringen Maße am Sauerstofftransport beteiligt, da diese Aufgabe die Atemröhren übernommen haben. Eine Ausnahme gibt es bei den Mückenlarven, bei denen das Hämoglobin allerdings nicht an Blutzellen gebunden ist, sondern frei im Plasma schwimmt. Die Hauptaufgabe des Blutes von Insekten ist der Transport von gelösten Nährstoffen, Exkreten, Hormonen und den weißen Blutkörperchen.

Den Blutkreislauf eines Insekts nennt man offenes Blutgefäßsystem.

2.3. Kreislaufsystem eines Reptils

Das Blutgefäßsystem der Reptilien ist dem der Menschen ziemlich ähnlich. Es gibt nur einige Abweichungen.

Das Herz der Reptilien ist nur unvollständig von einer Scheidewand geteilt. Das hat zur Folge, dass sich das sauerstoffarme Blut mit dem sauerstoffreichem Blut im Herzen vermischt. Allerdings verläuft das Blut im Kopf getrennt, so dass wie beim Menschen das sauerstoffreiche Blut durch die Arterien und das sauerstoffarme Blut durch die Venen strömt.

Neben dem unterschiedlichen Aufbau des Herzens haben Reptilen einen venösen Nierenkreislauf. Das heißt, dass sie neben dem Körper- und dem Lungenkreislauf noch einen weiteren Kreislauf besitzen, der von den Nieren zu dem Schwanz und den Hinterextremitäten und wieder zu den Nieren verläuft.

Außerdem haben die roten Blutzellen bei Reptilien noch einen Zellkern. Die Funktionen der Blutzellen sind überwiegend die selben wie beim Menschen.

Allgemein kann man sagen, dass das Blutgefäßsystem eines Reptils in seiner Entwicklung stehen geblieben ist, denn hätte es sich weiter entwickelt würde es unserem Gefäßsystem komplett gleichen.

Schlussteil

Abschließend kann man sagen, dass Blut das wichtigste Organ aller Lebewesen ist. Ohne Blut könnte man nicht leben; das sieht man schon daran, dass bei einem Blutmangel und einer Veränderung des Blutbildes ein Lebewesen nicht mehr vollständig funktionsfähig ist.

Mit der Facharbeit habe ich die Bedeutung des Blutes hervorgehoben. Die Zusammensetzung des Blutes ist aufgrund der vielen verschiedenen Besonderheiten kompliziert.. Außerdem habe ich schon bei der Sammlung der Materialen bemerkt, dass Blut ein sehr breit gefächertes Thema ist. Es war sehr schwer, die einzelnen Bereiche von einander abzugrenzen, da alles in gewisser Weise zusammenhängt.

Mit dem ersten Teil meiner Facharbeit ,,Blut - Bedeutung, Zusammensetzung und Funktion" bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Obwohl ich sehr viel Arbeit und Zeit darin investiert habe, hat es mir sehr viel Freude bereitet. Besonders interessant fand ich die mikroskopische Blutuntersuchung.

Mit dem zweiten Teil ,,Kreislaufsysteme im Vergleich" hatte ich dagegen einige Probleme. Es war sehr schwer Literatur über die einzelnen Kreisläufe zu finden, vor allem über den der Reptilien. Die aufgespürte Literatur war oft nicht verwendbar. Trotzdem habe ich versucht mit den Materialien, die mir zur Verfügung standen, einen Überblick zu verschaffen.

Glossar

1 V=Gesamtmenge; v=Testmenge Blut; A=bekannt hohe Aktivität; a=geringe Aktivität
2 allgemein: getrennt, zerlegt chemisch: in Ionen gespalten
3 1/1000000 Liter
4 auf beiden Seiten eingedellt
5 Verformbarkeit
6 die kleinsten Blutgefäße; Durchmesser von etwa 5 _m; Gesamtlänge von etwa 100000 Kilometern = Hauptteil des menschlichen Gefäßsystems; durch sie können Stoffe von der Blutbahn in die Gewebe gelangen und umgekehrt
7 1,3,5,8-Tetramethyl-2,4-divinyl-porphin-6,7-dipropionsäureporphin; aus der Gruppe der Porphyrine; Farbstoffgruppe mit Eisenanteilen, die aus dem Porphin entsteht
8 Einzeller; bewegen sich durch Ausstrecken und Zurückziehen dicker Plasmafortsätze (Pseudopodium)
9 Verbindungen (Säuren, Basen; Salze) die in wässriger Lösung in Ionen zerfallen;
10 Elektrolyse: Trennung gelöster, dissoziierter Substanzen (Ionen) durch eine elektrische Gleichspannung, dass die elektrisch positiv geladenen Kationen zum Minuspol (Kathode) und die negativen geladenen Anionen zum Pluspol (Anode) Wandern

Literaturverzeichnis

Mentor. Biologie. Immunität, Sexualität, Blutkreislauf. Zentrale Themen der Humanbiologie. Oberstufe. München. 2000.

Urban & Schwarzenberg. Deetjen, Speckmann (Hrsg.). Physiologie. 2.Aufl. 1994.

Git Verlag Ernst Giebeler (Hrsg.). Dr. med. Gerhard Zeile u.a. Kompendium der praktischen Hämatologie. 2. Aufl. Darmstadt. 1983.

Git Verlag (Hrsg.). M. Baake, A. Gilles. Hämatologie. Theorie und Praxis für medizinische Assistenzberufe. Darmstadt. 1994.

De Gruyter. Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 255. Auflage. Berlin, New York. 1986.

Gustav Fischer Verlag. H. Wurmbach. Lehrbuch der Zoologie. Band I. Stuttgart. 1970.

Gustav Fischer Verlag. H. Wurmbach. Lehrbuch der Zoologie. Band II. Stuttgart. 1971.

Kindler Verlag. Grzimeks Tierleben. Band 2. Insekten. Zürich. 1969.

Kindler Verlag. Grzimeks Tierleben. Band 6. Kriechtiere . Zürich. 1971.

Schroedel. Biologie heute S II. Neubearbeitung. Würzburg. 1996.

Knaur. Das Buch de Gesundheit. Stuttgart, München. 1986.

8 von 9 Seiten

Details

Titel
Blut - Zusammensetzung und Funktion
Note
2+
Autor
Jahr
2002
Seiten
9
Katalognummer
V107307
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blut, Zusammensetzung, Funktion
Arbeit zitieren
Tina-Carolin Moser (Autor), 2002, Blut - Zusammensetzung und Funktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107307

Kommentare

  • Gast am 12.10.2007

    Danke.

    Danke auch bei einfachen Fragen wie:Wie ist die Zusammensetzung von Blut?
    Fidet man hier super schnell richtige Antworten!
    Danke nochmal

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Titel:  Blut - Zusammensetzung und Funktion


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