Der dreißigjährige Krieg


Referat / Aufsatz (Schule), 2003
12 Seiten, Note: 12 Punkte

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Der Dreißigjährige Krieg

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Ursachen des Dreißigjährigen Krieges

3. Die bekanntesten Akteure des Dreißigjährigen Krieges
3.1 Kaiser und Verbündete
3.1.1. Kaiser Ferdinand II. v. Habsburg
3.1.2. Kaiser Ferdinand III. v. Habsburg
3.1.3. Maximilian I. von Bayern
3.1.4. Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein
3.1.5. Johann Tserclaes Graf von Tilly
3.2 Die Gegner Habsburgs
3.2.1. Friedrich V. von der Pfalz
3.2.2. Christian IV. von Dänemark
3.2.3. Gustav II. Adolf

4. Der Verlauf des dreißigjährigen Krieges
4.1. Böhmisch-pfälzischer Krieg
4.2. Dänisch-niedersächsischer Krieg
4.3. Schwedischer Krieg
4.4. Schwedisch-französischer Krieg
4.5. Der Westfälische Frieden

5. Die Folgen des Krieges für Deutschland
5.1.Wirtschaft
5.2. Politik

6. Persönliche Bewertung

7. Quellen

8. Anhang ( Folien, Handout, Fragebogen ) ab

1. Einleitung

„Maikäfer flieg!

Dein Vater ist im Krieg,

deine Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg!“

Ein Kinderlied aus dem Dreißigjährigen Krieg, das noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland gesungen wurde, verdeutlicht, wie tief diese Katastrophe des 17. Jahrhunderts im Volksbewusstsein verankert war. Das scheinbar so harmlos klingende Kinderlied besingt nichts anderes als die Verwüstungen, die damals Krieg und allein schon der Durchzug eines Söldnerheeres verursachten. Nach der Eroberung Pommerns 1628 durch Kaiserliche Truppen und der Rückeroberung durch die auf der Insel Usedom gelandeten Schweden war Pommerland in der Tat abgebrannt.

Die 30 Jahre zwischen 1618 und 1648 haben Deutschland und die Deutschen kräftig in Atem gehalten, millionen-fachen Tod, Verwüstung und Barbarei über Mitteleuropa gebracht und die politischen Verhältnisse gehörig durch-einander gewirbelt.

2. Die Ursachen des Dreißigjährigen Krieges

Der Krieg war kein reiner Religionskrieg, wie in der Literatur gern behauptet wird, und er war keine innerdeutsche Angelegenheit. Dieser Krieg begann auch nicht mit dem Prager Fenstersturz im Jahr 1618.

Ein Krieg von solchen Ausmaßen, ein Krieg, der Deutschland in eine Katastrophe führte, beginnt nicht damit, dass aufgebrachte Böhmen kaiserliche Beamte aus einem Fenster der Prager Burg werfen. Der Prager Fenstersturz war in Böhmen vielleicht der Ausdruck einer bewährten Tradition, um politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen und im Übrigen sogar geltendes böhmisches Recht, aber er war nicht Anlass oder Ursache des Krieges.

Die tatsächlichen Ursachen des Krieges lagen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaft-lichen und religiösen Entwicklungen fast aller europäischen Länder, die im Laufe der Jahrzehnte vor dem Ausbruch des Krieges zu einem unentwirrbaren Knäuel diplomatischer und wirtschaftlicher Abhängigkeiten und religiöser beziehungsweise nationaler Vorurteile verknüpft wurden. Diese Unterschiede führten zu konkurrierenden Interessenlagen der einzelnen europäischen Länder, gegen die die innen- und außenpolitisch instabilen Reiche der Habsburger die falsche politische Strategie anwandten.

Es begann damit, dass Kaiser Ferdinand I. noch vor seinem Tode eine für die Gesamtmonarchie verhängnisvolle Entscheidung traf: im Jahr 1564 verfügte er die Aufteilung des Habsburgischen Herrschaftsgebietes unter seinen drei Söhnen:

- Maximilian II. (seit 1562 römischer König), war auch König von Ungarn und Böhmen und regierte Nieder - und Oberösterreich.

- Karl I. erhielt die Steiermark, Kärnten und Krain.

- Ferdinand regierte in den sogenannten rheinisch-schwäbischen vorderösterreichischen Gebieten, in Tirol und im Vorarlberg.

Dieser Herrschaftsteilung folgte eine Verwaltungsteilung, die wiederum das spätere Zusammenwachsen der drei Ländergruppen erschwerte. Insgesamt wurde durch diese Aufteilung des Herrschaftsgebietes die gemeinsame Abwehrfront der Habsburger gegen äußere Feinde, insbesondere der Türken wesentlich geschwächt. Eine Schwäche gegenüber äußeren Feinden minderte aber auch die innenpolitische Autorität des Herrschers.

Anlass für den Beginn der großen und langanhaltenden Kämpfe war dann der Bruderzwist zwischen Kaiser Rudolf II. (Kaiser von 1576-1612), der 1608 von den österreichischen, ungarischen und mährischen Ständen zum König gewählt wurde, und Matthias später Kaiser von 1612-1619. Matthias erhob sich gegen seinen die Regierungsgeschäfte sehr vernachlässigenden Bruder und verdrängte ihn aus den eigentlichen habsburgischen Erblanden. Nur in den Gebieten, die zur böhmischen Krone gehörten, konnte sich Rudolf dadurch halten, dass er den Ständen, und dabei besonders den Protestanten unter ihnen, im so genannten „Majestätsbrief“ (1609) Religionsfreiheit zugestand.

Im Gegensatz dazu erkannte Matthias das Recht zur freien Königswahl durch die Stände an. Die Bedeutung Böhmens im Reich der Habsburger wurde selten gewürdigt. Im gesamteuropäischen Rahmen war Böhmen nur ein kleines Land, aber die Krone Böhmens verband auch die Herrschaft über die Herzogtümer Schlesien und Lausitz und über die Markgrafschaft Mähren. Böhmen war durch Handel und Landwirtschaft so reich, dass es mehr als die Hälfte der Verwaltungskosten des ganzen Reiches deckte.

Nach dem Tod von Rudolf im Jahr 1612 forcierte sein Nachfolger als Kaiser, Matthias (1612-1619), die Gegenreformation in einem Maße, dass die Religionsfreiheit Makulatur zu werden drohte. Ein Aufstand in Prag gegen den Kaiser stellte1618 den Auftakt und den ersten Höhepunkt der kommenden Auseinandersetzungen der Habsburger mit den böhmischen Ständen dar.

Im „Prager Fenstersturz“ - die kaiserlichen Räte Martinitz und Slavata wurden aus dem Fenster gestürzt - fand die allgemeine Erhebung gegen den habsburgischen Kaiser ihren Ausdruck. Ursache dieser politischen Posse war die Ablehnung zweier katholischer Grundherren, die Zustimmung für den Bau protestantischer Kirchen auf ihrem Gebiet zu erteilen. Die Protestanten hingegen behaupteten, sie hätten nach Inhalt und Auslegung des Majestätsbriefes das Recht zum Kirchenbau auch auf katholischem Gebiete. Ihre Beschwerde wurde von Kaiser Matthias zurückgewiesen. Daraufhin warfen aufgebrachte Abgeordnete der böhmischen Stände am 23. Mai die Urheber des ungnädigen Bescheides aus dem Fenster der Prager Burg. So war es nicht verwunderlich, dass eine Gruppe protestantischer Stände in Böhmen unter Berufung auf die ihnen ja von Matthias vordem zugestandene freie Königswahl Böhmen von Habsburg zu lösen beabsichtigten.

Auf der anderen Seite beriefen sich die Habsburger aber weiterhin auf das Erbrecht zur Regelung der böhmischen Thronfolge. Der aus der spanischen Linie der Habsburger stammende Philipp III. verzichtete 1617 im Prager Vertrag auf seine böhmischen Erbansprüche zugunsten des Erbherzogs Ferdinand von der Steiermark (später Ferdinand II., österr. Linie) und erhielt dafür das Elsass. Als Matthias 1619 starb, riefen die böhmischen Stände allerdings den Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (später spöttisch „Winterkönig“ genannt), der die in der Union zusammengeschlossenen protestantischen Reichsstände anführte, zum König von Böhmen aus. Die Union war ein Verteidigungsbündnis süddeutscher Reichsfürsten, der später Brandenburg, Hessen-Kassel und 17 oberdeutsche Reichsstädte beitraten. Als der Pfälzer Kurfürst die Wahl annahm, standen die Zeichen auf Sturm.

Ferdinand, einer der schärfsten Verfechter der Gegenreformation, beharrte auf seinem erblich fixierten Thronanspruch, wurde aber von den böhmischen Ständen nicht anerkannt. Mit Unterstützung des Bundes der katholischen Stände, der „Liga“ (ein Schutzbündnis zwischen Herzog Maximilian von Bayern und süddeutschen Bischöfen, dem sich auch die drei geistlichen Kurfürsten und die Mehrzahl der katholischen Reichsstände anschlossen), zog Ferdinand II., der 1619 zum Kaiser gewählt wurde, gegen die protestantische Union und den „Winterkönig“ zu Felde. Der Sieg der Liga unter ihrem Feldherrn Tilly in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag 1620 über die Union markierte das Ende des böhmischen Thonstreites zu Gunsten der Habsburger und zugleich den Beginn einer weit über zehn Jahre anhaltenden militärischen Dominanz der katholischen Partei.

3. Die bekanntesten Akteure des Dreißigjährigen Krieges

Von den Beteiligten am dreißigjährigen Krieg möchte ich hier die bekanntesten vorstellen.

3.1. Kaiser und Verbündete

3.1.1 Kaiser Ferdinand II. v. Habsburg (9.7.1558 - 15.2.1637)

- überzeugter Katholik, extrem antiprotestantisch, hatte Jesuiten als „Gewissenswächter“ und Berater

- ab 1617 Böhmischer König

- 1619 von den böhmischen Ständen abgesetzt, erlangte Macht 1620 wieder ab 28.8.1619 Kaiser des Reiches

- politische Ziele: vollständige Rekatholisierung des Reiches, Stärkung der kaiserlichen Macht (absolutistische Bestrebungen) und Stärkung des Hauses Habsburg

3.1.2. Kaiser Ferdinand III. von Habsburg

13.7.1608 - 2.4.1657

- ab 1625 König von Ungarn

- ab 1627 König von Böhmen

- 22.12.1636 Wahl zum Römischen König (nach dem Tode seines Vaters 1637 automatisch Kaiser)

- Ziele: Stärkung des Hauses Habsburg und der kaiserlichen Macht im Reich; Erlangung des Friedens

3.1.3. Maximilian I. von Bayern (17.4.1573 - 27.9.1651)

- ab 1598 Herzog von Bayern

- Initiator der Gründung der katholischen Liga 1609

- seine Besetzung der Oberpfalz und die Übertragung der pfälzischen Kurwürde auf ihn (Verfassungsbruch) wurden u. a. als Gründe für die Verlängerung des Konfliktes angeführt

- starb 1651 in Ingolstadt

3.1.4. Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein

(24.9.1583 - 25.2.1634)

- Spross einer protestantischen böhmischen Adelsfamilie

- schon in den Türkenkriegen und in Ungarn in militärischen Diensten

- 1606 Konversion zum Katholizismus

- wohlhabender Großgrundbesitzer in Böhmen und Mähren (besaß z. T. mehr als ein Viertel Böhmens)

- stellte aus eigenen Mitteln Heere auf, die er dem Kaiser zur Verfügung stellte

- 1625 Herzog von Friedland

- 1628 General des Ozeanischen und Baltischen Meeres verhandelte hinter dem Rücken des Kaisers mit den gegnerischen Parteien, was zu großem Argwohn ihm gegenüber führte.

- am 25.2.1634 nach der Anweisung, ihn tot oder lebendig nach Wien zu schaffen, in Eger ermordet

3.1.5. Johann Tserclaes Graf von Tilly (Februar 1559 - 30.4.1632)

- Katholik, Marienverehrer

- sein Leben lang im Kriegsdienst (vor dem 30jährigen Krieg in den Türkenkriegen, in den Religionskriegen in Frankreich…..)

-angesehener Mann, selbst bei seinen Gegnern

- starb nach der Schlacht bei Ingolstadt an den Folgen einer Schussverletzung am Bein

3.2. Die Gegner Habsburgs

3.2.1. Friedrich V. von der Pfalz; „Winterkönig“ (26.8.1596 - 29.11.1632)

- 1614 Regierungsantritt in der Pfalz

- 26.8.1619 Wahl zum böhmischen König (Gegenkönig zu Ferdinand II.)

- Flucht in die Niederlande nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg

- ab 23.1.1621 in Reichsacht versuchte bis zum Ende seines Lebens, seine Herrschaft wiederzuerlangen

- musste diese Hoffnung mit dem Tod Gustav Adolfs begraben, starb 1632 an der Pest.

3.2.2. Christian IV. von Dänemark (12.4.1577 - 18.2.1648)

- seit 1596 König von Dänemark

- außerdem Herzog von Holstein und damit Mitglied der Stände des Reiches; strebte nach Hegemonialstellung in Norddeutschland

- Juni 1625 Eintritt in den 30jährigen Krieg

- 1643 -45 Krieg gegen Schweden-Dänemark, verlor im Frieden von Brörnsebro 1645 die Vormachtstellung in Skandinavien

3.2.3. Gustav II. Adolf

(19.12.1594 - 16.11.1632)

- seit 1611 König von Schweden anfangs mit Unterstützung des Kanzlers Axel Oxensterna

- überzeugter Protestant

- charismatische Führungspersönlichkeit

- hielt sich selbst und wurde auch von anderen für unverwundbar gehalten

- 16.11.1632 Tod in der Schlacht von Lützen

4 .Der Verlauf des Dreißigjährigen Krieges

4.1. Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-1623)

Unabhängig vom Habsburger Kaiser gab Böhmen sich eine ständische Verfassung und forderte die Länder unter der Herrschaft Habsburgs auf, sich anzuschließen.

Die böhmischen Stände wählten Friedrich V. von der Pfalz zum König, nachdem sie den Habsburger Ferdinand ll. abgesetzt hatten, womit sich der Konflikt auf das ganze Reich ausdehnte.

Der 1619 zum deutschen Kaiser gewählte Erzherzog Friedrich ll. verbündete sich mit Maximilian l. von Bayern, der Anführer der katholischen Liga war, gegen Friedrich V. von der Pfalz.

Am 8. November 1620 wurde das Heer der Union in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag geschlagen. Friedrich V. floh. In Böhmen und Mähren wurde Besitz zum Teil dem Gegner übereignet, und Protestanten vielfach zum Auswandern gezwungen. Böhmen verlor seine Eigenständigkeit. 1621 wurde die politische und militärische Interessenvertretung der protestantischen Fürsten (protestantische Union) aufgelöst.

4.2. Dänisch-niedersächsischer Krieg (1625-1629)

1625 griff König Christian von Dänemark mit finanzieller Hilfe aus England und den Niederlanden in den Krieg ein.

Wallenstein stellte sein Heer auf, mit dem er ein Unionsheer an der Dessauer Brücke besiegte und die Dänen bis nach Jütland zurückdrängte. Eine Belagerung Stralsunds von katholischer Seite blieb erfolglos, weil die Stadt über den Seeweg weiter versorgt werden konnte.

1629 schloss der deutsche Kaiser mit dem dänischen König den Friedensvertrag von Lübeck. Im gleichen Jahr erließ Ferdinand ll. das Restitutionsedikt (Rückgabe aller Güter, die vor dem Krieg protestantisch waren).

4.3. Schwedischer Krieg (1630-1635)

1630 zwangen die deutschen Fürsten Kaiser Ferdinand ll., Wallenstein als Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee zu entlassen und das Heer zu verkleinern. Dänemark war aus dem Krieg ausgetreten, was Schweden die Möglichkeit gab, eine bedeutende Ostseemacht zu werden. Schon vorher hatte Gustav Adolf seine Machtposition in Europa durch Besetzung anderer Gebiete gestärkt. Um aber auch in Ost- und Nordsee die Vormachtstellung zu bekommen, musste er Teile Deutschlands unter seine Kontrolle bringen. Am 4. Juli 1631 landeten die schwedischen Truppen auf Usedom. Noch im selben Jahr wurde Magdeburg durch kaiserliche Truppen zerstört. Am 17. September 1631 siegten die Schweden, die finanziell von Frankreich unterstützt wurden, in der Schlacht bei Breitenfeld.

In der Schlacht bei Rain am Lech 1632 leisteten die kaiserlichen Truppen vorerst das letzte Mal Widerstand, sie verloren den Kampf. Schweden konnte nun unaufhaltsam bis nach Bayern und Österreich vordringen, der Anführer der Liga, Maximilian von Bayern, musste fliehen. Ferdinand verständigte sich mit Wallenstein, dass dieser wieder den Oberbefehl über die kaiserliche Armee erhalten soll.

Bei Lützen kam es am 16. November 1632 zur Entscheidungsschlacht: Gustav Adolfs Truppen siegten zwar, er selbst fiel aber dort.

Mit dem Heilbronner Bund schufen die Schweden 1633/ 34 ein Interes-senbündnis der protestantischen Fürsten.

In der Schlacht bei Nördlingen siegte 1634 die Liga endgültig gegen die Union. Nun folgte der Prager Frieden, dem sich nach und nach alle protestantischen Fürsten anschlossen und sich auch mit dem Kaiser Ferdinand gegen Schweden verbündeten. Dieser Vertrag bestimmte unter anderem auch, dass der Kaiser weiterhin

Oberbefehlshaber der Armee blieb und dass der neue Besitzstand dem von 1627 entsprechen sollte.

4.4. Schwedisch-französischer Krieg (1635-1648)

1636 siegten die Schweden bei Wittstock und besetzten Mitteldeutschland. Nun mischte sich Frankreich aktiv in den Krieg ein und verbündete sich mit Schweden. 1642 siegten die Schweden bei Breitenfeld über das kaiserliche Heer.

1644 begannen die ersten Friedensverhandlungen mit Schweden in Osnabrück und mit Frankreich in Münster. Am 24. Oktober 1648 wurde in beiden Städten offiziell der Friedensvertrag unterzeichnet.

4.5. Der Westfälische Frieden

Der Vertrag bot Bestimmungen zu politischen und kirchlichen Punkten: Im politischen Bereich erhielt jeder Einzelstaat Souveränität (Selbstbestimmung). Im kirchlichen wurde der Augsburger Friede auch auf die Reformierten ausgedehnt und das Recht, die Religion seiner Bürger zu bestimmen, aufgehoben.

5. Die Folgen des Krieges für Deutschland

5.1. Wirtschaft

In der Gesamtbevölkerung gab es Verluste von insgesamt 20 - 45%. Ein großer Teil der Menschen starb nicht durch die direkten Kriegsfolgen, sondern durch die daraus resultierenden Dinge wie Seuchen, Hunger und Krankheit.

Während des Krieges war eine gute Organisation nötig, um die Landwirtschaft nicht völlig zusammenbrechen zu lassen. Das gelang dadurch, dass Bauern frühzeitig vor Angriffen gewarnt und in Städte und feste Amtssitze gebracht wurden. Sogar die Bewirtschaftung der Höfe war zeitweise möglich.

Behinderungen traten aber nicht nur auf dem Land ein, auch in Gewerbe und Handel gab es Schwierigkeiten. Denn die Menschen waren mit zusätzlichen Steuerzahlungen belastet und hungerten.

Plünderung und Raub bestimmten nicht in so hohem Maße die finanzielle Situation Deutschlands, denn was Bevölkerung und Soldaten einander wegnahmen, floss letztendlich wieder in die eigene Wirtschaft. Insofern kann von einer Besitzumschichtung, nicht aber von einem finanziellen Verlust für Deutschland gesprochen werden.

Die Überlebenden hatten es nach dem Krieg leichter. Beispielsweise waren 57% der Gebäude intakt, aber die Bevölkerung war auf ca. 50% ge-schrumpft. Außerdem gab es Ackerland im Überfluss und viele verlassene Höfe.

Für die Gewerbeproduktion bedeuteten weniger Menschen geringere Verkaufszahlen. Deshalb blieb ein wirtschaftlicher Aufschwung aus, es ging nur zögernd voran.

5.2 Politik

Die Schweiz und die Niederlande schieden aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aus und wurden damit unabhängig.

In Deutschland wurden die politischen Geschicke nun von den mächtigsten Landesherren, dem Kaiser und den Kurfürsten bestimmt. Es kann sogar von einem einheitlichen deutschen politischen System die Rede sein. Die Erstreckung dieses Reichsverbandes reichte von den Alpen bis zu Nord- und Ostsee. Das System war insofern fortschrittlich, dass alle beteiligten Gruppen Rechte, Freiräume und Teilhabemöglichkeiten hatten, wobei der Kaiser trotzdem handlungsfähig blieb.

Abgesehen von der einheitlichen Staatsform bestand noch bis ins 19. Jahrhundert eine Zweiteilung in ober- und niederdeutsches Reichsgebiet.

6. Persönliche Bewertung

Die vorangegangenen Ausführungen über einen Krieg, der sich über einen Zeitraum von 30 Jahren erstreckte, haben gezeigt, dass so manche bekannte Tatsache darüber zurechtgerückt werden muss. Das protestbedingte Hinauswerfen zweier Menschen aus einem Fenster kann nicht so ein Ereignis nach sich ziehen. Andere Dinge waren vorher schon passiert, die diese Handlung und den Krieg nach sich zogen. Außerdem war der dreißigjährige Krieg sicher nicht nur ein Religionskrieg, sondern diente auch vielen Adligen und vor allem anderen den Schweden dazu, territoriale Ansprüche zu erheben und durchzusetzen. Das alles geschah vielfach nur unter dem Decknahmen der Religion. Auch Einzelpersonen profitierten persönlich vom Kriegsgeschehen. Am Beispiel Albrecht von Wallensteins kann dieses gezeigt werden. Mit einer Privatarmee kam er nicht nur dem Kaiser zu Hilfe, sondern erwarb auch auf diese Weise Landgüter in großer Anzahl für sich selbst.

Dreißig Jahre Krieg veränderten aber auch die Wirtschaft, die 1648 fast brach lag und nur schleppend wieder aufgebaut werden konnte.

Der Frieden hätte schon lange vor 1648 herbeigeführt werden können, aber entscheidende nicht kompromissbereite Personen beharrten auf ihren persönlichen Interessen und ließen nicht davon ab.

So mussten viele Millionen nicht nur in Deutschland einen Kriegszustand erleben, der viele von ihnen Existenz, Rechte und Leben kostete.

7. Quellen

dtv-Atlas zur Weltgeschichte; Band 1: Von den Anfängen bis zur französischen Revolution; 35. Auflage Februar 2002, Deutscher Taschenbuch Verlag; Seiten 252 - 255

Geschichten aus der Geschichte; Autor: Hans Ebeling; Verlag Georg Westermann, Braunschweig; Seiten 120 - 128

Militär & Geschichte Nr. 5; Pabel-Moewig Verlag KG; Seiten 36 - 40

Der Dreissigjährige Krieg; Autor: Georg Schmidt; Verlag C. H. Beck; 5. aktualisierte Auflage 2002

Karten und Skizzen aus der vaterländischen Geschichte; Autor: Dr. Eduard Rothert; Verlag August Babel; 9. Auflage 1907

Internetadressen:

http://www.uni-muenster.de/GeschichtePhilosophie/Geschichte/hist-sem/NZ- G/L1/Vo…

Konfessionelles Zeitalter und Dreißigjähriger Krieg aus dem Internet entnommen am 17. Oktober 2002

http://www.teachsam.de/geschichte/ges_deu_konfess_1517-1648/drei-krieg- 1618-48/…

Der Dreißigjährige Krieg: Zeittafel

aus dem Internet entnommen am 17. Oktober 2002

http://www.koni.onlinehome.de/basisdateien/ursachen.htm

Die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Ursachen des 30jährigen Krieges

aus dem Internet entnommen am 18. Oktober 2002

http://www.sfn.uni_muenchen.de/krieg/m30jk/30jkpersonen.htm Dramatis Personae - Akteure des Dreißigjährigen Krieges aus dem Internet entnommen am 17. Oktober 2002

http://www.koni.onlinehome.de/basisdateien/biographienindex.htm Personenverzeichnis

aus dem Internet entnommen am 9. November 2002

http://www.private.addcom.de/koniarek/einzelkarten/religion-1618.htm Einzelkarten

aus dem Internet entnommen am 9. November 2002

http://www.daenen.de/Sites/Historie/Verlauf.htm Der Verlauf des 30jährigen Krieges

aus dem Internet entnommen am 28. Oktober 2002

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Der dreißigjährige Krieg
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2003
Seiten
12
Katalognummer
V107522
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg
Arbeit zitieren
Florian Bleich (Autor), 2003, Der dreißigjährige Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107522

Kommentare

  • Gast am 9.3.2008

    Nicht so gut.

    Also ich muss mal sagen die arbeit ist nicht besonders gut gelungen denn selbst in der Einleitung ist schon der erste Fehler
    das Lied Maikäfer flieg stammt aus dem zweiten Weltkrieg und nicht aus dem 30 jährigen Krieg
    und die Ursache ist der Pragerfenstersturz das wird in jeden Geschichtsunterricht gelehrt

  • Gast am 17.4.2008

    Gute Arbeit.

    Liebe Vorrednerin Victoria!
    bevor du Behauptungen austellst, solltest du dich genauer informieren und vor allen Dingen das Referat genauer lesen.
    Das Lied stammt wirklich aus dem 30jährigen Krieg und die Ursache des Krieges wurde sehr differenziert dargestellt.

  • Gast am 1.10.2008

    super !!!.

    tolle arbeit hast dir echt mühe gegeben !!!

    vally

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