Rechte Gewalt und die Reaktionen der Opfer


Referat / Aufsatz (Schule), 2003

8 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis

1.Grundsätzliches zur rechten Szene
1. Warum rechts?
2. Klärung einiger „rechter“ Begriffe
3. Merkmale des Rechtsextremismus
4. Gegenwärtige Situation in Deutschland

2.Beschreibung rechtsextremer Gruppen
1. Die Schilderung des Rechtsradikalismus von NPD-Aussteigern
2. Die bedeutendste rechte Partei in Deutschland – Die NPD
3. Äußerungen rechtsextremer Meinungen
4. Gewaltabhandlungen

3. Reaktionen der Opfer
1. Gewalt erzeugt Gegengewalt
2. Weniger gewaltvolle Opfer
3. Das Projekt EXIT

4. Bewertung

5. Quellenangabe

1. Grundsätzliches zur rechten Szene

1. Warum rechts?

Fragt man Mitglieder der rechten Szene, warum sie Ausländer grundsätzlich ablehnen, bekommt man Antworten wie zum Beispiel: „ Weil sie die komplizierte Wohnungslage verschärfen.“, „Weil sie auf Kosten Deutschlands gut leben wollen.“, „Weil sie uns die Arbeitsplätze wegnehmen.“ oder „Weil sie schnell zu Gewalt und Kriminalität neigen.“. Meist kommen rechtsgerichtete Jugendliche aus sozialen Randgruppen. Ein Elternteil ist beispielsweise arbeitslos, die Schuld schieben sie auf Ausländer, weil diese angeblich „den Chef bestochen und den Job weggenommen haben“. Doch auch Unsicherheit ist ein Faktor, der zum Beitritt in die rechte Szene führen kann. Denn unbestritten ist nun mal dieser Fakt: Gehört man einer Clique, egal ob rechts, links oder neutral, an, erntet man mehr Anerkennung als wenn man stets ein Alleingänger ist, jemand, der von allen gemieden wird.

2. Klärung einiger „rechter“ Begriffe

Oftmals werden Nationalsozialismus, Rechtsextremismus und Rassismus in einem Atemzug genannt. Doch eins ist nicht das andere. Deshalb möchte ich diese Begriffe an dieser Stelle kurz charakterisieren.

Rechtsextremismus ist ein Sammelbegriff für antidemokratische Meinungen, die ignorieren, dass laut Grundgesetz alle Menschen gleich sind und sich nationalistisch und / oder fremdenfeindlich ausrichten. Die Positionen des Rechtsextremismus lassen sich mit den Prinzipien des demokratischen Verfassungsstaates Deutschland nicht vereinbaren.

Rassismus ist gleich zu setzten mit Rassendiskriminierung. Menschen werden aufgrund ihrer Rasse verfolgt sowie benachteiligt. Laut der Meinung der Rassisten gibt es Menschen von höherem sowie niedrigerem Wert.

Unter Nationalsozialismus versteht man die von Hitler praktizierte Weltanschauung. Offiziell fand sie 1945 durch den Zusammenbruch des Dritten Reiches ihr Ende, doch heute gibt es immer noch Anhänger des Nationalsozialismus, die den „guten, alten Zeiten“ nachtrauern, obwohl sie diese nie erlebt haben.

3. Merkmale des Rechtsextremismus

Nun möchte ich die wichtigsten Merkmale dieser Denkensweise ein wenig erläutern.

Bei den Rechten wird die Nation in ihrer Bedeutung und in ihrem Wert unermesslich überschätzt. Jedem, der darüber anders denkt, wird diese Meinung eingeprügelt, solange, bis er zugibt, dass diese Nation die schönste und stärkste ist. Die eigene Volkszugehörigkeit steht im Mittelpunkt, daraus ergibt sich die Diskriminierung anderer Rassen. Damit im Zusammenhang steht im Allgemeinen die Forderung nach Ausweisung der Ausländer. Natürlich wird auch hier die legale Überzeugungskraft nicht ausreichen, man MUSS wieder zu Gewalt greifen. Die Vernichtung der Juden während der Hitler Diktatur wird geleugnet, da Hitler von ihnen verehrt und als „ehrenwerter Mann“ bezeichnet wird. Viele Grundrechte werden von Rechtsextremen abgelehnt, in wesentlichen Teilen soll die demokratische Grundordnung beseitigt werden. Im wesentlichen ist ihnen daran zuwider, dass alle Menschen als gleich gelten und auch so behandelt werden müssen.

4. Gegenwärtige Situation in Deutschland

"Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind für Deutschland zu einem ernsthaften Problem geworden." Diese traurige Bilanz verkündete Innenminister Otto Schily im Herbst 2000. Ausländer sind nicht die einzigen Opfer rassistischer und rechtsextremistischer Gesinnung: Die Angriffe richten sich in einzelnen Fällen auch gegen Behinderte oder Obdachlose. Andernorts gibt es Schändungen jüdischer Friedhöfe oder Anschläge auf Synagogen und Gedenktafeln in ehemaligen Konzentrationslagern. In einigen Städten versuchen Skinheads so genannte "national befreite Zonen" zu errichten, in denen sie Ausländer mit allen Mitteln vertreiben wollen. Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, warnt: "Heute richtet sich der Hass gegen Fremde, morgen gegen Behinderte, übermorgen gegen andere Minderheiten."

2. Beschreibung rechtsextremer Gruppen

1. Die Schilderung des Rechtsradikalismus von NPD-Aussteigern

Die beiden ehemaligen Sasha Stange und Jörg Fischer schrieben Erfahrungsberichte, die im Stern-Magazin wie auch in der Rhein Zeitung veröffentlicht wurden. Ich werde an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Berichte schreiben.

Beide sind der Meinung, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Rechten anfangs wirklich sehr beeindruckend ist. Man hat das Gefühl, eine neue Familie gefunden zu haben. Man ist nicht mehr der Einzelgänger, der von allen gedisst wird und vor allem man kann seinen Gefühlen, besonders seiner Wut endlich freien Lauf lassen. Den Druck der Funktionäre und den extremen Gruppenzwang spürten sie erst viel später. Wenn man einmal Mitglied einer solchen Gruppe ist, kann man sich nur schwer wieder aus ihren Fängen befreien. Die gesamte Freizeit verbrachten sie zusammen, hörten rechte Musik, tranken viel Alkohol und planten Aktionen. Alle anderen Kontakte, die sie noch zur Außenwelt hatten, gingen rasch verloren. Sie ließen sich tätowieren, um allen zu zeigen, welcher Gesinnung sie waren. Von anderen wurden sie nun umso mehr gemieden. Vom Staat verfolgt, von der Mehrheit gemieden – solch eine Situation schweißt natürlich alle Mitglieder noch stärker zusammen. Doch manchmal, so beschreiben beide, kam so ein Gefühl, wenn sie allein durch die Stadt gingen, dass Gefühl, das einem sagt, niemand mag dich, du bist allein, ein Einzelgänger. Dies kam teilweise auch dadurch, dass sich alles in ihrem Leben änderte, sogar die Sprache. Aus einem T-Shirt wurde ein „T-Hemd“, aus der „Homepage“ eine „Heimatseite“, aus dem „Faxgerät“ eine „Fernablichtungsmaschine“. Schwarze Sänger, Schauspieler oder andere „farbige“ Künstler waren tabu. Sie hatten die „falsche“ Hautfarbe und sprachen zumeist die „falsche“ Sprache. Die NPD hat eine strenge Hierarchie, es durfte nur stramm nach rechts gedacht werden. Die Kameradschaft entpuppte sich irgendwann als bloße Unterordnung. Man musste gehorchen. „Ohne Disziplin erreicht man nichts“, das war ihre Divise. Die Mitglieder gelten nur noch als Bestandteil des Ganzen, als Mensch, als Individuum ist man völlig wertlos. Zuerst muss durch Mutproben und stramme Gesinnung bewiesen werden, dass man kein Feigling ist. Alles darf man sein, nur kein Feigling und unloyal. Später steigen die „geschätzten“ Mitglieder auf und erledigen am Schreibtisch Pressearbeit und dergleichen. Die Jüngeren, die 15-18jährigen machen die Drecksarbeit, das heißt, sie praktizieren den Rechtsextremismus, schlagen Ausländer auf der Straße zusammen, gehen Parolen schreiend durch die Straßen und so weiter. Mit Bier und Schnaps wird ihre Hemmschwelle herabgesetzt bis sie schließlich nicht mehr sind als Marionetten, die das tun, was man ihnen befiehlt. Irgendwann werden die Zweifel zu groß, man kann dies alles nicht mehr einfach ignorieren. Was für einen Sinn macht es, wenn Jugendliche durch Parolen animiert einen Ausländer oder einen Obdachlosen mit Stiefeltritten traktieren und demütigen? Oder wenn sie einen Brandsatz in ein Asylantenheim werfen, bei dem kleine Kinder verbrenne können?

Beide wussten, dass sie aussteigen wollten und mussten und sie wussten auch, dass es hart wird. Wenn es nicht so schwer wäre, gäbe es wohl wesentlich weniger Rechte. Noch heute, werden alle beide mit den Worten „Dich kriegen wir schon noch“ angesprochen.

2. Die bedeutendste rechte Partei in Deutschland – Die NPD

Die im November 1964 in Hannover gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) zählt seit einigen Jahren wieder zu den auffälligsten rechtsextremistischen Parteien in der Bundesrepublik. Ihre politischen Ziele werden von der Vorstellung einer kollektivistischen „Volksgemeinschaft“ verbunden mit der Befürwortung des Führerprinzips und eines starken Staats bestimmt. Nach Ansicht des Verfassungsschutzes gehen ihre politischen Forderungen einher mit Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Der 2001 gestellte Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht verweist zur Begründung auf die Demokratiefeindlichkeit der Partei und das Zusammenwirken mit gewaltbereiten Neonazis.

Nach einem politischen Hoch zwischen 1966 und 1969, in dem der NPD der Einzug in sieben Länderparlamente gelang und sie bei der Bundestagswahl nur knapp scheiterte, verlor die Partei an Bedeutung. Bei den gesamtdeutschen Wahlen von 1990 und 1998 blieb sie stets unter einem Prozent. Bei Landtagswahlen kam sie zuletzt nur in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein auf wenig mehr als ein Prozent. Der wenig erfolgreiche »Kampf um die Parlamente« gehört zu einer Drei-Säulen-Strategie der Führung, die seit 1997 auch auf den »Kampf um die Köpfe« und den »Kampf um die Straße« setzt. Mit Aufsehen erregenden Aufmärschen und Demonstrationen drängt sie seitdem zunehmend in die Öffentlichkeit. Ende 2000 verzeichnete die NPD in 15 Landesverbänden rund 6500 Mitglieder, die sich zunehmend aus der gewaltbereiten Skinhead- und Neonaziszene rekrutieren.

In den vergangenen Jahren hat sich die NPD als »Zentrum des Nationalen Widerstands« auch zunehmend für Skinheads und Neonazis geöffnet. Die rechtsextremistische Partei gibt nicht nur das Parteiorgan »Deutsche Stimme« heraus, im Internet verfügt sie zudem nach Beobachtungen von Verfassungsschützern über das umfassendste Angebot aller rechtsextremistischen Parteien.

3. Äußerungen rechtsextremer Meinungen

Am besten lässt sich das Denken und Fühlen der Rechtsextremisten anhand von Songtexten nazistischer Skinhead-Bands rekonstruieren. Selten hört man vor oder gar während der Tat mehr als ein „Scheiß Ausländer“ oder „Scheiß Zecke“ von den Tätern. Werden sie vor Gericht gestellt, ist das erste, was der Anwalt sagt, „Mein Mandant verweigert die Aussage.“. In den Wahlprogrammen der rechten Parteien wird alles aus Rücksicht auf Wähler und Staatsanwaltschaft nur sehr vorsichtig und abgemildert ausgedrückt. In den Liedern, welche sie in ihrer Freizeit hören, sind jedoch alle Feindbilder vertreten: Juden, Nigger, Kanaken, Zecken, Punker, Schwule. Sie werden zu Ekel erregenden Kreaturen, denen nur Hass und Verachtung, allenfalls noch Schadenfreude entgegenschlägt. In den Liedern lassen die Rechtsextremisten ihren Gewalt -und Vernichtungsphantasien freien Lauf. Nichts scheint ihnen wichtiger zu sein als die Ausländer, die in „ihrem“ Land leben, auszulöschen. Sie wollen ein „reines“ Deutschland, dass ihnen keine Ausländer „verschmutzen“ dürfen.

4. Gewaltabhandlungen

Im Allgemeinen handelt es sich bei den verübten Verbrechen um Körperverletzung, Sachbeschädigung, vereinzelt jedoch auch um Erpressungsfälle und Sittlichkeitsdelikte, sowie Bombendrohungen, ebenso Attentate auf Polizisten, Ausländer, Punks und Homosexuelle.

Die Hemmschwelle der Täter geht immer weiter zurück. Während sie sich früher auf Prügeleien beschränkt haben, ist heute von einer Messerstecherei bis zu einem Bombenattentat alles möglich. Ebenso werden die Mitglieder der rechten Gruppen immer jünger, was ihr gewisse Vorteile verschafft. Das Strafmaß bei Jugendlichen ist in Deutschland schließlich erheblich niedriger als das volljähriger Personen. Falls eine rechte Gruppe nichts zu „tun“ hat, werden auch mal deutsche Jugendliche angepöbelt, deren Klamotten oder deren Aussehen ihnen nicht gefallen.

3. Reaktionen der Opfer

1. Gewalt erzeugt Gegengewalt

Entgegen der landläufigen Meinung, dass es niemanden gibt, der tatsächlich gewalttätige Gegenwehr zum Zweck der Rache gegen die Rechtsextremisten verwenden könnte, haben sich in Deutschland mehrere Gangs gebildet, die ihrerseits die Deutschen verachten und hassen. Dies möchte ich anhand von den sogenannten „Turkish Power Boys“ näher erläutern. Diese Gang wurde im Sommer 1990 im Frankfurter Stadtteil Bornheim gegründet. Ihre Mitglieder waren ausnahmslos männliche türkische Jugendliche, die die Ganggründung eigentlich nicht geplant hatten. Sie schlossen sich aus Freunden zusammen, die sich entweder schon seit ihrer Geburt kannten oder beim gemeinsamen Fußballspiel befreundet hatten. Vordergründiges Motiv waren Ausländerfeindliche Anschläge, ausgehend von Berlin organisierten sich junge Ausländer um sich kollektiv gegen Neonazis und Skinheads zu wehren. Die Power Boys gingen jedoch in der Gegenwehr mehr als nur ein Stück zu weit. Sie dehnten den Begriff „Nazis“ auf alle Deutschen aus und hatten für sie nur Hass und Verachtung übrig. Stolz meinten sie: „ Wir haben in einem halben Jahr soviel Hektik gemacht, was andere Banden nicht einmal in einem ganzen Jahr gemacht haben. Wir haben so was innerhalb eines Monats gemacht – so viele Jacken abgenommen, Geld genommen, Männer zusammengeschlagen.“ Opfer waren ausschließlich gleichaltrige oder jüngere Deutsche. Die Enttäuschung war groß, wenn ein Opfer alles über sich ergehen ließ, ohne sich zu wehren, denn dann „machte es gar keinen Spaß“. Überfallene deutsche Jugendliche waren für die Gang typisch deutsch, dies übersetzten sie mit dem Wort unmännlich, sie verkörperten für sie nach Interviewangaben nicht mehr als Tiere, die entsprechend zu behandeln waren. Diese Haltung ist mit der Demütigung zu erklären, die ausländische Jugendliche erfahren. Zusätzlich spielt der Aspekt des türkischen Ehrbegriffs eine große Rolle. Dies erklärt die Verachtung der ehrlosen Deutschen, die ihren Landsleuten nicht helfen und sich schlagen und demütigen lassen.

Eine zerstörte Ehre kann laut Power Boys nur durch Gewalt wieder hergestellt werden, wer dagegen keine Vergeltung übt, der hat Schwäche gezeigt. Um die Ehre der Türken wieder herzustellen, die von Deutschen verachtet, beschimpft, geschlagen und gedemütigt wurden, müssen diese wiederum die Deutschen verachten, beschimpfen, schlagen und demütigen. Die Opfer gelten somit als „unmännliche Wesen“ und nicht als Menschen, die Achtung verlangen können. So erregt die Handlungsweise der Gang wieder das Unwillen der Rechtsextremen und umgekehrt und es wird ein endloser Kreislauf, wenn keine Unbeteiligten einschreiten.

2. Weniger gewaltvolle Opfer

Viele der Opfer bleiben ewig still und wehren sich nie. Doch auch im Internet wird sehr viel unternommen. Es gibt zahlreiche Seiten, die versuchen den Rassismus im Netz zu stoppen, da die Polizei gegen rechtsextremistische Websites nur sehr wenig ausrichten kann. Viele von ihnen erklären, was unter Rechtsextremismus zu verstehen ist, welche Geschichte er hat und so weiter. Einige schreiben über einzelne Fälle von Rechtsextremismus und gedenken der Opfer. Doch können solche Protestseiten wirklich etwas gegen die gegenwärtige Lage ausrichten? Ich denke nicht. Was geschehen ist, kann niemand rückgängig machen. Die einzige Lösung um das Problem einigermaßen in den Griff zu bekommen, ist der Versuch, Menschen, die aussteigen möchten, dies zu erleichtern und ihnen in dieser schwierigen Situation beizustehen.

3. Das Projekt EXIT

EXIT kann Jugendlichen und jungen Erwachsenen helfen, die aus der rechtsextremen Szene aussteigen möchten. EXIT richtet sich auch an Eltern von Kindern in rechtsextremen Gruppen, kann sie unterstützen und beraten. Ferner sollen Schulen, Verwaltung, die Polizei und die Jugendhilfe in das Projekt einbezogen werden.

Angesichts möglicher Bedrohung aus der rechtsextremen Szene hat die Sicherheit potenzieller Aussteiger höchste Priorität. EXIT analysiert gründlich die Situation eines jeden Einzelnen und erstellt ein spezielles Sicherheitskonzept, um die Wahrscheinlichkeit rechtsextremer Übergriffe zu verringern. Hierin einbegriffen sind Erarbeitung von Verhaltensweisen und Vorsichtsmassnahmen, ebenso wie die Empfehlung zu materieller und persönlicher Absicherung.

Ein EXIT aus der Szene kann mit vielfältigen rechtlichen Fragen verbunden sein. Arbeitsrecht, Straf- und Strafprozessrecht, Zivilrechtsfragen u.a. Rechtsprobleme, die im Zusammenhang mit dem EXIT auftreten können, bedürfen in ihrer Bewältigung professioneller juristischer Unterstützung und unter Umständen auch anwaltschaftlicher Vertretung. Diese Hilfe soll EXIT vermitteln. Natürlich kann eine strafrechtliche Verantwortlichkeit im Falle der Strafverfolgung durch EXIT nicht abgewendet werden. Es besteht aber ein Vertrauensverhältnis, wie es in der Sozialarbeit zum Berufsethos gehört. Dazu gehört aber auch, dass beim Aussteiger die Bereitschaft besteht, rechtliche Verantwortlichkeit zu übernehmen.

Mitglieder der rechtsextremen Szene müssen beim Ausstieg ihre alte Lebenswelt verlassen. EXIT bietet Aussteigern die Möglichkeit, neue Perspektiven zu entwickeln und Alternativen aufzubauen. Dies kann durch Einbindung in sportliche oder künstlerische Aktivitäten geschehen, besonders in Gruppenzusammenhängen mit "normalen" Jugendlichen und Erwachsenen. Wichtig dabei ist auch die Begleitung und Beratung von betroffenen Eltern, Lehrern und Sozialarbeitern. Dazu erprobt EXIT momentan Optionen und bündelt Erfahrungen der Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule und des Zentrum Demokratische Kultur in Berlin.

4. Bewertung

Die Ansätze zur Problemlösung des Rechtsextremismus sind da, es wird versucht, die rechte Szene so klein wie nur möglich zu halten. Dies geschieht, indem man die Jugendlichen versucht zu beschäftigen, schon bevor sie auch nur mit dem Gedanken spielen, eine Mitgliedschaft in einer rechten Gruppe einzugehen. Es werden immer neue Sport – und Freizeiteinrichtungen für Jugendliche eingerichtet und man versucht, so genau wie möglich auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Jegliche Arten von Rechtsradikalismus werden in Deutschland verboten, sobald sie auch nur im Ansatz gefährdend für die Jugend wirken könnten. Mitgliedern, die bereit sind, wird dies, wie schon erwähnt, möglich gemacht.

5. Quellenverzeichnis

„Die Entstehung von Gangs“ von Markus Stange

Bertelsmann Universallexikon

www.basta-net.de

www.netzgegenrechts.de

www.stern-deutschland.de

www.npd.net

Wörter: 2482

7 von 8 Seiten

Details

Titel
Rechte Gewalt und die Reaktionen der Opfer
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
8
Katalognummer
V107668
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechte, Gewalt, Reaktionen, Opfer
Arbeit zitieren
Wenke Linzen (Autor), 2003, Rechte Gewalt und die Reaktionen der Opfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107668

Kommentare

  • Gast am 18.11.2004

    Neo.

    Der Text hat mir sehr gut gefallen es wird sehr anschaulich umschrieben. NOTE: sehr gut

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Titel: Rechte Gewalt und die Reaktionen der Opfer



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