Überblick über die Tiefenpsychologie


Referat / Aufsatz (Schule), 2002

15 Seiten, Note: Keine Beno


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Inhalt

1. Psychoanalyse
1.1 Lebenslauf von Sigmund Freud
1.2 Das topologische Modell
1.3 Das Instanzenmodell
1.4 Die Dynamik der Instanzen
1.5 Abwehrmechanismen
1.6 Die Übertragungsprozesse
1.7 Die Dynamik der Persönlichkeit
1.8 Die Angstarten
1.9 Der Mensch als Energiesystem
1.10 Die Phasen der frühkindlichen Entwicklung
1.11 Der Oedipuskomplex
1.12 Methoden der Psychoanalyse
1.13 Fallbeispiel

2. Individualpsychologie
2.1 Lebenslauf von Alfred Adler
2.2 Begriffsklärungen
2.3 Fallbeispiel

3. Vergleich der Psychoanalyse und der Individualpsychologie

4. Quellenangabe

Zusammentragung über die Psychoanalyse durch Freud und ein Ausschnitt aus der Individualpsychologie von Alfred Adler zum Vergleich

1. Psychoanalyse

1.1. Lebenslauf von Sigmund Freud

- Sigmund Freud als „Vater der Psychologie“
- alles kommt aus dem Unbewussten
- das Unbewusstsein ist in der Psyche jedes Menschen vorhanden und steuert den ihn
- * 6.Mai 1856 in Freiberg 23.September 1939 in London
- 1860 Umzug nach Wien (wegen „Firmenpleite“ seiner Familie)
- Medizinstudium an einer Wiener Universität
- Differenzen mit Prof. Dr. Meinhardt (es gibt keine psychischen Störungen)
- zeitlang in Paris - Charcot als sein Lehrer für die Grundlagen der Hypnose
- 1885 Privatpraxis in Wien, Zusammenarbeit mit Breuer als Nervenarzt
- Freud entwickelt die Grundlagen der Psychoanalyse
- überwiegende Ablehnung („Pansexualismus“)
- er lebte in seiner Familie jüdische Traditionen aus
- Freud hat alles auf sexuelle Gründe zurückgeführt → Sexualität war verpönt → Ablehnung
- 1886 Freud als Nervenarzt und Hypnotherapeut in Wien
- 1886 Heirat mit Martha Bernays, 6Kinder
- er betreibt an seinen Kindern Studien
- 1895 Veröffentlichung der „Studien über Hysterie“ in Zusammenarbeitung mit Breuer
- ab 1902 bis zur Emigration war er Professor in Wien
- 1910 Gründung der Wiener Psychoanalytiker-Vereinigung
- Anna Freud studiert Psychologie und Medizin
- sie führt die Lehren des Vaters weiter und wandte sie besonders bei „Störungen des kindlichen Seelenlebens“ an
- 1938 emigriert er nach England
- 1939 erkrankt er an Krebs

1.2. Das Topologische Modell

Die Psyche eines Menschen befindet sich auf 3 Ebenen

Das Bewusste:

Alle Handlungen, Gefühle und Gedanken, die gerade aktuell sind.

Das Vorbewusste:

Alle Gedanken, Erinnerungen und Handlungen, die kurzzeitig aus dem Bewussten verdrängt wurden. Durch verstärkte Aufmerksamkeit kann man es sich wieder bewusst machen.

Das Unbewusste:

Sind alle verdrängten Traumata, Ängste, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Vorstellungen (meist aggressiver oder sexueller Art), die ein Mensch nicht mit seinem Selbst- bzw. Weltbild vereinbaren kann und sie verdrängt.

Sie kommen nur mit bestimmten Methoden (freie Assoziation, Traumdeutung und Hypnose) wieder hervor.

- alle 3 Begriffe sind psychische Vorgänge
- alles was mit dem Unbewussten zu tun hat, läuft auch unbewusst ab

Bsp.: extreme Angstzustände können dazu führen, dass ein Mensch nicht mehr

„existieren“ kann → Störungsentwicklung

Ängste (usw.) werden immer vom vegetativen Nervensystem aus ausgeglichen

- bei psychischen Störungen reagiert das Unbewusste, bei Krankheiten das Immunsystem
- Ängste, Gefühle und Triebe entstehen schon im Kindesalter, die es nicht mit seinem Weltbild eines Kindes vereinbaren kann → Verdrängung ins Unbewusste
- Sexualität ist alles das, was mit Bedürfnisbefriedigung zu tun hat (Körperkontakt...)

1.3. Das Instanzenmodell

- Denkmodell
- die Seele/Psyche eines jeden Menschen besteht aus 3 Teilen

1. ES: - älteste Instanz
- gesamter, unbewusster und irrationaler Teil
- Triebe, alles Verdrängte
- es ist mit der Geburt vorhanden, alles biologisch angelegte
- im ES steckt die gesamte psychische Energie
- Es strebt immer nach sofortiger Triebbefriedigung
- Ziel = Lustgewinn

2. Ü-ICH: - Gewissen, Normen, Werte, Moral, Verbote und Traditionen
- ähnlich wie ein innerer Zensor
- wirkt durch Erziehung und Identifikation
- Idealvorstellungen sind hier verankert
- entwickelt sich mit 5./6.Lebensjahr
- zunächst Vorbewusst (von den Eltern kommend) → anschließend bewusst

3. ICH: - handelnde und steuernde Funktion
- Wahrnehmen, Denken, Gedächtnis
- Aufgabe, die Triebe des ES und die Wünsche des Ü-ICH mit der Umwelt abzugleichen
- bewusster und rationaler Teil
- will auch Befriedigung und Lust, aber nur dann, wenn es der Psyche nicht schadet
- dient der Anpassung und Selbsterhaltung des Menschen

1.4. Dynamik der Instanzen

- das ICH muss sich immer zwischen dem Ü-Ich und dem ES entscheiden
- Wechselbeziehung zwischen ES und Ü-ICH

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Trieb, der sofort befriedigt werden will
2. nein, weil es gegen die Moral verstößt
3. ICH gleicht mit der Realität ab

- Freud geht von der Dominanz des ES aus
- egal wie sich das ICH entscheidet, es entsteht immer eine Triebspannung

1.5. Abwehrmechanismen

Def.: Abwehrmechanismen sind Schutzmaßnahmen des Ich, die die Triebe des ES und die Ansprüche des Ü-Ich aus dem Bewussten ausschalten und unbewusst machen und somit drohende Konflikte vermeiden und Angst reduzieren.

1. Verdrängung: Abwehr der Angst durch das „Unbewusst machen“ Angst auslösender Inhalte. Bsp.: Triebwünsche, Gefühle, Bedürfnisse... A-Bsp.: Traumata, Unfälle werden unbewusst gemacht

2. Projektion: Eigenschaften, die die eigene Person betreffen, die man aber an sich selbst nicht wahrhaben will, werden anderen Personen, -gruppen zugeschrieben und man geht davon aus, dass diese Eigenschaften von den anderen Personen kommen. Bsp.: Bedürfnisse, Neigungen, unverarbeitete Probleme A-Bsp.: Jemand will sich seine Homosexualität nicht eingestehen und projiziert sie deshalb auf andere Homosexuelle, die es zeigen und er macht abfällige Bemerkungen.

3.Identifikation: Angstabwehr durch die Identifikation mit einer anderen Person Bsp.: starke Persönlichkeiten, Musiker, Schauspieler

4. Reaktionsbildung: Angstabwehr durch Umwandlung von Gefühlen ins Umgekehrte Bsp.: Liebe → Hass, Schuldgefühl → Freundlichkeit A-Bsp.: Homosexueller wehrt sich gegen Annäherungsversuche

5. Fixierung: Bei unzureichender oder übertriebener (exzessive) Befriedigung von Triebwünschen und Bedürfnissen kann den Menschen in einer frühkindlichen Entwicklungsphase stehen bleiben und an bestimmten Verhaltensweisen festhalten lassen. A-Bsp.: bei der Entwicklung der Schluckphase wird viel gegessen und man empfindet es als normal → Fresssucht ist möglich

5. Verschiebung: Wünsche und Bedürfnisse, die nicht am Original befriedigt werden können, werden an einem Ersatzobjekt realisiert. Bsp.: Pornographie, sexuelle Witze und Zoten = Ersatzobjekt A-Bsp.: Ein Angestellter hat Wut auf seinen Chef, doch tobt diesen bei der Frau aus, weil er es sich seinem Chef gegenüber nicht traut.

6. Regression: Enttäuschungen, Befürchtungen, Probleme oder Überforderungen können einen Rückfall auf ein bereits überwundenes Entwicklungsstadium hervorrufen. Vorraussetzung ist aber, dass wichtige Triebwünsche oder Bedürfnisse in der frühen Kindheit nicht ausreichend oder exzessiv befriedigt wurden.

7. Rationalisierung: Verpönte Wünsche, unangepasste Verhaltensweisen werden mit vernünftigen und plausiblen Gründen erklärt, um die wahren Gründe zu vertuschen A-Bsp.: jemand schneidet in der Prüfung schlecht ab und begründet es damit, dass der Unterricht in der Schule schlecht gewesen wäre

8. Widerstand:Der Mensch wehrt sich gegen das Aufdecken verdrängter Inhalte und Vorgänge Bsp.: Ansprechen von unverarbeiteten Problemen und Konflikten A-Bsp.: Therapien, die in die entscheidende Phase kommen, werden abgebrochen, um dem inneren Konflikt aus dem Weg zu gehen

9. Sublimierung: Nicht zugelassene Wünsche und Bedürfnisse werden umgesetzt in Leistungen, die von dem sozialen Umfeld gefordert werden. A-Bsp.: unerfüllte Liebe → Gedichte

- Methoden, mit denen man etwas Bewusstes ins Unbewusste „schickt“
- sind psychische Vorgänge mit einem hohen Grad an unbewussten Anteilen
- sie dienen dazu Konflikte zwischen den Instanzen zu vermeiden oder zu lösen
- Angstabwehr
- unbewusste Abwehrmechanismen

Übungsbeispiel:

Peter sitzt beim Kaffeetrinken seiner Oma und langweilt sich.

Instanzenmodell:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abwehrmechanismen:

Projektion: „Blöd sind die!“

Verschiebung:

Regression: Peter rutscht auf dem Stuhl hin und her

Fixierung: er schmollt und quengelt

Sublimierung: er beginnt Papierservietten zu falten

Verdrängung:

1.6. Übertragungsprozesse

- wird oftmals mit Abwehrmechanismen gleichgesetzt

Def.: In aktuellen Situationen (sozial) werden unbewusst frühere Situationen aus den frühkindlichen Entwicklungsphasen aktualisiert. Man überträgt auch vergangene Situationen aus den frühkindlichen Entwicklungsphasen auf aktuelle Situationen. Oftmals verhält man sich zum aktuellen Zeitpunkt, wie in der vergangenen Situation.

- Bsp.: man erkennt in einem aktuellen Partner einer vergangene Leitperson
- Übertragungsprozess findet in Therapien ihre Anwendung
- Gegenübertragungsprozess: Bsp.: Geisel verliebt sich in den Geiselnehmer

1.7. Dynamik der Persönlichkeiten

1. ICH - stark: ICH ist stark genug, um die Wünsche des ES, die Gebote und Verbote des Ü-Ich und die Realität miteinander zukombinieren.

Das ICH kann die eigenen Bedürfnisse realisieren, es kann aber auch in freier Entscheidung zurückstellen und aufschieben.

Diese Person ist in ihrem Verhalten selbstbestimmend.

2. ICH - schwach: ICH wird entweder von den Triebwünschen des ES oder von den Normen des Ü-ICH beherrscht oder es kann den Anforderungen der Realität nicht entsprechen. Diese Peron ist in ihrem Verhalten fremdbestimmend.

1.8. Die Angstarten

a) Realitätsangst: Sie tritt auf, wenn sich die Person durch Gefahren aus der realen Umwelt bedroht fühlt. Bsp.: Ältere Menschen haben im dichten Verkehr Angst von einem Auto überfahren zu werden.

b) Neurotische Angst: Sie tritt auf, wenn die Person die Triebwünsche des ES als übermächtig und bedrohlich erlebt.

c) Moralische Angst: Sie tritt auf, wenn die Triebwünsche des ES gegen übermächtige Gebote und Verbote des Ü-Ich verstößt. Das Ich hat das Problem, dass das Ü-Ich übermächtig wird.

1.9. Der Mensch als Energiesystem

- der Mensch funktioniert wie ein geschlossenes System
- ständig kommen durch das ES aggressive und sexuelle Triebe → Triebenergie
- ICH und Ü-Ich müssen dies ausgleichen
- kann die Triebenergie durch Abwehrmechanismen nicht verdrängt oder rationalisiert werden, kann es zu psychischen Störungen kommen

Triebe: Bedürfnisspannung, die aus dem ES hervorkommt

Eros: Liebes-, Selbst-, Arterhaltungstrieb baut Bindungen zu anderen auf

Tanatos: Todes-, Zerstörungs-, Destruktionstrieb, zerstört Bindungen zu anderen

Libido: verfügbare Energie des Eros

Erogene Zone: lustverursachende Körperstellen, dorthin wird die Triebenergie transportiert

Narzissmus: Selbstliebe

1.10. Die Phasen der frühkindlichen Entwicklung

1. Phase: Orale Phase

- Altersabschnitt: ungefähr bis 1,5 Jahren
- Ursprung des Wortes: os (lat. =Mund)
- erogene Zonen : Mund, Lippen, Zunge
- darüber entwickelt das Kind Lustgewinn
- durch die Nahrungsaufnahme werden die erogenen Zonen stimuliert
- sich versuchen jeglichen Kontakt (Hautkontakt mit der Mutter...) durch die erogenen Zonen aufzunehmen
- werden diese Bedürfnisse ausreichend erfüllt, entsteht zur Mutter ein Urvertrauen
- werden die Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigt, entsteht ein Urmisstrauen zu Mutter
- die ersten 4 Wochen werden auch als Intentionale Phase bezeichnet
- Störungsansätze: wenig Geborgenheit kann später zu einer emotionalen Distanz, zu Kühle und Widerstand führen, eventuell später zu Asthmaanfällen und Neurodermitis und Flucht in eine Traumwelt führen Zu viel Geborgenheit kann zu einer Fixierung, zu Gier und Fressanfällen führen

2. Phase: Anale Phase

- Altersabschnitt: ungefähr 1,5 - 3 Jahre
- Ursprung des Wortes: ano (lat. = Darmausgang)
- erogene Zonen: Darmausgang
- das Kind verbindet damit Lustempfindung, dass es seinen Körper ganz bewusst steuern kann
- Reinlichkeitserziehung durch die Eltern
- Kind bekommt Lob von den Eltern → gewisse Macht über die Eltern
- Kind kann seine Körperfunktionen steuern
- Kind hat großes Interesse alles zu untersuchen
- es entwickelt eine Ahnung für eigenen Besitz
- Störungsansätze: werden Kinder übertrieben zur Reinlichkeit erzogen, entsteht ein Analcharakter, bekommt es ständig Verbote sich nicht dreckig machen zu dürfen, kann es zu übermäßigem Ehrgeiz, Leistungsdruck, übermäßiger Ordentlich- und Sauberkeit führen, der eingeschränkte Bewegungsdrang kann zu motorischen Störungen führen

3. Phase: Phallische Phase

- Altersabschnitt: 3 - 6 Jahre
- Ursprung des Wortes: Phallus (lat. = das Glied)
- erogene Zonen: Genitalien
- das Kind entwickelt verstärkt ein Interesse am eigenen Körper
- später auch am anderen Geschlecht
- Oedipuskomplex. Elektrakomplex
- Störungsansätze: Hinderung an der Erkundung Scham gegenüber seinem Körper

4. Phase: Latenzphase

- Altersabschnitt: 6 -10 Jahre
- erogene Zonen: keine besonderen
- zu dieser Zeit wird das Kind in die soziale Schicht eingegliedert
- es erhält die Schulreife und Kulturtechniken
-Störungsansätze: infantile Amnesie: frühe (1.-3.Phase) sexuelle Phasen werden meist völlig vergessen

5. Phase: Genitale Phase

- Altersabschnitt: ab dem 10.Lebensjahr
- erogene Zonen: Genitalien
- Aufnahme von sozialen und sexuellen Kontakten (Pubertät) und körperliche Reifung

1.11. Der Oedipuskomplex

- Oedipuskomplex bei Männern
- Elektrakomplex bei Frauen
- Sage: Oedipus tötet unbewusst seinen Vater und heiratet seine Mutter
- für Freud ist es der Anlass, die Entwicklung in der phallischen Phase Oedipuskomplex zu nennen
- jedes Kind macht diese Stufen (sexuelle Phasen) durch

1. Zuwendung zum gegengeschlechtlichen Elternteil
2. Rivalität mit konkurrierendem Elternteil
3. Angst- und Schuldgefühle im ICH
4. Verzicht, Anerkennung der Realität
5. Identifikation mit gleichgesinntem Elternteil

- erlernt das Kind die Realität anzuerkennen, gibt es eine normale Entwicklung
- lernt es das Kind nicht, kann es zu psychischen Störungen kommen (Neurosen)
- Freud verallgemeinert diesen Triebverzicht
- normale Entwicklung, wenn das Ich zwischen dem ES und dem Ü-Ich abwägen konnte

Instanzenmodell bei einem normal aufgelösten Konflikt:

1. Aufbau des Ü-Ich durch Anerkennung gesell. Normen
2. Annahme der Geschlechterrolle
3. ICH- Stärkung durch Anerkennung der Realität und durch Verzicht
4. Erwerb von Frustrationstoleranz
5. Fähigkeit zum Triebaufschub

- am Ende der phallischen Phase muss ein Kind gelernt haben Triebe aufzuschieben
- Bsp.: es darf nicht gleich anfangen zu heulen, weil es noch 5minuten warten muss, bis es auf den Spielplatz darf

1.12. Methoden der Psychoanalyse

1. Hypnose:

- jemand wird in einen Trancezustand versetzt
- man erinnert sich an Dinge, die einem normalerweise unbewusst sind
- es ist ein schlafähnlicher Zustand
- man kann dieser Person Befehle erteilen
- hypnos (griech. = Schlaf)
- Personen, die beteiligt sind: Hypnotiseur und Patient
- Methoden: a) suggestive Texte

b) fixierende Gegenstände (Pendel)

c) Streichbewegungen

- Entspannung ist die erste Stufe der Hypnose (leichte Hypnose)
- 20-30 Min dauert es, um Hypnose durchzuführen
- mehrere Übungen sind dazu nötig
- niedrige Blutdruck und Herzfrequenz während der Hypnose
- Hypnose wird durch einen Befehl beendet
- Das Bewusste wird während der Hypnose eingestellt
- Phase: 1. niedere Hypnose: Entspannung

2. mittlere Hypnose: teilweise bewusst

3. tiefe Hypnose: Bewusstsein ist ausgeschalten (Kindheitserinnerungen)

- durch Hypnose können die Abwehrmechanismen ausgeschaltet werden
- Selbsthypnose funktioniert nur in der niederen Hypnose
- Hypnose als ein wichtiges Mittel für Freud, um an seine Kindheitserinnerungen für die Therapie zu kommen

2. Freie Assoziation:

- die Therapeuten nennen einen Begriff und der Patient sagt alles, was ihm dazu einfällt
- es geschieht im bewussten Zustand
- Patient liegt auf der Couch, Therapeut steht so, dass der Patient ihn nicht sieht, um ihn nicht zu beeinflussen
- für Freud war jeder einzelne Begriff wichtig
- Einfälle (Worte) sind wie Ketten miteinander verbunden (Assoziationskette)
- Begriffe aus der Traumdeutung (Freudscher Versprecher)
- Die Fehlleistungen: - für die freie Assoziation
- Bsp.: „Hauptsache, es sind alle 5Glieder dran!“ (5Sinne, 4Glieder)

Def.: Alle psychischen Phänomene des Versprechens, Verhörens, Verschreibens, Verlierens, Vergreifens und des vorübergehenden Vergessens von Namen und Erinnerungen... Es ist das Ergebnis eines Kompromisses zwischen 2 nicht zu vereinbarenden Tendenzen.

- oftmals wird es der Müdigkeit zugeschrieben
- Freud: „Nichts davon passiert zufällig!“ „Jedes Phänomen hat seine Ursache im Unbewussten!“

3. Traumdeutung:

- Träume sind da, um unerledigtes vom Tag zu verarbeiten
- Triebe und Bedürfnisse werden in Träumen verarbeitet
- Freud: „Der Traum ist der Königsweg zum Unbewussten!“
- REM-Schlafphasen: Phasen der schnellen Augenbewegung
- Traumaktivität → hohe Gehirnaktivität
- 1. Manifester Traumgedanke:
- an diesen Inhalt erinnere ich mich nach dem Aufwachen
- 2. Latenter Trauminhalt:
- verborgenes, welches das Ü-Ich schockieren würde
- führt im ICH zur Angst, wenn man sich daran erinnern kann
- man würde vor Angst erwachen → Traumarbeit im ICH
- Traumarbeit, um den latenten Traumgedanke zu verschließen

- Methoden: a) Verschiebung
b) Symbolik
c) Verdichtung
d) Umdeutung

- ein unverhüllter Traum ist meist ein Alptraum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Neurosen entstehen, wenn Traumarbeit und Abwehrmechanismen nicht mehr funktionieren

1.13. Analyse aus psychoanalytischer Sicht

Fallbeispiel:

Ausschnitt seiner Persönlichkeit:

- Klaus, 8 Jahre
- er zerbeißt sich mit den Zähnen die Wangenhäute → Schmerzen
- unruhiger Schlaf
- Blinzeltic
- Allgemeinzustand ist schlecht
- 3.Klasse, schlechter Schüler
- unsicherer Gang und abgehackte Sprache
- er träumt von Hexen und Spinnen → Angst
- er will in der Schule übergenau arbeiten, wenn er es nicht schafft, lässt er es einfach sein und weint
- eigentlich lieb, manchmal Wutausbrüche gegen ältere Schwester
- erwünschtes Kind
- störungsfreie Erziehung
- Erziehung durch die Oma (Selbstständigkeit der Mutter)
- strenge Sauberkeitserziehung
- er wurde bei Ungehorsam in den Keller gesperrt
- Essenszwang
- kaum Bewegungsfreiheit

Analyse:

1. Anamnese:

Ich analysiere den Fall „Klaus“ aus psychoanalytischer Sicht.

Er ist ein achtjähriger Junge, der hauptsächlich an Angst, einem Augenblinzeltic und Kauen auf Wangenhäuten leidet.

2. Frühkindliche Phasen und Oedipuskomplex:

Orale Phase - Altersabschnitt: ungefähr bis 1,5 Jahren
- Ursprung des Wortes: os (lat. =Mund)
- erogene Zonen : Mund, Lippen, Zunge
- darüber entwickelt das Kind Lustgewinn
- durch die Nahrungsaufnahme werden die erogenen Zonen stimuliert
- sich versuchen jeglichen Kontakt (Hautkontakt mit der Mutter...) durch die erogenen Zonen aufzunehmen
- werden diese Bedürfnisse ausreichend erfüllt, entsteht zur Mutter ein Urvertrauen
- werden die Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigt, entsteht ein Urmisstrauen zu Mutter
- die ersten 4 Wochen werden auch als Intentionale Phase bezeichnet
- Störungsansätze: wenig Geborgenheit kann später zu einer emotionalen Distanz, zu Kühle und Widerstand führen, eventuell später zu Asthmaanfällen und Neurodermitis und Flucht in eine Traumwelt, zu viel Geborgenheit kann zu einer Fixierung, zu Gier und Fressanfällen führen

Begründung: 1. beißt er sich auf die Wangenhäute

2. Urmisstrauen zur Mutter

Anale Phase - Altersabschnitt: ungefähr 1,5 - 3 Jahre
- Ursprung des Wortes: ano (lat. = Darmausgang)
- erogene Zonen: Darmausgang
- das Kind verbindet damit Lustempfindung, dass es seinen Körper ganz bewusst steuern kann
- Reinlichkeitserziehung durch die Eltern
- Kind bekommt Lob von den Eltern → gewisse Macht über die Eltern
- Kind kann seine Körperfunktionen steuern
- Kind hat großes Interesse alles zu untersuchen
- es entwickelt eine Ahnung für eigenen Besitz
- Störungsansätze: werden Kinder übertrieben zur Reinlichkeit erzogen, entsteht ein Analcharakter, bekommt es ständig Verbote sich nicht dreckig machen zu dürfen, kann es zu übermäßigem Ehrgeiz, Leistungsdruck, übermäßiger Ordentlich- und Sauberkeit führen, der eingeschränkte Bewegungsdrang kann zu motorischen Störungen führen

Begründung: 1. Reinigkeitserziehung ist übermäßig ausgeprägt → Analcharakter → Angst vor Spinnen, Übergenauigkeit

2. kaum Bewegungsfreiheit → tapsiger Gang

Oedipuskomplex: trifft nicht zu, weil die Bezugsperson fehlt

3. Instanzenmodell, Dynamik der Persönlichkeit und Angstarten:

Instanzenmodell zur Analen Phase:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ICH-schwach: ICH ist stark genug, um die Wünsche des ES, die Gebote und Verbote des Ü-Ich und die Realität miteinander zukombinieren.

Das ICH kann die eigenen Bedürfnisse realisieren, es kann aber auch in freier Entscheidung zurückstellen und aufschieben.

Diese Person ist in ihrem Verhalten selbstbestimmend.

Moralische Angst: Sie tritt auf, wenn die Triebwünsche des ES gegen übermächtige Gebote und Verbote des Ü-Ich verstößt. Das Ich hat das Problem, dass das Ü-Ich übermächtig wird.

→ Angst vor Spinnen

4. Abwehrmechanismen:

a)Verschiebung: Wünsche und Bedürfnisse, die nicht am Original befriedigt werden können, werden an einem Ersatzobjekt realisiert.

→ Aggressionen werden auf die Schwester verschoben, Übergenauigkeit und der Blinzeltic durch die Angst vor Spinnen,

b) Regression: Enttäuschungen, Befürchtungen, Probleme oder Überforderungen können einen Rückfall auf ein bereits überwundenes Entwicklungsstadium hervorrufen.

Vorraussetzung ist aber, dass wichtige Triebwünsche oder Bedürfnisse in der frühen Kindheit nicht ausreichend oder exzessiv befriedigt wurden.

→ er zerbeißt sich die Wangenhäute, weil er früher zum Essen gezwungen wurde

c) Identifikation: Angstabwehr durch die Identifikation mit einer anderen Person (starke Persönlichkeit) → er übernimmt die Genauigkeit seiner Oma

d) Sublimierung: Nicht zugelassene Wünsche und Bedürfnisse werden umgesetzt in Leistungen, die von dem sozialen Umfeld gefordert werden → er entwickelt diese Übergenauigkeit, um anderen zu gefallen

e) Fixierung: Bei unzureichender oder übertriebener (exzessive) Befriedigung von Triebwünschen und Bedürfnissen kann den Menschen in einer frühkindlichen Entwicklungsphase stehen bleiben und an bestimmten Verhaltensweisen festhalten lassen.

→ unsicherer Gang, weil er in seinem Bewegungsdrang eingeschränkt wurde; stottern, weil er sich wegen des Essenszwang auf die Wangenhäute gebissen hat und dies ihm Schmerzen beim Sprechen zufügte und weil er unterdrückt wurde

f) Verdrängung: Abwehr der Angst durch das „Unbewusst machen“ Angst auslösender Inhalte. → Traumarbeit, Triebe

g) Übertragung: In aktuellen Situationen (sozial) werden unbewusst frühere Situationen aus den frühkindlichen Entwicklungsphasen aktualisiert. Man überträgt auch vergangene Situationen aus den frühkindlichen Entwicklungsphasen auf aktuelle Situationen.

Oftmals verhält man sich zum aktuellen Zeitpunkt, wie in der vergangenen Situation. → er erkennt in den Hexen die Oma und findet im Keller Spinnen

2. Individualpsychologie

2.1. Lebenslauf von Alfred Adler

- Individualpsychologie ist ein Teil der Tiefenpsychologie
- Alfred Adler gilt als Mitbegründer der Individualpsychologie * 7.Januar 1870 in Wien 28.Mai 1937 in Schottland
- er machte ein Medizinstudium
- 1900 kam er zur Begegnung mit Freud und einer anschließenden Zusammenarbeit
- sie leiten einen Psychoanalytischen Verein
- er gelangt auf Grund von Untersuchungen über Organminderwertigkeit und Minderwertigkeitsgefühlen zur Individualpsychologie
- Adler lehnt Freuds gesamte Sexualtheorien ab
- 1911 kommt es deshalb zum Bruch der Zusammenarbeit
- Alfred Adler macht eine kostenlose, offizielle Erziehungsberatung für jedermann möglich
- ab 1926 große Verbreitung seiner Theorien in den USA

2.2. Begriffsklärungen

- jeder Mensch hat ein Lebensziel, welches er durch seinen Lebensstil erreichen will
- diese Begriffe sind für Adler immer auf die Gegenwart und Zukunft bezogen

Def.: Lebensstil: Meinung eines Menschen von sich und der Welt und die damit verbundene Art und Weise seine Ziele zu erreichen.

- Adler sucht immer nach dem Lebensziel des Menschen, um seinen Lebensstil deuten zu können
- er sagt: „Kein Mensch denkt, fühlt und träumt ohne ein bestimmtes vorschwebendes Ziel.“
- vieles kommt aus dem Unbewusstsein
- er geht nach dem Instanzenmodell vor
- es ist eine finale Betrachtungsweise, denn er sucht nach dem Sinn und Zweck der Verhaltensweisen

1. Minderwertigkeitsgefühl (MWG:)

- es ist ein Gefühl der körperlichen und sozialen Unterlegenheit, der eigenen Unzulänglichkeit
- es kann vereinzelt oder mehrfach auftreten
- Adler sagt, dass es ein gesundes Gefühl ist, um sich von der Geburt an weiterentwickeln zu können
- Gefühl des Noch-nicht-Könnens (Bsp.: „Alle Kinder können laufen - nur ich nicht!“)
- es gibt Obensituationen, die entstehen, wenn man Erfolge hat (Bsp.: er versucht zu laufen und schaffte ein paar Schritte)
- es gibt Untensituationen, die entstehen, wenn man Misserfolge erlebt (Bsp.: er fällt beim Versuch zu laufen immer wieder hin)
- es kommen ständig neue Noch-nicht-Können-Situationen hinzu

2. Minderwertigkeitskomplex (MWK):

- hieraus können psychische Störungen entstehen
- MWKs entstehen, wenn man noch nicht aus den Noch-nicht-Können-Phasen rauskommt, weil die Untensituationen überwiegen
- es entsteht ein krankhaftes Gefühl, wenn man diesen MWK nicht überwinden kann

3. Kompensation:

- es ist die Möglichkeit Untensituationen durch andere Obensituationen (anderer Lebensbereich) ausgleichen zu können (Bsp.: Ein Drittklässler ist oft an Mittelohrentzündung erkrankt und kann deswegen nicht beim Schwimmunterricht mitmachen; deshalb wird er von den anderen Kindern gehänselt; dieser Junge weint sich bei seiner Mama aus und die schlägt vor, dass er statt schwimmen zu gehen, reiten lernen darf )
- wenn kein anderer Ausgleich möglich ist, kommt es zu keiner Überwindung des MWK
- eventuell sogar zu genereller Unsicherheit, Entmutigung

4. Private Logik:

- sie entsteht bei der Bildung eines MWKs
- es ist ein fiktives Gebilde im Kopf
- dieses Bild weicht von der Realität ab
- somit strebt der Mensch nach einem falschen (fiktiven) Ziel
- es stehen eigene Interessen bei ihm im Vordergrund
- diese Person hat dann kein gesundes Gemeinschaftsgefühl mehr
- es dient als Schutz für das ICH vor dem MWK
- es gibt Sicherheitssysteme, um die private Logik aufrechterhalten zu können
- Ziel ist es oft, Anerkennung von anderen zu erlangen (Bsp.: der kleine Junge erzählt es seinen Mitschülern und fühlt sich gestärkt, weil er etwas lernt, was die anderen nicht können und er sich somit Anerkennung verschafft hat)

2.3. Analyse aus individualpsychologischer Sicht

Fallbeispiel:

Ausschnitt seiner Persönlichkeit:

- siehe Fallbeispiel Klaus (1.13)

Analyse:

1. Lebensziel:

- Liebe und Anerkennung seiner Mutter

2. MWG:

- Klaus kann noch nicht alleine laufen, weil seine Oma ihn ständig an die Hand nimmt
- verstärkt Untensituationen

3.MWK:

- er darf noch nicht allein gehen
- aus dem unerfüllten Bewegungsdrang entsteht sein stolpernder Gang

4. persönliche Logik:

- für ihn sind die Hexen seine Oma

5. Sicherungsverhalten:

- Alpträume (erreicht dadurch sein Lebensziel, denn die Mutter kommt zu ihm, um ihn zu trösten)
- Blinzeltic

6. Ergebnis:

- er entwickelt kein gesundes Gemeinschaftsgefühl
- er lebt seine Aggressivität gegenüber seiner Schwester aus

3. Vergleich der Psychoanalyse und der Individualpsychologie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Quellenangabe:

a) Bertelsmann neues Lexikon in 10 Bänden - Bertelsmann Lexikon Verlag
b) diverse Internetseiten
c) Mitschriften aus dem Unterricht
d) Schulbücher über Psychologie

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Überblick über die Tiefenpsychologie
Note
Keine Beno
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V107329
ISBN (eBook)
9783640056026
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tiefenpsychologie
Arbeit zitieren
Kathrin Schwarz (Autor:in), 2002, Überblick über die Tiefenpsychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107329

Kommentare

  • Gast am 28.3.2003

    Super! Klasse! Genial! Respekt!.

    Hallo Kathrin!

    Habe mir gerade Dein "Überblick über die Tiefenpsychologie" durch gelesehen.

    Sie ist ehrlich voll super!!! Hut ab!!
    Du hast mir ehrlich sehr geholfen!!!!! Schreibe am Montag über Psychoanalyse eine Klausur! Was ich cool finde ist, dass Du Beispiele mit einbezogen hast!!! Klasse!!! Weiter so!!!

    Würde mich ehrlich voll freuen, wenn Du Dich bei mir meldest!!!

    happyfunnyanna@web.de

    ciao

    Anna

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