Schamanismus und Hypnose - Ein Vergleich der Trancetechniken und Bewusstseinszustände


Seminararbeit, 2002
23 Seiten

Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schamanismus: Eine Übersicht
2.1 Definitionen, Ursprünge und Verbreitung
2.1.1 Definitionen
2.1.2 Ursprünge
2.1.3 Verbreitung
2.2 Kosmologie schamanischer Gesellschaften
2.3 Das Leben des Schamanen

3 Schamanische Trancetechniken
3.1 Induktion schamanischer Trance
3.2 Phänomenologie schamanischer Trance
3.2.1 Körperliche Veränderungen
3.2.2 Psychische Veränderungen

4 Hypnose: Ein Überblick

5 Hypnosetechniken
5.1 Induktion von Hypnose
5.2 Phänomenologie hypnotischer Zustände
5.2.1 Körperliche Veränderungen
5.2.2 Psychische Veränderungen

6 Ein Vergleich zwischen schamanischen Trancetechniken und Hypnose
6.1 Vergleich anhand eines Beispieles: Der Sonnetanz nordamerikanischer Indianer
6.2 Ein Vergleich der Techniken zur Induktion von Trancezuständen
6.2.1 Haptische Techniken
6.2.2 Visuelle Techniken
6.2.3 Auditive Techniken
6.2.4 Kinetische Techniken
6.2.5 Tranceinduktion mittels Drogen
6.2.6 Andere Trancetechniken
6.3 Vergleich der körperlicher und psychischer Veränderungen schamanischer Trance und Hypnose
6.3.1 Körperliche Veränderungen
6.3.2 Psychische Veränderungen

7 Zusammenfassung und Diskussion

8 Literatur

1 Einleitung

Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Vergleich zwischen verschiedenen schamani- schen Trancetechniken und der bei uns im europäischen Raum verwendeten Techni- ken der Hypnose im medizinischen oder psychotherapeutischen Bereich zu ziehen. Im weiteren sollen die Wirkungen der dargestellten Trancetechniken auf das Individuum aufgezeigt (sowohl auf körperlicher wie auch auf psychischer Ebene) und verglichen werden.

Als erstes wird ein ganz kurzer Einblick in die Welt des Schamanen gegeben, worauf ein Überblick über schamanische Trancetechniken und Heilverfahren vorgestellt werden. Darauf folgend werden wichtige Begriffe der Hypnose erläutert und Hypnosetechniken präsentiert. Anschliessend werden die vorgestellten Trancetechniken verglichen und versucht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede auch im Hinblick auf die bei der Trance erlebten Bewusstseinszustände und körperlichen Veränderungen aufzuzeigen. Aufgrund des beschränkten Rahmens dieser Arbeit können Erläuterungen zur schamanischen Gesellschaft und Lebensauffassung sowie zur Theorie und Anwendung von Hypnose nur Übersichtsweise gegeben werden.

2 Schamanismus: Eine Übersicht

Wie bereits erwähnt, kann hier nur ein sehr kurzer Überblick zu diesem Thema gege- ben werden. Dennoch ist es im Hinblick auf das Verständnis schamanischer Tranceer- lebnisse wichtig, den kulturellen Hintergrund schamanischer Gesellschaften zu ken- nen. Für eine breitere Einführung in das Gebiet haben viele Autoren bereits umfas- sende Werke herausgegeben (z.B. Eliade, 2001; Müller, 1997; Vitebsky, 1998).

2.1 Definitionen, Ursprünge und Verbreitung

2.1.1 Definitionen

Wie auch in anderen Disziplinen und Gebieten ist beim Thema Schamanismus der Konsensus über eine einheitliche Definition gering (vgl. Hulkrantz, 1978). Der aus dem tungusischen stammende Begriff saman, der in etwa mit „jemand der erregt ist“ übersetzt werden oder auch mit „wissen“ in Verbindung gebracht werden könnte, wurde bei Anthropologen im weitesten Sinn Sammelbegriff für Heiler, Medizinmän- ner, Hexendoktoren, Zauberer, Magier oder Seher. Auffallen ist, dass bei der Definiti- on von Schamanismus der Fokus sehr bald mal auf die Person des Schamanen gelegt wird, wobei die ihn umgebende Gesellschaft oft erst auf den zweiten Schritt miteinbe- zogen wird. Eliade (2001) gibt als erste grobe Definition an: Schamanismus = Technik der Ekstase, wobei Ekstase eine Heraustreten des Ich aus seinen Grenzen mit starker Affektbeteiligung meint (anders gesagt handelt es sich um einen veränderten Be- wusstseinszustand). Dieses Aus-sich-Heraustreten ist ein kennzeichnendes Merkmal des Schamanismus, wobei der Schamane das Empfinden hat, eine Seelenreise zu un- ternehmen (Wanderschamanismus), eine Reise zu anderen Welten und Wesen. Dabei interagiert der Reisende mit den Wesenheiten (Geistern) anderer Welten und hat di- verse Aufgaben zu erfüllen (z.B. Versöhnung mit einem übel gesinnten Geist, Ursa- chen für Krankheiten erkennen und beseitigen o.ä.). Zu diesen Aufgaben meint Hell (Hell, 1993, S. 21): „Der Schamane ist der grosse Spezialist für die menschliche See- le. Er allein sieht sie, erkennt ihr Schicksal und ihre Gestalt. Der Schamane wacht über die Seele der Gemeinschaft. Er ist zuständig für Probleme, die die betreffende Gesellschaft angehen. [Der Schamane] begleitet die Totenseelen ins Jenseits und ist Mittler zwischen Göttern und Geistern. Krankheiten (z.B. Depressionen) werden als Seelenverlust gesehen, und es ist nun die Aufgabe des Schamanen, diese Seele wieder einzufangen“. Harner (2002) meint, dass Schamanen bei ihrer Reise auf eine norma- lerweise verborgene Wirklichkeit treffen, um Wissen, Kraft und Hilfe für andere zu erhalten.

Eine Auseinandersetzung zur Wirklichkeit der bei einer Schamanenreise erlebten Eindrücke soll in dieser Arbeit nicht geführt werden (vgl. dazu auch Krapf, 2000a). Für Schamanen jedenfalls sind die von ihnen unternommenen Reisen in andere Wel- ten und die Interaktionen mit Geistern tatsächlich auch so passiert und alles andere als Phantasien. Dies betrifft nicht nur den Schamanen sondern auch die Gesellschaft, in der er lebt. Dabei erinnern wir uns auch an die Grundannahme Jungscher Psychologie „Wirklichkeit ist, was wirkt“ (Jung, 1971, S. 53; vgl. auch Krapf, 2000b).

Walsh definiert Schamanismus zusammenfassend „als Familie von Traditionen, deren Ausübende sich darauf konzentrieren, willentlich in veränderte Bewusstseinszustände einzutreten; in diesen Bewusstseinszuständen haben sie das Empfinden, dass sie selbst oder ihr Geist (oder ihre Geister) nach Belieben in fremde Reiche reisen und mit an- deren Wesenheiten interagieren, um ihrer Gemeinschaft zu dienen“ (Walsh, 1998, S. 23). Harner (1987) betont, dass es sich beim Schamanismus nur um eine Methode und um keine Religion mit festem Dogmengefüge handle.

2.1.2 Ursprünge

Der Schamanismus ist eine der ältesten Traditionen der Menschheit. Archäologen ha- ben Anzeichen dafür gefunden, dass es ihn seit Zehntausenden von Jahren gibt. Die weite Verbreitung des Schamanismus (Belege dafür wurden in den entferntesten Re- gionen der Welt gefunden, Sibirien, Nord- & Südamerika, Australien u.a.), sowie die frappierende Ähnlichkeit von Schamanentraditionen zwischen diesen Kulturen lassen vermuten, dass der Schamanismus immer wieder neu entdeckt worden ist und eine „wiederkehrende Kombination aus sozialen Kräften und dem Menschen innewohnen- den Fähigkeiten wiederholt für ein Neuentstehen und Weiterbestehen schamanischer Rollen, Rituale und Bewusstseinszustände gesorgt haben muss“ (Walsh, 1998, S. 26). Diese dem Menschen innewohnende Tendenz könnte also Erklärung dafür sein, wieso es in ganz unterschiedlichen Teilen der Erde sehr ähnliche Entwicklungen gab.

2.1.3 Verbreitung

Schamanismus hat sich vor allem in jenen Gesellschaften entwickelt, wo einfache z.T. harte Lebensumstände herrschten, etwa in Jäger- und Sammlerkulturen. Meist gab es keine differenzierte gesellschaftliche Schichtung und keine politische Organisationen. Es gibt Belege für Schamanismus bei den Hirtennomaden Sibiriens und Innerasiens bis zu den Samen („Lappen“) im Westen, für die Bauernkulturen der angrenzenden Himalayaländer (Nepal, Tibet u.a.) und Südostasiens (Korea, Japan), sowie für Pflan- zergeselllschaften in Teilen Indonesiens. Er war den Aborigineskulturen Australiens- bekannt und erstreckte sich weiter von den Eskimo und angrenzenden Waldlansindia- nern im Norden vornehmlich über den Westen, weite Teile Mittel- und schliesslich dem Hauptteil Südamerikas bis hin zu den Feuerland-Indianern an der Südspitze des Kontinents. Keine Verbreitung soll der Schamanismus in Europa, dem Mittelmeer- raum und in ganz Afrika gefunden haben (Müller, 1997, S. 29). Letzterem würden aber andere Autoren sicherlich widersprechen (z.B. Somé, 2000).

2.2 Kosmologie schamanischer Gesellschaften

Das Universum schamanischer Gesellschaften besteht aus drei Ebenen, einer unteren, mittleren und oberen Welt. Nur der Schamane hat die Möglichkeit, während seiner Seelenreise diese Welten aufzusuchen und zwischen den oberen Sphären und den un- teren beliebig zu wechseln. Dabei bedient er sich einer Weltenachse (axis mundi), die den Himmel, die reale Erde und die Unterwelt verbindet und die in vielen Mythen be- schrieben wird. Der kosmische Berg, die Weltsäule oder der Weltenbaum wären Bei- spiele dafür. Diese Weltsicht ist für den Schamanen absolute Realität, der er auf sei- nen Reisen begegnet. Diese Realität ist erfüllt von Leben, Bewusstheit und Geistern. Diese Geister - allgegenwärtig, mächtig und gelegentlich übelwollend - haben einen enormen Einfluss auf alle Stammeskulturen. Was immer geschieht, Gutes und Schlechtes, es wird meist dem Wirken von Geistern zugeschrieben. Während der normale Mensch den Geistern meist hilflos gegenübersteht, hat der Schamane die Macht, Geister unter Kontrolle zu behalten und für seine Zwecke einzusetzen. Zu die- sem Zweck lernt er während seiner Ausbildung die Geister zu sehen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Ausserdem ist grosses Wissen von Nöten, um sich in den jeweili- gen Welten zurechtzufinden und zu überleben. Der Schamane bedient sich auf seiner Mission der Hilfsgeister (häufig „Krafttiere“), die mit ihm reisen und ihn gegen üble Mächte verteidigen können. Geister können auch Lehren vermitteln und den Schama- nen instruieren (vgl. Müller, 1997; Walsh, 1998).

2.3 Das Leben des Schamanen

Gelegentlich wird das Kind eines Schamanen schon bei der Geburt dazu ausersehen, die Familientradition weiterzuführen. Meist wird er aber zu seiner Funktion berufen. Ungewöhnliches Aussehen, eine Krankheit oder die unverhoffte Genesung davon, oder auch andere Omen können Zeichen für einen Auserwählten sein. Erkannt wird der Schamane normalerweise an ungewöhnlichen Merkmalen, Erfahrungen oder Ver- haltensweisen, die als Zeichen einer Berufung seitens der Geister interpretiert werden. Diese seltsamen Symptome, Gefühle und Verhaltensweisen umschreiben den Zu- stand, der „schamanische Initiationskrise“ oder auch „Schamanenkrankheit“ genannt wird. Während der Initiationskrise durchleben die Betroffenen einen Ansturm unge- wöhnlicher psychologischer Erfahrungen. Ungewöhnliches und zum Teil lebensge- fährliches Verhalten können die Folge sein, was in unserer Kultur durchaus mit Geis- teskrankheit in Verbindung gebracht würde. Wochen-, monate-, ja sogar jahrelanges Chaos können den werdenden Schamanen quälen und eine enorme Belastung für sich und seine Familie bedeuten. Viele Berufene versuchen sich, dagegen zu wehren, sie weigern sich, ihr Schicksal anzunehmen. Nach einiger Zeit des Leidens beginnen die Geister und Dämonen aber Oberhand zu gewinnen und der zukünftige Schamane fügt sich. Diejenigen, die den Ruf weiter ablehnen, riskieren Krankheit, Wahnsinn oder Tod.

Hat der zukünftige Schamane den Ruf erhört, beginnt eine unter Umständen sehr lan- ger Prozess der Zucht und des Lernens. Äussere (Ausbildung durch einen Meister- schamanen) und innere (Träume, Visionen, Geisterkontakte) Lehrer begleiten den Schüler während der Ausbildung. Studium der Mythen, der Geographie der Geister- welt sowie asketische Praktiken (Hunger, Kälte, Einsamkeit) bilden den Novizen her- an. Der Übergang zum ausgebildeten Schamanen geschieht dann manchmal fliessend, mitunter aber auch äusserst dramatisch: Die Fähigkeit zur „Geisterschau“ (vgl. Walsh, 1998) wurde erworben und der Schüler stirbt eines schrecklichen psychischen Todes (Initiationszerstückelung) aus dem er gestärkt hervortritt und wiedergeboren wird. Der Schüler erlebt eine Zerstückelung seines Körpers, sein Fleisch wird von Dämonen oder Ahnengeistern abgezerrt, das Blut weggeschüttet, worauf sein Skelett wiederum mit neuem Fleisch bekleidet wird. Dadurch erhält der Schamane die Kraft, sich den kommenden schwierigen Aufgaben als Helfer seines Stammes zu stellen. Müller (1997) beschreibt eine leicht andere Reihenfolge der Schamanenausbildung (nach dem erhörten Ruf folgt der mystische Tod und die Wiederaufstehung, dann die Lehr- zeit bei älteren Schamanen) und erläutert zusätzlich die Weihezeremonie nach erfolg- ter Ausbildung. Aufgrund der Vielfältigkeit des Schamanismus kann aber so oder so nicht von einer einheitlichen Tradition gesprochen werden, die oben ausgeführten Schilderungen sollen nur ein grobes Bild des Schamanenlebens wiedergeben.

Die Gegenwehr der auserwählten Schamanen sich ihrem Schicksal zu fügen begrün- det sich zum einen aus der oben dargestellten langwierigen Leidenszeit, zum anderen sind Schamanen trotz der hohen Anerkennung durch ihr Volk Aussenseiter in fast je- der Hinsicht (vgl. Hell, 1993). Sie sind selten verheiratet und zudem können viele Schamanen von ihrem Schamanenberuf nicht leben. Insgesamt ist das Leben des Schamanen ein fortwährender Kampf, er muss Krankheiten besiegen oder gefahren- volle Seelenreisen unternehmen. Auch die Familien sind von einer Schamanenberu- fung eines ihrer Mitglieder betroffen, viele fürchten sich davor, einen Schamanen hervorzubringen.

3 Schamanische Trancetechniken

Das Hauptmerkmal eines Schamanen ist die Fähigkeit, mittels verschiedener Trance- techniken seinen Bewusstseinszustand zu verändern und eine Seelenreise anzutreten. Dies unterscheidet ihn z.B. auch von reinen Medien, die zwar als Sprachrohr ver- schiedener Geister dienen können, aber selbst nicht in die Geisterwelten reisen. Die Erfahrungen des Schamanen auf der Reise können dramatisch und gefährlich, eksta- tisch oder schrecklich, dämonisch oder göttlich sein. Er durchstreift zahlreiche Welten und entdeckt zahllose Geister. Der Schamane hat auf seiner Reise eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen. So begleitet er die Seelen ins Totenreich, sucht die flüchtige Seele eines Kranken und fängt sie ein, und er befragt die Geister über Wetter, Jagd- gründe oder Zukunft. Ausserdem geleitet der die Seelen der geopferten Tiere zur Gottheit.

Die schamanische Reise umfasst drei Phasen: eine einleitende Phase der Vorbereitung, der Reinigung und der Bewusstseinsveränderung und die eigentliche Reise (Walsh, 1998). Im nachfolgenden Abschnitt möchten wir uns besonders auf die Herbeiführung veränderter Bewusstseinszustände konzentrieren.

3.1 Induktion schamanischer Trance

Nach Walsh (1998) können schamanische Techniken zur Veränderung des Bewusst- seinszustandes in psychologische, soziale, physiologische und pharmakologische Me- thoden unterteilt werden. Psychologische Methoden meinen etwa ein vorübergehen- der Rückzug in die Einsamkeit, Kontemplation, Gebet, seelische Einstimmung und Schaffung der richtigen äusseren Bedingungen. Von Bedeutung ist auch der Zeit- punkt: Schamanische Reisen werden meist nachts unternommen, Phänomene der an- deren Welt sind für den Schamanen besonders dann gut wahrnehmbar. Soziale Unter- stützung erhält der Schamane durch den versammelten Stamm, der ihn ermutigt, an ihn glaubt und auch von ihm abhängt. Auch weitere äussere Faktoren können die Be- reitschaft für eine Reise unterstützen, so z.B. die Schamanenmaske und -kostüm so- wie ein adäquat präparierter Raum (vgl. Müller, 1997, 65ff). Zu den physiologischen Techniken gehören z.B. der Verzicht auf Schlaf, Essen, Sex und sogar Wasser, das sich Aussetzen extremer Kälte, oder die Hitze einer Schwitzhütte. Ein besonders wichtiges Instrument des Schamanen ist die Schamanentrommel. Die rhythmische Stimulation (auch das Tanzen gehört dazu) ist dabei ein machtvolles Mittel auf dem Weg zu einem veränderten Bewusstseinszustand. Rhythmus, Gesänge und Tanz trei- ben den Schamanen in einen entfesselten Zustand worauf er in Trance verfällt (vgl. Cho, 1982). Bei den Ammasalik-Eskimo in Ost-Grönland genügte auch schon, dass der Schamane einen Stein gleichmässig rotierend über einen Felsen rieb (vgl. auch Heinze, 1999).

Manchenorts werden auch psychotrope Substanzen, Psychedelika, eingesetzt. Darun- ter fallen Pflanzen bzw. Substanzen wie Psyolocibin Pilze, Peyote, Yagé, Meskalin, Stechapfel u.v.m. Auf die Thematik bewusstseinsverändender Drogen wird aber in dieser Arbeit nicht eingegangen (vgl. dazu Hell, 1993, S. 78ff.; Walsh, 1998, S. 206ff.). Wir beschränken uns auf die drei erstgenannten Trancetechniken.

Allen Techniken scheint aber gemeinsam zu sein, dass sie auf die normalen psychi- schen und physischen Funktionen so eingreifen, dass das Alltagsbewusstsein destabi- lisiert wird und ein Trancezustand erreicht wird. Monotone Beschäftigungen oder ent- fesselnde Bewegungen vermögen das Ich-Empfinden eines Schamanen auszulöschen und ihn in einen anderen Bewusstseinszustand zu transportieren.

Wie oben ersichtlich, können zur Tranceinduzierung ganz unterschiedliche Techniken angewendet werden. Zum einen sind es Techniken, die eine monotone und beruhi- gende Wirkung auf das Bewusstsein haben (Reizverarmung), oder die eine reizüber- flutende Wirkung haben. Der Anthropologe Rouget argumentiert denn auch, dass hier zwischen Trance und Ekstase unterschieden werden müsse. Während Ekstase Stille, Schweigen und Einsamkeit erfordert, ist Trance abhängig von Bewegung, Lärm und Gesellschaft. Ekstase beinhaltet sensorische Deprivation, Trance dagegen sensorische Überstimulation (vgl. Vitebsky, 1998, S.65). Ein genau umgekehrtes Verständnis von Trance und Ekstase schlagen die Definitionen aus dem Brockhaus vor: Während unter Trance ein Dämmerzustand und eingeengte Bewusstseinszustände wie bei Hypnose verstanden wird, bezeichnet Ekstase einen rauschhaften Zustand des „Ausser-sich- Seins“ (vgl. Brockhaus, 2002). Phänomene während der Tranceinduktion und wäh- rend der eigentlichen Trance müssen wahrscheinlich auch unterschieden werden. Da- bei sind die meisten Trancetechniken der Schamanen wohl eher der Ekstase (nach Brockhaus) zuzuordnen, während der Endzustand (oder die Endzustände) mit Trance in Verbindung gebracht werden können. Oft werden die beiden Begriffe aber auch synonym verwendet. Wir wollen hier Trance und Ekstase insofern verstehen, dass das normale Bewusstsein in gewisser Weise abgeschaltet oder ausser Funktion gebracht wurde und der Schamane sich in einem anderen Bewusstseinszustand befindet.

3.2 Phänomenologie schamanischer Trance

3.2.1 Körperliche Veränderungen

Je nach gewählter Technik sind unterschiedliche physiologische Veränderungen fest- zustellen. Zittern, Schaudern, Gänsehaut, Ohnmacht, Gähnen, Lethargie, Krämpfe, Schaum vor dem Mund, heraustretende Augen, intensive Hitze, Kälte oder Schmer- zen, Zucken, lautes Atmen können die Tranceinduktion begleiten. Der Zielzustand selber dann, also die Trance, zeichnet sich aus durch verlangsamte Lebensfunktionen (der Atem wird flacher, Herz- und Pulsschlag verlangsamen sich, die Körpertempera- tur sinkt, die Glieder erstarren, die Sinne werden unempfindlich gegen Schmerz, Licht und Schall) (vgl. Hell, 1993).

3.2.2 Psychische Veränderungen

Es gibt viele unterschiedliche Geisteszustände, die mittels religiöser und mystischer Praktiken erreicht werden können und die frühere Annahme, dass z.B. verschiedene Meditations- und Trancetechniken nur Wege zum gleichen Ziel(zustand) sind, ist nicht richtig (vgl. Walsh, 1998, S. 264). Auch existiert nicht bloss ein einziger Scha- manenzustand, bedienen sich die Schamanen doch auch unterschiedlichster Techni- ken. In der vorliegenden Arbeit beschränken wir uns auf den Zustand der schamani- schen Reise. Für Walsh (1998) sind die Schlüsseleigenschaften dieses Trancezustan- des: Bündelung der Aufmerksamkeit auf einen Brennpunkt, zugleich verringertes Gewahrwerden (teilweise Ausblendung) der Umgebung ausserhalb des Brennpunktes. Etwas ausführlicher unterscheidet er dabei folgende Kategorien:

- Kontrolle: Der Schamane verfügt über grosse Kontrolle seines Zustandes, er kann sich in den Reisezustand hinein- und wieder herausversetzen. Er hat auch gewisse Kontrolle auf die auftretenden Bilder während der Trance, aber nicht vollständig (ähnlich wie bei luziden Träumen).

- Wahrnehmung der Umgebung, Kommunikationsvermögen: Die Umge- bung ist während der Reise weitgehend ausgeblendet. Manchmal teilt sich aber das Bewusstsein und Kommunikation ist partiell möglich: Die Zuschauer erhalten einen Bericht über die Abenteuer auf der „anderen Seite“.

- Konzentration: Der Schamane ist höchst konzentriert und darf sich nicht ab- lenken lassen. Das Objekt der Konzentration kann aber wechseln.

- Energie, Erregung, Ruhe, Emotion: Der Kampf mit den Geistern und die Abenteuer während der Reise entsprechen sich oft in äusserst erregten Emoti- onen und selten Ruhe. Gefühle können vom Hoch zum Tief schwanken.

- Identitätsgefühl, ausserkörperliche Erfahrungen: Der Schamane ist aus dem Körper getreten, sein Geist fliegt durch die Welten.

- Inhalt der Tranceerlebnisse: Äusserst vielfältig und alle Sinne ansprechend.

4 Hypnose: Ein Überblick

Als Ursprünge für die Hypnose dürfen die alten hinduistischen Meditationspraktiken der Fakire und Yogis gelten, die bis ins 2. vorchristliche Jahrtausend zurückverfolgt werden können (vgl. Revenstorf & Prudlo, 1993; Kossak, 1989). Induktion und Ziel- zustand (Trance) haben Ähnlichkeiten mit der heutigen Hypnose. Belege für Hypno- setechniken gibt es auch aus dem alten Ägypten und bei den Griechen, wo der Tem- pelschlaf als rituelle Induktion des Orakels benutzt wurde (Heilung, hellseherische Wirkung). Auch verwendeten keltische Druiden oder auch kirchliche Würdenträger im Mittelalter hypnoseähnliche Techniken und Riten, um innerhalb physiologischer Grenzen, die im allgemeinen als solche nicht bewusst wahrgenommenen psychologi- schen Grenzen des Denkens und körperlicher Reaktionen zu überschreiten. Durch Mesmer (1734-1815) wurde die Hypnose der spirituellen und religiösen Funktion ent- ledigt, indem Phänomene gemäss naturwissenschaftlicher Gesetze erklärt wurden. Anerkennung durch einschlägige Kreise blieb ihm jedoch versagt. Mehr und mehr aber fand die Hypnose den Einzug in wissenschaftliche Kreise und ist heute weitge- hend in seiner Anwendung gegen affektive Störungen (z.B. Ängste), Verhaltensprob- lemen und psychosomatischen Problemen anerkannt.

Hell (1993) definiert Hypnose als Aktivierung von Eigenkräften (Willensstärkung) und als ausserordentlicher, überwachter Bewusstseinszustand. Hypnose ist zudem ein Trancezustand und Hypnosetherapie ist Psychotherapie unter Trance. Die medizini- sche Hypnose ist eine Zwischenform zwischen Fremd- und Eigensteuerung, da die Suggestionen des Hypnotiseurs und das Bemühen des Patienten zusammenwirken. Einerseits arbeitet der Patient selbst am Trancezustand mit (z.B. loslassen, gewollte Entspannung), andererseits bringt ihn der Hypnotiseur in den Hypnosezustand. Das Zusammenwirken von beiden Teilen ist ausschlaggebend.

5 Hypnosetechniken

Zur Hypnoseinduktion können ganz unterschiedliche Techniken verwendet werden. Nur kurz sollen die wichtigsten in allgemeiner Form dargestellt werden (vgl. dazu Kossak, 1989; Hell, 1993).

5.1 Induktion von Hypnose

Die meisten Induktionsmethoden bedienen sich verbaler Suggestionen, die fast immer mit optischen, mitunter auch haptischen oder vestibulären Reizungen verbunden sind.

1. Reine Verbalsuggestionen: Der Hypnotiseur suggeriert Müdigkeit, benutzt dabei eine monotone und einschläfernde Stimme, wiederholt die bildhaften Suggestio- nen (z.B. Lidschwere, rote Augen) und beobachtet den Klienten.

2. Fixationsmethoden: Bei der Augenfixationsmethode werden bestimmte Objekte oder Muster (Finger, Lichtquelle, Farbmuster) fixiert, was eine Übermüdung und Reizverarmung bedeutet. Diese Fixation, dabei auftretende Müdigkeit, Ver- schwimmung des Gesichtfeldes, optische Täuschungen und unterstützende Sug- gestionen leiten den Klienten in den erwünschten Trancezustand. Auch können Pendelbewegungen oder andere monotone visuelle Reize verwendet werden.

3. Haptische Reize: Werden zum Teil unterstützend verwendet. Berührungen des Hypnotiseurs kann ein Geborgenheitsgefühl vermitteln und Entspannung erleich- tern, ist nicht für alle Klienten geeignet.

4. Akustische Reize: Monotone akkustische Reize (z.B. Metronom, Tonbandkasse- ten) haben ähnliche Wirkungen wie die visuellen. Es tritt eine gewisse Sedierung ein und der Trancezustand wird erleichtert.

5. Vestibuläre Reize: Durch Körper- oder Kopfdrehen erfolgt eine Stimulation des Gleichgewichtssinns. Eintretender Schwindel und leichte Verwirrung werden als angenehm empfunden und ermöglicht den Trancezustand. Gleichmässige Bewegung wirkt hypnotisierend (vgl. auch das Wiegen des Kindes).

6. Andere Techniken: Hyperventilation zur Bewusstseinstrübung bzw. Induzierung eines tranceähnlichen Zustandes. REST-Methode (Restricted Environmental Sti- mualtion Therapy): Ausblendung äusserlicher Reize in einem schallisolierten, dunklen Raum, wo der Klient in einer warmen Salzwasserlösung liegt. Gebrauch von Drogen zur Induzierung eines Trancezustandes (Psycholytische Therapie) bzw. Einsatz leicht sedierender Mittel zur Beruhigung (Narkohypnose).

5.2 Phänomenologie hypnotischer Zustände

5.2.1 Körperliche Veränderungen

Beobachtbare Indikatoren sind nach Revenstorf und Prudlo (1993): Erniedrigung von Tonus, Herzrate und Blutdruck; Erweiterung der Gefässe; Regelmässigere und langsamere Atmung; Geringere Ansprechbarkeit und Frequenz von Blink- und Schluckreflex; verminderte Schreckreaktion; Ideomotorische Reaktionen (Pendeln); Veränderte Innervation von Beuger und Strecker (Levitation, Katalepsie); Lidschluss oder Defokussierung der Augen; Immobilität und „Sprechfaulheit“.

5.2.2 Psychische Veränderungen

Subjektive Veränderungen sind körperliche Entspannung bei gleichzeitiger mentaler Wachheit; Lebhafte Vorstellungen (Imagination, Halluzination); Verringerung der externen Wahrnehmung (Tunnelvision); Entfremdungsempfinden vom eigenen Körper (hypnotische Analgesie); Zeitverzerrung (in der Regel Verkürzung um 50%); Gleichgültigkeit oder Amüsiertheit (über Trancezustand); Amnesie (über Tranceinhalte). In diesem Zustand liegt eine veränderte mentale Verarbeitung vor, die durch ein geringeres Bedürfnis nach Realitätsprüfung, geringere Bedeutung logischer Kategorien, wortwörtliche Interpretation der Sprache, verstärkte Tendenz zu Visualisierung und Fähigkeit zur Abspaltung von Wahrnehmung und mentalen Inhalten (Dissoziation) charakterisiert ist (vgl Revenstorf und Prudlo, 1993).

6 Ein Vergleich zwischen schamanischen Trancetechniken und Hypnose

Der augenfälligste Unterschied zwischen der schamanischen Kultur und der in der modernen Hypnose verwendeten Techniken besteht wohl darin, dass Heiler und Kli- ent unterschiedliche Rollen haben: Während in schamanischen Kulturen es der Heiler Heiler ist, der in Trance verfällt (Autohypnose) und den Kampf gegen die Leiden des Klienten aufnimmt, wird in der medizinischen Hypnose der Hilfesuchende selber hypnotisiert (Fremdhypnose), der, angeleitet durch Suggestionen des Hypnotiseurs, Heilung sucht. Oft besteht dabei aber ein fliessender Übergang: Mit seinem Glauben und seiner Autohypnose fasziniert und hypnotisiert der Schamane auch seine Umge- bung (vgl. Arbman, 1963). Zuschauer erleben selbst mit, was der Schamane ausdrückt und berichtet. Walsh (1998, S. 231) bemerkt dazu: „Dass Schamanen in veränderte Bewusstseinszustände eintreten, ist wohl bekannt; weniger bekannt ist, dass es teil- weise auch ihre Patienten tun. (...) Patient wie Zuschauer werden zu Mithörern des Trommelns und Singens, mit dessen Hilfe sich der Schamane in den veränderten Be- wusstseinszustand versetzt. Daher können auch sie in Trance fallen, wenn auch viel- leicht weniger leicht und tief als der Schamane, der diese Kunst jahrelang intensiv ge- übt hat. Empfängt der Patient in dieser Trance Heilungssuggestionen und - aufforderungen, kann ein (möglicherweise unerkannter) Hypnosezustand induziert werden. In Hypnose gegebene Heilsuggestionen wirken manchmal durchschlagend und spielen beim schamanischen Heilerfolgen möglicherweise keine geringe Rolle“. Diesen interessanten Punkt (vgl. auch Müller, 1997, S. 89f.) werden wir in dieser Ar- beit aber nicht weiterverfolgen, zumal sie sich vordergründig mit den Trancetechni- ken befasst und nicht mit Erklärungsversuchen zur Wirksamkeit.

Ein weiterer Unterschied schamanischer Trancetechniken zur Hypnose ist der Aktivitätsgrad: Oft ist der Klient der Hypnose eher passiv, fokussiert ein Objekt und lässt sich durch den Hypnotiseur lenken. Der Schamane dagegen zeigt sich zuweilen viel aktiver, oft sogar wilder, indem er tanzt, trommelt und singt.

Als nächstes werden wir schamanische Trancetechniken und Hypnose anhand eines Beispiels vergleichen, worauf wir beide Techniken in einem weiteren und allgemeineren Umfeld gegenüberstellen.

6.1 Vergleich anhand eines Beispieles: Der Sonnetanz nordamerikanischer In- dianer

Die Zeremonien zum Sonnentanz, der bei den algonkinschen Cheyenne und Arapaho Brauch war (vgl. Hell, 1993), erstreckte sich meist über mehre Tage. Tanzen, Trom- meln und Singen zeichnete die Zeremonie aus, immer wieder wurde sie auch von Fas- ten und Schwitzen in der Schwitzhütte unterbrochen. Manchmal war die Zeremonie auch von Selbstkasteiung begleitet. Der Name stammt wohl daher, dass einige der Praktizierenden beim Tanzen in die Sonne starrten. Das Beispiel eines Sonnentänzer, Sitting-Bull, zeigt die verwendeten Trancetechniken: Er musste in die Sonne stehen, wobei er sie immer wieder anschaute, er begann auf und ab zu wippen und ein rhyth- mischer Tanz erfasste ihn, der den ganzen Tag dauerte. Während er tanzte, betete er und schaute immer wieder in die Sonne, bis es dunkel wurde, worauf er die ganze Nacht weiter tanzte, bis er am Mittag des nächsten Tages erschöpft zusammenbrach. Beim ursprünglichen Sonnentanz, der auch „Neulebensfeier“ genannt wurde, hatte die Visionssuche (Kontakt mit den Geistern um z.B. neue Jagdgründe zu erschliessen) eine grosse Bedeutung, welche Ähnlichkeiten zur oben beschriebenen Schamanenrei- se aufweist. In neuerer Zeit hat sich die Bedeutung des Tanzes verändert, der nun zur Heilung von Krankheiten und zur Stärkung der Gemeinschaft durchgeführt wird.

Hauptelemente des Sonnentanzes sind das Starren in die grelle Sonne und der zum Trommelschlag rhythmische Tanz und Gesang. Weitere Merkmale sind die Enthalt- samkeit, das Fasten, was naturgemäss eine Einengung der Sinne bewirkt. Auch die soziale Komponente spielt eine grosse Rolle, sind die Tänzer doch Brennpunkt des Interesses.

Parallelen zu Techniken der Hypnose gibt es nun einige: Der Blick des Indianers auf die Sonne kann sehr gut mit der Fixationsmethode der Hypnose verglichen werden, bei der in ähnlicher Weise Lichtquellen verwendet werden. Der Unterschied besteht aber darin, dass die Sonnentänzer sich bewegen, während der Hypnoseklient sich in Ruheposition befindet. Bei beiden aber verschwimmt das Sehbild, schwarze Flecken werden wahrgenommen, die Augen sind überanstrengt worauf sich Müdigkeit und Trancezustände einstellen. Die Hypnosetechnik, bei der ein Stroboskop benützt wird (gleichmässige Lichtblitze) entspricht wohl sehr gut der Wahrnehmung eines Sonnen- tänzers. Auch gibt es Entsprechungen auf der akustischen Ebene, das rhythmische Trommeln ist etwa mit dem Gebrauch eines Metronoms in der Hypnose vergleichbar, und vestibuläre Techniken, die auf den Gleichgewichtssinn wirken, wie etwa Kopf- bewegen oder Drehungen haben ähnliche Effekte wie das Tanzen des Indianers. Wie schon oben erwähnt, werden aber v.a. bei schamanischen Techniken intensive Reize verwendet (Sonne, lautes Trommeln, wilder Tanz), während bei der Hypnose abge- schwächte Formen benützt werden. Beides kann aber in einen Trancezustand führen, durch Fokussierung eines monotonen Stimulus bzw. durch eine Reizüberflutung. Dies destabilisiert das normale Bewusstsein und mündet in einem anderen Zustand (vgl. auch Walsh, 1998, S. 200ff. zur Theorie veränderter Bewusstseinszustände).

Unterschiede (nebst den verschiedenen Techniken) gibt es bei der fehlenden Selbst- tortur in der Hypnose und auch bei der sozialen Komponente: Beim Sonnentanz spielt das Gruppenerlebnis der Trance und die Unterstützung durch den Stamm eine enorm wichtige Rolle. Bei der Hypnose hingegen sind Gruppendynamik weniger wichtig, auch wenn der Klient vom Therapeuten positiv unterstützt wird, werden Zielerrei- chung oder Heilung meist unabhängig von den Zielen der sozialen Gruppe angestrebt.

6.2 Ein Vergleich der Techniken zur Induktion von Trancezuständen

6.2.1 Haptische Techniken

Die beruhigende Wirkung haptischer Reize (Berührungssinn) bei der Hypnose findet keine genaue Entsprechung bei schamanischen Techniken. Letztere sind v.a. auch durch intensivere Reize gekennzeichnet, die mehr die Funktion einer Reizüberflutung denn einer Beruhigung haben. Sensorische Techniken finden sich in Schamanenkultu- ren aber z.B. beim Geistertanz der Salish-Indianer. So wird die Zielperson (die in Trance fallen soll) während der Zeremonie (die mehrere Stadien umfasst) in mehrere Decken eingepackt, aber auch Fesseln, Beissen, Kitzeln und Schlagen gehören dazu.

6.2.2 Visuelle Techniken

Wie schon beim Sonnentanz ausgeführt, ist die Fixation des Blickes auf einen Punkt eine wichtige Trancetechnik. Bei vielen Schamanenkulturen wird auch das Feuer als Fixationspunkt verwendet und auch unsereins kennt die hypnotische Wirkung eines Lagerfeuers. Auch die Schamanen der Yakuten fixieren zur Tranceinduktion meist das Feuer. Eine ähnliche Praxis zeigen die Fidji-Insulaner, die einen Walfischzahn anstarren, bis sie in Trance verfallen (vgl. Hell, 1993). Diese Technik der Fixation kann unmittelbar mit der Heilhypnose verglichen werden, nur das Objekt ist unter- schiedlich (vgl. 5.1). Seelenreisen der Schamanen werden meist nachts unternommen, dies entspricht dem Umfeld einer Hypnoseinduktion, bei der visuelle Reize abge- schwächt werden (Augen schliessen) (vgl. Kossak, 1989, S. 102).

6.2.3 Auditive Techniken

Typische Trancetechniken des Schamanen beruhen auf dem Trommelschlag, Tanz und Gesang. Dabei sind einfache, regelmässige Rhythmen vorherrschend, die monoton, gleichförmig und eindringlich auf den Schamanen einwirken. Parallelen finden sich deutlich auch in der Hypnose, wo etwa ein Metronom, eine Tonbandkassette mit gleichmässigen akustischen Signalen (z.B. Meerrauschen), oder auch die monotone Stimme des Hypnotiseurs als Trancetechnik verwendet wird.

6.2.4 Kinetische Techniken

Während in der Hypnose wie Kopfbewegen oder Körperdrehungen zur Tranceinduktion verwendet werden (vesitbuläre Reize), gibt es in den schamanischen Kulturen ganz ähnliche Techniken, allen voran der Tanz. Der Schamane bei den Golden und Jakuten etwa beginnt (ohne sich zunächst von der Stelle zu rühren), den Trancetanz. Wildes Kopfschütteln und schnelle Körperdrehungen lassen eine Art Schwindelgefühl entstehen, das die Tranceinduzierung erleichtert (vgl. Arbman, 1963).

6.2.5 Tranceinduktion mittels Drogen

Die Verwendung von Drogen im schamanischen Bereich (z.B. beim Volk der Desana in Südamerika) findet in der zeitgenössischen Hypnose keine derartige Entsprechung. Zwar werden in der Narkohypnose sedierende Mittel verabreicht, doch die Verwen- dung von Halluzinogenen ist nicht verbreitet. Allerdings diskutiert Hell (1993) den Einsatz von Psychedelika in der psycholytischen Therapie, aber viele Vertreter der heutigen Hypnosetherapie (Hypnotherapie) räumen dieser Therapieart keinen Platz ein (vgl. Kossak, 1989; Revenstorf & Prudlo, 1993). Auch weitere westliche Thera- peuten und Forscher haben sich mit dem Einsatz von psychedelischen Mitteln befasst und dabei ganz interessante Parallelen zum Erleben der schamanischen Geisterreise oder etwa der Zerstückelungsvision gefunden (vgl. Walsh, 1998, S. 79ff.; Grof, 1983), dies aber ausserhalb der medizinischen Hypnosetechniken.

6.2.6 Andere Trancetechniken

Andere Schamanische Techniken, die auf eine Veränderung des physiologischen und psychologischen Gleichgewichts abzielen (vgl. auch Hell, 1993, S.70ff., zum Geister- tanz der Salish-Indianer) und meist vorbereitend ausgeübt werden (z.B. Hunger, Schlafentzug, Wassermangel oder auch Schwitzhütte oder extreme Kälte) finden eine Parallele in der Hypnosetechnik der Hyperventilation. Dabei werden physiologische Prozesse beeinträchtigt (Sauerstoffmangel) die psychologische Auswirkungen haben und eine Trance einleiten können. Auch die einer Seelenreise vorangehende Einsam- keit kann mit der Reizdeprivation der REST-Methode verglichen werden (vgl. 5.1).

Eine interessante Parallele bilden ideomotorische Heiltechniken, auf die wir bei bei- den Kulturkreisen treffen. Klienten werden unter Trance Fragen gestellt (der Schama- ne ist in diesem Fall der Befrager), die sie mittels einer Körperbewegung beantworten sollen. Oft ist bei dieser Vorgangsweise der Wahrheitsgehalt gegebener Antworten grösser als etwa bei einer rein verbalen Antworten. Zu dieser Fragetechnik kann der Kopf-Hebe-Test der Eskimo-Schamanen gezählt werden (vgl. Walsh, 1998, S. 223) sowie auch Fragetechniken der Hypnose (vgl. Kossak, 1989, S. 216). Auch gehört das automatische Schreiben zu den ideomotorischen Techniken der Hypnose. Interessan- terweise wurde dieses Phänomen in okkulten Kreisen westlicher Gesellschaften auch mit der Macht von Geistern (!) in Verbindung gebracht.

6.3 Vergleich der körperlicher und psychischer Veränderungen schamanischer Trance und Hypnose

6.3.1 Körperliche Veränderungen

Auf der körperlichen Ebene gibt es auffallend viele Parallelen zwischen Hypnose und schamanischer Trance, wenn wir den Reisezustand des Schamanen (vgl. Walsh, 1998, S. 266) als Vergleichsmoment heranziehen: Verminderte Herzrate und tieferer Blut- druck, verlangsamte gleichmässige Atmung, kataleptische Phänomene, verminderte sensorische Ansprechbarkeit (Licht, Schall, Berührung, Schmerz) gehören dazu.

6.3.2 Psychische Veränderungen

Bei folgendem Vergleich sollen die unter 3.2.2 vorgestellten Kategorien verwendet werden. Dabei fällt wiederum auf, dass beide Trancetechniken zu sehr ähnlichen Zu- ständen führen.

- Kontrolle: Genau so wie es dem Schamanen möglich ist, sich in Trance bzw. den Reisezustand zu versetzen und wieder daraus herauszukommen (vgl. Walsh, 1998), verfügt der Hypnoseklient bei der medizinischen Hypnose über Kontrolle bezüglich der Veränderung seines Bewusstseinszustandes. Entgegen populärer Meinungen ist der Hypnotisierte nicht willenlos. Die Kritikfähigkeit ist zwar eingeschränkt, dennoch kann der Klient die Hypnose jederzeit beenden (vgl. Kossak, 1989). Der Aspekt der Kontrolle ist übrigens ein wichtiges Abgrenzungskriterium zu pathologischen Bewusstseinszustandsveränderungen (Schizophrenie, Epilepsie).

- Wahrnehmung der Umgebung, Kommunikationsvermögen: Beide Trance- techniken sind durch eine verringerte Aussenwahrnehmung gekennzeichnet. Aussenreize werden gefiltert bis weitgehend ausgeblendet. Während bei der Hypnose die Verbindung zum Hypnotiseur meist aufrechterhalten wird (Rapport), sind Interaktionen zwischen Schamanen und Aussenstehenden seltener, können aber auch ohne weiteres auftreten.

- Konzentration: Die Konzentration des Schamanen ist in Trance stark erhöht. Der Fokus seiner Aufmerksamkeit wechselt zwischen verschiedenen Objekten. Sehr ähnlich zeigt sich das Konzentrationsvermögen unter Hypnose, das viel grösser ist, als im Wachzustand.

- Energie, Erregung, Ruhe, Emotion: Während die Schamanen auf ihrer See- lenreise mit anderen Wesenheiten in Kontakt kommen, mitunter mit ihnen kämpfen müssen und deshalb äusserst erregt sein können, zeichnet sich der Zustand der Hypnose generell eher durch Ruhe aus. Zuweilen kann aber auch unter Hypnose emotionale Erregung entstehen, wenn z.B. die Technik der Al- tersregression verwendet wird, um frühere Erlebnisse zu verarbeiten oder wäh- rend einer Altersprogression (Vorstellung eines Konfliktes in der Zukunft).

- Identitätsgefühl, ausserkörperliche Erfahrungen: Der Schamane fliegt bei seiner Seelenreise durch die Welten und tritt in Interaktion mit anderen We- senheiten. Dabei wird der Schamane nach der Rückkehr überzeugt davon sein, diese Reise auch in der Realität durchgeführt zu haben. Unter Hypnose wird von einem veränderten Körperschema berichtet, auch kann eine Entfremdung vom eigenen Körper erlebt werden. Das Identitätsempfinden ist verändert. Zur schamanischen Reise schreibt Walsh (1998, S. 192): „Erfahrungen, die der schamanischen Reise (...) stärker ähneln, können unter Hypnose eintreten. Hier wird man in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt und kann das Empfinden haben, durch fremde Welten und Reiche zu reisen, wenn ei- nem das befohlen wird. Der Hypnotisierte kann diese Welten für real und nicht für mentale Schöpfungen halten“. Der Unterschied besteht aber wohl darin, das der hypnotische Reisende seine Reise bei der Rückkehr wahrscheinlich nicht als real erlebt beschreiben wird. Dies ist m.E. möglicherweise aber einzig auf kulturelle Konventionen zurückzuführen.

- Inhalt der Tranceerlebnisse: Beide, Schamane wie der Hypnotisierte, können unter Trance äusserst vielfältige Erlebnisse erfahren. Während der Schamane sich auf das Abenteuer einer Seelenreise begibt, kann auch der Hypnotisierte äusserst lebhafte Vorstellungen (Imaginationen, Halluzinationen) erleben (vgl. Kossak, 1989, S. 239ff.).

Zusammenfassend ist es äusserst auffallend, wie viele Parallelen es zwischen scha- manischen Trancezuständen (insbesondere jenem der schamanischen Reise) und der Trance unter Hypnose gibt. Diese sind auf der körperlichen wie auch auf der psychi- schen Ebene klar ersichtlich. Es besteht eine begründete Vermutung, dass die beiden Trancezustände einander sehr ähnlich (wenn nicht sogar identisch) sind (vgl. auch Hell, 1993). Unterschiede ergeben sich wahrscheinlich durch kulturell bedingte An- nahmen über Kosmologie und über verschiedene Erklärungsweisen psychischer Funk- tionen.

7 Zusammenfassung und Diskussion

Das Ziel der Arbeit war es, einen Vergleich zwischen schamanischen Trancetechni- ken und den Trancetechniken der Hypnose auszuarbeiten sowie deren Wirkung auf das Individuum auf körperlicher und psychischer Ebene aufzuzeigen. Eine Zusam- menfassung ist in Tabelle 1 dargestellt. Auffallend zeigt sich, dass es sehr viele Paral- lelen gibt zwischen den Trancetechniken der Schamanen und jenen der Hypnose. So- mit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sehr viele Ähnlichkeiten zwischen schamanischer Trance und Hypnose hinsichtlich körperlichen und psychischen Ver- änderungen im Trancezustand festzustellen sind (v.a. bezüglich der Seelenreise). Des- halb lässt sich zumindest die Hypothese aufstellen, dass einander ähnliche Trance- techniken zu sehr ähnlichen (wenn nicht sogar identischen) Trancezuständen führen. Walsh (1998, S. 26f.) spricht in diesem Zusammenhang auch von einer dem Men- schen innewohnende Tendenz bzw. Fähigkeit, veränderte Bewusstseinszustände zu erreichen (vgl. auch 2.1.2), welche sich hier in den gezeigten Parallelen zeigen. Der Autor weist aber auch darauf hin, dass nicht nur ein Schamanen- oder Trancezustand existiert, sondern es deren viele unterschiedliche gibt - aber auch er erwähnt die auf- fallenden Parallelen zwischen Hypnose und schamanischer Trance (vgl. 6.3.2). Die „Ausformulierung“ der Trancezustände ist dann natürlich sehr kulturspezifisch aus- gestaltet: Während der Schamane auf eine ausserkörperliche Seelenreise geht und mit Geistern interagiert, unternimmt der Hypnotisierte eine innerpsychische Reise, die nichtsdestoweniger mit grosser Bildervielfalt ausgestaltet sein kann. Hell meint dazu, dass sich auch die Schamanenreise im Unterbewusstsein des Schamanen abspielt (Hell, 1993, S. 144). Um die schamanischen Tranceerlebnisse auch vor dem kulturel- len Hintergrund der entsprechenden Gesellschaft besser zu verstehen, wurde in dieser Arbeit das Gedankengut schamanischer Gesellschaften etwas breiter dargestellt.

Interessant wäre natürlich noch die Frage nach den Wirkmechanismen schamanischer und hypnotischer Trance. Dieser Fragestellung kann aber im Rahmen dieser Arbeit nicht nachgegangen werden. Dennoch soll am Ende noch die Überlegung angebracht werden, ob nicht die Tranceerlebnisse des Schamanen (und gleichzeitig jene der Teil- nehmer einer Schamanenzeremonie, vgl. 6) Ähnlichkeiten mit den Heilsuggestionen der Hypnose aufweisen: Während in schamanischen Gesellschaften die Krankheitsur- sache bei einem bösen Geist vermutet wird, der nun vertrieben wird, werden Krank- heiten in der Hypnose mittels anderen Imaginationen „geheilt“ indem sich z.B. ein Schmerz „wie Wolken auflöst“ oder eine Wahrnehmungsveränderung angestrebt wird. Dies würde aber auch eine enorme Heilungskraft der eigenen (und nicht der fremden) Psyche bedeuten.

8 Literatur

Arbman, E. (1963). Ecstasy or religious trance in the experience of the ecstatics and from the psychological point of view. Bd. I-III. Stockholm: Svenska bokförlaget.

Brockhaus (2002). Brockhaus in einem Band. http://www.brockhaus.de (30. Aug. 2002).

Cho, H.Y. (1982). Koreanischer Schamanismus: eine Einführung. Hamburg: Im Selbstverlag Hamburgisches Museum für Volkerkunde.

Eliade, M. (2001). Schamanismus und archaische Ekstasetechniken. Frankfurt: Suhrkamp.

Grof, S. (1983). LSD-Psychotherapie. Stuttgart: Klett-Cota.

Harner, M. (1987). The ancient wisdom in shamanic cultures. In: S. Nicholson (Hrsg.), Shamanism (S. 3-16). Wheaton III, Quest.

Harner, M. (2002). Der Weg des Schamanen. Das praktische Grundlagenwerk zum Schamanismus. München: Econ.

Heinze, R.-I. (1999). Who are the Shamans of the 20th Century. In: A. Schenk & C. Rätsch (Hrsg.), Was ist ein Schamane? Schamanen, Heiler, Medizinleute im Spiegel des westlichen Denkens. Curare Sonderband, 13/99, S. 85-96. Berlin: Verlag für Wissenschaft und Bildung.

Hell, B. (1993). Hypnose und Schamanismus. Eine Untersuchung der europäi- schen und aussereuropäischen Trancetechniken. München: Kunst & Alltag.

Hulkrantz, A. (1978). Ecological and phenomenological aspects of shamanism. In: V. Dioszegi & M. Hoppal (Hrsg), Shamanism in Siberia (S. 27-58). Budapest: Akademiai Kiado.

Jung, C.G. (1971). Psychologie und Religion. Olten: Walter.

Kossak, H.-C. (1989). Hypnose. Ein Lehrbuch. München: Psychologie Verlags Union.

Krapf, P. (2000a). Psychologische Aspekte religiöser Erlebnisse. Unveröffentlichte Seminararbeit, Universität Fribourg (Schweiz). http://www.haus- arbeiten.de/rd/archiv/psychologie/psycho-o-religion.shtml (30. Aug. 2002).

Krapf, P. (2000b). C.G. Jung - Psychologie und Religion. Unveröffentlichte Semi- nararbeit, Universität Fribourg (Schweiz). http://www.hausarbeiten.de/archiv/psycho- logie/psycho-o-jung/psycho-o-jung.shtml (30. Aug. 2002)

Müller, K.E. (1997). Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale. München: C.H. Beck.

Revenstorf, D., & Prudlo, U. (1993). Hypnose und Hypnotherapie. http://www.meg-hypnose.de/hypn.htm (30. Aug. 2002).

Somé, M.P. (2000). Vom Geist Afrikas. Das Leben eines afrikanischen Schamanen. Kreuzlingen, München: Hugendubel.

Vitebsky, P. (1998). Schamanismus. Reisen der Seele. Magische Kräfte. Ekstase und Heilung. München: Taschen Verlag.

Walsh, R.N. (1998). Der Geist des Schamanismus. Frankfurt: Fischer.

Tabelle 1: Vergleiche der Trancetechniken in Schamanismus und Hypnose und deren Auswirkungen auf körperliche und psychische Funktionen während der Trance

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

23 von 23 Seiten

Details

Titel
Schamanismus und Hypnose - Ein Vergleich der Trancetechniken und Bewusstseinszustände
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Autor
Jahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V107332
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schamanismus, Hypnose, Vergleich, Trancetechniken, Bewusstseinszustände
Arbeit zitieren
Pascal Krapf (Autor), 2002, Schamanismus und Hypnose - Ein Vergleich der Trancetechniken und Bewusstseinszustände, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107332

Kommentare

  • Gast am 21.1.2005

    sonnentanz.

    leider zeigen deine ausführungen zum sonnentanz nordamerikanischer indianervölker dass du wenig qualifizierte recherche betrieben hast. hier hätte ich mir mehr korrekte vermittlung von grundwissen gewünscht.
    gruß
    mac

Im eBook lesen
Titel: Schamanismus und Hypnose - Ein Vergleich der Trancetechniken und Bewusstseinszustände


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden