Die Intensionen Tom Tyckwers im Film "Lola rennt"


Referat / Aufsatz (Schule), 2002

13 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis

1) Der Film

2) Lola

3) Welche Intention verfolgt Tom Tyckwer...
a)...mit ,,Lola rennt" im Allgemeinen
b)...mit der Musik
c)...mit den verschiedenen Filmtechniken

4) Gründe für den Erfolg des Films

Der Film

,,Jeden Tag, jede Sekunde triffst Du eine Entscheidung, die Dein Leben verändern kann."

Lola (Franka Potente) und Manni (Moritz Bleibtreu) sind ein Liebespaar in Berlin. Von einem Moment zum anderen stehen sie vor einem großen Problem. Manni, der für einen Autoschieber als Geldkurier arbeitet, hat eine Tüte mit 100.000 DM in der U-Bahn liegen gelassen. Ein Penner hat seine Chance genutzt und die Tüte mitgenommen. Jetzt müssen Manni und Lola innerhalb von 20 Minuten die Summe auftreiben - oder Manni wird sterben. In drei Variationen zeigt der Film, wie Lola dies versucht. Dreimal rennt Lola los, dreimal nimmt das Schicksal seinen Lauf, aber jedes Mal mit anderem Ausgang. Und stets sind es Winzigkeiten, die der Geschichte eine entscheidend andere Richtung verleihen. Lola hat die Idee, das Geld von ihrem Vater, dem Filialleiter einer Bank zu bekommen. Doch als Lola dort ankommt, Manni überfallt aus lauter Verzweiflung einen Supermarkt und als Lola ankommt, ist es zu spät. Erst zögert sie, doch dann hilft sie ihm bei dem Überfall. Als sie aber dann mit dem Geld verschwinden wollen, werden sie von Scharfschützen umstellt, es fällt ein Schuss und Lola geht getroffen zu Boden.

Nun folgt eine Szene, die auf einerzeitlosen Ebene, die aus der Handlung fällt, spielt - alles in Rottönen. Manni und Lola liegen im Bett und unterhalten sich über tiefsinnige Fragen des Lebens (Die Möglichkeiten des Lebens, Mannis Liebe und sein Verhalten falls Lola sterben würde).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lola stellt fest, dass sie sich gerade zwischen Leben und Tod entscheiden muss. Zurück im Normalbild entscheidet sie sich für das Leben.

Anschließend beginnt auf einmal alles von vorne: Lola startet in ihrem Zimmer, exakt wie zu Anfang des Films. Auch diesmal möchte sie wieder ihrem Vater um Hilfe bitten. Doch nach und nach verändert sich die Handlung durch andersverlaufende Kleinigkeiten. Lola erpresst ihren Vater und kommt diesmal rechtzeitig, um Manni von dem Über fall abzuhalten. Doch als er ihr über die Straße entgegenkommen will, wird er plötzlich überfahren. Erneut wird eine Bettszene eingeblendet, diesmal entscheidet sich Manni gegen den Tod. Keiner der beiden möchte den anderen verlassen.

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Manni: "Wenn ich jetzt sterben würde, was würdest du tun?" Lola: "Ich würd dich nicht sterben lassen."

Erneut wird die Zeit zurückgedreht, Lola beginnt zu rennen, auch dieses mal verändern sich Kleinigkeiten durch welche die Gesamtgeschehnisse anders verlaufen. Lola verpasst ihren Vater in der Bank und sieht keine andere Chance, als mit geschlossenen Augen loszulaufen und auf ihr Glück zu vertrauen. Sie endet in einem Casino und gewinnt die 100 000 DM. Doch gleichzeitig ist Manni auf den Penner mit der Geldtüte gestoßen und hat ihm diese wieder abgenommen. Als Lola an den vereinbarten Treffpunkt kommt, hat Manni seinen Auftrag schon erfolgreich beendet und steigt glücklich aus dem Auto seines Bosses. Nun bleiben den beiden selber auch noch einmal 100 000 - und das alles legal! In dem Film ,,Lola rennt" von Tom Tykwer, der 1998 erschienen ist, geht es um Verbindlichkeit und um Zeit, die Frage nach den Möglichkeiten des Lebens und die Überwindbarkeit von Grenzen. Der Film handelt von dem Schicksal eines Menschen, das abhängig ist von vielen Kleinigkeiten, einzelnen Sekunden und Entscheidungen, und auch von einer höheren Macht. Tykwer gibt Lola zu Beginn jeder Sequenz eine neue Chance ihre Zukunft zu beeinflussen. Die Vorstellung etwas Geschehenes noch einmal völlig anders an zugehen und den Verlauf vielleicht besser zu gestalten verlockt natürlich. Die Frage: Was wäre wenn dies und das nicht gewesen wäre und wenn ich jenes nicht getan hätte , kommt jedem hin und wieder in den Sinn. Es wäre ja auch zu schön die Macht über sein Schicksal, wenn man an ein solches glaubt oder über die Zukunft zu haben. Wir leben aber nun mal mit der Gewissheit, dass alles Geschehene Vergangenheit und somit nicht mehr veränderbar ist. Deshalb ist auch der Film so reizvoll. Mit jeder Sequenz hofft man auf ein Happyend und wird doch zweimal enttäuscht. Nur einmal bleiben Lola und Manni am leben. Dies enttäuscht. Zu gerne würde man in dem Glauben bleiben, dass alles besser verlaufen wäre, wenn doch nur eine Kleinigkeit anders gewesen wäre. ,,Lola rennt" zeigt, das so viele Parameter für den Verlauf der Dinge von Relevanz sind, dass es unmöglich ist sie alle zu bestimmen. Nun bleibt noch die Frage offen, wie man damit umgeht, dass man im Leben oft nur eine Chance hat. Man kann an eine höhere Macht glauben, wie im Christentum den Gott, die das Leben leitet oder beeinflusst, und somit akzeptieren, dass manche Dinge einfach gegeben sind. Doch hat man bei diesem Glauben auch die Chance auf Selbstbestimmung dessen was man tut, denn die ausführende Gewalt bleibt man immer noch selbst. Wenn man an das Schicksal glaubt, muss man alles so nehmen wie es kommt. Die Gewissheit, dass alles im Grunde vorbestimmt ist, kann beruhigen, denn sie entzieht einem die Verantwortung über Konsequenzen von Geschehenem, doch ist sie auch beängstigend, denn nichts was ich tue, ist von mir bestimmt. Der Glaube an eine neue Chance, wenn auch in Form eines neuen Lebens kann Lebensziel und Hoffnung sein. Den Glauben an die Wiedergeburt findet man zum Beispiel im Buddhismus. Zwar kann man das Geschehene nicht mehr ändern, jedoch hat man die Gewissheit , dass man im nächsten Leben ja alles besser machen kann. Doch wer weiß, vielleicht wird dort ja alles auch noch schlimmer. ,,Lola rennt" spielt mit dem Verlangen der Menschen mehr Macht über ihr Leben zu haben, sei es die Zukunft zu sehen, zu bestimmen oder Vergangenes zu ändern. Der Film gibt einem die Illusion dies wäre irgendwie möglich und man könne dies auf sein eigenes Leben übertragen. Doch letztendlich bleibt es nur ein Film, welcher durch seine Komplexität eine Menge Fragen aufwirft. Auch die Einleitung des Films mit folgendem Text, zeigt ein paar solcher Fragen gleich zu Beginn des Films auf und leitet somit das Publikum schon zu einer Subjektivität mit der es den Film betrachtet.

"Der Mensch, die wohl geheimnisvollste Spezies unseres Planeten. Ein Mysterium offener Fragen. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Woher wissen wir, was wir zu wissen glauben? Wieso glauben wir überhaupt etwas? Unzählige Fragen, die nach einer Antwort suchen, einer Antwort, die wieder eine neue Frage aufwerfen wird, und die nächste Antwort wieder die nächste Frage und so weiter und so weiter.

Doch ist es am Ende nicht immer wieder die gleiche Frage, und immer wieder die gleiche Antwort?" Wachmann Schuster: "Ball ist rund, Spiel dauert neunzig Minuten. Soviel ist schon mal klar. Alles andere ist Theorie. Und ab!" (schießt den Ball in die Luft) ,,Wieso glauben wir überhaupt etwas? Woher wissen wir, was wir zu wissen glauben?" Dies sind zwar beides neue Fragen, doch können sie auch eine Antwort sein. Denn der Mensch, genauso wie Lola, ist nicht gewillt etwas einfach nur hin zu nehmen. Er braucht dafür, dass er sein Leben nicht vollkommen selbst bestimmen kann, eine Erklärung und diese findet er oft im Glauben, auch wenn dieser ihm sagt, das er manches einfach als gegeben sehen muss. Die zweite Frage stellt unsern Drang alles zu erklären, unsere Rationalität und unsere Naivität durch Lebens- und Lernerfahrung zu glauben etwas zu wissen. Denn vieles steht einfach nicht in unserer Macht es mit Rationalität zu erklären. Wir sind überzeugt etwas zu wissen, obwohl wir wissen, dass wir nicht alles wissen können.

Die Sequenz wird von Hans Paetsch gesprochen. Dieser ist ein, wenn nicht gar der deutsche Märchenerzähler überhaupt. Er hat auf unzähligen Märchen-hörspielcassetten Geschichten erzählt und es ist anzunehmen, daß die meisten deutschen Menschen zwischen 20 und 40 Jahren irgendwann in ihrer Kindheit dieser warmen, ruhigen Stimme schon gelauscht haben.

Dies hat natürlich einen Einfluss auf die Wahrnehmung dessen, was im weiteren Film geschieht, denn es entwickelt sich eine Atmosphäre, die dem Zuschauer unmittelbar signalisiert: Hier wird eine Geschichte oder sogar ein Märchen erzählt, auf jeden Fall etwas, das nicht den absoluten Anspruch auf Realismus hat, sondern eine Erzählung / eine Fiktion darstellt.

2.Lola

Lola, die Hauptfigur des Filmes ist die etwa 20-jährige Tochter eines Berliner Bankinhabers. Ihr Markenzeichen sind ihre glaszertrümmernden Schrei und ihre feuerroten Haare. Über ihre Vergangenheit erfährt man in dem Film nicht sehr viel, außer dass sie seit etwa einem Jahr mit Manni zusammen ist, den aber ihr Vater aufgrund seiner ständigen Arbeit noch nicht getroffen hat. Lola lehnt diese exzessive Arbeitshaltung ab, erachtet eigentlich die Familie als wichtiger. Dies wirft sie ihrem Vater auch in der zweiten Sequenz, nachdem er ihr gesagt hat, dass er ein Verhältnis hat, an den Kopf und beschuldigt ihn, doch sowieso keine Ahnung mehr von seiner Familie zu haben. Lola selber hat keinen festen Job, aber auch keine Problem mit Mannis kriminellen Leben. Sie fühlt sich nicht geliebt von ihren Eltern, deswegen ist Manni auch ihr Anker, ihre leidenschaftliche Liebe, ihr Leben. Die Eltern sind verstrickt in ihre eigene Geschichte. Es gibt keinen Kontakt zwischen Eltern und Tochter, sondern eine tiefe Fremdheit. Doch trotzdem ist Lola optimistisch eingestellt und sehr selbstsicher, sie glaubt, dass Liebe sich über Grenzen hinwegsetzen kann . Lola ist unter allen Umständen gewillt, für die Liebe ein Risiko einzugehen, egal was sie erwartet. Aus ihr schöpft sie ihre Kraft, sie resigniert nicht. Sie vertraut auf eine höhere Macht, die nicht zulässt, dass ihr Vertrauen in die Liebe enttäuscht wird.

"Komm schon. Hilf mir. Bitte. Nur dieses eine Mal. Ich werd einfach weiterlaufen, okay? Ich warte... Ich warte. Ich warte!"

Lola in der 3. Sequenz

Dennoch weiß sie, dass sie ihr Leben grundsätzlich selber lenken muss. Ihre erste Entscheidung, die den weiteren Verlauf des Filmes bestimmt, ist die, dass sie zuerst eine Lösung sucht und handelt. Für sie gibt es keine andere Möglichkeit, als alles zu riskieren um Manni zu retten. Ihr Wesen akzeptiert es nicht, aufzugeben und etwas als Schicksalsschlag anzusehen. Lolas Schrei ist ein wahnsinniger, wilder, hysterischer Ausdruck von Verzweiflung und dem Versuch, der scheinbar größten Hoffnungslosigkeit und Panik mit Energie entgegenzutreten und die Dinge in Bewegung zu setzen.

Manni weiß, dass auf Lola in jeder Weise Verlass ist. Er baut unterbewusst auf ihren Ideenreichtum, obwohl er eigentlich für sich schon keine Rettung mehr sieht. In Lola sieht er seine letzte, wenn auch utopische Hoffnung. Sie denkt nämlich nicht an sich, sondern nur daran, ihm zu helfen und ihn zu retten. Statt rational zu überlegen, handelt sie spontan und emotional.

Lolas Charakter verändert sich, im Gegensatz zu ihren Erlebnissen, während des Filmes nicht. Obwohl sich ihr Schicksal jedes mal neu entwickelt und die Geschehnisse der Filmabschnitte unterschiedlich verlaufen, so geht Lola sie doch jedes Mal mit dem gleichen Optimismus, Idealismus und dem gleichen Weltbild an. Sie gewinnt lediglich etwas Lebenserfahrung dazu und lernt, sich auf sich selbst zu stellen und nicht nur auf die Hilfe anderer Menschen zu hoffen, zum Beispiel die ihres Vaters. Zu Beginn jeder Sequenz hat sie noch die Hoffnung, dass ihr Vater sie in jeder Beziehung unterstützt, da sie denkt, dass für ihn Familie den gleichen Stellenwert haben müsste wie für sie. Noch kann sie sich nicht vorstellen, dass es in ihrem Umfeld Menschen mit anderen Prioritäten als den ihren gibt. Sie wird in dieser Hinsicht enttäuscht, als erfährt, dass ihr Vater eine Geliebte hat und nicht für Lola sondern nur für sich selbst eintritt.

Welche Intention hat Tom Tykwers

...mit ,,Lola rennt" im Allgemeinen?

Bevor Tom Tykwer überhaupt wusste, wie exakt sein Film Lola rennt eigentlich aussehen sollte, hatte er das Bild einer rennenden Frau mit feuerroten Haaren im Kopf, wie er in einigen Interviews betont. Auf dieser Idee entwickelte er dann das Drehbuch beziehungsweise natürlich den Film - ein Film Tom Tyckwer voller Action, ,,wie eine Achter- bahnfahrt, die den Zuschauer mitreißt", so Tyckwer.

Inhaltlich verfolgt Tyckwer in jedem Fall die Absicht, zum Nachdenken anzuregen. Er wirft die Frage auf, ob man am eigenen Schicksal etwas verändern kann. Seiner Meinung nach ist die Welt NICHT nur einfach so ist wie sie ist. ,,Lola rennt" zeigt, dass auch unüberwindbar erscheinende Grenzen erweiterbar sind. Er fordert, alles immer noch ein Stückchen weiter zu hinterfragen. Selbst Scheitern kann auch neue Möglichkeiten auftun. Tyckwers Film ist ein Aufruf dazu, jeden Moment des Lebens zu genießen und nicht in der Zukunft, sondern in der Gegenwart zu Leben. Man weiß nie, welcher Moment der Entscheidende sein könnte. Er will, dass die Menschen jeden Augenblick schätzen lernen und erkennen, dass jede Situation gleich wichtig sein kann.

Auch die Schnitttechnik untermalt die Perspektive der Subjektivität, aus der der Film Mannis und Lolas Geschichte erzählt.

... mit der Filmmusik?

Die Filmmusik ist ein elementarere Bestandteil von Lola rennt. Tom Tyckwer selbst hat sie mit Hilfe von Johnny Klimek und Reihold Heil komponiert, damit auch sie den Film perfektioniert. Tyckwer wollte eine absolute Symbiose von Bild, Ton und Musik. Erst durch die Musik werden alle Eindrücke des Filmes, vor allem die Action und das schnelle Tempo, aber teilweise auch die Ironie des Schicksals auf die Spitze getrieben. Die Bilder der rennenden Lola werden durch Sounds aus Ambient, Techno und Acid unterstützt. Das Zusammenspiel der atemlosen Lola und den drängenden Technobeats entwickelt Frequenzen, die das Herz rasen lassen. Der Pulsschlag von Lola ist praktisch die Basis des Rhythmus. In der Musik spiegeln sich die Emotionen und Gefühle der Protagonisten wider. Wie eine Schraube, die sich immer enger dreht. Der Ausdruck von starkem Wollen, von Sehnsucht - darum heißt der Titelsong von Thomas D. mit Franka Potente auch "I wish I was".

Ein Auszug aus : Wish (Komm zu mir)

I wish I was a hunter in search of different food I wish I was the animal which fits into that mood I wish I was a person with unlimited breath I wish I was a heartbeat that never comes to rest

Komm zu mir Wir sprengten jeden Rahmen als wir zusammen kamen war's wie eine Explosion und ich schwör'

ich spür' die Erschütterung immer noch ich weiss du rennst und doch

bist du erst nah und da

wenn du in meinen Armen liegst

ich geh' zu Boden wenn du nicht mit mir fliegst

oh Baby, bitte bitte lauf lauf gib nicht auf ich hab' dich vermisst

es fressen mich Dämonen auf wenn du nicht bei mir bist

ich tu' was du verlangst hab' keine Angst

ich lass' dich nicht allein denn uns gehört die Welt

wir können alles sein doch jetzt bist du auf dich gestellt

I wish I was writer who sees what's yet unseen I wish I was a prayer expressing what I mean I wish I was a forest of trees that would hide (komm zu mir)

I wish I was a clearing no secrets left inside (komm zu mir)

Ich bin wegen dir hier

zum Glück bleibt uns noch Zeit bis zur Ewigkeit ein Stück deines Daseins steckt in mir

und ich halt' es so fest doch die Erinnerung bringt mich um weil es mich nicht loslässt

bitte bleib' bei mir verzeih' mir lass es dich nicht zerstören wir kommen frei hier

wenn wir nur auf die Liebe schwör'n

es gibt sonst nichts auf dieser Welt was uns zusammenhält ausser dem was du mir gibst wenn du mich liebst

Der ebenfalls 1998 erschienene Titelsong des Films spiegelt sowohl die Dynamik als auch das Thema des Films wieder. Die englischen Verse beinhalten alle unerfüllbare Wünsche, die alle auf die Frage ,,Was wäre wenn?" zielen. Unter anderem wird der Wunsch nach Unsterblichkeit und nach Einfluss auf die Zukunft zum Ausdruck gebracht. Die deutschen Teile des Liedes befassen sich mit der Liebe, die sich über alles hinwegsetzt und als Lebenselexir dient. Sie setzt alle Regeln außer Kraft. All dies, eigentlich unerfüllbare Wünsche und leidenschaftliche Liebe, zeigen sich auch in der Figur Lola.

...mit den unterschiedlichen Filmtechniken?

Die Szenen, in denen Manni und Lola vorkommen, hat Tom Tyckwer bewusst auf professioneller 35mm-Filmrolle aufgenommen. Das ist die Art Material, auf der üblicherweise Kinofilme gedreht werden. Die übrigen Szenen, wie die mit Lolas Vater und seiner Geliebten oder mit dem Penner, wirken dadurch, dass sie in Videobildern (wie zum Beispiel in Homevideos) gezeigt werden, noch unwirklicher als die Erlebnisse von Lola und Manni. Das Umfeld des Paares erscheint durch die Videoaufnahmen künstlich. Die Beiden sind zwar der Mittelpunkt ihrer eigenen Welt, in der Wunder genau wie im Film geschehen können. Lolas und Mannis Geschichte ist nur deshalb alleine auf 35mm gefilmt, da ihr

Handeln das Schicksal ihres Umfeldes verändert.

Gründe für den Erfolg des Films Der Erfolg des Films liegt unserer Meinung nach im Zusammenspiel von Unterhaltung der besonderen (oder besonders rasanten Art), Faszination an einer ungewöhnlichen Art Film und philosophischen Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Während des Films wird der Zuschauer förmlich mitgerissen und kommt nicht zur Ruhe. Durch gelungene, neuartige Kombination vieler Stilmittel und Schnitttechniken und dem ausgeklügelten Zusammenspiel von Musik, Ton und Bild schafft Tyckwer ein eindrucksvolles, pulsierendes Erlebnis. Besonders die Liebe zum Detail trägt wesentlich dazu bei ,,Lola rennt" interessant zu machen. Durch Kontrast zwischen dem absurd künstlich erscheinenden Umfeld des Liebespaares mit ihren starken Gefühlen, die so offen zu Tage treten, wirkt der Film derart lebhaft. Er ist unterhaltsam und lustig aber regt trotzdem sehr zum Nachdenken an. Tyckwer hat es geschafft, dieses vielleicht widersprüchlich Erscheinende zu verbinden. ,,Lola rennt" ist sehr vielschichtig: erst einmal wird reine Unterhaltung geboten, denn die Story ist nicht schwer zu verstehen. Der Reiz an der Geschichte selber, die im Grund genommen sehr einfach ist, liegt in der Wahrnehmung der Variationen, der Spiegelungen, Umkehrungen und Verschiebungen, die jede Variation im Vergleich zu der/den vorhergehenden einbringt. Trotz der ungewöhnlichen Unterteilung des Films kann man der Handlung sehr gut folgen und die Geschichte verstehen. Erst nach und nach wird sich jeder der Komplexität der eigentlichen Aussage bewusst. Lässt man sich auf den Film ein, wird man in Reihe von tiefsinnigen und persönlichen Fragen verstrickt. Das Thema des Films beschäftigt nämlich wirklich jeden. Schicksal und Zufall sind Komponenten des Lebens über die sich jeder einmal Gedanken macht. Was wäre, wenn ich das sind sicher Fragen, die jeder kennt und sich selbst schon gestellt hat. Dies ist ein gewichtiger Grund für den Erfolg des Films und auch für die emotionale Identifikation des Zuschauers mit der Hauptfigur des Films, Lola. Franka Potente vermittelt glaubhaft, dass Lolas Angst, aber auch ihre Liebe, wirklich real sind. Eben weil diese jedem bekannten Gefühle, die ebenfalls sehr wichtige Bestandteile des Filmes sind, derart authentisch erscheinen, kann der Zuschauer sich wirklich mit Lola identifizieren. Natürlich ist auch die schauspielerische Leistung der übrigen Darsteller wichtig und sehr gut gelungen.

All diese Dinge haben ,,Lola rennt" zum dem gemacht, was der Film war und ist, ein Erfolg,

Quellen

http://www.tykwer-online.de/lola/deu/lolamain.htm www.lola-rennt.de/

stud.fh-heilbronn.de/~ogerards/lolarennt/lolarennt.htm

www.film.de/film/kino/863.shtml

www.spe.sony.com/classics/runlolarun

Der Film ,,Lola rennt" (1998, Tom Tyckwer)

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Die Intensionen Tom Tyckwers im Film "Lola rennt"
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V107371
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lola
Arbeit zitieren
Katharina Hardt (Autor), 2002, Die Intensionen Tom Tyckwers im Film "Lola rennt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107371

Kommentare

  • Gast am 16.3.2003

    LOLA.

    Meiner Meinung nach ist dieses Referat sehr gelungen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Titel: Die Intensionen Tom Tyckwers im Film "Lola rennt"



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